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Wiener Morgenzeitung · 1925-11-16 · Heft 2419 (16.11.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2419 (16.11.1925)
Date
1925-11-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Wien. /.um Aoholen Inder ixpcditlon, 1L l'aboistr. 1-9. DderJn eine» Verschleisstellc HTfailkv monatl. v Schilling vStrassenverkauf in W i en durch die Kolporteure der Pirtpa Q o I d sch mied. i„ WollzelJe 11 Mit ’ Postversand tfir Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling , i'schecho.Slowakei; Mon. K 22. Jugoslawien: Mon. Din, 60, Polen:Mon. 4Zioty. Deutschland: Mon. Om. 4. Frankreich, Belgien: Morr.Frcs, 18 ttictuMhlmieB tti frei»* er t»6li«a«ei> vorfeehaltea reis 20 a England: Mon.^1 SchiiUrSci Italien: Monatl 18. Lire ,r< llu nSnien' Mön. 170 Del Bulgarien Mon.100!hews Schweiz und-das 'ilbrigi Ausland monatlich Frcs. [ Redaktion, Admlnistratior Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-K Ab 6 Uhr :~21 102, 25-2-8Ü. yk.. Universitätsstrasse' 6-! (D ackere! lg. Steinmann', Öesterrelchlsches Postspar< kassen-Konto Nr. 150.698 Sk. 2419 |,18.SowwteEl92ä 7. Sohraans SötraU erstattet Bericht. Poris, 16. November. (Havas.) Mnist^präsident Painleve empfing heute den General Sarrail, der üb« die Lage und die MBen Ereignisse in Serien berichtete. Nach der Besprechung erklärte Sarrail Pressevertretern gegenüber, er sei optimistisch. @8 genüge zu wollen, um die Lage wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Was die mohamme d a n i s ch e - Politik Frankreichs anlange, so dürfe es nur eine einzige Politik geben, und zwar ebenso in Frankreich wie m Afrika und Syrien. , Nachmittags fand die Unterredung zwischen General Sar ra i l -und seinem Nachfolger, dem neuen Oberkommissär für Syrien I o u v e n e l, statt. Sarrail erklärte, der Drusen ausstand sei nur ein Teil der. pan ar ab is ch e n Bewegung und die Erhebungen der D ruf e n und der R l s k a b Y l e n. seien der erste A nfang einer Bewegung, deren Umfang sich noch bedeuten ^Vergrößern werde. Paluleves nraer Finaszplaiu Im Finanzausschuß angenommen. Pari-, 15. November. (Havas) Der Finanzen S j H u tz .der Kammer hat in seiner Nschtisitzung den Wort-Wut des R e g i e r u n g s e n t w u r f es 'betrCssenv die R'ü'ßzahlung der Schatzbons/mit drei-, sechs-- und zehnjähriger Lacheil von 1923 und die Zahlung der jtn)cn der Nationalverteidi-gungsbons angenommen. Der Ausschuß beschloß, die AmortrsierunLZWe können einen Teil der ständigen Reyte einlSsen, der.'nach :wie Var/Zinsenzu ihren Gunsten tragen würde. Er gab seine Er». w.Lchji gtu:?lufnah.M fct t\4W B o r | ch n sse s v.o n .a nde rthalch - M iU l\ 0; r djo n Sei. der Bank< von Frantveich. und sprach sich schließlich im Prinzip für: die- -Besteuerung der K ü t e r u n d G u t ha b« n i m A u s l a n d aus. 7 * - .Der AMchuß nahm sodann den -Gesamt-, entwurf mit 1.6 gegen 4 Stimmen an. Die. Aitzung wurde um 3 Ähr 30 Min. früh geM-ossen. Keine Wiederaufnahme der franMschamerikanischen SchuldenverhandLungen. Washington, 16. November. (Tel.-Konip.) Die Zeitungsnachrichten von.der Wiederanknüpsung der französischamerikantschen Schnldenverhandlungm werden offiziell; de mentie rl; das Schatzamt teM mit, daß ke i n e neuen Borschläge zur Regelung der Schuldensrage gemacht werden. - -■ ’ Leo» Sandet moniert in« ©eftnsnf«. Die „Sensatioüen" Über das End« des jungen Daudet. Paris, .15. November. (Havas.). Im Prozeß des Chauffeurs, Bajöt gegen Leon D a u d e t Und D e l r st hat das Sejne-Geschwornengericht gestern spät nachts , das Nrteil geMt.'