Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2446 (13.12.1925)
- Date
- 1925-12-13
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2979076-2981191-2981532--24930-3012525- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Beirut 1× ep/1047833
OCR text
&ti 8 Dien, SomtoH WIEDERERÖFFNUNG* ics aluonominieiten CAF£ RUTH MAYR ' iX'., Liethtenute.nstrase—Koiingasse Neu t aplkrt > .Neu adaptleit Vernehmea Famtliencaft feine HauSjuden in der Budapest er Kultusgemeinde leisteten, und die Pogrom droh ungen, die er am Schlüsse seiner Gen,er Rede an seine lieben Inden in der Heimat richtete. Ter Völkerbundrat hat den Antrag des Außer.ausschusses des englisch-jüdischen Gemeindebundes, Horthys Regierung wegen Verletzung beschworener Verträge vor ein internationales Gericht zu bringen, als begründet angesehen und festgestellt/daß die Frage deö ungarischen Numerus o<m|uS dem in 1er nationalen Gerichtshof im Haag zur Begutachtung vorzulegen sei, da offentat eine Verletzung geltenden Rechtes vorüegt. Herr Klebelsberg mußte sich nun auss Bitten verlegen und eine Abänderung des Gesetzes versprechen. Unter dieser Bedingung Hai der Völlerbundrat vorläufig von dem Zwangsmittel, dar er in Aussicht genommen hatte, a b g e f e h.e n, jedoch — anscheinend, da er weiß, mit wem er es zu ttM hat — deutlich ausgesprochen, daß die Abänderung des NumeruS-elausus-GesetzeS in kürzester Frist zu erfolgen hat. Die ungarische Regierung wird bei der nächsten Tagung des Bölkerbundrates iyr März 1926 darüber Aufklärung gehen müssen, ob sie das do'n' ihren Vertretern abgegebene Versprechest erfüllt hat.' Wenn dies nicht' der Fall sein wird, dann l e b t o e r Antrag des Foreign Committee, hinter dem die gesamte jüdische Oessentl i chks it steht, wiederauf. Herr Kledelsberg und seine Chefs haben nun zu spüren bekommen, daß ihre Lugen, auch wenn sie sich ans ihre E i d es Helfer in d et Bu da pest er Kultus g e m e i n d e berufen können, kurze Beine haben. Der Prozeß gegen das Horthy-Ungarische System ist ausgerollt und wird zu Ende geführt werden. Ungarische Stimmen. Budapest, 12. Dezember. Die Genfer Rede des Grafen Kledelsberg hat in ungarischen politischen Kreisen tiefgehende Erregung hervorgerufen. Während die rassenschiitzlerische Presse Klebels'berg, den sie noch vor kurzem beschimpfte, jetzt als aufrechten Nationalhetden feiert, erklären die liberalen Blätter, sie miißten sich ihre Kritik für die Zeit nach der Heimkehr des Ministers aus Gens Vorbehalten, um die wirtschaftlichen Verhandlungen Bethlens nicht zu stören. Bloß der Nestor der ungarischen . Publizisten, der 80jährige Algen Ratosi, fand den Mut, im „Pesti Hirtap" an leitender Stelle die Genfer Rede als das zu charakterisieren, was sie in der Tat war: eine jeden guten Glaubens entbehrende Verteidigungsrede eines Angeklagten. Rakosi sagt unter anderem: „Das Gesetz vom Numerus clausus ist mit zwei gelben Flecken behaftet, die ihm auch die Zeit nicht wegwofchen wnd. Ter eine äußert sich darin, daß wir wegen dieses Gesetzes in der ganzen Welt in den Kot gezerrt und jeden Augenblick vor ein anderes europäisches Forum zitiert werden, um uns reinzuwaschen. Der zweite gelbe Fleck besteht darin, daß wir seinerzeit dieses Gesetz mit lügenhafter Motivierung unserem Gesetzbuch emzuverleiben