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Wiener Morgenzeitung · 1925-12-01 · Heft 2434 (1.12.1925) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2434 (1.12.1925)
Date
1925-12-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Kr. WL '4——ii■■!■■■ Wien, Dienstag Wiener Morgenzeituug & Dezember 1686 SteiH 5 Ms im Jahre 1878 eine Deputatmi kanadischer Franstosen bei dem Gendralgvuvernenr Marquis of Lvrne 'erschien und von ihm gewisse Konzessionen zngmften der französischen Nationalität förderte, erhielt «sie folgendes znr Antwort: Mir Engländer herrschen über Franzosen in Kanada mrd ans Mauritius, über Spanier auf Trinidad und Gibraltar,'über Italiener auf Malta, über Deutsche auf Helgoland, über Holländer m Südafrika, über Chinesen in ihrem eigenen Vaterlands, über Araber irr Asien, über Griechen auf Zypern ohne die zahllosen Asiaten anderer Stämme zu erwähnen. Aber wo in der ganzen Welt gibt e8 den kleinsten Streifen Landes, wo englisch fprechende Menschen unter fremder Botmäßigkeit leben oder den Gesetzen eines ftemden Gebieters gehorchen?" Also sprach Marquis of Äorne. Wie heißt es nun im 6. Buche Woisis (15, 6): ,/Du wirst über viele Nationen herrschen, keine aber wird dir gebieten." Eine andere Weissagung in demselben Verse lautet: „Du wirst vielen Nationen leihen, bei keiner aber wirst du entleihen." Das konnte sich freilich auch auf Frankreich beziehen, das vor dem Krieg der Gläubiger einer halben Molt war. Aber weder England noch Frankreich dachten daran, die mit diesem Segen verknüpfte Forderung zu erfüllen: ^Fedes siebente Jahr sollst du einen Schuldenerlaß einfühven . . . Erlassen soll jeder Gläubiger das Geld, das er seinem Nächsten geborgt." Es ist nicht bekannt geworden, daß jemand in England an die Vollstreckung dieser Vorschrift gedacht hatte. „Stein Geschlecht wird die Pforten seiner Feinde besitzen," sprach Gott zu Abraham nach der Opferung Isaaks. Der erste beste jüdische Kommentator etwas älteren Datums wird gern klar machen, daß dieses Gort besagen wolle: ,-Jeder Israelit, der seinen Willen dem Willen Gottes unterordnet, werde dafür zum Lohn dafür die Macht über alle Eingänge erhalten, durch die der einige Feind, der Jerez hara des Geist des Bösen, sich in die Seele des Menschen einzuschleichen sucht, um sie zu beherrschen/ Nicht so >der praktische Engländer; für ihn bedeuten feindliche Pforten ... Kohlenstationen, Inseln, befestigte Punkte, die er auf der ganzen Welt besitzt, in solcher Lage, daß sie die Eingänge zu. ganzen Reichen, Ozeanen, Weltteilen beherrschen . .. Kann da jemand noch zweifeln, daß das britische Volk der Erbe aller dem jüdischen Volke verkündeten Weissagungen ist? Noch eine Aehnlichkeit mit Israel weist England auf: Es stiert nämlich den Sabbat (das heißt natürlich den Sonntag) beinahe ebenso strnge und ebenso he'vligmäßig wie die Juden. Und dadurch zeichnet es sich vor alten anderen Böllern aus. Israel, das ist also England ... Anfangs der Neunzigerjahre veranstaltete der M o t». «ing Herald", dauials eines der angesehensten Londoner Blätter, eine öffentliche Diskussion über diese Frage. Ein Mitglied der anglikanischen Hochkirche nahm das Wort zu folgenden Aus-sührungen: „Das von den Propheten angekündigte große und mächtige Reich muß in materiellem und nicht bloß in geistigem Sinne verstanden werden. Wenn aber -nicht wir Engländer dieses Reich sind, wenn nicht wir es sind, die wir in der ganzen Welt unsere Kräfte anspanmn, um die Pläne der Vorsehaong zu verwirklichen, wer