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Wiener Morgenzeitung · 1925-12-01 · Heft 2434 (1.12.1925) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2434 (1.12.1925)
Date
1925-12-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Cm * ■ Me«, Dienstag titoftafe Hiot, BoHtzender h^- MrtschastK- und Finanz» lommisiis» des BöllrrbuMs, Jbel (Tfchechoflowcckei) in Brrtrstung DvorastkS, Ttucki (Schvxtz) als Vertreter Heers und Wenia »vs N (Polen). . DK Kommission befaßte sich ferner mit' der: Borbereitung -er van Laucheur (Frankreich) vorgeschlageneü internationalen Wirtschaftskonferenz. Awf Grund der Beratungen über die WirbschqftSlagk Oesterreichs soll das System der Handelsverträge' in Mitteleuropa beraten und die Frage des Abbaues der EinfuhrSbeschränkungen und Einfuhrverbote arff dem Gebiet der ehemaligen Oester« reichifch-ungarischen Monarchie einem Studium unterzogen werden. Die Untersuchrrngsrorrnniffionen des Bvlker- LttwdeS. V«f, 20. November. ^Schweiz. Dep.-Ag>) Die UntersÄkungSkommiffion des Völkerbundes über den grirchisch.Lulgarischen Greuzzwisch« itfalI fft heute nach Erledigung der ihr von dem Bölkerbundrat anläßlich seiner außerordentlichen Tagung in Paris übertragenen Mission nach Genf zurückgerehrt. Die Moffulkommisfiou ist bereits in Genf eingetwffen und hat dem Generalsekretär des Völkerbundes ihren Bericht zugeftellt, der an den Bölkerbundrat weitergeleitet wird. Die Mtglieder der Kommission werden sich zu der bevorstehenden Session des Mkerbundrates rinftndm. ktnigvng im PostlettonM. M« gegenstandsloses UMmatvm. Die gchrigen Verhandlungen der Bertteter der Post-, Telegraphen- und Fernsprechangestellten mit dem Generaldirektor Hoheisl verliefen zunächst ergebnislos. Die Angestelltenvertreter überreichten daher abends der Regierung und der Genercckdirektion ein bis Donnerßtag den 8. Dezember, 12 Uhr mittags, befristetes Ultimatum. Irr den fpäteu Abendstunden hat Nationalrat Tomschi! in den Postlerkouflilt vermittelnd eingegriffen. Auf Grund einer längeren Aussprache mit dem Bundeskanzler Dr. Ramek und dem Generalpostdirektor H o h e i s l konnte Nationalrat Tomschik einen neuen Dermittlungsvorschlag formulieren. Um 'Hab 10 Uhr abends begannen neue Verhandlungen. Das Ergebnis dieser Beratungen war zunächst eine Einigung in der Frage der strittigen Erfolgsprämien (Gewinnanteile). Die Angestellten erhalten gemäß ihren Forderungen 120 Schilling im Dezember crttsbezahlt. Dieser Betrag wird in Hinkunst jedes Vierteljahr bevorschußt. Ueber die anderen Punkte, wie Nachtdienst und Nebengebühren, wird noch verhandelt. Es steht aber außer Zweifel, daß auch hierüber eine Einigung zustande kommen wird. Hiedurch ist das Ultimatum gegenstandslos geworden. Dre amtlicke Mitteilung. Die Verhandlungen mit den ZentralausMssen der. Post-und Telegraphenbedieristeteu über die schwebenden Fordemngen wurden gestern mittags und nachmittags bis in die späten Abendstunden unter dem Vorsitz des Bundeskanzlers Dr. Ra me k im Beisein des Generalpvstdirektors Hoheisl und der Fachreserenten fortgesetzt. Nachdom in der sch w irrigsten Frage, der Erfolgspräin'e, eine Einigung erzielt worden war, wurden die Verhandlungen bezüglich einzelner Detailfragen auf heute vormittags verschoben und werden in der Generalpostdirektion stattfinden. Aue SlotstaadrunteMhuug stk dir Jtrless* opier. Montag -sprachen die Vertreter der Kriegsopfer im .Parlament vor uch wurden vom Finanzminffter Doktor Ah rer empfangen, welcher erklärte, daß die Gewährung einer