Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2416 (13.11.1925)
- Date
- 1925-11-13
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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f «H* > Wien, Freitag Aach dem Muster Mussolinis. mm „Beschwörung" gegen den spanischen Diktator. 11. September. Muter.) Wie „Times" aus Barcelona meMrr, ist eine gegen das Direkte rinn, gerichtete Verschwörung «nffge deckt worden. Der gewesenen Abgeordneten Mirarle und Trias sind verhaftet worden. Mehrere Generale sollen kompromittiert sein. $fe antilialienischen Knndgrbungen in Jugoslawien. R-gitMng und Poltzoi entschuldigen sich. BÄgnW, 11. November. (Avala.) Die Bors alle in Lriest und die Zerstörung der Redaktion und der Druckerei des Hauptorgans der slowenischen Minderheit in Ktalien haben in nationalistischen Gegenkun-gebungen in Agram, Spalato; Ragusa und Sebenie'o ihren Widerhall gesunden. Die Polizei schmtt überall energisch unter Waffengebrauch ein und zerstreute die Manifestanten. Sie Sonnte aber trotzdem einen Zwischenfall in Agram nicht verhindern, wo die Teilnehmer an der Kundgebung die F e n st e r der Privatwohiurng des italienischen Konsuls einschlugen. Auch in SPa lato und Ragusa kam es zu HvischenfAlen, wobei einige italienische Geschäftsläden beschädigt wurden. Die Regierung hat, wie bereits gemeldet, sofort durch ihren Gesandten ihr B e d a u e r n bei der itälieni» scheu Regierung zum Ausdruck gebracht. Desgleichen hat der Leiter der Polizei in Agram dem italienischen Konsul in Agram seine Entschuldigung ausgesprochen. ES wuchen die schärfsten Verfügungen getroffen, um in Zuckmrft ähnliche Zwischenfälle hin tantzuhglten. Demission des jusoslawif^en Unterrichtsnrinssters. Beltzrah, 12. November.' (U. T.-K.-B.) Der llnterrichjSuMister Vukovie erschien heute beim MinisterprWenten und überreichte chm seine Demission, die vom Ministerpräsidenten angenommen wurde. Die Ursache dieses Rücktrittes iist, daß der Mmisterrat die UnwrrichtKPÄitik des Mnisters nicht gebilligt hat. Stollens Schulden an Amerika. Ei« Abkomme«. Washington, 18. November. MM.) Die Vecharch- '-iungen zwischen der italienischen und der amerikanischen Schuldenkommissivn haben heute tzum Abschluß: eines Uebereinkommens über die Fundierung der i-taliemschen KmsgsschuLdev geMrt. Rach offiziellen Meldungen hat das Uebsveinkommen fotzende GruMagem Die italienische Schuld wird mit 2407 Millionen Dollar festgesetzt, zahWar in W Annuitäten, die don 5 bis 82 Millionen Dollar steigen. Die Rückzahkmvgsbedingungen sind ähnlich denen des enMch-amerikamfchen SchuDenüberemkommens, jedoch ist der Zinsfuß niedriger. Die Gesamtsumme der Zinsen beträgt 612 Millionen Doycvr. : ___ Poinlever Flnanzplan gesichert? Pswiß, 11. November. (Hqtzas.) Mimfteyprästdent Painleve und Bndgetminister Bonnet hatten abends mit Malvy und Lamoureux eine Besprechung. Der Vorsitzende und der Berichterstatter des Finanzausschusses unterbreiteten gewisse Vorschläge, die geeignet sinh, ein Abkommen zwischen dem Ausschuß und der Regierung zu begünstigen. Die neuen Vorschläge -der Regierung betreffen erstens Vermeidung der Inflation, zweitens Konsolidierung der kurzfristigen Bons, drittens Konvertierung der Staatsrenten und viertens Teilnahme de § Staates an den GewinnenperAiktl engesels schäfte«. Dsr Präsident des Ausschusses, M a l v Y, erklärte Pressevertretern gegenüber, die neuen VorMäg? he-r Regierung hätten die ZustimMung aller Vrrtreter der Linksg r u pp e gefunden und würden bestimmt von der Mehrheit des Finanzausschusses angenommen werden. .i. .