Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2450 (17.12.1925)
- Date
- 1925-12-17
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Peile 9 Wien. DvnnerStag Wiener Mar-en-eitnn- |XA»IM|SCHKII UNDISVMBAhD (im W«ltv»rfcand z on,Hocrh Heute Donnerttaj den 17. Dezember sp tcht m Loyale der Leie* und Redchalle jüd. Hocbsch ler, X.Türkenstrasse 9. Herr ADOLF BÖHM Präs, der LandeskommissioD oes Keren Kajemeth für Osten:, über das Thema beginn präz.1/,8 Uhr / |üd. Hochschüler sind gerne willkommen Cchmierigketten TamaskuS verlaßen, um sich nach Beirul zu begeben. Tie Eisenbahnverbindung ist an mehreren Stellen unterbrochen, so daß auch die Truppenverstärkungen mit großen Verzögerungen nach Damaskus kommen. Die^französischen Truppen seien in ganz unzulänglicher Zahl und nach Entsendung von Abteilpngen in die Umgebung der Sradt seien in Tornaskur selbst nur Ml) bis 3000 Mann zurückgeblieben. Dies trage dazu bet, die Aufständischen zu ermutigen, so daß sie sich als Herren der Lage fühlen. Er merde beabsichtigt, A l e p p o zur Hauptstadt von Syrien zu machen, um die Bewegung in Damaskus und Umgebung leichter niederriwgen zu können. konferenz kann, wenn sie nicht sabotiert wird, der Entwicklung eine andere R'chtung geben und den Unterdrückten ihr Recht bringen. MM M au de« 8rak. Dre Türke! emerkennt die Entsck'erdun'g des Bölkerbundrates nicht. — Die Tagung des Bötkerbundrates geschlossen. , Gens, 16. Dezember. (Tel.-Komp.) Der Pölkrdundrgt htt in der heutigen letzten Sitzung seiner gegenwärtigen Session den Schiedsspruch in der.Mossulfrage abgegeben. Die tü rki s che Delegation nahm an der Sitzung n ich t teil, Statt dessen wurde rin Schreiben des türkischen Delegierten, Außenministers Tervfik Rnschdi Bei. verlesen, worin er sich aus seine Erklärungen vom 8. TeMber beruft, wonach dem Rai lediglich eine vermittelnde Funktion zufalle und er infolgedessen den Schiedsspruch des RateS als null u n d n i ch t i g ansehen müsse. 'Präsident Scialoja betonte daß die Abwesenheit der türkischen Delegierten den Völkerbund nicht hindere, aus Grund des ArtMs 3 des Lau sann er Frieden öderträges seinen Schiedsspru ch zu Men. Sodann wurde der Bericht des 'chvedischrn Delegierten Unden, des Vorsitzenden des Dreierkomitees, e i n st i nimigongenommen. Danach beschließt der Rat folgendes: t Tie Grenzlinie zwischen der Türkei und dem Staate Irak wird mit der gegenwärtigen sogencmn'en Brüsseler Linie festgesetzt, so daß tag Vilajit Mossul voll und ganz, znzüpl'ch eines klonen l^bietsstreisens nördlich her Brüsseler Linie, d«n K ö n i g r e i ch Irak eiuverleibt wird. % Die englische Regierung wird avsgefordert, aus 25 Jahre das Mandat kür den Jrak z» übernehmen. 8. Die englische Regierung als Mandatsmacht Ivirh ansgefordert, der kurdischen Bevölkerung lokale Selbsivrrwaltuug zu gewähren. Der Vorsitzende des Rates? Scialosa. sprach sodann den Wunsch des Mberbundrates. aus,. kch beide Parteien ehestens zu einer freundschaftlichen Verständigung über die mit der Durchführung des Ratshe'chkusies zusammenhöngenden Fragen gelangen mögen, vor allem über ein wirtschaftliches Uebereinkommen zur Erleichterung des Handelsverkehrs Mischen der Türkei und dem Persischen Golf. ...