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Wiener Morgenzeitung · 1925-11-11 · Heft 2414 (11.11.1925) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2414 (11.11.1925)
Date
1925-11-11
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 2414 Wien- Mittwoch Merier Morgenzertuna 11. November 1925 Seitt 5 In einer Keinen Sackgässe ans einem engen Fenster im xtveiten Stock winken zwei Frauen,. aufgelöstes Haar haben sie, fast nackig Brüste und ivulstige sinnliche Lippen: Komm' herauf, Kleiner! — Den Preis schreien sie auch gleich herunter. Schere dich nicht um die Schimpfworte, die sie dir, Nachrufen, wenn du ihnen den Rücken kehrst; aber das gibts im Montmartre ja auch. , Das Quartier ist arru. Armut ist keine Schande.. Mer ha! nicht jedes Stadwiertel der Welt gerade wie. jeder einzelne Mnsch seine Atniosphäre, die wie ein unsichtbarer Geist breit durch die Gassen geht und aus den, Fenstern lugt? Man sicht ihn nicht, aber spüren kann mau ihm Diese Atmosphäre des Quartier du Temple ist mit eine der sympathischesten von. ganz Paris. Ich habe, wenn ich durch die Gassen schlendere, das Gefühl, daß hier Gastfreundschaft herrscht, daß hier kein Armer vechnngern kann, -daß man einander hier gerne hilft, daß. hier Menschen leben, die denken und rechnen, um weiter zu kommen. Dann ziehen sie aus der Rue du Temple fort llnd mieten in der Avenue des Champs-Elysees Wohnungen und die Leute stehen auf, wenn sie ins Cafe kommen. Nicht alle können hinkommen. Es muß immer noch andere geben, die unter der Türe stehen bleiben und es muß auch einen geben, der gleich dem Mann in der Basarscheune im Sakristankäppchen auf- und abgeht und' nach wurmstichigem Hotz und alten Bibeln riecht. Ler Beitrag 6m Zstaris für den Anfbaufonds. Die palästinensische Judenheit soll 25.000 Pfund für denKeren Hajessod auf-ringen. — Gin Aufruf Bialiks und Achad Haarns. An der ersten Jahreskonferenz des.Keren Hajessod in Paläftina, die am 20. Oktober in T e l- Awiw stattfand und von B. Jaffe eröffnet wurde, nahmen gegen 80 Delegierte und zahlreiche Gäste teil. Zn Ehrenvorsitzenden wurden Achad Ha am und Bialik gewählt. Die Konferenz wurde namens der Gemeindeverwaltung von Tel-Awiw von Herrn Bloch, für die jüdischen Gemeinden von Jaffa und Tel-Awiw von L i v a i und für den Stadtrat von Jerusalem von Mordechai den Hillel H a koh en begrüßt. Neber die Bedeutung des Keren Hajestod hielt Rubaschow eine begeisterte Ansprache. Im Namen der Zionistischen Exekutive sprach Kaplansky, der auf die Schwierigkeiten, die die landwirtschaftlichen Arbeiter zu überwinden haben, hinwies, Schwierigkeiten, deren Gegengewicht in einem außerordentlichen Enthusiasmus besteht. Er habe das bei seinem jüngsten Besuch im Emek, in der Akkoebene und bei den chasstdischen Siedlern wieder gesehen. Es sprachen noch Arlosoroff und Helftnann. Im letzten Jahre sind nach einer Aktton von nur sechs Monaten in Palästina. 15.000 Pfund in bar und Verpflichtungen für den Keren Hajestod erzielt worden. In diesem Jahre werde man vor allem den Maasser-Gedanken im Lande durchsetzen müssen. Als Kontingent für dieses Jahr wurden. 