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Wiener Morgenzeitung · 1925-12-12 · Heft 2445 (12.12.1925) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2445 (12.12.1925)
Date
1925-12-12
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Öhf. Wb Glen, ©Omi >1 ■ 1.. ..~r... -- ein Selbflmord. Hypnose. Wetlomel Zum Verschwinden der Sängerin Jurjewslaja. Aus Berlin.wird berichtet: In der Angelegenheit der Sängerin Jürjewskaja ist heilte eine interessante Wendung eingetreten. Einzelne Berliner Zeitungsredaktionen erhielten nachmittags einen anonymen Brief, dessen Schreiberin, die sich als beste Freundin der Iurjewskaja bezeichnet, die Miteilung macht, der Berliner Psychotherapeut Professor Otto Otto habe die Jurjewskaja völlig unter seinen Einfluß gebracht; er sei der einzige Mensch, der in der Lage wäre, über alles Auskunft zu geben und wisse ebensogut wie die Briefschreiberin, daß Frau Jurjewskaja n icht to t sei; er kenne auch den A u senthalt der Verschwundenen. Tieser anonyme Brief wurde dem Gatten der Sängerin vorgelegt, der jedoch angeblich jede Auskunft verweigerte. Auch Professor Otto nahm Einsicht in den Brief, erklärte aber, es sei ihm bei dem heiklen Charakter der Angelegenheit nichtmöglich, sich zu äußern. Zur Frage, ob die Jnrjewskaja lebt, könne er sich ebenso wenig äußern. Es bestätigt sich übrigens, daß Frau Jnrjewskaja fast täglich den Psychotherapeuten Otto ausgesucht hat und dabei stets von einer Dame begleitet war, die sie als ihre intimste Freundin bezeichnete. Die Tatsache, daß. sie vor ihrer Abreise ihre sämtlichen Ringe, auch den Ehering ahlegte und in einem besonderen Kästchen verwahrte, wird dahin ausgelegt, daß sie an ihrem Schmuck nicht erkannt werden wollte. *' Inzwischen sind in der Schweiz die Nachforschungen nach der Leiche der Sängerin eingestellt worden. Cs entsteht nun die Frage: Liegt hier ein Reklametrick oder ein Verbrechen vor? Wien, 12. De/Mlber. * Tauwetter. GcfteM v-ornni-tags stand d'e Ou-edFiT'ier* füiivc noch -unter Null. Gasten Mittag die T-emuperotnr rap^d ans P'.us 6 Grcd, so daß es?-u tauen lbagaam. Der iei'tcpnorene Dchnor verw-anldeire sich tai'd in oineu sckimuhiggva^uen Brei. Aus giu; M'ttcileurripa wird chonl'alls Taü- WettergeEdet. Die Borautisege für heute lautet: Weitere T e in v e r -a t u> r z u u a k> m e vermldeviiche BÄvö.Huug, MedenschÄ.A nicht Wsstchchllosse-n. * Warnung. Das. Pui-clstulacmit .in Wien schreibt uns: Dmr mehreren Seiten w'.arde dem Pal'ästineamte Mil!f-stc>Tt, daß Pc-rionen unter Verubung auis das Pälcstmaam-i in Priv-atwchn-wngen wogen Zutevüu-na den Ki'e'kt»ungMickcn an» göbüch für Cibalnisim vorchroch-en. Das Palösti noamt fieib-t s>!