Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2437 (4.12.1925)
- Date
- 1925-12-04
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 2487 Men, FreiW Wenee MyWeyzeitrms Dezember 19©S m*s P«tfchvorberM«gen in Preußen? Eine Debatte im preußischen Landtag. Berlin, 3. Dezember.'(WM.) In der heutigen Sitzung des preußischen Landtages wurde von ckomniMistifcher Seite das sofortige Erscheinen des preußischen Innennüni-. sters Severing verlangt, der Auskunft darüber geben soll, was ihm über die Vorbereitung eines Rechisputsch es bekannt sei. Es bestehe die Gefahr, daß die Lvnterrevolutionären Verbände in den nächsten Tagen 'losschlagen würden. Innenminister Severing, der daraufhin erschien, gab die Erklärung ab, daß die preußische Polizei keine Putsche, weder von rechts noch von links, erlaube. -Derzeit sei kein Anlaß, wehr besorgt zu sein als bisher. So lange er (Severing) auf seinem Posten ^ehe, gebe es keine Putsche. Kin Wortwechsel. Rom, 3. Dezember. Bei Neapel kam es in einem Eisenbahnwagen zweiter Klasse aus bisher unbekannter lUchache zu einem Wortwechsel, in dessen Verlauf drei Personen getötet und eine Person lebensgefährlich -verletzt wurden. La« Wahlrecht in Anßland. Nroskau, 2. Dezember. (I. T. A.) Das soeben veröffentlichte Wahlgesetz verleiht das Wahlrecht Straßenhändlern, kleinen Krämern, Mitgliedern von Handwerkerorganisationen, Einzelhandwerkern, auch wenn sie einen oder zwei Gehilfen beschäftigen. Auf diese Weise haben zahlreiche Juden der Städte, die früher nicht wählen durften, nunmehr das Wahlrecht erhalten. | Versuchen Sie vr. OETKER'S bewährte Rezepte MOZART- TORTE 5 dkg Butter Fett oder Margarine rülirt man flaumig, gibt hinzu' 1 Dotter, IS dkg Zucker, 10 Bohnen geliehenen Kn fee, etwas Rum sowie Zitronenschale, 1 Päck* chen Dr. Oetker’» Vanillinzacker, 2 dkg Kakao, % Liter Milchkaffee, 13 dkg Mehl, dem man */t Päckchen Dr. Oetker's Bade, naiver beigemengt hat und zuletzt den Schnee des einen Elklars. Die ganze Masse rührt man gründlich ab und bäckt in gut ausgefetteter Form. Kalt wird die Torte durchgeschnitten, mit Marmelade gefüllt, w.eder zusammengesetzt und mit ' der nachstehenden Schokoladeglasur überzogen. — Schokoladeglasur: 3 Rippen Schokolade werden in Dunst erweicht,. 15 dkg Zuckei mit \ Liter Wasser gesponnen, bis ei Fäden zieht. Die Schokolade wird mi 2 dkg Butter mit dem Kochlö fel abgetrieben, dann der kochende Zucker langsam löffe’weise dazugegeben und gerührt, Dis die Glasur kalt ist, und mit dieser Glasur die Torte überzogen. Weitere Rezepte gratis und franko von der Fabrik Dr. A. Oetker, Baden b.Wien. La« neue Gemeint egesetz in Marten. Kowno, 3. Dezember. (I. T. A.) Der litauische Innenminister hat soeben die neuen Instruktionen über die Rechte und Funktionen der jüdischen Gemeinden'in Litauen bestätigt. Anfangs 1926 werden die Wahle n stattfinden, so daß zum 1. Februar 1326 die ueugewähllen Gemeinderäte zu funktionieren beginnen werden. Laut dem Gesetz haben je 50 Juden das Recht, eine eigene Gemein de zu gründen. Der Zentralrat der jüdischen G e m e i n d e n hat jedes Jahr dem Innenminister die Vorlage über Shstem und Höhe der Gemeindesteuer zu überreichen; der Innenminister kann 'die Vorlange bestätigen oder ablehnen fotoie überhaupt nach Gutdünken verfahren. Mindestens 40 Gemeinden haben das Recht, sich zu einem Verband zu vereinigen und V e r t r e t e r k o n f ewe n z e n einzuberufen. Solche Konferenzen haben alljährlich zusammenzutreten und einen Zentral rat zu wählen, der dje Arbeit der Gemindert leitet und inspiziert. Das Statut des Zentralrates unterliegt der Bestätigung durch den Innenminister. Die Gemeinden sind keineswegs verpflichtet, sich dem Gemeindeverband anzuschließen und im Zentralrat vertreten zu lassen. Diejenigen Gemeinden, die außerhalb des Verbandes bleiben wollen, reichen ihre Budget- und Steuevvor'lage direkt bei dem Selbstvevwaltungsdeparteimnt ein. Jet SalkaukoyW vor dem Böllekbnnd. Griechenland von der Ilntersnchungskommission als schuldig befunden. Genf, 3. Dezember. (Tel.