Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2422 (10.11.1925)
- Date
- 1925-11-10
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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AL2 Wen, DomtrSiag Mette« Morsettzeriutts IS. UMMör 1005 ßette 8 So?omou Develop- Gor emiigen Monaten weilte er Mit feiner Familie in Palästina und spendete bei dieser Gelegenheit ansehnliche Beträge für die Palästinainstitutionen. * Wckrer ein Soldatenselbstmord. Dienstag nachts hat tich in Graz der AvtilloriMgssümer Stephan Lex im Stalle der Artillerreküsern-e erschossen. "" jr- 'farmt. Das Moti.ii ist . noch unbe- * Der Scheckdieb und Schecksälscher Vibgott. In der Zeit von: 15. bis 29. März 1923 hat hier ein internationaler Gauner, der unter tont' Namen eines DiamanteichändlerS Philipp Wolfsjohn aus Berlin, nach New-Aott zuftändtg, auftrat, gchchlert-e Traveller-Schecks, die glänzend gefälscht waren» verausgabt und einer Reche von Banken einen Schaden MefÄgl, der auf 9960 bis 10.000 Dollar geschätzt wurde. Ue die .Fälschung aufkam, war der Gauner aus Men verschwunden. Durch langwierige Erhebungen gelanq es. Mustellert, daß der angoMiche Philipp WolWohn der 33jährige Handelsmann Stanislaus Gibgott aus Warschau ist. Er wurde von den internationalen Polizeibehörden verfolgt und es wurde festgestellt, daß er sich unter dem Rauten Philipp Gibs in Buertos Aires aufgchatten urtd dort einen sensationellen Pelzraub ins Werk gesetzt hat. Eine gestern . hier eingetvoffene Meldung aus Buenos Aires besagt nun, daß Gibgott am 8. d. arr Bord des Dampfers „Prinzessin Mafalda" unter polizeilicher Bedeckung nach Buenos Aires gebracht worden ist, um sich dort wegen des Polzrattbes und'anderer DeMe zu Vcranövorten. * Selbstmordversuch eines Einbrechers im Arrest. Gestern vormittag hat. sich in der „Haudzelle" des SichetheitSbureaus der als Einbrecher wiederholt vorbestrafte 36jährige Friedrich Mar aus einem Revolver, ton er vor den »kontwllierendeu Beamten aus bisher una-usgeLürte Weise zu verbergen wußte, eine Kugel in den Kopf gejagt. Die RettuMsMfellfchaft wurde berufen und fand Mar mit einem Steckschuß in der rechten Schlafe auf. Er wurde ins Inquisitenspitäl gebracht. Mar war wegen eines Einbruchs vom Sichechettsbureau auögefvricht und eingeli-vfert worden und sollte gestern dem Unter- 'fuchungsboaanitcn vorgeführt werden. Die Diebstahle im Wiener Staatsarchiv. Aus Berlin wird gemeldet: Der Privatgelehrte Dr. Hauck, der wogen Dieibistahls von Autographien, Briefen Und anderen wertvollen Schriftstücken im Wiener Staatsarchiv, in deutschen, schweizerischen und vatikanischen Archiven, angeklagt war, ist gu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der Mitangeklagte Hohenlocher 'würbe freige sprachen. '' Ndilliardenschmuckdiebstahl au einer Wienerin in Paris. Einer Wienerin wurde am 38. v. M. am Pariser Bahnhof Saint-Lazare eine braunlütorne Handtasche mit Schmucksachen im Gesamtwerte von 20.060 Dollar (tos sind 1,4 Milliarden Kronen) von imtotaimten Tätern entwendet. * Delogierung des Cafe Atlantis. Gestern vormittags hat die Delogierung tos Cafe Atlantis, die auf Grund der «kürzlich hara.bgeilon.glen Entscheidung des Obersten Gerichtshofes in dem MieteproM dar KaffechcmZmhcvber gegen die ^rtdustriebureau G. m. b. H. rechtskräftig geworden ist, stattgefunton. Das Inventar wurde in fünf großen Mobelwaigen! verpackte m die städtischen Depots adtransportiert. lieber das > weitere Schicksal der freigewordenen