Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2424 (21.11.1925)
- Date
- 1925-11-21
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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I Nr. 2494 MW, SamölaH Wiener Mor-ertzeltung 21. November IM m&h Kassenjschalter <einev Hjiefi-flcn Bank vorgelommeu. Um etwa 12 Uhr mittags erschien beim Schalter der Bank cii\< älterer Herr mit anst/^ch gestutztem Schnurrbart, Lnnklcut Wiuterrock und ffeclfciu, schw>arze>ill Hut, und wallte um 9500 Schillmg KassM'cheine kaufen. Der Kassier irrte sich, und folgte chm 18 Kassenscheine zu fe 5000 Schilling -und einen zu 600 BmU link, aitfo Mammen Kassenscheine um 90.500 Schilling -aus. so daß der Mann um nicht weniger als 81.000 Schilling zuviel au^btaW erhielt. Er entfernte sich und bat sich bisher n'cht getneldet. Die Kassenscheine zu 6000 Schilling tragen dre Nummern 2694 bis 2600 und 2681 dis 2091, der zu 500 Dch'lling die Nummer 4419. Alle haben das Ausstellungsdatum „20. November 1926" und eine Fälligkeit von 60 Tagen vom Ausstellungstage. * E'n verschwundener Lehrling. Seit dem 33. Oktober ist der löfährige Zeichwerlchv.Hna Otto Welau aus der oltev'ichen Wohnung. 14. Bez., Kauechaf 10, o! imngig. Der Buriche lMc sich über seine Entlassung aus der Lchre sehr gekrätckt. * Tod durch Leuchtgas. Donnerstcva abends wurde die 82iäbri.ae PrirE Johanna Makwis, Gurkgasi-e 65. in der Küche ihrer Wehumta mit Zeichen von Leuckttgaweraitstung bei teilweise geöfsnetem Gashahn tot au'gefuttden. Es fckzeitrt sich um einen unglücklichen Zufall zu handeln. * Ein gesunkener Passagierdampfer. Telegrammen aus Havanna zufolge, ist der französische Fracht- und Passaaierdampfer ,^'Jsle de Pa ix", der 2 o 0 Personen an Bord hatte. 40 Meilen von Havanna entfernt, gesunken. Nur ein Heizer und zwei Matrosen des Dampfers konnten sich retten. Amerikanische MarittaAuMuae und Zerstörer suchen die See ab. in der Hoffnung. Rettungsboote mir Uebcrlebenden außprfinden. * Der Anteil der Jugend am Arisbau Palästi'ws. lieber dieses a«kt.uellstc Thema des Palästinaambanes wird heute abends um halb 8 Uhr Frau Dr. Rosa B n ch m i l aus Jerusalem in: Hotel Coirtinvntal. 2. Bez., Talborstraße, sprechen. Die jüdiiche laugend Wiens wird Gelegenheit haben. n<st einer Schilderung über den heutigen Stand unseres Ausbaues in Palästina und der Rolle, die dabei her jüdischen Jugend im Galuth zusällt, interessante Reminiszenzen über Ilses Trnmpel'dor zu hören, mit dem zutfcmbmen Frau Doktor Buchmil die erste Hechaluzgruppe gegründet hat. Die Mitglieder aller I'naeEgmppen werden nochnrals dringend ausgefordevt. sich vollzählig cinzufinden. Radlovr"aramm. Heute Gamstag den 21. November. 4 Uhr 10 Min.: Nachmittaa&fomeu.