-Komp.) Der Bericht der vom Völlerb'Undrat ernannten Untersuchungskommtsfio n für den griechisch-bulgarischen Zwischenfall ist heute nachmittags vom BÄkerbundsekretariat veröffeMcht worden. Er kommt zu einer Verurteilüng Griechenlands, das den Bölkerbundpokt durch die Besetzung bulgarischen Gebietes verletzthat/währeich die bu^rische Regreruitg durchaus dem Völlkerbun-d- Pakt entsprechend handelte. Infolgedessen Wägt die Kommission vor, daß .die Entschädigungsforde rangen der ariechifchen Regierung abgelehnt werden sollten, während die griechische Regierung der bulgarischen eine Wiedergutmachung zu zahlen habe, die von der KommDou aus 20 Millione n Lewa für die Verluste der Bulgaren an MoMar, Vieh Arbeitsgemten, Erutevorräten usw. und .auf 10 Millionen Lewa für die Verluste au Menschenleben und die übrigen Schäden materieller und moralischer Art fostigefetzt werden.. Die Kommission -macht weiters Vorschläge zur Ber miedung künftiger Zwischenfälle, und zwar schlägt sie die - Reorganisation des GoenzübertvachungsWems, die Zuteilung neutraler Offiziere an die beiden Oberkommanden fowie die Konstituierung einer Vermitt'lungskommission vor. Jie Wettwirischastskonferenz. Genf, 3, Dezember. (Schweiz. Dep.-Ag.) Das Wirtschastskomitee des Völkerbundes hat sich heute unter anderem mit der Prüfung der Frage der internationaleuWirt- .ichaftskonf.erenz befaßt, deren Einberufung anläßlich ' der /letzten .Volkerbuiidversgmmluug von L o u ch e n r, Üean- ' tragt worden ist. Bekanntlich hat es vorläufig lediglich Anregungen für die Ernennung eines K o m i t e e § zu machen.. .das die Konferenz vorzubereiten hat. Die Mitglieder des Komitees werden nächste Woche durch .den BMerbundrat ernannt werden. Ae Gesetzgebungrmaschine unter Volldampf. ArbeitslosenunterMtzung und Präferenzzölle. Der Nationalrat beschloß gestern, daß die außerordentlichen Nvtstandsunterstützungen und Beihilfen für die aus-gesteuerten Arbeitslosen in der gleichen Höhe wie bisher bis 30. Juni, 1926 weiter in Geltung zu bleiben haben. Es wurde jedoch vorgesehen, -daß die Industrielle Bezirkskommission das Recht habe, die B e i h i l s e it für Arbeiter, die über 50 Jahre alt sind, einzusiell-en, wenn in einem BeruWreise die Zahl der Arbeitslosen so zurückgeht, daß die Aussicht besteht, sie an anderen, Arbeit'splätzen nnterzubringen. Im .Laufe des kommenden Jahves wird auch, die Belastung des Bundes -mit Beiträgen für die Arbeitslosenversicherungmit 11,9 Millionen Schilling -begrenzt, und zlvar unter Zugru-irdelegung einer Arbeitslofenziffer Von 130.000. Was darüber hinausgeht, soll in ZEunft aus die Arbeitgeber und Arbeitnchmer iiberwÄzt werden. Dr. Bauer kam in der Debatte über dieses Gesetz auf die Nachrichten zu sprechen, daß - Sektionschejs Schüller in Gents namens der österreichischen Regierung das Projekt der Verzngszölle, von dem sich die Regierung so viel für die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit besprach, zurückgrzogen habe. Das System der Präferenzzölle sei der