25.000 Pfund festgesetzt. Die Einziehung soll womöglich durch Bankanweisungen und Wechsel erfolgen. Die Konferenz hat folgenden von AchadHaam und Bialik Unterzeichneten Aufruf an die palästinensische Judenheit erlassen: DerPrnfungentgegen. Die vom Keren Hajessod für das neue Jahr erlassene Parole, im Jahre 5686 eine Million Pfund zu sammeln, stellt das jüdische Volk vor eine Prüfung. Die Weltjudenheit wird in diesem Jahre zu beweisen haben, daß sie die große Pflicht, die sie übernommen hat, Erez Israel aufzubauen, zu erftillen gewillt ist. Sie wird ihre Kraft zeigen müssen, da die Stunde für die Verwirklichung jenes Ideals, das sie auf ihren Lippen trägt, gekommen ist; sie wird jetzt das nationale Werk für die kommenden Jahren sicherzustellen haben. In dieser großen Stunde, der Entscheidungsstunde des Zionismus, ergeht an die Judenheit Palästinas der Ruf, nicht nur am Werke teilzunehmen, sondern der Judenheit iu der Galuth mit ihrem Beispiele voranzugehen! Sie muß' an erster Stelle die Prüfung bestehen. Sie muß durch ihre Taten beweisen, daß sie die erste ist, die die Größe der Verantwortung fühlt. Durch den Master, die Steuer, die. sich Erez Israel selbst auferlegt, wird sie den festen Willen kräftigen, der in dieser Parole für eine Million Pfund fnr den . Keren Hajessod zum Ausdruck kommt. Von der Judenheit Palästinas werden die-Juvenheitm in den verschiedenen Ländern der Galuth lernen, ihrem Beispiele werden sie folgen. Diese Lehre, die Lehre der Besteuerung für'den Keren Hajessod, mutz heute von Zion an die Judenheit der ganzen Welt ergehen, denn groß ist die Prüfung und groß diese Stunde der Prüfung. Ler Magen des Kulturmenschen wird immer enchfiMicher, was zum größten ' Teil auf die Kriegs- und Nachkrlcigsikoist und cm!f die immer zunehmende Ncvveniabnützuna zurückzulsühren ist/ Sodbrennen, ' Magendrücken und, AuMoßen sind Uebel, an denen die meisten Menschen leiden. Die als Gegenmittel allgemein genommene Speises»da -bewirkt aber kt ycmifigem Gebrauch UederalValisiernnä, was zin schweren Schädigungen des Magens führen kann. Ein neues patentiertes Mittel mit Namen So-don ist nicht nur igeischmacklas, sondern. auch' — wie klinische Versuche ,ergeben haben — hei erhöhter Wirksamkeit für die Magenschleimihänte indifferent. Dr. F. R. Wien. 11.'November. s * Das Wetter. Die Prognose für heule laute:: Im allge- Minen Schlechtwe'tte-r, kurze Aufheiterung nicht .auWschlosten, * Hörerstreik ßit der Kunstaewerbeschule. An der Kunstgewerlbeschule sind gestern die. Studenten in Streik getreten, der'bis Montag.früh danern soll. Der Streik richtet sich gegen die Aüsichit der Negierung, durch ein Gesetz' den Architekturschülern der Kunstaewerbeschule das in den Statuten dev Anstalt. verbriefte Recht aus Ausübung des Archit'cktenbemfes zu entzichen. ' Stratzenbahnfahrpreis am Staatsfotertag. Am Donnerstag gilt auf den städtischen Straßenbahnen der So n ntagsfahrpreis. Es sind daher an diesem Tage die Frühsahrscheine,, die Hin- und Rückfahrscheine und die Wochenkarten sowie die Fürsovgsfahrscheine ungültig. Der Juwelier Vetter neuerlich verhaftet. Ueber Auftrag der Staatsanwaltschaft wurde gesternter Jüwelier Jakob Beiter verhaftet und den: Landesgericht eingeliefert. Gegen Beiter liegt die Beschuldigung des Betruges vor, die ein in der Inneren Stadt etablierter. Damenschneider namens Ka raset <in einer Anzeige gegen ihn erhöhen hat. Außerdem erstattete Karasek ge-gen Vetter die Anzeige wegen Wuchers. Betten soll dem Anzeiger ein Darlehen von 166 Millionen Kronen unter wucherischen Bedingungen gegeben haben. Jakob Bettr-r i[t aus dem Prozeß der MilliarAnÄebin MiwiMr und ihres Geliebten Weinstein bekannt. Er war beschuldigt, einen Teil der Beute gekauft zu haben, wurde