^ daher veranlaßt, sthintstellm, daß es n'-cmande-n bovollmLchti'igit hat, deM Mtionen durch'M!i'k,ren. Ta es sich hickbej um '-argen Mkßtranch hznde>It, wird erfocht, eM'alge Auskveispcvp-ieve, die vonr Paläist>'naamt herrührcn sollen, oinzu^ühen und sie dom Pa'lWnaamt (1. Bez., Danernmark-t 24. Tel. 03-1-27) jjut VeiriiÜMig zu stellen. * Geh' nicht am Glück vorbei! Innerhevb der 'lehren Zwei Jahre wuckee die KtassmlöttevieprEmie zweimal nach- - -einander, und Mar auf Nr. 13.167 (9.' Lütte nie), aÄs Nr. 28 618 " (10. Lot-tovie) von Kundon der .Mückki'telle" Iri'etf Stein ^'-Wonnen und eibonso Meima-l d:r größte HarHtirafser ans Nr. 42.621 (9 Lotterie) -und einif Nr. 66.M6 (12. Lotterie). In -gleicher Zeit wurden vieie HaupttreOfer von einer Wxn Mvlliarde, 466 Millionen M Milliieinen, 200 Millionen, 160 Millllionen nlsw. von Kunden dar „Olückkistelle" gewonnen. Niemand dcchänme, bei. der „Gllückrislelle" Icjsrif K i c i n, Wien, 1. Dez., Wiippimgrustraße 21. an der .H-chrn Bvücke", sich s>in Klassenlos shastens zu bchonM. Man beachte das hmiige Iniserat dieser Firma. ' - . * Besetzung von israelitischen RellgionsleHrerstellkn. Der Wiener SralxiMa-t hat M-ern airis Antrag des st'dt'ische.n Pers-cinal-rchermien S.adtrat Speifier, die sMmD-erten iisraelitiischen Ne>li>gionslehr erstellen besetzt. Es wurden fügende Bewerber berüclsichti^t: Wilhelm Steiner, Knaibenb urigerschuile, Schücanl'n'gcngassr 4; Marlkus Pick, Kma^nbuMrschule. Mein-traulit-engasse 13: L-eepold Weiß, KnalboMvgerschmle, Dterneckplatz 1; Iubius Springer. Midch-enibiiMrschu>le, Kleine SM'iMe 2 a; GotHhvd A n ts che r l, Mcdchembürgerlschwi-e. HrüchaEnigasse 7; Wi!.!he».n Toch. M'dchenb-ürgerischW'e, Obere AtMrtenstmße 38: Charlotte Schreiber, M-ocheniliiüraeMmle, C^rmwMtz 3; Moritz Figdor, Mc'dchenibümerl'chulle, W.''l.Mng-SkhmN,il-Gasse 1; Ursel Reiß, Kna>benvo(>kklschuile, Keine Spev'galle 2a; QM Prosch n i k, Knelte'Nloo'.lkLi'chnle, Leopeidsflasse g; IM Keller m a n n, KnaibenvolikelschivI«, Schönngasse 2; Erna Haber. M'dchenvoiiksfchu'le, Lorpoldsgasse 3; Johanna FeLsn er. Mädch.etwcEchul.e, Feu-Machgasse 1; IM Pick, KnMn>bnr>syerischu!ie. Standingerigkr-sse 6. * Del-Ka Tom wisch nee schuhe, neneistes Mdell ,Mimpassing" S. 17.70. „Tretorn" Gvünstempel S. 21.60, Rolstonvpol S. 26.50. Si-che Inserat Seite 7. * Wieder ein Soldatenselbftmord. Der Gefreite Viktor Mevtin ger des Rad>sahvba'taillans-Nr. 2, der am 8. d. mit Bergistml'Berische.iNlUn.st.en in das All,gemeine Krankenhans -gebracht wurde, ilst dort am 9. d. v arisch i ede n, chue das Bowllßtfei-u wieder erlangt zu ba'b-on. Die vom WackiiMoltor der Artillerie dnrchgeMrten Erlhc«brmgön hatM ergeben, daß es sich mr>g«licheritre,st um eine. n-nibedachte zu große Morphi-umeinnahme handeln könnte, da wvder in dienstlicher noch in privater Hinsicht Grnnde gcinnden wurden, die einen S-Eistmord des als leibe-nsifvrih und diensteilsrig ge-schildorten Gchreitm Mertlinger Mären kannten. * lllafsinierter Zollbetvltg. Aus Budapeist, wird u.ns berichtet: De Zolliochördcn sind einem, großangel-ogten. Schmuggel mit Dam-enkieidern a-uis die Spur Mkonimen. Eine der größden Wiener DeM'cinI'chnMer-iirmm hatte vor wdftemi Monaien einigen Budapest er Firmen die Liderung eosW.