Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2443 (10.12.1925)
- Date
- 1925-12-10
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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VW. 4-MMM ,tzvsten zugunsten Ux beiden angttfa-tttii 'Brüder PiroSka vevurteilt. Bekanntlich wurde a>m 26. Dezember 1223 in den LnnzsaaL des Efongrader Hotel- Königin MaSeth, wäh- -mch gerade eine TanzunlevlMiung deS Mschon Fronenverein- -im Ganze war, eine Bomtle geschlendert!, durch deren Explosion drei Personen getötet und SS schwer verletzt wurden. Die Angeklagten €Mo, AAAny, Urlöp, die beiden Brüder PiroSka und de beiden Beüder Dagi -standen im Verdacht» das Attentat verübt zu baden und -hatten auch vor drr Polizei ein volles Gestand- . -niö abgelegt. Spater behaupteten sie dann vor dem Gericht und vor der königlichen Tafel, das EestLudnis sei ihnen durch Terror erpreßt worden. Sowohl dös Drascht a - «uch de kömgliche Dafdl hatten sämtliche Än-Ka^en sreigesprochen. Di<eS Urteil Ist Mn durch die Abwei-sung d« MchtigkttSkschwerde durch die dritte Instanz in RechtÄratskt erwachsen. In Sr*ea tat SoWeHtowi Die gttichMche Etü-nng-Mo» für die Ättegsverlkm. Rünchen. 8. Dezentber. (Wolfs.) Im Dolchstoßprozeß I wurde heute vormittags das Urteil verkündet. Der Angeklagte j Trüber, der Ehesrrdattem der sozialdemokratischen Münchner i Post", wurde wegen fortgesetzten BergchenL der Vereidigung und i der üblen Nachrede zu 8000 Mark Geldstrafe, eventuell 80 Tagen Gefängnis und zur Tragung sämtlicher Kosten verirr« teilt. Dem Privatkläger Loßmann, dem Herausgeber der ^Süddeutschen Monatshefte* wird das Recht zugefpr-chen, das Urteil in der .Mnchner Post" und im Berliner „Vorwärts" W veröffentlichen. In der Begründung de- Urteileheißt es a. a.: Die von Gräber bchauptete Tatsache der GsschichtSfaLschung durch Loß« mann wurde nicht als wahr erwiesen. Die bewußt auf die Zertrümmerung der deutsche« Wchrmacht gerichteten Handlungen hinter der Front wurden in der spateren Krieg-zeit von Auge, hörigen der unabhängigen sozialdemokratischen Part« und noch weiter links stehenden Gruppen vorgenommen. Der Geist der Mannschaft der in den Heimathäfen liegenden Schiffe wurde unte wühlt, so daß Ende Oktober 'in der 'Hochseeflotte vor dem beabsichtigten Vorstoß unter der Mannschaft eine offene Meuterei ausbrach und der aussichtsreiche (!) Flottenvorftoß unterbleiben mußte. Die Äampftraft des Heeres und der Potte erlitt durch diese Handlungen sehr große Einbußen. Die Darstellung in. den süddeutschen Monatsheften^ ist teilweise irrig «nd unrichtig. kann aber nicht als bewußt falsch bezeichnet werden. Gegen dieses der Dolchstoßlegende förderliche Urteil wich der Beklagte, wie verlautet, Berufung einlegen. ftturfd Söffe w-srt«. Der Präsident der jüdischen ftcIfeMgracitite von Tä-Awüo. Aus Jerusalem meidet I. T. Au Am 3. d. verstarb der Präsident der Wischen MigionSgemeinde TÄ'Swiw, Bozalel Jaffa, einer der ersten Vorkämpfer, der zionistischen