Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1925-12-06 · Heft 2439 (6.12.1925) · p. Seite 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2439 (6.12.1925)
Date
1925-12-06
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
83% known words query
IRI
…/2979076-2981191-2981525--24867-3012455
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Delta S Rfltn, 6oniriag Und genau so Verhalten sich Extrakte, die Gurwitlsch -ewann: gettennt behandelt, wie oben geschildert, Men sie eine Wirkung aus, wie sie die WurzHpitze auch hat. Mit anderen Worten — in seinen Extrakten hat Gurk.Ditsch Vrn H1 off gesangen, der in Ähnlicher Weist Strahlen erzeugt, wie die uns ja auch noch nicht naher bekannten Stoffe in den Leuchtvrgauen. Hier wie dort Strahlen, die vom lebenden Körper ausgeben, nur daß die GuttvilschGtrahlen eine ungle'ch größere Bedeutung haben und vielleicht auch eines Äges praktische Bedeutung gewinnen werden! Besteht drch die Möglichkeit. die strahlenerzeugende Substanz reiner zu gewinnen und damit eine befördernde Wirkung auf die Heilungs» Prozesse cmszuüben, die ja in der Hauptsache auf Zellteilungen 'beruhen. Aber wie immer das fein motz, es ist eine bedeutsame Entdeckung, deren Werden man in den ychn Abhandlungen Gurwitsch' (sie sind allesamt in einer angasihenen wissenschaftlichen Zeitschrift, dem Rouxschrn Archiv, in den Jahren 1920 bis 19B5 erschienen) verfolgt werden kann. Und es ist eine selbstverständliche Anerkennung, wenn nach großem Muster d'o von Gurwitsch entdeckten Strahlen. die er streng sachlich mitogenetische (teilungserregende) nennt, künftighin seinen Namen tragen werde». _ -ie Jtalfetto ««lalle. Eine Keine Mexikanerin mit Namen Gretta Lopez ist ti Europa gelandet, und ihre Ankunft kommt einer außer- »rdvnÄtchsn Fortlsitzung jener TrogLldie des KadsirS Maximiilia« von Mexiko^n vor 58 Jahren gleich. Maximilian war der ch'terre'chWe ErKelyog, dessen M» )ergleich!rches Schloß Miraanare am Goöf von Triest stcht. Seine Gattin, die ehsrMige Prinzessin Maria Charlotte von BLgien, Schwaster des vcastarlbvnen Königs ItoopoL, lebt Äs Schatten mi> ist heute Mfundachtzig Jahre ttt. Fast durchdrungen von der Meinung, daß ihr Gemahl uargen oder übermorgen sie in Mer Lvebe neu umfangen vevde. Dieser Wchn HAt sie am Löben. Doch es wird Mischends chlechter mit Uhr. Die Angle reden von einer BluttranS« iuision. die allein sie retten könne. Und das ist der Augen« blick, wo Gretta Lopez, die erwähnte junge Dame, auf )sn Plm tritt. Bis in ihre mexiikamqche Heimat ist der Ruf -er belgischm Hchärzte gedrungen. Und so bestieg sie das Schilfs und kreuzte dm O^an in cdÄster Absicht. Tie hat einen stark sentimentalen Doweggrund für chre Manchrchi-' che HaMÄ.u«gSweise. Sie ist EEin eines der rHuMrmrchen Führer, die damals den abenteuernden HäMurger an tne Mauer stellten. Sie hat sich dovgsnommen, Blut für Biut zu gaben. Sie will einigermaßen gutmachen, was in der Hitze des pollithschsn Gesichtes angerichtet worden war. Wenn die Aevzte es gucheißen — und weshaöb sollten ftr rvicht? —, wird also binnen kurzem mexikanisches Mut in die Adern jener Umnachteten schiißen, nNd sie wird noch ein paar J<chre langer ihrem Wahne leben können. Wie stets, wenn man an Vergangenem rührt, tauch« MeWungm auf, die mehr gu wissen angoben. Es war am letzten Donnerstag, Äs der „DaÄY ChwniÄe" hinter de« DeMeib der mexikanischen Kronjmvelen Licht brachte. Gleich nach dm Schüssen von Queretarv M der Nachsatz in die Hände der großen NeMutionSfanMe Madero. Fest in den Tresoren lag er bis mn 1806. Dann aber machte daS Haupt jener Familie sich schleunigst aus dem Staube» weA die nächste Revolution und eine hackvoll anders gearteter Nachfolger nunmehr reff waren. Der auifgastöberte Signore Madero schwang sich mitsamt den KnmxuwÄen aus das Passagierboot „Merida" mrd schwamm einer reineren Lust zu. Auch dieser MWuß wirb dramatisch wie der