Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1925-12-07 · Heft 2440 (7.12.1925) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2440 (7.12.1925)
Date
1925-12-07
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2979076-2981191-2981526--24878-3012467
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

El|j» — nm, tsrcm» : ' ' Var Krimvroielt. Bon Dr. Maximilian Hoxowitz. Sßüch8ottt sich Vir maßgebenden zionistischen Kre-ii'e in rlchttztt Erkenntnis der Sachlage aul[ dem Kongreß gegonüber dem Kvknprv-jekt noch ziemlich ablehnend verleiten hatten, hat daneugrwätztte Müonskomitee ans seiner Berliner Tagung eine Enunziation erlassen, in welcher zuM Ausdruck gebracht wird, daß der suhrusiische Kolvn'tsatiMMn mit dom Gedanken des Palästinaaufbaues nicht im Widerspruch stehe und daß daher auch von unserer Seite diesem Besuch zur Linderung des entsetzlichen WirtschaDeleüds unter der russischen Judeicheit der bche Erfolg zu w.ünsck;en jsei. Dieser Stimmnugstvaudel ist wohl nicht so sehr aus die Agitation gewisser ruffisth§zionisti.scher Kreise zurückzu führen als vielmehr aus taktische B'.äveggchnve m Hinblick auls die erwarteten Verhandlungen zur Erweiterung der Jewish Agency in Amerika, und es tväre somit gegen eine solche veränderte Stellungnahme zu dem immerhin beachtenswerten Ansiadlungspvojekt nichts anderes einzntvenden, als daß sie benjts durch die Ereignisse überholt ist, wie die jüngste Entwicklung in den innerpölitischen Verhältnissen der amerikanischen Judenhck mit aller Deutlichkeit gezeigt hat. Sollte aber diese Kundgebung eine prinzipielle Zrrstimmung. eine aufrichtige Billigung neuen Kolonisationsplanes bedeuten, sc wäre darin ein -bedauerliches Zeichen von Schiväche auf seiten der Organisation zu erblicken, eine bei solch alten und bewahrten BoMmi fern unserer Sache befremdliche Verkennung von Wesen und Wert dez'ioni.shischeu Gedanken- und seiner geschichtlichen Sendung, weiters aber auch eine besorgniserregende Außerachtlassung der ernsthaften Gefahren. die unS nicht erst aus der Verwirklichung des KrimpioMes, sondern schon aus jedem Versuch seiner Förderung erwachen Wnmn. Dan hat dieses Prosekt als eine willkommene Teillösung der durch die trostlosen wirtschaftlichen Verhältnisse der Nachkriegszeit noch weit dringlicher gcw-rdenen europäischen Iudersrage «bezeichnet. Aber es liegt ja eben in der Weltanschauung des Zionismus begründet, daß er keine solche Teillösung anerkennen kann. Teillösungen der -Fudenftage anzustreben, gehört gerade zu den hervorstechendsten Wcfenszügen der Assimilation. Dadurch unterscheidet sie -sich in ihrer Grundanfsassung vom Zic-nismus, der alle Teilprobleme im Judentum nur von einem einheitlichen Gesichtspunkt zu begreifen vermag und sie daher alle einer einheitlichen Losung zuführen will. Und dies nicht nur aus der Erkenntnis heraus, daß die einheitliche Natur der Judenfrage auf der ganzen Welt eine Teillösung von bleibendem Wert niMn-ds zuläßt, sondern schon aus de-m ganz einfachen Grunde, weil «in jeder solcher Teilversuch den aus Hevbe-isühvung einer Gesamtlosung gerichteten BsstvebuWn wertvolle Kräfte und Hilfsmitter entzieht und so indirekt zur Verschärfung der jüdischen Weltnot beiträgt; denn der gesamWdische Msreruwgsgedcmk des Zionismus muß für seine Verwirklichung die besten Kräfte des Weltjudentums restlos und nng-'schmAert in Anspruch nehmen