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Wiener Morgenzeitung · 1925-12-18 · Heft 2451 (18.12.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2451 (18.12.1925)
Date
1925-12-18
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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W* * dtni, gwlrtg iHMtntt Mi>roen»rtt«n« 18. Pezembn MS Nr. 84« TALMUD BABLI! HebrJlihe DÜnn^ruck« sga* «8 vollatlndhta babgIonischen Talmuds -, mit a> en Kommentare und B ISuteiungea' (Raccl I Toseloth / Rambam und v. a.) 4 Binde DeailiJttr Drude I Vornehm« AutUditmg JS 199."»* MIDRASCH RABA 1 Band . und MIDRASCH TANCHUMA 1 Band H *b'ä'iche i Snndruekausgabc Pr*ii für beide Binde rtuammen 5 JJ.- SCHISCHA SIDRE M1SCHNA im pelrasdi Rabbenu Obadja mi Bertona w’lm ikar tosefotfc lom t ob Hebräische Dttnndraduaugabe S 12*— Buchhandlung R. Ldwlt, Wien, .1 F.tU»Murkt I, 4. Mode such 'begreiflich. ivarum de durch de antseurrtrschrn Rirgiemngrparteien sinanz'erte Mrdschast-Partei Webers es unterließ» im Preßburger Kreis ebenfalls eine H'ifte einzureichen und einfach taltische Erwägungen dorschützte. Lar nette Ifd&erteflcttroUfdfie Parlament. Ein« stürmische Eröfsnnngsfitznng. Prag» 17. Dezember. (DschechoKow. P.-B.) Die (nr cht-ute um 11 Uhr vormittags onutxnm'ie Eröffnungssitzung des neugewä^bm Abgeordnete nlhan'es verzögerte -sich bis 12 Uhr mittags. Im Eaa'e waren sämtliche Mitg-Iieder des Kabinetts und die Abgeordneten erschic-nen. MS Ministerpräsident Tvehla den Saal betrat, wurde er von den deutschen NatirnaH.§'Mten, don Teutschnat''c'nailen und den Anhängern Hlinkas mi-t lärmenden Zurufen empfangen, wobei ach mit den P u l t d e ck e l n geschlagen wurde. Um. 12 Uhr 2V Minuten eröf-smte der Mnlsterpväsrdrnt trotz dom andauernden Lärm, in welchem kein Wort zu Verne h me n /war, d'e Sitzung und ließ die Mgeordnoten das Gelöbnis ab'egvn. Sodann schritt das Haus zur Wahl deS Präsidenten. Im ganzen wurden 294 gültige Stimm-itel abgegeben, davon waren 38 leer, einer ungültig. Ter «frühere Minister des Innern undAbgeordnete der vrpub'ikanischen Partei Malypetr erhielt 186 Stimme« und echcheftt gewählt. Nach der Angellvbuirg deS nengewichlten Prälidenben und seinen formellen Dcmkesworien erfolgte durch Handaufheben di« Wahl der vier Bize- Präsidenten; es wurden mit Stimmenmehrheit gewählt: Abg. Ing. Dostalek (tschechoslowakische Bo'kSpartei), Stivin «Hchostowakifcher Soz'aidomkrat), Slavicek (tschechostowak.scher Soziak-iist) u<nd D.kdor Spi na (Bund der Landwirte). D'e Gewählten leisblen-di« Angelobung, Dr. Spina in deutscher Sprache. Hierauf folgt d'e Wahl von zehn Schriftführern und vier Diktier«, worauf Präsident Malypetr die Zufchviften üb:-« die Enthebung der früheren und d'e E r n e n n u n g de r neuen Regierung,sowie über die Wahl des W'en- Lohn«i'r«ff1err Bechhne zum Stellvertreter d«S Mi visier Präsidenten verliest. Nach Verlesung der über tf« Kcn.stitun'vMg der «in« zÄnerr Klubs e'm-gelanoten Mtteilnngen wurde' de Sitzung geschlossen und nach ei^ndretviertelstund'ger Unterbrechimg eine zweite Sitzung «reiftet, m welcher die Wahl des Budget-, des gavitiativ-, -<S JwnmmtätS- und des verjassungs rechtlichen Ausschusses vorgenommen wurde. Sturm im Senat. Prag, 17. Dezember. (Tschechoslow. Pr.-G.) De 6'ir 4 Uhr nachmittags awleraumt« Sitzung des Senats wurde um 9 Uhr 20 Murrten abends eröffnet, da die Einigung über das Präisidftm noch nicht fertig war. M MnM'i- Präsident Svehla d'e Präsiden teritribüne bestieg, brach auf den Bänken der Leutschnatlonalen und der >wak'.