LoEaten haben die ' Hauseigerttümer noch körnen festen Büschluk «faßt Voraussichtlich werden die Räumlichkeiten wieder em Kaffeehaus beherbergen. Es finden Verhandlungen mit einer Reihe von 'Interessenten statt. Jedenfalls werden die Lokalitäten einige Wochen loerstehen. Preissturz bei Üestpich-Sreudi. L Sämtliche Preise wurden infolge Regieverminderung reell um '20 Prozent herabgesetzt. Okkasionswaren besonders vreiswert. Roienturmstraße 20 und Fleischmarkt 1. Radiovrogramm. Heute Donnerstag den 19. November. 11 Uhr: Vormittagsumsik. ^Programm nach Anlage.- - 4 Uhr U) Min.: NachmittagSkonzert. Mitwirkend: Ooetnfättgeriu Siena Pfiffer-Lar. Richard Wagner und fein Werk. (U. Teil.) — 5 Uhr d0 Mm. bis 8 Uhr 5 Min.: Radiovoltshochschule. - 5 Uhr 50 Min.: VoriraklSreihe. Quer durch Oesterreich. Oberbaurat Ing. Erwin Deinlein: Neues ans dem Burgenland. - 6 Uhr 25 Min.: Elektrotechnischer Ki-rS. Privatdozent Dr. H. Strk. tt. — 7 Uhr 10Mm.: Esverantokms. — 7 Uhr 4Ü Minr Englischer Sprachkurs für Anfänger. - 8 Uhr 15 Min.: Op-rnaufführung. ^Lr Traviata" (V olettai von Verdi. Violetta: Lotte Schöne (Saatsovey; Alired Germontr Kammersänger Artur Preuß (Staat-wper); Georg Germoni Josef Groenen (Staatsoper- Vor dr« SchMgaug eine TMette zur Desinfektion der Mundhöhle und oberen Luftwege. gelungen. Ein VdrÄugungsrÄttel gegen Infektionskrankheiten, die durch Batterien vom Mund Md Rachen' äüs lhr'en Eingang in denKörver finden, vorzüglich zur Desimektko«, als Vorbeugung gegen HalSerkrankungen, insbesondere bei epidemischen Austret-n solcher Krankheiten. Angebliche „E r s a tz p r ä p a t a t e" weise man zurück, §0T ErhLltlich iu aNen Apotheken Probe kostenlos und post,rei. durch Bauer & (Sie., Berlin, 5Vkk 46, Friedrichftroße 281. Vertreter -ü» Sesterretchr C. Brady, SSt«» Beninr, Vortlage jrnD BerjMmimgev. Zioni st ischeSektion Prater. Heute. 8 Uhr abends. im Sektionsheim, 2. Bez-, Jungstraße 8. Porttag Doktor Gelber über *@e chichte der jütischen Autonomie nt Poren itnb Litauen". Einige Plätze für den hebräischen Aufä.gerkurs (Kinder von 6 bis 8 Jahren) noch frei. Einschreibungen bis SamStog den 20. d. läg ich von k b S S Uhr abends im Sektio- Sheim. - Verband d e r I i o n i st e n -R e v i s t o n ist e n Heute S>tzun§ des Attkonslom tees. 7 Uhr abends, im Bureau, Wien, 9. Bez., Lich ensteinstraße 11. — Z i o n i st ische Bezirkssektion Leopold st ad t. 2. Ber., Zirkudgasfe88. Heute, prä„se 8Uhr abends, Bortrag Dr. Go loh n m m e r: „P.üästinakunde". Eintritt und Garderobe frei, billiges Buffet ohne Konsumzwang. —Organisation zionistischer Frauen. Heute, %7 Uhr abends. B e rsammlung jüdischer Frauen des 8. Bezirkes im Caf6 Lovrana, 3. Bez. Löwengasse 36, einberufen von to' Organisation zionistischer Frauen Oesterreichs. Referenten: Erna P a t. a f, Dr. Heinrich Echiffmann. .Dr. Perle W e ch f l e r. Im Lame d eseS Winters wird ein Seminar über „I d e e v n d Geschichte des Zionismus" veiansta tet. Leitung: Dr. Malta H o f m a n n. Teilnehmerzahl beschränk. Anmeldungen lchrtttltch unter Adresse: 9. Per., Währingerstraße 2/32. W i e n e r B e t h - H a m i d r a s ch, 2. 