ist es denn sonst? Me Israel gegebenen Verheißungen von Macht, Reichtum^ Kolonisation, Größe und Glück (die, wie gesagt, in rein materiellem Ginne zn verstehen sind, nicht in spiritueller, wie es der Talmnd und die späteren jüdischen Kommentatoren tun), haben sich an uns verwirklicht. Wir sind die Zeugen Gottes, welche die Welt bekehren. Wir senden Missionen nach allen Himmelsgegenden aus, wie das dem Volke Israel verheißen war. Wenn wir nicht Israel wären, so hatten wir es nicht nötig, für diese. Dinge zu arbeiten. Was mich betrifft, so bin ich überzeugt, daß wir Israel sind, und in dieser Ueberzeugung gewährt es mir nur eine große Genugtuung, daß mt von allen kontinentalen Mächten gehaßt werden." Doch darf mm diese Identität zwischen England und Israel nicht nur bildlich, sondern physiologisch im eigentlichen Sinne verstehen. Die anglvsächstsche Rasse soll nämlich (Chamberlain, verhülle dein Haupt!) die eigentliche hebräische Rasse darstellen. Erst vor nicht langer Zeit erschien in neuer Auslage ein Buch, das zuerst vor -mehr als 30 Jahren gedruckt wurde und -den Titel führt, der in deutscher Uebersetzwng folgendermaßen lautet: Mnglo-Jsrael und das jüdische Problem. Die zahn verlorenen Stämme Israels gefunden und mit der anglo-- -sächsischen Rasse identifiziert." In England existiert seit Jahrzehnten eine British Israel Association, die mittels der von ihr herausgegebenen Zeitschriften „The Banner of'Israel" Md „The Eovenamt People" wie auch des Handbuches MritiG Israel Trust", das in 15.000 Exemplaren verbreitet wird, die Ansicht propagiert, daß die Engländer die verlorenen zehn Stamme Israels sind. Jene zehn Stämme sind bekanntlich unauffindbar vom Erdboden verschwunden-. Wo sind sie hin? Die Bibel erzählt, sie wären hinter den Euphrat vertrieben worden. Das Gebiet hinter dem Euphrat ist weit, sehr weit. Es reicht über ganz Mittel- und Qstafien-hinüber, -bis es eben wieder am Euphrat vom Westen her anlanZt; auch Gr oßbrUannien gehört tu diesen Bereich. ■ B. Sochtzra. Preissturz lief THM-Lrendi. fe Sämtliche Preise wurden infolge Regieverminderung reell um'20 Prozent herabgesetzt. Okkasionswaren besonders preis wert. Rotenturmstraße 20 und Fleischmarkt 1. Wschkin in Nrlgieo. - Aus Antwerpen wird uns berichtet: Vom 19. bis 23.-d. tvar -der Vorsitzende des. Direktoriums des Jüdischen Natiomlfonds in Grez Israel, Herr N. M. Ussischkin, Gast der belgischen Ju-denheit. In Antwerpen wurde ei von -einer großen Menschenmenge bei seiner Ankunft begrüßt; Vertreter der jüdischen Gemeinde und des Zionistischen Landeskomitees für Belgien hielten Ansprachen. In einer Massenversammlung, der einige tausend Personen beiwohnten und die von dem Präsidenten des Zionistischen Lan-deskomiteeS für Belgien, -Herrn Jean Fischer, geleitet wurde, sprach Ussischkin über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des jüdischen Volkes. Er wies darauf hin, daß das wichtigste Mittel für die Sicherstellung der Zukunft des jüdischen Volles die Auslösung des Bodens in Grez Israel sei; dazu sei die Summe von fünf Millionen Pfund notwendig. Die Ausführungen des Redners weckten Rührung und Begeisterung. Eine eingeleitete Sammelaktion für den Keren Kajemeth. ergab einige lausend Pfund. Während seiner Anwesenheit in Antwerpen empfing .sischkin auch die Vertreter der belgischen Presse, kncu er Aufklärungen über die palästinensische Frage gab. In Antwerpen sprach er auch in einer schr zahlreich besuchten Frauen- und Jugendversammlung. Bon Antwerpen