■ Nach einer Ansprache Ehamberlains wurde die Sitzung und damit hie 37. Tagung des Völkerbundrates geschlossen. MM und Wien. <$Ht anseVttcheS pawarabischeS Anbot m He Türkei. Paris, 18. DeMider. M^s's.) Der Sonderberichterstatter der Chicago Tribun«" in Beirut bericht« filier einen neuen pa «arabischen Plan des syrisch-palästinensischen Hauptq uartiers rn Kairo, wonach der DfiM Nlexand rette und andere G-ebieüsdei-le Syriens Md Httfe gegen die Engländer anHeb-Men werden soll, falls diese dm Frühjahr Myfs^l besetzen Md überhaupt irr die chpisch."» AngelegsnhHTwn eingreisen -sollten. Bicher hätten die AuiffHridi-schm Gnglaräs Hi ft gesucht; sie feien aber nunmehr davon überzeugt. daß I o u v e n «l nur gekommm sei, um den zwischen England und Frankreich in Londlil vereinbarten Atti".Mlan ausguDbren. („Wcago-TvitLmne"- Mldungen sind immer mit Boivsicht auhunehmen. Bselle'cht hsn-dolt es sich MN die Vorbereitung der vielfach vAsilierten GedanftnS eines amerikanischen Mandats über Syr'en, der als Movog airs dem Chaos pvopagiert wich. — Die Red.) Uebertcktt von Flüchtlingen über He palästinensische Grenze. In ErgLnWng unserer gestrigvn Meldung Ober-die Vorgänge an der pa-lästineMchen Gre-nze wich uns auS Jerusalem noch -berichtet: DäA'ch übey'chvrÄrn gan e Ko- Kinnen von Fckchtingen aus Syrien die nördliche Grenze von PaW'.na wnd passieren die Wschen SMungeu. Ucker den Fbüchklingen befinden sich zahlreiche junge Leute, zum größten Teil Rfichs deutsche, aber auch einige Juden, die in der fpanMschrn Fren.veniegion gedient haben. Sie schildern die Qualen, die sie als Fremdeckegionäre auszustebM hattyn, und echten, -aß die Franzosen immer zuerst d'e Fvemdmlegionare inS Keföhrkchste Fe'er vortreiben. Di« Mcht^ge werden b."!m Gremübenttitt eckwLft net, verhört und bann in der Regel in Freiheit gefetzt. Damaskus isoliert. Paris, 16. Dezember. Wie „Morckngpost" "aus Betritt berichtet, ist Damaskus seit zwei Tage» vollständig isoliert. Der Korrespondent füinite nur unter großen Der Numerus claufus in llttgotit. Das Joint Foreign Committee über die Entscheidung des Völkerbundrates. Genf, 11 Dezentter. (I. T. A.) Ueber die Dntschei. düng des Bälkrbundrates betresftnd die Petition de» .Joick Foreign Tammlttee Über den NwmwuS elaufuS in Ungarn Hai sich der Vertreter des Joint Foreign Committee, Mr. Sucien Wolf, der ncch in Genf weilt, dahin aus-xiprochen, daß man irntdem sidesuM zufrieden sein könne: .LLenn auch d'e Gntscheidung des Bölker- -u-ndrateS erb-Lrt Mr. Wolf — als ein K o m p r o m i ß zu betrachten bst, so -ist es immechi« gelungen, die Frag« in das Licht der Oefsentlichkeit der gesamten Weit zu rückn. A bke'sbt scht übrig, de weiteren Handiungen der ungarischen Regierung abzuwarten. Man darf nicht vergessen, daß der vevanb' wörtliche Wgarksch« Mn-sbcr die Entscheidung deS Mftrbundrates angenommen und versprochen hat, ht naher ZMnft einte Abänderung de's Gesetzes herbe'.Austhren." Rach etn»m aus London eingelangten Bericht Wer die am 13. d. stattgefu-ndene Sitzung des Joint Foreigu C-omm-ittee erk.ärte d>:r Referent üier die NumerusclaustiS-Fvage, Mr. dMkgdor G 0 l d s m i d, das Jrick Foveign Domm-'ttee werde für den Fall, daß die ungarische Regierung das Gesetz nicht ln n-achfter Zukunft laut Wumch des Böl-kerbundrates abrndern sollte, di« Fra ge wieder zur Erörterung stellen. Der Genfer Beschlutz im ungarischen Parlament. Budapest, Itz. Dezember. (U. In der Nab'wnalvevfammLung, welche h7cke datz Budgetprov-iftpium begann. berichtete zunächst der Fimchminister Dr. Bud ü'ber die fimntPeÜen Ergebnisse von H«nf, In der damnsfo'yenden Debatte kamen die Redner verschiedmster Parwir-ichtunig vi<- die Entscheidung des Bölkerbundrates betreffend des Numerus elausuS in Ungar n zu fpvechm.; ( Zunächst wies Aijg. P e i d l Mzialdemokrat) -darauf Pn. 