außerordentlichen Notstand Sunterstu tz u u g in Erwägung gezogen werden wird. Um über die NovellierMg des Jnvalidenentschädigungsgesttzes Mt beraten zu können, -lud der Minister die Vertreter des Zentralverbandes ein, heute nachmittags neuerdings im. Parlament zu erscheinen, wo in Gegenwart des Ministers für Wabe Verwaltung, Dr. Re sch, di« VechaiMmgen sortgsführt werden sollen. Segen Schmutz- «nd öchunMenrtm. Die Regierung wich morgen im Nationalst ein Gesetz zur Bekämpfung der Schmutz- und Schundliteratur einbringen. Zum Schutze der Heranwachsenden Jugend werden die Schund- und Schmutzschristen auf eine Liste gestellt. Solche auf diese Liste gesetzte Schriften dürfen im Gebiete der Republik nicht offen angekündigt, auSgehängt, aufgel-eg^ verkauft ober zur Schau gestellt werden. A-uch ihre Veowenduiy! oder ihr Vertrieb an öffentlichen. Orten fft verboten. Namentlich dürfen sie nicht an Personen unter 18 Jahren zum Kauf angeboten oder unentgeltlich überlassen werden. Werden von einer Zeitung oder von einem anderen Druckwerk ein oder zwei Num me r n innerhalb eines Jahres aus diese Aste gas-etzt, so kann auch das ganze Druckwerk als solches aäs Äe Dauer von drei bis zwölf Monaten auf die Aste kommen. Di« Entscheidung, ob ein Druckwerk aus dierstn Index gesetzt werden soll, steht'einer Prüfung'sstelle zu, die aus einem Richter als Vorsitzenden, aus -vier Sachverständigen der Kunst, Literatur -sowie deck Buchhandels Wiener Morgenzeitims An—Holen! lnkolge des *t«k«n Kurtrückgmiei des Zloty lind wir genötigt, ab iv Dezember 1925 mchstehende Bezugsgebflhren fest* «netzen: Abonnement, monstl. . . Zloty 5 ÜaMlpnli ....... Qieisy IS Me Settooliiwg Her „vleaer N«s«ielt>M" und der Iugendfürforge besteht. Die Mtglieder der PrüfungSsttlle werden von der Regierung ernannt. Die Verbreiter auf dem Index stehender Schwitzten werden mit Geldstrafen bis 1000 Schilling bedroht, für die vorsätzliche Verbreitung sind Arreststrafen bis zu drei Monaten öder Geldstrafen bis 5000 Schilling vorgesehen. «ne Mio« KaffenbestSude. Breituers Geheinckafft. Gestern begannen im GemeinderatsauSfchuß für Finanzen die Verhandlungen über das Gvmemdebudgrt Ijiir das, Jahr 1926. Wir haben seinerzeit bei der Besprechung der einzelnen B-itdgetziffern fcflgöstellt, -aß die FinanMnst des städtischen StouevgewaKigen Breitner darin besteht, daß er ' im Voranschlag, regelmäßig ein großes Defizit errechnet, - : das sich dann im Rechnungsabschluß als ein ebenso großes; Aktivum entpuppt. Die ungeheuren Kasseivbsstände, die die Gemeinde im Laufe der Jahre angchaust hat und die , hauPtfäMich durch die Uebersteuerung der BevA<kemng eine ' solche Höhe erreichen tonnten, sollten jedes Jahr zur Deckung dieses Scheindejizits herangezogen werden. Dazu kam es natürlich me./ Man konnte aber über die Höhe dieser Kafsenbostänbe, die der Privatwirtschaist entzogen wurden, , vom Stadirnt Breitner nie eine klare Auskimft erhalten. ' Heber Msfovderung der Opposition ließ, er sich gestern endlich dazu herbei, eine Ziffer von 720,Millia rden . zu nennen, mußte aber hinzuGgen,' daß Devisen- und. Baluienbeträge sowie die-Außenstände au Steuern in die Ziffer nicht eingerechnet sind. Man kann also dir Reserven der Gemeinde Wien mit einer Billion Kronen beziffern.