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Wiener Morgenzeitung · 1925-12-13 · Heft 2446 (13.12.1925) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2446 (13.12.1925)
Date
1925-12-13
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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©ehe 10 Wkn, Sonntag Wiener Morgenzettung 13. Deze-inber 1928 Nr. 2446 Kunst. Mhue, Buch. „Ae Welt, in der man sich langweilt." Akademietheatcr Auguste Wilbrandt lächelt und es wird hell; sie ist bekümmert, weil uran einem'junge» Geschöpf wehe tat, ihre Stimme ist von Sorge unb Trauer belastet, und wir sind mit ihr bekümmert; sie formt mit Augenzwinkern ein spassiges Wort, und das Haus jubelt. Die lveise, heitere Königin ans dem Märchen ist diese Greisin. Und das Mer konnte ihre Anmut nicht zerstören, weil sie die einer schönen Seele ist. Alle, die in diesem Salonlustspiel mit ihr aus der Szene stehen, ziehen Gewinn. Die Mädchen sind liebellswerter, die Damen harmonischer, die Männer galanter. Die Meisterin bringt ihr eigenes Rampenlicht mit. Es! hilft dem Autor, dem Spielleiter, bezaubert die Akteure, das Publikum und ist fiir alle, die das Glück habet:, um sie versammelt zu sein, ein Licht des Himmels. Dieses alle Lustspiel von Pailleron hat Qualitäten, von denen mehr als ein Schock späterer Stücke leben. Man müßte es freilich „aus der Zeit" inszenieren, dürste es nicht, wie dies leider geschah, zu erneuern trachten, mit Shimmy, neuesten Toiletten und scheußlich modischer Bühneneinrichtung (dieser „Wintergarten!) Heransputzen wollen. Als wäre es Aufgabe der Regie, durch solche Anachronismen den Leuten beizubrmgen, wie verstaubt die Sach« ist. Der Lustspiel-Backfisch, dem Frau Wilbranüt mütterliche, Liebe schenkt, verdient sie reichlich. Frau Seidl er — jetzt schon, eine Säule des Ensembles — spielt ihren Part humorvoll und bringt es in der obligaten rührseligen Einlage zuwege, wirklich rührend zu sein. Das Klischee kriegt Leben. Ihr Liebhaber hingegen (Herr Hennings) ist ein sader Jüngling. Herzogin Auguste hätte bem Spielleiter auftragen müssen, einen tauglicheren Bräutigam beizustellen. . Aust sonst schnitten die miüvirkenden Tamm besser ab als die Herren. Entzückend aufgeräumt Frau Mayen, lustig Frau Marberg, ulkig Frau Witt, von vornehmer Zurückhaltung Frau Kallina. Herr H ä u s s e r m a n n kanr erst in Saft, als er Knüppelverfe aufsagen durste, Herr Günther gab die männliche Primadonna ganz provinzmäßig, Herr Seydelmaun einen, französischen Militär noch provinzmäßiger — aber diese Mängel bemerkten wir erst nachher, denn während des ganzen Abends, war man bei, Auguste Wilbrandt-Baudius. O. A. ,.Ar Stütze« der Nefelllchaft." Gastspiek Bassermann im Deutschen Voltstheater. Basiermamrs große Knust, das etwas verstaubte Thesenstück „Die Stützen der Gesellschaft" lebendig zu machen und ihm den Hauch einer Wirklichkeit einzublafen, die es nicht mehr besitzt, stand vor einer den Erfolg in sich selbst tragenden Aufgabe. Erspart man sich die akademische Dissertation darüber, was ein echter Schauspieler aus Ibsens