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Wiener Morgenzeitung · 1925-11-16 · Heft 2419 (16.11.1925) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2419 (16.11.1925)
Date
1925-11-16
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Geste 2 Wien. Montag über.der gemeinsamen Zionistischen Organisation mit Geduld, und gegenseitigem Verständnis behandelt und überwunden werden. Ein Umstand muß vor allein unterstrichen werden: Landesschekelkommissionen sind nichts mehr als Verwaltungsorgane, welche auf eine neutrale und ordnungsgemäße Weise die Verteilung, Verrechnung und Kontrolle der Schekolim zu regeln haben. Unter diesem Gesichtspunkt hat die Bildung dieser Kommission zu erfolgen, wobei Partei- und Prestigerücksichten leine Rolle spielen dürfen. Durch eine einverständliche Zusammensetzung dieser Kommissionen und durch eine friedliche Zusammenarbeit wer- - den die Zionisten der einzelnen Länder am besten den Beweis erbringen, daß sie befähigt sind, administrative Agenden der Gesamtorganisation autonom zu verwalten. Die Forderungen, die die Exekutive an die Landesschekelkommissionen stellt, werden diese ihrerseits wiederum an die Ortskommiffionen ihres Landes zu richten haben. Auch hier, wo der eigentliche Verkauf der Schekolim sich abspiell, hangt der Erfolg der Schekelaktion und der mit dem einheitlichen Schekel inaugurierten Reform von der friedlichen Zusammenarbeit der Zionisten, sämtlicher Schattierungen ab. Die Führer der zionistischen Arbeit in den einzelnen Ortschaften, diese Tausende unserer eifrigsten Mitarbeiter werden sich dessen wohl bewußt sein, daß auf ihrem Verantwortungsgefühl und ihrer Arbeitsfähigkeit die Verwirklichung des Willens des 14. Kongresses beruht. Wir rufen Sie, sehr geehrte Gesinnungsgenossen, aus, sofort an die Ausführung des Kongreßbeschlusses im Sinne unserer Anordnungen zu schreiten und uns über die von Ihnen unternommenen Schritte zu berichten. Exekutive der Zionistischen Organisation. Organisationsdepartemenl. -er Mord an dem Later. Die Leihen Opfer des erschütternden Dramas in der Neubaugasse der Zahnarzt Dr. Gabriel Wolf und sein unehelicher Sohn Josef Huemer, befinden lich noch in der Totenkammer des gerichtsmedizinischen Instituts. Die Polizei hat die Erhebungen abgeschlossen und pmüiche Allen der Staatsanwaltschaft übergeben. Mit Rücksicht auf das Ableben des Mörders und auf den Umstand, daß Huemer keine Komplizen hatte, wurde das St ras v erfahren e i n g e st el l t. Die Staatsanwaltschaft hat auch aus die Obduktion der Leichen verzichtet und sie wurden noch Samstag abends zur Bestattung sreigegeben. Der ermordete Dr. Bolf hat seine Familie in un« günstigen BeruÄgensverhältnissen zurückgeüssen, da seine Praxis in den letzten Jahren keine großen Erträgnisse abwarf. Das Leichenbegängnis Dr. Woffs findet morgen statt. Die genaue Äunde -wild erst im Laufe des heutigen Tages bekannt werden. Wien, Itz. Iloveucker. * Die Lokalbahn Friebberg—Pinkafeld eröffnt. Gestern wurde im Beisein des Bundespräsidenten Dr. Haimjch in feierlicher Weise oie neugebaute Lokalbcchnsttecke Friedberg- Pinkafeld dem Verkehr übergeben. * Titelverleihung. Der Chefadministrator des „Neuen Wiener TagblatieS", Hugo Regnis, hat den Titel eines Kommerzialrates erhalten. * Btthafümg eines Schriftstellers. Ucker Requisition des Landesgerichtes für Strafsachen Wien 1 wurde gestern der 12jährige Schriftsteller Felir Sternheim, 8. Bez., Josefsm\k 7, dech«fwt und dän Landesgericht eingeliefert, da