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Wiener Morgenzeitung · 1925-12-01 · Heft 2434 (1.12.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2434 (1.12.1925)
Date
1925-12-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Wien, Dienstag Wiener Mor-enzeitmis 1. Dezember 1826 Seile 6 ■**"»'»* I ■ , II, . statt. Zllr Aufführung gelangt: „Der Landsmann", Komödie in vier Akten von S ch a l o m A s ch. Regiekarten zum Preise, von einem Schilling. sind. ab heute im Vereinslokale zu Haben. — Sonntag den 20. d. findet die G e neral-- Versammlung des Vereines statt. Ort und Zeit werden noch, bekannt gemacht tverden. " , ' Wrrlvenden uns an alle Freunde des jüdischen Theaters in Wien mit der Bitte, uns in dieser wichtigen Arbeit für die'jüdische Kultur zu unterstützen. Für den Ausschuß des Vereines Freie jüdische Volksbühne: Marie Pließner,' David Salzmann, Mendel Singers 3« Mar Wildes 25. Todestag. Am 30. November jährte sich zum fünfundzwanzigsten Male der Todestag eines vom Schicksal schwer verfolgten, genialen Menschen. Oskar Wilde, der den Roman ,^Das Bildnis des Donau Gray" das Drama „Salome", die ergreifende „Zuchthausballade" und eine Reihe noch heute lebendiger Salonkouiödien schrieb, endete nach einer zweijährigen Kerkerstrafe, von der treulosen Gesellschaft, die ihn einst verhimmelte,., geächtet und verfemt, fern von seiner englischen Heimat' in Paris,,.an Körper und Seele gebrochen. Man hat. ln der jüngsten Gegenwart an einem-zeitgenössischen Schriftsteller erlebt, daß er für eine arge Verfehlung gerichtlich bestraft wurde, aber nach Abbüßung seiner Strafe wieder in die Gesellschaft zurückkehren konnte und mit ungebrochener Arbeitskraft weiterschafft. Trotz der so -vielfach traurigen Gegenwart muß man doch mit Genugtuung feststellen, daß die Lynchjustiz an einem Geiste, wie es Oskar Wilde war, heute nicht mehr möglich wäre. Er ist der Schöpfer des geistvollen, künstlerisch begabten Dandy, des aristokratischen Genießers und hat eine ganze Generation von Dichtern beeinflußt So ist zum Beispiel die Figur des Baron von Sala in Schnitzlers „Einsamem Weg",, dem Wildeschen Original nahe verwandt. Wilde war einer der gepflegtesten Geister seiner Zeit, er hat sein grausames Schicksal nicht verdient und die Gesellschaft, die ihn so schmählich verließ, Hai es nicht verdient, daß dieser Dichter ihr Dasein rechtfertigte. »er Konflikt mit Max Schilling». Aus Berlin wird gemeldet: In der Affäre Schillings in letzter Stunde eine Wendung eingetreten, die für Max von Schillings Mmiirdüst eine große Genugtuung bedeutet. Nachdem der preußische Kultusminister Tr. Becker sich von öm verschiedensten Seiten hatte informieren lassen, will er nun persönliche Verhandlungen mit dem Generalintendanten einleiten, um eine Klärun g dep Angelegenheit hevbeizurführ-en. Der Minister soll berichtigen, Schillings einen Posten -a-nzubieten, aus dem sich dieser künstlerisch -in weit höherem Maße würde bestätigen tonnen als in seiner bisherigen Stellung als Generalintendant der Staatsoper. Aas den Theatern. V u r a t d e a l e r. Morgen. l/s8 Uhr abends, „Der r v i.g e I ü n g l i n A taoem retheater Morgen */s8 Uhr abends, „D e t Vulkan". Oyerntheater. Morgen, 7 Uhr abends, ,D i e tote Stadt". Theater in der 3ofef.fl.abt F ettag, neu einstudiert, „Ein SommernachtStranm". Deutsches Volkstvearer. Freitag Erstaufführung rer Komödie „Eine Fra «ohne Bedeutung" von