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Wiener Morgenzeitung · 1925-11-24 · Heft 2427 (24.11.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2427 (24.11.1925)
Date
1925-11-24
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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ftifr *Wien, Mm«», W«,r MnMItNittG iittb diese biltzeten mit «den -m -mren Baterlande bereits rnfäffigen Juden Len Stamm>er ältesten/ungarischen Juden", »md im Zusammenhänge mit dieser Feststellung regrstrkren die Historiker Paul I aß a y und später Karl Szabo, daß unter den 108 Stämmen, die die Landnahme ausführten, auch ein Stamm ,Zfiday" Mar. Aber auch abgesehen von diesen Feststellungen, ist es dokument-arisch uachgowiesen, daß von der Landnahme angosangen vis zum endgültigen Siege des Christentums die Inden sich im Besitze oer s«mM)eu Hechte und Freiheiten der ungarischen Nrstümme befanden, und die seit den: Jahre IE erbrachtevaterländischen Gesetze, die die älteste Geschichte der ungarischen Juden mit voller Klarheit beleuchten, bowersen, daß die Jwden als organische Glieder der ungarischen Nation mit deren öbri^ gen Söhnen gleichberechtigt waren und im engsten Anschluß an das ungarische Volk lebten. Me diese Gesetze und Dokumente bÄveisen ferner: (i) daß Inden von alter ungarrsch-Wisä-er HeMmst christliche ungarische Frauen frei l^eirateten (die im Jahre 109L abgehaltene Sgabolcser Synode erbrachte zwar diesbezüglich ein Verbot, das aber sehr lange ohne Erfolg blieb, denn eS lmrßte wiederholt erneuert werden; b) rer größte Teil der Juden befaßte sich mit Ackerbau um> Landwirtschaft, hatte große Grundbejitzr aller Art und bearbeitete diese wie die anderen ungarischen Stämme durch Sklaven (Gesetz Ladislaus des Heiligen); c) sie hatten ungarische Namen (der berühmt« französische Rabbiner Salomoh JitzchÄi erwähn: in seinem im Jahre 1105 erschienenen Werke „Pardeß" den Namen ,-eines schr vornehmen ungarischen Juden, JAik Jaßkonti"; eine vaterländische Urkunde aus dem Jahre 1263 nennt den in Vasvar seßhafter: JMn namens Farkas; spätere Dokumente neunen Juden mit den Namen Fekete, Kis, Szavdas uffv.); o) solchen Ortschaften, m sich Juden aivläßlich der Landnahme in größerer Anzahl niedertteßen, oder in denen «in jüdischer Stammherr einen Grundbesitz erhielt, wurde der Beiname .Zisido", wie z. B. Jsidodar, Zsidotabor, Zsidvpateck, Zsidod, Zsidfalu, Zsidovina, bei gefügt; e) jüdische Relrgionsgemernden entstanden schon um das Jahr 1000; schon in: Jahre 1050 gab es in Estztergom eine jüöLfd)c Religionsgemeinde mit Synagoge und geregeltem Gottesdienst, mit einer Wohltäti^eitsinstttittion (kuppH sei ceda-kah) und einem aus drei Glaubensgelchrten besteheuden Richterstuhl (bech-din). Auf Grund all dieser Dokumente ist es michin absolut zweifellos festgestellt, daß schon vor der Landnahme Juden in Ungarn wohnten und daß sich im Gefolge ArpadS auch Inden befanden. Eins peinliche Feststellung für die Rassenschützler. eine Nuudgebuns Kr Den LMerkriSm. «m AaffenstillstaiMch m Gens. , Aus Paris wird uns berichtet: Am 11. K dem Tage der Jahreswende des Waffenstillstandes, hatte der Centre International des Anus in Gens die Vertreter sämtlicher internationaler Organisationen, die in Genf ihren Sitz haben und her Idee der Menschen, und Bolkerverföhnung dienen, za einer gemeinsamen