Bewegung in Rußland. Gr hat große Verdienste um den Lußchwunz rel-Awdv- und war in der gesamten Judenschch Palästinas pyputtr. Dar Ergebnis des Morls«« Sürachlvruieks. Vosorju-ow Erster, Dr. Vaster Mvelker, Capablanea Dritter, Marshall Vierter. Aus Moskau wirb uns benchA: In der letzten Runde, bei der Tapablanca. der abrelstn mußte, fpies.rei war, sicherte sich Dr. Läsker durch ein Remis mit Gotthiif drn zweiten Platz vor dem unbestrittelnenerften Sieger B ogosj ub.ow, der mit Romanow skj rennfterte. Die übrigen Parken ergaben folgendes Resultat: Marshall geiwann gegen Bogadlstschuk, Dr. Tartakawer gegen Rachinowirz, Spielmann gegen Rubinstein, Wer- LinsN gegen DuS-ChotimtirSkh, Löweafisch -egen Genewsli. Das Spiel Reti—&orre, wachem großer Inverefle entgegengebracht wurde, endete mit Remis. Die Partien Hates—Zuwaratv und G r ü n f e! d—Sa emisch wurten abgebrochen und werden knapp vor der Preiswerte itung zu Luhe Mi'-elt werden. Das Ergebwis des in der ganzen Cchachwckt mit großem Interesse verfolgten Turniers ist demnach: den ersten Preis «erhält Gwfömy Bogoljubow^ der russische GreßMöster, welcher Lei dem wenige Monate vor dem Moskauer Türmer stattgchundenen russischen Meisterturnier, das für di« Auswahl der russischen De'cknchmer am Moskauer Turnier maßgebend war. in tanzendem Stile Erster geworden war. Bogoiju-bow hat wieder eine meisterhafte Leistung vollbracht. Aus 20 Spielen holte er Wh Punkte; er verlor bloß zwei Parten, gegen Capablanea und Reti. romsterte fünfmal und gewann 18 Partien. Be-olfubow. der im 88. Leben'Kjahre steht, entstammt dem msfischen Bauernstand und war ursprünglich für den geistlichen Berus destimntt. Seit Mhn Jugend ein starker Schachspieler, wurde er mtit einer Reihe müderer russischer Meister, Rablnowiez. Autvarrsv und dem in Paris lebenden gveistn David Janowski zu dem knapp vor dem Ausbruch des Weltkrieges begonnenen internationalen Schachkongreß und SchachmePerturniler ln Mannheim entsendet, um dort Rußland zu vertreten. Das Mannheimer Turnier wurde infolge des Ausbruches des Krieges jäh abgebrochen, die russtsche« Teilnehmer wurde« in Lribevg (Thüringen) interniert, nilt ihnen auch der damals 2Sjährige B golfubow. Er setzte seine Schachswdien hn Gesauge«nlag»r fort uvd arbeitete nebenbei aus eine» Wiener HroMnMutiig 10. DezvtMr 1888 Rr. &48 Bauerngut. Dort lernte er seine Gattin kennen und hat sich dann k\ Tribevg angekauft und dauernd niedergelassen. Seine internationale Schachlach'bahn begann B.gc'!- fubow mit einem viel ibemerAen Erfolg im Turn'.er von Göteborg im Jahre 1920, bei dem er den dritten Preis errang. Ein Ahr «jpäbn tvurL-e -er i.m grchrn Schach, mevsterturner von Pistyan vcr seinem Freunde, dom russrschrn, Großmeister Al sc chi n, «der aus politischen Gründen von der Teilnahme am Moskauer Turnier auSgeschaltet tvar, Ersbtt. Mit Aliech'-n und dem ungarischen Meister Manorzy tr'-lte Bog'l^vdcw im Turner von Karlsbad (1988) den ersten bis dritten Preis und Hot Hauer an den Turnieren m Baden-Baden und Breslau sowie am russischen Turnier und am Moskauer (uternakionaien Turn'ex beilgent'mmen. I« desen vier Turnieren hat Bogollckrw kurz hintereinander drei erste Preist (Bresou. russisches Turnier md Mdslauer imternationa^s Turnier) «erlangt und je-desmÄ in überlegenem Stil seine Erfolge jWfittr yrw i*B*ri .iVd3 .ic'n r> v PEIjZMODENHAUS ZUM SIBIRISCHEM ZOBEL Wien,VI. 