Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2420 (17.11.1925)
- Date
- 1925-11-17
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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fto. IM) Sw'«, Dienstag -!- - I II —• —-~T » In brennenden Kleidern auf die Straße germnt. In dem Drogengeschäft bcg Romeo Sükalja in Graz erfolgte gestern nachmittags Me Benztnexplosion. wodurch derFirmen- ^chaver lchensaeWhrliche und Men BrvM Anton schwere Brandwunden erlttten. Bewe Brüder . Mn nach der Explosion mit brennenden Kleidern auf die Stvatze, wo ihnen Passanten HW Mieten. Das WareMger mdd die Geschäftseinrichtung sind zum größten Teil verbrannt. * Explosion in der Technik von Hannover. Am Jnstttuit s.ür atromanrsche Chenrie der technischen Lochschule erfolgte gestern mittags ein Explosion, durch die der Fovichungsaffistent Dr. Asbrand sehr schwer verletzt wurde. Dr. Äsbrand wollte eine Kältemrschung bereiten und zu diesem Zwecke ans Schwefelkohlenstoff nach einer allgemein bewährten L-aboratoviumsvovschrift flüssige Luft erzeugen. Die Ursache der Explosion ist -nicht bekannt. . . * Eine Arbeiterhochschule in Nutzdorf. Durch den Berkaus der HamMrbrotwerke ist die soziaDemolrätische Partei in den Bchtz beträchtlicher Barmittel gelangt. Einen Teil des Milliariden-erWs will sie zur Errichtung einer Arberterhochschule in Wien verwenden. Nach einer dem Gemeindnat ip aegaugenen Vorlage wird diese Avbeitechochschule smnt^ Internat in dem sogenannten T he re s t e irsch l össe l m Nu ßdorf untergebrächt werden. Der Verein Arbeitechochichme mietet dieses Objekt, das aus Mem Schloßgebäude uut zehn Wohnungen samt Garten 'besteht, gWn einen Jchresmietzms von 6<X) Schilling. * Staatsprüfung für das Lehrmnt des Esperanto. Die erste Staatsprüfung für das Lehramt ans Esperanto an Mittelschulen wurde m der Zett vom 5. bis 7. d. vor der vom Bundesministeri-um für Unterricht eingesetzten staatlichen PrüfungMMniffion. der acht Mitglieder unter Vorsitz des Landesschuliispektors Hofrates Dr. Franz Woll manu angelwrten, abgchalten. Gemeldet hatten sich 86 Kandidaten, von denen ficken zurückgetreten sind, neun -die Prüfung mit Auszeichnung und 18 mit Erfolg bestanden haben. KM, Bühne, Such. „9et einsame Weg." Deutsches Bottstzeater. — Gastspiel Bafferrruvm. Cr ist Mode geworden, Schnitzler mit dom Wörtchen ^übecho-lt" ahzuckm. An diesem Dvama—nns ist es der Hvhe-! punLt seiner Kunst — evnriht man bei der Wickerbegegnung mich zwanzig Jchven, wie weit er die Nachfolger Md Neuerer hrnter sich ließ. Gim Gestalt zu schaffen, wie sie der Baron von Sala ist, einen bestimmten Kreis von Menschen ans einem Stück Erde zu versammln, so daß tatsächlich ein Milieu lebendig wird Md eine Kaste, ein Problem mit sparsamen, vornehmen Worten zu umschreiben — man kommt in VerlegenheÄ, will man die herMlen» weiche es noch ihm treffe«. Und in seiner Rolle scheint uns Albert B a s s e r m a n n so groß zu sein. Melleicht hat MS sein allzu ausgeschlossener und Mfgetragenor Wallenstein so enttäuscht, weil wir seinen Herrn v. Sala vom Brahm-Gastspiel her in Erinnermvg hatten.) Den überkMvierten Dandy, dem alles gegeben ist, nur nicht das göttliche Geschenk, herchaft zu sein, der den einsamen wohltemperierten Weg des Genießers zwischen Glück und Leid ging» koch bevor die 'Einsamkeit des Alters kam, für den die Mitmenschen