'Bez., Ferdinandsttaße 23. Heute, 7 Uhr, Lektor Doktor S. G e l.b h a U 8: „Htstorische Pjalmen". * ^essentliche Iugendversammlung. .SannSbaa den 21 d. fiutot um halb 8 Uhr abends im Hotel Corttinentcol, Taborstvaße, eine öffentliche Iulgendvevsammlung statt, in der Fror Dr. Rosa Buchmil >au8 Ierchalem, die Mitbegrürtderin tor ersten HechabMruPPe, über ton „Anteil der jüdiischen Jugend am Anfib.au P-alästinas^ sprechen wird. Die Refeventin wird unter' anderem aus ihren rEinnernn>gLN an Josef Trumpeldvr erzählen. Es ist zu erwarten, daß die zionistische Irvgend sich zu dieser 'BechMMcktW vollzMg -emfinden wird. ■- Sa« ardeiteoüe strer Sfrael in Püde. Cm künstlerisch wertvolles Filmwertt Die alliMtetne Mschr Arbeiiersrganisaiion Palästinas hat ton Jutotz der Verstrmrrwg eine dankenenswerte Gabe tzUtzüschickt, nämluch sin wunderschönes Film-Werk, Welches die Erschließung der Scholle durch Mische Arbeit, den Aufbauder Städte und die kuÜurellen Institutionen der Mischen Arjbeitevschoft überaus anschauttch wiodergibt. Don allen anderen- Filmaufnahmen, die man bisher vorführte, zeichnet sich dieser neiwfte, welchen man demnächst auch in Wien sehen wird, dtl-rch Sachlichkeit aus. Und gerade iveil die mannigfachen Gebiote Möscher Pionieravtoit — Feldwirtschaft von der Urbarmachung dis zur Ernte, Bauacheit vom Brechen der Steine bis zur planmäßigen Fertig, stellung von Stadtibozirken wie Lew Tel-Aiwiw (das Herz von Tel-Awiv»), die verschiedenen Methoden der Feld- und Garteniku'ltur, das Gemeinschaftslüben der Kinder und der Erwachsenen, Körperpflege und Schnliwettf '^ "in prägnantesten, durchaus natürlichen (in keinetn .Falle „gestellten") .Aufnahmen'WUMrd, ist diese Darstellung Ds Schaffens tot Arbeiter tos nme»' Jffchuw--oWDlMSrW n.red. fpanneyd, darüber hiMs aber evgraifmd. Nicht hoch genug ist die öuMerische Vollkommenheit des Aevkes einzuschätzen. Szenen, wie dir aus der ,MntorvepMÄ" in Ejulharöd, aus tom Enrak am Tage tos Erntefestes, Wiedergaben wie die der' mimischen und rhihmiMn Uebuirgen im SWiv der Arbeiter,'- gelingen nicht oft. Kern Buch, kein mündlicher Bericht kana die verehnlngswürdigon- LmsttlN'gen,' das neue,, unsäglich hatte, . aber beglückento Loben des neuen J-ischuw von Evez UrM so eindringlich und üttorzeugend schrlderrr, wie -dieser Film der jüdischen Arbeiterschaft, Ä. ZndWe Rusil im KauzrMal. Selbst indische Priester müssen herhalten. um das verschlafene Wiener Konzertleben ein wenig wachzurüttestr Maheboob Khan und Müshraff Khan -- dies die Namen der indischen „Sänger, Priester und Gelehrten" — san gen mit hübschen, weichen Stimmen und reichem Ausdruck indische Weisen mit Instrumentalbegleitung. Keine alten, ge heintnisvollen vedischen Kultgesänge, sondern vorwiegend Werke jüngerer indischer Komponisten, an denen der-Einfluß benach barter orientalischer Kulturen und des englischen Imperiums nicht spurlos vorübergegangen ist. Ob nicht! namentlich in der oft periodenähnlichm Gliederung der. Gesynge und ihrer melodischen Teilung in Quint und Quart innerhalb der Oktave und der melodischen Modulation abendländischer Einfluß vorherrscht, bleibe dahingestellt. Immerhin erkannte man Reichtum der einstimmigen, unharmonischen indischen mit ihren Fünftonskalen, ihren übermäßigen Intervallen, ihrem Leitton von oben, ihrem unvermittelten Ausllingen, ihrer mannigfachen Figuration, welche dem ursprünglichen Mclodietypus (der Raha) durch Variation immer neue Ge statt verleiht. Weniger erkennbar würde die iUdische Vielfältig keit an Rhythmen durch Variation des Grundrhythmus (der Tala). Was man hörte, waren vorwiegend vierteilige und sechs teilige taktische Gebilde, die nur sparsam von den orientali schen Freiheiten der Agogik Gebrauch machten. Gegen Schluß der Konzertes schlugen freilich.die Piecen ins Manierierte