reiste Usiischkin nach Brüssel, wo er ebenfalls bei einem Massenmeeting begeistert ausgenommen wurde. Am 23. November setzte er seine Reise nach Paris fort. 4tt verschwundene Sgo« Heimana. Ein mysteriöser Brief ans Budapest. Alls Budapest, 30. November, wird berichtet: Heute erschien auf der Obevstadthauptma-nnschaft die Mutter des vor mehreren Monaten in Wien spurlos verschwundenen 17jährigen Egon Herma nn und überbrachte einen Brief, den sie von einem atngarischen Grafen aus Budapest erhalten hatte. In -dem Briefe wurde Frau Hermann mitgeteilit, daß ihr verschollener Sohn sich wohlbefmde und augenblicklich iin Gesellschaft seiner Freunde an der Riviera weile. Der Brief trägt den Aufdruck: Internationale Liga der homosexuell veranlagten Männer. Der unMische Aristokrat zeichnete den Brief als Präsident der Liga. Zu diesem mysteriösen Schreiben stellt die Budapester Polizei fest, daß der angebliche Briefschreiber sich gar nicht in Budapest aufhält. Die Oberfta-dthauptmannschast Ist bemüht, dem Urheber des schlechten Scherzes auf die Spur zu ikommn. __ Im redaktionelle» Teile enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Wien, 1. Degemlber. . * Große Tnmnltfzenen in einer Versammlung Obdachloser. In einer gestern abeM in den Rosensälen in Favoriten stattze-- 'undmen Versammlung der im Asyl der Gemeinde Wien untergebrrchten Oodachlofeu mit Wohnungsklassifikation kam es währen) der Aussübrungen der eimelnen Referenten wiederh-lt zn großen Tumulten. Cs regnete Ichlvere Angriffe gegen das WchmmMm: und die Gemeinde. Cinlenkungsverinche .rnrden niedergeschrien. . Während dieser Tumulte stürzte eine im Asyl nächtigende junge Frau bewußtlos zusammen und mußte von der Rettangsgesellschaft weggeführt werden. Schließlich gelangte eine Entschließung zur Annahme, in der bas Wohnungsamt aufgefordert wird, zur Vermeidung von BerMiflungsausbruchen den. im Asyl Wohnenden ehestens eine Wotznuno zuzuweisen. * Das Wetter. Die Kalte M m. Aus gang Mitteloucopa wird reichlicher Schneefall gemslvet. Die BorauGage fa-utet: Zunächst theiier. T-emperaturzunahM, späte-r lwahvschem- Ittch VevWechtemwg. * Verhaltung eines Notensälfchers. Seit dem Jahre 19W wurde wegen B-evbreitu-ng paffcher tschechischer Banknoten zu M Kronen der Nj-Ahrfae'KauMann Nathan Altmann verfolgt. Sfan Sonntag wurde er aus Grund eines fandeSgertichtlichen HasOeschles in seiner jetziMn Wchnimg, 2. Beg., Große MohreWasfe 14, verhaftet. Er b-chauptet, von den > hailische-n tjschechilschen Men überhaupt nichts zu wissen und wurde dem Lawdesigerichte ernMiofert. * Selbststellung eines Bürgermeisters. Aus Wiener-Neustadl wird uns gemetldet: Sonntag' hat sich der Dürgerm-etisier der Sommerftrsche WaldeM, Kar>l Pinter, beim hiesigen Kröisgevicht mit der SÄbstanMge gesteU. zirka 4000 Schilling Gentevnd-egM-er veruntreut m halben. Pinter Obt an, das Geld für seine kranAiche Frau und seine Kinder verbraucht zu hobtzn. Er ist Schulhmacherm-eiister und hat injfolM seiner Tatiigfatt als Mr-germ-Äster sich seinem Gewerbe wenig widmen kömen, wodurch er in Notlage ,Waten sei. Kafleneinbruch. Sonntag nachts haben Einbrecher im Gebäude der neuen Wiener Handelsakademie auf dem Hammerlinavlatz eine eiserne Kasse aufgesprengt und einen Be trag von 1200 S. erbeutet. » Berhastung eines polnischen Desmudariten. Auf Srsuchen des PoliWikömmiissarmts der NaththMuben in Borysfav-wurde Son-nt-agder 84tjähri>gL Buchhalter Gutstav Heu che rt, M JMslberg in 'Polen geboren, im Hotel Beatrix wchnhasL