er vom Schöffengericht Berlin-Charlottenburg wegen eines Sittlichkeits- Verbrechens verfolgt wich. Der Verhaftete gab an, daß die Kurrende sich auf eine Sache aus dem Jahre 1917 bezieht. Stern- Heim gibt ait, ein Bruder des Dramatikers Karl' Sternheim zu sein; es ist nicht.bekannt, daß Karl Sternheim einen Bruder hätte. * Einbruch im Postamt Aspangbahnhos. In der Nacht zum Sonntag sind unbekannte Täter in das Postamt Asprngvahnhof im Baorchofsaebäude eingedmngen und haben log rekommandierte Briese eckrochen und, soweit feststeht, aus einem 20 Dollar entwendet. * Das Abspringen von der Stadtbahn. ' Gestern abends wollte der Oberrevident der Bundesbahnen, Oskar Kotovsky, in der Nähe der Stadtbahnhaltestelle Gumpendorserstrake von einem bereits in Fahrt befindlichen Zuge abspringen. Er kam dabei zu Fall, erlitt Brüche des Ober- und Unterarmes und mußte dem Sophienspital eingeliesert wecken. * Die Lebensmüden. Gestern vormittags hat fick die 68jährige Private Theresia Blüh, Caftellezgasse 32, in ihrer Wohnung burdj Genuß von-Beronal und Einatmen von Leuchtgas vergiftet. > Das Motiv der Tat soll Furcht vor einer bevorstcheMn Operation! gewchn sein. — Die Erzieherin Rosa B., Ausstellungsstraße, hat am sommerheidewea Lysol genommen; sie Wuchs ins Allgemeine Krankenhaus gebracht. i * „Das jüdische Men." Dom. Vorstand des Vereines. Jüdische Krndevsreunde erhalten wir folgende Zuschrift: In dem ArtKel Ihres geschätzten MatteS vom 12. d. unter dem Titel „Das Mische Wen" war eine Notig, daß der Verein Jüdische Kindevfreunde nicht MiiiMud Vonver Kultusgemelnde WventioNiert wird. Wir geben hiemit beikaM-t, daß ■ der Derern Jüdische Kmderfvöunde nicht nur enWprecheny seinen monarlichen Ausgaben von der KulMMminbe genügend Wventioniert wich, sondern daß die Israelitische KultuSgÄneircke WS außer der S-ubdention des Wemr auch größere Geldbeträge Dwendvt und außerdem für unsere Sammeralktion Mahrliich namhafte Beträge spendet, was wir hiemit dankend Mr Kenntnis bringen. * Vortrag Dr. Rosa Buchmll in den Olympia-Mllen. Heute Montag um dreiviertel 8 Uhr abends spricht in den Olympia- Sälen Frau Dr. Rosa Buchmil, Delegierte des Keren-Hajesjod- Direllormms aus Jerusalem über dar Thema „Wie wird Paläsiina anfgebaut". Buchmil, einer der ersten Borkämpferrnnen der jüdischen Renaissance, die.noch zusammen mit bem gefallenen Helden Josef Trumpeldor die erste Hechaluzgruppe gegründet ' hat, ist, wie kaum eine zweite, dazu berufen, die Entwicklung sowie die Grundlagen drS jüdischen Aufbauwerkes in Palästina, insbesondere von seiner sozialen Seite her, zu schildern. Die Versammlung ist allgemein , zugänglich., . Heute. 7*^ 28. Wiener Mornenzeiturtg 16. November 1925 MMS -VW V W W V Jüdische Kolonisation in Södrnßland und die KrMideslo^e. . Bon Abgeordneten Jzchak Grünbaum (Warschau). Der^ Plan, eine größere Zahl von' Juden inESüdrüßlanh ^u kylonisicren, ist DeiMvS ebenso ^richtig wie < iUteressatit. Wichtig, weil ehernen Ausweg hietct für die jüdischen Massen in Rußland, die durch das neue russische Regime. durch di.', tiefen sozialen Acnderu.tgen, die m Rußland vor sich gegangen sind, zum Hungertod verurteilt worden sind; interessant, weil er das Experiment einer Regierung ist, die die jüdische Bevölkerung wenigstens teilweise den neuen Bedingungen anpasseu will, die nicht gleichgültig dem Zusammenbruch der jüdischen Lebens zuschauen will, mit dem stillen.Hintergedanken, daß dadurch die Zahl der Juden verkleinert wird, ruck man so von der