« schen Dolk-partei Lärm ans. Es ertönten Rufe: Es ist ein Skandal. eS ist unerhört im parlamentarischen ^ben, den Senat so lange war'en zu lassrn! Auch d'e Pu l tdeckel traten in Mion. Nach der Vereidigung der Senatoren wurde die Wahl des PMd'mns vorgeummwn. Don den altgegetenen 148 Stimmen echieit Menzel Donat (Republikaner) 86 und erscheint somit gewählt. Au Stellvertretern wurden gemäht: Klo'ae, Soutup, Grabec, Va- Xoufd und Nießner. Mit AusnalMe des Senators Brabee, der an Stelle Frantas 1ml, haken die Ge-wählten auch schon dem ftuhßren Pvästdmm »nzehört. Mährend der BerhaMungen der Mehrheitsparte'en trat di« gesamte Opposition in der Starke von sievz.g Mann im Sitzungssaal des Senats »u einer geme'nsamen Ditzyng zusanmten and faßt« den BeWuß, wegen der der« fpäieten Eröffnung der Sitzung der Regoernng das M i ktrau«n ausz^sprechei^ Re Regiekunsstrise in Leunchlaud. Die aros-e Kvalition geskstektevl. Verlin, 17. Dezember. (Wolfs.) Reichsminister o. D. Dr. K o ch berichtete heute um 11 Uhr vormittags dem Reichs- Präsidenten Hindenburg über seine Verhandlungen, aus denen sich ergeben habe, daß die große Koalition nicht m ö g l i ch s e i. Er gab deshalf dem Reichspräsidenten den ihm erteilten Auftrag; urKabinettsbildungzurück. Ob Dr. Luther jetzt mit der Bildung eines Beamtenkabinetts beauftragt werden oder ob er versuchen wird, ein K a b r n e t t d e r M i t t e zu schaffen, dem sich Temokra'en und Zentrum nach der Ab age der Sozialdemokraten kaum so streng wie bisher wi)erfetzen würden, ist noch unentschieden. Ter Aelteftenrat des Reichstages hat beschossen» heute die letz«« Sitzung vor Weihnachten abmj halten, da keine Aussicht dafür besiehe, daß nr den nächsten i Tagen noch eine Reqierunoserklärung erfolgen könne. Ter Reichstag wird am 12. Jänner seine Arbeiten weder aufnehmen. Im Hmblick auf die heute vom Reichstag beschlofsenen Weihnachtsferien des Parlaments erinchte der Reichspräfi)ent den Reich skanzler und den R e i ch s a u ß e n m i nist e r. die G e' cha f t e auch fernerhin w e i t e r; u f ü h r e n. Ter R« chspräsident wird seine weiteren Entschließungen in der Fr^ge der Neubildung der NeichSregiernng rechtzeitig vor dem am 12. Jänner nächsten Jahres erfolgenden W'.ederzusammentritt des Reichstages faßen. fet Mordvlan gtoett Slrtfentomt. Berlin, 17. Tczember. lieber den Mordplan geoen Dr. S t r e s e m a n n wird noch bekannt: Ter eigentliche Urheber der Bcr'chwörung ist K a l t d o c f f. der Sohn eines Landgerichtsrates m Traunstein in Oberb yern, der in Berlin in den Siemens-Werken anoe'tellt ist. Kaltdorlf bat zehn Semester studiert und war während der Räteregierung in München K o m m u n i st. Er hat eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jabre ^bgebüßt und dann, wie viele bayrische Kommunisten, die Gesinnung radikal gewechselt. Er wurde Mitglied der national'ozialistischen Parrei. Sein Helfersbelser ist der 35jährige Bureaugehilfe Lorenz, der geichfalls in den Siemens-Werken angestcllt ist. Er ist geistig m'nderwertig und war in einer Irrenanstalt interniert. Kaltdorff hatte sich in einem Brief an eften Münchw'r völkischen Rechtsanwalt mit der Bitte um Geld und weitere Ratschläge gewendet. Er berief sich in dem Schreiben auf eine Erklärung des bekannten Großindustriellen K i rd o r f im „Lokilanzeiger", d)ß Locarno das größte Unglück Deutschlands sei. In den Siemens-Werken, so heißt es im Briefe weiter, seien lauter Offiziere tätig. Der Rechtsanwalt übergab den Brief der Polizei. Der Aargmr der Haken kreuzmördrr« Die „B. 8" gibt den Brief wieder, den