Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2426 (23.11.1925)
- Date
- 1925-11-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Wien, /.vm Abholen in der hxpeditlod, 11., Taborstr. 1*3, odci in einet VerschleiSstelle Tratlk) monatl. o Schilling Strossenverkaut In Wien ditrch die Kolporteure der t-irms G o I d schmied, 1., WollLelle 11 Mit Postversand itit Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling 1 scliech o-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 *achs»hitmgei> bet treti* erbftbtin«eti Vorbehalten lener Rt. Mit Wien, Montag, 23. Rooembn 1925 fPrifsiral England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monafl. 18 Lire: Rumänien, Mon. 170Lei, BulgarienMon.lOOlewf, Schweiz und das Übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration Wien, 11. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-iÖ2, 25-2-82 IX., Universitötsstrasse 6-8 (Diuckerel lg. Steinmanri) Oesterrelchisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 7. gahrsau« Sturz des Weiten Kabinetts Wnleve. Ae SemiWa angenommen. - Schwierige Lage der Fiaamea. - Re Sozialisten treten in die Rrg-llnng eint (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung-.) Lösung der Finanzsragen die Situation des Schatzamtes beemflußt wird, das in der allernächsten Mit dringende Verpflichtungen hat. Um diese Frage zu klären, hatte, her Pwlsident bei RepwM nut dem KammerprÄsidenken Herriot u-nt dem SeMsiprctsidmten de Selves eme Besprechung, Me verlautet, durfte eine provisorische E r m ä ch t i g u n < an die Bank von Frankreich zu eimr Erhöh it ng d e r Vorschüsse an den, Staat um etwc sechs Milliarden den: Parlament vorgelegt werden damit'das Schatzamt wenigstens vor'läusig den Verpflichtungen Nachkommen könne. Ueber die 23. November. Nach knapp vier Wochen ist das zweite Ministerinm Painleve, wie zu erwarten war, über die Schwierigteiten der Finanzfrage g e st ü r z t. Nachdem^ die Kammer entsprechend dem Samstag nachts an .sie . gerichteten Appell des Mlttisterpräsideuten beschlossen hatte, Sonntag die Fincmzdcbatle fortzuführen, wurden in der gestrigen Sitzung zunächst die Artikel 3 und 4 der Finanzvorlagey angenommen, welche die Höhe der auszugebenden Verteidigungsbons begrenzen. Bei Beratung des Artikels 5, der die Rückzahlung der kurzfristigen Schatzbons tut Verlauf von 25 Jahren vorsieht, stellte der radikale Abgeordnete A stier einen Streichung,sarttvag. Ministerpräsident Painleve erklärte, er könne die Regierung nicht heibehalten, wenn Artikel 5 nicht unverändert angenommen werde. Diese Erklärung rief große Erregung hervor. Mit einer k n a p p e n M a j o r i t ä t von 277 gegen 249 Stimmen (die Kommunisten enthielten sich der Abstimmung) gelang es der Regierung, ein Vertrauensvotum zu erlangen. In der Nachwittagssttzung jedoch blieb bei der Abstimmung über Annahme oder Ablehnung des Artikels 5 das Kabinett in der. Minderheit, da die . , 26 Kommunisten, die sich vormittags der Abstimmung enthalten hatten, gegen die Regierung stimmten. l^r AMel 5 des Finanzgesetzes wurdemit - , - ' , 278 gegen 276 Stimmen abgelehnt. Darauf reichte die Regierung ihre D e m i s s i o n ein, die auch vom Präsidenten her Republik a n g e n o m m e n wurde. - Di« Gituation -ist kri tiffch geworden, da von der 3» Lammst». Damaskus, 22. November.' Meuter.) Eine französische Mteilung hat am 18. d. in der Nähe von Klescha, östlich von DamaMZ, eine, Bande.'von 700 Räubern zersprengt. Sie ergriffen die Flucht und ließen 30 Tote und 40 Verwundete zurück. Der Führer her Bande, Hassan Kkarrat, wurde schwer verwundet. . In Damaskus herrscht vollständige Ruhe. Ein ItebärfaL. London, 22. November. (Reuter.) Aus Beirut wird > berichtet, daß eine 60Mann starke f ra n zö sisch e Aufklärungsabteilung nördlich von Hasbaya überfallen worden sei, wobei nur 15 Mann mit dem Leben davongekommen wären. Mer den französischen Offizier, der die Abteilung gAMrt hat, liegen bisher ' keine Nachrichten vor.; Die arabischen Königreiche. London, 28. November. (Cel.