mechanisierter Dramatik in die Gegenwart heröberretten kann, dann bleibt die immer wachsende Bewunderung für einen Realisten, der Ibsen seiner Mystik entkleidet und einen Alltagsmenschen auf die Beine bringt, dem bei aller mikroskopischen Entkleidung ein Zug ins Seelisch-Große anhaltet. Das Gehirn funktionierte tadellos, die Vernunft brachte ein vollendetes Mosäikbrld zustande. Die Niese schuf aus dein Herzen und nie war die Mischung von Lächeln und Träne rührender und glaubhafter als bei ihrer Lona Hessel. Wie Gehirn und Herz gegeneinander pochten (Bassermann—Niese), war ein wundervolles einziges Schauspiel — bis zum Ende, da Hirn und Herz ineinanderschmolzen. .Wieder von neuem konnte Frau Niese als Schauspielerin größten Formats entdeckt werdet!. Auch die Episodensiguren strahlten lebendig. Es war ein festlicher Abend. Die Ovationen, die der Konsul Bernick aus der Bühne ablehnte, mußte er sich vom Publikum aus gefallen lassen. o. r. Möbelfabrik J. Spira Feine «9 MUMM«« 1—? Wohnungseinrichtungen (Ecke Karl-Schweigholer-Gasse) Hervorragend bewährt znr Bekämpsungrheumatischer, gichtischer, nervöser Schmerze« * sowie gegen Kos Dte fBirfaafl tritt KRarittclbtr eHi. Keine südliche» 9ütfccni»irfiragc*. tanan Aerzilich fobcik deUntochlrt. — Ir, allen Apathekea. TM TOM OIE WELTMARKE ~ OKlOSCHfu TßETOBN ßEGISTß MAß* Okkasionsverkauf bei jflsonjn a{^<SCPOit Parkring 20 Kleider. Kostüme Mäntel Pelze 515 Schuhhaus Vi'ien, i; Tuchiauben Nr. 16 Die schönsten Grisson-, Chevrettu-, Eidechse-, Lock-und Broiinr |WT zu staunend billigen Preisen KUNSTMÖBELFABRIK 520 JOH. GRÜNWALD'S WS l„ FleUchmarkt 17 L, Weihburggasse 11 Wohnungen, Gesdigfülokale, Cafes, Kino«, Theater, nach eigenen Entwürfen. Siels grosses, assortiertes Lager 82. Kunstauktion von Albert Kende L, Kirn nerstresse 4. 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Preis dieser Vorzugsausgabe in Leinen $ 54.-, in Seide 5 SS.— Durch Buchhandlung R. Löwit, Wien, I. Rnter.turmstrasse 22 Fleischmarkt 1, IV. Stock iß ' - 717 PELZMODENHAUS iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHi ZUM SIBIRISCHEN ZOBEL Wien, VI, Maiiahilferstrasse 101403 Kürschnermeister // ÜNur letzte Neuheiten 11 in bester Ausführung ll Gegründet 1896 Telephon Nr. 112 Oeskays Bubikopf-Haarschnitt ist Kunsi, sein Hirne - Haarfärben das Beste, seine Dauerwellen einzig IX.) Währingerstrasse Nr. 15 naiMHwu.1 ■muii»uu«auuM>iMUMu..ii.«nimimniniMmt ■ ' | I Okkasions-Verkauf! 1il\ , . j Nachmittags-, Abendkleider sowie Mantel 8 vor\ S100.— aufw. sh i R. & L. ROSENBERG, I., Graben 17 ■inuu»i>iuiiiiunii.nmiiiii<uin»<nHniuiii.iam<«nniMI „Das Kududrneft." Stadttheater. Die Exl-Truppe hat in Wien bereits ein stattliche- Stammpublikum. Nicht mit Unrecht, denn Bescheidenheit, Fleiß und Können macht die Exl-Leute sympathisch. Sie spielen Theater mit natürlichem Talent und ihr gut abgestimmtes Ensemble sorgt für buntes Leben auf der Bühne. Das jeweilige Stück ist den Exlern nur der Anlaß, ihr urwüchsiges Milieu vorznführen. DaS trafen sie neulich wieder großartig i» der Komödie des kürzlich auf tragische Weise