*• ■ ■ ,i|-’iy Jas Urteil gegen Benirzky abgeiindert. Herabsetzung her Gefängnisstrafe. Budapest', 12. November. (U. T.-K.-P.) Die könjMche Kurie als höchste Instanz hat da's Urteil der unteren Instanzen gegen den AflwfMN Mnister des. Innern B e n r c z k h a b g e ä yd % r t. Beniczky wurde der Ge-» lerdigung des Reichsverwesers und verihotener Verösisent-' lichung schuldig erkannt undseine Gefängnis st rasevon drei Mhren auf ein Iah rundachtMonaien herabgesetzt; ferner >würde er zu einer G e l d st r a f e von 13 Millionen Kronen verurteilt. Die Untersuchungs- 'Haft in der Dauer von 4 Monaten und 10 Tagen wurde % die SMe eingerechnet. Gleichzeitig wurde gestattet, dktz der Mrurtesttt während seiner Ge>Wgnishaft von den HefqnggnynqrH?itpn enthoben und sich selb^ verköstigen darf. Meyer MorgenM««n 18. NEenÄer ISA W* 9416 einen wertvollen Preis tk gewinnen! daszwelte Kreuzworträtsel welches am Sonntag den IS« November d. J. in der „Wiener Morgenzeitung"erscheint Drei wertvolle Preise! *M1 WT Drei wertvolle Preise! 1« Ein Paar Damen- oder Merrenschuhef gewidmet vom Schuhhaus „Edi", I, Tuchlauben 16. 2. Ein Paar Galoschen (für Damen oder Herren), gewidmet von Fa Spirmann & Horowitz, H, TaborBtrasse 11b, 3» Helnrch Heine i Buch der Lieder Qeschenkausgäbe), gewidmet von Buchhandlung Her man Tuchner, II., Grosse Stadtgutgasse 7 (Ecke Taborstrsssc), Sn Etaatsfeiertag. i Der achte GMrWag der österreichischen RePN>M -war gründlich verregnet, und so^wurde hie untzerMMe Musvückung des BundeNheeves, das seiue Mitwirkung h^uer jaus Furcht vor der im Vorjahre durch Anispucken hervoM- «nsenen Feuchtigkeit abgesagt hatte, nicht Wetter bemertt. Die Veri'anmmkmgen. welche die sotzialdemokvatische Pav» lei einberufen Me, fanden diesmal nicht unter fMM Himmel, sondern in den Sälen statt; nur der resmbliMb' sche Schutzbund hielt seine Repwdlikfeier hör der ^qrlskirche ab. Die wichtigste Frage, welche die Wiener Republikaner im Zusammenhang mit dem Staatsseiertag interessierte: ob die Kaffeehäuser vormittags geschlossen oder offen würden, hatte eine alle Teile zufriedenstellende Lösung gefunden; die meisten Kaffeehäuser waren gestern vormittags geöffnet und die meisten Gaste — ausgeblieben; erst am Nachmittag entwickelte sich die übliche Feiertags'tafseehaushockerei. Tie „amtliche" RepMikfeier trug sozusagen IntiMN Charakter. Der Bundespräsident Dt. Haln'fch empfing vormtttags die Präsidenten des Nationalmtes, die Borfitzenden des Bundesrates, die Mitglieder der Bundesregierung sowie die Präsidenten des Rechnungshofes, des Obersten Gerichtslhofes, des Verfassnngsr- und Berwaltungsgerichtshoses, deren Funktionen bekanntlich auch verfassungsmäßig sind. Ter Präsident des Nationalrates Miklas hielt eine kurze, aber dämm nicht kurzweillge Ansprache an den Bundespräsidenten, aus der der Begriff ,/Ostalpenland" — wohl als KoMrreng zum Rennerse^n ,Bergländerbund" — kommenden Geschlechtern in pankbarer Heiterkeit überliefert sei. Sodann sprach Bundes kanzler Dr. SRomtl Er betonte unter anderem in Hejsier Uobersicht über die Ergebnisse der sieben Jahre Repulhs^, die verfassnugsrechtliche Nensrdnnng lei im wesentlichen zuun Abschluß gelangt und habe die gN* ständigkeiten auf den Gebieten der Gesetzgebung und V^ zichung" (deutzch: Logislatiihe und ExekMve) sowie Ver Abgabenhchett zwischen Bund und Ländep so verteilt, daß die notwendige Geschlossenheit in der obersten Führung des Bundesstaates verbürgt sei. Die Mhrung sei stabilisiert, und -wenn auch der finanzielle Genesung^ Prozeß sich noch immer unter schweren Opfern fÜrdiePevölkerung pollziche, so sei wenigstens M Staatswirtschast in Ochnung gekommen; das Budget pro . 