- ' ' . ' . Stadtrat Breitner legte <utch eine Ausstellrurg über die aus den 21 Gemetnsteuern in den ersten zehn Monaten des Jahres '1925 eingeflossenen Beträge vor. Alls dieser Aufstellung geht hervor, daß die meisten Steuern die Höhe - ihres für das ganze iJahr pMminierten Betrages schon in den ersten zehn Monaten nahezu erreicht haben und daß einzelne Steuern, tote die FreiMnzirnmerabgabe, die AMredigungs- und Anzeigenabgabe, die Wafferkraftabgabe, die ZuschlaMbgabe zu den ImmMiarge-bühren, die Feuevroehvbeiträge und die Huudeahgabe, in diesem Zeiträume , die für das ganze .Jahr prälirnmierten Beträge um ein Beträchtliches überschritten haben. . Schnarre Ach«. Larve«. gMadarsaaifatioa und politischer Mord. Phantasien eines Heckentteuzsünglings. Sonntag wurde im Huglpark in Hietzirng der 19jährige SchNeidergehilse Herbert Kittenberger, 13. Bez., Geylingasse 11 wohnhaft, in anscheinend bewußtlosem Zustande ausgesunden und von der Hietzinger Rettungsgesellschast in das Rochusspital gebracht. Dort gab er auf Befragen an, daß er drei Veronalpulver eingenommen hätte, um st'ucm Leben ein Ende zu machen. An diese Mitteilung knüpsic er eine Phantastifte Erzählung, er sei Angehöriger einer' G e h e i m 0 r g a n rf a t i o n, die sich wiederholt in einem mitten im Walde gelegenen Keller in der nächsten Umgebung Wiens versammelt habe, wobei lsich die Teilnehmer durch schwärze Tücher und Larven einander <- unkenntlich machten. Bei tim dieser Sitzungen, die vor mehreren Wochen stutkgefunden habe, sei ihm wtrch -das Los die Aufgabe zugefallen, eine im politischen Leben hervorragende Person dadurch mrs .der Welt zu schaffen, .daß er ihm drei Beronalpuilver ins TrinAafscr schütte. Er habe sich gesträubt, diese Tat zu verüben und, um der Rache feiner Genossen z» entgehen, die drei Beronalpulver selbst eingenommen. Obwohl diese. Angaben von vornherein den Stempe; der Unglaubwürdigkeit tvugen, hat die Polizeidirektion die zur Aufklärung des Sachverhaltes notwendigen'Erhebungen eingeleitet, welche bisher keinen Anhaltspunkt für die Richtigkeit der Erzählung Kittenbergers ergaben. Ser Ge- «annte hat allerdings mehreren Jug.endorganisat iv n e n angehört, wurde jedoch wegen feines Hanges zur Lüge aus diesen ausgeschlossen. Auch ist gegen lhn ein« Betrugsanzeige erstattet worden. Die amtsärztliche Untersuchung Kittenbergers ergab, daß er an krankhafter Verlogenheit leide, iveshalb seine Abgabe in die psychiatrische Klinik des MgeiMi-nett .Krankenhauses verfügt wurde. ’ 1. Dezember 1926 ' 'V SK. ' ' 9te«e RmWktr«. Die Labakregie bringt i-m Dezember vier Lmxirszigarren ihres Spezialtarises im neuer Prozedur und ' itci hievon außerdem auch in neuer, bei. den Original-/ a v a n n a zi ga r r e n beliebten., Fovm (zylindrisch - mit .VuHvlschttzß) in den Verschleiß. Die Namen und Preise ,Leser Sorten. sind: Olympicos 1.20 Schilling pro Stück, Coro n a S 1 Schilling, E n t r e a c t 0 S 60 Gro»scheir und G.raciosa'S,60 Groschen. Die Preise sind also mit Ausnahme der Gvaeiosas niedriger als di« der bisherigen Sorten gleichen Namens, Moohl angeblich eine Qualitätsverbesserung emgetreten ist. Die Vorräte an )en früheren Sorten des Luxuszigarrentarifes werden zu den bishevigen Preisen aiüvevkarl-st. Ferner bringt die Tabakregie an Stelle der bisherigen gemischten Ausländer (Kurze!) ein neues Fabrikat unter rer BezeichmuH ,-Gemischte Ausländer Stumpen" zum Preise von 8 Groschen in den VepHleiß. Die , Sorte „Gemischte Ausländer Zigarren" wird zum Pverfc von 10 Groschen Pw Stück als Schutzfabrikcrt im Burgenland und in allen Verlagsbezirken an der Grenze gegen das Ausland abgegeben werden. Der Preis der InfanteS-Zigarren wird von IS auf 14 Groschere pro Stück erhöht, dagegen der . der F«lm-Zigaretle dom 2 auf 1 Groschen pro Stück herabgesetzt. . 