- 6 Uhr JO ’Jt'cm: Jea>-paul-Fe e> .zu Jean Paul« 100. TodeSiog^ Aus des Dichters Lebenswerk. Gestochen von Anna HSllering und HanS Z ealer Erstellende Wörter Un'versitätsdorent Dr. Heinz K'noetman». - 6 U OpenttenmtMtung „Das Hollandweib Hn* Overet.e von Emmerich Kaiman. — 10 Ulirr Heilere Abendmusik. Vereine. BortrSge und Versammlungen. Verein für jüdische Geschichte und Literalu r in Wien. Heute, halb 8 Uhr abends, findet im Saale des Ingenieur- und Ärchitektenvereines, 1. Bez.. Eichenbachgasse 9, eru Bortrag^des Herrn Rabbiners Dr. A. Z. Schwarz statt. Thema: ».Führung durch die Nationalbibliothek" Eintritt frei. Gäste willkommen. — Zionistische Bezirkssektion Leopold st ad t, Zirkusgasse 83. Lesesaal jeden Taa ab 4 Uhr nachmittags bis 11 Uhr abends geöffnet. Entree und Garderooe frei, billiges Büfett ohne Konsumzwang. — Wiener Bet h- HaMidrasch, 2. Bez., Ferdinandstratze 23. Heute, 3 Uhr nachmittaas, Bibelvortrag Lektor Dr. S. Rubi tt Thema: „Die Ehe der alten Hebräer". — MaimonidesJnstitut, 3. Bez., Hetzgasse 40. Heute, 3 bis 4 Uhr, Rabbiner Dr. A. Äaminka, Bibelvortrag. — Zionistische ArbeitS- Parier Hitachduth in Oesterreich, Wien, 2. Bez., Glockengaste 30. Die Fortsetzung der am 12. d. begonnenen Tagung findet heute, präzise 6 Uhr abends, statt. Erscheinen der Mitglieder Wicht. - Zionistische Sektion Prater. Heute, halb 8 Uhr abends, im Sektionskeim, 2. Bez.. Jungstraße 8, Teeabend. Diejenigen Mitglieder, welche Line Einladung erhalten haben, werden auf diesem Wege emgladen. — Zeire: und Hechaluz-Hamisrachi. Heute, 7 Uhr abends, Vortrag M. D. Groß. Thema: „Die Lage des Mlsrachi nach dem 14. Zionisterckonareß". Anschließend Abschiedsfeier für die abreisenden Chaluzim. Gäste willkommen. — Elternbund Menorah. Verein zur Errichtung von Ferienheimen für die jüdische Jugend. Heute halb 9 Uhr abends, rat .Hotelcafe Palace, 6. Bez., Mariahilferstraßr 99, Familienabend mit Akademie und Tanz. Kleiner Rogiebeitrag. — Zionistische Sektion 0—8. Dienstag den 24. d., 8 Uhr abends 8. Ber., Bennoplatz 1a, Vortrag Professor Dr. S. Krauß: „Eine größere Jndenbesiedlung Palästinas im Jahre 1211". — Jüdisch-akademischer Philosophenverein. Heute im Lokal, 9. Bez., Zimmermannvlatz 8, Vorlesung Kaplewitzky: „Die Hebräer im Altertum. Gäste willkommen! — Zionistische Bezirkssektion20. Heute, 8 Uhr abends, im Cafe Neptum, 20. Pez., Gaußplatz 7. Vortragsabend. Vortragende die Herren Dr. Otto Abel es und Löbl Taubes. — Frauengruppe.der zionistischen Sektion Zlvischenbrücken. Morgen, 7 Uhr abends, im Vereinslokale, 20. Bez., Leystraße 81 (Souterrain). Frauenversanmstuug. Vortrag Doktor Eh. Tartakower. Gaste willkommen. — Zionistische Kulturgruppe Briaittenau, 20. Bez., Karl-Meißl- Straße 5. Hurte, 6 Uhr, Vortrag Dr. I. Klaber: „Spezifischjüdische Kraukheiten". Gäste willkommen! Nachher gemeinsamer Besuch der Kereu-Kajemeth-Jugendversammlung. Morgen, 3 bis 5 Uhr, Lesezirkel. Halb 6 Uhr Heimabend mit reichhaltigem Programnr. Gäste herzlichst willkommen! — Jüdische Tohnbechalle, 20. Bez.. Denisaasse 33. Heute, 7 Hr HOTEL CENYfULL Wien, II. Taborotrasso Sa Stadtzentrum * 150 neu eingerichtete Zimmer » Zentral* lieizung, kalt* um) warmfliessendes Wassei, Telephone. Lift, Caid-Kestamant Preise von 8 5.