Ls ar Wi ld e mit Marie Guihe l-Schoder und Arnotd Kor ff. L u st s p t e1 t h c a t c r. Freitag Premiere des Schwankes „Auf Welle 5 3 0" von Naim an », und S ch.w.a rz. Carl-Tb eaier. Donnerstag 7b. und zugleich letzte Aussülmng der Lverette „Bo , a r e n b r.a u t". Ab Freitag geht allabendlich Leo F a l l s Operette ,Die Kaiserin" in Szene. ' ' " ' N « u e s Oper e t t e n t h e a t e r, 10. Bez., Laxenbnrgerstraße 8. Heute „Katja, die Tänzerin". Paul Hartman« M das Burgtheater engagiert. Me amtlich mit.qelellt wird, ist zwischen der Direktion des Burgtheaters und dem Schauspieler Paul Hart mann vom Deutschen Theater in Berlin, ‘bst in letzter Zeit wiederholt im Theater iw der Jvsefftadt a>UM treten ist, ein Vertrag zustande glommen, durch den sich der KmOler dem Buvgtheater aus fünf Jahre ganzjährig zur Verfügung stellt. Paul Hgrtmann tritt sein Gwgagement Mtte April an. . Goldfadens „Weiße Sklavin" gelangt heute m der I üdischenBühne (Hotel Stephanies als Ehren abend der Frau Solcia W e i n b e r g zur AufjÄhrung. Es wirken unter anderen .Herr Fun g w i r t h und Frau G l ü ck s.ma n n mit. Die Auslosung der Mitglieder der Theatergemeinde findet heute in der Dienststelle der Staatslotterie im Zleihu-ngssaale 3, Marxergrsse 1, um 3 Uhr statt-und wird notwendigem Falles morgen um 3 Uhr sortges-etzt. Durch die Reihenfolge der Auslüsu'ng bestimmen sich die Plätze, welche den Mitgliedern zufallen. Die BerständMng der Parteien evsÄgt schristlich im den nächsten Tagen. / : *, Puppenspiele. Der Maler ANfred W a a g n e r veranstaltet haute um 7 Uhr abends, in., seinem Atelier, Brucknerstraße 4. Puppensyiele. $ur AuisOhr-ung gellangt das romantische Märchen „Prinz Rosenrot und Prinzessin Lilienweiß cher Die bezauberte Li>lie". Vereine. Vorträge und Versammlungen. Zionistische Sektion Prater. Heute, halb 8 Uhr abends, im Heim, 2. Bez., Jungstraße 8,- Vortrag Dr N. M. Gelber:' „Autonomie der Juden in Polen und Litauen". — .Zionistische Frauengruppe Briaitteuau. Heute, 7 Uhr avends, im Vereinslokal, 20. Bez., Karl-Meißl-Straße 5-1, Vortrag. Frau Dr. Perle Wechsler: „Volks- und Berufskrankheiten". Gäste herzlich willkommen! — Jüdischer Frauenbund, Wien, 9. Bez., Liechtensteinstraße 11-13. Heute, halb 8 Uhr abends, Bibelvortrag („Die Sprüche"), Esther Miese s (Zeremoniensaal des Tempels, 9. Bez., Müllnergasse 21). Gäste willkommen! Eintritt frei. — Frauen^ruppe der zionistischen Bezirkssektion 9. Heute, 6 Uhr nachmittags, wichtige Sitzung im Lokal, 9. Bez., Liechtensteinstraße Radioproaramm. Heute Dienstag den t D«ember. 11 Uhr: BormittaMusik. — 4 Uhr 10 Min.: Märchenwelt der Kleinen. Gesprochen von Irene Sehnal und B. Rauchmß. — 5 Uhr 10 Min.: Nachmittagskonzert. — 5 Uhr 50 Min.: Stuftde der Frau. Unfälle durch Leuchtgas.-Dr. Josef Dollinger, Oberinspektor der Wiener Gaswerke. — 6 Uhr 25 Min.: Tierhaltung in der Großstadt. (Bräuche und Mißbräuche.) Dr. Franz Halla. — 7 Uhr 10 Min.: Französischer Sprachkurs. — 7 Uhr 40 Min.: Englischer Sprachkurs fiir Vorgeschritten«. — 8 Uhr 15 Min.: Kammer- » musikabend. Quartett Buxbaum. SettWaal. Das Recht des verhandelnden Richters auf Kritik. Vor dem Stra>si>ezi-vkLgeriHte Fünshams unter Leitung de» Bgzirksrichters Dr. Banecek fand kinAch eine inlevessamte Strajvechandlung in einem Ehreniböleidigungsprozesse statt, in dom der bekannte Strafrichter Qlerllandesgerichtsrait Doiktvr Nehoda als Beschuldigter