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Wiener Morgenzeitung · 1925-12-17 · Heft 2450 (17.12.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2450 (17.12.1925)
Date
1925-12-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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|P6>cn; aSgiuixyl Wien; im ADholcn In der Expedition» IL labotati. 1-3, -der ln'einer veischlelsstelle Trallk» < monatl/o Schilling Strasscnvcrltaui/’in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmled, i., Wollzeite 11 Mit Postversand dir Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling itjcnecli o*Slow akei Mon. K 22. Jugoslawien: Mon. Din, 60. Polen: Mon. ß Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich, Belgien: Mon. Frca. 18 AMbuliiniai nev /1 «I «- «rbOhaaren «rorbebaue» »t. 2480 _V '_Wien. Lomerrwa. 17. Lezemvek 1925 fr»r«t»'20 al England: Mon. 4 Schi Hing. Italien: Monatl, 18-Lire: Ru nänleo Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.iOOLewa. Schweiz und das übrige Ausland mona licn Frca. ä Redaktion, Administration Wien, Il.Taborstr.t Telephone 44-0-38,43^-19 Ab 6 Uhr 21-102. 25-2-82 IX.. Universitätsstrasse 6-8 (Duckerei g. Steinmannt Oesteneichisches Hostspai* käsen-Konto Nr. 150.69k wmmmmmmmmm l Tmliifiana •nmiimHiiiiiiiiniiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiimmitiiiiiiiiiiiMiiiiiiiimus M § Heute Nachmittage Urteil im | -w | S dem Jülichs-Plat* jjf I Kölnischwasser | in Z WeDmachts - Kistchen | darf auf keinem Gabentisch fehlen. i Diesen KistcKen ist daskunatlenseh wertvolle Buch 1 „Mein Alma nach?* | beigelegt. S g Gegründet 1709 zu Köln a/Rh. 5 Zwei Personen verhaftet. — Berde Angehörige der Rechtsparteien. . , Berlin, 16. Dezember. Die -Postausgabe der «Vossischen Zeitung" vom 15. d.. schreibt, ein Attentatsplan gegen 'Reichsaußerimiriister' Dr. S t r e se m a n n sei ausgedeckt worden. Zwei Männer, nach ihrer eigenen Angabe -en Partei.en der RechLen angehörend, seien verh'astet worden..Der eine Heiße Kaltdorsf, sei der Sohn, eines höheren Beamten und Vorbestrast. Er habe mit einem Komplicen, einem Bureaugehilfen namens 2 oren z, dem Sohne.eines Oberstudienrates, der der deutschnational n: P a r t c;i:. angehöre,, einen vollkommenen Atientatsplan auf. Dr. Stresemann vorbereitet.',* Eine Unvorsichtigkeit des Kaltdorff, der an einen vermeintlichen Gesinnuugsgenosseu . einen Brief geschrieben habe, führte zu der Verhaftung der ibeiden. Koch kommt nicht vom Meck. ' u«. 18. Dezvmiber: (WM.) Die heutMU Be^rechnnyeu. Wgeowmeterr' K o ch, mit dm Por-leWr-em waren nach m Uhr beendet. Sie etuteeften sich aiu bic emjelnett Punkte der vym Abgeordneten Koch aüsgearbe'teLen Programme^ drirch die er die M e i n n n g s v e r s ch i e d e n b e i t e n unt er d enP art ei f ü h r e r n anszugleichen lucht Abgeordneter Koch mrde schließlich - beauftragt, eine neue For* mm l i e r n n g seiner Richtlinien vorzuAchmen. Die Fraktionen sollen heute abends beraten. Morgen vormittags wird Atgeordnet-r Koch die Parteiführer zu einer w e it e e Besp r e ch u n g versammeln. Die Sozialbemokraten lehnen ab. -, iüerli», 16. Dezember. (Wolfs.) Die sozialdeinokratit ch e ReichSlagSfraktion hat.s wie das 'i.cchr.chtenbureaü des Lereiyes.beut cher Ze tungSoerleger er äbrt,, in später Stunde einen Be'chwß gefaßt,- wonach sie in dem E^ehniS der geführten Verband nng'en keine geeignete Gründ lage für die ^ild nq einer gr ä ß e n Ko all ii io n.-e,blickt. Der Beschluß u'ifi morgen bei der auf t0 Uhr 'gesetzten Bestechung bat ^icui ’tcrr Parteien mitgeteilt werden.- ’ . Die Spannung aufs höMe gestiegen. — Dr. Löwenfteins Verteidigungsrede. — Steigers Schlntzwort. (Bon unserem Lemberger ».