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Wiener Morgenzeitung · 1925-11-23 · Heft 2426 (23.11.1925) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2426 (23.11.1925)
Date
1925-11-23
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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ElrW» I Wkn, Montag Wiener Morqenzektung LS. NovwnVer 1SS8 M. VW' Schwierigkeit kiegt darin, daß die Organisation der Keren-Hajeffod-Zeichmr in den verschiedenen Ländern sehr verschieden Mit fortgeschritten ist. Der Gang der Entwicklung dürfte sich etwa folgen« dermaßen gestalten: Das heute dastehende Direktorium des Keren Hajeffod wird entweder in seiner unveränderten ZuisaMmeni)chuntz oder verstärkt durch einige hervorragende NichtzÄrnisten, di« sich provisorisch bereit erklären, auf Berufung der Zionrsdischm Exekutive am Direktorium taihunehmen, die Vorarbeiten für die Einberufung des Comrell emleiten. Dazu gehört vor allem die Fixierung der Zach! von Sitzen im Council, die jedem einzelnen Lande zuistehen. Das Statut sieht eine etwa^ komplizierte Berechnung vor. Die von jedem Lande fj,r oen Keren Hajefsod gslePete Summe soll durch die Ziffer des in dem betreffenden Lande geltetwen Mnimalbetrages für den Keren Hajeffod dividiert werden. Die so gewonnenen Ordnungszahlen bezeichnen den proiportionellen Anteil des Lander an der Gesomiza^l der Mandate im Council. Diese Regel wird noch dadurch für die praktische Anwendung besmwers schwierig, daß die Minimalbeiträge in manchen Ländern wiederholt abgeändert würden, hauptsächlich wegen der Schwankungen der Valuta. Es wird daher notwendig sein, daß das Direktorium des Keren Hajeffod einen zweckmäßigen Weg für die Verteilung der Mandate findet, u-nid ^diese dem Direktorium obliegende Wicht macht eerwünscht, daß ihm schon jetzt einige hervorragende Nichtzionisten beigezogen werden. Zweifellos wird die Verteilung der Sitze im Council in einem bestimmten Bechältnis zu den Keren-Hajessod-Leistungen der einzelnen Länder stehen müssen. Natürlich soll aber die Verteilung nicht mechanisch erfolgen, und insbesondere für Amerika dürft« eS sich empfehlen, der Regel zu folgen, die bereits für die am-evitanische Beteiligung an der Jewish Agency ausgestellt wurde. Der zionistische Kongreß hat sich damit einverstanden erklärt, daß die Nrchlzionisten von Amerika 40 Prozent der nichtzronisti-schen Mandate in der Jewish Agench erhallen. Vielleicht Lunte auch die BeteiliyMg Amerikas an dem Council des Keren Hajeffod ähnlich geregelt werden. Natürlich wird es auch eine wichtige Aufgabe des Direktoriums sein, für eine angemessene Vertretung der kleinen Lander im Council zu sorgen. Ist so die Zahl der Mandate, die di« Keren-Hajesso>d- Zahler jedes Landes zu besetzen haben, fixiert, so kann die Wcchl vor sich gehen, das Stataut des Keren Hajeffod enthält über den Vorgang bei der Wahl keine Bestimmungen, mit Ausnahme des bereits erwähnten Wsatzes, daß jeder BeitragÄeistende eine Stimme haben soll. Die Wahlbestimmungen im einzelnen können also den LandeSkomiteeS des Keren Hajeffod überlassen werden. Wenn der Council konstiwiert ist, hat er das Recht, die Hälfte der MitFieder des Direktoriums zu wählen. Er prüft ferner den Jahresbericht des Direktoriums und die Rechnungen und Bilanzen des Keren Hcvjess d. Er hat auch daS Recht, feine Befugnisse in bezug aus die finanzielle