sich zu verantworten hatte. Der Klüger, .Fabritant Hermann B. gcäb 'bei der BechaMiUNg an: Im der am 3. August d. I. stattgesilnidvnen Gerichlsve.r,yandlung beim Stvasbezivksgerichte Fünihcms unter dem Vorsitz des Oberlandesgerichtsrates Dr. Nchoda har dieser Richter im Zuge der Verharidluivg erklärt, ich verfolge meine Frau mit einom beispiellosen Haß und es sei mir kein Mittel zu schlecht, meinen Zweck gegenüber meiner Frau zu erreichen. Diese Aeußerung sei m öffentlicher Verhandlung, in Gegenwart der vertretenden Rechtsanwälte gefallen und ist geeignet, meine Ehre auiss tiefste zu verletzen. Der Kläger gab wevters an, daß der Bvschuldi-gte kein Recht nnd auch keine Beranlasjung hatte, den iulriminierten Ausspruch zu tun. Er stehe mit seiner Gattin im Chescheidungsverfahren und er habe schwere Kränkungen durch seine Frau zu erdulden gehabt, die der Oberlandesgerichtsrat Dr. Nehcda nicht kenne. Ihm, dem Kläger, stche es frei oder es sei violmehr sein gutes Recht, gegen seine Gttsin gerichtliche MitlÄ und Wege in Anspruch zu nehmen. Diese gerichtliche Inanspruchnahme dasch l e ch t e st e Mittel" zu nennen, von einem ,-beispieÄosen Hasse" zu reden, sei eine Ehrenbeleidigung; das „schlechteste Mittel" fei der Mord. Oberlandesgerichtsrat Dr. Nchcda erklärte, mit dom inkriminierten Ausspruch lödlqlich eine Kritik gogm Herrn B. gefällt zu haben. Er habe den Mt genau studiert und erst nach reWcher Ueberlegung den Kläger in der geschilderten Weise laposttopyiert Auch dem Richter stche wie jedem anderen Staatsbürger das Recht d e r K r i t i k pu, das Bowußvsnn der BelridWmq f-chlt-e-ihm gänzlich. Daß seine Anschauung über das Verhalten des Klägers gegenüber seiner Gatsin eine richtige sei, dafür trete er ben.WahrheitSbeweis an. Der Kläger bemerkter daß der Richter im gegenständlichen Falle in seiner Kritik z u w e i^ gegangen sei. Nach durchgssührrer Verhandlung sprach BezirÄrichter Dr. Vanecek den beschuildNten Obevlandesgerichrsrat Dr. Nchoda von der wider chn-erhobenen Anklage frei Der Richter führte in der Begründung unter anderem aus: Aus der großen Menge der Beämtenschaff sind die R i ch t e r durch eine gchüsse im Staats- Snidgesey gelvohrleist-ede Stellung, die m'tt dem schlichten rte der „richterlichen Unabhängigkeit gekennzeichnet ist, ausgezeichnet. Ohne diese Ware es z. B. undenkbar, daß — wie heute — über emen lebens- und dienstätteren Richter ein w e i t j ü n g e r e r Richter zu Gericht sitzt, ohne daß er für.fern UrteÄ von irgend iemand zur Verantwortung ge-, zogen werden Mute. Dies ist Mr möglich infalge der richterlichsn Unabhängig^tt nach oben.wie nach unten. Diese Unabhängigkeit hat ihre Grenze in dem besten Wissen «nd Gew'ssendesRichters. Es wäre auch eine unparteiische RechHprechung unmöglich, wenn sich der Richter immer erst fragenmüßte, ob er mit seinem Urteil auch die Zustimmung feiner Vorgesetzten Behörde, üb er den Beifall der großen MenAe finden werde. Ich komnie zur Anschauung, daß der Richter für Aeußerungen, die er als Richter macht, wenn nicht geradezu 'immunisiert ist, doch das Recht weitester Kritik genießt Es ist nicht zu leugnen, daß dieqe — fast mochte man sagen — grenzenlose Macht nicht ungefÄhrlich ist und mit ihr Mißbrauch - getrielben werden könnte. Es ist fMkverftändlich, daß für solche Fälle Abhilfe möglich sein muß. Daß das tauigsiche Mittel hiezu eine Klage ist, möchte ich ent- Ichi-eden verneinen. Für solche richterliche Entgleisungen ist der Weg der Aufsichtsbefchwerde für das interne Verfahren dovgeschen. nicht aber eine öffentliche Mage wegen Mrenbeleidigung.. Die MassendiebsiLhle in Drogengroßhandlnngen. Nach viertägiger Dauer wurde Samstag abends v-or einem Schöffen-' senät unter dem Vorsitz des Hasvätes Dr. 5k a r n e r t der Prozeß gegen die «der Dielbstähle bei der Firma Bereinigte DrogengroHändlungen G. u. R.'Fvitz Petzold u. Süß A.