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Wiener Morgenzeitung · 1925-12-13 · Heft 2446 (13.12.1925) · p. Seite 11

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2446 (13.12.1925)
Date
1925-12-13
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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I Nr. 2440 Wien, Gvnntag Theater in der Idsefstadt. Zu Ehren der Anwesenheit Firmin G e mi er S findet heute eine Ausführung von Goldonis „Diener zweier H e r r e «* mit Hermmn und Hugo L d i m t g statt. . Rolanddübne. Heule, 7j4 Uhr. nachinltta^s, „H ä n! 11 u n b G r e t e l". Morgen. 8 Nhr abeids, zum ersten Male, »Der Mustergatte", Schwank von Avery Hopwood. Lusttpieliheater. Samstag den 19.d. wird, neueinstudiert. b'e amerikanische Komödie „T r t l b n" gege en. Theater ander Wien. Am 18, 1». und 20. d. stu en drei Festvorsteltunaen anläßl ch der 300. Aufstivruna der Opeiette .D e r O r l o w" statt Am 8t. d . Vs.li Uh> abe»dS, stndet eine Akademie unter der Devise »F ü r d i ch ..." im Reiche dev OrUw statt- Das Aktionsprogramm des Deutschen BolkStheaters. Als nächste Novität koinmi das Lustspiel „Groß-Reinemachen" lSPrtncleaning) von F. L o w S d a n'e mit v a j j c t m a n n. das in London über 209 Mal gegeben wurde, zur deutschen Uraufführung. Nach e ner Neueinstudierung von Shaws „Die hellt ge Johanna" folgt die Erstausführung von Georg Kaisers ,Ler mutige Seefahrer", dann dir Uraufführung von Karl Schönherrs „Der Arm? ndoktor" mit Arnold Korfs. Zur Feier von E u l e n b e r g s 60. Geburtstag wird ein Werk oez Dichters vorbereitet. Am 1. Februar beginnt das Gastspiel des Ehrenmitgliedes 2r. Rudolf Tyrolt. Er ipi"lt n. a. in dem Volksstück „D ie Ucberzä hltgen" von Langkammmer-Nordmann. Alexander Mo'is,., ,d.r nn^er für eine längere Zeit in der» Verband dieser Bühne tritt, wird diesmal in vier neuen Rollen zu sehen sein: in Shakespeares „Timon von Athen", in Romain RoUands „Spiel von Liebe nnd Tod", in N. I ewi einows Komödie „D i e H a u p t s^a ch e" und in P' r o n b c 11 o § „H e i nrich der Vierte". Tie Untcrhaltungs.'iteratur wird durch die Mebererössrmirg des Modernen Theaters Die Verhandlungen bMtich der Uebernahme des Modernen Theaters durch Direktor Körner sind nunmehr zum Abschluß gekommen. Die Konzession wurde bereits eingereicht und wird durch den Direktorenveroand und Bühnenverein unterstützt. Die administrative Leitung wird Herr Richard L u d w i g. der bisherige Kompagnon des Hcrrn Direktor Robert Blum, übernehmen. Direktor Blum ist aus der Direktion ausgetreten mtd wurde von der neuen Direktion als Regisseur und Dramaturg verpflichtet. Die Eröffnung ist kür Ende Dezember geplant. Zur Anführung gelangt Leonid Andrejews „Der, der die Ohrfeigen kriegt". In weiterer Folge sind geplant: „Die letzte Nacht" von James Barcley und „Sensation" von John Galsworthy. , Ronacher-Oprrettentheater. Nach langen Bemühungen ist es Direktor Miksa Preger gelungen, das Etablissement Ronacher in ein Operettentheater umzugestalten. Wie wir bereits berichtet haben, wurden für diese neue Operettenbühne erstklassige Kunstkräfte engagiert. Für die Mittwoch den 23. d. unter persönlicher Leitung des Komponisten statisindende Erstaufführung der Gilbertschen Operette ,Zas Spiel um die Liebe", deren Beginn für 7 Uhr festgesetzt wurde, können Vormerkungen für Logen und Sitze im Sekretariat des Theaters, 1. Bez., Himinelpfortgasse 25, bereits vorgenommen werden. Der allgemeine Kartenverkauf beginn* am 17 d. an den Tageskassen im Ronachergebäude, im Basar. 