Kundgebung für den Völker frieden eönAlladen. Es wurden mehrere Reden gehalten. Unter anderen sprach auch Prof. William Räppard im Mnen der Genfer Liga der BAkerbundsreunde, ferner die Delegierten des internationalen Verbandes vom Roden Kreuz, des internationalen FrikdenSbuwauS, des christlichen Jugend» bllndes, ded FraueMveltbimdeS, der Aga der Mischen Frauen v. a. m. . Säame-ltS des Wcltverbandes jüdischer Frauen sprach Frau Rosa Aber son. die sich hauptsächlich mit den Problemen des Antisemitismus als Haupthindernis des Friedens befaßte; die antisemitische Agitation unter der Schuljugend und ganz besonders unter den Studierenden der Hochschulen arbeite bewußt auf eine Verhinderung des Weltfriedens hin. Die Huden und in erster Mhe die jüdischen Frauen istien sowohl im Sinne ihrer Religion wie auch ihrer Volikstra-di-tion die verläßlichsten. und aufrichtigsten Anhänger des DolkerfviedenS. Deshalb appellieren sie au alle internationalen Organisationen, sich zur Bekämpfung des Erbübels, des Antisemitismus, zusammenzuschließer^ weil sie damit der hohen Idee des Friedens am sichersten dienen. V« Moskau« öchachlmattt. LaSkcr hat bisher keine Partie verloren. Ms MoSkau wird uns gemeldet: Stach eintägiger Epieilpairse wurde Samstag dt« neunte Runde geßpiolt. Sie bracht« drm jungen Mexikaner Torrr, ^der bisher M einziger neben Dr. 'LaÄn keine Partie verlöre:: hat, die e r st e Niederlage; fein Bezwinger war Bogoljubo.w. Docktor Lasker, der gegen Bogadtstschuk gewann, ist der einzige bisher unbesiegte Teilnehmer dieses Lur-nierS. Capa» blanca eiWtte gegen Werliuöki 8loß Remis, hat affo seinen Score wieder verschlechtert. Auch die Partie B ates— R u b i n st -e 1 n ergab Remis, ebenso tvie d»ts Spiel Sa e m i s ch —Duß-Chotimirsky. Gewinne verzeichnet«:« Marsh«! l gegen Zuwarow, Äenewski gegen Rowanowski, Reti gegen Gotthilf, Spielman n gegen Löwensisch und Grünfeld gegen Rabinow'rcz. Doktor T a r t a ko w e r war fielst«!. In der Sonntag gespiMen zehntan Runde, Inder Rubin st «in spielfrei war, fetzten BogoWbow, Doktor Laster und Tone ihren Siegeszugfort, indem Bogoljubow gegen Dus-ChotimirSky gewann, Dr. Lask-er einen leichten Sieg über Werlinski davontoug, gegen den Capabüflnea Tags vorher ein mWameS Remis hatte ctgietot können, und Torre über Gotthilf f«Hte. Capablanea hatte gegen Reff, feinen New-Aorkrr Besieger, auch diesmal wenig GNck; Re ti ergwaug ein R cm i s. Großem Interesse begegnete das SipA Grün feld gegen Ge new Ski, daß GenewÄi verlor. Fermr gewann Dr. Tartakower gegen Spi-elmann. RMis wurden die Spiele Bögadistschuk—RomanowSki und Löwenlsifch—Zuw arow. Die Partien Rabrnowicz—Aales rmd Marsjhall—Saemisch wurden achgchvochen. Stand nach der zehnten Runde, mit der die .Wfre des TamierS erledigt ist: VogoWbow 8, Dr. Laßker 7 (1), Dorre 7, Marshall 61/» (1), RMnfteiu ip/», Dr. Dartakower 8, Capa- Die Ge birgsiuden von Karpatho« rußlavd. Um «km» Battftrt».