-Korrespondenten.) ' Lemberg, 16. Deze-mber. Seit heute morgens war Lemberg m fi>eiterhaster Aufregung, da man noch isur heute das Urte-jl vm.Steiger-Pvotzeß erwartete. Ueberall wurden die ,-Ehano-n" SteigerA lebhaft diskutiert. Daß Steiger unschuldig ist, ftcht i n ganz Lemberg außer Zweifel, aber ob er frebgesprochen wenden wird, darüber .herrscht starker Pessimismus. Die Hehr, welche in den letzten Ta,M mit den gröbsten Mitteln der Berschüchtevung arbeitete, dürfte — so wird angenamMen — auf die UrteÜlsbiliduug der Geschwornen, die schließlich nur Menschen sind, nicht ohne Einfuß bleiben. Es wst-d als ein nicht ungünstiges Zeichen aufgefaßt, daß der S t a t s a n w a l t seine in Aussicht genommene Replik u n t e r l i e ß. M o r g e n, Donnerstag, wird bloß der Vorsitzende ein kurzes Resümee halten, woraus , sich die Geschwornen zur Beratung zurückziehpt. Das Urteil dürfte in den e vst e n Na chm i t ta g s st n n de n 'gefällt werden. ' Als durch'die großangelegte Rede-Dr. Löwensieins klar wurde, daß heute - mit der, Urteilsfällung ni'cht mehr zu rechnen sei, wich-die .Spannung einigermaßen, aber nach wie. vor beherrscht das' bevorstehende Schicksal Steigers ganz Lemberg. Für heute abends "wurden in'sämtlichen Synagogen und Bet- , Hausern der Stadt . - . - ''' -1" ‘ - - - Gebete für Steige^ . Psalmettlesen' usw. angeordnet. Im -Laufe des heutigen Taaes waren auf dem ^Lemberger Friedhof jüdischem Brauch gemäß Gebete, für die.Freisprechung Steigers verrichtet worden, denen.auch Stcigers Eltern beiwohnten. Steigers Mutter ist infolge der Aufregung erkrankt. Den Gesprächsstoff des Tages . bildete die Verteidigungsrede Dr.. Löwensteins, welche den größten Teil der heutigen Verhandlung . aus füllte. Sie wird als rhetorisches und' juridisches Meisterstück bezeichnet. Dr. Löweustcin zerfaserte bis ins Detail die Argumente der Anklage und wiesdann auf die politischen Hintergründe dieses Prozesses hin. Er schloß mit. dem Appell, daß die Geschwornen nicht nur gemäß ihrem Gewissen, sondern auch im Interesse des Ansehens Polens mit einem Freispruch Vorgehen müßten. (Der ausführliche Bericht über die Rede Doktor Löwensteins ist Ms zu spät eingelangt, um sie noch heute unterzubringen. Wir tverden sie morgen Nachträgen. Die Redaktion.) Unter atemloser Spannung des ganzen Saales ergriff, nachdem Dr. Löwenstein feine nahezu fünfstündige Rede beendet hatte, der Angeklagte Stanislaus Steiger das Wort. An klaren, einfachen Worten beteuerte er nochmals feine Unschuld. Seine Rede, die wie ein Aufschrei der gepeinigten Kreatur klang, erweckte ick ganzen Gerichtssaal tiefe Rührung. Zahlreiche Zuhörer weinten. Mit gespannter Aufmerksamkeit folgten die Gefchworn e n und das T r i b u n a l den Ausführungen Steigers. Unter den Zuhörenr befand sich auch Steigers Vater, der vor ErschütterMg, in Ohnmacht siel. Unter lautloser Stille schloß Steiger, womit die heutige Verhandlung beendet war. ' __ Immer - franMscher RmnzminUer. Paris, 16. Dezember. (Tel.-Komp.) Ministerpräsident Briand hatte heute um halb 6 Uhr nachmittags eine kurze Besprechung mit D o u m e r. Doumer hat das ihm angebotene Portefeuille des Finanzminlsiersangenomnren. Doumer war bereits zweimal Finanzminister, im Jahre 1895 im Kabinett Bourgeois, und in den Jahren 1921 und 1922 im damaligen Kabinett Briand. Im Jahre 1906 war Doumer Präsidentschaftskandi-dat und erhielt bei der Wahl des Präsidenten der Republik 361 Stimmen. Er unterlag gegen Fallieres, auf den 449 Stimmen entfielen. Doumer ist Mitglied der radikald'emokratrfchen Linken und war bis heute Vorsitzender der Finanzkommisfion des Senats. Tie Petroleumprobe. - V. W «e». 