Königsgedanke der Politik des Ministers des Aeußern gewesen. Diese Politik sei heute vollkommen gescheitert -und eigentlich, müßte ein Minister des Aeußern aus dem vollständigen Scheitern seiner Politik die Konsequenz ziehen. Dr. Bauer brachte sodann seinen Plan in Erinnerung durch Borzugsbehandlung der einzelnen österreichisch e n Industriezweige auf steuerlichem und -tarifarischem Gebiet ihnen die Möglichkeit zu geben, die protektionistischen Maßnahmen anderer Staaten zu überwinden. Das Haus genehmigte hierauf die zw eite Epidemiegesetznovelle, durch die der Paratyphus zur anzeigepflichtigen Krankheit erklärt wird, und das Gesetz über den Bergbaufürsorgefonds. Um einen Teil des Aufwandes für die Pvovisionszufchüsfe der BergwerWruderladen hereinzubringm, wird nach diesem Geeilte Auflage auf alle Bergbauprodulkte gelegt, die 10 bis 30 Groschen Pro Tonne beträgt. Die nächste Sitzung des Nationalrates findet Donnerstag den 10. d. statt. In dieser Sitzung fotö bereits der Bundesvorans-chlag ins Haus kommen und, innerhalb acht Tagen verabschiedet werden. Am 1 ö. Dezember wird die erste Lesung des Metengesetzes das Hierauls an den Ausschuß geleitet wird. Da es, aibgeschen vo-n -den Obstruktionsdrohungen der Sozialdemokraten auch technisch unmöglich ist, die Vorlage noch vor Iahresschluß fertigZuftellen, wird es sich als notwendig 'er-weifen, das Anforderungsgesetz um etwa 'drei Mo nat-e zue rstr ecken. Der Bundesrat genehmigte gestern das Berater ge setz, das Zusatz Übereinkommen zum Handelsvertrag mit der Tschechoslowakei und die Verlängerung der Konzessi on spfl-icht für Buchdruckereien. Seftemich in Senf. Die künftige Kontrolle. Gens, 3. Dezemher. (Schweiz. Dep.-Ag.) Das K o ntrollkomitee der Garantenstaaten für die österreichische Anleihe tritt morgen Mammen, um in Verbindung mit dem Finanzkomitee des Völkerbundes die Frage der Kontrolle der Staatseinkünfte, die als Pfand für die Anleihe dienen, nach der Abreise des Generalkommissärs aus Wien zu prüfen. Das Komitee hat dem Völkerb u n d r a t Anträge einznreichen. Dabei ist vorgesehen, daß die Länder, wie Dänemark, Holland und die Schweiz, die Teile der österreichischen Anleihe übernommen haben, dem Völkerbundrat aber nicht angehören, eingeladen werden sollen, anläßlich der Behandlung der Anleihefrage sich vertreten zu lassen. Wie die Schweizerische DepeschenMgeutur erfährt, hat die Schweiz unter Geltendmachung des besonderen Umstandes, -daß sie im KontroMomitee keine Vertretung hat, diese Einladung a b g e l e h n t. Die österreichische Vertretung. Bundeskanzler Dr. Ramek, Bnndesministcr für Finanzen Dr. Ahr er, Bundesminister für auswärtige Angelegenheiten Dr. Mataja und der Präsident der Nationalbank Bundesminister q. D. Dr. Reisch sind gestern abends zur Tagung des Völkerbundrates nach Genf ab- Letzte Kurse. New-Bork, 3. Dezember. (Tel.-Komp.) Berlin23.80, London Kabe- 4.84V2, London Scheck 4.80V,, Amsterdam 40.22, Paris 3.72V2, Brüssel 4.53. Rom 4.03. Madrid 14.2 i. Zürich 19.27 Stockvölm 2375^ Oslo 2034 ÄopenhMN 24.86. Wien 14V,„ Budavest WfiG Prag 296V,. Belgrad 177V4, Men 1.32 Buenos Aires 41l/a Rio de Janeiro 14.—. Bukarest 45l/3 New-Torti, 3 Dezember iTel.°Konw.! Weizen rol Winter 199. Weizen vari Wimer 198*/*, Mais 97V,. Hafer .52*/,, Roggen 110. < ■ Chikago. 3. Dezember ^Tel.-Komr.- Wetzen per Dezenrber 176-% 'Jüiat 173V. Jtch 152V*; Mais per Dezember 78",., Mai 85, Juli 87; Hatei per Dezember 41% Mai 4öl/4, Juli 46V* Roggen per Dezember 98%. Aiai 96Vs. W 105l/8. Dr. Zimmer m an geht n ach Danzig? Genf, 3. Dezember. (Tel.