- aufw., aufleute 10% Rabatt gg& öe«Tt#»* Ältcftiea ’8M Wiener Resiaurani KRZIWANEK KfeaiveHer KöliAer tM> t ERLIN NW 7 Frledriduirasie - ficke MltlelftraSe &7/S8, I. Nur eine Treppe Vorzügliche echt österreichische Küche, Pilsner Urquell österreichische und deutsche Weine. Bürgerliche Preise abends. Konzert. KonMvianistin Jnue Fürst, Hendra Porges, Violirworträge Kurt Aichsgelb. . lb. — Fugen gruppe der zionistischen Dektion Zwijchendrücken, 20. Bez., Leystraße 81. Heute, halb 8 Uhr abends, Heimabend mit vorangchendem Vortrag von Professor Menkes. Gäste willkomnlen. „Lkongreßzlonismtis" lieber dieses Thema spricht Herr Dr. Otto Abeles über Einladung des Monistischen akademischen Landesverbandes, Montag den 23. d., präzise 8 Uhr abends, im Saale der jüdisch-akademischen Lese- und Redohalle, 9. Bez., Türkenstraße 9. * Das WohlMaikttsfest für die SicherheitAvachc. Heute um 8 Uhr abends finldet unter dem Ehrenschutze des Polfzeipräs>idcnten Schober in allem Sälen vou Weigls Drcherpavk das große Woil)liätigkeitKsSst für Witwen und WaHen der SichecheitAvache statt. Kunst, Mhne, Auch. Sie „Aocolate Kidsles." Raimund-Theater. . Anfangs war es ein Vergnügen. Später minder. Und schließlich war es schwer zu tragen. Die „Chocolate Kiddies" — sie sind fast durchaus heller getönt als Wienerinnen nach zjwei Wochen Kritzendorf — tanzen rassig zur Jazchawdtzegleitung und das Tempo, die Rasanz, der Rhythmus ihrer Töw'e läßt tatsächlich erkenne::, daß alles derartige bei uns jetzt UMiche nur ein dünner Abguß, eine blasse Nachahmung ist. Leider nimmt man im Fortschreiten dieses Abends wahr, insbesondere lven-n sie Lieder singen und Szenen spielen, daß die Gäste aus dem NetvHorker Negerviertel ebenso' von lener Kultur beleckt sind, welche den modernen Wiener und Berliner Operctteustil gezeugt hat, wie die Shimmytärye der Fünstchrtees den Negerchythmus annektierten. Ursprünglicher, vollwertiger sind die männlichen Begleiter der feingliedrigen, milschoko'.adesarbenen Mädchen. Jtvri Excentrietänzer sind von nnwiderstchlicher Konrik und ihre Mimik ist zwerchfelierschütternd. Doch alles wiederholt sich von Viertelstunde zu Viertelstunde, nur daß die Jazzband, welche mi'Sarn, mit immer stärkerer MuÄelentifwltung losbläst, 'losschlägt, lostrommeli. Zunächst ist sie im HintergvUiNd der Bühne placiert wnd man ist den: witzigen Tumult der verschn-upften Justrmnentr noch göwachsen. Dann folgt, als Mittelstück der Veranstaltung, ein Philharmonisches Körpert dieses Orchesters aus dem Oiöw- Vorker Klub „Mabam", dessen Vorträge um so weniger origirrell wirken, je länger sie dauern. ttnfc> sie dauern sehr lange. Schließlich ist auch das dwllige G-chaiben der Musita:vten (der Klavierspieler ist ein Kapitel für sich) nicht imstande, den guten Europäer von der forcierten Kakophonie aibzulenken. Doch der dritte, ach, der dritte Teil! Die JaUbauÄ ist bis in den Orchesterraum vorgedrungen