-G., beschuldigten Personen und, gegen deren Hehler zu Ende geführt/ Der Gerichtshof erkannte 11 Angeklagte des Verbrechens des Diebstahls schuldig und verurteUe diese wie sülgt: Den Dragisten ErnstHaberl,den Drogisten Mbert Schafranek, den DroMen Max Scherzinger und den Drogfften Friedrich E g e r m a n n zu je sieben Monaten schweren Kerllers, den Vertreter Hermann Tfchunko und den Drogisten WilWm Gitlberger zu je füns Monaten schweren Kerkers, den Drogisten Siegmund Weber und den Drogisten Andreas K s ch a n d e r M je vier Monaten einfachen Kerkers. ALLEIN^ u. URAUFFÜHRUNG fürWien CENTRAL-KINO II., TABORSTRASSfi 8 » Ein Konflikt zweier Welten in 10 Akten W* 3 PXT Ab heute täglich VoÄfXÜt;*7 Uhr zwei Stunden/ Central-Kino. Il„ Taborslrasse 8. Tel. 42-341; A Gerngross mKuTlcH IfTt V OrVCTKuuJ• MariahOferst asse 38—48; M. Neumann, l.. Kä ninerstrasse A G, VI!., —.* V>4 Volkswirt. Sie gaffoer vroßhandelspreise iw SeMmAtt ■ 1925. ■:1 Die Preissenkung für Zerealien im August hat auch int September angehalten. Weizen fiel von 190 aus 170 Piaster. Gerste notiert 115, um 5 Piaster billiger als im Vormonat. Hirse kostet 103 gegenüber 115 Piaster zu Anfang des Mönchs. Kersenneh und Tibben sind billiger, 150, resp. 40 gegen 175 und 60 Piaster im August. Die neue Sesamernte hat den Preis von 370 auf 825 Piaster gedrückt. Der Ausfall der ägyptischen Nachrage nach Lupinen, die sich jetzt an Italien wendet, hat auch Liesen Artikel von 110 ans 80 Piaster fallen lassen. Der ausländische Import von Linsen hat eine Preissenkung der LandesprMktion zur Folge gehabt; ^sie werden jetzt mit 210 gegen 225 Piaster zu' Anfang des Monats verkauft. Aus Tripolis importierte •, Zwiebeln. drückten den Preis von 70 auf 55 Piaster. Frische Feigen notierten 175 gegenüber IM Piaster anfangs September. Hebron-Granatäpfel werden noch immer zu 210 Piaster in Mengen verkauft. Mandeln zeigen bessere Tendenz, die letzte Notierung war W Piaster. Zucker ist durch die großen verfügbaren Vorräte in Aegypten auf 265 Piaster zurückgegangeu. Mehl ist ein lvenig billiger geworden; sowohl einheimisches wie die aus Australien importierte Sorte kokten Ay gegenüber 233, resp. 210 Paster im August. Amerikanisches Mehl sank auf 250 Piaster und ist um 10 Piaster billiger als im vorigeri Monat. Für Benzin wird ein Preisrückgang gemeldet, da seit dem 10. September eine Biergallonnentonne statt 59, 67 Piaster kostet. Aahaüeade Lörsendk-resslon. Zwangsrxckutionen. Au der gestrigen Börse wurde eine Anzahl von Schranken« und Kulissenpapieren aus exekutivem Wege dem Markte zur Verfügung gestellt. Als umfangreichster Posten war der Berkaus von zirka 3000 Ungar. Kredit erwähnt. Ebenso sind auch eine Reihe anderer Papiere aus diese Art dem Markte zur Verfügung gestellt worden. Es soll sich um Abgaben einer Taggeld vergebenden Bankfirma handeln, welche zwecks Hereinbringung der Außenstände diese Maßnahme traf. Es wurden mehrere Gerüchte kolportiert, so, daß