-assiger Damentoiil-et-tm ani^eboten, die zollisroi nach Ungarn gebracht werden könnten. Die Wiener Fr-ma engagierte mchrere elegante Fra-neu, die wiederlhÄt, nach Budapest reisten und jedesmal acht bis zehn Damenkleider nach Ungarn schmWgolteii. Die billigen Preiise, zu -denen di-eise rolll'rci eingasichrten' Kleider v-Mml)t wurden, fielen ans . und der Land:AMrla-nid de,x nngavilschou DemenTcidevnmcher orstat-tote die Anzeige. Die Polizei hat bisher fünf Budap:ster Firmen fe.stgeistellt. die in die Schmnsigelaffäre verwickolt sinh. Der dem ungarischen Staat durch den Entg-ang der Verzollung Kr die in den letzten Monaden güschminggewen Kleider büiöust sich ans mcll;,r aj| s -ft n.f M iiliarden K r -o n e n.' * TumnlWneu bei einer Arbeitslosenversamvtlung. Gestern vormittags haste in der BÄtshalle eine allgonrelne AvbeitsirisenvechemMnna tagen sollen/die von ntcttrprein syndMWthen und radikaien Vereinen, darunter vom Bund hcriischaistsl-iser Scstalisten, ei>u!-'eru>scn tv-ordcn war. Koniinrn- Niist-iische Rogner dicisvr taaritaLMmi, die dem Branchm- Wlener Movaenßeiiung 12.-Deze.mber 19>2ü 'Deik» 7 fcimit-ce anigeisor!en, fanden sich in der Bechamimilun>g ei'.n -nud erhoben Prmast gegeir de R-eiler-enten der anderen Partei. Tie Gegner verhiitdortön gegenseitig die Redn-er am Sprechen -und sticßert sie vonr P^j>in-in herab. Ais der Tiuiumst in ein Hand« gaurrnge an kartete, drang Wache in den Saal ein n-nd räll-rirte die Halle. * Wieder eine tödliche Leuchtgasvergiftung. Der 21i<>hrigc la-udwir-t!ichcrstl.ichL Gleve Grrvst F «is cher nnrde gestern miit-iags von seinen An-gchöri>gen in der mit Lori-chtgas er,füllten Wchnung in der Eniünbergevstiraß-e bei geöin'estm GaÜ'/hn l-ci^'os auigeisunden. Der junge Ma>un war ech vorgestern ans Dänemauk Mm Bchuche seiner Atem nach Wen gükrmm>en. Er hatte stch, von der R-eii'e ern'.noet, Mt-:g zu Bett gdlrgt und dürste den Halhir des GaSc^ns.ülberv ceht hm'on, so daß Gas MsströrM-e, ohne daß der Qsc-n bvannte. — Das schivne Leüchiigas>ung.!ück in Ottakring, das MÄ Todescst'er geisxdevt hat. ist NMMchr aui'lgeklävt. Die Bruchstelle iist gci'iunden. T«r Bruch des Straßenv-chres wurde cl'senlsichtbich durch eine Eroe risch ü tterunn hevoeigejMrt, deren Wirkung Ms das rrut ein-cn AbMlgrungen starr devbnndene Rehr unter dem Gm- >lnß -des Frostes besonders stair! war. * Das Hans des Jüdischen Klubö in Riga. Am letzten Sonntag er.'e<M in Niga^ wie I. T. A. moder/ -die Einweisung des n-ou er'canten .haulses des Iii'diischen Ki-ubs., DaS GclbM.de, wolcheS eines der prächtigsten Hänf-er der lettläaMchen Ha-upustadt ist, soll Ku>lturell<n Zweckm -der jüdiischon Bevö-Aevuwg Lettlands -dienen. * Ein Denkmal Don Quichottes. Parts-er Matter melden aus Madrid, daß in der Gcanei-Nde Tobüso ein Teniilm-cvl Don Ou'ichottes anf der N-.'tsinan-te, Mei Metsr hoch, und ein DerAinaL Sancho Patt'as ,-»uis dorn Gel Ruoio. 28 Meter hoch, in der Cbon-e von Manchia errichtet tvevden soll. Die Denkmäler sollen binnen lsisb-en Iri'/ren mit einem Aul/wand von 40 Mirl- I'wnen Pcsttas an!