-'Me'.Geschwonre» haben sämtliche Schuldstragen unter Zubilligung' mildernder lichstände bejaht., Daudet wurde zu 1500 Fra n ken Geldstrafe und fünf Monaten Gefängnis o h n e A u s sch u b,, 'Del'.est zu zw ei Mona te n Hie-, f ä n g n i s und; 500 Franken Geldstrafe vemrteilt. Der Chauffeur Ba jot erhält einen Schabe ne rsa tz von 85.000 Franken. ^Leon Daudet hat gegen das Urteil Bernsung eingelegt., V. Die Vorgeschichte dieses Prozesses ist folgende: Leon D a ü d e t, eine der schlimmsten Erscheinungen des heütigen Frankreich, hatte versucht, aus dem Selbstmord sesijes Sohnes Philippe ^Kapital für seine Hetzpropaganda gegen die republikanischen Behörden zu schlagen. Der junge Daudet, nach besten Tod sich «gab, daß er verschiedentttche Diebstahle begangen» in anarchistischen Kreisen verkehrt Und. gegen seinen Bat« Propaganda betrieben hatte, war in ejnem Keller i 0 t ausgesunden' worden. Leon DaMt beschuldigte nun die P 0 l i z e i, daß sie seinen Sohn' in den Keller geMt- und dort aus dem Wege räumen lieh; aus 'diese Weise wollte' er die ihm verhaßten Behördyi der ^epuhlik .kompromittieren. Da : er ''auch gegen den Chausseur Hajot in seinem. Blatte „AetiönFraneaise" hie Beschuldigung erhoben hätte, an dcr „Ermordung" seisies, Hohnes witgewirkt zu hohen, erhob dieser die'Klyge gegen' ihn, ' pie nunmehr zu der schweren Verurteilung Lehn DaMlS und. M'Herausgebers der „Aktion Francaise" Dekest sHrte,' - .. . .'' ' Sie poluMe NegiernnßNrtse.; Warschau, -15. November. (Posu. Tel.-Ag.) Das, zurückgetretene Kabinett mit Ausnahme des Ministerprqstdenten, und FinanzministerS Grabski wird seine Funttwnen'bis -zttm-Zeitpunkte der Bildung des neuen Kabinetts versehen. Der Präsident der Republik hat seine Beratungen mit-den. Vertretern der parlamentarischen Gruppen 1 fortgesetzt, Hin Blatt glaubt, die; Besprechungen ließen die-Annahme zu, daß eine Lösung der Krise durch die:-. Bildung einer Koalitionsregiemstg - nicht aüsge- 'schloffen,sei. - . ", @iue fwnMIche HayÄntzichei. Paris, lO. November. (Tel.-Konip,) Gestern nachmittags fand hier 'die feierliche UeEeMbe Fahnen an W Änzelnen' Sektionen der" ,>Li-Z«/'>pev'.'patriotischen fugend" statt, -welche eine Verein'gun^.der sranzösisch'e-n Fas z-i ft e rt, darstellt.' Bei der.etchä 15.000.T-eilnechmLr zählenden.- Versammlung 'wuche^ eine Art. Eid' gesprochen, der unter anderem besagt; paß".Ae'/ Li^ä als politische Par ter.arbeiten wipd Md sich.die' Pe-, kämpsung' des Lrnkskart'elA ^und, . des Komm uni s m asm jeder Form, fcw'.e, M Errichtung,, einer Di5ta,tu r zum Ziele' fetzt. Nach'deßDets-Lmmluch begab sich' eine' Abordnung der Liga' zum. Grabe des.unbekannten Soldaten/ wo - der, DepütfcM'/T^ i t't l i Ng.e.r eine Programimoeds hielt.;?i; , : , V; in her Mheits Krkel. Ein Rundschreiben der Zionistischen Exekutive an sümtlich^ Landes- und SonderverbSnde. Sehr geehrte Herren Gesinnungsgenossen! ' Mit einer Verzögerung, die sich durch die inzwischen stattgehabte Sitzung des Aktionskomitees erklärt, treten 'wir: an,'Sie jetzt mit:der Aufforderung heran, die ÄusfÜhrung des Kön'greßbeschlüfsts