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Wiener Morgenzeitung · 1925-12-11 · Heft 2444 (11.12.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2444 (11.12.1925)
Date
1925-12-11
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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"«MV " ksteltetz , Wlene» WMflnmrifm»» II. DeM-er IW Sk. UU WWere Leuchtgasdergiituugerr irr eisern Sttattivser Hause. 5M Todesopstr. — Drei Personen in Lebensgefahr. — Durch Bruch der Sttaßenrohrleitrm-? Im Hach EiSnergasfe g in Ottakring hot sich gestern eine schreckliche Katastrophe ereignet. CS handelt sich um schwere Leuchtgasvergistungen, der zwei Menschenleben Zum Opfer fielen, wcHrnrd drei weitere Personen noch ln Lebensgefahr schweben. Im Erdgeschoß KS HaufeS haben drei Familien ihre Wohnungen. Gestern gegen halb 8 Uhr früh wurde der Arzt Dr. Plaut ns zu der Familie des Schmiedschiften Koller gerufen, de alle drei Familienmitglieder von Unwohlsein befallen waren. Der Arzt fand jedoch keine Symptome einer Vergiftung und entfernte sich wieder. Auf Grund der späteren Anzeige einer Nachbarin im Wachzimmer, die auder Koller-Wohnung Stöhnen vernommen hatte, drang man gewaltsam ein und fand die drei Personen in stark benommenem Zustande. Der Anspektlorisarzt der RettungSgssellschaft stellte fest, daß eS sich möglicherweise um eine LeuchkgaSvergistung handeln könne. Da aber versichert wurde, daß im ganzen Hause keine Gasflamme in Verwendung fei und eine im Gange deS Hauses verlaufene Gasleitung außer Betrieb fei, schrillte man diesem Umstande keine große Bedeutung. Zu Mittag erschien dann die Hausbesorgerin km Wach- Mmer und gab an, daß sie zwei Parteien aus dem Parterre seit dem Vorabeich noch nicht gesehen habe. Man öffnete die Wohnungen nnd fand zunächst das Metallschleiferchepaar Urbacher bewußtlos in den Beilen liegeM» vor. In der dritten Wchmmg befanden sich die 54jährige Marie Studeny mit ihrem 18jährigen und dem Avölsjährigeri Sohn. Alle drei waren bewußtlos. Bei Frau Studeny und ihrem jüngeren Schm blieben alle WiLerbelebungsversuchr erfolglos. Das Ehepaar Urbacher und der 18jäyüge Jiudeny befinden sich im Wilhrlminrnspital noch in Lebensgrsahr. Dir Familie Koller scheint außer Gefahr zu srin. Eine Kommission der städtischen Gaswerke strllte fest, daß in allen drei Wohnungen Gas vorhanden war, oas eben auf dem Wege durch Eide, Mauern und Bretter bei seinem Eindringen in Wchnraume vollsläickig den Geruch verliert. Wetters wurde konstatiert, daß der Bruch der Rchrlettung nicht m der Hausltitnng, sondern wahr» scheinlich in der Hauptleitung des Straßenrohres zu suchen sei. Bisher ist es nicht gelungen, die schadhafte Stelle zu ermitteln. Zwei Todesfälle durch Leuchtgas im 8. Bezirk. Ein schwerer Unfall durch Leuchgas hat sich gesicren abends auch im Hause, 8. Bez., Beimogajse 1, ereignet. In der Wohnun- Nr. 16 wurden von Nachbarn die Ajährizr Private Alo'.sick . Neu berger ans Staülau and sie 61jährige Private Marie Strhlig bewußtlos aufgefunden. Der Hahn des Gaskochers war offen mÄ der Raum völlig mit Leuchtgas erfüllt. Dir Rrttungsgesellschast konnte bei Frau Neuberger nur mehr den Eintritt des Todes Miellen. Bei Frau Dtchlig hatte dir