wagten und daß unser Kultusminister mit der Erklärung dieser Lügen das Gesetz — in Genf zu verteidigen suchte. Die Rede Klebelsbergs war eine ausgezeichnete advokatorische Leistung, aber eine eines europäischen Anterrichtsministers unwürdige Rede. Sie entbehrte der Aufrichtigkeit und des guten Glaubens. Hier in Ungarn gibt es keinen noch so hcch oder tief stehenden Menschen, der nicht wüßte, Laß dieses Gesetz gegen die Juden geschaffen wurde.. Jie AbMoniirkoufereiiz. Ein vorbereitender Ausschuß. Mts, 12. Dezember. (Wolfs.) In der heutigen offiziellen Sitzung des Dölkerbundraies wurden drei vom Minister Dr. Benesch vorgeiegte Entschließungen Ger die Vorbereitung der Abrüstungskonferenz genehmigt. Darnach sollen in dem vom Rai geschaffenen vorbereitenden Ausschüsse für die Abrüstungskonferenz sechzehn endgültig bestimmte Staaten vertreten sein» nämlich sämtliche Ratsmitglieder und außerdem Bulgarien, Finnland, Holland, Polen, Rumänien, und Jugosiawien. Außerdem wird der Rat beauftragt, die Regierungen Deutschlands, -der Vereinigten Staaten und Sowjetrußlands zu sofortiger Teilnahme an den Arbeiten des vorder:itenden Ausschusses einzuladen. Der vorbereitende Ausschuß soll das erstemal am 15. Februar 1906 in Genf zusamMentreten. Eine von Dr. Benesch dem Rate unterbreitete Entschließung . beauftragt d'.e bereits bestehende Studienkommissiori zur Vorbereitung einer internationalen Konvention über die Kontrolle der privaten Waffenherstellung mit-der Fortsetzung'dieser Arbeit und mit der Wendung eines Fragebogens an sämtliche Regierungen, der bis _Wiener MorgenzettunL Was die Menoratj jagt. - y. Ä ' e n. 13. Tezemver An diesen Lager» spricht Palästina immitteöxH zum Herzen des jüdische:: Volkes.- Ist der Zeit daS MaMbaevsefteS' wendet' sich dys Gefühl des zerstreuten Volks stärker als je dem verlorenen und wieder* gefundenen Lande zu. In jedem Haus leuchten die Chanutalichter aus. In ihrem Schein verbüßet sich heiße Erinnemng an vergangene, aber nie vergessene Mt mit der Zukunft. Eigene Tat war es die Tat eines grimmigen Volles, die den Fremden das Land entriß. Eigene Tat ist es, die uns heute das Land wieder zurüagewümt.'Mit anderen Mitteln als damals in den Tagen der Hasmonäer; aber doch wie damals geht der Ruf des-Landes an jeden jüdischen Menschen. Das Land, .das durch Beitrag eines jeden gekauft und in den Besitz der Gesamtheit überführt werden soll, ist nicht unser durch materielles Recht. Es ist unser durch das 'Recht der Geschichte, durch unser Bewußtsein, aber nicht durch unseren Willen. Es will und es nmß ganz -unser werden. Anders sind heute die Wege, anders die Verhältnisse. Das Ziel ist -das gleiche: Land und Freiheit.? * Als die HaSnwnäer das Signal zum Kamps, .gcheu, leibte das jüdisch? Voll als Sklave in (einem Land. Syrische, griechische SoNnechte hatten das Ge * biet überschwemmt. Die ganze Welt des- Mittelmeerbeckeus stand im Krieg und in Erez Israel war jode. Selbständigkeit zertreten. Zu allem Unglück ftanben zwischen den unterjochten Bauern und ihren Blutsaugrrn auch noch die Spitzel.der Fremden, denen der Verrat gut bezahlt war. Ahr Beispiel war aneisernd. Nur sich beugen vor den Fremden, mit das eigene "Gesetz, die eigene Sitte und Art aufgeben — und man Hatte' Ruhe und Ächerheit. Nur sich