über den einheitlichen Schekel sofort in die- Hand'zu' nehmen. Ueber 'die Bedeutung dieser Reform für das organisatorische Leben unserer Bewegung sind Sie sich Wohl im klaren. Es handelt sich nun darürn, die Beschlüsse des Kongresses in die Tat umzüsctzen und die Einrichtungen zu schassen, die zur praktischen Durchführung dieser Reform notwendig sind. Gegenüber.dem bisherigen Zustand bezweckt-der einheitliche Schekeleine Aenderung in doppelter Hinsicht, und zwar erstens in bezug auf das System des Schekel- Verkaufes und der Schekelverwaltung und zweitens in bezug auf die Art der Durchführung, der Kongreßwahlen. Es war der Wunsch des Kongrestcs, den bisherigen Usus,, nach welchem jeder Zionistische Landesverband und jede Landesgruppe eines Sonderverhandes > den Schekel ganz selbständig pertvaltete und verkaufte, .abzuschaffen und in. jedem Lande ein gemeinsames, neutrales Organ ins Leben zu rufen, mit der Aufgabe, die gesamte Sche.feiverwa ltun g auf. einheitliche und. einvernchmliche Weise zu regeln. Die. bis nun zwischen den -Schekelzahlern der einzelnen Verbände bestehenden Unterschiede.sollen .wegfallen und alle Schekelzahler eines Landes 'sollensich - an 'einer gemeinsamen Wahl von D'elelg-ier/t.em'zum Kongreß beteiligen, wobei durchs ein entk tiafür gesorgt werden soll, daß alle IWnWschen Richtuttgen nach Möglichkeit zu ihrem Recht r-aMsrtr-^vMr'kt» -7.' VHMMM rvüv Oui^stischen "Strmmem' - 'Mus-'! : stchtjen für diL jüdische Weirtxetung: - - (Eigendienst der nMiener -Morgützeitung".)' Prag, - i6.,November. Die Hahlen: .in - das ÄbgeoHnct'enhaus Unfein bert Senat sinditz bystec Ruhe verlausen. Die Wahlbeteiligung war .st a r' f szirsa'85 Prozent d«r Kahler).. Eine genaue .Uebersicht KM-das'. Ergebnis'.' lisgt noch nicht vor, da die Nachrichten über die Resultate in den einzelnen Wahlkreisen noch nicht.eingelangt sind. Nur das Ergebnis aus Gr o tz-.P'rü g,'das - wohl nur mehr geringfügige Korrekturen erfahren düiste,.ist .bereits \ bekannt. Danach erhielten die N a t i 0 n. a l,so,zi q s t st e-n ' M.W-Stinimew (gegen 72.000-bej-den letzten. Wahlen),. Nati 0nal.demokr-aten 77.0.83 .'(M.000),. K ontm»nisten 58.000,' Klerikale Volkspartei. (Sramek) 26.567 (12.000), Tschechische Svz(ä,l- .behtokraten 35.M (80.000), Tsch'echisch'.e' Gew.er'bet r e ib ende 25.461, Nä t iv'n af^'ArD>ii'Spärt.ei (Dr. Stranskh jun.) 18.898, Agrarpartei (Svehla) 8978, Jüdische Partei 8637,'Dcutschmation a l e > (Loygmän)' %7421, Deut sch e ' Sozial de m 0kraten 6792. Kü Iglau (StadL) ist das eingelqrwte Ergehms/der Wahlen für chäs- Abgchrdnetesihaüs '6918 ischechische^ 6849 deKstche, 1739 kommunistifche 'und '4'75 j ü-d.i s ch.e. Stimmen. . -•y;..'-'! AuS den b^nnMvsrdeN'en Tei-lresMaten der ein? zelnÄ PaWveLst ist zu schließen, päß -hif K da l i t..i':o n sparMietz,'vor allem die Nn'trdtzAl>fo^iü1Den.' (l^nH^KlofÄsch-Pärtei) und dle' - Ug-ra r pa rde i . (PrrtH des-'Mnisterpräftdenten 'E.rs 0 l g p erzielt halben» während, die: A r a m a r s ch geD^tx Partei der Na t i v n a l dam dkr g t.e n' ' starke Stimmenverl-uste zu veMichners^hstberi. Die Kom- -mun^)te.n iha-bech'aus- Kostest der tschechischen.SoiziaHir-' mÄr^htzn^ /staÄen^^^StnnnteMchachs).. Hickltkn,.' )wentger. Stinvchen konnten'sie den deutschen SozW?mokMen abnehnvrn^ - 'Da«gGett'Wen. sie in der chsd w a t e i' einen sMrkech,WH: errÜM-n, -da sie die' siHphKnten ü',n g a-. r4sch^deMsch:en. Sozia Idem o^chdeüaD fast . d(-jH^i sche n i yt ch e n -WstHach den bis-" - her WnnMWWiGüeN' in chst'MwWsMreMn a .n- 's^hMich«N/ Zuwachs, Aus: Kar^ichorüßla!i.d^ wö . die' HD.. der -'.jiidMech Mchler s sür^. ^'.DHgu.M.eines. ' MüchchaNÄtS.' äKsrejch^ iV v^'NM'r^echch. 