Judenfrage befreit werde. Dieses Experiment soll in einem, breiten Maßstäbe durchgesührt werden und es wird umgeben mit einer Atmosphäre großer Hoffnungen und kühner Erwartung: ES wird als die Rettung für das russische Judentum hingestellt; die Phantasie der Juden wird erhitzt, und es beginnt sich schon um diese Kolonisation eine Legende zu bilden und. war wichtiger ist, eine ganze Ideologie. Die Ideologie ist keine einheitliche. Wir haben es eigentlich zu tun mit drei Ideologien; mit einer philanthropischen, einer territorialistischm und bundistischen. DaS Gemeinsame an ihnen allen ist das, was an diesen Ideologien antizionistisch ist. Die Aktion der Kolonisierung russischer Juden, die vor Hunger und Not in ihren Städtchen einfach umkömmen, hat an sich nichts Antizionistisches, wie keine größere oder kleinere Hilfsaktion für Juden an sich antizionistisch sein kann. Der Zionismus stellt sich als Ziel den Aufbau eines jüdischen Gemeinwesens, eines jüdischen Landes, die Wiederaufrichtung des jüdischen Volkes durch die Schaffung normaler, nationaler Lebens- und Entwicklungsbedingungen. UM keine Bewegung, keine Arbeit und keine Aktion, insofern sie sich nicht diesen Zielen entgegenstellt, insofern sie nicht dahin strebt, die jüdischen Massen und jüdischen Kräfte ihm zu enffremden, insofern sie nicht an seiner Stelle ein anderes Ziel proklamiert, kann als etwas Äntizionistisches betrachtet werden. Wenn die zionistische Stimmung , bis heute nicht besonders freundlich für das Projekt der Kolonisation in Südrußland ist, so liegt es zum Teil an dem Mißtrauen zum bolschewikischen Regime im allgemeinen und zu der Jewsekcia im besonderen, welche die eigentliche Aufsicht über diese Kolonisation hat, wie über das jüdische Lehen > in Rußland überhaupt; es hat dies weiterhin seinen Grund in der. Enttäuschung über die Marshall-Gruppe, die an der Austauarbeit in Palästina finanziell Mitzuwirken verpflichtet war und statt dessen die Möglichkeit fand, die notwendigen großen ' Summen zu schaffen — für die Kolonisation in Südrußland. Hätte man nicht so viel auf Marshall und seine Freunde gerechnet, hätten wir nicht hinter uns die ganze Affäre mit der Jewish Agency, die Unterhandlungen, die sich schon zwei Jahre dahinschleppen, in welcher Zeit wir sehr viel Liebeserklärungen gehört, aber keinen Pfennig für Palästina gesehen haben, dann hätte der Beschluß des Joint, einen neuen Fonds von 15 Millionen-Dollar hauptsächlich für die Kolonisation in Südrußland zu schaffen, gewiß keine Beunruhigung und keinen Widerstand hervorgerufen. Gewiß würden viele von uns mit Trauer konstatiert haben, daß man für Palästina nicht so leicht Geld bekommt, daß das Verständnis für Palästina Noch leider nicht so stark ist, wie man cs wünschen müßte; der eine oder her andere hätte die Sorge zum Ausdrucks gebracht, daß die neuen Sammlungen dem Keren Hajessod' schaden könnten, aber es wäre kein Konflikt um diese Frage entstanden, es wäre nicht das Problem der KriMkolonisation geboren worden, wie es heute populär bezeichnet'wird. ■ . Von zionistischer Seite hätte man sich zu dieser Aktion etwa so verhalten wie zu jeder Hilfsaktion, obwohl.sie. sich von den üblichen Hilfswerken unterscheidet. Heute sieht es jedoch aus, als ob es in dieser Frage zu einem Konflikt kommen wird. Um diese Frage beginnen sich alle antizionistischen Kreise zu gruppieren. Die Krimsache hat die antizionistischen Elemente gestärkt, indem sie sie. von dem Druck der Palästinaidee befreit, hat, der