>«cHaut werden/ Der Dichter Don Quichottes, M'i.Wel de Cervantes y Seiavedva, .1547 ge'bvren, 1616 an Wassersucht in Eter Nvt gestovben. Abmtenrer, Krieger urtz Fran-iskailer-La-'en-bMch'er, Dichter tlnMi-'iger G-cd'cbie, Dva-men -und dicker Prdsä, «h-a-1 in seine-'n Ton Quichotte einen mer-kivüldigm He>'den g^cbeiien. der Mellt>b>eri'!k'im!lb:st erlang: hii. tr-otdonl er Kr Ki-nber und Dumme vevlvassert wurde. Das Origlni-'i al'-cr ist voll -ti-öser Wc-ishÄt -und Ironie - und vcrdieitt ein Denüntal, das nicht ihoch genug sein kann. Radioprogramm. Heute Samstag den 12. Dezember. 16 Uhr 10 Min.: Nachmittagskonzerl. '^lrwstkmde: K nzeivämeun 'o.mtba rr a n d — 18 Uhr r D-e dtMsche Hauobücheiet des Bunderm'Mer umtür Unlknickl. Ministerialviite eklerär Dr. He>nz «wde mann - 18 Ukr 40 Min. r Tie Novelle des Boccacc-o <21. Dezenber Itt7hf-Giovwn Boccaccio). - Ein ei ende Wörter Dr. Ha»8 Nüchtern. 10 Uhr r Overet'enauMrung. Die Zigeunerbebe. Overetie von Franz Letar. Mitwirken e: Rari Tuchl. Erich Zeißl, Ernst Arnold. Siegfried Ad'er, Otto vanger, He>nrich Pirk, Gre-e Holm.- Bally Ernst. Elly Kreith, Bt tor'a P hl- Merrer, WiNielm S'ch-c> Lskar Clbinaen. — Spielleitunir r P ktor Fl rnn:>"g. Di-igent: Robert Kurnrann. — 22 Uhr r Heitere Abrndmusik. Vereine. BorttSge nnd Versammlnngen. Jsraek-itifcher -llnte-rstützungSverein West-- end. Heute, viertel 8 Uhr abends, im BereinÄokal, .6. Bez., Millergasse 43, Chanukafest mit reichhaltigem Programm. — A: o n r st i s ch e S e k t j o n P x d t e r. Leute, hglb 8 Uhr aberchs, lin Sektionshrim, 2. Be;., Iunoftraße 8, Ehanukrseier. — Zionistische Sektion Zwrschenbrücken. Heute, halb 8 Übr abends, in M-mrs Saal, 20 Be;., Dresdnerstraße 51, Makcabäerfeier mit Ooerkairtor Frankel samt Chor. Regie-; karten an der Abendkasse. — Franengruppe bß.t. Zioylst i s ch e n B e z i r k s s e k t i o n 9. Morgen Sonntag, 3 Uhr Nach-: mittags, im Bereinsheim, 8. Bez., Bmncplatz 1, Lhanmäkindersestr mit reichhaltigem Programm. — Zionistische Kulturruppe Bri-gittenau, 20. Be;., Karl-Melßl-Straße 6. ente, halb 5 Uhr, Vortrag Herr Adolf Pollak, Sekretär des eren-KajemetL-l'Israel-Hauvtbureaus in Jerusalem: „Der Aufbau von Palästina". Gäste willkommen! Nachher letzte Besprechung hetreM der Chanukaaktion. Alle Mitglie-der haben unbedingt Zu erscheinen. Morgen, - halb 6 Uhr abends, interne - %i*U _ tCV? 0 .£S v A J( g ty* .1 irowengasse öd) um iu vormittags Kiuöerchanukaferer. Gäste willkommen! — Maimonidesinstitut, 3. Hetzgasse 40/ Heute Rabbiner Dr. A. - K a m i n k-a: ,Aer MaMäerstaat in feiner geschichtlichen Be- , deutung". — Jüdischer Frauenverein Landstraße (Präsidentin Frau Erna Schwan-Hilter). Heute, halb 8 Uhr aoen-ds, im großen Festsaale des Hotels Continental, «Hier Familienabend. Auf ein reichhaltiges Mädemieprogrrmm folgt eine Tanzuntechaltnng. Die Freunde nnd Gönner des Vereins werden gebeten, die Veranstaltung, recht zahlreich zu besuchen. — E l t e r n b u wo ' M e n o r a h. Heute, halb 9 Ubr abends, Chanukafeier mit reichhaltigem Programm. — Jugendv-erein Erez Israel. Zugunsten des Indischen Nationalfouds - Chanukaseler mit anschließendem Tanz, heute, 7 Uhr abends, im Saale des Wiener Brirgercafe, 2. Be;., Praterstraße 11. Die Mitglieder werden ersuch^ sich zwischen halb 7 und dreiviertel 7, Uhr abends im Wiener Bürgercafe zwecks Karteiwerrechnung einznstnven. — Indische Dolksbiblioteh Zion, 2. Bez., Blumauergasse 30. Die Bibliothek ist dreimal, wöchentlich geöffnet: Dienstag und Donnerstag von 6' bis 8' Ubr abends, Sonntag von halb 11 bis halb 1 Uhr vormittags. Der -Lesesaal ist gcheizt nnd täglich von 3 bis 10 Uhr geöffnet. Es liegen die meisten nnd wichtigsten jüdischen Zeitungen ans sowie einige Wiener Taaesleitnngen. — Wiener Beth-HaMidrasch, 2. Bez., Ferdinandstraße 23. 