1. Bez., Rotenturmstraße, sowie in sämtlichen Kartenburerus. Das Apollotheater wird unter der Divektion Viktor Eckhard t am 19. d. mit der Revue „Apollo? Nur Apollo" von Fritz Grünbaum und Willi Sterk. Texte von Beda, Musik von Robert Kätscher, eröffnet. Weihnachten-Premiere im Zirkus Karl Hagenbkck! Am 25. d. eröffnet der Zirkus Karl Lagenbeck wieder feine Wiener Saison mit einem einzig dastehenden Programm, welches alles das umfaßt, was ein moderner Zirkus nur bieten kann. Hervorragende Pferdeuni) Raubtierdressuren sowie Produktionen von internationalen Artisten und Clowns werden den Abend füllen und das Wiener Publikum wird wieder seine Lieblinge (die beiden Pewletti. Zoll, Gebrüder Bronetts ufw.) in der Manege begrüßen können. Skandal ln der Berliner Staatsoper. Bei der Generalprobe der Oper „Wozzek" von Alban Berg ist es, wie aus Berlin gemeldet wird, in der Berliner Staatsoper zu Skanoalszenen gekommen, wie sie bisher im staatlichen Opernhause noch nie beobachtet wurden. Nach, dem dritten Akt wurde dem Beifallklatschen eines Teiles der Zuschauer heftiges Zischen und Pfeifen eines andere« Teiles entaegenAesctzt. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen, so daß schließlich der Hausinspmor unter Berufung aus .sein Hausrecht die Streuenden aus dem Theater hinausweisen ließ. Jüdische Schriftsteller im neuen Rußland. Im neuen Rußland der Sowfets ist eine Anzahl jüdisches Schriftsteller mit Werken hervorgetreten, die selbst nach europäischem Matz gemessen, den echten Künstler verraten. Einer der bedeutendsten jungrussischen Erzähler ist Jakob Babel, dessen Erzählungen aus dem Leben ver Juden in Südrußland allgemeines Aussehen erregen. Die russische Kritik, auch die ernste und unavjüdischen Leals Schalom . „ , . , Erzählungsstosf hat Babel auch das Leben in der Roten Armee novellistisch behandelt. Babels Kriegsgeschichten erinnern, wie die Kritik hervorhebt, stark an Gogols „Taras Bulba". Selbst Gorkij bezeichnet Babel als einen der talentiertesten, modernen russischen Schriftsteller. Lenins Schriften über dir Judensrage. Wie aus Charkow berichtet wird, Hai das Hauptbureau der „Jvwfekzia" beschlossen, sämtliche ptmn und Aus-sätze, die Wladimir Lenin über die Judensrage gehalten hat, beziehungsweise veröffentlicht hat, in einem Sammelibuch in jüdischer Sprache herauszugeben. Die Hauptsache. Der Dramatiker Georg Kaiser wurde während der Einstudierung eines seiner Stücke an einem Provurztheater fortwährend angefragt, ob er mit Strichen nnd Aenderungen einverstanden sei. Kaiser der gern ie.ne Ruhe hat, antwortete schließlich telegraphisch: Mit allen Aenderungen emverstanden., Hauptsache, daß Titel bleibt!" Wr Herbert Eulenberg. Am 25. Jänner 1926 wird Herbert Eulenberg 60 Jahre alt. Geryart Haupt mann, Thomas Mann Hans P f i tz n e r und Richard Strauß erlaffen einen Ausruf,, in dem es heißt: „Zu Ehren dieses Tages haben sich die Unterzeichneten zusammengezchlosien. um ihm den Dank für sein Schaffen auSzuvrücken. Sie wollen durch diesen Aufruf die deutsche Leserwelt auf einen ihrer Besten Hinweisen und auch die deutjchen Bühnen auf das Eyrenjahr des Bühnendichters aufmerksam machen. Möge diese Anerkennung dazu beitragen, daß Herbert Eulenberg an seinem Lebensnachmittag sich ganz den Musen widmen kann." — Eulenberg gehört zu jenen uichtsüdischen Schriftstellern, welche ein tiefes und -liebevolles Verständnis für jüdische Wesenheit haben, insbesondere für ost- Mdische Kultur, Wiener Morgenzeitung 13. Dezm>kk 1825 Seife 11 €kt$ schönste Weihmuhis 9 Kamelhaar- Laschen mii Filz und ff" 50 mii filz und ff» 50 terUdersohle AU— jssen 39-4 1 **&*?!