wegen BeMMs verhaftet. Er war Buchhalter der Firma Olej Sralnh in Boryslav und hat gemeinsam mit dem schon in PlÄyn verha-fteteu Kassier der Firma .Daniel Hextl durch MschU'Ngen der Kass-entbötege und durch Entnahme von B-eträljen der Fivma einm Schaden von 85.000 Zloty zuge- . fügt. Das auf di-eise Weise hevaaisgelockte Geld haben Kasirer und Buckchalter geteilt. Houchert, der am 17. November nach Mm lgekomm-en ist, wurde gestern dem Landesgerichte omgllietfert. * Großer Enchruch. Sonntag wurde bei dem KaGiN-an« FpiMch Reiß, Marn,Wsfe 26, ein Einbruch veMt, bei, dem Meider und Schmnick im' Werte von mehr als 10.000 Schilling Mohlen wurden. * Bon der ungarischen Greuzwache niedergeschossen. Ans Kloster Marienb-urg (WuMckand) wird uns gemeldet: Ein bei der mM-rffchrn Grenzwache in Guns ei-nigeteilter Infanterist hat den in Mnecszo wchnhatsten 'MMMchen StaatsvÜMr Stephan A m a ts ch -i tz, M derfellbe 20 Kilogramm Zucker vou Kfaster'Marienbum nach UnMn schmMM. KvischM den Ortschaften Klafter Marieubma und Äleigvaben (ÜrW-m) ungofäshr M Schritte über der Eveaitze» auf lunyavilschem Gebiet, mit ts-öinem DiensWvchr erfchossen. * Bon einem Auto getötet. Gestern mittaas wurde mt R-ennwag vor dem Hause Nr. 60 der siebenjchrige SchuhnrachevgchMftnÄschn Otto Mauthner. Swingasje 30 tvcthniiast, ibeim Usbe.nsetzen der Fahchahn von dem vocheifahrenden Auto A Io 8 656, das von einem gewissen Franz Polzer geleM wurde, erfaßt und miedergestohen. Das Kind stach. * Ibsen als Selbstmordgruud. Die Lektüre von Ibsens Aaumeisler Solneß" hat ein« fmuge Dame in Now-Aork zuau - SMstnwrd verrnfaßt. Sie erhäM-e ßich. weil die unhÄmstcheu Situationen, die der große Noridkländer schuf, ihr das aeitstigL Gleichgesvicht aeva-ubt hatten. Auf dom Tisch -in der Nähe der Toten lag auMchlagen Jblsens .Baumeister Solneß", und zwar die Szene, in. der der Baemreilster sich vom Turm yeral^jÄrzt. * Ei« türkischer Messias. In der Türkei üft eine iww* rÄigröse Bewegung enistande-n, die den neuen tüMschm Nationausmus mit allen ProphezeiulMn aus Mchammeds ZÄt in Verbindung bringt. Den Anlaß bitdöte öine Meldung Ms Trapezunt. nach der einem -armen Bauern ein Schn aeboren worden ist. aus deflen rechtem Bein das tüvkilsche NattonMeichen, Stern und Hä'übmond, als Muttermal zu sehen ist. Nsch einer flltm Prophezeiung soll nun diese Gebmt den veligDfan Erneuerer der Düvkei anVLndiigen. Wie gemeldet wird, sollen ganze Pifae.M«ge «unterwegs sein, um den GMschen Mesiias mit eigenen Augen M schen. * Neberfiihrung der Fahne der Jüdischen Legion nach Palästdm. Der König von England hat in Bcstätigung eines Schlusses der obersten e-nglösche-n Heeresleitung feine Zu-> stmmmng dazu ertM, daß die Fahne der Jüdischen Legion als Geschenk an die Juden Palästinas dorthin übevführt wich. Die Fahne wich am ChannteMe dieses kchreS mit mAitärischen Ehren in di« Ch u rb ah-Sy nagoge in Jerusalem gebracht werden. * Die Weltreise im Segelboot Ein ölsahrige« Photograph ms San Pedro in Kalifornien, nameys Harry Pidgeon, ist, na^em er in einem Aemen, sÄhstgeba-uten Svgellboot eine Weltreise absolviert und daboi 38.000 Milen zurückgel-egt hatte, ivchHchalten wroder in seine Heimat -urückgekchrt, die er am 18. November IM verlassen hatte. Diese Leistung ist -um so bemevkenswer-ter, als eS sich um «men Mann harchelt. der keine Ahnung von Seefahrerei hatte, sondern sich erst Me vrfocherlichen Kenntnisse durch Bücherstudien aneignele. Stetöet durchqr-erte er Meere, die lvegen ihrer gefährlichen MAerungsvechÄ-t'Nisse allgemein bekannt sind. Bon San Pchw segelte er . Zu den Marquchas-I-nseln in der Südsee. von dort durch die Torres-Srraße Dnd quer durch den Indischen Oßean nach Mauritius und dann in südwesKicher Richtung nach Kapstadt. Daraus lies das Sogebboot Sankt Helena an und durchquerte den Atlantischen Ozean aus dem Woge nach Panama. * Aufdeckung einer römische» Stadt in Algerien. Zwischen Al-gier und Cowstantina. 