1926 schließe nach Ausscheidung der JnveststionsausgaM mit einem Uetzerschuß von rund 36 Millionen ting ah Md die P-lndesbetriöbe seien mit Ausnahme her Eisenbchnen a'ttiv. Die Ausnützung der A) g s s e r f r ä f t 0« die heute 70 Großlraiftanlagen mit zuijammen 250.M Pferbekräsiten Jahvesmittetteistung umfaßt und jährlich fast eine Million Tonnen Kohle erspart, bedeute eine Verbesserung der Zahlu-ngsbila^nz um fast 45 Millionen Schilling jährlich. Ms Anzeichen der Gesundung des Wi^kschaMebenZ stellte der Bundeskanzler Mter anderem die Steigerung des Sparsinnes und das Einströmen von Aiuslandstapital fch. Daß fürlM Unterri-chtsjwesen und die soziale Füchovge zu wenig geM wurde, sei auf den Geldmangel zurückzuführen. Auf diese Ansprachen antwortete der BundesprästdeNi in einer ,ß,txM®tvt' Rede, welche konstatierte, daß wir vpr großer ArbeitAloMeit, dem Heräblsinlken des Bürgerstand^s und der zunehmenden Bedrängnis unserer Bauern stehen, aber in die trostreiche Feststellung aus'klang, daß „die Bewegung zur Bewahrung der altchrwürdig-en Bräuche Md Sitten" Dvie ,/der Volkstrachten fruchtbaren Boden gbfu.nlden" hat. Den für eine Republikfeier einigermaßen notwendigen «Kontakt mit der Bevölkevung stellte — das Radio her, durch das der Bundespräsident mittags sine AusPraHs «hielt. Um 5 Uhr nachmittags gab es diplomatischen GE «fang. Gegen 8 Uhr hätte auch der Regen auf. y __ Hener kein Robrl-Preis für Literatnr. Stockholm, 12. November. Wolff.) Die schwedische Akademie hat beschlossen, diesjährigen Nobelpreis für Literatur nicht zu verleihen. Auch der inedrzi' nische Nobelpreis wird Heuer nicht perlie>heu werden. Pie Rch.) ., * Pas baufällige Wie«. Der Regen, der mit uuvermlndert^r teftiakeit seit Ätittwoch nachts scher W-e« nichergiug. hat iM tadtgebiet vielfach bauliche Schäden verursacht. Seit dsr Mitternachtsstunde des N. d. bis mm Abend des 12. v. hatte dir Feuerwehr nicht weniger als 7 7 A üsriick'l ngen Mit de« petz fchisdenite« Intervent ionen. Unter acherm WchpW Pölzungen einsturzdrohcnder Mauern vorgenommeu. Im Hause Sieverinberstraße -16 mußte eine Wohnung geräumt wecken, well Gesahr hrx die Jnjafsm bestand, Schwere " " “ ”” . Wfen-ahnkatastrophe ttt Slmevika. Rew^ork, 19. Nyvamber. Dolff.) In der, Nähe von Plainsborough (New-Jerfey) ist ein Personenzug der peünshlvanischen EisenbahnHesellschaft infolge dichten Nobels auf einen anderen Personengug ausgefahren. Soweit sich bis jetzt fchstellen läßt, sind drei Personen getötet und etwa. 2 5 verletzt worden. Die beiden letzten Wagen des vorderen Zuges wurden ineinan'dergeschoben und die schlafenden Passagiere unter den Trümmern begraben. Zu ihrer Befreiung wurden die Gisenteile der Wagen mittels Azetylengebläse durchgeibrannt. Nach weiteren Meldungen wurden bisher 13 Tote geborgen. An der gleichen Stelle hat sich vor mehreren Wochen die große Eisenbahnkatastrophe ereignet, bei der eine große Zahl von Amerikadeutschen, die zur Rheinlandfeier reiften, verunglückte. Stürme an der amerikanischen Ostküste. Wie aus Now-Aork gemeldet wird, herrschen au der Ostküste Amerikas schwere Stürme, welche die Schiffahtt schädigen. Der gestern im Hasen von Netv-Vork ei'ngelaufene Dampfer „Bremen" kam mit stark beschädigtem Oberdeck an, 6 Pasiagiere hatten schwere Verletzungen erlitten. Einsturz der Silleiner Möbelfabrik. Prag, 12. Novemlber. (Tschechofl. P.