Einleitung der künstlichen Atmung Erfolg. Noch den EchÄnnge« dürfte es sich um einen Unfall handeln. Frau Neuberger hat bei Frau Stehlig zu Besuch gewditt. — Auch im Hause, 8. Bez^ Lammgasse 10, hat sich gestern abends eine tödliche Leuchtgasvergiftung ereignet. In seiner Wohnung im vierten Stock wurde der 42jährige Ingenieur Emil Feldstein, auf ton Boden liegend, von Nachbarn tot rufgefunden. Auch hier stand der Hahn des Gaskochers offen und der GaSschlauch hing herab. Ob ein Selbstmord öder ein unglücklicher Zufall vorli-egt, konnte nicht sestgestellt werden. ft» moierae ftanftmo. Großzügigkeit ist Trumpf! Der großzügige Kanif-mann muß auch in der ämßerm A>u,smachwnq den m.de-rwen Gci>chäftspvinz'H'en stül-gen. Dies ist der ^Z'te dafür, daß er auch vnfcerft m d'e 0m i* tat der D?ure das A-ruß-enste zu.t-i-eten «in der Laiye O. Der kaulflust-iqe Wiener Acht durch die Geischä'tsstvaßen. sm sich zu ÄberMgm, wo es di« besten Quellen für den pralitischvn Ci-n- Lnvi gilbt. In der T a b o r st r a ß e httben es die Brüder Sch iss mann schon se-'t wnMm verstanden, die Ammerk' sanckeit aller zu ervMn u-nd fÄstyuhaÜien. Für die be-gonnene ' Winde-r^bfon Ijat dttfes pcputiäve Kauthms mi-t defanderen Sewatlonen Mgewcmet. Inleresfiert bleibt man vor de« AuSia^sfenlstern stehen, von denen das ein« ein herrliches Stück SchMzer Lackfch^t mft e-irmn die TunnÄs durchfahre Mn EilftnibchMg, das Mite die Aufsicht auf. den berühmten Mrkukplatz bietet. In den großen Gias-regcklen des HausViniaM^s bann man die reichst« Auswahl von Winterwaren für normal« DeSleidu^ssseMstände in allen Varianten bewundern. Und nun m Innern deS GslchalftShaulses stE-st - Sine Feenpracht: Den Traum einer Dame, die sich alles Mi ErveiMHe als GHchmk wünscht, wöbetwlbswsvständiich alle diese Wü-ttfche in Erfüllung «»chen. Denm die Brüdes Schissmann haben in E'«ter BovauGckä Är alles vor« gesorgt und eS gZbt «Peru Bchlirfnüs an GegeDänden des Haushaltes, der Bekleidung und der Wchm^gSeiurichtuW. das sie nicht in ettUm-ri^veier Mise bü'ncdpen Muten. Billig, Praktisch, gsdikstm, unter dieser Devise hohen die Brüder Schillftnann bisher gearbeitet, und so ist es nur rlabürlich. daß daS Hvoße Keiu.hcm8 in der Taborstraße 46 -um Zentrum der KaAMgen »im 2. Begi-rL geworden ist. Für die Feru'alemn MionntziblloUiek. Aue große Bücherspeude. Die Jerusalemer BAiothei erhielt soeben In 25 Kisten eine Sammlung von 2000 Hebraiea und 4500 Iüboica, welche Herr S. Markus Fechhekmer und Frau Alice B. Fechheimer, Cincinnati, zur Erinnerung an ihren verstorbenen Sohn Nathan - Fechheimer gestiftet haben. Die überaus wertvolle Sammlung enthält u. a. fünf hebräische Inkunabeln, eine große Anzahl von hebräischen Erstdrucken aus Italien. Konst »nt inopel, Smyrna. Krakau und Prag aus der ersten Halste deS 16. Jahrhunderts, vollständige Serie« von Zeitschriften, darunter zum Teil außerordentlich seltene. Die Bibliothek ist von Herrn und Frau Frchheimer aus Anlaß der Eröffnung der Universität gespendet warten. fWB-wr yw vm nub vß-n ,*D3 ,rxm Die CesfliHWe m PomstUiB-PalftlK WOLFOANQ WEISL P « i S » 11 n » von heute MH 44 Abbld nfen tnd 4 Keitoi Pu » bi Uioen S 17.- Welsl, de» fiN' die pom^c' ett Vcrtii twitie Athen Orient triff eingehend fttieftitert i.