1 vergleich Vreutzeru «It de» Hohmzollera. Berlin, 38. November. (WoW.) Nach einer Mrttevluntz de- «nllichm preußischen Pressedienstes fft der Vergleich der preußischen StaatSröH-ierung mit dem chemaligen Königshaus HohenzeUern abgchchlosssn. Preußen erhält Mter anderem die KömySschlösser mit dem histoÄschen Mobiliar, die Kiuisttvevke m den Berliner Museen, die Kwninsignten und 100.880 Morgen Land und Favst. Der preußische Staat zahlt dafür dem vorrMÄgen KöniMaufe, dom unter anderem einige Schlösser, HL^sergrundstückc, der Fam-Aonschmuck und 280.000 Morgen Land und Fach verbleiben, dreißig Millionen Reichsmark. Ittja und Eömbiir. Wie di? Bupapester Abendblätter aus Großwar^ dein melden, hat der bekannte rumänische Antisemitenführer Professor C u za aus Jafsy bei der Großwardemer Staatspoltzei um die Erlaubnis zur Abhaltung einer Volks Versammlung nachgesucht und zugleich für die ungarischen^ völkischen Politiker Julius G ö m b ö s und Tibor Eckhardt die ErteilMg des rumänischen.Sichtvermerkes zurTeilnahmeanderVerfammlung verlangt.?lls Ztveck der Versammlung gab Euza die Gründung eines mitteleuropäischen Antistemiienbundes an. . Die Großwacdemer Siguranza leitete das Ersuchen CuzaS nach Bukarest mit dem Bemerken weiter, daß ihrer Ansicht nach die angesprochene Erlaubnis nicht zu erteilen 'ei. DaS Minisderium der Innern in Bubarest entschied auch m die.sem Sinne. . Zu dieser Meldung erklärte Abg. Gämbös einem Berichterstatter des Magyärorszag", daß «r keineswegs die Absicht habe, an einer DoASversämmlung in Großwardein teilMehwnt und jemals an die Nachbarstaaten Vevlvvenes Gebiet zu betteten. _ Sie Schwell gegen den farMMm 3«Dedalis< mar. Bern, 30. November. Wie die Schweizerische Depeschen-Agentur aus zuverlässiger Quelle erfährt, hat der Schwetzer Bundes rat in freundschastlicher Weise die Aufmerksamkeit der italienischen Regierung auf >den ,Katechismus der Balillas" sowie auf die Statuten der kürzlich in M a i l a n d gegründeten S 0 e i e t a P alatina gelenkt, welche italienischsprechende Gebietsteile der Schweiz für Italien beanspruchen. Entsprechend der gegenüber der Schweizerischen Regierung seit jeher befolgten Richtlinien hat die italienische Regiemng völlig die Gründe gewürdigt, welche den Schritt des Bundesrates veranlaßt haben» und sich bereit erklärt, demgemäß zu handoln. Nrlavdr Nk8ierm>g«vrommm. Paris, 80. November. (Tel.^Ko-mp.) Heute fand i!M Glyfee ein Mmiftenat statt, in dessen Verlaus das Kabinett den endMiigen Wortlaut der Regierungserklärung Megte, idie Mttwoch in der Kammer zur Verlesung gelangt. Die EMrung wird fchr kurz sain rmd, dem parlamentarischen. Brauch entsprechend, in der Kanvmer vom Mnifterpräsidenten Br fand selbst und im Senat vom IustizmmiKr Reuould, dem stellvertretenden MMisterPrÄfibenten, verlesen werden. Wie der von einem KaibinettsmitAich erfährt, wird die Erklärung zunächst die Grundlinien des Finanzplanes der neuen Regierung darlegen. Zur Außenpolitik wird sodann di« Regierung eMren, daß sie erttschtossen sei, die Friedenspolitik fortzusetzen, deren erstes Ergebnis das Abkommen von Loearn 0 war. Ferner sollen die mit Großbritannien und den Vereinigten Staat«n angeknÜpften Schuld«nverHandlungen fyrig«setzt werden und die Wiederherstellung des FriedenSzustandeS in Ma-- rokiko und Syrien angchvrbt werden. Bviand ist heule mittags nach London abgersift ' Wd wird Mittwoch Wittagis in Paris zurückerwartez.

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