Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2432 (29.11.1925)
- Date
- 1925-11-29
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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.Men, BonMg Wem« Motgettzetiung 29. Sdovembsr 1906 i BIS 60 % REDUZIERTE WEIHNACHISPREISE MOHtel Ss'fSSsch,' reine Schafwolle 829.'^ S IS*-“ aus Flausch, reine Schafwolle S 29. ~ t. P« . . ab S yjfnrujeniujuUjEwfltr < KftUPKIX «/ % Ü '»> sses» Modell' Fttrdasüünd Wintermäntel aus gutem Flausch . . ab S 12.— Wintermäntel aus gutem Velours . . ab S 23.— Kinderuelder ausVdvetin ab d 5.20 aus Rips . . .8 >S — Vrikvlagen und Sportarlike in unerreichter Xusvahl zu spottbilligen Pre.sen ml ß IImaIa! aus gutem Velours, gefüttert, watteliert, pelznmm verbrämt .... .ab S aus Raye-^elours, Glockenfasson S 59.— Mtfflißl aus Mohairplüsch, gefüttert, watteliert ab 8 UW\m aus Biberplüsch S 89, aus glattem Se denplüsch S 125»— PßlZmÖntßl Pelzjackenab S1M.— M.- aus prima Velours, Seide uU^Ullllw gefüttert, pelzverbr.. ab S Sportkostüme S 39.— TDnzKlßiflßrSÄÄi 8.- Warme Schottenkleider ab S 7.50 Cr§pßtfßCWnß-RIßidGrÄke”dibs ZImit reicner Perlstickerei S 45.— u. 35.— StoffKlßider 3R^Karamgaro ab s 29.- YaHaMam für Nachmittag und Abend, feine Salon- CA Ivllibllwn arbeit, allerletzte Neuheiten ... ab S 39ta allerletzter Schaffungen in Kostümen, Mänteln u. Kleidern tief unter dem Materialwert lO.OOO Schilling iim Jahr und die Spenden erreichen jährlich höchstens 35.000 Schilling. Zwecks Deckung des aUschnlichen jährlichen Dssizits muß sich der VoHand alljä'HMch an den WoPtätiglksitsisinn der Juden wenden . Bei Leon SmolMlh. Perez Smolenskys älterer Bruder. Von I. Tiger. Nur wenigen dürfte es M-aumt .sein, das; in Wien Ein Älterer Bruder des Lemhmten hebräischen Schriftstellers Perez S m o l e n s k y lebt. Selten «wurde seiner Erwähnung getan, sei es, weil der Stern seines Bruders alles im Umkreis im Schatten ließ, sei es, weil er das Losjener teilte, die Tausenden von Menschen Nutzen oder Vergnügen verschaffen, jedoch ihr Leben lang ungenannt bleiben. Leon Smolensky (sein Vorname ist eigentlich Jchudo Lob) ist honte ein Greis von 87 Jahren mit langen, .schöpferischen Künstle vlocken. Für diese Frisur entschied er sich vor vielen Jahrzehnten, damals, als er auch seinen Vornamen europäisierte, um nicht mehr als „roher Nüsse" — wie er sich ausdrückt — in den westeuropäischen Universitätsstädten, in die ihn sein Wandertrieb verschlug, angesehen zu iverdem Seit damals sind also viele Jahre verflossen, er aber erim-ert sich aufs genaueste aller Einzelheiten seines langen Lebens. Im Jahre 1868 kam der ältere Smolensky als Avantgarde von Prag nach Wien, um hier für sich und seinen Bruder eine Exiftenzmöglichteit zu suchen. Er wohnte damals, wie er mir erzählt, in einem Massenquartier am alten Salzgrieß itint 10 Kreuzer täglich. Unermüdlich ans der Suche nach Arbeit, fand er endlich kärglichen Verdienst als Korrektor einer neuen Talmudausgabe in der damals berühmten Druckerei des Jakob Schloßberg. Es ist drollig anzuhören, wie Smolensky diese Druckerei schildert: Eine kleine, niedrige Holzhütte, deren Holzschmdeldach man mit der Hand leicht erreichen konnte. Diese. Hütte befand sich dort, wo sich jetzt das vornehme Gebäude des Hotels ,/Habsburg" (Ecke Fleischmarkt nnd Rotenturmstraße) erhebt. Nach kurzer Zeit kam auch der jüngere Perez Smolensky nach Wien und fand ebenfalls Beschäftigung in derselben Druckerei. Für beide jedoch versiegte diese Emnahmsquelle bald, als der Herausgeber der erwähnten Talmndausgabe — ein bekannter Rabbiner ans Prag — plötzlich verschieb. Es kamen bitteroTage für'die Brüder, jedoch der ältere wußte Rat. Einem reichen russischen Kaufmann, mit dem er zufällig Mm,'machte er sich anheischig, ihn auf seinen ReEsen zu. begMm. Dieser akzeptierte.freudig Liefen Vorschlag' und so verdiente Leon ein schönes Stück Geld und machte große Lebenserfahrungen. Inzwischen hatte Perez den Entschluß gefaßt, eine hebräische Monatsschrift, den ,/Hafchachar", in Wien herauszugeben. Daß er nicht alles „reiflich erwogen" hatte, bewiesen die pekuniären Schwierigkeiten, -in die er bald geriet. Denn schon das erste Heft, das bereits fertiggedruckt war, wollte der Drucker — der erwähnte Schloßberg — nicht freigeben. Bis der Retter kam. Es!var dies der ältere Bruder, der.von Paris nach Wien eilte und einen bedeutenden Teil seines Kassenbestandes in den ,Haschachar" investierte, so daß das erste Heft in die Welt flattern konnte. Als er nun seinen jüngeren