Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2418 (15.11.1925)
- Date
- 1925-11-15
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 2418 Wien, Sonntag Wiener Morsenzettuttg 1v. Nvvember 1925 Seite § UNSER HAUS BEFINDET SICH BEREITS ZEITIGE EINKAUF GESTATTET EINE WEIT SöBCTMTICEiE WML, ALS M Mäntel BIS 40 X lUIllVi ab SclutliH« m.F.,.,. ütis guten Modestoffen, engl. Genre. aus prima Velour-Flausch, reine Schafwolle . aus guten Unistoffen, pelzverbrämt ....... aus gutem Velour, gefüttert, wattelier, pelzverbramt ... aus Mode-Ray6, gefüttert, watteliert, pelzverbrämt 8 69.— aus feinem Velour, fesche Glocken orm. gefüttert, watt. m. reich. Pelzverbräm. $ 98.— aus schwerem Ottoman, Seide, gefüttert, pelzverbrämt . . ans prima Mohairplüscb, gefüttert, watteliert .... aus glattem Seiden-Sealplüsch, ganz Seide, getüttert ... aus feinem Coachmen, pelzverbrämt . Feine Modelle, Seide, ganz gefüttert. Pariser Modelle, Crepe de Chine gefüttert, Edelfellverbrämt. 27.50 35- . DER FWF' vordem mi/ , Kostüme -»i, schnung Für'Sport und Trotteur . . . 58. Englischer Genre, ganz. 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Einen der interessüntesten Spslitier des' jüdiischen Sbamches stellen sicheMch die Juden in Sudindien, in der. Men Hafenstadt Cochin, dar. Seit unvordenklicher Zeit die Tradition'spricht von 3000 Jahren — wchnen diefe Inden in Indien, in Zwei streng Voneinander ahgeis-chlossene Kasten, d te „w e i ß e n" und die ,-s chwarze n" Juden, . geschieden. -Etwa 700 Seelen gehören, zu letzteren; sie Mnnen sich ,Heni Israel" und.zeigen in ÄMtt Typus eine Miischnng von, Mischen und ittdiisch-dravidischen Rassenin>erÄm>a.lLn;. ihre Hautsache ist dunkelbraun. Sie sind zweiiMos länger im Lande, als. die reiner erhaltenem „weißen" Juden, die etwa 200 Seelen ansmachen. Sie sind wahrscheinlich zu einer Zeit einMwändert.m der die Juden sich noch nicht Iso sehr von den anderen Völkern' Msonderten. Auch der Aimstand, daß . sie weniger Kenntnis, der Gesetze und weniger heilige Schrilften -besitzen als die „Weißen", 'b»eul'ct auf frühere Einwanderung. Man nimmt an, daß die, ersten Inden als KauGahrer noch vor der christlichen Zeitrechnungnach, der Malabarküste g'Eatntnen sindmnd sich dann dort anlsäßsig gemacht halben..Sie wurden von den füdi-ndischenFürsten wchlwollend ausgenommen und echiÄten Ländereien und PMlbegien. Schon im 6. Jahchundert hatten sie-einen solchen Einfluß und-so. allgemeine Sympathien erbangt, daß ihnen der König von Malabar, BHM-ara Ravi Bavma, das Fürstentum Anjuvanam (Cvanganore) ülbertrug und zum Fürsten den Inden Joseph Raibhauemlsetzt-e. Noch heule beiivahren die weißen Juden Cochins die. B ranze ta feln ans, in welche die B eleih n u n gsü rkn nd'e eingegraiben P, lind man kann hier lesendaß der erwähnte Joseph die höchsten Eh«» gemeßt: ex darf seinen'Mel-durch Herolde verkünden lassen und Elefanten und Kamele reiten, beim Gehen ' einen Teppich vor sich ausbreiten lassen, am Tage eine Lampe anzünldeir, sich eine Ehrenpforte errichten lassen u. a. m. SämMche rückständigen Zölle und Abgaben wurden dem neuen Fürstentum erlassen und den Nachkommen Josephs ivavd die männliche und weibliche .ErbMgc zugüsichert. ,Mange die Sonne'die Erde bescheint". Jahrhu-ndertÄang erfreuten sich die EiMohner dieses, Fürstentums vollständiger Unabihängigkeit und Handelsfreiheit, bis anfangs des 16. Jahrhunderts der.neue Kaiser.von Kaliknt die M o h a m itt e d a ne r geigen sie zum Kriege hetzte., 1624 wurden die Judenaus dem Lande Vertrieben,und von den Portugiesen, die seit 1498, in Cochin herrschten, freundlich anlfgenominen. Seit dieser, Zeit ist Cochin das Haupt- Zentrum der siildindischen Juden. Als 1603 die Holländer Cochin eroberten, evbainten sie neben den von den,Portugiesen -errichteten Straßen solche in holländWsm StA, sodaß ein Gewirr von engen Gassen in hollä-ndisch-Port u,gi-esis-chem Mischtypus entstand, die ailtivuropäiisch, aber nicht indisch'anmuten. In dicisen, Straßen wohnen heute die Inden. „Bei meinen Spaziergängen durch die engen Straßen", schreibt der Forschungsreisende