nur dazu da sind, daß sie chm das Stichwort geben und die Gefühle, daß er über ihnen steht: Der Mwiene- Bsche Mime Bassevmann meistert diese Gestalt und erwesst — ein Streiter für den Dichter Schnitzler — ihre Allgemeingül-- ibiKevt. Tragischer, bezwingender noch ist jetzt seine letzt« Szene geworden, der Kampf um den lächelnden, unauffälligen Abgang in den Tod. Aber Herr Feld Hammer tat ihm nicht das Stichwort geben und mit seinem Auftreten ist die schon vorher wan- 'kend geworden« AnssAhmng nmgeworftn. Es ehrt diesen bega'bten Schauspieler, der kein Komödiant ist, daß er nicht alles kann. Schnitzlersche Mnschen, die trainiert sind, mit sich selbst fertig , zu werden, die über nichts so unglücklich wären als darüber, daß mans motte, wie es m sie sicht, kann dieses starke Temperament nicht spielen. Und Will's doch; und unterstreicht entsetzlich; Md kommentiert hörbar; und ist unmöglich. Schon vocher war Cacilie LvovSky für das Mädchen, das den Totgeweihten liebt und vor ihm stirbt, viel, viel zu schwach. Neben Bassemran« diesmal tun Viktor Kutscher« am rechten Platz und Lina Loos im stummen Spiel bedeutend. Herr Werner Schott von zu guter Halbung und alle, alle rund um- Bassermann — bis aus Kutscheras Hausarzt —- meilenfern von der delikate« Kunst, ohne den geringsten Aufwand von Stimme und Geste schnitzlerisch vornehm und treffsicher zu pointieren. Hcct's Herr Dr. Beer, der Spielleiter, nicht bemerkt? Otto AbeleS. Ae öanlekvng der Nmdercheater. Die Politische Korrespondenz schreibt: Die finanzielle Lage der BtrMstheater hat in den letzten Tagen de« Gegenstand von Beratungen der ErsparungssM-ktionäre unter dem Vorsitz des Bundeskanzlers und sodann auch des Mini st errates gebildet. Der Bundestheaterpräsident Doktor Präger hat in diesen Beratungen sei« Programm vorgelegt, das er in seiner Funktion als bbecher VeMalter der Bundescheader durchführen wird. Dieses Programm wurde sowohl im Ministerrat als auch in den Sitzungen der Evsparungsftmüiönäre durchberaten -und fand die Z u st i ut an -tt n g des Mniistervates. Ein neuer Kunstberater -er Gemeinde Men. Der demnächst in den Ruhchond tretende Direktor des O-ester reich ischen Museums für Kunst und Industrie. Hofrat Dr. Eduard Letsch in a, wurde znm ständigen Berater der Gemeinde Wien n\ Kunstangeloyemiekkn bestellt. Er wich den städtisch«,: Sammlungen mr Serke stehe« und die städtische Berwalttimg bei der Denkmalpflege, kunslharidwerküctien Berufsberatung und künstlerischen ErMnng des Volkes unterstützen. Anmelmmaen für die Theaterzemeinde der Bundestheoter. Anmeldungen für die Lhoattrgemeinde werden nur mehr für die Gruppen 1 und 5 ftenerfie Kategorien), und zwar in beschränkter Anzahl .entgegeitgenoiniiieii. Die Anmeldungen sür die bereits überzeichnet en'Gruppen 1. 2 und 3 wurden einoMllt. Die Zuteilung der Sitze wird im Wege der Affen Gl ichen Verlosung erfolgen, woMberdas Nähere noch verlambavt werden wird. Wiener. Morstepzeltung .. 