können. Der Einwand, daß das wirtschaftlich vollständig zugruiH« gerichtete russische Jnidentu-rtt nicht warten könne, bis die ökonomische Lage in Palästina eine Mafseneinwan.denmg ans Rnßänd gestattet — der wirtschaftliche Niedergang der russische Juden ist notabene zum allergrößten Teil durch den bolschewik'schen Umsturz verursacht, dessen Urheber sich jetzt in der Nolle 'der Heilsbringer für ihre jüdischen Opfer gefallen —, d'o'er Ein wand darf uns nimmermehr zur Nachgi.'blg-keit zw'ingen, muß vielmehr für uns einen Ansporn bilden, unsere Anstrengungen verzehnfachen, um eine solche Aufnahme-. fühig-eit Palästinas für die jüdischen Massen des Ostens herbaizusühren, b-vor noch für dos unsolide und aussichtslose Krimprosekt allzu viel Krälte vergeudet worden sind. Durch ein« stillschweigende Zustimmung oder gar eine Forderung verzichtet hingegen die zionistische Bewegung so gut wie vollständig auf die iäfedle Herrschaft über vielleicht den wertvollsten Teil des Judentums der ganM Welt. Tenn darüber kann man sich ^iner Täuschung hingeten, datz d'.e russische Judenheit in dem Maße, als die Bemühungen zur Realisierung des neuen Kos-ouisat'ionsplanes fortschreiten, der Jd«:e des Gesamtijudm.il ms entfremdet werden müssen. Tenn die Kwimkolonisation wird niclü im Zeichen der nationalen Renaissance vor sich gehen, fon>:rn im Gegente-il unter Ablehnung des allweltlichen jüdischen Zusammengehörigkeitisttebens und darüber hinaus des nationalen Gedankens überhaupt, wie es nun scheu einmal -den Intentionen der 'kommunistischen Welteroberer m* ftmtfjt. Hier bildet das Judentum keinen nationalen Faktor mehr, sondern nur eine Wirtschastsklasie- «der einen Gerusesjand. Und das, was an jüdischem Inhalt «lei bfcrbm Siekungspro-jett zurüMleibt. wird nur in äußerst losem Zusammenhang mit dem Gcsamtjudent.um stehen, es wird ein an die Lan-dscholle gefesseltes Judentum, ein Teil- Mdentum sein ohne Berührung mit der großen Mischen Weltbewegung und dahor wertlos für die Erhaltung und Erneuerung unseres nationa^n Willens. Aber auch »schon in der nächsten Zukunft müssen wir von diesem reuen KoÄnisatioNsprojskt für uns nicht nur einen nrateriellen, sondern viel mehr noch einen empfind!ichm moralischen Verlust befürchten; denn es kann uns unser wertvollstes Menschenmatevial, unsere unvergleichlichen russischjüdischen Pioniere für Palästina rauben, de:en Opfermut auf ein schein,lär näherliegendes, in. Wirklichkeit - unerreichbares Ziel abgelenkt wird. Wir wellen und können aul; das russische Judentum beim Palästinaausbau nicht verzichten. Und auch für die benachbarte polnische Jlt-dSnheit. -welche jetzt gleichfalls die schwere trirtschaftl'che Depression in Massen nach Palästina treibt, 'best-echt größte Mkner »gWfleiWTTtntfl _ _ Gefahr; denn dys trügerisch« Projekt wird sehr wchl auch über die nahe Grenze sein« Auzsthuit-gskrast aus üben können. Reiner zionistischer Lebenswille ist es 'daher, der uns. zwingt, das Krimprojekt anstatt wohlwollend zu behandeln, mit aller R-ucksichtslosigkeit zu be.kämpsen. - In Amerika Hatzen sich unsere Gesinnungsgenossen, bi« dem Krimprojekt ursprünglich keineswegs ablehnend gegenüberstanden. unter dem Zwange der Verhältnisse genötigt gesehen, gegen die dortigen Förderer dieseneuen Siedlung-, planes eine ausgesprochene Kampfstellung einzunehmen, und haben mit diesem energischen Entschluß auch einen