Gebarung des Keren Hajeffod einem aus seiner Mitte zu bildenden Komitee von höchstens zehn Mitgliedern zu übertragen. Der Council soll regelmäßig einmal im Jahre zusammentreten; auf. Wunsch von 25 Mitgliedern des Council ist aber das Direktorium verpflichtet, 'eine außerordentliche Sitzung einzuberusen. Sitzungen des Council sind bei Anwesenheit von 15 Mitgliedern beschlußfähig. Die Bedeutung des Council liegt weniger in bestimmten Maßregeln, die er treffen kann 'oder treffen soll, als vielmehr darin, daß sich im Council die organisierte Mitarbeit weitester Kreise des jüdischen Volkes am Keren Hajeffod verkörpert und in einer weithin sichtbaren Weise ausdrücki. Es ist ja vielleicht ein Verzug des Keren Hajeffod. daß seine Organisation nicht starr und unbeweglich ist. Er hat in den verschiedenen Ländern ganz verschiedene Formen entwickelt, entsprechend den Bedürfnissen der Arbeit den Möglichkeiten und der Einstellung der Juden des betreffenden Gebietes. Es ist klar, daß die nunmehr einzuleitende Konstituierung des Council des Keren Hajeffod über alle diese Verschiedenheiten hinweg einen starken Ausdruck für die Einigkeit desJudentums im Willen zrn Schaffung der Heimstätte in Palästina bedeuten und — so hoffen wir — beitragen wird, den Kreis der aktiven und verantwortlichen Freunde des Palästinawerkes noch erheblich zu erweitern. Ufo mutiges ZubikSa«. Die Rezeplionsfeier in Budapest. — Klebelsberg urvd'die Israelitische Union a. G. Budapest, 22. November. Das Ung. Tel.-Korr.-Bur. InMet: Das ungarische Judentum feierte heute die 30. Jahreswende der gesetzlichen Rezeption. Me Fostverlammlung, an der namens der Regierung Kultus- und Unterrichtsminister Graf Kiehelsberg teilnahm (Klebelsberg ist der entschiedenst« und Zynischeste Vertreter der Nuinerus-clausus-Politik. Die Red.), faßte einstimmig den Beschluß, für die Abschaffung des Numerus clausus einzutreten. Aus der Grundlage der ungarischen Verfassung stehend, heißt eg in der Resolution, erwarten wir den Sieg der Gleichberechtigung von dem Wiedererstehen der edlen ungarischen Traditionen. Tie Sache des Numerus clausus wollen wir mit der eigenen Regierung und mit der eigenen Gesetzgebung erledigen. Wr haben Ms und werden uns an keine ausländischen Faktoren um Hilfe wenden -und lehnen diese Hilfe ab, selbst wenn sie wohlgemeint ist. In der Schweiz. Aus Zürich wird uns geschrieben: Am 27. November wird Herr M. M. Ussischkin, der Vorsitzende des Direktoriums des Jüdischen Nationalfonds Jerusalem),, m Zürich erwartet. Tag Schweizer Hauptbureau drS Keren Kajemech in St. Gallen hat verschiedene Veranstaltungen anläßlich des Besuches de-. Herrn Uffffchkin vorgesehen. Freitag den 87. d. findet ein Press eempfang statt, abends hält U j s i f t*tt ciitcit Vorrag bei den Studenten. Samstag besucht IWchtirl einige Synagogen und "spricht abends in einer großen Vo'lksv ersa mrnlung über den Aufbau ErezIsraels. Sonntag findet die Landeskonferenz des Keren Kajemech statt, in der der Gast das Hauptreferat hält, >aran anschließend'ein Empsangeabend in Len Räumen der Augustin-Keller-Loge, an dem alle Vereine und Organisationen sowie Gäste teilnehmen werden. Leb- 'hastes Intereffe gibt sich bereits in allen Schichten der Judeniheit für diesen Besuch kund, der ein Ereignis rm Mischen Leben Zürichs bildet. Ussischkins Ansenthalt in Amsterdam. Wie uns aus