17. Ncrbemher M5 BMMM Beite 8 Gladiatoren des xx, Jahrhunderts * bück jqnis im fox-film (DER MHlSTERBOXIR) Rot«n!urm-Kino I. Fleiachnurkt 1 den 17 November 1925 zu sehen im Naydn^Kliib Zlrkui-Bu ch-KBno VI., Martabtlferstrasse 67 II. Am Praterstern FOX-FILME UMSPANNEN DEN ERDBALL ,,Vie werde ich meine Frau toT — in Graz verboten. „r Sonntag abends war im Opernhaufe ein Ensemlblegastiel der Mitglieder der Wiener KammetMele angesetzt. Cs sollte das satirische Lustspiel pon Otto Ernst Hesse „Wie werd« ich merne Fraw'lvS" zur Mfführung gelangen. Die Aufführung deS Stückes, das erst Samstag zur, Zensur eingereicht worden war, ist von der Zenfuvbchövde mit Rücksicht ans die SMichkett und das Familienleben verboten worden. Für den deutschen Fox-Fil« „Der Herr ans der Galgenleiter" (nach dem gleichnamigen Roman von Hugo Bettauer) wurde wreder Friedrich ZelniL. der berühmte deutsche Filmregisfmr. als künstlerischer Oberleiter verpflichtet. Das Filmmanusknpl für den neuen deutschen FoxMm Mer Herr auf der Galgenleiter nach dem Roman von Hugo Bsttauer wurde von dem Regisseur Dr. Paul Merzbach beacheviet. Für den neuen deckscheu Fox-Fit« ,Mc Herr auf der GaLgemeilter" nach dem Roman von Hugo Bettauer wurde Mred' Mel, einer der prominentesten Darsteller der deutschen Bühne, verpflichtet. Er wird die Rolle eines Inflationrfchiebers verkörpern. „Dem Ärger alles" (»Der Meifinboxer"). Der - schwindende Aufstieg eines Cowboys zum Boxchampwn und damit zu Weltinchm und Vermögen wird in bem hervorragenden und überaus spannenden Fox-Film geschildert. Der Held des Borrinigetrs K Buck Jones, dessen WbenSgeschichle auf das größte Interesse her Kinobesucher stoßen wird. Ab Hute in den Wiener Kinos. «« tat SjMfcnt. Burgtheater. Morgen, V,8 Uar abends, „Julius C L s a r^. ' Akademtetheater. Marge«, V,8 Uhr abends, „Die zerbrochen» Leiter". O p ß r«th e at* r. Morgen, V,7 Uhr abends, „Die Fra.« ohne Schatten". Bo!t8over. Heute „Carmen" mit Sigmo'ndo ZalrScht a. G. Morgen Hnmperotnck» .K ö n i a r k i n d e t*. Donnerstag gelangt zum erste» Male Edoardo G r a n e l l t s einaktige Oper „Nachher" unter persönlicher Leitung des Komvonisten zur Aufführung. Die Hauptpart'e singt SigiSmondo Za.ercht. Deutsches volkriheater. Albert Bassermann tritt heute und Donnerstag.. in „Wal l e n st e t.nS % o it und Mittwoch und Frejtag in „DU e i n sa m ti ef cckf. SvnStüg den 2l. d. gelangt, neu inszeniert, „F ä u st" mit Albert Bassevmann als Mephisto und Wilhelm Klitsch in der Titelrolle zur Aus ührung. Raimund-Theater. Donnerstag beginnt das Gastspiel der. Negertruppe „Choc o l a 11 K t d i e S . Tü egt er in der Jofefsiadt. Dar Lustspiel. „Mr. P.i m to i l l n i ch t stören" gelangt Freitag zur Än - sÜhrung. - Carl-Tbeater. SamStag, '/,4 Uhr nachmittags i Ml ad tu und die Wunde r lam p e" von Emil und Leontwe Janko. Lallettetnlage von Prof. Karl GodlewSki. Sekeine, »orttSge und BerlMMunsen. . .Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt. Donnerstag, -praMe 8 Uhr abends, Portrag Dr. Gold« Hammer «her Palästinakunde. Entree und Garderobe frei, billiges Büfett ohne KonsAnKmng.' — Zionistische Ser-tion Prater. Wogen der Sitzung der Zionrstischen ArbeitÄgemMchalft findet der VieAvöchige Bortvag Dr. Gelber nicht heute, sondern Don«-erstag den 19. d. statt. Der hebräische . Ansangerkurs für Kitrlder von 6 bis 8 Jahren hat schon begönne«. Einige Kinder können noch Mfgenommen werden.. Ginschreilbungen täglich von 6 bis 9 Uhr abends im Sektions- Heim, 2. B«., Jnngstraße 8. — Zionistische Ortsgruppe Wieden-Marlgareten. Morgen Mittwoch um 8 Uhr abends im Gase Schikanedechoif, 4. Dez., Margaretenstraße 32, Vortrag über Palästina. Referenten: Dr. Des öder Fr tedmann, PrDdent des Zionistischen Landesverbandes für