-t. schildert diesem auftcb usa eichen lindi alle Etappen des engl sch•{ discharabi eben Katn.iles um Palästina Von den et« en Anfing-n d^s politischen Zion «imi* Ober den Wei kil^g tn ttemen tieterrifen^en Umwa /utt^ett und diedvauf* fogende Esust-hun" te< aitultchea Koifaue bi« ,»« hemd Engl ndt gegen Me«ka ttno den;et* en ffo k«h nnd Por schrf de» Z onifims in?,'!»> n» gibt Weist ein Bi d « er Eniwiek ung dtt Patlsilw von heute t geflartlge und beceiclinende Skizzen aus dem Leben m PräsUna bilden den awenen leil die <• intere« toten Werket. Di» Bach rar den Polüstindfrennd! Durch Buchhandlung R. Ldwit,Wicn, 1. Flelsdimirkf 1 and Roten nr«,Ira w 21 ägyptischen setzt «s außer Zw-chol, daß hier wiMch das semitische Alphabeck a-uS ältester Zeit gesmvbm wurde. glldüches Akchlomotekial I« stlöfteni. In den Klöstern der verschiedenen kirchlichen Orden destndet sich eine Unsumme «nschätzbaren Archivmaterials zur Geschichte der Zkuden ein gem au er t, das ans Licht grbrücht, geeignet wäre, gar manche Lücke in der gegenwärtig bekanntem Geschichte vieler jüdischer Gemeinschaften in verschiede,^. Ländern auszufüllen und neue Zusammenhänge herzustrNff. So stieß, wie aus Wilna berichtet wird, der Hochschüler P. Kohn, im Verlaufe seines Studiums des Archivs des Wilnaer Franziskanerklosters auf sehr umfangreiches historisches Aktnematerial zur Geschichte der Wiener Iudengeweinde in den Jahren 1808 bis 1388. ES sind verschiedene wertvolle Dokumente in russischer, polnischer, hebräischer und füdischer Sprache, unter ihnen auch eine Anzahl von eigenhändig geschriebenen Schiedssprüchen des bekannten Wilnaer Rabbiner- Abele PoSwiNer. DaS Material soll jetzt gesichtet und sachkundiger Bearbeitung -ugeführt werden Sie Juden als Srlindrr der Such« stabenschrit. Ein Vortrag des Aegyptologen Tethe. — Der Gtreit um die Gchristtase.n vom Trnai. Aus Beviin wild unS jpschricib^m: Seit Professor Hnbert Grimme vcn der UniversM Muster daS Er- Monis stiiner En1)H/rvmHöoerfuchc an den Jnifchriisten -wittert htt, weiche auf den vor g-vmuig Jahren von Sir Ziinders Peirie entheckien Tafeln und Si?uchr-u«m im SiiioMbir-ge zu füuxn sinh, ist der wissc-ni-ch'lfiiiiche Tckveick um d!< -Simaiinlfchri'ften in vollem Gan.ge. Eine Sieche von Gelehrten. beZeichnet die DMtunigAverisluche Grimures ak.s phaniasirvolle JrrtÄmer. Noer wenn auch die von Grmim« vorAenommonev SetfungSoechlichr, die ans ReprodWivuen der Jwschriftt-chÄn beruhen, da die Tastlin biS heute noch nicht gevovgcn sind, vielifachen Hi-nwänden begMen (deren St'ichhLlWeii infÄge des Jeh'ettS -der Ortzinoile mit gleicher Bef weiÄvaist boslritien^ werden Knute) — «in Ergebnis lse'mer Unckevsuchunyen ist Mwiderppwchen: daß dir Schriftzöichen der tm Smai-geiinge geizundonen DaifAn. die al-teste bekannt« Buchstabenschrift darstellen, weiche Ätei ist als das alle vodd-rrchia-ttschen BtuchsbaibsnÄifhaibeie de« phöuizifche Alphabeck, und daß «S sich hier um eine Schrist hcvntolt, di« gsgemrber der LglMschen mrd der Keiifchriist voWommen Mstmtdbg ch. Ach dich« Brdeutunig der Tvömmchchen Untechuchungen wobst der Bovlpag hin, dm der Mfyntl« AegWo-loge Professor Sethe -in der Berliner Borderosi>ctt>sth-äMt''isthett Gchelffchast hiie-lt: der BvvtnagSÄöend echiett noch dadmch besonderes J-n-teresse, daß Prolfrssor Grimme ein Kors rafevat gab, in dom er «Mart«, es sei mW-ich, daß se>!