Amsterdam berichtet wird, war Ing. Usfischkin Gast des Niederländischen Zionistenbuirdes und sprach m A m st e r d a m im großen Bellevue- Saale vor einer fast 3006 Personen zählenden Zuhörermenge. Den Vorsitz bei diesem Meeting führte der Präsident des Niederländischen Zionistenbundes, Dr. dan R a a l t e. Nach einem einleitenden Referat von Professor Cohen hielt Uffffchkin. der mit stürmischem Applaus und dem Absingen der Hatikwah begrüßt wurde, ein« Ansprache über die Zukunft des jüdischen VoAeS. Seine Worte Langen in die Aufforderung aus, den Außbaü Palästinas durch di« Förderung hes Keren Kajemech. der dem Vo4ke den Boden auslöst, zu beschleunigen.- Di« Versammlung beschloß, im laufenden jüdischen Jahre für den Keren Kajemech mindestens 12 0.000 holla ndische Gulden ausgubringen. Ing. UMchlkin wutde auch dom Bürgermeister von Amsterdam, de Vlugt, empfangen, der sich eingehend Über den Stand des Aufbauwerkes in Erez Israel informieren ließ. Gin Ehrenzeichen für Jhrnft nnd Wiffenschaftf Wie em Montagsblatt erfahren haben will, soll demnächst eine neue Ordensauszeichnung geschaffen werden (das Ehrenzeichen für Verdienste scheint heute, da so wanig in, um und an der Republik verdient -werden kann, nicht mehr zugkräftig zu sein). Das neue Ehrenzeichen soll einefür Kunst und Wissenschaft sein und in zwei Ausladen verliehen werden: gol.denes und einfaches. Die Schaffung dieses neuen, offenbar einem dringenden Bedürfnis entsprungenen Ordens soll ummtwliLar bevovsbehen. Mn mache sich auf allerlei Humore gefaßt. Ne Rache der entnIrRrn. Der Mord in der Wcihbmggaffe. Die Wittve des ' AiddMten Dr. Nikola Anagnostop«los aus Atexan-rien, der Samstag nachmittags von seinem Schwager, dem früheren OffizierSstel 1 Vertreter HanS Katholnik erschoffan ttmvde, wovauif^der Mörder Selbstmord veMte, ist imolge der A-Fregumg in schweres Nerven sieb er dersallen und hat in der SamSdagnacht zw e i S e l>bstmordversuch -e. unternommen, indem sie sich Ms . dem Fe Her deS HM- Glistckech, wo di« Mut lat gsichah und die noch wohnhast ist, aus di« Straße M stürM versuchte. Es gelang «beide Mala, di« Frau recht zeitig an der Aussühmng ihrer Tat zu verhindern Frgu Anna AnagnoswpüMs liegt in s ch w e r e n D e i i i i e n. Ihr Zustand ist ernst. Wien, 23. November 'IM. * Selbstmordversuch eines Mediziners. Ter ZIM.ige Röntaenaffiitent und Srudmt Medizin Wil!h-elm B. hat sich Samstag nachts vermubuch wogen P o st e n l o s i g k e i t durch ein Gift zu töten versucht und wurde von der Hietzinger RettungsgesellschLft ins Wilheilminenspita! gebracht. * Tot ansgcsunden. Di« 83jähri.ge Arztenswitwe Marie Bauer ist a>m 21. v. mchts in ihrer Wohnung, 18. Bez., Wallrießgasse 88. plötzlich güstovben. * Selbstmordversuch im Auto. Der Fleischhauer WiMÄt Preß-ler,.Fockygasse 37, Hai sich Samstag nachts a>us bisher unibekannt-er Ursache aus her Fahrt in. einem Autotaxi in Meidling aus fmm Trommelrovolver eine Kuigvl m die linke Briustseite gejagt und mußte durch die Nettungsgesellschaft in tief bewußli^sin Zustand in das Spital gebracht werden. * Jin Sieireranzu« mit grünen Lampaffttt. MS RMüS» dors ist der Landbriejttäger des dortigen Postaimles, Alois Loy, nach Vermtreuunig von Amtsgeldevn in der Höhe Von 4650 Schilling durchgegangen. Loy war erwa zehn Monate bei dem Postamt angvstellt. Am 10. d. kamen in NÄlasdors Mi Kalten, aus