17. Dezember. Der Völkerbund sieht wieder vor einer Probe auf seine Autorität. Er hat in dem seit fünf Jahren laufenden Streit zwischen England und der Türkei um Mossul oder besser gesagt um die Petroleumfelder von Suleimäniydh den englischen Standpunkt akzeptiert. Das Vilajet Mossul soll an den Irak angeschlossen werden, dessen mandatarische Verwaltung für fünfundzwanzig Jahre von England besorgt werden soll. Ob nach diesen sünsundzwanzig Jahren das ganze Irak-, gebiet ungeteilt an die Türkei zurückfällt oder seine volle Unabhängigkeit erhält, darüber besagt die Entscheidung nichts. Sie hat aber die Erregung in der nationalistischen Türkei von neuem zu bedrohlichem Grade angesacht. Es weht wieder Kriegsluft in Kleinasien, wo die Sitnation durch den Drusenaufstand in Syrien und durch die arabischen Kämpfe um die heiligen Städte Mekka und Medina gefährlich belastet ist. Me Höllenkünste der asiatischen, europäischen, und russischen Käbinettsdiplomaten und Konzessionspolitiker wirken zusammen, um das blutige Spiel nicht enden zu lassen und immer neue Kombinationen zu ersinnen. Es ist auch bereits, um die Komplikation zu steigern, der Plan eines amerikanischen Mandates über Syrien in die Debatte geworfen worden. Daß alle diese Fragen jetzt mit quälendster Aktualität sich melden und nach Kläruyg heischen, erschwert vor allem die Tätigkeit des Völkerbundes. Er wird zunächst seinem. Spruch in der Mossulfrage. Respekt ver- , schaffen ' müssen, dann aber, sein Streben an die Ber- Hinderung eines ' neuen Krieges setzen müssen, der wegen des Streitobjektes, des Petroleums, kaum vor irgend jemand mit gereiztem Patriotismus verständlich zu machen wäre. Der Völkerbund wird sich also anstrengen müssen, durch ein brauchbares Kompromiß seinem Beschluß die Tragfähigkeit m geben und den Arigoratürken ihre schwierige Situation zu erleichtern. Damit aber greift der Rat in das-schier unerschöpfliche Faß der Intrigen der Interessenten, der gar großen und mächtigen Petroleumgesellschasten, deren Einfluß noch dadurch vergrößert wird, daß eigentlich bei ihnen die letzte Entscheidung in den Marinesragen liegt, in dm Fragen also, die heute trotz Locarno, trotze Abrüstung und Schiedsgerichtsverträgen die Politik beherrschen. Petroleum ist die Seele des russisch-japanischen Abkommens, das sich gegen Amerika'und in weiterer Hinsicht gegen England richtet, um das Petroleum kämpfen die chinesischen Söldneraenerale und vielleicht sind alle die Probleme, die sich aus dem Boden Vorderasiens entwickelt haben, nichts als Kulisscngefechte zwischen den Petroleumtrusts. ' Die internationale Wirtschastskonferenz, an deren Zustandekommen jetzt eifrig gearbeitet wirb, hat darum angesichts der in ununterbrochener Folge auftauchenden Krisen ihre ganz besßudere Bedeutung. Sie wird jedenfalls den einen Ersolg haben, das Weh und Äch in seinen Zusammenhängen darzustellen. Diese Konferenz kann allerdings nur dann gelingen, wenn sie ein Ausbau des Gedankens des . Völkerbundes ist, alle Völker, alle Arbeitenden zu Wort kommen zu lassen. Der Völkerbund ist nicht frei in seinen Entschlüssen. Er ist ein Werkzeug und seine Autorität wird nicht von seinem Willen bestimmt. Er muß^immer lavieren. Möglicherweise ist sein Plan, die Mängel und Lücken der'Wirtschaft auf ihre Gründe zu prüfen und hiezu eine internationale Expertise, vorzunehmen, aus den: Bewußtsein seiner unzulänglichen Konstruktion entstanden, die ihn den Einflüssen der nationalistischen und militaristischen Parolen^ ausliefert. Die Konferenzen von Spa bis Locarno sind nur Stückwerk geblieben und die Hinterlegung der Verträge im Genfer Archiv hat nur Wert für die Filmoperateure gehabt. Die Gehcimdiplomatie läßt sich nicht stören, so lange nicht die Männer der Arbeit, des Praktischen Lebens, der Wissenschaft das lichtscheue Gewebe prüfen. Auch die Konflikte m' Asien sind nur aus den Pfuscheraktionen der Berufsunterhändler entstanden. Man gebe alle diese Probleme einer Kommission, von Kaufleuten, Technikern und Arbeitern in die Hand und man würde staunend sehen, wie rasch sie sich lösen lassen. Die Wirtschaftseuer Kunde Arwe>5unf> am eine phorogrann s« he *u nähme unö dre herrliche i-'hotus ohne Preisaufschlag bei Ein kau unserer buIlgen Waren >m betrage von r 30 un Waienhaws 1IIIIHW IlfllWWilllW Schiffmann II. Taborstraße 48 TeiniSo * 7-r» kn gros En 5i

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