Bruder einigermaßen vor Not geschützt.wußte, ging Leon nach Böhmen und Mähren, wo er in verschiedenen Städten als Rabbiner und Kantor tätig war. Als Schüler einer berühmten Jeschiwah in Rußland besitzt Leon Smolensky eine tiefe und umfassende Bildung in den rabbimschen Fächern, wodurch er in seinen Gemeinden großes Aufsehen machte und sehr geachtet war. Von dort aus arbeitete er regelmäßig im ,/Haschachar" mit; er veröffentlichte dort eine ganze Serie aktueller Aufsätze unter hem Titel „Neuigkeiten unter den Juden", die er mit den Jnitialien.seines Namens «Unterzeichnete. Später schrieb er auch Skizzen , und Feuilletons in der Wochenschrift „Hantabit", die ebenfalls von Perez Smolensky herausgegeben wurde. J.m ,Hantabit" unterschrieb er seine Beiträge mit ,,Mosessohn", zum Unterschiede von seinem Bruder, der „ben Mosche" zeichnete. Der Stil des älteren Smolensky ist für jene Zeit ein verhältnismäßig klarer, ohne die häufigen Phrasen und Floskeln, die bei den hebräischen Literaten 'damals in Mode warm. Allein bald stellte sich heraus, idaß der Fortbestand des ,/Haschachar", des Lieblings beider Brüder, sehr arg gefährdet war. Der Mangel einer gesicherten materiellen Basis machte das regelmäßige Erscheinen der .Zeitschrift ' unmöglich und es bedurfte der grenzenlosen Opfers« udigkeit der Mitarbeiter und einiger Verehrer Smolenskys — unter denen sein älterer Bruder stets der glühendste war —, um von Zeit zu Zeit ein Heft herausgubringen. Angesichts dieser Sachlage entschloß sich Leon, der keine Arbeit und Mühe für die Sache seines Bruders scheute, für den' „Haschachar" eine Propagandatour durch Rußland nnd Polen anzutreten, wo sich >das Gros der hebräischen Leser und zahlreichen Verehrer SmolenÄhs befand. Ans seiner Reise entfaltete Leon eine rege Tätigkeit und hatte auch große Erfolge zu verzeichnen, da er sogar die verbissensten Widersacher und Gegner seines Bruders für den „Haschachar" gewann und dessen Existenz, für eine lange Zeit hinaus sicherte Eigenartig wirken heute die Schilderungen des stattlichen Greises, wenn er lebhaft von seinen „lieben Freunden" Gordon und' M a n d e l k e r n spricht, mit denen er ein freudiges Wiedersehen in Preßburg feierte. Diese sind schon längst nicht mehr unter den Lebenden. Von ihnen erzählt nur mehr die Geschichte dep hebräischen Literatur ... Nach dem Tode Perez Smolenskys übernahnr Leon de Redaktion des ,Haschachar"; er wollte mit allen Mitteln .das Lebemi.verk seines Bruders fortsetzon. Mt großer Pietät und Liebe gab er dessen Nachlaß heraus, jeden erübrigten Groschen verwendete er für die Zeitschrift — jedoch vergebenst Mit Ende des zwölften Jahrganges ging der „Haschachar" ein, mit ihm. hörte auch die schriftstellerische Tätigkeit Leons auf. Die Inschrift ans dem Grabmal seines Bruders in Meran war seine letzte »/literarische" Arbeit,' vielleicht auch die traurigste während seines ganzen Lebens ... * Jetzt wohnt Leon Smolensky, von seinem langen, mühevollen Leben ausruhend, bei seinen Kindern, ganz weit draußen in der Nähe von Schönbrumr. Als ich eintrat, legte er eine große, schwere Bibel weg. Jemand fragte, ob er immer noch die Bibel studiere. Der Greis reckte seine Schultern und aml.wvtete ironisch: ,Ms heißt noch? Ich fange erst an! . . Als wir dann bei Tische saßen, erzählte er manches aus dem Born seiner Erlebnisse laut und lebhaft. Als Gegner der jiddischen Sprache spricht er Deutsch, ein gewähltes und sehr gebildetes Deutsch, wie es häufig gebildete Juden, aus Rußland sprechen. Oft flicht er ein hebräisches Sprichwort -ein, dessen er sich noch aus früherer Zeit her —. die allerdings mehr als 60 Jahre znrnckliegt — erinnert. Er erzählt plastisch und packend, auf jedes Detail genau eingehend, mit dem Humor eines Dreißigjährigen. Er lädt mich dann zum Schachspiel ein, denn auch er ist leidenschaftlicher Schachspieler, wie es sein Bruder gewesen war. Diesen nennt er übrigens nur „Smolensky" und spricht von ihm mit glühender und überschwänglicher Verehrung. . Vor meinem Weggehen richtete er an mich die Frage, ob es wahr sei, daß man die Gebeine Herzls nach Palästina zu überführen gedenke. Ich erzählte ihm alles, was der letzte Kongreß in dieser Hinsicht beschlossen hat. Er fragte einigermaßen enttäuscht: - „Und Smolensky — ihn wird: man nicht überführen?" . Ich.blieb ihm die Antwort schuldig.. . . Preissturz bei Levbich-Sreudi. E Sämtliche Preise wurden infolge RegievennitidßWg WÜl um 20 Prozent herabgesetzt. Omssionswareu besomMPtW-'s wert. .NotenturmÜroLe.20 und LleiWuM-l-