-Komp.) In GölkerbuMreiseN beschäftigt man sich mit der Frage der Nachfolge für den Obevkommisfär von Da n z ig, den Engländer M a c D 0nnell, dessen Amtsperiode im Februar 1926 abläuft. In informierten Kreisen verlautet, daß der bisherige Generalkommissär des Völkerbundes in Wien, Dr. Alfred Zimmer man, als ernster Kandidat für den Posten des Völkerbundkommissärs im Freistaat Danzig auzuschen ist. 14 KommaMerende aus zwei Soldatm. Die Buldgetberatung ist im Ausschuß bereits sehr weit vorgejschritten und wird programmgemäß am Montag beendet werden können. Nach Erledigung des Kultus- und Unterrichtsbudgets wurde gestern das Kapitel „Hee rw e s e ti" -in Beatung gezogen. Dr. Deutsch ibrachte seine alljährlich wiodevkehrenden Kla-gen über den reaktionären Kurs und die geringen Stände des Bundesheeve's vor. Während der Wehrmünnerstand an Zahl sinkt, steige sogar noch die Zahl der Offiziere und Unterolsfiziere. Bei der l weiten Konpagme des Radfahverbataillons 3 in Stockerau entfallen z. B. nicht weniger als 5 Ossiziere und llniter- «Niziere sowie 9 Chargen, also zusammen 14 Kommuniziere nd e, a u f 2 Soldaten. Solche Beispi>Äe feien nicht vereinzelt. _._ Ser überstmttte Robel-Pllis. Oslo wird berichtet: Der Nobel-Preis-Aus». chuß des Storthing wird den Nobel-Friedensireis für die Jahre 1926 und 1926 nicht zuerkennen. Nach Meldungen -norwegischer Blätter liegt der Grund Är diesen Entschluß m dem Mangel an verfügbaren Mitteln, da die Steuern, mit denen die Nobel- Stiftung besonders in. den letzten Jahren belastet wird, den Zinsen bet rag, aus dem die Preise -verliehen werden sollen, fast ganz aufzehren. Jas Moskauer SLachtumier. BogoljüLows spielfeeiee Tage Sieg Doktot Laskers. Aus Moskau wird uns berichtet: In der 17. Runde war Bogoljubow, der aussichtsreichste Bewerber um den ersten Preis im Turnier, spielfrei, und Doktor Laster hatte dadurch Gelegnheit, den zwischen ihm und Bogoljubow liegenden Abstand zu verringern; dies tat er auch durch den Sieg über Spielmann. Nun.sind die beiden »/Spitzenkandidaten" um zwei Zähler auseinander und jeder von ihnen hat noch vier Partien zu erledigen; in der letzten Runde erst tteffey Bogoljubow und Lasker als Spielpartner zusammen. Uebewies hat Bogoljubow gegen Capablanca, Romauowski und Gotthilf zu spielen, während Laster Saemisch, Gotthilf und Zuwarow zu Gegnern hat. Sicher ist, daß Bogoljubow gegen stärkere Turniergegner zu kämpfen hat als Lasker; ob sreilich dies ausreichen kann, um Lasker zumindest auf gleichen Stand mit Bogoljubow zu. bringen, ist fraglich, übrigens dürste Wohl viel vom Ansgang der Partie Lasker gegen Bogoljubow abhängen, Die übrigen Resultate der 17. Runde waren: Capabla nca siegt Wer Zuwarow, Reti über Genewski, Rubinstein über Dus-Chotimirski und Gotthilf über Saemisch. Die Partien Rabinowiez gegen Torre, Jates gegen Marshall, Roman owski gegen Dr. Tar tato wer, Bogadijtschuk gegen Werlinski und Grünjeld gegen Löwenfisch wurden remis. Stand nach der 17. Runde: Bogoljubow 13V- (hat noch 4 Partien zu spielen), Dr. Lasker 11*/* (4), Capa-- blanea 10f/a (3), Torre 10 (4), Romanowski, Marshall je 8V-- (4), Reti 9V- (3), Bogadistschuk,/ Grünfeld, Rubin- .stein, Dr. Tartakower je LVr (4)/ Genewski 8 (4), Werlinski 8 (3). Rabinowiez 7V- (4), Spielmann 6V» (4), , Löwensisch 6 (4), Gotthilf 6 (3), Dus-Chotimirskh, Dates , je 5Vs (4), Saemisch 5 (4), Zuwarow 4. (4). In der 18. Runde spielen: Reti gegen Bogadistschük, Torre gegen Genewski, Dus-Chotimirsky gegen Rabino-