verschiedenen Provinztheaterdirektorz Heinrich H a g i n. Zwei alte Bauern schnappen ihren um vieles jüngeren Rivalen die Mädchen weg, was mit Familienzuwachs — daher „Kiickucksnest" — heimgezal)lt wird. Zum Schlüsse geht natürlich alles gut aus. Die Exler kommen über alle Derbheiten des Dialogs mit sicherer Natürlichkeit weg. Men voran die rassige Anna E x l. Würdig zur Seite standen ihr der kernige. Ferdinand Exl, der vielseitige Köck, die Herren Pohl und Auer. Die groteske Komik der Frau Marrk erntete den Spezialapplaus des Publikums, das sich noch mehr erwärmt hätte; aber im Saale herrschte sibirische Kälte. a» s. Der hebräische Dichter IHM in Armut geftorben. Aus Moskau berichtet I. T. A.:, Der unter dem Schriststellernamen „Jehalel" bekannte hebräische Dichter Jehuda Leib Lew in ist im Alter von 81 Jahren in Kiew gestorben. Jehuda Leib Lewin schrieb schon mit 10 Jahren hebräische Gedichte, die den Beifall der damaligen Generation fanden. Er war ein hervorragender talmildischer Gelehrter, insbesondere aber ein Kenner des Sohar und der rabbinischea Mystik. Sein Hauptwerk „Kischron Ha'maasseh" erschien im Jahre 1877 in der Zeitschrift „Ha'schachar". Es enthält vier große Lehrgedichte, die Spiegelbild des damaligen Lebens der Juden in Rußland sind. Lewin übertrug einige Meisterwerke der Weltliteratur ins Hebräische. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er in tiefster Armut, , Ans dm Theatern. Burgtbeater. Morgen. l/a8 Uhr abends, „Deme-, t r i u I", hierauf „Heinrich auS Andernach". Alt nächste Novität gelangt das Schausviel »Lady W i u Herrn e r e S Fächer" von Oskar Wilde zur Aufführung. Hierauf folgt in der ersten Hälfte Jänner PirandelloS' Schau'piel „D a 8 L e - e u. das ich dir g a b* mit Frau B l e i b t r e u in der Hauptrolle. Akademielhea'er Dienstag, Ya8 Uhr abends, „Candida". In der ersten Hälfte Jänner findet die Urans-! führnng h n Hermann Lahrs «A l t w e 1 b e r > o m m er" mit Tini Senders und Georg Reimers in den Haupt-! rollen statt. An demselben Abend findet die ErfiauMmva von! Heimann B a h r s ,.D e t Selige" statt. M't.e Jänner ist > dieAuMrnng des Schauspieler „M aria O r l o w a" von Otto Zoff geplant. O p e r n t h e a t 11. Morgen, l/a8 Uhr abends, „M ad arn e B u tt e r fl y". Redoutens aal. Dienstag. */«8 Uhr abends. B all ettj komödtenr Les petits rleas - Pulcinella - Bai costumä und «Teddybär". Volksoper. Als nächste Novität gelangt Donnerstag' Millöckers „Der arme Jonathan" znr Auf-- führnng. Deutsches VolkStbeater. Der notleidend! gewordenen PenfionSanstalt der Mitglieder des Deu sche» LolkS-, theaterS widmet Direktor Inshny die morgige erste Abschiedsvorstellung . (l/4lt Uhr) seines MnstlertheaM „Der blaue Vogel". Raimund-Theater. Als nächste Novität wird das Lustspiel von Sascha G »1 try „Der Löwe und das Kätzchen* mit Arnold K o r f f vorbereitet. Im Laufe des Februar wird Max Pallenberg in dem neuen Schwank von E. F ii r st ,D t« Glatze und dar Bubikopf" ein kurzes Gastspiel absolvieren. v 026911 895169^49908

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