Oösterreich, und Adolf Pollak ^Jerusalem). Delegierter des "HauptbureauS des Jüdischm Nation.alsonds? Gaste willkommen! -- Verband der Zionisten-Revisio- Nisten. Heute um 8 Uhr abends ZtlsaimnretMnft'aller Rcki- 'sionisten im Cafe Altes Rachaus, 1. Bez., Whcklrniyevstraße. Pressevefevat und kurzes politilsches Rescrrt. — Z i o n t st i s ch -e Ärbeitsge mein sch« st. Heute Dienstag um 8 Uhr abends lm Heim der ZionWchen Sektion LeoPoWodt, 2. Bez^ ZiMSgasie' 93. dringende Sitzung der Z' o n i st i f ch e n A rv e i t S g e m e i n s ch a f >t. Sämtliche Mitglieder werden auf diesem Wege eingeladen. — Jüdischer Frauenbund. Wien, 9. Be«., LiechtensteitOraße 11-13. Heute um halb 8 Uhr abends Bibelvortrag Gscher Mieses. „Die Sprüche." ZeremonienfM des Empels. 9. Bez., Müllnergasse 21. Gäste willkönmrn. Eintritt frei. — Verband der jüdische« Kriegsbeschädigte«, Invaliden, Witwen und Waisen in Wien, 2. Be;.. Obere Donaustraße 66. Die diesjährige /Generalversammlung findet Sonntag den 22. d. im MvbäirdSlokale um 8 Uhr vormittags statt. Mitgliedskarte ist unbedingt mstzMingetr. — Wiener Beth-Hamidrasch, 2. Bgz., Ferdittandssttaße 33. Heute um 7 Uhr Lektor Dr. S. Gelbha u 8: „Hrstovische Psalmen." RadkottroAramm. Heute Dienstag den t7. November. 11 Uhr: Vornliilagsmnstk. — 4 Uhr tfi Mm. r NachmitlagSkvnrert. — 5 litte bsi Mi«, r.: Stunde der Frau. I. Helene Golddaumr Die Mutter und das Kindersptelzeutz. — 6 Uhr,2b Min. bis 8 Uhr 5 Mm. RüdiovolkShochichule. - 6 Uhr 2b Min.: Ing. Paul Bellak: Bd« der Bildertelegraühie zum Fernseben. — 7 Uhr 10 Min.: Französischer Sprachkurs. Prof. Louis Rivtere. - 7 Uhr 4>> Min.:. Enallcher SvrachkurS fitr Vorgeschrittene. — 8 Uhr- IsiMin,: Ein Jahrhmidtrt heitere Wiener Musik. Johann Slrouß als Operettenkomnottisi. Vfitwirkend: Ovttnsänaerm Minie Gerdart, - Kammersänger Georg Maikl, Kammerquarttet Taütenchchl« Ptof. FritzLangk.‘ 1 - ’ »Mach Platz. Dtt SauiaB!" Antisemitischer Exzeß eines aktiven Oberstteutnmts. Ein in seiner Bagründung sehr bemerLenswertes UvteA. fällte gestern beim Strafbezivksigerichte 1 LaAesgelWsvait Dr. Arie-in einer Ghrenbeletdigungsklage, welche m PchhäMer Heinrich Herrlinger gegen den aktiven > Oberstleutnant im 4. Jnfante vlersgitnent Adoljs Bauer emgchpacht hatte. Wie der Kläger in seiner durch Dr. Valentin . Rosenseld vertretenen Klage Msfuhüte, passierte er am 25. September, gegen 12 Uhr mittags, aus dem Heimwege begriffen, die Markthalle aus der Landstraße/ Wichrend des Gehens drehte sich der Kläger nach einem Freund, der zurückgMielben war, um. In diesem Augenblick echielt er, «ach Behauptung der Klaige, von dem Beschtildigten, den er bis dahin nicht kannte und auch gar nicht bemerkt hatte, einen Stoß .in den Rücken, wobei der Bchchuldigte laut rief: Mach' Platz, du Saujud!" Ueiber dieses Vorigchen war der Kläger seiner Angabe nach demvt verblüfft, daß er den BeschuDigten, chne ein Wort zu sogen, genauer ansah. Der BeschuDigte hob nun den in der Scheide besiMichen Sabel 'bis zur hallben Armhöhe und rief weiter dem Kläger noch zu: ,^chau' daß du weiter kommst, du Saujud!"; Zu bet gestern statt,gehabten Derihandlung war der Angeküagte pevsönlich erschienen. Ms fern Verteidiger intervenierte als' Substitut des Dr. Riehl Dr. Otto Högl er. Ans die Anregnng des Richters, die Angelegeichett eventuell durch einen Ausgloich beizulegen, eMärte der Ktagevertreter Dri Valentin Rafenfeld, daß sein Ment bereit sei. chne Anspruch Ms Kostenerlsatz und chne jede Ehrenerklärung des B-eschuldigten den Strafantrag' zuvüchuzichen, mvter der Bedingung, daß. der Beschuldigte einen Geldbetrag als Buße, für einen jüdischen wohltätigen Zweck .bWhle, für einen WdWen deshalb, weil der Kläger als Jude be- ' . 