«ne Dodtuntzen der Sinaiiinjschriistm ichtreitlbar Mn; aber end Mrge Klachdit K-nm nur durch di« U-niechuchun-g der OriHinaltaifeln Hrsch'ifs)m werden. Pvchess-o-r Sethe st<ht in den Sinoütakfeln und -SVulpluren einen Fund von allergrößtem Wert für di« Kutnuvgeschichte der MerWM, der sich zjwar an äußerem Glanz N'icht mit dem DubaiN-khanl-en-Graib vengsleichen Lasse, -an immer wisseichchaftliicher L-c^-eutM-g und -MnlschheitAgchchicht licher TrxvAveicke ihn-über bei weitem üibntrchse. Denn in dichen undmÄ-ichen seimt-ischen Schrfftzoichen har man Mtzsächlich die erste Brrchstabenschri-ft vor sich, dve M AM -ist die PhönHiische. Jetzt erst kennt man den Ursprung chms der wichtigsten Work^suige der Mtur. Die Frage nach der Hertzimst des Phön'iz'jschen M.halbets hat die Kopfe der Ge lchrten und Laien viel beschäftigt, da dieses einfache und her Vonvigende Alphabet ganz nnaühäwgig erschien, ohne Zu samm-enh^-nig mit alteren Schritften. Es nmßte «iber nach der Reuse seiner Art eine läivgere Bvvgchchlchte halben, da bereits sine Schrevlifchrifti'-omn angenommen hatte, a«Is man es kennen lernte, u-nd es müßte auch a-n ailte Schrift ange tnüstft werden können, die eine Bilderschrist war. Ehalmpott-ion im Ich« IM die ägjypt-ischm Hiero- ^lhpheninschri'sben «nWert hatte, kam ihm sogjleich der Ge daM, daß hier der Uchprnv-g des Aichüövts zu suchen sei. DaS ZwifchenMd KvWeir dem st';vmzischen Mphwbet und f der ägyptischen B!-llderlschrift schlte «der. In den DaifÄln -und SibuÜPtMM dom S-in-eü, bk« Lghpt'rsierend, Äbar nicht ägyptisch seien, wie die Dchrilst -eichen aus chnen, halbe man a-ber dos missi-ng -SM, daS fehlend« Dindvglied der Buchstalb^nschrist. gefunden. Nunmchr kann man die Entwickünng der Schrift bis in die grauest« Porzott vechulMi. M-an muß, da das MPHabet vom Sinai keinen Einsiluß der Keit schr-ist zeigt, die damals in Kanaan Vevivoit-e-t war^ an die Israeliten als Erfinder denken, die um diese Je>it aus aus-wanderten, und auch an MoseS kann man denle-n, Mval. Polemos bereits umdaS Jat^r M de ha-upwt hat» Mofts so! der Erfiilder der cwsten BilchstOm Ser Abschluß der Moskauer Schachturniers. Die Preisvevteilnng. Aus Moskau wird m-n'ck berichtet: Nachdem die zwei Hä-Mpartfen der letzten Runde erledigt worden waren Gates gewann ge^en Z u w a r o w und verbessert« damit seinen Store ans 7 Zäh'er, de Partie Gr ü nf< ld— Saemisch wurde remis und brachte Gvünfeld den gleichen Stand mit Genetvelti), verkündete u-m 6 Uhr abends der TurnierUter Grigorew die Beendigung des Turniers; hierauf hielt BcWkommiffär K r y i« rt t o eine kurze Schlußrede, in der er den Teilnehmern .den Tank der Regierung auHprach. Bei dc-m aliends veranstalteten Festbankett wurde di« Prei'sv« rteilu n g vorgenomwen. Ter erste Preis, den B o g vl j uhv w gc-wann, betragt 1500 G o l d r u b e l, dtt zweite Preis (Dr. Laster) lOOo, der dritte (Capa blanea) 750. der vierte (Marshall) 650 Goldmbel. Ter furjite und sechste Preis (500 und 350 Goldvubel) wurde zu glet'chsn Teilen