Verftossene. Denn die „Merida" sank in der Chesapeake Bay. Mit chr all die herrlichen Rubinen und Edevsteine. Run liegen sie in dem gepanzerten GölÄsHrank des tzesmikenen Schiftes. an dessen Mnde Seesterne und Algen nisten. Nicht mehr lange soll die See die Schmucksachen dehalten. Denn nun werden Taucher mobil gemacht. Sie werden den GÄdjchraivk gu spreng-n vechchen,und den Schatz nach oben befördern. Möbelfabrik J. Spira Feine «' IlO, (II. ülWMWU >-! Wotimmeselnrlchfungeo (Ecke Kifl-Sehweixbotef-Oün) HEKRENMODEHAUS A. BOREHSTEIN WilN, II. HOUANDSfftASfl19 TSL6IM0N Nr. 4« »G» fibt bekannt, dass in Anbetracht der herrschenden Geld* nappheit den langjährigen Kunden bei Bestellungen aut Hnrrnngardnrobn aacll Maat ZAHLUNG SERLEtCHTERUNQKN ohne Pss«ß aufrchlag gewährt werden ,7, —- Zionistische Sektion VI*Vtil :*m-m m Vlü.. Bennoplatz 1 a DICKSTAG den 8. Dezembet am S Wir »beids Vor!rag Dr. Max Graf Professor der Akademie und Hoehaehule für Musik u. da. stellende Kunst „JÜDISCHE MUSiK" Mft muslkaischen und gesangl chen Beispielen wtr«r Wotgtitntttimg ■l iiimitiiiiiiiiiiiiiiiiaiiHiifiitiiiiiiiiiiiintiitmiiitttuiiiimifiimimiinui zuül SIBIRISCHEN ZOBEL Wien,VI; Mariahilfer,strasse 101-103 KÖrscnnermelstei1 >/ ÜNur letzte Neuheiten f I in bester Ausführung * 1 Gegründet 1896 Telephon Nr. lti Oeskays Bubikopf-Haarschnitt ist Kunst, sein Hitme - Haarfärben das Beste, seine Dauerwellen einzig IX.» Währingerstrasse Nr. 15 Die Auftuhrung des neuen Nationaltons-Films „Oer jüdische Pionier in Erez Israel“ ausgenommen im Sommer 1925) findet am Donnerstag den 10s d. M. 10 abends, im Löwenkino, IlL, Löwengasse 33, statt. karten im Kino, im Sektionsiokaf und beiden Ausschussmitgliedern der Sektion zttm Preise von 8 - .60, 8 l.-, S 1.60, s r Danksagung! Anlässlich des Ablebens unseres geliebten Sohnes, bezw. Bruders, Onkels und Schwagers, des Herrn Siegmund Kubin sind sms so zahlreiche Beweise tiefsten Mitgefühls zugekommen, dass wir ausserstande sind, jedem einzelnen zu danken. Wir sprechen daher auf diesem Wege allen Freunden und Bekannten hiefür den besten Dank aus. mi Familie Lotte Kubin iAitfi-Wl« Im Dezember 1925 THEArtRSAAL „HO TF.L POS»“, I., FLEISCHMARKT 24 (Engen;; 1. Drach na«ge3) Morgen Montag, 7. Dezember, 8 Uhr abends lüMiillttllüterorl» er KÜnstlerUche Leitung: BernhardSchamr Mlcwirhende: MM» LmUiakqfa, Maria Gattnumn, Lola RaSUttMn, Arnold Grast“ wann, JfcWlitm St-vlk, Max Strang, Prohjotaf ZlmbUt and andere Zum SCtiiuM: Bina Volkuzent (Chattldlsche Hocksalti Rettlieh« Rarttn: Bücherstube Rath. II.. Tahorttraese 20a, „Wiener morgen xeitung“, Taborsrasse 1—3,und an der Abendkasie Die Geschichte her Poifistino-Poiüik WOLFOANO WEISL Der KibiI ei f is biiRiE lall Palästina von heute Mit. 4t Abbildungen und 4 Karten Pic a in Lernen & 17.— Weist, der über die poW»e''en Verhl tnlsse ’m nahen Orient «ehr «Mgeocnd Orientiert i»t,aehitdertin uieaem aiifaetiiuis*eichen uttch alte Etappen des engl sch*j dlscfiarabi-.chen Kampfes um Palästina Von den er« Ca Anfängen de« politischen Zionsmus Ober den weiikrieg nnt «einen itefereffenden Umtväi>ungen vs.d die darauf* Sigwde Bmitrhun« ce^ atabisenen Kmfat«« bi« rttn ftemid ngl>nd»«egenMentta um den letzen ^rfo«en lindPör schri. en 3e» Zionnmus ln Palästina gim Wemi ein Bl d uer Eruwiekuhg t« Palästina voo neute £ genrnixe und bezeichnende Skizzen aus dem Leben in Palästina bilden den zweiten feil die.je» Interes anteo Werkel. Das Buch für den Paltfstinofteund! Durch Budihandlung R. Löwit,Wien, 1« .Plebdim^rkt 1 und Koten trmsira «e 22 6. Dq««Her 1926 Nr. 2439 TM TOM OIE WEITMAAK« ' PtOfSTC KUNSTMÖBELFABRI'C 52( JOH. GRÜNWALD'S W£S L, FleUchmurkt 17 I., Welhbarggasse 11 WotwangM, OMdtlifelokale. Cote», Kino«. Tlieal-r, nach* dgenen Entwarfen. Steh o r o *»e«. asiortferte« L«|(ei Hervorragend bewiihrt zur Bekämpfuugrheumatifcher, gichtischer« uervvfer Echmerze« sowie gegen Kopfschmerze». »fe VlrfNR« «rin