aber f r e ig esp r o ch e n. Er ist seither landesveüwiesen und hält sich nur ans Grund vorübergel-ender Aufenthalisbewilligungen in Wien auf. * Ein völkischer Hochstapler. In Baden wurde gestern ein Mann, verhaftet, der sich Erich Freiherr von der Goltz und Erich Freiherr von Bonin nannte, vornehm auftrat und betrügerische Schulden in der Höhe von vielen Millionen machte Er wurde als der wegen Betruges mit wun Monaten KeÄer abgestraste ZMhrtAe ehemalige Student Josef Gold, zu Seiteudorf bei Neutitschein geboren, erkannt. 'Gold wurde durch den Krieg aus seiner Laufbahn gerissen und geriet in das deutzschvömsche Lager. Er soll, wie er angibt, am Kapp- und Hitler-Putsch Weisigt gewesen sein. * Verhaftung eines Betrügers. Der 29jährige Firmenvevtreter Markus Neu mark, zuletzt 2. Be«., Novaragasse ß wohnhast, wurde gest-ern verhaftet und dem Landesgericht ein-' gelrefert, weil er mehreren Firmen Waren im Werte von einigen hundert Schilling herausgelockt und unterschlagen hat. * Die Lebensmüden. Gestern vormittags hat sich der 67sährige Disponent Karl Rudo lf wegen eines schweren Leidens in seiner Wohnung erhängt. — Die 19jährige Hausgehilfin Leopoldine Böbl wurde in der mit Leuchtgas erfüllten Küche tot anfgefuniden. — Ebenso bat sich gestern nachts die 19jähri>ge Hausgehilfin Marie I a y e l k a an ihrem Dienstort durch Leuchtgas vergiftet und wurde bereits tot aufgefunden. * Der Wille zur Selbstvernichtung. In den gestrigen Morgenstunden wurde der 22jährige Speditionsbeamte August Kl i e r in fernem Zimmer, in dem die Hahne der Gasleitung geöffnet waren, tot ainfgefunden. Klier halte,, nachdem er den Gashahn geöffnet, sich selbst gefesselt, u.m feinen Selbstmordplan gegen seinen etwa wieder erwachenden Lebenswillen sicherzustellen. * 300.000 Dollar für eine moderne Zentral-Shimgoge itt Jerusalem. Die United Synagoge os America hat laut Mewung des „Jewish Wrouicle" die Vorbereitungen für die Durchführung einer M.M-Dollar-Kampagne zur Errichtung einer modernen Zentral-Synagoge in Jerusalem beendet. * Konferenz Mischer Richter in der Ukraine. Die jüdischen Gerichtskammern in der Ukraine haben viel unter dem Mangel einer einheitlichen' Gerichtsterminologie in jüdischer Sprache zu leiden. Um diesem Uebetstand abzuhelfen, wurde, wie I. T. A. Weidet, eine allgemeine Konferenz der Mischen. Richter in der Ukraine einberufen. Hauptprogramm der Konferenz wird eben die Schaffung einer Rechtsterminologie in Jüdisch sein. * Ehrung der jüdischen Freiwilligen in der französischen Armee« Aus Paris wird uns berichtet: Der Stadtrat von Tunis beschloß, eine Straße nach dem Wischen Sergeanten Jftucnk Bismut m benennen, um. wie es im Beschluß ausdrücklich heißt, auf diese Weist das Andenken sämtlicher j üdifchen Freiwrlllgen in der fran-izösischen Armee wahrend des Weltkrieges zu ehren. Nunmehr hat die Negieruna diesen Beschluß der Stadtaemeinde Tunis bestätigt, und die Umbenennung der Straße, tn welcher Bismut viele Jahre gewohnt hatte, in „Jsacck-Bismut-Straße" wurde unter besonderen Feierlichkeiten vollzogen. * Der schlafende Theaterbesucher. Gelegentlich der Auf- Wrung eines Stückes von Emile Au gier im Theatre Francais sagte Alexander Dumas Sohn zu dem neben ihm sitzenden Autor, indem er diesen auf einen Theaterbesucher owfmevksam machte, der eingeschlafen war: ',-Schauen Sie. welche. Wirkung Ihr Stück ausübt!" Einige Zeit darauf wurde im Theatre Francais ein Stück von