30 Kilometer nüvdlich von der Cilsenbkhnstation 'S. Ämapd, ist die untike römische Stadt Jemila ans Tageslicht gebracht worden. Di« AuSgabungsavbeiten sind schon seit mehreren Jahren im G»nge; aiber der Zugan-g gu den Ruinen ist jetzt erst dem Publikum eröffnet. Jomla erhobt sich in eiltet Hohe von 600 Meter zwischen Mi tiefen MZWuchtm cc!ls Mittelpunkt einer herben LaMchalst. Im ersten nachchristlichen Jahrhundert diente es als MÜitmMonle, om erst unter der Herrschaft Trojans, an den wenige Inschriften erinnern, in eine StM vorwandolt zu werden. Spater scheint es daun chr-Wicher Bischafssttz geworden zu sein. Seine Hauptaufgabe war die Vertmigung dieses Teiles von Numidten und wahrsckemM stand es in dauernder Handels- und MWärvevbmdmrg npit Snivis chsm heutigen Setif) und Ciirta lhvute Evnsta-a- Änr). der Ha.nptistadt' der römischen Provinz Mäuretanten. Kunst. Bühne. Buch. „Der filmte Vogel/ Gastspiel im Deutschen Bollstheater. Herr Jushni, mit dem über dem Frackhemd baumelndes Monokel, tritt vor den Vorhang und macht uns das Kompliment, daß Wien „derr schönstje Stadt istj". Herr Jushm hat die dankbare Aufgabe des Conferenciers übernommen, dankbar, weil das Wiener Publikum sogar die abgestandensten seiner Drolerien belacht, und plätschert nun mit wenig Witz und viel Behagen durch seine Antiquiertheit. Aber „Der blaue Vogel" ist da und widerstandslos gibt man sich dem Zauber seiner Flüge hin: erschüttert, wenn ein Stück Rußland aufersteht, wie in den neuen Bildern ,Ostersest" und „Ghetto" und in den alten Szenen „Wolgaschlepper" und „Leierkasten", die in erster Linie durch die herausgcarbeiteten Pointen packen; weniger in den mchr gestellten lebenden Bildern, die leider europäischen Charakter tragen, wohl eine Folge von Jushnis Aufenthalt in Europa. Hier spukt schon die Revue der Berliner, Pariser. Londoner Varietes. Und wir armen Mitteleuropaer suchen im „Blauen Vogel" Rußlands Geist. Herrn Jushni würde ein Studienaufenthalt in seiner Heimat gut tun. o. r. Mm» Freie Wdische volksWar. Der Verein Freie jüdische Volksbühne ersucht um Veröffentlichung nachstehender Mitteilung: Der Vereine Freie jüdische Volksbühne hat seine Tätigkeit wieder ausgenommen. Es ist gelungen, Mitglieder, welche jahrelang an der Spitze der Vereines gestanden sind, in der letzten Zeit aber inaktiv waren, für die Mitarbeit zu gewinnen. Wenn die zahlreichen Mitglieder und Freunde des jüdischen Theaters in Wien ihre Unterstützung nicht versagen werden, darf wohl angenommen werden, daß der Verein ehestens seine frühere Blüte wieder erlangen wird. Der Verein hat im Cafe Buchsbaum, S. Bezirk, Kleine Pfargasse 21, seinen Sitz. Sprechstunden sind Mittwoch und Samstag von 7 bis 9 Uhr abends und Sonntag von 10 bis 12 Uhr vormittags. Wir ersuchen alle Mitglieder und Freunde unseres Vereines bei imS sich neu anzumelden. — Sonntag den 6. d. um 3 Uhr nachmittags findet im Theatersaale des Cafo Astoria (L. Bezirk, Pratersttaße 60) die eche Theatervorstellung II.,AMaße1?d reine Wolle v» wmm 443954

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