'leidig t worben sei. Der Verteidiger erklärte, daß sein .'Klient Ml einer Buße bereit sei, doch für einen von ihn: selbst, zu bestimmenden wchltätigen Zweck. Der Ausgleich -fcheitevte deshalb. Nach Verlesung der Klage erklärte der BeschuLdigte, daß er sich einer Beleidigung des Klägers nicht schuldig bekerme. Der Oberstlsutttartt gab an, daß er zur kritffchen 'Zeit ruhig seines'Wegs ging, HM Zeitung- 'lesend, als piätzlich Kvei Schlitte vor ihm der PrivaMäger 'anstauchte,. ihn frech anschaute, was er (Angeklagter) «rls eine 'bewußte HerabsHung seines Standes angeschaut halbe. Er/ "'habe erwartet, daß der Kläger ihm auswechen werde, da er an seiner Stelle <Lluh ausgewichen wäre. Er Me dem Kläger, ' der nicht ausweicherr wollte, am A r m e b e r ü h r t, chm.Men Schupser gegeben, und. habe, äls der Kläger schintpfte, gesagt: „Ä h a, s i e s.i n d . ein I u d e." Richte r: Was . wollten Sie mit der letzten BemeÄung faiopcTt? Angekfagter: Ich woLe sagen, daß das ein jüdisches Gebaren ist und daß ein solches Vorgehen die Wesensart der .Juden ist. Der Richter evnvchnte den Angeklagte«, derartige zur Sache nicht gehörige und unbegründete Aussälle gegen, ftemde Kotifeffionen und gegen eine Rasse zu: unterlassen. Aus die Frage des Richters, was der Kläger geschrmpft^ habe, erklärte der Angvtlagte Atmächst,- haß er sich daran nicht erinnern könne. Rach einigem Zögern erklärte der Angeklagte, daß, wie er glaubte gchört zu haben, der Kläger die Bemerkung machte: Dr". . / OMer. Richter: .haben Sie den 'Säbel gehoben? Angeklagter: Nein, ich berührte den Säbel nicht. Der als Zeuge vermnmmene Prokurist Isidor Eibenschütz bestätigte, daß der ÄngeAagte grundlos den Kläger beschimpft habe. Der' Oberst!eutmnt habe auch ihm selbst zugerusen: ,Ochau, daß du 'abfährst, du Saujude." Der Zeuge erklärte, daß er den Oberstleunant nicht geklagt hob«, weil er keime Zeit habe, Prozesse zu führen. Der Beamte Josef Kraus, der gleichfalls Zsaige dieser Sgeue, die unter den Passanten großes Auffchen erregt 'hat, gewesen lvar, bestätigte gleichfalls den Inhalt der Klage mit dem BM-evken, daß der Kläger selbst, mit keinem Worte geschimpft habe. Nach , der Einvernahme des Klägers, der.gleichfalls den Bachvechalt der Klage bestätigte und nach den Ausführungen der Parteien- . Vertreter fällte der Richter das Urteil, dahin lautend, daß. . ObevsÄeutnant MÄf Bauer der tätlichen und wörtlichen Ehr«nbeleidigung im Ginm der Klage schuldig eÄätrwt und zu drei Tagen Arrest ver-. urteilt wtrd. In der Urteilsbegründung führte der Richter zunächst unter Hinwets auf die'voUonmven einwandfreien und glaubwürdigen Aussagen der vernommenen Zeugen ans. daß der objektive Talbestand der tätlichen und ivörttiche« Threnbeleidigung e i n w a n d's r r ä nach gewiesen wo», den sei.^ Die Verantwort» »g deSs Angeklagten!. wird vom Gericht als u n g l a u b io ü'r.h i g. angchchen. ' s . - Der Angeklagte nahm auch bei seiner dets Smndpunft.ein, daß rx. M Rocht fei, Der- Angeklagte >