Kaltdorfs an einen Münchner Rechtsanwalt geschrieben hat. Er ist von Berlin-SiemeHstadt, 3. Dezember 1925. datiert. Es heißt darin: Ich Habs den Reim gemacht: „S t re s e m a n n - Verwes e m a n n": Ich habe zwei Offiz'ere, die mitmachen. Auch die Fi na nzierung ist all right. Es wäre mir schr lieb, nnnn Dü ein paar Zeilen schreiben würdest, d^ß ich für die Sache gut bin. Wenn Du mir auch noch als Referenz dienst, so ist das eine sehr wichtige Unterstützung meiner Mecklenburger Referenzen. DasSchweinmußgekillt werden. Em Flugzeug ist auch zur Verfügung. Die Tai gcht aus mein Konto. Zwei Offiziere tun mit. Ar irische Rot in Voten. Arbeitslos« demolieren die Bureaus der jüdischen Gemeinde. Vrrschau, 16. Dezember. (I. T. A.) D'e Not mter den jüdischen DEots-sPffn in Lodz ist ungchsuer. Ewa 150 vcrzwet'e'te jüdische AvbeiMse erschienen vor dem Lvkai der jüdischen Gemeinde und wünschten, efte Deputation jttm Vm^stand zu entsenden. Da gerade eine Borstandssitzung tagte, wurde die Atordunng nicht empfangen. Darauf drangen die Arbeiter in den Sitzungssaal ein, demolierten denselben vollstängig und verletzten fünf Borstandsmitgl'ieder nicht unerheblich. Die Namn der Verletzten sind Advokat Tanzmann (Vckkkiparwi), Berger (Aaudcrh), K a s a und W e i d e n s«! d (unparteiisch) sowie oin t/ünftes Vro-vstaMMitYlieb. Durch Eingreifen des PräiMn-^en Dr. Roseniblatt >bevuhigten sich d)e Arbeiter. Anftß zu te<m Kvn.fflkt gab ein Beschluß des Bestandes, die aus Ame^-ila für Hi'se an jüdische Arbeiter eingetrofsenen 60 g Dollar nur untc-r verheiratete Arbeiter zu verteilen. Eine jüdiscke Handrverker<r-ordnung beim Ministerpräsidenten Skrzynski. Warschau, 16. DeMber. (I. T. A.) Ein« Anordnung jüdischer .Handwerker erschien beim Min'-fterprä'idsnjten Skrztznski und schil^rte ibm die traurige Lage des jüdischen Handwerkerstandes. Sie -w-'.es barauf hm. daß d'e Annahme der Vorlage betretend d'e Gildenbildung m Industrie und Handwerk «inen schweren Schlag gegen die jüdl'ft.en Handwerker bcheuten würde, da sie dann v.Mmmeu von den polnischen „Giii'den", in d:>nen ein judenfeindlicher Go'st bervscht, adhämig sein. würden. Ter Mi.n'ster versprach, die Angelegenheit ein- E^nd zu untersuchen. Ver “ ‘ in Syrien. Ein Vermittlungsversuch. London, 16. Tezember. Tas Ren bersche Bureau meldet aus Beirut, Kemir T a h a r, der Enke.l LM el Kaders, sei aus Damatkus dvtt ^ingetv.(-sen, mn eine V e rm i 1 t l u n g zu versuchen. Briand über düe Instruktionen JouvenelS. Paris, 17. Dezember, (tzavas.) In seiner Rede im Senat verwies Min.sterpräsidcni Briand aus die formellen Jnstruttronen, die er dem neuen Oberkomm.ffär für Shr.en, de I o u v e »e l, gegeben habe. Die Rechte der Bevölkerung in bezug auf Freiheit und Eigentum werden nach den Erundsätzen geregelt werden, die für oie Bevölkerungen im Westen gelten. Ter Mandatar werbe bllß die Rolle eines Beraters und Schjitzers spielen. Tie vier geschaffenen Staaten werden m.t unversehrter Autonomie bestehen können. Die Drusen werden in Frantieich einen Mandatar finden, der geneigt ist, ihre Autonomie zu or-xamsieren. Wir werden, sagte Briand. den Frieden bringen jenen, die ihn wollen, und wir werden Gewalt gebrauchen gegenüber jene», die selbst Gewa^ gebrauchen. Die Sickerlseit ftt Novdvalästina. London, 16. Dezember. (I. T. A.) Tas Parlaments, mitg ich Oberst'eutnant I. M. Ke n wort Hy richtete im Unterhaus an den Kolonie »minister die Frage, ob es zwisäen br-itrscher Gendarmerie in Palästina und Drusen aus Syr'en zu eimm Zusammenstoß gekommen -tvar und in welchem Maße die Fliegertruppe in Tätipkeit eerrcten war. Ter Unterstaat§sekr>:>tär für d'e Kobonien Ormsby- Gore erwiderte, nach einer Jnlormaticm seitens des Ober! mnrisiärs für Palästina ssi es zu keinen Kämpfen zwischen britischen Truppen oder Gendarmen und Drusen N^omme-n; die Fliegertruppe hatte noch keine Veranlassung, einzugre'ten. Nahum Sokolow für einen Unterstützung^ sonds zugunsten der elwiftttchen Flüchtlinge aus Syrien. In einem Gespräch mit de>m J.