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Wiener Morgenzeitung · 1925-11-29 · Heft 2432 (29.11.1925) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2432 (29.11.1925)
Date
1925-11-29
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Wien. SsMtag Wiener Morgenzeitung Zd. November IllLü Nr. SM ZiHisl..tfir BeslerreiEli Oimstaj üen 15. öäzembsr 1925 7*8 Uhr abends, findet Im WKl«lW«iI.!»MWl,1l.A statt, bc; welchem Herr „ _ „ _ * (Berlin) sprechen wird. i«o Karten sind im Zionistischen Bureau,Kämtnerstr. 38, erhältlich Nation machen. Sie Hat dann diesen Boden zu besetzen und den Cinwa-nderungSstrvm MMenlich zn verteilen. Die Politischen Bedingungen dieser Avbeit liegen in dem Mandat, dieser großen Errungenschaft zionistischer Aufllarungstätigkeit. Die finanziellen Bedingungen muß-das jüdische Volk Mt schaffen. Das freie LalÄ muß angekauft und der Besitz arrondiert werden. Dies ist die Aufgabe des Jüdischen Nationalsonds, der feil einem vollen VierteljaHvHundert besteht und heute schon jedem Juden vertraut geworden ist. Dieser Bvdenfonds spricht unmittelbar zum jüdischen Empfinden. Er muß nicht erst in Ziel un<b Zweck des weiteren erklärt werden. Er trägt Palästina in das jüdische Haus. Wir brauchen Land — das Land muß erworben wecken, gib täglich was du entbehren magst sür diese Bestimmung. Das ist so einfach und muß nicht erst staatsrechtlich oder nationalökonomisch definiert werden. Land für unsere Wanderer, die sonst in der Welt umherirren und ihre Kräfte verzetteln und vergeuden muffen, Land für unser Bokk, das sich dort seine Zukunft fest und sicher gründen will. Land, das uns ermöglicht, die GruiMagon eines neuen nationalen Seins auszubreiten und eine neue Heimat zu werben. Das ist eine Ausgabe, der fich kein Jude entziehen kann und die an das erste und ursprünglichste Verständnis sür soll, davische Arbeit appelliert. Was das Judentum zivilisatorisch und kulturell zu leisten vermag, das steht aus jedem Blatt der Weltgeschichte zu lesen. Was es aber sür sich selbst, sür die Zukunft seiner Kinder wirken will, das hat es erst in den Anfängen, in Palästina, bewiesen und sich unter zionistischer Anleitung sestgssetzt. Aus diesem Wege fortzuschreiten ist ein Erfordernis der Ehre. Wir muffen den NatioMfonds, den Schatz des Volles stärken und ihm die Mittel geben, die er fockert, um das Land jüdisch zu machen und seine EntwiÄung vor Störung zu bewahren. . Erleichtenmgm Kr AmeMorelsende dritter Klaffe. Aus NewHork wird uns berichtet:: Bisher wurden Ausländer, die als „Touristen-", d. h. zu Geschaflsgvecken oder zu kurzem Besuch nach Amerika.kaMn, .wenwfie in der ersten oder zweiten Dämpferklaffe reistest,'als Mste beha-ndoli und anstandslos zur Landung zugelassest, lvatzrend Passagiere der d r i t t e n Klasie mit Tourfftenv'isum wie Emigranten behandelt wurden und sich in EÜis Island der ganzen widerwärtigen Kontrollprozedür ' unterwerfen mußten. Da sich in letzter Zeit wiederholt sehr peiMche Verstöße der Einwanderungs-beamien gegenüber solchen Ton ■elften ereigneten und das Einwanderungs-departement ohnedies einen starken Abbau der Arbeit in Ellis Island ins Auge gefaßt hat, wurden sämtliche .Hasenslotionen amtlich verständigt, daß von mm an die Reisenden dritter Klasie, die im Besitze von Touristenvisen sind, genau so i.vie die Passagiere der ersten und zweiten