3 Uhr nachmittags: Bkbelvortrag des Herrn Lektors Dr. S. Rubin. — Verein österreich izcher Chemiker. Heute, 6 Uhr abends, im Hörsaal für Chemie an der Technischen Hochschule, Wien. 4. Bez., Karlsplatz 13/ Bolwersammlung. Vortraa Hofrat Dr. F. Arlt: „Die Patentaesetznovelle 1925". — Loynbeehalle, Wien, 20 Bez., Drnisosse 83. 7 Uhr abends, Konzert. Klaviervirtuosm Fräulein Rene ärtner, Vlolinvortrag Frau Grete Strauß, Fräulein Mottle ammerschlag. Konzertsängerin Fräulein Hcdda Walde, Gesang Herr Otto Henk. * . . . Ehanukaakadernie der Schüler des Jüdischen Nealgynniasiums, 2. Be;., CastellLMsse 35. Am 17. d., 6 Uhr abends, veranstalten die Somler des Jüoi'schen Realgymnasiums im Tbratersaale des Hotel Post eine große, öffentlich zugängliche Chanukaakademie zugunsten ihrer Schule. Zur Aufführung gelangt nach dem Lichtanzünven unter anderem ein heorälsches Theaterstück nach Scholem Alejchem (bearbeitet von.Profi Jona Gelernter) und ein Föitspiel von Dr. Marta Hofmann. Dazu, muiikalliche Darbietungen und hebräische Lieber, alles von Schülern der Anstalt ausgefichrt. Es ist das erste Mal, daß sich die Schülerschaft vereinigt, um ihr Bestes vor der gesamten Oefsentlichkeit zu bieten zn dem Zwecke, ihrer Anstalt ein möglichst namhaftes Reinerträgnis zuMuden zu können. Die Schüleychast wendet.sich an die gesamte zionistifche Oesientlickkeit, ihr dabei nach Ärästen behilflich zu sein. Karten ß Prei;e vyn 2 Schilling.in den Buchhandlungen Lpwit, 1. Bez:, inturmstrllße; Bücherstube Nach.unk) Präger, Wien, 2. Bez., Laborstraße 20 a, und Buchhandlung Hermann Luchlter, 2. Bez., Laborstraße 52, JkunenJcJmQ&sckuhe mtmssiNi ,TRETORN"Sä;|S Kunst, Mne, Buch Goldmark-Abend in der Wiener Urania. Anläßlich der Grabdenkmalenthüllung fand in der Wiener Urania Donnerstag den 10. d. eine Goldmark-Feier statt, welche sich durch ein besonders wertvolles Programm auszeichnete. Die einleitenden Worte sprach der Musikschriftsteller Ernst Decsey. Die große Sakuntala-Ouvertüre und die Phantasie aus der Oper „Das Heimchen am Herd" wurden vom Urania-Orchester ausgeführt. Frua Lucie Weidt von der Statsoper und Opernsänger Ernst Fischer sangen Lieder und Opernarien Goldmarks. Ferner kamen die Streichsuite und das E-Moll-Klaviertrio durch Professor Karl La fite (Klavier), Hugo Gottesmann (Geige) und Richard K r o t s ch a k (Cello) zur Anführung. Das Urania- Orchester wurde vom bekannten Kapellmeister Josef Mayer- Ai chhorn geleitet. „FosevNne." Raimund-Theaier. — Gastspiel Leopoldine Konstantin. Das witzige, bunt schillernde, ulkig dramatisierte Feuil- "leton Hermann Bahrs über Napoleon und Josephine sah man mit-Vergnügen wieder. Es wird darin heiler riachgewieseri, daß