sich zu beugen sie schon begonnen hatten. Der-jüdischen Philanthropie, die jp der letzten Zeit die Möglichkeit verloren hat, große Aktionen durch^uführen, 1 und gezwungen war, sich zu beschränken auf tzre M^iegS'mäßiH. KleiyaMt oder aber mitzuhelsen am, Aushau Palästinas, welches, tu unerwartet schneller. Weise das größte jüdische Jmmigrationsland geworden ist dieser jüdischen Philanthropie Ist durch das Projekt -dar südrussischen Kolonisation die Möglichkeit gegeben worden, etwas Großes zu schaffen und tausende und zehniäusende . Juden zu erretten. Für die philaythropistze Weil haben sich damit wieder weite Horizonte eröffnet, hat sich die Möglichkeit ergeben, wieder Geld zu.sammeln,, etwas zu tust und zu leisten, eine wichtige Rolle im jüdischen Lehen zu spielen, die führenden PostM>. im WUjüdWum einzuNehmen, und zwar ebenso, sehr für die Philanthropen^ di« an der Spitze stehen, wie für die große Bürechukrätie, die sich aüf dem Boden dieser Arbeit entwickelt hät. ' Und Palästina? Es verliert die Bedeutung des „einzigen Kindes". Für die Philanthropie gibt es keine Privilegierten it'nd nichtprib.ile^. gierten Lände.,r, hat-MatshaN erklärt..Für.PMstiyä'. müsse zwar auch etwas getan werden, aber man braucht keine FrontveMderung mehr ÄrzttnchmeM.wis.W'Mp-. her der Fall zu sein schien. Man kann wieder frei auf. atmen; man muß sich nicht mehr in die Annösphäre Pala. stinaS einbeziehen lassen, die durchtränkt ist mit Zionis. muS, mit Nationalismus, mit kulturellen Renaissancehcstrebungen, mit der N'eubelebung > der hebräischen Hprä^ Wihhen Postulaten der jüdischen Arbeit und der jüdischen Arbeiterbewegung. kurz und,gut mit einer ganzen Ideologie, die Forderungen stellt und schon jetzt wichtige und unbequeme Verpflichtungen auferlegt. Wohltätigkeit ausüben, sich philanthropisch betätigen, kann man auch, ohne den eigenen Lebensstil zu ändern, ohne die eigene Gesinnung zu korrigieren; man kann Südrußland genau so kolonisieren, wie man es mit Argentinien getan hat, ohne auch nur um ein Jota auf die assimilatorische - Position zu verzichten, wohingegen eine Beteiligung an'der " Aufbauarbeit in Palästina schwer ist beinahe unmöglich, ohne sich selbst zu ändern. Die Krimangelegenheit ist daher auch von allen Kreisen der Groß-Philanthropie wie eine Befreiung von dem moralischen Terror des Zionismus ausgenommen worden, der immer starker und stärker zu werden schien. Die t e r r i t o r i a l i st i s ch e Ideologie, wird, wie es scheint, in der Krimfrage eine untergeordnete Rolle spielen. Man hat zwar von einer jüdischen Republik gesprochen.. die in Südrußland geschaffen werden soll, und . phantastische Nachrichten wurden in dieser Beziehung bereits, verbreitet; aber bald sind diese Phantasien verschwunden.. Die bolschewikischen Initiatoren haben sich darüber ausgeschwiegen. Der Kolonisationsplan wirdnicht aus dieser Grundlage aufgebaut, zwar. soll die Kolonisation auf großen Landkomplexen durchgesthrt werden, aber sie verfolgt nicht das Ziel, ein kompaktes Territorium zu. schaffen, das mit der Zeit Selbstverwaltungsrechte erhallen und die Juden innerhalb des Verbandes der freien Sowjet- , republik den anderen Nationalitäten gleichstellen soll.. Ueberhaupt trägt may sich nicht mit dem Gedanken,^ ein Gemeinwesen zu schaffen, die Mehrheit in einem bestimm-. ten Stück Land, in dem man kolonisieren will^— und darin eben liegt der prinzipielle Unterschied gegenüber Palästina —, sondern man strebt danach, einen Teil der jüdischen