Klasse derselben Kategorie zu behandeln feien. Die Regierung behielt es sich, jedoch vor. Passagiere dritter Klasie, die verdächtig erscheinen, daß sie trotz ihres Touristen. Visums länger als drei Monate im Lande bleiben wollen zum Erlag einer entsprechenden Kaution zu der halten. ffrlvud. Dublin, 28. November. (Reuter.) Als Poliz'sten ver- Ueidetr bewaffnete Personen befreiten die politischen Gefangenen ■ des Gefängnisses Mountjoy. Es wurden Gewehrschüsse gehört. Einzelheiten find noch ausständig. SUMM SeMdnis im Steiger-Prozeß ftattSge anf rasche »eschaffuag Btt Llschamli-Protololle. — Sie »emBJatigen der StaalraawaN». von »nsevrm Lemberger H/Korrefpondenten. Sreischar »Mach. Berlin, 28. November. (Wolfs.) Vom Poliizepprosi -ium wird mitgeteilt: Die in Stuttgart bestehende Freischar Roßbach ist aufgelöst worden, weil die Mitglieder zu unbedingtem Gehorsam gegenüber den Führern verpflichtet seien und weil diese Organisation den Charakter von Freischar-Hundertschaften habe. Gegen die Führer und Mitglieder der Bereinigung ist w:g:n Gehe imbüneelei und wegen H.undertschaftsbildüng die Strafanzeige erstattet worden. Die aufgelöste Freischar Roßbach, steht mit dem ehemaligen Freikovpsführer Rostbach und ber. von chm gegründeten Organisation in keinem Zusammenhang.: (Sagt Wolff. Di« Red.) Lar Moskau« Schachturnier. Ans Moskau wird uns berichtet: Der Freitag war spielfrei, um den Meistern eine Erholungspause zu gönnen. Samstag nachmittags begann die vierzehnte Runde, von der in der ersten Spielhalste nur 'zwei Parteien erledigt wurden; der Wiener Meister Grünfel d remPerte mit Torre und der Rüste Bogadistschuk gewann gegen seinen Landsmann Rabinotvicz. werden, den ihnen die Verteidigung beimistt; es fei Hm schon jetzt bekannt, daß in Olschanstis Aussagen unrichtige Emzelheiteu Vorkommen, so znm Beispiel habe er das Datum des Attentats auf zwei Wochen später, als cs wirklich {talifoub, verlegt. Schon in seinen ersten Aussagen habe Olschanski unter' anderem den Wurf der Bombe anders beschrieben, als es durch di« Erhebungen fcstgestellt sei, so daß die Annahme begründet ist, Olschanski habe von dem Attentat bloß aus de» Zeitungen erfahren. Er sei am Tage des AltentM nicht in Lemberg, sondern in Sambor geuxt'en, wo er die Maturitätsprüfung abgelegt habe. Der Staatsairwalt beantragte daher die Em-vernähme der Eltern des Olschanski. Verteidiger Dr. Ringel beantragte die Verlesung der Interpellation des Abg. Dr. Badt im preußischen Landtag und die Antwort des preußischen Innenministers Se bering. Darauf erhob sich bet Geschworne Ingenieur Janeezek und verlangte unter Berufung auf § 315 der Stmfpcozchordnung die Einvernahme zweier Zeugen, eines gewissen Wieckowski und des Ingenieurs Szczepan'ski, des Geliebten der Pasternak, welche beweisen sollen, daß die Angaben -der Pasternak richtig seien. Dieser Antrag rief große Bewegung im Gerichtssaal hervor. Verteidiger Dr, Landau erklärte sich mit der Einvernahme des ersten vom Geschwornen beantragten Zerlgen einverstanden, erhob jedoch Einwendung geoen die Einvernahme des Gel'ebtcn der Pasternak. Der Staatsanwalt beantragt die Einvernahme zweier Geistlicher ans Wien, die bekunden sollen, daß Viktoria Ledl ihnen ihre Wahrnehmmrgcn beim Lemberger Attentat schon vor mehreren Monaten. übereinstimmend mit ihren jetzigen Zeugenaussagen geschildert