akbsinden mit der GewÄt der Stärkeren, mit der Macht und ihren Waffen. Täglich wurde das den Leuten gesagt» sie sollten .real denken und sich auf den Boden der gegebenen Tatsachen stellen. Ein ganz kleiner, kaum sichtbarer Verzicht aus die Chve, aus den Zusammenhang mit allem, tvas als jüdisches Wesen den von sellem Gesindel ins Land gerufenen Eindringlingen verhaßt war; ein Ablösen von den Taufenden jüdischer Männer und Jünglinge, die verschleppt und auf den Menfchenmavkten von Damaskus, von Rom und Alexandrien als Sklaven verhandelt wurden. Das Rezept, das die Wohlmeinenden, die Realpolitiker, verschrieben, war .einfach; man brauchte nicht mehr jüdiMzusein. ES war wahrscheinlich jedem freigestellt, ob er sich in dieser Wahl dafür entscheiden wollte, römisch oder ägyptisch oder mazedonisch oder parthisch zu werden. Rur nicht Misch. Das Volk warf diese Ehrlosigkeit von sich. ES starb lieber daheim; und draußen in der Ferne starben seine Kinder unter taufend Martern, und khr letzter und einziger Gedanke war das Leid ob der zertretenen Heimat. Die Stürme der Geschichte brausten über daL j Volk. In Not und Tod sah es aus die Ächter an der Menorah, dachte au feine Ehre und blieü aufrecht. Keinem Zwang der Gewalt, keiner Ueberredung konnte es gelingen, diesen Trotz und Stolz zu brechen und den großen Verzicht zu erzwingen. DaS Mische Doll überdauerte Haß und Verfolgung, weil es sich selbst treu blieb. * . Es ist die logische Fortführung dieser Geschichte, wenn dieses Voll heute das Recht fordert, das jedem gesunden Menschen, jedem gesunden Voll zusteht. ES will seine Kräfte regen UM se-m Schicksal selbst bestimmen. Es will sein Land. Der BAkevbuud hat diesen Mllen verstanden und hat die historische Verbindung zwischen dem Volk und Erez Israel als eine tvagfeste Grundlage zur Schaffung einer völlig neuen politischen Existenz anerkannt. Er hat die Verpflichtung übernommen, das in fernen ersten Anfängen bereits vorhandene Werk zu schützen. Auszuführen hat eS das .jüdische Voll se-Hst, die Gemeinschaft aller Juden. ES gibt gar nichts, was diese Pflicht aufheben oder ihren Kreiß einestgen könnte. Das jüdische Voll hat die Bekräftigung erhalten, daß die anderen Nationen den Sinn seiner Geschichte erkannt hoben und sein Streben würdigen, frei unter Freien zu sein. Andere Doller wußten Leiben und Blut opfern, um ihr Ziel zu erreichen. Dem jüdischen Volk ist es vergönnt, nachdem eS so viel seines Lebens und Mutes in der Diaspora hatte opfern müssen, die Straße zur Erlösung in Frieden zu gehen. Es muß LmL kaufen und denen geben, die.die Freiheit dort bauen wollen. Das verlangt der jüdische Natiorralsonds, dessen Boten heute den Ruf des unerlösten Landes in jedes jüdische Haus tragen,, in dem man noch von der Menorah weiß. 9li)ti Jftim - Schah. London, 12. $ejemkr. Nach einer Meldung der Agentur Reuter wurde Riza Khan zutn Schah von Persien ausgerufen. 18. Dezember 19W Nr. 9446 AfA? f/j&dfJ* W/W '*?