vollen Erfolg erzielt, indem die Marshall.Gruppe in den der Konferenz von Baltimore vorausgegaugenen Emigungsvcrhandlnngen dem Palästinaaufbau d>« so heißumstrittene Bor- Zugsstellung einräumen muß:e. Es mag dahingestellt bleiben, ob die Herren vom Joint sich zu diesem Schritt auwahrer Zionsliebe oder vielmehr au8 taktischen Beweggründen entschloffen haben. Auch Marshall und di« Seinen konnten sich kaum darüber einem Zweifel hingeben, daß sich Ihr« Gegner iu einer weit günstigeren Posilion befanden, nicht nur wegen der beispiellosen Schwungkraft der zionistischen Idee in Am«, rika, sondern wegen der öffentlichen Meinung de- Lande-, welche durclMs aus seiten des Zionismus steht. Drei ausein. anderfolgende Präsidenten, Wilson, Har ding und Coolidge, haben wiederholt namens deamerikanischen Volkes und der Negierung ihren Sympathien für unsere Bewegung öffentlich Ausdruck verliehen und auch sonst sind zahlreiche Kundgebungen von maßgebenden politischen und gesellschaftlichm Faktoren der Union erfolgt, welche die Uebereinstimmung des PülästmcrgedcmtenS mit den Grundsätzen amerikanischer Freiheitsbestrebungen bekräftigen. Hingegen sind die Vereinigten Staaten die einzige Großmacht, welche die Beziehungen zu Sowejetrußlcmd bis heute nicht ausgenommen hat und jede politische Zusammenarbc t mit der russischen Despotie entschieden ablehnt. Ein allzu tiefe- Eingehen jüdischer Kreist auf sowfetruffische Plan«, eine allzu weitgehende materielle und ideelle Unterstützung eines von der Regierung Sowjetrußlands offiziell nngeleileten Unternehmens dürfte daher dem politischen Geschmack der amerikanischen Oeffentlichkeit keineswegs entsprechen und seine Propagatoren vor der öffentlichen Meinung de- Landes in keinem besonders vorteilhaften Licht .^scheinen lasten. Wie dem aber auch immer sei, daS Krimprojekt hat in Amerika, wo es uns zuerst gefährlich zu werden drohte, eine entscheidende Nieder, läge erlitten, welche dort hoffentlich den Anfang don seinem Ende zu bedeuten hat. StoWiuk am Steluhok. Nach den bestehenden Gesetzen muffen alle Personen, bi« wegen Irrsinns in einer geschlossenen Anstalt interniert werden, einer behördlichen Kommission zur Feststellung des GeistesMandes vorgeführt werden. Nach der Freisprechung Otto RothstockS, der, wie erinnerlich, den Wiener Schriftsteller Hugo Bettauer n'i-oderäejcheffen hat, wurde er von der Staalsanwaltschast dem Polizeibezirksarzt vargesührt, der seine Uebergabe an die Irrenanstalt Steinhos dechügte. Nach dem Gesetz vom Jahre 1911 muß ein solche durch den Polizriarzt der Irrenanstalt überwiesener Geistelkranker einer Kommission votgeführt werben, die aus einem Bezirksr'.chter und zwei Aerzten. von Lenen einer un-bedingt GerichtL-^ychiat-cr «sein muß, vorgesührt werden, damit diese bestlminen, wie lange Vowussich'lich die Jnterniening des Patienten 'dauern werde. Die erste Frist, die bei Rothstock gestellt worden war. ist nun ilirenr Ende nahe gewesen und so mußte er deshalb neuerlich der Kommission Vorgestellt werden. Wie wir erfahren, hat die neuerliche UMersuchuug RatsistockS vor einigen Tagen stattgefunden und die vorläufige Frist für seinen weiteren Au!'en«thalt am Stei-nhof P mit acht Mona'en beuiefsen worden. Nach Ablauf dieser acht Monate wird Rotlstock abermals auf seinen Geisteszustand geprüft werden. V-on dirf-er Untersuchung wird es dann abhäugen, ob er seiner Familie