Kleinkaufleute, Handwerker und Luftmenschen, die durch die neue ökonomische Lage zum Untergang verurteilt sind, zur Landwirtschaft überzuführen. Nicht ein Gemeinwesen soll geschaffen werden, sondern eine jüdische Bauernklasse, die sich den neuen Bedingungen anpassen soll, hie ein Leben führen soll, das mit dem neuen herrschenden ökonomischen Lebensstil Rußlands üdereinstimnen soll, Der Territorialismus im Zusammenhang mit der Krrmsache ist nichts weiter als ein Traum, das Projekt einer überhitzten Phantasie, über welches män schon kaum nvch redet. Statt dessen aber beginnt Mn immer mehr-und mehr int Zusammenhang mit dem Krimprojekt von der * dritten Ideologie zu reden, die sich auf seiner Büsis zu ' entwickeln beginnt: von der bundistischen. Der Bundismus erhebt wieder sein Haupt. Durch den . Krieg, durch die russische Revolution und ihre Resultate, durch die Entwicklung der Judenfrage in Polen und anderen Ländern und endlich durch das Anwachsen der Emigration nach Palästina und das allgemein jüdische Interesse an dem Äustau des nationalen HeimS, mit einem Wort, durch die ganze Entwicklung des jüdischen Volkslebens nach dem Krieg war der Bund außerordentlich geschwächt worden; seine Ideologie war beinahe ganz zusammengebrochen. Seine Reihen wurden immer dünner und seine treuesten Anhänger begannen, Zweifel zu hegen an der Existenzberechtigung des Bund. Im bolschewikifchen Rußland ist er so gut wie verschwunden.und in Polen begann er ein merkwürdiges Interesse für Palästina an den Tag zu legen. Zwar versichern die Führer des.Bund, die von Palästina kommen, daß sie dort lediglich die Beweise für die Richtigkeit ihrer Theorie gefunden hätten; aber sie fahren ein wenig zu oft hin, um .diese Beweise zu finden. Dies erweckt den Verdacht, daß ihr Ge-« wissen ein wenig unruhig sei, daß sie nach neuen Ärgu- , menten suchen, well die alten nicht mehr genügen.' . Die Kolonisation per Juden in Sudtußland bringt neues Leben in die bundistischen Reihen. Und nicht lediglich der Kolonisationsplan allein tut es, sondern die. ganze j. Entwicklung des jüdischen Volkslebens inf jüdischen Ruß- | land. Der Plan.der Räteregierung hinsichtlich.'der Juden, ihre ganze Politik in der Wischen Frage scheint den Vun-. disten zu beweisen, daü sie in ihren Perspektiven und 'Prophezeiungen im Recht ^waren, daß ihr Glauben an die Revolution als Lösung der Judensrage auch in ihrem nationalen Sinn berechtigt gewesen sei. Sie triumphieren jetzt: man brdücht also mit der Galujh nicht zu brechen, man, braucht nicht die Juden in den.Galuthländern zu entwurzeln und sie nach Palästina oder sonstwo Hinzuführen, man braucht; nicht von einem neuen.Auszug aus Aegypten zu träumen, sondern man muß bloß den rwoi lutionären Kamps in den Galuthländern selbst führen, nluß best Sieg des Sozialismus erkämpfen, und Hann werde die! Judenfrage von Wstgelöst sein. Es sei nicht.wahr/ argu-! montieren die Bundisten jetzt, was die Zionisten immer behauptet haben, daß die Juden notwendigerweise, .aus den Galuthlättdern herausgestoßen werden,.. daß sie niemals sich in diesen Ländern ganz verwurzeln und national' ansleben könnten. Wenn diese pessinristische Theorie des, Zionismus richtig sei, so höchstens in Heft kapitülistischeu LändeM, in denen ein brutaler LhauvistiSMÜS hixrsche. Die . Antwort, die der Zionismus auf die Judensrage gegeben -H habe keine realen UsiteMgen; und der beste Beweis dafür sei der jüdische der p

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