Jugoslawien an, in denen Lov die Mmcht ausfpricht. Über Belgrad nach Odessa M Juchten. Er ist ian SteireranMg mit grünen Lampasien M-uchtet. * Jüdische D'chtung. Wissenschaft und Bewegung sind di« Haulptaibteuungen des sehr interessanten nvucn Kataloges der R. Löwit-Buchihandlung, Wien, 1. Beg.. Rotenturmstraße^W, und FleWmarlt 1. Dieser Katatloa will ein« Uebersicht über „Ein Vierteffahchundert Mischer Literatur, 1300—192h" gelben. Durch MermMche Gliederung des umfangreichen Materiales lft auch dem Laien die Möglichkeit gegeben, sich über das Neue-ste und Wichtigste aus jedem SMiolgöbiet zu orientieren. Eine ausführliche Emführung boleuchtet dir Zusammenhänge zwischen jüdischer Literatur und jüdischer Bewegung. Der Katalog wird ans Wunsch krstenlos zugrsandi. * Eine Fakultät für jiibische Literatur an der Harward- Universität. Die Harward-Univerntär gibt bekannt,, baß demnächst eine Fakultät für jüdische Literatur und Philajaphie errichtet werde. Die namendige Summe für bie Errichtung des Instituts stellte Mr. Mchan Litauer mr Bersügung, der km Jahre 1878 die HgMard-UuIiverLiiä'^ aWvien hat und gegenwärtig HaMchuhjabrilant in NowHork ist. Das Fnstitut > trägt den Namen des Vaters des Herrn LiMier. der zehn Jahr« > lang Mitglied des EeriLanujchen Kongressesl war. * Wiener Beth-Hamidrasch, 2. Bez., tzerdlnaMtvaße 28. Heute um 7 Uhr abends Lektor Dr. S. Rubin: „DaAuw". * MqiimonidoS-Jnstitut, 8. Bez., Hetzgcisje 40. Haube, 6 bis 7 Uhr, Rabbiner Dr. A. Kaminka: „Das Buch Hiob"-, 7 bis 8 Uhr, drchellbs, ^DhaknonideS, More Mbuchim". Der Hausarzt. Redigiert von Dr. Sauel Beer, Die Krankheiten der BmtchspeicheldrÄse. Bon dem Organ der Bauchspeicheldrüse hört der Laie im allgerneinen sehr selten, tatsächlich sind Krankheiten, die von dieser Drüse ausgehen, nicht sehr häwjig. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, müßte man eigenMch sagen, daß die Krankheiten der Bauchspeicheldrüse wohl häufiger auf-, treten, aber di>e modtz'nische Wiffen'schast steht heut« trotz anerkannter großer Fortschritte auf dem diagnostischen Gebiete gerade der Erkrankungen deS Pankreas (der Bauchfpcichädrüse) noch vor gwßen Schwierigkeiten bezüglich der .Wartung der von dieser Drüse ausgehenden Kvankheitsevschrinnngon. Selbst einer genauen klinischen Beobachtung, die alle Hilfsmittel der medemen Untersuchung zur Ärsügung hat, gelingt nicht imiuer die sicher« Erkennung des Krankhettsbildeß, das auf eine Schädigung der wichtigen Bauchspeicheldrüse hinwei-st. Wie sollte dann ein praktischer Arzt, der drn Patienten oft nur vorübergehend zu Gesicht bekommt, eine Bauchspeicholdrüsenerkrantung mit Sicherheit erkennen? Die Schwicrigkeil liegt vor allem in der ganz eigen-- artigen Lagernng. die das Organ im menschlichen Körper einuMnrt. Der Pankreas liegt hinter dem Magen, m der Höhe deersten Lendenwirbels, hat eine längliche, platte Ptalt, die ähnlich wie di« Mundspeichetldrüfe einen drüsigen, traubensörmigen Aufbau zeigt. Der sogenannte Kopf -eS Organs legt sich eng in die Konkavität des Zioölfftngevdavmes hinein und berührt die rechte Niere, während . der Endteil des Organes die linke N.