AR»l»t«t»«r ein. «ri>e fchjibtlchen fttbeiuoirfMttn. Utrjitlia lakrnb Seß»,achtet. - Ja aEen »petytken. MMes Mu eum. Generalversammlung. Am 30. November fand die 17. ordentliche General« Versammlung der Gesellschaft für Sammlung und Konservierung von Kunst- und historischen Dentmälern deS Judentums (Jüdisches Museum) in den Räumen der B'nai B'rilh (1. Bez., Universitatsstraße 4) statt. ES waren führende bedeutende Vertreter des Wiener Judentums erschienen, so daS Präsidium der Israelitischen Kultus-> gemeinde, ilniversiiätsprosessor Dr. AloiS P i ck und Vizepräsident Dr. Josef L ö w e n h e r z. die Mitglieder des Kuratoriums der Gesellschaft, Präsident Hofrat Prof. Dr. S. Frankfurter, die Vizepräsidenten Dr. Siegmund S t i a tz n h und Sandor Wolf, Generalkonsul Direktor Horch und der Kustos des Museums Proseflor Doktor Jakob Bronn er. Unter den Gästen bemerkte man serner den Vertreter der israelitisch-theologischeu Lehranstalt, Bibliothekar Dr. Kristianpoler, den Leiter der israelitischen ReligionSlehranstalt Prof. Dr. M. Rosenf c 11>, die Rabbiner Dr. David Feuchtwangund Doktor I. T a g l i ch t, Vertreter der Logen und der Union österreichischer Juden, Universitätsprosissor Dr. L ö w h u. a. m. In seiner Eröffnungsrede wies der Präsident Hofrat Frankfurter darauf hin, daß das Museum nunmehr 30 Jahre bestehe, seit es im Jahre 1895 durch Baurat Wilhelm S1 i a ß n y gegründet wurde. Das Institut kann mit Befriedigung auf diesen Zeittaum zurückfehen und hat sich aus kleinen Anfängen zu einer heute anerkannten Bedeutung entwickelt. Im abgelausenen Jahre ist aus Anlaß des 14. Zionistenkongresses eine Umstellung der Objekte vorgenommen und eine P a l ä st i n a e ck e, die spater zu einem besonderen Palastinazimmer umgestellt werden soll, in seinen Räumen geschaffen worden, wo auch der über Palästina und dar dort erstehende neue jüdische Leben völlig Uneingeweihte sich ein Bild von der jüdischen Arbeit im Lande der Väter und von der Geschichte der zionistischen Bewegung machen kann. Während deS Kon- .grefles und auch sonst im abgelausenen Jahr wurde das Museum von bedeutenden jüdischen Persönlichkeiten des In- und Auslandes besucht, darunter auch von den Mitgliedern der Familie Herbert Samuel, Prof. M a g n e s aus New-Uork. Buchverleger Leo Olschki (Florenz), Dr. Jgnaeio Bauer (Madrid) und vielen anderen, welche alle mit viel Genugtuung sich über das Museum geäußert haben und in Anerkennung des Gebotenen es durch einige Objektspenden bereicherten. Bei der Wahl des Kuratoriums, die im Anschluß an die Eröffnungsrede deS Vorsitzenden stattfand, wurde das vorjährige Kuratorium wiedergewählt. Hierauf hielt Oberrabbiner Prof. Dr. Z. P. Ch a j es den Festvortrag „Ueber den Propheten Ezechiel". Ausgehend von der schon historischen Diskussion bezüglich der Einreihung des Propheten Ezechiel unter die großen Propheten Jesaja, Jeremia und Amos schilderte der Redner die Bedeutung Ezechiels für das jüdische Volk. Dieser Prophet habe eine Wandlung im jüdischen Volke innerhalb weniger Jahrzehnte herbeigeführt, die vor 'chm mehrere Jahrhunderte nicht erreicht halten, indem er das jüdische Volk i n seiner Gesamtheit zum Monotheismus bekehrte. Unter ganz anders gearteten Bedingungen als seine Vorgänger, die großen Propheten, die in bw Straßen Jerusalems und besonders während der Wallfahrtsfeiertags (Sukkoth) zu Tausenden von Menschen sprechen und eine direkte Massenwirkung erzielen tonnten, mußte Ezechiel durch das Mittel der Führer einzelner kleiner Siedlungsgruppen in dem Exil die Massen erziehen, und wußte die Exilierten, die in den Augen der in Judäa Zurückgebliebenen nicht als Juden betrachtet wurden, als den eigentlichen Kern der spateren Regeneration des Volkes im Kampfe gegen eine falsche Vorstellung der „Auserwäbltheit" vorzubereiten. Diese Bedeutung des Propheten nicht für 115

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.