Habs. Der Gerichtshof hat sich die Beschlüsse bezüglich der von der Verteidigung, vom Staatsanwalt und vom Geschwornen Szezcpanski gestellten Anträge für später Vorbehalten, woraus die Verhandlung fortgesührt wurde. Sie brachte «in philologischer Gutachten. Dieses bezog sich auf die verschiedenen anonymen Briefe, welche im Steiger-Prozeß eine große Rolle spielen. In diesen Briefen wird unter anderem gesagt, daß das Lemberger Attentat über Austrag der „Werchowna Rada" (des Obersten Rates) der geheimen ukrainischen Militärorganisativn ausgeführt wurde. Die Anklage hat nun aus dem Gebrauch des Wortes „Werchowna", das sie als in der ukrainischen Sprache nicht gebräuchlich bezeichnet, den Schluß gezogen, daß die Briefe nicht von einem Ukrainer geschrieben, daher gefälscht seien. Die Fälschung — schließt die Amklage weiter — sei von Nichtukrainern zum Zwecke der Entlastung Steigers erfolgt. Wie noch erinnerlich, hat der im Prozeß als Zeuge ausgetretene ukrainische Rechtsanwalt Dr. Hankiewicz ebenfalls erklärt, die Briefe könnten von keinem Ukrainer abgefaßt sein und sich für seine Behauptung auf das Wort „Werchowna" berufen. Um diese Schlüsse zu entkräften, hatte die Verteidigung, beantragt, es das Gutachten von Sachverständigen der ukrainischen Sprache eingeholt wechen. Das Gericht hat diesem Antrag stattgegeben und heute wurde das Gutachten erstattet. Es besagt, daß das Wort „Werchowna" wohl kein literarischer, aber ein in der ukrainischen Sprache gebräuchlicher Ausdruck ist. Damit sind die Schlüsse, die sich an das Wort „Werchowna" knüpfen, natürlich hinfällig. Nachdem noch einige belanglose Zeugeneinvernahmen erfolgt waren, wurde die Verhandlung auf Montag vertagt. _ Ende drr Matur tu Svimie»? Paris, 28. November. „Journal de Paris" meldet <uck .Madrid: Es steht die Bildung einer Regierung bevor, die in der Mehrzahl aus Zivilpersonen bestehen FELIX PINNER wird. Primo de Rivera wird Chef der Regierung DAS NEUE PALÄSTINA und auch das Kriegsmimsterium beibehalten. VOLKSWIRTSCHAFTLICHE STUDIEN Der spanische Diktator gegen jüdische BÄvgerln sorgfältiger Ausstattung. Kartoniert Rm, 2,$q. rechte» Affe Probleme der städtischen und (änderten Kultur, affe London, 26. November (I. T. A.) „Mit) Expreß" Ge&lete der industriellen und agrarisdten Entwidlung veröffentlicht eilte Erklärung des Generals Primo bc Lemberg, 26. November. Di« heute nach eintägiger Pause wieder begonnene Verhandlung im Steiger^Zrozetz tand bereits vollkommen unter dem Eindruck der aui.sehenerregenden Berliner Meldungen über das ergänzende Geständnis des Ukrainers Theophil Olschanski, das.er über Auftrag des Obersten revolutionären Rates der ukrainischen Organijai o n e n abgelegt hat. Ta die d'esbezüglicheu neuen Prookclle in Lemberg noch nicht eingetroffen sind, kann das Lemberger Gericht iratürlich noch keine Entscheidung darüber treffen, ob -er Steiger-Prozeß weiterzuführen ist oder nicht. Aber man merkt auf allen Seiten das Bestreben, den Steiger-Prozeß, der auch schon nach dein natürichen Lach der Dinge vor seinem Ende steht, zu hechle unigen, gewissermaßen um dadurch Raum sür das zu gewinnen, was die Untersuchung über das Attentat in Lemberg nicht erbracht hat: Die klare Feststellung, von wem und in Westen Auftrag das Lemberger Attentat teilt 5. September 1924 verübt wurde. Vergegenwärtigt man sich noch, daß gerade