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Lffwit, Wieii>l* Flelsdintork! 1 and Bolen a ari"'» so 22 errungm. ^Lte ‘ prÜdofti-n-iaren ihn zu einM ernsten An. wäÄer auf den WeltmeisterschaftKtttel, den Capablanea wohl oder übel zu verteUgeu gezwungen stin wivb. . Den zweiten Preis iw Moskauer Turnier er. vngt -bei emem Stande von 14 Zählern (zwei verbovene Spe'e gegen Tom n-nd Wivmfisch, sieben Remis, zehn Gewiimpart-ien) Dr. Emanuel La sk« r. einer der größhen Schachnieister aller Zeiten, der in elf auf-sinander sagenden Turnieren, an denen er öeilnahm, Erster gewogen war und auch die! mal durch stt'-ne große Turnxrroutlne o'nen bedeMnden Erfolg errungen hat, der um so höher e'mzuschützen ist, als LaSSer auch, diesmal, wie stets, wenn er mit Cchablanca in einem Turn er zusammentraf. vor dem Kubaner Capablanea placiert Ist. LoSker, der im Jahre 1868 in drr Mark Brandenburg gekoren wurde, f^'-olt be. reitS (eit mehr als dvoißig Jabren die hervorvagen-!«ste R«lle in der m-dernationalen -Lchachwett. Dritter Preisträger ist der Kubaner Raoul J.-se Capablanea, deflen Lebenslaus hier schrn geMdert wurde, mit einem Tumievstand von 18»/, Punkten (zwei Berluftipartien gegen iGenewSki und MerttnSki, neun Renris, neun S'^ege). An vierter Stelle steht der bekannte amerikanlische Troßnierster Frank Marshall, der eine langjährige glanzendc Turnierlaufbahn hinter sich hat, in drr ihm aufsehenerregende Erfolge — der 'tedeutendjte sein glänxnder Sieg im Turner von Eam-bridg^Dpringö — besch'edrn waren,- di« jedoch in den le^en Turnierni, an denen Mrshall teilnahnr, vor allem in Rew-Iort stark nachließen. Um so 'bemerkenswerter, daß der nicht -mehr junge Großmeister diesmal so günstig abgeschnitten hat; er hat in dd.i'«em Turnier zehn Äewinnpartien, fünf Rem'-r, all-eodtt'gs auch fünf Niederlagen zu verzeichnen, was für die aus sthanem KcmbmationSfpiel beruhende Spielweil.se dieses G-rcßmePers charakteristisch ist. In den fünften und stchsten Pr-eiS teilen sich zwei sthr interessante Spieler der jüngeren und jüngsten Schach* mei.stergenervt>'ton: der knapp SVjährige Mexikaner Char.oS T o r r e, der erst zum ztireitenmal an einem inter-nationaien Turnier tell.eenc'M'men hat und durch seine stark« und stets geistralle 'Dpielführung größtes Antcresse erregte. (Bon ton vorher genannten der Preisträgern konnten nur Bcgoljutbow gegen Torre gewinnen, Dr. Laster und Marlhall nrußten eine Niederlage durch den jungen Mexikaner, Ca-pablanoe ein Remis in Kauf nehmen); Dr. T a r t a k o w e r, der ebenso wie Tcrre 12 