um, und einigo „volkstümliche" Gesänge, diesich wie „G'stanz'ln aus Kalkutta" anhörten, erweckten Mißtrauen gegen diese billige Volkstümlichkeit. Sehr interessant waren die klanglich fein abgetönten Borträge auf den Instrumenten: Ans dem mythisch heiligen Nationalinstrument, der Vina — einem langen, schmalen,mit Metällsaiten bezogenen Kasten, mit gewaltigen Kürbissen tls Resonatoren —, die Gott Süm selbst erfunden haben soll, ferner auf,dcr ihr stilverwattdlen Sitar und auf der Tablä, einer Neinen Kesseltrommel, die durchgehend mit Riemert zickzack verschnürt ist. Wenn der eine Sänger, durch Art und Grad des Trommelus verschieden hohe Töne gleich, einem „ostinaten Basse" aus der Tabla herborbrachte, und der andere Sänger gleichzeitig auf'der Vina MAobietöne und die wieder gartz anders klingenden Figurationen' spielte, erkannte man die Spuren einer Dretstimmigkeit, die nirgends im ^Orient — inr Gegensatz zur Harmonie und Polyphon^ 'Europas! — zur vollen Entfaltung gelangt ist. > Gerade das Wesentlichste, die haarscharfe seine und melm ^dische Nuancierung, durch Verwendung von Zwischen- und -Bierteltänen, blieben die Inder schuldig, die sich zur diatoniischen Skala bekannten. Und gerade in den kleinste« musikali-; schen Intervallen offenbart sich melodische und ausdrucksmäßig so recht der überfeine Musiksinn des Orientalen. Erzählt doch der indische Mythos, wie einst Muladeva mit dem Sp:el eines Sängers auf der Bim unzufrieden war, den Bortrag immer wieder unrein schalt, und schließlich' aus dem Boden Instrumentes ein Sternchen und aus einer Saite ein Haar herauszog. Dann stimmte er selbst und spielte so hm» reißend, daß ein in der Nahe besindliches Nefantenweibchen, das die Gewohnheit hatte, immer zu schreien, ganz M strhen blieb und den Kopf mit den hervbhängenden Ohren hin und her bewegte. Das Publikum des Wiener Konzertes erlag ja nicht dem geheimnisvollen Zwang dieser indischen Sage, doch spendete es den schmucken indischen Sängern, welche in Hellen Seidengewändern und in malerischem Kopsputz ihre meist schwermüttgen Weisen sangen, lebhaftesten Beifall. slb. Am den Theater«. Burgtb eater. Morgen. 7 Uvr abends, „Gy gell und s ein Ring". Akavemietbester. Morgen, V,8 Uhr abends. „DieFahrtins Blaue". O p e r n t h e a t e r. Morgen, 7 Uhr abends. „A i d a". R e d o u t e n s a a l. Morgen. ^8 Uhr abeu-S, „E n tf ü h r u n g a u S d e m S e r a i l". V o l k S o p t r. Morgen „% i b e U o" mit Frau RautzM in der Titelrolle und Kammersänger Anton Ludwig a. G. air Florestan. Staatsoperusänaer Karl Z i e g l e r tritt Mogtau den 23. d. als P e d r o in „T t e f l a « d" auf. Theater tu der Josefstadt. Morgen Md Sonntag neu einsludiert, „Mister P i m will nicht st ö r e n". Sonntag nachmittags „Gesellschaft"^ Rolandbühne. Morgen Freitag %. Aufführung von BrodyS „D i e G e l i e b t e". Premiere im Burgtheoter. Mittwoch ton 35. d. geht üm Burgttoater zum ersten Maile Georg Te-rrvmares Spick ^.Erfüllung" m Szene. „Die ägyptische Helena" betrtelt sich die neueste Oper von Richard Strauß Das Textbuch stammt wieder von Hch- Mannstha'l. Dtvanß halt den ersten Akt der Tondichtung in Ehamni'ch vorgeisP'M. Eine reiche Zahl von Uraufführungen stcht in Deutsch' fand -bevor, während die Wiener Bühnen sich Neuerungen abhold zeigen. In BeÄm und Hamburg gcht „Duell am Lido" von Hans Reh fisch in Szene und eibenlfalls in Berlin wird Karl Zuckmayrs LMpiel.