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Wiener Morgenzeitung · 1925-11-22 · Heft 2425 (22.11.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2425 (22.11.1925)
Date
1925-11-22
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 _Dien, Sonntag_ ftit Vovteidiger, Zeugen usw. Aus alle diese Umstände »rächte Dr. Mngel -das Gericht aufmerksam und stellte zum Schluß eine Anzahl von Anträgen, Seine AuLführungen machten tiefen Eindruck, unter dein die heutige Verhandlung schloß. Gin Mittäter OlfchanStiS? (Eigendienst -er „Wiener Morgenzeitung".) Beuthen, 31. Tkovemiber. Hier wurde ein Ukrainer namens K udzinski verhaftet, der ohrre Paß «die polnischdeuLsche Grenze zu überschreiten veistuchte. Er gab in> seiner gerichtlichen Verantwortung an, er fei nach Deutschland geflüchtet, da er bei dvm von Olschanski verübten Attentat von Lemberg mitbeterligt gewesen sei und jetzt, nach Ue'berserrdung der Olschanski-Menan die polnifcherr Behörden, befürchtet habe, daß sein Name bekannt würde, weshalb er Verhaftung zu gewärtigen hatte. Kudzinskr wurde wegen des PaßvergeheD zu drei Wochen A r r e st verurteilt und zur.Mckiißung dieser Strafe nach G l c i w i tz überstellt. Irmokratistrrung der WWni Gemeinde« in Salijien. Aus Lemberg wird uns geschrieben: Für die Ber» walruug, das Wahlrecht und die Erhaltung der jüdischen Gemeinden in Galizien ist noch immer das alte österreichische Judengesetz vom 21. März 1890 maßgebend. Nun hat die polnische Regierung die Zeit für gekommen erachtet, den mehrfach geäußerten Wünschen der überwiegenden Mehrheit der Judenschast in Galizien nach einer Anpassung des Mischen Gemeindelebens an die heutige Zeit Rechnung zu tragen und die Möglichkeit für die Demokratisierung der Jndengemeinden in- Galizien zu bieten. T.'s polnische Amtsblatt „Monitor Polski" vom 13. November 1925 veröffentlicht einen Erlaß des Kultus- und Unterrichtsministers, taut welchem augeordnet wird, daß die jüdischen Gemeinden in Galizien, welche eine Aenderung ihrer Statuten anstreben, von den Behörden aller Instanzen das weiteste Entgegenk o m m e n zu finden haben. In dieser Verordnung heiß: es unter anderem: „Die Behörden der zweiten Instanz werden keinerlei Hindernisse in Weg legen, daß die Statutenänderungen innerhalb von 39 Tagen nach Ser Ueberreichung bestätigt werden, sofcrne diese Aenderungen feststellen', a) daß die Wahlen in Zukunft allgemeine, gleiche, geheime, direkte n n d p r o p o r t i o n e l l e für die Dauer von vier Jahren feiu werden; b) das aktive Wahlrecht von folgenden Bedingungen abhängig gemacht wird: jüdischer Glaube, beendetes 25./Lebensjahr, nur für Mitglieder männlichen Geschlechts, polnische Staatsbürgerschaft, einjährige Seßhaftigkeit auf .dem GesneiudMbiet. Das pafswe Wahlrecht ist abhängig vom Besitze, desaktiven Wahlrechts, beendetem 30. LebenGchr, polnischer Staatsbürgerschaft und dem -.vollen Genuß her Bürgerrechte. Im übrigen sind die Umstände, unter denen jemand das aktive und passive Wahlrecht für die Vertretung in her jüdischen Gemeinde ausübt, im allgemeinen -identisch mit dernakti« den und passiven Wahlrecht für dir betrejfende Ortsgemeinde. Jehuda Halevi oder Maimuui, geäußert hvben^ wenn er auf die sprachlichen BertvaMschüften oder Verschiedenheiten zwischen dem Hebräischen und Arabischen hinwies.