ßis1 äiß® 12 (Sft- A«l »A enprümpftO^ s re 2 48 ik, I Zfiittp&le xuid IPo&iv&T'sci'tidt WienM, 9ftariahilfe?slra$se4t Aus der Werkstatt der Luchem Große Discht Rattonalbiographie mit mehr ols 8W LebeuSbeschreibungen namhafter jiidischer Männer und Krauen aller Zeiten nnd Länder. Ein Nachschlagewerk für das jüdische Volk und dessen Freunde von S. Wininger. 1. Band Abarbanel —Ezobi. Druck Orient", Cgernowitz. ES war von vornherein ein schivierlgeS Unterfangen, ein solcher Werk zu schreiben. Man bedenke, daß der Autor jüdische Dichter, Schriftsteller, Künstler, Musiker, Schauspieler, Erfinder nnd Entdecker, Flnanzlente und Wissenschaftler verschiedener Zeitepochen, verschiedener Länder und verschiedener Sprachen in einem großangelegten Werke ver Vergessenheit zu entreißen suchte. Die Liebe zu seinem BolkStnm gab ihm den Mut, die Ausdauer und den Fleiß, ein so unendlich großes Material in verhältnismäßig kurzer Zeit zu bswältigen. Im Jahre 1907 begann er die Arbeit und hat sie nach einer Unterbrechung während der Kriegsjcchre im Jahre 1926 fertig gebracht. Neben dem wissenschaftlichen Wert ' dieses Werkes möchten wir ganz besonders seinen erzieherischen betonen. Man wird auf die Leistungen des jüdischen Volkes stolz, wenn man Winingers Rationalüiographie liest. Ganz besonders wird , die Jugend in den westeuropäischen Andern, wo die Assimilation noch blüht, durch die Lektüre dieses Werkes dem Judentum nähergobracht worden. ES tut sich dem Leser eine neue Welt auf und er beginnt zu begreifen, wnS brr jüdische Genius im Saufe der Jahrtausende ftr die Mewsckcheit geleistet hat. ES gibt wirklich keinen WissenschaftSAveig, an dem die Juden nicht heworragenden Anteil genommen hätten. Machen wir einen Abstecher in die arabische Literatur, finden wir dort unsere Wortführer in Maimonides und Jchnda-Halevi. in der griechischen Literatur finden wir JossphuS Flavins, Philo Judaicus und die Apostel, in der lateinischen die Traktate Spinozas, in der italienischen die Werke Lombrosos, in der deutschen die Lyrik Heines, in der englischen die Romane DisraeliS, in der franMchen das philosophische System Bergsons, in der dänischen die Shakespeare- Studien von Georg Brandes, in der holländischen die Dramen Heyermans, in der rumänischen die Werke Güsters. Tiktius und Ronetti Romans. Man könnte noch die Literaturen aller übrigen Völker erwähnen und man würde überall Repräsentanten des jüdischen Volkes finden. Will man von hervorragenden jüdischen Aerzten etwas erfahren, von hervorragenden jüdischen Staatsmännern und Politikern, von Malern und Bildhauern, von Archi-! tekten nnd ToMHlern, dann muß man unbedingt das WeÄ ' Winingers zu Hilfe irchmen. Der Verfasser hat auch nach wissenschaftlichen Methoden geatbeitet, bei jcküer Biographie Quellen angegeben, und auch sin . überaus großes Quellenmaterial verwendet, deynoch nimmt er ffir . sich kein anderes VerdieH in Anspruch, „als Zerstreutes gesammelt, Vergessenes anfgefrischt und die bedeutenden jüdischen Männer und Frauen aller Zeiten und Lander in einem Werke