„Der fröhliche Weinberg" hewusgebracht, welches dem Autor den diesjährigert MP-Preis eintrug. Paul Zech evschemt^gleichzeitig mi-t zwei Wevken auf reichsdsutschen Bühnen, uamllich mm „Erde", vier Etappen eines Dvames- Wischen Rhein und )r, und mit. bm- Drama „Dex Kukusknech 1". Zur UrauWhrrutg gelangen ferner in Deutschland Adolf Dvlblins Lufitarria", Lothar Schmidts „Platonische Liebe" und Mi Baums „Das dumme Englein". Das Berliner Staaischsater bringt Arnolt Bronnens Drama „Oftpolzug" zur Urauffchrung. Konzert Josef Zach. Am 14. d. vercmlst>a!ltr.te Pwf. Josef Zach im Mozart-Saal ein Konzert, das ausschließlich sti-nen elgenen Kompositionen gewidmet war. Zum Vortrag gelangter: die Lieder „Der Schmied", „Zarte Bevständigung". „Zun: Abschied" (alle drei mit dem Kompositionspreis 1925 ausgezeichnet); ferner „IrrtrM". „Ewiges Lied", „Die Nonne"; weiters eine Abendpharltafie und zwei Sätze einer A-Dur-Sckte für Klavier und Bioline und zwei Klavierstücke. Für d:e vortveff- " to Interpretation der Kompositionen sorgten die Damen „iUfort, Olga Willheim und Blatt. Schwegel Und Hrr Lie bisch vom Pfitzner-Quartett. Joachim Rmgelnatz, der Dichter, ist unter die Maler gegangen und veranstaltet soeben in Stuttgart eine Ausstellung feiner' Wette. Sie sind witzig und phantaftösch und finden Arttlang. Ehrendiplom der Pariser Kunstausstellung für das Moskauer jüdische Kammertheater. Aus Paris meldet I. .T. Ä., daß dos Preisrichtettollegimn der Pacher Interrrationa'len Ausstellung für dttovative Künste dem Moskauer jüdischen Kammertheater, das sich an dieser Ausstellung beteiligt hatte, ein E h r e n d i p l o m oerltchen hat. A»r der WeEatt der Buch«. Schachmeister als Dichter. Der Schachweltmeister Doktor Emanuel Lasker, der sich gegenwärtig am Moskauer Schachturnier beteiligt, hat gemeinsam mit feinem Bruder Dokwr ^.. "rJ)netort, betitelt „Vom Men- , Her- ^_ ti. w . -reibt: Der Wert'dieses Äückes ist darin zu sehen "daß hier ein Mensch von unzweifelhaft bedeutenden geistigen Qualitäten die Form seines bisherigen Schaffens verlaßt und im Spätherbst seines Lebens den Weg zur plastischen Kunjtform nimmt, um darin das Fazit seiner Lebenserkenntnisse, fern Selbstbekenntnis zu geben. Daß Dr. Lasker hierzu ote Form des Dramas wählte,/entspricht seiner schlichten, klaren Geistigkert, der Höhe seiner Kombinativns- und Konzentrationssahigleit, die sent Schachspiel zu Weltmeisterehren erhoben hat. Einem der bedeutendsten Schachspieler der Erde, dem mehr als dreißig Jahre die Welt zum Spiele war, wird nun das. Sp:el zur Welt. In fünf Akten, von der Urzeit bis zu unserer regelmüden - ' ■ ' *•* " ihr! “. jegenwart^ werden leiten immerwährenden Antriebskräften aller menschlichen Handlungen seit und in mehr als logischer ister das Schachspiel war, kommt hier aus stolzer GeisleShöhe die Crkenntms, daß die erstrebte restlose - Lösung des Lebens- ' "" - " " ' " geichehens nach kein totes Uhreiner Maschine, den man bestimmen kann; öie. Wirklichkeit ift unvollendlich, weil der letzte Grund des menschlichen Geschehens mys'isch ist und die Lebewesen von Magischen Urkräften geleitet werden. IanorabiMus! Das Lebensbild, tos Dr. Emanuel Lasker und iettt Bruder hier heraufgezaubert haben, ist also eine Welt, ttt der wir nach den obigen Erkenntnissen tn Ewigkeithinein to£ Schach des Lebens ttl spielen glauben, ohne daß. die Gefahr* besteht, daß die Erschöpfbatteit der Barwnten UM Drnk- Mdaslichkeiten zur.>Endbarkeir.:und Ausichövibarkeitt der Lebensgeschchmsie führen kamt. i< «lim inllllll