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Wiener Morgenzeitung · 1925-12-08 · Heft 2441 (8.12.1925) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2441 (8.12.1925)
Date
1925-12-08
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Vlener Morgenzeltung tzlekte S ' Mn. TieMitsg >y\\WW\AAAM«W^ naaaaa/vWW\A > MV^ tf NEINBRAND \ i aus naturechten, besten Weinen ln «mt Ich pombh rten Flaschen (Erlaß Ues Acke.baumlnister'ums Zt. lc,L99/*174 ex IM) nach wie vor die führende Marke! ÜBERALL ZU HABEN I das ist nicht wenig — trifft alle, weil es ein böses Präjudiz für die Stellung aller ist. Diese Erkenntnis ist eine der wesentlichen Grundlagen des Zionismus. Er kann deshalb den russischen Plan nur vm Zusammenhang mit dem historischen Schicksal der jüdischen Entwicklung betrachten. Cr sieht, daß das Judentum in Rußland durch dieselbe Negierung, di« chm an die Kehle gegriffen hat, wit einem Male begönnert wird. Er tveiß, daß.die Sowjetregierung genau so wie ihr satanischer magyarischer Antipode iu .h außen hin sehr freiheitlich und demokratisch tut. Sie' hat das Judentum wirtschaftlich zugrunde gerichtet Und sich zu diesem edlen Zweck jüdischer Renegaten bedient. Der Zionismus sieht deshM mit sehr mißtrauischen Empfindungen die so verdächtige Liebe der Danaer, die Geschenke bringen. Es ist bekannt, daß die bolschewrkffchen Köderparolen von dem g'ücklichen Rußland in der Welt umher bei verzweifelten proletarischen Massen verbreitet weiden, um den wirtschaftlichen Ausgleichungsprozeß zu stören. Sie werden aber auch gerne in die Kreise des Kapitals getragen, ohne dessen Hilfe Rußland sich nun einmal nicht erheben kann. Das Kapital wird mit Konzessionsversprechungen angelockt, aber, wenn es not tut, auch mit raffinierten Reizungen des Menschlichkeitsgeftch's. Reiche Leute sind gerne menschlich. Manchmal lassen sie sichs sogar etwas kosten. Wenn man nun den reichen Israeliten, die kraft ihrer wirtschaftlichen Stellung auch großen politischen Einfluß besitzen, eine Massenkolonisation der armen, ausgeplünderten Juden aus dem fruchtbaren Boden der Ukraine und der Krim verspricht, so erreicht man vieles mit einem Streich. Es entsteht eine Verbindung mit dem hundertprozentigen, scharf anticoffchewikischen Amerika, das seinerseits diese Kommunikation unterirdisch sehr gerne benützen würde. Man treibt weiter einen Keil in das sich national besinnende amerikanische Judentum; die jüdischen Arbeiter werden mit der/ Schlagwort von dem englisch-imperialistischen Zionismus bearbeitet und so eine wertvolle Propaganda gegen das verhaßte England entwickelt. Das ruffische Judentum ist genau so wie .das magyarische unfrei. Es ist stumm und darf nicht reden und den magyarischen Kultusnotabeln Entsprechen die übere-isrigen Mitglieder der Jewsekzia. Diesem Zustand muß Rechnung getragen werden und es muß überall aufmerksam gemacht werden, daß die Frage der Juden Rußlands ein Teil des ganzen großen jüdilscheri Problemes ist, das durch die zionistische Arbeit in Muß gekommen rst. Das jüdische Problem ist ein politisches, das sich um das Zentrum Palästina konzentriert. .Die angeblich geplante Maffenansiedelung der Juden, deren Details absolut unkontrollierbar sind, Hst eine ungeheuerliche physische Gefahr für die mit diesem Projekt Beglückten, die allem Haß der Ukrainer und Tataren ausgeliefert werden. Kann das amerikanische reiche Judentum eine von ihm selbst, von Bürgern und Arbeitern besorgte Kontrolle hecke iflihren, so wird dies nur dadurch erzielt wecken, daß die zionistische'Oessentlichkeit ihre volle Pflicht tut:' Sie darf sich aber durch gar nichts in dieser Auffassung beirren lassen. Das. ist der Sinn der Formel von Ballikmore. Es ist richtig, daß wir mitackeiten. Nichts, was im