*) ' Ter strenge Kaftan, die imposante Pelzmütze (oft mil kostbarem Zobelbesatz), die charakteristischen Schnallenschuhe, Kniehosen und weißen Socken — dieser Sabbatstaat eines strenggläubigen Juden aus -er Podkarpatfla Rus, in Wirklichkeit die kleidsame Tracht eines niederfränkischen Kaufherrn aus dem 13. Jahrhundert, dies alles deutet nebst der jiddischen Muttersprache-äußerlich an, wo die Geschichte dieser Juden stecken geblieben ist. Die gewaltigen Pajes der Männer und die glattge-- schorenen Schädel der verheirateten Frauen bestätige« den Ausenthalt von vielen Generationen in Polen und anderen östlichen Gebieten. Die unbarmherzig-schöne Natur mit ihren wilden Schluchten, unfruchtbaren Hängen, unübersehbaren Waldungen und --- mit der Rot der in diesem abgelegenen Winkä hausenden Menschenkinder bietet auf den ersten Blick die Erklärung, warum gerade hier nach den Metzeleien ChmielniekyS tot Chassidismus feine ersten und dauernden Erfolge feiern konnte, ja mußte. Die Lebensweise der Chassidim. erweckt bei dem seltsam berührten westlichen Beobachter bewundernde- Mitleid und protestierenden Neid. Mitten in diesen Wälder:: in armseligen Dörfern, herrscht ein jüdisches Leben wie in Messias Zeiten. Zwar haust noch nicht der Lowe mit dem Lamm, aber es kommt vor, daß ein Wohnraum die jüdische Familie und — die Kuh, die Ernährerin, beherbergt. Dies ist aber nicht das Charakteristische! ES gibt doch auch reiche, sehr reiche Chassidim, „Millionäre", die bei näherer kritischer Beurteilung ein Vermögen von hunderttausend tschechischen Kronen ausweifen! Nicht, daß der Chassid — Gott behüte! — Geld und ähnliche Dinge an und für sich verachten würde. Aber die Bedeutung aller Werte dieser Welt schwindet vor den Genüssen der inneren Harmonie, gekennzeichnet durch die Fülle des Sabbat nnb die Huld des Rebben. Hier ist der Schlüssel zu allen sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Mißverstände Nissen, denen der Unkundige ausgesetzt ist. Das Judentum ist hier im vollen Sinne weder Religion noch ein Unglück, - •■*) Diese Schilderung' ist einem in Vörbrrelluug besinAtbrn'- Buche des Verfassers „Das Lebe»' der:Jüden.'in der'.Podkarpasska Uuü" entnommen. . sondern ein tägliches und stündliches Erlebnis. Deswegen vertragt der Glaube an Gott und an den Zaddik keinen Riß, don dem Punkte, aus dem sie ruht, bars diese kühn «tfgebaute Welt nicht gerückt werden. Dieser Notwendigkeit werben alle menschlichen Autoritäten geopfert. Ein Stück Fleisch aus der Hand und von dem Tische des Rebben ist der Inbegriff der Glückseligkeit und die für diele Westmenschen so bequeme Unterwürfigkeit dem Mchthaber (Puriz) gegenüber ist allzu oft nur ausgeartete Verachwng. Der durch geheime Uebung oder offene Unterlassung von Mizwes (Erfüllung von Gesetzen, guten Taten) gewonnene oder verlorene Chelek leolem habo (Anteil am künftigen Leben), um dies herum dreht sich der Sinn des irdischen Daseins dieser Gebirgsjuden, Bettler mit königlichen Allüren. Sehr vieles ist natürlich der Auffassung überlassen, der Neigung und individuellen Disposition. Der Robbe wird nicht gewählt, sondern er wird es, sofern er nicht diese Würde erbt, durch das Erlebnis der Gläubigen. Der Glaube an den einen Rebben bedingt den Unglauben an de« anderen, ja allzuost bittern und gefährlichen Haß. Wehe dem Westler, der irgendwie in. den unbeschreiblichen Kamps von zwei solchen Rivalen gezerrt wurde! Die Jesuiten sind naive Kinder und ihre Intrigen nur harmlose Spielereien angesichts der unfaßbaren Mittel, die angewendet werden, um den fälschen Propheten niederzuringen. Man sah dies vor einigen Jahren in Mukacevo, als der -,Belzer Robbe" den: einheinüschen nicht das Feld räumen wollte. Diese Tatsachen sind für die Beurteilung