-B.) Wie die „Prager Abendzeitung" aus Sillein meldet, ist vorgestern hie tm Bau befiMiche neue Möbelfabrik in Sillein, deren zweites Stockwerk bereits vollendet war, aus bisher unbekannter Ursache eingestürzt. Mehrere beim , Ban Beschäftigte wurden unter den Trümmern begraben, Äisher konnte nur ein Schwerverletzter geborgen werden. Der Schaden wird auf eine halbe Million Kronen veranschlagt. Orkan in Olmütz. Prag, 18, November. (Tschechosl. P.^S.) M „Prager Abendzeitung" meldet aus Olmütz: Olmütz und ÜMgebung wurden heute nachts von einem Orkan hejmgesucht, der an zerstörender Wirkung und Hchigkeit alle ähnlichen WetteMtastrophen der letzten Jahre weit hinter sich Keß. Das Unwetter setzte gegen .10 Uhr abends mit Regen und Nordostwind ein, der sich >i«m Laufe der Nacht immer mehr steigerte und schließlich zu einem Orkan ausartete, Es wurden ganze Häuser qhgedeckt» riOger Schaan an Kulturen und große Zerstörungen an Telephon- und 'Telegraph enleitungen angevichiet. Der Schladen geht in dir hunderttausende Kronen, Menschenleihen sind nicht zu beklagen. _ Wien, 18. November. * VttMmg durch Himbeersast. Gestern sich nach dem Genüsse von Himbeersaft vor dem Mittagessen her in Hietzing, HusteMsse 4, wohnhafte Mwlf stlmesberger, seine Gattin und ihre löjähriae Tochter unter Erscheinungen einer Vergiftung durch ein Rauschgift erkrankt. Die szrau mußte ins Spital gebracht, Mann und Tochter tonnten in häuslicher Pflege belassen werben. Eine Untersuchung ist eingeleitet. * Todesopfer des Automobils; Vorgestern vornrittaas wucke dev 67jähritze^ HandMangDellte Josef Kamps,'MariaWerstraße Nr. 191 wohnhaft, auf der Hütteldorferstvaße von einem Lastauto, das der Chauffeur Franz Änschta lenkte, übersahrAi u;w schwer verletzt ins AisabMpital gebracht, wo er. ohne Pas Bölrutztsein erlangt SU bsben, am Nachmittag achorben ist.' * Leuchtgasvergiftung. Gestern vormittags M'de der 75jährige pensionierte Oberbuchhalter Gotthard Brunner in der mit Leuchtgas erfüllten Küche seiner Wöhnüg, 1. Bez., GonzagMsse 9, tot aufaesunden. Dlttch die CrhebuMn wurde schgestellt, Paß es sich um eineu durch unvorsichtiges Hantieren mit dem Gaskocher verursachten Unfall handelt. * Ladendich. Am 11, d. nachmittag kam in das Geschäft des Uhrmachers Zoltan Papp, Rennweg 13, ein etwa 3öjähriger großer, schlanker, glatt rasiettev Mann mit dunklem Mantel und stellte sich als Dr. Herzl vor. Er ließ sich Uhren und Ringe vorlegest nO wählte nach längerem stuUchen zwei Uhren. > Unter dem Vorwand, er müsse seinen Hund von der Straße holen, verließ er den Laden and kam nicht mehr zurück. Später wurde festgystellt, daß der Kunde eine mit blauem Samt über-ogeue Tablette mit achtzehn verschiedenen Damenanhängern gestohlen int Werte von 700 Schilling gestohlen hat. Der Mann sprach mit ausläMschmt, vermutlich'Mläwischen Akzent. Es wurde festgestellt, paß er sich tttrz yyvher in Begleitung einer etwa 3bj «ihrigen Man im Geschäfte des Uhrylachers strich in der Fasangasse aufaohalten und auch dort Juwelen angeschaut hat, 'ohne etwas M raufen. ' ' . * Das kleinste Säugetier der Wett. Der Zoologische Garten in London beherbergt stls besondere SehestssMdigkett Tierchen, hie sonst nirgends in Europa aezejgt werden. Es sind afrikanische MMMSUMN. dH WnWn'behMis Liertz, die lxheyde Junge Mt Wett bringen. Die Tierchen sind so »ein, dag vgn den ztpolf Exemplaren, die der Garten aus Afrika bezogen hat, die Hälfte .trotz dex außerordentlich engen Mascha de^ Drahtgitters ihres 227945