Judentum vorge-ht, darf der zionistischen Kritik entzogen bleiben. Wir wollen ivberall Klarheit. Stölicns Abkommen mit AegWten. Die Grenze zwischen Aegvvten und Tripolis. Kairo, 8. Dezember. (®ho.!f,:,) Tie lang umstrittene Frage der Oase Dscharabub ist nunmehr durch das zwischen I t a l i e n und Aegypten ch der tripolitanischen Grenze grtrossi.ne Abkommen geregelt worden. De. Oase Dscharabub wird italienisch. Die Mil-ner- 'Le'.alrlja-Linie wird im allgemeinen eingeha-lten, jedoch tvitt Italien die Quelle bei Wabi Ramle, die Sollum mit Wasser versorgt, an Aegypte n ab. Im Londoner Vertrag W 1916 ist im Artikel 13 festgesetzt, daß Italien — zum Ausgleich der Expansion EnglaM und Frankreichs in den Kolon lal-.'-Lntzern Deutschlands — im Falle eines Sieges der Entente durch Grenzkdrrektnren in Tll'.po!itanien und' Somälriand entschädigtwerden solle. Tatsäch-iich schloffen 1919 Lord Mt-lver, der damals als Vertreter Gvo-sMian niems auch Vertreter 'des bis IM unter britischem Protektorat stehenden Aegypten war, und S e i a I o j a als Repräsentant Italiens einen Vertrag, durch den Eng'and Zuba'vnd zur „Gvenzberichtigung lim S.M-liland" und Dscharabnb zur Gvenzbenchtigung gegen die Cyrenaica abtrat, während ein Teil des Terrains der Hafenstadt 2 ol lurn, die. 1912' von der Türkei an Aegypten abgetreten worden ivar und heute' von Italien besM Ist, an Asgy^n Immen soll«. Seftemtch Keine Freigabe der Kreditreste. - Von der diesmaligen Tagung des Völierbnndrates erwartete sich die österreichische Regierung die Ausstellung eines Wohwerhaltungszeugnissts darüber, daß sic die Septemberabmachungen getreulich eingehalten habe. Ueber die Folgen, die nun einzutreten hatten, war man verschiedener Meinung, glaubte aber vorauösttzen zu dürfen, daß ab 1. Jänner 1926 eine abermalige Lockerung dcs Kon 1 rolliegt m cs erfolgen und Dr. Zimmerman um die Jahres mitte Wien verlassen werde. Ueber die Form, in der die Kontrolle des Dienstes der Völftrbuiidanleihe in Hinkunft zu tätigen sei, glaubte man sich leicht einigen zu können, und auch die Frage der Verwendung der Kreditreste machte den hiesigen amtlichen Stellen nicht viel Kopfzerbrechen. Man gedachte m Genf zu beantragen, der Völkerbund möge ganz einfach die Kreditreste, die noch immer 40 Millionen Dollar betragen und zum Teil im Ausland zinsentragend angelegt sind, der österreichischen Regierung aussolgen. Auf diese Weise wäre der Völkerbund der leidigen Frage der weiteren Kontrolle üt Kreditreste und ihrer Verwendung überhoben. So verblüffend einfach dieser Vorschlag war, so wenig wahrscheinlich war seine Annahme. Und nun kommen prompt auch Nachrichten aus Genf, daß das Finanzkomitee die Freigabe der Kreditreste verweigert hat. Es st; bestenfalls bereit, auf Grund der von Minister Dr. Ahrer vorgelegten JnvestitionSvorschlage Quarta l s b e 1 r ä g e aus den Krediten flüffig zu machen, deren Verwendung von einem eigenen Kontrollorgan zu überwachen wäre. Selbstverständlich bleibt der Kreditrest weiter im Ausland deponiert. Noch geringer sind die Erfolge dex österreichischen Delegation in den übrigen Fragen, die sie in Genf aufgeworfen hat. Das war auch nach dem letzten Monatsbericht Dr. Zimmermans, der die Zeit vom 15. Oktober bis 15. November umfaßt, nicht anders zu erwarten. Der Bericht wurde gestern versendet. Er beschäftigt sich sehr ausführlich mit den Streikdrohungen der Bundesange st eilten und stellt ausdrücklich fest, daß die mit dem Völkerbund vereinbarte Höchstziffer der Bundesausgaben aus verschiedenen Gründen (wirtschaftliche Krise und Arbeitslosigkeit, Steigerung des Pfundkurses) im lausenden Jahre beträchtlich überschritten wird. Das gegenwärtige Niveau der laufenden Ausgaben scheine sich nämlich in der Höhe von 540 