*) Mein ebensowenig wie Jchuda Hlckidi oder Miirmni, obgleich das Arabische ihre Muttersprache war, darüber das Hebräische vernachlässigten, sondern im Gegenteil es hegten und pflegten, in chm die besten Erzeugnisse ihrer Epoche den fernsten Generation-en ihres Volkes vererbten und dadurch seine Führer und Lenlker durch das Dunkel der Zeiten geworden sind — ebensowenig Men die älexaudvimschen Juden über der Sprache Platvs die des Moses und Jesajas in Vergessenheit geraten lassen und aus dam literarischen Gebrauch ausschckten sollen; zumal diese Sprache in ihrer alten Heimat als Literatursprache in voller Blüte stand und -herrliche -Früchte trug, wie einzelne der schönsten Psalmen, Telle der ,-Sprüche fo» moms", das Hohelied^ Koheleth und noch spater die Sprüche des Ben Sira, die sogar ins Griechische übersetzt wurden, obgleich sie nicht zum bMfchen Komm gehörten. Daß die a-leM-dvinftcheu Juden das nicht taten, ist ihnen, und besonders ihrem vornehmsten Repräsentanten Philo, zum Verhängnis geworden. Wenn ein alexandrmPher Jude im Zeitaller Wlos von den literarischen Besttebungen seiner Glaubensgenossen in Palästina Notiz nahm, wo 'damals die halachischeu Midraschim, die Mischnah und AMda entstand, so so mochten ihm diese ungefähr so erscheinen wie einem Berliner Juden aus dem Kreise Rahels und Heines die literarischen Bemühungen der Jeschiwahjünger und der Maslilim in Galtzien und Litauen. Auf der einen Seite der Reichtum und die Fülle der höchsten damals bekannten Kultur, der geistige Verkehr mit den erlesensten Führern der Menschheit in Philosophie Md Dichtkunst, eine herrliche, welt-beherrschende Sprache, der sich alles ohne Zwang unterwarf, was in ihren Bereich geriet. Auf der anderen Seite Menschen von sehr begrenzten Interessen Md engem Gesichtskreis, in einem kleinen, armen, von Parteihader zcrrrssen-en Lande, das mit größter Kwftcmsttengung sich von Zoll zu Zeit einen Schein politischer Selbständigkeit in erkämpfen vermochte — eine Sprache, -ie nie über ihren ethnischen Bereich hinkuGrgchen vermoKe, im eigenen „Wir neuen das Lnft«Weyt Alimazw, die Hcbruer nennen es dagegen Mikzoa," sagt einmal, taufend .',Äire zpater der,geniale Sprachforscher Jona in G'anach -ü.orf'ütm) m fernem Wurzelwbrterbllch. Menev MorHenzeitim- Frühes Altern UN» Kifch»im!>ud in der lirutigill Zeit kein« ftlter.cu Erichkiuuu-t». Durch r'echtzetti,e Behandlung mit Radiosklerin de» seit langen Jahren ärztlich ervravinr raviunchailijen Bruunentablrtlen wirb di« Vlillzirkulalion in de» Schlaguni) Auiladern gijordett und d>« Nalkablagerun^ vtrdindrrt. Die Reinigung und Der-ü««»»- -es Vl«res »ie Lrla»g»«g der nLiigen Ela'Mitir diu verkalkten Avrrn und die ikryaltung der Li deit-krajt sind -ie Sairplwirhrrngrn Len.