'daß in Frage der PölSerbund eenen Dchchluß gefaßt habe, der einem Befehl Mä, Abgeordneter Szilagy! verlas eine Erklärung der bürgerlichen Parteien des demokratischen Kkubs, worin die AbschaSfunH d«S NumeruS clqufu's verla ngr wird, jedoch ckcht M Folee einer Eing-kiffeS von außen her, stmdevn im Wege der souveränen Pesetzgetbung. Abg. Eöry (parteilos) trat sur die Beibehaltung des Numerus rlausuS ein. Abg. Fejer (SozialdemDfra't) interpellierte in Angcilogen'heit des Numerus clausus. Er protestierte fangen, daß das .FudentMk nicht als Kvnfession, sc-nidem als Nat-ionaUtät behandelt werde. Seinen Jttfovmat.ionen> nach Hab« drr Bölkerhund gegen den Numerus clausus entschieden Stellung zu nehmen beoilsichtigt, fti jev'ch.davon a-bgekcm'MV'N, weil Gras Ktebelsberg da- Be »spreche» gegeben habe, das Gesetz binnen kurzem a«bguändern. Er ersuchte dve Regierung um Aufklärungen über ihre Msichen in dieser Frage. Mebelsbeogs ErrrSeunHen. Budapest, 16. Dezencher. (Ä. T.-K'-B., Nationalvrr» sammlung.) In der Beantwortung der Interpellationen erklärte der Kulm-,und Unterrichtsminister Graf AleSelSb e r g, ex trage erhobenen Hauptes die B e r a n t w 0 r t u n g für alles, was er in der Frage des Numerus clausus vor dem Mkerbund gesagi habe. All dies sei im Interesse des Landes gefchehen. Der Numerus clausus, sagte der Redner, ist ln geringem Maße eim kulturpolitische Institution, zum überwiogenden Teil ist er eine Jnstitutton sozialpolitischer Natur. Er entspricht der außerordentlichen Lage, in die das Land durch den Frieden von Trianon geraten ist. Wjr wollen, legt« der Minister dar, dadurch verhindern, daß sich ein geistiges Proletariat entwickle, das ein« üppige Quelle der Unzufriedenheit und revolutionärer Ideen wechen könnte. In den Fachschulen ist der Numerus clausus nicht ringe führt, und es ist bekannt, daß eben diese Schulen von der jüdischen Jugend sehr stark besucht werden. Das Kabinett Bethlen hat den Numerus clausus niemals als endgültig. sondern nur als eine UebergangSmaßnahme angesehen. Der Völkerbund wollte jedoch den Konsolidierungspro^ß, der in Ungarn zwessellos vorwärts geht, nicht zum Stillstand bringen, durch Berfügungen, mzu einer Explosion führen können, Mr werden selb st,mit Anregungen hervortreten können, wenn di-Gleichgewicht der ungarischen Gesellschaft herpestellt ist. Der Numerus elaulus wird als ein Attentat hinoeMt und dabei wird eine wichiig« Tttsachs, d'e zu seiner Schastung ge'ührt hatte, verschwieaen.?ie'e TatsM ist die Räted i r t a t u r. Beinahe alle Führer' und Exekuüvorgane der 17. Dezember 1906 M. W(i " -- —» - «>> in m*.' , Rätediktatur rekrutieren sich aus'den Reihen des eingewan-erters galizischen Judentums. Ein anderer, und zwar psychologischer Grünist di« kata-stwpliale Lage der ungarischen MitMlosse. Das Kabinett Beth'en strebt eine nationale Versöhnung an. jui bereit Herbeiführung man ftd-ch Zeit braucht. Mt Aggressivität ist dies« Bevöhnung nicht zu ervoichen. Die un'avifch« Regierung wird das Gesetz ützer den Numerus e-lausus ohne Aufschub abändern. sobald die gesellschaftlichen Ber. häktnisfe sich derart geändert haben werden, daß man es ohne Sprung der KonWdatwn und ohne ErschütUnlng der schalen Ordnung riHieven kait'N. Ser Mörder als gonrnallß. Graf Arco kauft das „Bayrische Vaterland". Dü „Franks. Itg." meidet au- München: Der Verkauf deS „Bayr'fchen Bater'v-n^, des einV^n BlstteL von Dr. S i g l, cn den Grasen v. A r c 0. Ba l 1« y, tz;.m Mörder Kurt GiSnerr, wird jetzt von die'em bv» stätgt. Ex «rkÄrt. er wert« die Zeitung vom 1, Jänner ab in der alten Tradition und umbl)ä'Ngig von allen Gruppen und Parteien hewuegsben und sie we'ter aus« 'l<auen zu einer Waste im Kam;p \m W bayrische Seltb« ständigleit. Di« Unw'HängifMt des Blattes wird -arm bestehen, daß es m S.me der „Bayerntveue" und Heunat- und KöNHsbundes gehalten se>in wird. - Lrrdendorffs Pleite. Berlin, 16. Dezomiber. (W>oil>sf.) Nach einer Mitteili-ung der „Augsburger B?'ikLzeitung" stellt de-r „BMche Kurier, das Organ LudendorfH's, wegen finanzieller Schwierigkeiten möt Jahvesischluß sein Er-scheinen ein. Kube klagt. Berlin, 16. Dezembrr. (Tel.