Millionen Goldkronen an Stelle der vom Finanzkomitee festgesetzten 495 Millionen zu bewegen. Ter Bericht spricht weiter davon, daß die Bundesbahnverwaltung und die Tabakregie Vorschüsse an den Generalkommiffär rückzahlen mußten. Diese Rückzahlungen verschärfen die Knappheit der Staatskaffe, so daß der Völkerbundkommiffär notgedrungen dem Finanzminister einen Vorschußvon lOMillionenSchill i n g geben mußte. Dr. Zimmerman hebt weiter hervor, daß die Zuna hme der Arbei tslosigkeit leider sehr fühlbar andauere und daß die Börse noch immer in ihrer Untätigkeit verharre. Angesichts der bedeutenden Ueberschreitung des Ausgabenniveaus mußte eine neuerliche Erhöhung der Ausgaben zurückgewiesen werden. Die Personalvertreter bestanden jedoch auf ihren Forderungen und begannen sogar, den Streik vorzubereiten. Der Bericht erwähnt dann den Voranschlag der Regierung, durch eine Pensionsanleihe Sie Tagung der Böllekbuuder Mutt. Der ^ieMsch-Hulaarische GremzkonflM. Gens, 7. Dezember. (Schweiz. Dep.-Ag.) Die ordentliche Dezembertagung des Völkerbundrates wurde heute unter Vorsitz S e i a l o j a s mit der Behandlung des griechisch-bulgarischen Konfliktes eröffnet. Ter bereits am 3. Dezember veröffentlichte Bericht der vom Völkerbund entsendeten Untersuchungskommission schlagt' bekanntlich vor, Griechenland, dis als der schuldige Teil in dem Konflikt erkannt wurde, zur Zahlung von 30 Millionen Leva an Bulgarien zu verurteilen. Er legte u. et." i besonderes Gewicht darauf, daß die Organe des Volke r b u n d e s bei künftigen Zwischenfällen möglich st rasch eingreifen können. Wäre die energische Warnung des Präsidenten des Völkerbundrates. an die griechische und bulgarische Regierung nur zweieinhalb Stunden später eingeiroffen, so hätte es ein größeres Blutbad gegeben, weil die griechischen Truppen, etwa 1000 Mann stark mit drei Batterien, Befehl hatten, am Morgen des 24. Oktober die Stabs Petric anzugreifen und das in der Stadt befindliche bulgarische Bataillon mit zwölf Kanonen entschlossen war, Widerstand zu leisten.. Als politisches Mittel zur Verbesserung der Grenzbeziehungen empfiehlt die Kommission, den freiwilligen Bevölkerungsaustausch Mischen den beiden Staa« JUutc Jtptacllmig . des n <! u e ri'Palästina-Films „Der MM P»r in Erez W um 3 Uhr, ac uilltags Im IFA-PALAST-Ktoo, H.. Taborstrnsse 1 llntriitiprel» SO Gros&ta Mur ittr Jugendliche _8. Dezember 1925_ Nr. -44Ü in Senf. - Besorgnisse vr. zimmerman». den Pensionsetat zu entlasten und so di« Mittel für t\ni allgemeine Erhöhung der Gehälter zu schaffen und bemerkt, daß diese Anleihe nur mit Zustimmung de§ KontrollkomiteeS durchführbar fei. Wie man hört, ist der Plan der Pensiönsanleihe bereits gefallen. Ueberdies macht die Unterbringung der den Beamten zugesagten außerordentlichen Notstandsunterstützungen im Budget in Genf nicht geringe Schwierigkeiten, da das Finanzkomitee die Forderung erhebt, diese Betrage, die angeblich durch eine Ersparungsaktion ihre Bedeckung finden, müßten in das Budget eingestellt werden. Von dieser Forderung soll nun das Finanzkomitee schon abgekommen sein. Jedenfalls aber zeigen die Nachrichten, die aus Genf kommen, daß dort kein allzu g ü n st i g e r W im d für Oesterreich weht und daß der Völikerbundrat, bevor er die Kontrolle lockert, unzweifelhaft sicherstellen will, daß Oesterreich nicht wieder auf die schiefe Bahn der Defizitwirtschaft gerate. Nachstehend die offizielle Meldung, aus der hervorgeht, daß die entscheidende Sitzung verschoben wurde: Genf, 7. Dezember. Heute vormittags fand neuerlich eine Sitzung des Finanzkomitees statt, an der Bundeskanzler Dr. Ramek, Finanzminister Dr. Ahrer und der Präsident der Nationalbank Dr. Reisch, mit den Referenten teilnahmen. Die Debatte beschäftigte