vereinigt zu haben". Und hierin liegt vielleicht das große Verdienst des Autors. Er hat keine selbständigen Forschungen angestellt, vielmcht all das gesammelt, was weit und breit zerstreut und dem jüdischen PMIum unzugänglich war. Das ist sicherlich ein Verdienst und muß auch vom literarischen Standpunkt ganz * besonders gewertet werben. Gewiß wird der strenge Kritiker mancheauSzufetzen haben, manchen Fehler finden, allein kein Menschenleben würde ausreichen, um selbständige Studien anzustellen und ein solches Monurnentalweck Mischen Geistes zu schassen. Laien nnd Gebildete werden an diesem Werke Interesse finden, werden sich an der Größe deS Mischen Geistes erbauen. Nicht unerwähnt soll noch die Tatsache bleiben, Laß der Verfalle: mit einer ganzen Reihe führender Mischer Persönlichkeiten in Verbindung stand, die ihm daS Oaellenmaterial zur Verfügung stellten. Wer auch vieles Verborgene und der Wissenschaft Unbekannte hat er dank feinem unermüdlichen Fleiß ans Tageslicht gefördert. £ In der Auswahl der Biographien war der Autor zumeist gNcklich, wenn ihm auch hie und da Fehler unterlaufen sind, wobei er Männer in sein Werk aufnchm, die es noch nicht verdienen, neben so bedeutenden Persönlichkeiten des Mischen Geistes zu figurieren. Es scheint uuS, daß der Autor sich hie und da von subjektiven Gefühlen leiten ließ, waS aber der Größe feines Werkes keinen Abbruch tun soll. ES soll noch hervorgehoben werden, baß das Erscheinerr dieses Werkes dadurch ,ermöglicht wurde, daß der Chemnitzer Fabrikant Jakob Fallenbaum die Mittel für Len ersten Band zur Verfügung stellte. Es ist zu erwarten, daß die jüdische Oefsentlichfelt eS dem Autor ermöglichen wird, die weiteren Bände zu publizieren. Von jedem Standpunkt aus gewertet, muß' dem Autor die Möglichkeit gegeben werden, dieses Monumentrlwerk zur Gänze zu pMizkereu. Es haben dar Wort Sie großen südischen Kultusgemeinden, die jüdischen Bibliotheken und die jüdischen Finanziers. Das Werk ist durch den ^Qrientverlag" (C^ernowih') zu b<^ ziehen. _ Dr. M. R. «Palästina und daS Ostjordanland." Bon Ludwig Pveiß und Paul Rohrbach. Mt 214 Tiefdrücken und A farbigen Uvachromi-uen nach Au'mahmen von Ludwig Preiß. JMuL..Hoffmann,. Stuttgart. , , Palästina ist kW n>nd schön und exotiisch. Hat den Fslsendom mit der gierten Fayenceverkl-eidung und ^den Ket-tenidam mit den ischlanksn, königlich g-Mnten Kapitalen. Und die hetjlM UNststtittene GrckbeÄirche — und noch emiicyc Gräber und Kapellen mtb Mischern rmd auch die unbedeutende" ruffilsche Kathedrale in Jerusalem. Und eine berauschende Landschaft «Ae Menschen In orientalischm Trachten an heA'igen.Statten und Klaffvmau-evn und jung-e Beduinen«' stauen mit Tonkrügen ach dem Koch an Woritschen Brunnen.^. ' Von Jerchallem nach dem Süden, vom FMndcnn nach Dranösordanien, und von der GradeWrche nach dem Norden. TchlstUiH zurück ach den Oevber^. - ' . .Ein W archrtekton>'lsch-aistheti'tschen Genusses, wenn Mch die Wandemnchroute nicht aM «glücklich gewählt-P. und schon durch die Unterbrechungen (die noch durch MlaeGame Jrrtümer oder DmM'Ü'er im Text venstärkt werderg Ginheitvichkelt «indüßt Wd fö die AnischauMeit der Do^telliuW soft illchopilsch macht. -Ist PÄWna für uitS ' m ArchitrSM, Nabur und Archäologie? — Wir lieben eS. von Norden nach Süderr und von Acht nach Olt zu wandern, Land nnd Leute, Natm rmd!>

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