und es wird fovlifsimo ZirkllS gemacht. Parterreaikrobat'ck, elegische Sosolieder, gedrMe HalbnackttLnze und prachtvolle dumme Auguste. Eingeleitei wird die Angswgenheii durch eine Jaz^batsdphantasie über Tannhäusermelodieu. Eine schr geschnvackvolle Verbeugung vor der, Stadt, in welcher die Tannhäuserparodie Nestrohs entstand. Zlveifellos hätte man die>sen teils iehr originellen, größtenteils aber schon längst bekannte:! ZirKusdarietevorsührungen M Zirkus Busch oder m: Romcher lieber bogegmt als im Raimund-Thoater des Herrn Direktor Beer, das mit Haupt« manus Florian Geyer" eröffnet wurde. O. A. Aus den Mat««. Burgtbeater. Morgen, nachmittags 3 Uhr, er Verschwender", V-8 U.,r abends, «Der ewige Jüngling". Atadem<ettzea'er Morgen nachmittags 3 Uhr, „v u n b n r y". Abends lfs8 Uhr, «2X2--- 5"* Operntheater Alorgen. l/a 6Ubr abends, «Götterdämmerung". Musikali'che Leitung Herr Felix Weing art« 11 a. IM Comm. Mattia Battist nt tritt heute als Ren4 im ^Maskenball" z u m l e tz t e n Make auf. Die Partie des Grasen Richard singt Herr ammeuänger M a i k l. Redouteniaal Moreeu. lfs8 Uhr abends, B llett- Soiree: Co »per in - Ravel -Niameau-Johann Strauß. B o l k s o p e r. Heute findet das AbWedSkongert Siaismondo Z a l e S d) i 3 statt. De, Künstler smat „WvtanS Abschied" und das „Rondo* aus „Faust" m deutscher Sprache sowie russische und italienische Lieder. Außerdem tritt ZaleScht im ber ein ifien Wiederholung von GranelliS „R a ch b e r" auf. Morgen Nachmittag«, */sS Uhr.;,D e r große und der U e t n e Klau S". Abends %& Uhr «D e r Zigeuner- 0 T 0 Deutsches B o i k 8 t h e a t e r. Heute, 7 Ubr. neuetu'Nldiert. «F a u st" mit Aibert B a s s e r m a n n. Wilhelm Klitsch und Son k R a i»e r in den Hauptrollen. Das Gastspiel von A » s d n y s deutsch russischem Künst ertheater «Der blaue Vogel" nimmt Sanrslag den 28. d. :m Nahmen von Nachtvorstellttngen mit völlig neuem Progrmum seinen Anfang Tv eater in der J o se'fstadt. Samstag den 28. d. wird GeraldhS Schausviel «Aimee" wieder in den Spielplon aufaeuomwen. In der Ti elrolle tt> t Helene Thimig ihre diesjährige Veivfitchtung an. Morgen, nachmittags 3 Uhr, „Gesellschaft". R e n a > s s a n e e b. ü d n e. Morgen, */34 Uhr nachmittags. ,Rotkäppche n". L u st: v t e l l h e ä l e r. Morgen, */*4 Uhr nachmittags, «D aStav f ere S chneiderlei n" Arnold Schönberg außer Lebensgefahr. Arnold Schön« bevg mußte sich einer sehr drinAlich ^wordenen BlinÄ-rM« opera rion unwrziehekN. Wie man erfährt, wurde der Eingriff knapp vor Durch ruch des Eiters vorgenontmen und das Lehm des Tondichters war csesähvdet. Die Operation ist geglückt trnd Schötchergs Befinden läßt nichts zu wünschen übrig. Stephan Zeromskt gestorben. Wie aus WavschM gemeldet wird, ist . dort der .Romorischrisksteller StePÄan Zeromskli gastovben. Seine Romane, die unter dem Einfluß der mröernen svesteuvopäischsn Litevoturrichiungeu aus dem üblicher: Geleise der in der polnischen Literatur