nicht Tatendurst noch Ehrgeiz Napoleon Bcnaparte zum ersten Mann feiner Nation machten, sondern Liebesraserei. Die unbedeutende, kokette, mit zwanzig Männern spielende, bereits über .einen erwachsenen Sohn verfügende, die viel begehrte, viel begehrende Josephine jagt ihn in den Ruhm. Er bringt Menschenhekatomben dar, erobert Städte, zertrümmert Reiche — um eine Nacht bei Josephine zu verdienen. Sein Feldherrngenie wird nur aktiv, wenn ihn aus Verzweiflung über ausbleibende Briefe Josephinens der Fubor Packt.. Tann aber — das Sternchen im Feuilleton vertritt der nieder- und aufgehende Vorhang — zeigt sich Josepihinms späteres Schicksal. Der korsische Bauernsohn, der durch eines Weibes Laune zum Diktator wuchs, beginnt sich auf der Menschheit Höhen häuslich einzurichten, das Erlernen der nachher berühmten Napoleon-Pose wird ihm wichtiger als Weiberdienst. Arme Josephine! Durch deine Reize wurde er der „Mann mit dem kleinen Hütchen", und dann warst du für ihn nur mehr sehr nebenbei auf der Welt. In diesem Schlußakt kündigt sich dein spateres Schicksal an. Er wird seine Cchäferminuien zwischen zwei Staatsakten ungeniert im Reisewagen und in Gegenwart des Adjutanten absolvieren ... Ein leicht hingeworfenes, prachlvoll pointiertes, ein höchst amüsantes Stück. * Mit diesem Abend — nicht mit „Pygmalion" — hat das Gastspiel der Leopoldine Konstantin begonnen. Man kennt ihre Josephine und man kann sich die historische Figur nur mehr so vorstellen, wie sie die Konstantin spielt: Ein ganz entzückendes, unschuldig ehebrechendes, heiter einfältiges, mit allen Zaubern weiblicher Verführungskunst in die Welt gesetztes Luderchen, höchst verdutzt, wenn ihr Stern plötzlich verblaßt, wenn der wie ein Zirkuspserd von ihr gegängelte Napoleon Plötzlich Herr der Situation wird und sie sein hübsches Spielzeug. Ein Kapitel für sich das Spiel ihrer Augen, dieser hurtigen Diener ihres fröhlich-ungebundenen humorvollen Geistes. Jakob Feldhammer als Napoleon kommeniiert feine Rolle sehr gescheit. Man merkt, daß er sie versteht, vielmehr — er lätzt's einen merken. Herr Lackner behielt seinen Prächtigen Sergeant, Frau Föry zeigt als Marketenderin ihre schätzenswerten, nicht genügend geschätzten Qualitäien der Charakterkomikerin, Herr Kutscher« gibt den Schauspieler Talma, den Schöpfer der Napoleon-Geste,, mit der nötigen Komödiantenwürde, Herr Stand schasst als verkanntes Feldherrngenie eine ausgezeichnete Episode und der junge Herr Ja rai wächst von Abend zu Abend. Je kleiner der Part, desto krästiger setzt sich sein Talent durch. Otto Abeles. Bairenth nnd der „Gei'1 des Haffe«". Im Verein der Berliner Presie sprach Siegfried Wagner über „Baireuth und seine Sendung". Man weiß, daß in den letzten Jahren die Sendung Baireuths „völkisch" im Sinne der Hitler und Lndendorff aufgefaßt wurde. Siegfried Wagner, der für Baireulh dringend Geld braucht und Judengeld gerne sieht, nützte es nichts, daß er mit viel Vorsicht und wenig Würde von dieser „Sendung" nicht sprach, sondern bloß von der künstlerischen,

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