Punkte erreicht hat. war der RrmiMeler dieses TurnierS; er verzeichnet nicht weniger als IS RemiS und nur zwei Meder'ogen (gegvn Capabla naa und Bogol'jübow). Tarta-Kower, der aus Ruftland stimmt, lange Zeit in M-ien lebte und jetzt in Paris ansäsiig ist, zählt zu den interessantesten Vertretern her modernen Schachlheorie. An siebenter Stelle steht der mffW Mister R o m snow'ski mit einem Stand von 11V» Zählern; er P wie fast alle e'( russischen Teilnehmer des Turniers durch fern . starkes S^/el während der ganzen Taiuer des Turniers ein gefürchteter Gegner gewchen; Capablanca hat auch die rusi'rschen Meister „die Ueberraschung des Mrskauer Turn'ers" genannt. Den gleichen Äand mit RamanowSki hat der ebenfalls der ,Ichachmcdrrne" angehörige, in Men allen Schachkreisen wohlbekannte Meister Richard Reti erlangt, der im Turnierleben schon große Erfolge errungen hat. Reti und Romanowski teilen. den siebenten und achten Preis, lieber den neunten u nd z«hn te n Preis ist noch nl'icht völlig entschieden. T«er russische Me'ster Genewski, durch stinen Sag über Capab'anca bekannt goworben, hat einen Stand von 10»/, Pun'tten, der Wiener Meister GrüIlse ld errang im Turnier 10 Puntte und hat ncch Me Hängepartie mit 'Saemisch auSzutvaM. Den Preisträgern fcilgen: Bogadistschuk mit 10 Punkten, der Gvotzme>lster«R n b i n st e i n. der dleümal nach anjMglich hervorragendem Spiel in der zweiten Hälfte des Turniers einen starken Formrückgang aufwies rmd so keinen Anschluß mehr an die Preisträger fmden Sonnte, der durch hekviorvagende Leistungen im Turnier, wie den Sieg gegen Capablanca pj'el bemerkte W e rlinski sowie der Wiener Meister Spielmann mit je 9»/, Pimklen, «der rusfr'che Me'.sler L ö w e n f i s ch mit 9, Rabiinowitsch mit 8»/s, Gotthilf mit 6»/,, der Engländer Dates mit 6 (un«d einer Hängepartie gegen guiwarow). der Breslaaier Saemisch, ein dem Arbeiterstand angehörlger Meister, mit 6 und Zuwarow -mit llh Zäh ern (wobei ncch seine Hängepartie Mt Dates a-usstäMg ist). .' Bon den 21 Teklnchmern des Turiers sind neun Meister Juden, und Kwar: Dr. LaSker, Rett, REi-nstein, Dp'elmann, Dr. Tartako-Wer, Löwenfisch, GottftH Rabmowiez, Rcmanolvski. Bon ihnen befln«den sich vier, Laster, Dr. Tartakower, Reti, RomanowsÜ, unter den Preisträgern. '' süiiäD» Letzte Kurie. 0 DtMdn (Tei.-Aomv.i Berlin WM. London Kobe +.B4T/,. Uvnlin't Scheck 4:80»/, Äm'tetbrtf« 40.19 Bari» 36 V4. Bnt-stl 4.58»,;)tom 403, Mdttb 14.25 Zürich »0.28, ©lodbolw 2376 Ls>o 2083 Uovenoaarii 24.91 Wien 14»,lf, Budapest 14»/,, Praq 296»/«. Belgrad 1.77»/,. Athen 1.81, Buenos Aires 4i'/itz 'ftto ue Janeiro 1.403 Butare't 46. Stew-Vaea. 9 Dezember 'Te!.*«omv. Weizen tot Sinter 196 Wenev uan Wwiei »9.»/, MiS 97»/,. Hafer bL»/„ Stoaaeu i20*/4 Ehitnsts 0. Dezew'st ^Tet.-Komo., Weizen oer Dezemder 178»/, m< 178*', Juli 151 Mais oei Dkieindei 8l»/„ Ma> 87. Zuli 88»/,; Ha>er öet Dezeinier 42»/, Ma« 4u'/„ £^»t 46'/,: Roggen per Dezember 106. Mt 114»/„ Zull Uü»/z.