übergeben wird oder we^terhm in der Heil- und Pslegeanstalt Steinhos zu verbleiben hat. Otto Rot-'stock befindet sich nach wie vor in jenem Pavillon der Irrenanstalt, der hauptsächlich zur Unterbringung für uriruhige Kranke verwendet wird. 6-Mfiung der Frau Kadivec. Wie wir erfahren, steht die Begnadigung der im Marz 1924 wegen Sittlichkeitsverbrechens zu sech- Jahren schweren Kterkcrs verurteilten Edith K a d i v e c unmittelbar bevor. Edith K a d i v e e war beschuldigt, in ihrer Wohnung in der Bibcrstraße in der Inneren Stadt Ktinder aus sadistischen Gründen geschlagen rz»d diese Prozedur vor perversen Männern vorgenommen zu haben. Die Enthaftung der Fra« Kadivec dürfte a m 2 0. d. M. erfolgen,? dm Riider« des Simvlon-ßxdreß. Belgrad, 6. Dezember. Ein ehemaliger Offizier der W r a n g e l - A r m e e, der den . Versuch unternahm, zwischen den Nädern als blinder Passagier im Simplonexpreß die Reise von P a r is n a ch K e.n stantinopel zu machen, wurde im Bahnhof der Station Smederewska Palanka, 30 Mometer hon Belgradhalbtot vor Hunger' und Kälte hervorgezogen, nachdem er hereits 54 Stunden in dieser Lage zugebracht hatte. Er erklärte, er Hab« die Absicht gehabt, in Konstantinopel seine Estern Wieder a u f z u f i n d e n, mit deren Unterstützung er nach Rußland zurücklchren wolle. r, DttMbtzr IM G-s-, .z Perfische Rativnalvkksanimlung. Tcheratt, 7. Dezember. In Anwesenheit der Bertretti der fremde« Mächte fand gestern di« feierliche Eröffnung-, sitzung der Nationalversammlung statt. Ger-äß einer An« K des provisorischen Regierungschefs R i z a K h a n hat ikfammlung die Aufgabe, nach der Absetzung der Lhadscharen-Dynastie einen dg ültigesStootsober- Haupt zu wählen. An der Sitzung nahm keineinzige, Würdenträger teil. Wien. 7. Dmember. * Wiener Vech-H«r«ibraich, L. Bez., Ferdinandstroß« W. Momag um 7 Uhr LÄtor Dr. S. RMn: ,/Loüimud". Ter Hausarzt. Redigiert von Dr. Sanel Beer. Ueber Kraukheitsvorbeugung. .Luch drO Laien ist die tülssche gelilufig, daß, je ftühzeitiger eine Krankheit erkannt wird, um so leichter die Heilung oder Bessktung des Zustandes zu erwarten ist. Dagegen versündigen sich aber dir meisten Menschen, indem sie wohl schon längere Zeit an diesem oder jenem Uebel laborieren, aber sich scheuen, eine gründliche Untersuchung vornehmen zu loffeit. Wie der bekannte Vogel Strauß wollen sie den leidenden Zustand nicht beachten und vermeinen, ihn auf diese Art bannen zu können. Etz Mg ja richtig sein, daß bei hvpochondkisch veranlagten Menschen schon die Kenntnisnahme irgend einer auch nur leichten Krankheit zu schweren Verstimmungen, damit zu stärkerer, dauernder Beobachtung und zum Auftreten einen starken Krankheitsgefühles fuhrt. Im allgemeinen ist aber frühzeitige Erkennung einer Störung im menschluhen Körper von ausschlaggebender Bedeutung, weil in diesem beginnenden Stadium viele, und gerade die schwersten Krankheiten einer Eigen Heilung bei sachgemäßer Behandlung zugänglich sind. Selbst der scheinbar vollkommen gelunde Mensch sollt« sich mehrmals im Jahre bei seinem Hausarzt zu einer gründlichen Untersuchung vorstellen. Ter HouSarzt, der mit den Lcbensgewohnheiten dcs Patienten bester vertraut ist als irgend ein Gelegenheiitarzt, wirtz unter Verucksichtiguug der ihm bekannten Umstände leichter bei der Erteilung eines Rates das Richtige tresftn. Auch hat er im Gegensatz zu den verschiedenen