-Devot: Apotheke Bayer, Wie», l., Wovzeile ir Es hällgt nunmehr voll den einzelnen Kultusvorständen in Galizien ab, von dieser Einladung der Regierung rascheslens Gebrauch zu machen, um die .Knltusgemeinden aus der alten reaktionären Aera in die neuzeitliche demokratisch: hiniiberzulciten. _ litt trauriges Jubiläum. RrMwiszenzen an die Rezeption der Ddischen RettAion in Ungarn. Wie bereits berichtet, lvird anl 23. d. außer dem Jubiläum des 125jährigen Bestandes der Bndapcher jüdischen Gemeinde auch die 30. Mederkchr des Tages, au welchem die Rezeption der jüdischen Religion in Ungarn zum Gesetze erhoben wurde, festlich , begangen tverden. Durch dieses Gesetz wurde die jüdische Religion staatsgnmdgesetzlich in die Reihe der anerkannten Religionen mir alleil mit dieser Anerkennung Verbundenen Rechten ausgenommen. Die „Rezeption" bildete einen integrierenden Böstawdteil jenes Gesetz-eskomPlexes, der unter dem Samnlolnameu ,Mrchellpolitischc Gesetze" seinerzeit die ungarische ösftritliche Meinung viele Jahre hindurch in ständiger Erregung hielt unb die Ursache vielfacher Regierungskrisen >var. Uilgarn hatte damals sein „großes" - liberales Ministenum mit dem Bürgerlichen Alexander -W ekerle an der Spitze. Der hohe Klerus und der größte Teil des Feudaladels bekämpften die Gesetzcsvorlagdn, unter denen sich auch die Einführung der obligaten Z i v i-le h e und die Möglichkeit des U e ö e r t r i t t e s von einer christlich en zur jüdischen Religion befanden, aufs heftigste und uwbilisierte hauptsächlich die Wiener Hos1rei.se, um, nachdem die Gesetze nach schweren inneren Känchfen 'beide.Häuser Passiert hatten, ihre Sanktionieruug durch den Kaiser zu verhindern. Die angenoiunnnen Gesetze lagen bereits feit Mo- . naten iS'^der KaAneManzlei, ohne daß' die SaMidnierung hera-bgelan^t wäre. Die ungarische Presse, die damals fastW'rchwegs MeM lftieniiert warforderte immn ' ungestümer'dm Mckttitt des Kabinetts Wekerle, um geM 'den Sabotageakt des Wiener Hofes zn demonstrieren. Es war klar geworden, daß nran in Wim die Ungarn -Mshungern" wollte. Der Kampf zwischen Budapest und Wim oder richtiger zwischen Wekerle und dem Wiener Lande immer mchr an Boden verlor und sich in das Innere der Helligtümer und Lehchäuser flüchtete, uw selbst da ein nicht ganz lnlangesochtmes Dasein zu> sichren. Hier beschäftigte man sich mit den höchsten Problemen und letzten Fragen des Mnscheugeistes, dort zerbrach man sich den Kops über kleinliche Fragen des Alltags, über Ritualien und Gejetzesprobleme, über Deutungen schwieriger oder unverstandener Verse alter SchristnÄunden, erzAhtte sich Mrchm, Legende^ Gleichnisse und Fabeln. Bon «der großm Wett und deren nichtigem Getöse drang kaum ein gebrochener Widerhall dorchin. Wenn om alexandrinischer Jude in dem Möndchen Zeitalter sich die Frage vorletzte, wer für die Ewigkeit arbeitete, er oder seine bescheidenen palästinensischen Brüder, so drängle sich ihm die ^ultvott von jcllber auf. Aber die Weltgeschichte hat anders enffchieden. Etwa 100 Jahre nach dem Tode Philos »rsjLch allgemach jedes Geistesleben in den chcnmls jo UiHMdm jüdischen Gemeinden der griechischen Diaspora, die zahlreichen Schriften der Hellenisten, in denen ein ungemessme-r Reichtum wn Kraft und Geist ausgespeichert -war, gerieten in Vergessenheit, die einst so berühmten Namen ihrer Urheber erloischen am dem Gedächtnis der Mnschen. Daß zahlreiche Fragmente sich erhalten haben, darunter die Schriften Philos, ist nur einem glücklichen Mißverstand n i s zu danken. Die Kirchenväter entdeckten rlänllich in ihnen eine Fundgrube von Argumenten im Kanrpfe gegen heidnisch-philosophische und ketzerische SchrWeller, der „Logos" des Philo wurde ihnen zum Gottessohn der