der Dinge nicht minder lehrreich als statistische Daten. Tausendjährige Gewohnheiten und neuzeitiger Aberglauben siawischen und andern Ursprungs sind die alltäglichen Bindeglioder des Lebens, das unerschütterlich in der Familie Verankert ist. Die Segenssprüche bei den Mahlzeiten sind keine bloße Zeremonie, ebenso wie das bedeckte Haupt der Männer, dessen Entblößung den ersten Schritt zu«! Abfall bedeutet. Alles hat seine» Sinn: Die Symbolik der Eheschließung mit der geheimnisvoll anmutenden Begrenzung der natürlichen Erotik, der reiche Kindersegen, der die Ankunft des Messias >brschl«vmgt, das Leiben und auch her Tod. ^Die kleinen- Holzsplitter in den Händen des Toten sind Wanderstabe der Seele ans dern Weg nach Jeruschölajim, , der heiligen. Stadt. Die Toten sind die Zuflucht der.LeheN- U. NoveEr 1926_Skr. SM Vlanca und GeMSki je 5Vj, RosnxmoiwM ö, BogahUchuk utt£ Reti je 41/*, RMiwivicz 4 (1), WerlinÄi 8l/a (1), Dus-Choti« mrrsky mid Spielmann je 81/», GvünM 3 (2), LLwenftsch 5, Saemisch 21/» (1), Kate- 2 (2), GottWf 2 (1), Zuwarckv 2. Sin -erbrechen not 8275 Zähren. Vor mchr alls eiltet Millioa: von Lagen bettew» chchamlsche Priester -en Pharao Tutanchamen in den Sarg, wo er «ngchört n:hte, ungestört seW durch den Auftuhr des EirvfaÜes in fein Grckb vor Kvei Jahren, bis zum hautlMn Tage, da Mr. Howard Carter, der bekannte Aegt)iptoilogL, die Mmnie au» dem innersten der drei goMedeckten GchLnse i-nnerhaiib des Sandsteiichn'rophagcs heraushob und sie <m eine der Mnde lohnte. Carter hofft, daß die RvntAenaufmihmett der KöniULummie, wenn die Otegative entwickelt sind, AuMämnig darülöer bringen werden, ob die Todesursache im Jchre IM vor Christ: Tuberkulose war, wie einige AegyiPWlogen Ms dem Ausdruck der Gesichtszüge der besser herMsgemtbeit-eten Porträtftaiuen Tutankhmmns soLgevn wollen, oder ob Gewalt die Regierung des Monarchen beendet hat. Falls MS den Aufnahmen keine Anzeichen für die llrfachc des Todes sich ermitteln lassen, wird Dr. Lueas, der Chemiker der MeTung für ägyptische Ältertümer, später die inneren Organe des Königs arvf C-Mrvn von Gif! chemiisch untechuckM. Duffe Organe weM'tt in -iinopffchen Krügen, die in der GrMammer unter den Flügeln der Statuen der Schutzengel aufgostellt sind, auPcwahrt. Dich; Krüge stellen das Künstlerischeste an Schätzen des Grabes dar, was bis jetzt Mfgchnwen tvvrden ist. Mr. Carter'har sich bereits auS Anzoichon, die er vorläufig aber nicht ervrtem torll, eine Theorie gebildet, dcchingchond, daß Lutanchamsn, vielleicht durch .Horem-Hob, tfcit Häretiker-König, gewöhnlich Wraton genanM, evnwrdet worden ist. Hovsm-Hob hat sich dann seMt die Kwne von Aegypten awsgsfetzt. Carter fft jetzt bestrebt, die Nolle eines Detektivs zu stzieleu, m Licht in ein Verbrechen zu bviwM, das vor 3276 Jchre-n veMt wurde und bis jetzt unaufgeklärt Meb. Es find Spuren von E i! e u n d G l e i ch g u l t i g k e i t bei der Feier des oigentlichen Begräbuisfes zu bsobachten, trotz des Umstandes, daß Schätze in dem Grabmal angchäuft find, tvelche die Theorie vechtifertigAi, daß DntarEhamen heimlich mW in aller Elle inmitten des Chaos, das durch die einander bekämpjendon Anwärter auf seinen Thron verursacht wurde, beseite geschafft torrrde. Anottltte ans dm Zndentnm. Bank Max, »eb. 3. Im: 1876, Zolhnio, 7. Sez.. Apollogasse 26. Weinstein Leo, geb. 3. Juli 1891, AusterM. b. Bez, Grohaaffe 1. Weinstein Julius, gev. 29. November 1919, Wien, b. Bez., Grobgasse 1. Galdenberg Artur, geb. 31. Juni 1897, Kota Nadja, 2. Be-., LeovoldSgasse 16. Pollak AlfteL. geb. 19. April 1896, Proßnttz. 