-Ksmtp.) Der Mordpw^tz Grütte-Leder wivd noch einen pM-ischttz Prozeß zur Folge hvtten. Wegen der rm Zusan'.me>ichang mit den Aukft^n Grütte-ä?eders von den liiMstefeniden gegen, die deutschvö.'kischen Abgeordneten W u -l l e und K u b e gevichteten Angriffe hat Abgeordneter Küche bei der Staotsommltschast g»'>gen den ^Vorwärts", das „Berliner Tageblatt". di« „Poss/che Leitung", die ,ß. Z. m Mittag" und das „Z-Uhr-AtbonidWtt" Strafantrag gestellt. (Herr Wu ile a'ber Mt sich bescheiden im Hinitevg.rU'Nd; er weiß wchl, warum. — Die Red.) Mmtttti der SremvolWvo« After. Wege« da Abserttguag. London. 16. Dezember. (Tel.-Komp.) Die Meuterei 'tzed Grenzpolizei von Ulster d>e tvsylge des Grenza-kömmens aufgelöst werden lo'll. hat fich ausgedehnt und scliartere Formen angenommen. Die Meuternden haben sich ln den Besitz von f ü n f K a s e r n e n t n B e l f a st gesetzt uich bic Offiziere gesangeu genommen. Sie haben au Regiewng ein Ultimatum ahgelandt, w rin sie eine Entschädigung von 0öO Pfund Sterling Vw Kopf forbe n Sollte das Ultimatum abyelehnt werden io würde« sie die in ihrem Besitz befindlichen Wallen, Munition. AuSrüstüngSgegenstände und die Kannen nicht heranS-- geben. Die Ulstmgierung hat da» Ultimatv« abgelehnt den meuternden Grenzpolizisten jedoch für die UebergangSzett zwei Monatsgehälter und freie Rückfahrt in 'bre Heimot bewillig. Sie exmadnt d'e Meuternden das Angebot anzunebmen. da sie anoemfalls sofort aus dem D i e n st e e n t l a l I e n werden. Ler frßlieee Lei! er der pölnischeu verhüttet. Äarschm, 15. Dezember. Der srühm ginan-mlnP« Hubert i n 0 e wurde wegen verschiedener Amt-mMbräuche. die er att Präsident der völkischen Postsparkasse begangen hat. im^usllage deS*UntersuchurrgSrichterS verhaftet Sie Mische» Semclavewohken ko Larnow. Großer Sieg -er zionsstisch-demokratischen Liste. (EiMdienst der ..Wenn MorgeWeilun-g".) Tarnow, 16. Depmcher. Bei den nach mancherlei MpW'-ckn «Mich stMsofu'Ndeuen Wahlen in tz-i« jüdische Gemeindevertretung von Tarnow standen einander zwei vevem'tzte Wen .tztegenikler: b*W zionistisch-demokratische Lisi«, welche die Kon'!sürn>, die deMkratischen Orthodoxen und die Handwanker vereinigte, sowie aut! bw anderen 'Serlie die Ute de-r R e a kt io n. in der die Ovchodoxie agudMchsr Couleur sich mit den Assimi'la.cken vereinigt Me. Die Wahlen ergaben einen glanLenden Sieg der zionistisch-demokratischen Liste. Bt>n ^don 21 zu bssetzeichm BovstandKmandaten und den lg Ersatz ecken brachte die zionistisch-demokratische Einheitsliste 17 Kandidaten für den Bülvsta-nd und sä mtliche 10 Ersatzleutedurch. Tie reaktionäre Ein-heMiste brachte «8 auf zwirn orthodoxe Vertreter und einen Mandatar der Nichto>rtho.doxen. Außerdem wunde «in Partoiltafer i-it den Vorstand ontsrndet. dar dWherige R>egierung8>kom>missär Tr. E h r e n f r e u n d. Bon den demokratischen Gruppen gchören dem neuou Boirstamd der jüdischen Gam-sinde an: 10 Zionisten (darunter ein Mitglied des Misvachi und ei« AngetMyer btt Hitachditth), i de.m.'krat'W Ottltävti, L BMMr «der Handwrrlcr md 1 Vertreter der delnokkalpschm iNüpM jchalt. . 418719