-T.-A.-Vertreter äußerte sich dr gegenwärtig in den Berenigten Staaten we.lenL«e Prästd.-nt der Zic-nöstischen Me texekutive Nahu-m Sokolo-w da-h'm, der Anhand in Syrien gesa-hnde n icht ble Lage in Paläst i na. a>ker er -untevstrs'che die Wichtigkeit eines jüdischen Na ti o nal hei ms in Palästina für den W« tlrieden. Tvr Kontrast zwi schen der Lage in PaW'na und cm übrigen naben Listen — s>ührte -SfliÄow weiter aus —' wird durch nichts besser illusttiert als. durch den Umstand, d^ß Palästina ein Zuisln chtSland -er in Syrien verfolgten Christen gew-rden fft. Es wäre zu wünschen, daß ein f.pez'eller jiidischerF^nds zur Unterstü^ung der christlich-syrischen F.'ücht'in^e in Pa'Mna geschaffen werde. Sosrlcw erWrte, er werde sich persönlich bemüten. Geld für Unterft'ütz'nng der syrischen Flüchtlinge anfMbringen. L e chrlWlhr« Aralirr gegen die Druse». Jllusalem, 10. Dezsmlber. .Haarez" weift aus die bch-eirtungSralle Erscheinunig hin, daß die arabischen Biätrer in Aegypten und Erez Israel, die bis vor wnzom noch einmüt'g die ant'ständitichen Drnven unievstützten und aufmunterten, in jüngster Zeit ihre Gesinnung änderten und gegen die Dr-ufen Stellung nci'nvn. Befonve-rs die ch r i st l i charabischen Blätter „Muktam" in Kairo, „Karmel" in Haifa und „Felestin" in Jaffa veröffentlichen Artikel gegen die Drusenfüihrer. Dieser Gesinnungswechsel ist kein spontaner, wurde vielmehr von den christlichen Arabern des Libanongebietes, unter denen die Drusen ein furchtbares Blutbad a-ngerichtet haben, eriMungen. So mnß!e ,/FeIestin" den Briez ein:s christlichen Sohnes aus Nazareth abdrucken, der nach einer eingehenden Schilderung der Leiden der Christen r» den bedrohten Gebieten ansrust: .Hört doch, ihr Zeitungsschreiber endlich einmal a.ul, die aufständischen Banden mit eueren Lobeshymnen zu überschütten und erwecket n i ch t d e n Nationalismus aus seinem liefen Schlaf, denn dieser hat mit den Aufständischen nichts zu tun! Lasset die Phrase von der Selbständigkeit ruhen, denn die Menschen, die die Selbständigkeit Syriens verengen wikben, lmröen' noch nicht geboren! Biele haben bereits ihre Meinung über die AusstLndifchvn ändern müssen, nachdem sie sich überzeugt-n mußten, daß jene Männer, an wei'.chen wir nniser-e ganze Lie^be verschwendeten, unter Ünabhängigkeit und Selbständigkeit nichtanderes verstehen, als das Recht, die C h r i st e n hinzuschlachten, ihre Hälrser auszttplimdern und nieder« zubvennen und sonst noch Dinge zu begehen, die der Alensch« heil die Schamröte ins Gesicht jagen ..." Saturn in »er ManMneel. Muken von japanischen Trnptzrn besetzt. London, 17. Dezember. HTel.-Komp.) Nach e'ner Meldung aus Tokio haben die japanischen Truppen Mukden besetzt. Nach einer anderen Tokioter Meldung unterhalten die Japaner in der Mandschure» über 8000 Mann Besatzungstrnppen. Sie sin» laut Vertrag von Porthsmouth (durch den der ruffffch-japanifche Krieg im Jahre 1606 beendet wurde) berechtigt, 15.000 Mann Mititär zum Schutze der Eisenbahn der Uanb j ch u r e i zu unterhalten« 6854

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