////*** /// Las ttzrifche Mandat. Gin französischer Antrag auf Zurücklegitng. Paris, 12. Dezember. Die sozialistischen Abgeordneten Reyuaud, Gros und Boullh brachten in der Kammer den Initiativantrag ein, die französische Regierung möge mit dem Völkerbund in Verhandlungen über die Rückgabe deS syrische n M a n da t-L eintreten. Gin drittes Bombardement von Damaskus? Londou, 12. November. Nach Berichten der Matter guS Beirut erfolgte nach den beiden 'Angrffen, welche die Drusen gestern auf Damaskus unternahmen, ein Durchmarsch französischer Truppen durch das Bafa-rviertel. Mittags wurde die Stadt neuerlich beschossen. D r e i ß -i g Personen, wahrscheinlich AuMndische, wurden dabei getötet Gin britischer Panzerwagen überfallen. London, 12. Dezember. „Daily Expreß" roelfeet aus Jerusalem: Die Araber haben in der Nähe einer deutschen Kolonie britische Soldaten einer Panzerwagenbompagnie angegriffen. Die Soldaten kehrten mitternachts blutbedcckt nach dor Kaserne zurück. 9tr Jahrestag der Kroberaug 3er«!alemr. Jerusalem, 10. Dezember. (I. T. A.) Aus Anlaß der siebenten Wiederkchr des Tages des Einzuges Lord Allenbys und seiner Truppen in Jerusalem erließ der Oberkommissär von Palästina, Fel-dmavschall Lord Plumer. eine Proklamation, in der es heißt: ,Lfch hofft, daß der V. Dezember, der Tag der Befreiung Jerusalems, von jedom Bürger als ein öffentlscher Feiertag beobachtet werden wird." Im RegierungShause fand ein offizieller Empfang statt, welchem.Vertreter aller Glaubenkbekennt Nisse büwohnten. 'Die ehoüraligen jüdischen Soldaten begründeten einen Fonds zur Errichtung eines Denkmalin Tel-Awiw zum Andenken an die jüdische Legion. Dem Organisationskomitee gehören die Kapitäne Becker und I a f f e und die Herren A l p e r n, Arschatvsky und Levontin am Der Feier in der St.-George-Kathedrale wohnten der griechische und armenische Patriarch sowie angesehene mohammedanische und jüdische Bürger bei. Der Gottesdienst wurde in Vier Sprachen, Hebräisch, Arabisch» Griechisch und Armenisch gehalten. ttcIMMIbctt. In Gens. Genf, 18. Dezember. (Tel.-Komp.> Gegenüber den vielen Gerüchten, die über das Verhalten der türkischen Delegation in der MoffulHvage verbreitet worden, deröfsentlicht die türkische Delegation heute abends eine längere Erklärung, in der sie feststellt, daß ihr bisher kein amtlicher Bermittlungsvorschlog gemacht worden sei. Die tückische Delegation zählt sodann noch einmal alle von ihr gemachten Borschläge aus, angefangen von dem Vorschlag aus V o l k L a b st i m m u n g. Sie habe sich auch bereit eMart, die Gegend von D i a U (1m Ädosten von Mossul> an den Irak abzutreten, die einzige Gegend, die von der UntevsuchungSkommission als sür den Irak unentbehrlich bezeichnet wurde. Weiterhat sie den Abschluß eine- Sicherheit-Pakte- und einer Zoll- und Handelskonvention angeboten und schließlich den bisher niemals öffentlich bekanntgegebenert Vorschlag der Entmili 1 arisierung des GebietesvonDiala gemacht und sich außerdem bereit erklärt, jeden anderen vernünftigen Vorschlag, der ihr ge- Mchi loürde, zu prüfen. , In Mofful. PartS, IS. Dezember. Wie Information aus Gens meldet, wurde in Bölkerbundkrrisen mitgeteilt, daß die Türkei gegenwärtig 50.000 Mann an der Grenze1 von Mossul zusammengezogen habe, wahrend die Gesamtzahl der britischen Truppen in dieser Gegend mit Einschluß der Flieger nur 6000 Mann betrage. Die Armee des Irak sei allerdings 25.000 Mann stark, doch besitzen diese Truppen nur geringen mitlitärischen Wert. zum 1. Juni IM beantwortet werden soll. * Beachten Sie unsere sensationellen II4aWt«fjeWli"" " " ' *»•!•%»**! j 1 52 70419045393^