Hevor- Mgten Romantik fielen, hatten Zeromski auch über die Gren- M seiner Hüimat bÄi'wttt gemacht. Berühmt ist sein Ronran „Die Geschichte einer Sunde", der rnch ins Deutsche übertragen wurde. AngesichtL der Popularität, die ZeromÄiS WerLe in PÄcu hatten, erregte es in den litevariischön Kreisen von Warschau Beifremden, daß im vorigen Jahve nicht ZevmnLki, sondern 8er Romancier 'ReymonS den Nvbeil-Preis für Literatur erhielt. In den letzten Jahre:: versuchte sich ZeromM auch als Dramatiker; erst vor kuvwm würde eines seiner Dramen in Warschau zur Auffibhrmrg gebracht. Unbekannte Werke Beethovens hat Ludwig Schiebermair im Bonner B-e-echovenhaus entdeckt., nämlich ein „Pu nschlied". welches als Solo mit Chorrsfvain enttv-orfeu ist, und der Torso eines B i o l i n! o n z e r t s a tz e s. eine Tottdichiuuig des jun-gen Beethoven, der noch stark unter dom Enlstnsse Molaris itotifo. Gerichtssaal. Wieder ein Richter als Advokat. Hofrat Dr. Sivafvied Jakob, der sich bebatrMich vom Straflandesgericht zurückzag, ha: Isiich dem ReHisattwalts-berufe zugeweudet und die Praxis bereits ausgenormn-etr. „Hier ist für Juden kein Platz!" 19. September b. I. sollte , im Beremshe-im des „Doulischen Hauses" in DevElüsabechstraße die Abrechnung über eine im Jnlii d. I. von Fra:: Professor Damian noch Holland geführte KindereMdition um den Eheleuten Damian sta'tt>finden. Es kam hiöbei Mtzchen dem Hoiniverwalter Frar^z Zabes und dem Ehepaar zn einer erregten Auseitranderletzung. in deren Beriaulfe er den beiden zugerufen hriben soll: „Das ist eine Gemeinheit, ihrer ist für Juden kein Platz. Verlassen Sie sofort das Haus, sonst lasse ich S'e durch den Hausknecht h i n a u s w e r s e n!" Gestern hatte sich Zaibel Wege«: ChrenöÄcidigung vor den: Oberlalwesgerichtsrat Dr. We:ß zu vevanttvorten. Er erklärte, daß er HeinrveÄvalier ioii Vereine Deutsches Haus sei und sich n e b it h c: c u d) m i l b e r Rumerzeugung für das Haus befasie. Auf die Mage des Richters, ob er dem Kläger noch zugerufen haibr: .Mer :st für Juden kein Platz," erwiderte der Angeklagte: „Dies habe ich gesagt, und meiner Ansicht nach mit Recht, denn satz'un'gsMmäß dürfen wir in unser heim Juden nicht hi nein lassen." Der Klagevertreter bezeichneie sämtliche, gegen seine Klienten, erhai'-enen Beiichuw:- gutrgei: die auch inkorrekte Gebarung der Frau Professor Damian vorwarfen, als vollkommen unbegründet. Er betonte auch, daß feine Klienten niemals Juden waren und euch keineswegs wie Juden aussehen. Der Richter düschloß zur Durchführung der von beiden Parteten beantragten Beweise die Verhandlung zu vertagen. Ohne Religionsnote kann , man nicht iwdie höhere Klaste aufsteigm. Ein.ge kottifessionslose Eltern ^'n c r-n t tz tRiederösterrüch) hatten den Austribt ihrer zchuW:ch:'^en Kinder aus der kachol^chen Kirche bei der BezirkshauplmannMst anaemÄdet. dock) wurde dieser, als den Gesetzen wddevfprechetld, nicht ^ur Kenntnis genommen. Dechabü böschlossen die