Evangelien, sie schmückten ihre Predigten und Abhandlungen mit schinlmernden Zitaten und Belegen aus seinen Werken, am Ende erblickten sie in ihnr md seimn Mtstrebenden überhaupt keine Inden, sondern wirkliche oder verkappte Christen. Eusebius und Hieronymus gaben ihn für einen Schüler Petri aus. (Noch im 17. Jahrhundert sand übrigens Hugo Grotius, daß Wlo die — Dreifaltigkeit bekannte, andere erklärten ihn für einen Arianer.) Als das Griechische aufhörte, Weltsprache zu sein, Weben Bruchstücke seiner Bücher dem Abendlande nur in schlechten lateinischen Uebersetzungen mit derben Jutecho-lationen und Entstellungen im christlichen Sinne bckannt. Erst seit dem 18. Jahchmrdert besitzen wir seine Originalwerke in sorgfältigeren Ausga'öen, ein Sondergebiet für ein kleines ^Häuflein von Philologen und Theologen, die sich Mer ihn und seine Genossen herumstreitetl und an ihnen herumschnüMlen, gar nicht um ihretwillen selber, sondern weil 22, November M5_M. SWS \ Wiener Hof ging so weit, daß der ungarische MivPtt schließlich mcht nwhr beim Kaiser vorgelassen wurde. Weq kerle empfand diesen Kampf als gegen ihn als Bürgerlichen gerichtet uaid bliiob um so hartnäckiger. Damals soll Wekerle — wie Josef Beszi in einer Rvministzenz erzählt — in seiner Erregung gesagt haben, er lasse sich nicht wie ein schlechter Dienstbote davonjagen. ,^Jch duDe es nicht, daß nmn mir durch einen Lkammerdjener einfach sagen läßt, daß man Mt mir nicht mehr verkchren will. Ich bleibe auf meinem Platze, bis der König die Sanktion des Gesetzes unterschrieben haben toird .. Schließlich mußte die Hofkamarilla uachgoben und diese Gesetze wurdcn sanktioniert. Die Rezeption der jüdischen Migkn hat die Lage der Juden in Ungarn nicht für die Dauer verbessert. Sie hat die Zahl der I u d e u t a u s e n in Ungarn nicht nur nicht vernnndert, smtdern im Gegenteil, gerade viele reiche Jubeu! sind solcher zur Kirche Mergegangen. Auch zur Zoit der großen Krise »vÄhrend des Krieges und nach den Revollllionen hat das Gesetz über die RezeptiM die ungarischen Juden vor den blutigsten Verfolgungen aus religiösen Aiotiven nicht zu schützen vermocht, und das 30jährige JnbiläMr der Rezeption Mt in eine Zült, in der das seinerzeit unter schweren Mmpfen zuistaudegekommcne Gesetz über die Mevkelunueg und Gleichstellung der jüdischen Religion mit den christlichen Konfessionen durch das Gesetz vom Numerus clausus ge-gen die 'Juden verhöhnt und in lebenswichtigen Bezichungen untvirksanr genlacht wurde. Das Trostlose aber all der Lage der nngarländrschrn Ju-den ist, daß die Führer dieser Juden das JubMtzn dadurch am würdigsten begcherr zu kvuuen glauben, daß sie auf ihr Recht, sich gegen den au ihnen begangenen Rechtsraub mit sicherer Aussicht aus Erfolg 'zu wehren, verzichten und auch jede andere, jüdische Äon zur Wiedorhevstellung der Rechte der Juden in Ungarn zn hinterlreibelr trachten. Es ist ein ircmrige^ Juörläunl! Moritz Mezei gestorben. Borgasteru starb in Budapest im neunzigsten Lobensjahrr Rtoritz M o z e i, eine der bekanntesteal Gestalten des uNlgarrfch-- Mirschen Mntkichen Lckeus im aibgÄausenen Jchchnudert. Er stamnlte ans Siatoralja-'Ujhely, rrahnl schr früh am politischen Leben teil und gehörte zn de-n Vorkämpfern für die Unabhängigkeit