sich mit denselben Punkten wie gestern, ergänzt durch das Ergebnis der Rücksprache mit Generalkommiffär Dr. Zimmerman von gestern abends. Mittags zogen sich die Mitglieder des Finanzkomitees und der österreichischen Delegation zu internen Beratungen zurück. Um halb 5 Uhr nachmittags fand die Sitzung eines Ausschusses des Finanzkomitees statt, dessen Mitglieder in der Bormittagssitzung bestimmt worden waren, nämlich Niemeyer, Ter Neulen, Salier und Generalkommiffär Dr. Zimmerman. Oesterreich war wieder durch den Bundeskanzler Dr. Ramek, Finanzminster Dr. Ahrer und den Präsidenten der Nationalbank Dr. Reisch mit ihren Referenten vertreten. Abends folgte eine Plenarsitzung des Finanzkomitees. Die Situation ist unverändert. Tie Beratungen werden morgen fortgesetzt. Ursprünglich war geplant, schon heute nachmittags die Sitzung des österreichischen Komitees des Völkerbundrates abzuhallen. Diese wurde auf morgen vertagt. Bormittags fand auch eine Sitzung des Kontrollkomitees statt. Wie Tel.-Komp. aus Gens erfährt, betrifft einer der Hauptdisferen-punkte, der große Schwierigkeiten zu machen scheint, die ' Barvorschüffe, die der österreichischen Regierung jeweils am Ende des Monats vom Generaltommissär angewiesen werden und die dann beim Eingang der Zahlungen in die Staatskassen längstens nach zwanzig Tagen zurückgezahlt zu werden pflegen. Tie österreichische Regierung wünscht, daß diese Vorschüsse nach dem Ausscheiden des Generalkommissärs Zimmerman sozusagen automatisch gewahrt werden sollen, was das Finanzkomitee und das Kontrollkomitee als mit dem Wortlaut und dem Sinn der Genfer Verträge unvereinbar erklärt. Betreffs der Verbindung des Kontrollkomitees mit der österreichischen Regierung zu einem Organ der Kontrolle wurde vereinbart, daß diese Verbindung direkt und nicht durch einen Mittelsmann erfolgen soll. ten zu beschleunigen, sowie daß Griechenland diejenigen Bulgaren, welche das griechische Gebiet verlassen hoben, aber dort noch Güter besitzen, für die Abtretung angemessen entschädigen sollte. Als erster Redner ergriff der bulgarische Minister des Aeußern Kalfow das Wort, der erklärte, seine Regierung sei mit den von der Untersuchungskommission vorgeschlagenen Entscheidungen einverstanden. Hierauf erklärte der frühere griechische Minister des Aeußern Rendis, seine Regierung beantrage, die Entschädigungssorderungen Bulgariens abzulehnen und im Gegenteil Bulgarien zur Zahlung von 50 Millionen Drachmen zu verurteilen. Griechenland behalte sich das Recht vor, im Falle seiner eventuellen Bern r t e i l u n g zur Zahlung an den internationalen ständigen Gerichtshof im H a o g zu appellieren. Er verlangte schließlich, daß Bulgarien zur Einhaltung der Abrüstungsverpflichtungen verhalten werde. Der Vorsitzende der vm Rat nach dem Balkan gesandten Untersuchungsiommifsion. der britische Botschafter in Madrid, Sir Horace R u m b o l d. erklärte, daß die Kommission in voller Einstimmig-keit ihren Bevicht abgesaßt habe und nicht geneigt sei, ihn abzuändern.. Berichterstatter. Chamberlain beantragte hieraus die Ernennung eines Ratskomiteer zur Msaffung eines Berichtes über diesen Konflikt. Er betonte, daß er die Mitarbeit zweier Kollegen wünsche, um diese Angelegenheit endgültig zu bereinigen. In das von ihm vorgeschlagene Komitee wurden H y m a n 8 (Belgien) und I 8 h i i (Japan) entsendet. Hierauf genehmigte der Rat einen Bericht Jshris über die. Arbeiten des HygienekomiteeS und den Bericht GstamiS (Uruguay) über die von der Bölkerbundvsrfamm- - lüng^ gewünschte Zusammenarbeit der großen S t Q'b tgem ein beit der verschiedenen Nationen. Die nächste, öffentliche Sitzung de- Rates findet morgen um halb 4 Uhr nachmittags jtott.

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