Ernst , v. H e s s e - W a r 1 e g g, „sah ich nichts als Juden, Männer mit langen, bärtigen Gesichtern und ausgesprochen jüdischem Typus, an den Hauseimgängen und Fenstern, ebenso wie ans den Vor treppen Mädchen, Frauen, Kinder, die neugierig dam fremden Wanderer naWlickten, alle in bunter Kleidung, mit reichem Goldschmuck am'Hals und-. Armen, die Gelsichtssarbe indessen ähnlich hell wie bei den- ' Europäern, ja viele darunter mit blondem Haar und Wauen- Augen! Die Wnner tragen von den Schläfen her-abhängende Nimgellockeu, wie. wir , sie noch bei den polnischen Jüden gej wohnt sind, die Frauen halben ihr Haar zumeist gllatt.ge- ' scheitelt. Ihr Ansscihen ist güs-miid uud iräftig und jedenfalls haben sie sich durch so viele Generationen hindurch in das; tropisch heiße Klima vollikomnneu eingelebt ..." Am Ende des boiMesten Gäßchens der „weißen" Inden- , stadt liegt die Synagoge, die von einem massigen Glockentuvm überhöht ist.- , Das Innere.zeigt weißgestrichene Wände, und weiß-blutte.-.Porzellanfl'iesen auf dem Fußboden.- Die'kost-' Iberen Bronzetmren - -des Heiliig-en Schreins sind mir gMgestickten.-.Seidendeckien 'mnhiüllt. Die<golidenen, m-it Edelsteinen beisetzten Thora'kronen stammmi, wie Hesse-Wartegg meint, noch, aus?der -Mt ^des-'Mischen ^KimiMeiches, Die TaUnudper-ga- •mente sind in schwereü, -arinlaugen SiliberlMsen , a-nslbetoahrt. . In,der. Mitte der" Synagoge sicht' eine von einem Wernen ' Gitter umrchmte Kanzel. iKostbare KpitzaMyM - tzaMN^ Ver Decke herab. — Die Gebets- -und. UnterrichtBprache ist Helbräisch, die -Verkch-rsisiprache Malayalam.' Die schwarzen" Juden, wohnen, in einem beisonderen Viertel. Sie sichen Pwchl materiell als auch kulturell ans einer viel niedrigeren Stufe , als-die Meißen", welche jede Bevithrung -mit den dnNk-elhäntigen Glaubensgenossen vermeiden. Die ,-schwarzen" Juden tragen^ sich. nicht, indisch, sondern shrisch-palästin.en>sis-ch: über dem langen Obergewand eine kurze Weste-in bunten Farben. Ihre Sprache ist T amu lisch oder M a l a y i s ch Die Synaigoge der ,/Schwarzen"- ist -beveits^im- Jahr-e IIHO errichtet und äm Gegensatz zu jener der- '„Weißen" sehr einfach. ' Der Gottesdienst beginnt mit einem Ge^ang/ der ohne Pause fast eine Mertelstunlde währt und von alt Md jung kräftig mrtgeisungen wird. Dann betvit-t der Lchrer die Kanzel-und betet vor, wobei die Gemeinde^ von Zeit zu Zeit einfällt oder „Amen" ruft. Darauf echeben sich alle, wenden chre Geisichier der Heiligen Lade zu und sprechen M sich ein stilles Gebet, worruif wieder ein Lied' gesungen wird. - ' Die oberste Gewalt' in der Gemeinde hat'der „Nassi", der Gemeindlälteste, dessen En-tscheidungen und Anordnüngen widerspruchslos zu befolgen sind. Er ist immer der älteste, nicht der reichste -oder gelehtteste Mann. Die Juden m Cochm lernähren sich vorzugsweise von Ackerbau, und die EnAänder, -denen Cochin jetzt gchört, halben „den Lulturellen Wert der Juden frühzeitig gewürdigt ' und ihnen seit langem alle Steuern und Abgaben erlassen. h,Jsr.-W", Hamburg.) Preissturz bei Tebbich-Ärendi. E Sämtliche Preise wurden ' iitifolflc R-ogievermindermlig reell amt 20 Pr« herabgesetzt. Okkasionswaren besonders preiswert. Rotenturmsiroße '20. und Fletischmarkt i.- * Wie wird Palästina ausgebaut? Diese Frage interessiert heute-nicht nur die daran unmittelbar ^leiliMn nnd das </Ndentum aller Länder, sondern dte Zanze,Mtnunenschhett berfMt mit Interesse und Svannnng das jndiiche Ansbauwerk tu Pa lästmä Ueber den heutigen Stand des Aufbauwerkes und «Sbe. sondere dessen soziale- GruMge wirdMontag den 16. d. um dretviertel 8 Uhr Frau Dr. Rosa Buchmil aus Jerusalem m den Olympia-Sälen,-1. Bez., Rotgaße, sprechen. Frau Doktor Buchmil, die seit zwanzig Jahren in^eworragender Wepe an der jüdischen Siedlunastätigkeit in Palästina. mitwirkte und m, den letzieu Jahren auch aus verschiedenen Gebieten der ittdnch-soztalen Fürsorgetätigkeit in einer ganzen Reche von Sandern tetlgenommen hat, ist wie. kaum ein anderer dazu berufen, eine muchentrsche Schilderung des bisher voll den Juden R PÄastma Geschafseuen ><u..MbLp...