Ungarns. Mezei war der erste diplomierte jüdische Advokat in Ungarn. Die davMge Kamarilla verweigerte ihm jedoch das Diplom, da> er tvegen seiner ^freiheitlichen polUtitschen Betätignng zu einer hallbjÄhrigen Kerkerstrafe verurteilt wecken tvar. Erst auf Intervention der Kaiserin Elisabeth wurde dem jungen'Mischen AdvobLterr das ' Diplom ausgeisotgt. Mezei wucke bereits in den fechziger Jchren des vorigou Jchchuniderts neben dem atlten Güchen Julius Andrasjy vom Zayiplener 5iomitat als Ab geo rdnet er gewählt. Seit jener Zeit spielte Mezei in der unga-- ' rischen PolitA eine hervorragende Rolle. Nach dom Tode Mvvitz' Wahrmanns dvählte ihn der Budapester Mische Wchlkreis M seinem Abgeordneten. Moritz Meger hatte große Veckienste am die Emau. zipation der Juden in Ungarn; der Fuderckmvgreß man in ihnen Bahnbrecher md Vorläufer des Chrvsten^- tmns eMickte; je nachdem der betreffende Forscher dem ChvistenüM freuMich oder feiMich gegemibeHcht, verhimnrott oder verwirft er den Mischen Mxandrmismus und seinen vornchmsten Vertreter, Philo. Erst m der allerneuesten Zeit erbarmte man sich seüler gewissermaßen Md wandte seiner PevsönliHkoit und seiner Zeit Mektive AufmerksanMit zu. Mr einen weiten Kreis lebendiger Menschen eines organisch zufarmnetthängenden Volkes ist er feit fast 2000 Jahren völlig tot. Bis zu Asavja Lei. Rwssi (15U bis 1678) ist der Name Philos in keinem Mischen Buch erwähnt Wochen. Sem Mund war verstummt, keiner lauschte feiner Stimnve. Er war verschollen Md vergessen, als hätte er nie gelebt. Es gab keinen, der sich zu ihm ftc« kannte. Keiner liebte und verchrte ihn. Er war obdachlos. Kann nran sich für einen tiefen Denker und genialen Schriftsteller ein tragischeres Schicksal ausnralen? Er glich ermm reichen Mnne, der Zeit seines Lebens Merweßüche Schätze aufhäust, aber keine Erben hinterläßt, die sich an ihnen erfvenen, sie dankbar genießen und getreulich behüten. Einer Pflanze glich er, die weite Aeste schlägt und prächtige Blüten treibt, aber gergitzr, in ein feistes Erdreich WurgÄn ei-Mlassen. Die pMstinenftschen Halachisten und Aggadisten dagegen hintevließen Schöpfungen von unverwüstlicher Le- 'beMraft, die von 60 oder 70 Generatiomn ihrer Nachfahren in der ganzen Welt bis auff den heutigen Tag mit treuer Liebe und Verehrung gchegl wurden, als ihr kost- 'barster Schatz, als die Quelle, aus der sie Bechüngung tranken. Bis zu den höchsten geistigen Höhen hinauf und bis zu den tiefften Niederungen hinab reichte ihre lebensspenvende WirAng, Die Aermsten gaben ihre letzten Pfennige her, unr Schulen -Md Akademien zu errichten, in denen Halacha und Aggada gelehrt wurden. Als num im Mittelalter den Juden diese Bücher wognchm und verbrannte, ging ein Wehklagen durch das ganze Volk, man fastete und trauerte in Sack und Zlfche. Hätte sich ein Finger gerührt, wenn eS der Inquisition eingesallm wäre, Philos Schriften dem Scheiterhaufen zu überliefern? Md doch schriebm Philo und feine Freunde nicht in dem absterbenden Idiom eines kleinen, armen, getvetermr Völkchens, sondern in der stolzen, glorreichen, weltbcherrschenden. griechischen Sprache. Die palastinensijschen Halachisten und Aggadiften dagegen schrieben nur — Hebräisch.

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