19. Bez., BlaaSstraße 8. Schafranek Alfted. geb. Februar 1888. Otteutal, 1. Bez., Lot-rmgerstraße 3. G a r a i Magdalena geb. Dave», geb. 31. November »1897, Budapest. 18. 23erw PbtzletnSdorferstraße 30. Dttr 1 chstein Leo Samuel, geb. 26. Juni 1896, FoScani. 18 Dez.. HanS-SachS-Galle 26. Hendl Irene geb. 26. Februar 1897, Wien, 9.£e*., Liechtensteinstraße 56. Bachra ch Emil Ludwig, geb. 24. Augui 1859, Wien, Beamter. 6. Bez., Schmalzbo>gasse 23. A l l i n a Franziska, geb. 34. Juli 1897, Wien, 3. Bez., Praterstraße 45. der: in größter Gefahr, zur Zeit von Epidemien werden die „Gräber gemessen" oder es werden aus dem Friedhose Hochzeiten von Waisen vorgenommen zur Versöhnung der himmlischen Mächte, die unsichtbar in das Leben des einzelnen eingreifen. Sic können gebannt tverden durch die Btacht des Rebben, aber auch durch Amulette und verschiedene Sprüche. Wöchnerinnen und Säuglinge sind niemals ganz sicher vor dieser Gefahr, aber auch Frauen, die sich allein von der rituellen Mikwah (Frauenbad) in den Abendstunden nach Hause begeben, können leicht dem unzüchtigen Angriff von Schedim unter-- lliegen und diwch dich: Vermischung unglücklichen Geschöpfen das Leben geben. Es blüht der Glaube an das Ajin Hora (böser Blick) und es gibt ganz verläßliche MAel, zu erkunden, ob eine Erkrankung auf ihn zurückzusühren ist. (Holzkohle im Wasserglas). Kinder werden durch roten Bindfaden vor diesem Ungemach geschützt. Die Therapie in de» jüdischen Dörfern ist eine Fundgrube für den Folkloristen, Krankheiten werden „besprochen", wobei auch Kuhmist, tierischer und menschlicher Urin, und natürlich auch Knoblauch ihre Rolle spielen. Der bei der Geburt gchorbenen Mutter wird die Leibesfrucht durch Bitten, Drohungen, Verwünschungen, ja sogar dttrch den großen Bann unter Schosartönen abgefordert. Dies ist die Welt der kleinen jüdischen Händler, Bauern, Haltdwerker, Waldarbeiter, Fuhrleute, vor allem aber der jüdischen Luftmenschen. Die Zahl der letzteren ist unheimlich groß. Sie sind es, die auch ein anderes als das rein seelische Interesse an der Erhaltung dieser Zustände haben, die oft nur durch ihre Schattenseiten für die AußeMvolt zum Vorschein kommen. Der Ehassidisnms, her vor 200 Jahren eine ungeheure geisttge Revolution gegen die rein talmüdische Richtung darstellte, hat heute in der Podkarpatska Rus seine schöpferische Kraft emge- Lüßt (keine Literatur, nicht einmal ursprüngliche VoNlieder!). Der Ginn dieses Lebens ist für imnche grau geworden, der e'nlgüfwischte Hang.Mr Uebevmenschlicheu hat Nicht nur der Jugend, sondern auch einem großen Teil der Erwachsenen beit Weg zur jüdischen Renaissance ge- . wiesen. Diese .Leute haben ihre Sorge ittnt die rituellen Einrichtungen und Wichten des Judentums nicht von sich gestreift, Mr die große Diebe ihres Lebens haben sie auf me geistigen Werte be§ Zionismus übertragen. Die WiMrbeliebung deS Hsbräischen, die Errichtung der .hebräischen Schwülen fft keine politische .oder r>e.in nationale Geste, sondern her Ausdruck einer mystischen NotwendiBei^

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