-Komp.) Nach Jnfor« 'Marionen, die aus offizieller Quelle Mer Bagdad einlangen, hätten die syrischen Araber gefordert, daß in Syrien ein Königreich Errichtet werde.; die Kröne solle dom Emir Said, einem Bruder des - Königs Faisal von Hodschas, angeboM werden. In poMschen Kreisen ist.man der Ansicht, dyß- Frankreich dieser Forderung s h m Pa this ch gegenüberstehe. (Dieser Antrag der Arabers besten Annahme auch den vierten Sohn des vertriebenen Königs Hussein, sozusagen versorgen würde, zielt auf eine dynastische "Bereinigung der arabischen Länder Die Ried.) . v, . Der rouristenvertehr in Valäftina. j Im Ääsust fast ÄjW Touristen, > ' ' | Im Laufe des Monats ÄugH sind 4933 Tchrchstsn und iiövb.zuÄSkchrende' .Änwchner'mißer dm Immigranten nach PnlästtM .M'-Mnen./ - ' f -BBäSSjaWBSBrr herrscht noch keine Klarheit. Im Vordergründe sichen Namen B r i a n d und Herriot. Geistern in später Nachtstunde vevsauimMn sich d Kartellgruppen in der Kammer. Nach langen B ratungen, in deren Verlauf sämtliche Führer des -Link! kartells -das Wort ergriffen, veröffentlichte.das Kartell ei Communique mit der Erklärung, idaß die Kartellgruippr ihr Vertrauen nur einer Regierung gewähren könnten, d entschlossen sei, eine Politik in He be re instiu mu ng m it d e m V o lks en t s cheid Ar führen ur Gewahr dafür biete, daß sie die republikanische Einrichtungen v erte id jgt und die tzi-na nze saniert. Es' wurde bemerkt, Laß die Gruppe 'der Anksradikalen, von der -ist'. 26 Stimmen gegen -die Regierung abgegeben wovde waren, an dieser BevsanMlung nicht teilnahm. Nur einte MWeder wohnten, jedoch ohne Mandat, .der Versammlur bei. Besonders heimerkt wurde, daß im Verlauf der Dir kussion der Deputierte Paul Boucour sich für de Eintritt der Sozialisten in die Regierun aussprach. Die Parlamentsrevolte in Aegypten. Ein Gegenkabinett gebildet. ■ Lortdon, 23. November. (Tel.-Komp.) Nach Meldungen aus Kairo hat die Tatsache, daß es den Abgeordneten der Opposition gelungen ist, eine Tagung der aufgelösten Kammer abzuhalten und ein Rumpfkabinett zu bilden, unter der Bevölkerung starken Eindruck gemacht. ' Es fanden Wohl keine D e m o n st r a n t i o n e n statt, doch ist es symptomatisch, daß die Schulkinder von den Omnibussen herab, als sie an dem Hotelgebäude, wo die Tagung stattfand, vorbeifuhren, in den Ruf ausbrachen: „Es lebe Za gl ul»' aschal" Die Schulkinder waren dazu von ihren Lehrern augehalten worden Die Regierung hat es nicht getvagt, gegen die Teilrrchmer der Kammertagung eiitzuschreiten, um die Oeffentlichkeit nicht twch mehr zu erregen. Sie erhofft sich von dem n e u e n W a h l r e ch t, das jetzt ausgearbeitet wird, eine Besserung der Lage. Herabsetzung der ÄrmeeNaudes In Belgien. Brüstel, 23. November. (Tel.-Komp.) Der oberste Mtionale Verteidigungsrat hat in einer unter dem Vorsitz des Königs ailgchalteuen Sitzung die Vorlage über die Reorganisation d e rÄr >n e e gutgeheißen, welche die H e r a b s e st u n g der Heeresstärbe vom vier auf drei Armeekorps und Verkürzung der Dienstzeit aus zehn Monate für die Infanterie umd auf zwölf Monate für die Spozialwaffen vorsieht. FarrWcher Kampf gegen die Sppofiiio«. Rom, 22. November. Gestern wurde in den Wandelgängen der Kammer der d e m o * r a 1 ifche Mgeordnete Guarino Amella von Faszisten angerempelt und zmn Verlassen der Kammer gezwUNgen. Generalsekretär Farinacci erklärte nach dem „Popolo d. Roma" bet dieser Gelegenheit, daß die .AbgMvdneten der