zwischen Doktor Tartakower und Torre geteilt, der sietlente und achte (275 und 200 Gold-rudel) fielen glcichterlrg Reti mid R o yi a n o w S k i, der neunte und -k'hnte (175 und 140 Goldvu-bol) GenewSki und Grunseld zu. Bogadistschuk erhielt einen Sonderpreis von 125 Goldrubel für.den guust-Wen Slond (10 Zähler) hinter den Preisträgern. Die SchönheilLpreise werden später Anerkannt werden. Stritt Sber die Pniagonisteir d« WosCattet Ztttnitts. Unter dem Titel »Lebensseigheit im Schach" schreibt Dr. Emonuel LaSker der J). Z. am Mittag" eine geistvolle Betrachtung über das Kampftzrckblem tm Schachspiel, an die er einige interessante Bemerkungen über die hervorragendsten Teilnchmer deS eben beendeten Moskauer Turniers anschließt: GS ist schwer, zu kämpfen. CS fft sogar verdammt schwer. Erstlich sitzt einem jomand gegonübrr. dar einem olle Pläne zmich'.e machen will. Du uwd er sind «w'e Feuer und Wasser ctor wie Engel und Teufel. V« ihre Unsterblichkeit geopfert hätten und die Welt do-m Gegenüber zu befreien aust «ifrigst« bestrebt wären. Zweitens — und das ist das SchLi-mme — dauert diese Situation jeden Tag ungefähr sieben Stunden lang. Inzwischen hat man eine Pause von anderthalb Stunden, um zu essen — man «wird hungrig, aber man kann trotzdem nicht recht esien — und um zu ruhen — aber es i»ft die Ruhe der Lady Mcbech nach dem KönigSm-ord. Das alles ist schm schlimm genug, a-ber das Schllimmsbe ist der dritte TaE-estand, den ich mit oinem politischen Schlagwort den „inneren Femd" nennen mochte: di« Fe igheit. Tu bist mutig? Gewiß! GS ist ja vernünftig. Mt zu haben. Der Feige stirbt hundert Tode, der Mtige nur einen, wie em sehr altes und gutes Wort sagt. Aber di« Feigheit sitzt im Mute, im Verstände, da hat sie sich eingenislet und verwirrt nicht nur deine Vernunft ~ noch v'el schlimmer, dein Urteil. Wie kann man dagSFeu käm-ssem? Ten Feind im Innersten der Zitadelle zu haben, das ist die Si-tua-tion des Schachmeisters. Ter Grund dafür ist, daß das Schachspiel noch tmMr — Gott sei Dank — ÜngewiMten birgt. Dich in daS Ungewisse zu wagen oder nicht zu wagen, das ist die Frage. Recht ist es, deinem Urteil, das für das SchachsM -dasselbe ist, waS für das Leben da's Gewiflcn, trsu zu gehorchen. Manchmal willst du eS nicht: du bist müde, verbraucht, erregt, hast harte Schläge om-psawzen — «wer ni'emals feige war. werft den ersten Stein aus >den Schuid'gm. Der Regel nach willst du deinem Urteil gehorchen, aber eS ist manchmal Mer verwirrt und verschüchtert. Das ist die Lage der schaDchen Kampfer. Wo immer daS Leben harte, lange Kämpfe zeitigt, ist «S die nämliche Lage, nur beim. Schach der Meister aufs äußerste konzentriert und zugei'ipitzt. Dafür ist es eben ein Spiel, gemacht zur Gewöhnung an das Schlimm«, so daß eS zuletzt mit «inigom Humor evtvaM und betrachiet wird. B o g o l j u b o w ist «in Kä-mpfer aus gutem Material. Seit dem Röw-Porker Turnier Frühling IM hat er hundert Misterpartien gespielt: dawill etwas besagen. Seit Göteborg 1621 wohl an dreihundert Partien dev cf:«w beschriebenen Art, die ungezählten leichten Partien nicht eingerechnet. Momente ft-iner Feigheit innerhalb dieser

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