eine Wechselstube große Positionen zur Lösung bringe, von anderer Seite wieder wurde kolporttert, daß eine Kleinbank Positionen ihrer Kunden zur Verfiigung stelle. Die mannigfachen Gerüchte über die politische Krise verstimmten merklich. Der Kursabschlag vollzog sich aus sämtlichen Gebieten mit Ausnahme des Anlagemarktes, wo in erster Reihe Statsbahn- Prioritäten weiter stiegen. -erabsetz««, de» tschechoUowMchr» Sitfont« Nur um ein halbes Prozent. Prag» 30. Skovember. (Teschoslow. Preß-Bur.) Auf Grund in Ermään'sung des Bankausschuss-s vom 26. November wurde in der heutigen Komiteesitzung beschlosien, die Bankrate für den Eskompt und Lombard vom 1. Dezember an um ein halbes Prozent herabzusetzen..Danach haben von diesem Tage an folgende Banksätze Gültigkeit: für ven Eskompt 0,5 Prozent, für den Lombard 7,5, betzv. 8 Prozent. Diese geringe Ermäßigung angesichts der abgeschlossenen Dollaranleihe muß besonders auffallen. In Finanzkreisen wurde eine ein- bis zweiprozentige Ernräßigung erwartet. Die Wirtschaftslage der Tschechoslowakei dürfte viel angespannter sein als nach den offiziellen Verlautbarungen bisher berichtet wurde. Betterer Mckgang des Zloty. Trotz des günstigen Ausweises des polnischen Noteninstitutes zeigte der Zloty weiter stärkere Rückgänge ans. Am Samstag wurden für den Dollar in Warschau 7,85 Zloty gezahlt. Gestern notierte der Dollar in Warschau offiziell 7,68, inoffiziell aber wurde er mit 9 Zloty bezahlt. Dem scharfen Rückgang in Warschau entsprachen auch Abschwächungen in Wien und Prag. In Wien ermäßigte er sich von 96,25 auf 76,25. Dabei ist zu erwähnen, daß bloß 40 Prozent der angebotenen Zloty übernommen wurden. Für den Rest des Angebotes fanden sich keine Abnehmer. In Prag senkte sich der Zloty von 472 auf 393. I» Zürich kam in Zloty keine Notierung zustande. . — Die Aenderuugen der übrigen Valuten waren im allgemeinen unbedeutend. Die neuen österreichische« Weizeuzölle. Eine Kundmachung des Bundesministeriums für Finanzen vom 26. November 1925 setzt den Zoll für Weizen, H a l b f r u ch t und Spelz für die Zeit vom 1. bis 15. b. mit 1.30 Goldkronen für 100 Kilogramm fest. Dieser Zoll gilt auch für Roggen und Hafer und hat ferner bei Berechnung des Zolles für Malz, Mehl und andere Müllereierzeugnisse, Brot, Teigwaren und Weizenstärke Anwendung zu finden. Der kundgemachte Zoll bleibt auch über den 15. d. hinaus insolange in Geltung, als nicht eine Abänderung erfolgt. Der österreichisch-tschechoslowakische Eisenbahngrenzverkehr. Im dm letzten Tagen fanden in Prag Verhandlungen wegen der Regelung des gegenseitigen Grenzverkehres an der österreichisch-tschechoslowakischen Grenze statt. Hierbei wurden die Eisenbahnübergangs- und Anschluß- Verhältnisse vollkommen geregelt. Nach dem Vertragsentwürfe wird der Grenzdienst für den Eisenbahilverkehr in gemeinsamen Grenzstationen zusammengelegt. Es sind dies die Stationen Marchegg, Retz, Laa, Lundenburg, Gmünd, Oberais. Auch die Eisenbahntarife werden von nun an nur von diesen Grenzstationen und nicht wie bisher von der Grenze selbst berechnet werden. Der Vertrag dürfte in kurzer Zeit perfektuiert werden. Insolvenzen. Der Konkurs wurde eröffnet über Anton Wollina »nd Karl Hösel, öffentliche Gesellschafter der Firma Wolli na u. Hösel, 19. Btt., Seiieräckergaüe 28; über L. Larsens Söhne, 7. Pez., Kaiserstraße 119. Dar Handels-

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