Fachärzten, deren spezialiftiscke Kenntnisse keineswegs herabgesetzt werden sollen, stets den ganzen Menschen in seine Beobachtung einbezogen und vermag sich me>st «in beffercs Bild der Krankheit zu machet'., als der meist einseitig auf ein Organ eingestellte Spezialist. Ein harmonische- Zusammenarbriten von HauS. und Facharzt wird jich für den Patienten stetals nützlich und manche sp?zialift!fche Untersuchung bei der guten Schulung unserer praktischen Acrzte als überflüffig erweisen, Das Uebergehen des Hausarztes, der gewissermaßen die Familiengeschichtr de- Patienten tat und sich auf die seelische Ein. stellung besser verst.ht, rächt sich oft, denn dag Ueberlaufen der Spezialarzte durch die Patienten verwirrt diese meist und veranlaßt vielfach Eingriffe, die zu vermeiden gewesen wären. So sucht etwa ein Kranker einen Nervenarzt nach dem anderen wegen eines vermeinblichen Nervenleidens auf, es werdet: alle ntöglichen Heilmethoden ausprobiert, keine vermag Linderung zu schaffen. Der Nervenarzt hat zum Beispiel die Harnnntersuchung unterlassen, weil er dachte, daß diese von einem praktischen Arzi durchgeführt wurde und keinen weiteren Anhaltspunkt für die Diagnose erbrachte. Indessen ist eine solche Untersuchung des llrlns nie erfolgt, ergab aber schließlich, daß er sich um einen Diabetes (Zuckerharnruhr) handelte. Der solange nicht entdeckte Diabetes war die Ursache für dar langjährig« Nervenleiden. Es trifft in solchen Fällen den Spesialarzt keine Schuld, sondern bloß den Patienten, der den Arzt vielfach falsch informiert, obgleich er sich damit schadet. CS ist übrigens sehr intereffant, daß Patienten aus Scheu oder aus Dummheit ganz falsche Angaben machen, die den Arzt in der Diagnosestellung sehr beirren können. Manche tun es auch, um den Arzt auf die Probe zu stellen. Eie bedanken gar nicht, daß sie sich dabei selbst schädigen. Obgleich die Patienten sehr gerne alle neuen Methoden bei Untersuchungen und Behandlungen angeweudei wiffen wollen, so lehnen sie oft alterprobte Untersuchungsmittel ab. So erfreut sich die Untersuchung der Harns im allgemeinen keiner besonderen Beliebtheit beim Publikum. 8s schätzt den Wert solcher Untersuchungen viel zu gering ein. Und doch sollten sich die Harnanalysen mehr einbürgern, da gerade deren Befunde uns viel über den ganzen ÄörperhauShalt avSsagen. Die Untersuchung des Harnlaßt vor allem die Beschaffenheit der Mieren und der Harnblase erkennen. Die gesunden Nierenepithellen lassen da- Eiweiß des Blutes nicht hlndurchtreien. Bri Nervenkrankheiten mischen sich Eiweiß und Formbestandteile dem Harn bei. Auch Krankheiten der Blase gehen mit gewissen ZerfetzungSvorgängen des Urins einher. Aber auch gewisse Stvfsweässelstörungen werden aus dem , Harne erschlossen So mischen sich abnorme Bestandteile, wie Zucker und Azeton, bei. Das sind die Zeichen einer bestehenden Zuckerkrankheit. Bei Leber* und Darmkrankheiten treten andere Stoffe auf. Auch mcdikamentare Stoffe oder Gifte (Quecksilber) können im Harn nachgewiejen werden. a Planmäßige und periodisch wiederkchrend^ Untersuchungen müssen, will man den Krankheiten Vorbeugen oder sie rasch überwinden, für jung und alt, arm und reich verlangt werden. Wo die Mittel fehlen, wird der Hausarzt durch die sozialen Einrichtungen der Krankenkassen wenigstenrcilwei.se ersetzt. 2094

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.