Aventin-Opposition nur dann in die Kammer zurückkchren düüfen, wann und wie es die Faszisten verlangen winden.. S Zionistisches LandesMteefDrOestsrrsieh □ fl ~ _ O n 0 g- Naulti halb 8 Uhr abends, finde! in den Olympiasälen. B L, Rotgasse, ein g 8 8 n Redner: BTh B Thema: „ statt g Sr. H. P. CHAJES r Pöliti «. * £ 0 Die Mldung der Keren-HaleW ßonmils. Bon besonder Seite. Die Frage der Organisierung des Keren, Hajeffod ist von neuem in ein Stadium reger DiMlffion getreten. Ter 14. Zionistenkvngreß faßte einen Beschluß, . durch ^welchen die Exekutive der Zionistischen Organisation und das Direktorium des Keren Hajessod aufgefordevt wurden, im Laufe der kommenden Kongreßperiode die Bildung des Eoune-il des Keren Hajeffod durchzuführen. Damit wird Wohl einem Wunsche enffpr-ochen, der in de-r Zionistischen Organisation und in den Kreisen der Freunde des Keren Hajessod allgemein ist. Schon bei der Begr-ünduyg des Keren Hajessod ^bestand ja die Absicht, ihn unter-die Lei-, tung einer Körperschaft zu stellendie frei von parteimäßiger. Einstellung die Gesamtheit der Juden , repräsentieren sollte, die-willens sind, an dem- AufhW< der - nationalen Heimstätte'in Palästina zu wiichn und diesen Willen durch die Mitarbeit am Keren Hajessod betättgen. Daß nicht sogleich an die Bildung dieses Council gegangen wurde, findet seine Erklärung dorm, daß die Frage der Jewish Agency eine recht langsame Entwicklung nahm und daher auch die Bildung des Council des Keren Hajessod immer wieder hinausgescho'ben wurde. - Nach der offiziell registritzrlen Konstitution des Keren Hajessod besteht die Leitung dieses Fonds aus zwei Körperschaften, die etwa dem Aussichtsrat und Ver-waltungsrat einer Miengelsellschaft entsprechen: dem Council und dem Direiktormm. Der Council soll aus höchstens 71 Mitgliedern bestehen, die von den Bectragsleistenden gewählt werden, wobei festgelegt wird, daß für diese Wahlen die BeitragsleisteUden jedes Landes organisiert werden sollen und daß jeder Beitragsleistende, -ohne Rücksicht auf die Höhe seines Beitrages, nur e i n e Stimme hat. Das DirettoriuM besteht aus 4 bis 22 Mitgliedern, von demn die Halste, einschließlich des geschÄsts- Mrenden Direktoriums, von der Exekutive der Ziamstifchen Organisation, die andere Hälfte vom Council bestellt wird. Bis zum ersten Zusammentreten des Council hat die Executive der Zionistischen Organisation das Recht, provisorisch sämtliche Direktoren zu ernenmu. Tatsächlich besteht heute noch dieser als provisorisch und vorläufig im Statut vorgeschene Zustand. Obgleich es dem Keren Hajesiod in den fünf Fahren seines Bestehens in hohem Maß gelungen ist, auch die Mitwirkung von Nichtzionisten zu gewinnen, und zwar nicht nur als ■ Beitragsleistende, sondern auch als Verantwortliche Leiter der Arbeit für den Keren Hajessod in einer ganzen Reihe von Ländern, besteht doch das Direktorium des Keren Hajessod ausschließlich aus Personen, die von der Zionistischen Exekutive ernannt sind. Anläßlich des 13. Zionistenkongreffes im Ichre 1923 wurde der erste Versuch gemacht, in der Zusammensetzung des Direktoriums wenigstens in einem gewissen Grade Rücksicht zu nehmen aus den Kreis der Beitragsleistenden, und die Zionistische Exe-' kütive ernannte für .das DirektoriuNr unter anderem drei Vertreter der Kercn-Hajessod- Zeichner in Amerika. Nach dem 14. Zionisten« kongreß fand keine Aenderning in der Zusammensetzurig des Direktoriums statt, da ja der erwähnte Beschluß ge-- fäßt war, mvd die Exekutive den Schritten zur Bildung des.' Council nicht ^vorgreisen wollte. Der Kongreß hat der Exekutive uwd dem'Direktorium für die Bildung des Council eine' gewisse, nicht allzu knapp bemessene Zeit 1 gefegt: eine KpngreWxiode, das heißt zwei Jahve. Die 4209251904 D1^C