1ss^ -M,''Ä-- dädMrKtiniüm^ noch. nicht 91^ bcn ,? 4in^er<tiigf«n(f ' fte^cu die H ü s s i cht e U aüf. die ÄelayMH..ekne4,^Kanpi- .itanW»' dürch'' das '-.der"Wischen 'MrKs> hfei' Ns' vier S^WmnmMaMtezuMnwürde^'tzünftiL Wi-Pschen Rlchtüügen nach gelangen. . . . ' ' Bon dieser Reform wird nicht nur eine Abstellung verschiedener früher', beklagten Mißstände erwartet,- sondern auch ein Fortschritt aus dem. Weg zur Gesundung der Gesamtorganrsatwn und zur politischen Erziehung der ziom^- stischen Massen. . Der Kongreß hat in dieser Frage einige , grundsätzliche ^Beschlüsse gefaßt und hat das Aktionskomitee ermächtigt', auf. Grund der festgesetzten Prinzipien Einzelbestimmungen zu erlassen. Die soeben stattgehabte Tagung des Aktwns- .konütees hat sich in ihren Beschlüssen vorläufig auf das Gebiet der mit dev Schekelverwaltu'ng verbundenen Fragen beschränkt, da diese mit Rücksicht aus den Beginn, des Schekeljahres die dingendsten sind. Ueber die zur Durchführung der Kongreßwahlen nach dem neuen System notwendigen Neuerungen wird das Aktionskomitee in einer. spätcren Tagung Beschluß fassen. Wir übersenden Ihnen in der Beilage den Wortlaut der: . a) Kongreßbeschlüfle; ■ ' b) Beschlüsse des Aktionskomitees; . c) der von der Exekutive zur Durchführung btefet Vorschriften erlassenen Instruktion; d) eine Erläuterung zu den hauptsächlichsten Bestimmungen. ' :; Die zionistischen Landes- und Sonderverbände werden ersucht, .sofort an die Inkraftsetzung dieser Bestimmungen zu schreiten. Als erster und wichtigster Schritt dazu gilt die Bildung^ feer Landes- und OrtsschekelkoMssionen. Der in der Beilage folgende Wortlaut, der Bestimmungen und die zu ihm gegebenen Erläuterungen sind klar > genüg, um als Grundlage für die Zusammensetzung der Landesschekelkommissionen zu dienen. Jeder Landesverband und die in fedem Lande vorhandenen Landesgruppen der Sonderverbände mögen sich sofort miteinander in Verbindung, setzen, um. das Zustandekommen dieser Kommission zu ermöglichen und zu beschleunigen, denn es: liegt im Interesse, sowohl der Verbände .wie der Gesamtbewegung, daß dis Organisierung des S.chekelverkauss, die erst nach der ' Bildung der Landesschekelkommissionen beginnen kann, nicht länger hmausgeschob'en wird. Die Exekutive erwartet, , daß spätestens bis zu dem festgesetzten Termin vom 30^ No- - vember (beziehungsweise für die uichteuropäischeu - Verbände 31. Dezember) die Bildung der Schekelkommissionen beendigt sein wird, damit die Versendung 'der. Schekelblocks an die einzelnen Länder erfolgen kann.- -- . '! Wie jede Neuerung muß auch diese Reform dayrit' :t rechnen, daß sie möglicherweise anfänglich iwmanchen Ländern auf gewiffe Hindermffe, die sich aus dem' Fest- . hallen an bisherigen Begriffen und Einrichtungen ergeben, stoßen Wird. Diese Schwierigkeiten nrüffen durch 'guten Willen aller Beteiligten, durch Loyalität gegenüber dem j Kongrrßbeschluß und im Geiste der Verantwortung gegen. ■es?«

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