gestern, an dem Tage, da im Steiger- Prozeß pausiert wurde, in Lemberg ein Prozeß gegen vierzig Ukrainer lbegonnen lhar, die we^en revolutionärer Umtriebe und Zugehörigkeit zu einer geheimen ukrainischen Organisation unter Anklage stehen, während die Voruntersuchung im Steiger- Prozeß sesislellte, daß es in Galizien eine geheime ukrainische Organisation zur Zeit des Attentats gar nicht gab, fo ist es begreiflich, daß das Gericht mit dem Steiger- Prozeß, besten politischer Hintergrund immer schärfer in einer mit Sdei-ger gar nicht in Zusammenhang stehenden Weise sichtbar wird, so rasch : wie möglich fertig' ivßrdeir will. Das Gericht hat denn auch, , wie, der Wcfiitzende 'ja Beginn der heutigen Verhandlung MteMj sämtliche vom Staatsanwalt und von der Ver- 'teidigung in der letzten Zeit gestellten ergänzenden Beweis« uträge abgelehnt. Das Berliner Geständnis Obschanstis wurde sodann vom Verteidiger Dr. Grek m eingchender Werise aufgerollt. Dr. Grek nahni zu einem Antrag das Wort und erklärte, der jetzt abgehandelte Prozeß stelle ein U n i k u m dar; übwoh! der Ukrainer Theophil Olschanski sich einen Monat nach Um Attentat bei der Beuthener Polizei gestellt und erklärt hat, das Attentat in Lemberg verübt zu halben, wurde dieses der Lernberger Polizei übermittelte Geständnis nicht beachtet und die Attentatsuntersuchung beschränkte sich ausschließlich auf die Person Steigers. Jetzt hat sich Olschanski zum zweitenmal in Berlin gemeldet und detaillierte Beweise dafür, daß er der Attentäter von Lemberg war, zu Protokoll gegeben. Nun handelt es sich darum, daß diese Protokolle und Mten in möglichst kürzester Zeit nach Lemberg kommen, daher stellt Verteidiger Dr. Grek den Antrag, es möge das polnische Konsulat in Berlin aufgefordert werden, die Akten, beziehungsweiise deren Abschriften rin preußischen Innenministerium zu erheben und direkt an das Gericht in Lemberg zu senden. Dr. Grek verwies am Schluß seiner Rede Darauf, daß die Anklage gegen Steiger, wie sich aus dem bisherigen Gang der Verhandlung erwiesen hat, lediglich > auf die Aussagen der Zeuginnen Pasternak und Ledl gestützt ist. Bon der Zeugin Ledl ist bekannt, daß sie sehr schlecht sieht und es bestcht daher alle Wahrscheinlich' keit, daß sie sich geirrt hat. Die Aussagen der Zeugin Pasternak sind im Laufe des Prozestes durch verschiedene Zeugen entkräftet und crls unrichtig hingestellt worden. Es sei daher angesichts des Umstandes, haß die Anklage gegen Steiger auf so schwachen Füßen steht, um so dringender, daß durch die Heranziehung des OtschansEi-Materials die Prozeßlagelo rasch als möglich geklärt werde. Staatsanwalt Hrhnywiecki erklärte in seiner Replik, er halbe nichts dagegen, daß die Akten und Protokolle über Olschansikis Berliner Geständnis direkt nach Lemberg kommen; doch könne er schon jetzt sagen, daß sie für die Klarstellung der Prozeßlage nicht den Wert haben In Bnapper und Riv era, des Oberhauptes des spanischen Direktoriums, werden ßeßandett. wird ein Ueßerßfidi gegeßen iißer das, was ... . - . . „ . m «- geworden oder im Werden ist. wonach eM I ud e NI ch t B urg er S pa N t en s w e r- Vertangen Sie kostenlos das föseit/ge Novitätenuenertnis / den könne, es sei denn, daß er jUNt katholischen Rudolf Mosse > duck» erlag / Glauben übertrete. 84790586 3878

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