Eltern, ihren Kindern die Teilnahme am RAigionöunrerricht zu verweigern. Die KirckMbehörde bea.lüvortere diesen Schrttt mtt dem Anträge, die »betreffenden Kinder nicht in die höhere Klape anssteigen zu lassen. Der BetZiMchnlrat und die Lchrevromeren-. entlschieden jedoch, daß die Kinder auch ohne Bezuch der R eilig ionsstunden aUssteigen können. Der. Landesschulrat als Vorgesetzte Behörde annulierte aber diesfeu Beschluß. Dagegen «brachten der Lehrkörper vnd dr: Elterrr die Beschwerde au das Butrdesminiisterinm für lunerricht ein. Dieses hat nunmehr beide Beschwerden a'bg cw:esen. Die des Lchrkörpers, weL dom Lchrkorper ewer VoKsschule übecha-upt kein BeschwerderM gegen Verfügungen ihrer Vorgesetzten SchMchörde zustehe, und dte^ der.Eltem deshalb WM Religion mch dom ReichsvoWchulgetetz alr, Miqate'r Gegenstand zu betrachten D und die Kmder. da ihr Austritt aus der katholischen Kirche nicht zur Kenwtuts genommen wurde, vechaltrn si:td. den Religionsunterricht zu besuchen. Ohne Reliigionsnote könne ein Schüler a«ber nicht in die irächst höhere Klasse aujfisteigen. Der Häkenkreuzler als Bierglasschleuderer. Im Zusanrmenhanige mit der evsten am 17. IM van nationalsozialist'rscher Seite im Stadtpark vevOLen Demonstration. wobei es «beLannÄich zu großen EMsM, verbunden mit Schlägereien und bedeutender Sachbesched:gu:ng kam. hatte sich .gestern -beim Strasibezirksgertchte 1 der 19jährige, stellenlose Kellner Johann Babor wegen Gefährdtma der körperlichen Sicherheit zu verantworten. Ms nach dsm Einschreiten der Wcche eine Gruppe ^von HMnkreuzlem vom Stadtpark auf den Ring abgedrangt worden war, hatte Babor, der sich in dieser Gruppe beifand, am dte gvqenüsberLiegende Straßenseite ein Bievglas gowovfeu, welches hickbei in Trmmner ging. Da überall zahlreiche Persotren versammelt waren, konnte durch das Schleudern des BterMes leicht jemand verletz: werden. weshaW gegen Babor die gangs erlvähnte.AnNage erhoben wurde. In der gestem vor dem öandesgerichtsral Dr. Arie statt,gehabten Verhandlung erklärte der Angeklagte, daß er am kritiischen Abend Malli-a m den Stadtpark gegangm sei, -um VdufiL zu Horen. Es Kt pwvlich ein großer Wirbel entstanden, weil sernand emem NatioMsoziMten das Hakenkreuz herabgenssetl hatte. Im Verlaufe des Wirbels habe' eine Gruppe plötzlich das „Deutschland, Deutschland über alles angestimmt und erst aus dem Liede habe er erkannt, daß -re in der Gruppe anwefetwen jungen Leute seine Gesmnungsgettossen seien. Er habe sich der GruppL, die dann vom SdadME Medrängt wurde, angeschlvssen und habe dann etn Btevglas, WÄches gegen die Gruppe, in der er siich befunden hübe, von der Stadtparkseite aus geschleudert, worden war. zuruckgeworsen^ Nach Durchsichtung des Beweisvevmhrens verurtevlte der Richter den Beschuldigten im Sinne der Atökkaige zu 48 St u n d e u Ärrest, jedoch bedingt unter Einräumung emer zwetjähvigeu Bewäihrungsifrdst. ■ ■ 4 r ■ :} l^Tadolstratze 17b teilte Wolle dvpjtelibke.1 um