-'evc und die Milz erreicht. Er liegt somit quer hinter dem Magen und ist daher einer genauen Untersuchung und Betastung im allgemeinen unzugänglich, außer wenn bie Drüse durch große lschwulsMldurig an di« Oberfläche steigt und den Magen verdräng«. Dieses neben d«r Leber zweit« wichtig« Anhangs, organ des DarmtrakteS hat bedeutende FuMonen bei der Verdauung zu besorgen. Es liefert drei Fermsn-te (Sekrete) durch einen Ausführungsgang, der gleichzeitig mit dem Lebergallengang im einen gemeinsamen, in einer Schleim-hautfalte deS Zwölffingerdarmes gelegenen Vorraum mündet. Go ergießt sich diestS Sekret, der Bauchspelchel, der während der Verdauung in großer Menge «löge sondert wird, -in das Darminner«. Der Bauchspeichsl hat somit» eine verdünnende und ähnlich dem Magensaft eim verdauende Wirkung- und spielt «im wichtig« Rolle bei der Fettlpältung. Aus der Lagerung des Organs und den angedeuteten Funktionen ist zu ersehen, in welcher Richtung sich' krankhafte Veränderungen deS Pankreas bemerkbar machen. Das akute Krankheitsbild sieht im Beginne aus, als ob man eS mit einer Vergiftung zu tun hat. Der stürmische Verlauf mit den andauernden Leibschmerzen, Uebelkeit, Migem Erbrechen läßt meist zuerst an einen Gallentelnanfall denken. Die rasche Verschlimmerung deS Zutändes, die sich in Verfall und Ohnmachtsattacken äußert, ührt dann bisweilen auch zur. Vermutung eines Dawn- »erschluffes oder Darmdurchbruches. Rur die ausgeprochene Schmerzhaftigkeit' in der linken oberen Bauchjegend (tm Gegensatz zur Gallenkolik, die einen Schmerz rechtansweist), und die oft fühlbare Harte dortselbst, vermögen mit dem schlechten Allgemeinbefinden deS Patienten den Arzt auf eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüfe hinzuweisen. Erfahrt man, daß leichtere, ähnliche, alS Magen- oder Gallenkrämpfe gedeutete Attacken vorausgegangen sind, und daß gar infolge Ausfalles der Fettverdaunng di« Entleerungen eine weißgelbe Farbe aufweisen, dann liegt der Verdacht aus eine gesährilech Pankreaserlrankung nahe. Di^ Feststellung der Erkrankung ist deshalb wichtig, weil nur ein sofortiger operativer Eingriff Hilfe bringen kann» die Patienten ansonsten in einigen Tagen der Krankheit erliegen. Neben der akuten Form der Pankreaserkrankung beobachtet man noch insbesondere Steinbildung in den Ausführungsgängen, die ähnliche Kranklstritszeichen aufweist wie bei Gallenkolik. Die Geschwulstbildung der Drüse hinwiederum lost in erster Linie Beschwerden durch Druck aus die Nachbarorgane aus und dazu dauernde Gelbsucht. Anhaltender Verfall bei älteren Leuten mit Verdacht auf ettle Geschwulst in der bezeichneten Drüsengegend mutz an «me bösartige Bildung denken lassen.' Die Bauchspeicheldrüse hat in den letzten Jahren durch die künstliche Darstellung deS zweiten Sekretes, des Insulins, besondere Bedeutung gewonnen. Dieses Sekret wird direkt in die Blutbahn abgeführt und reguliert den Zuckerstofswechssl. Erkrankt eine bestimmte Zellgruppe in der Bauchspeicheldrüse, di« dieses Sekret für da8 Blut bildet, so tritt eine Störung im^ Zuckerhaushalte deS Körpers aus, der Körper scheidet den Zucker aus. Es entsteht der Diabetes, die Zuckerkrankheit, die neuestens durch die Zuführung des Sekretes, des Insulins, beslnslußt wird. Die unscheinbare Drüse hinter dem Wagen, deren Bedeutung man lange nicht genau kannte, hat sich als ein sehr wertvolles und notwendiges Organ erwiesen, dessen Asonderungsstoff für die Ausrechterhaltung des stofflichen Gleichgewichtes des Körpers von unschätzbarem Werte ist.

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