Dumas Sohn gegeben. Emile Ämter sah sich eifrig um, bis er in den Orchester- Plätzen einen schlafenden Zuschauer entdeckte. Sofort zeigte er > ihn Dumas mit den Worten: ,-Sie sehen, lieber Freund, die , Wirkung, die Ihr Werk verursacht." Alexander Dumas schaute ' hin und erwiderte sogleich: „Ach sä, den kenne ich, das ist der Theaterbesucher von letzthin; er ist noch nicht erwacht." ‘ * Oskar Wilde als — Bettler. Die große Sängerin Nellie M e l b a, die jetzt ihre öffentliche Laufbahn beendet und nicht wehr auf der Biihne oder im KowMtsaal erscheinen will, schildert in ihrem soeben erschienenen Buch Melodien und Erinnerungen" ihren Aufstieg aus dem australischen Busch zur weltberühmten Primadonna. Anter ihren Erinnerungen an verühmte Persönlichkeiten findet sich auch eine Erzählung, von ihrer letzten Begegnung mit Oskar Wild e. als er nach seinvm Stürz in Paris lebte. „Um ‘ die Ecke", so schreibt sie, „schlürfte ein großer, schäbig aussebender Mann, der Kragen hmg mm lose um den Hals! ^nd in seinen Augen lag ein hündischer Buck; Ich wollte dorübevgchen, als er mich ansprach, Madame MM- Sie wissen nicht, >wer ich lbin Ich bin-OÄar Wilde" sagte er, ...ünd ich will eben etwas Furchtbares tun: ich will Sie um Geld bitten." Ich konnte kaum ertragen, wie er mich anblickte. nicht aus Abneigung, sondern aus Scham und Mtleip. Ich nahm alles, was ich in meiner Börse hatte — etwa 10 Loisoyr — und er nahm sie rasch, riß sie mir.fast aus der Hand, stammelte ein 'Wort des Dankes und war fort. Ich hübe Hn siie wieder gesehen." ' - * vefahre« bei ver Herstellunvon Radium. Schön lange weiß man, daß die Haut, die dem Radium zu lange aus« «esetzt ist, durch dessen Strahlen v e r L r a n n t wiro. In Amerika sind bei den: Arbeitern der United Radium Corporation'sogar einige Todesfälle eingetreten, die zurzeit von den Behörden, untersucht werden. Die betreffende Fabrik fertigt selbstleuchtende Zifferblätter für Uhren an und es scheintalso auch-dabei eine; Art Berufskrankheit aufzutreten. Wäbreno die Fabrik keine, starken Radiumpraparate verwendet, beschäftigt man sich im Bureau of Standards mü reinen Radiumfalzen. Dort tritt auch diese Radiumkrankbei: auf, die darin besteht, daß die Zahl der roten wie der. weißen Blutkörperchen herabgesetzt tvird, wodurch sich die Widerstandskraft des Körpers so stark herabmindert, daß unter Umständen schon eine Erkältung tödlich verlanfen kann. Beim Bureau of Standards haben die Arbeiter jetzt zwei Tage in der Woche * frei, die sie außerhalb de; Fabttk verbringen Msie.8, * Auto und! Tiger. /.Autofahrer haben zuweilen.stWme >Lvle!bmsse. So machte em Autvmobiliist auf der, Strecke «Mn- «mll-Ghand bes Bomibay , die- Bekanntschaft eine- TMr^ Tier stellte sich dem heranratternden Ungetüm in den Veg und 'ieß sich trotz StgNalgsben nicht von der Stelle bewegen. War blieb dem Führer anderer'übrig, wollte er sich nicht in Lebensgefahr begeben,-als in raschem Tempo weiter zu fahren. Tr pb Vollgas. Vorwärts.. -Nur n-och wenige Meter /von. der Vostie entfernt. Dann nmnsttMare Nähe. Im.letzten Moment ein Seitenfprung des Tigers. Mer schon zu spät, das Schick-, al hatte ihn-erreicht. Das schwere Rad, - das-ihm Melden Köcher fuhr, lötete das Tier auf der Stelle. Ms der Mmrn nach der Heimkehr sein Abenteuer der Frau erzählte, war chre Freude groß wegey des schönen Felles, bas sie.so billig bekiam. Vereine, Bortriige und BersMMlmse». Jüdische Tischgesellschaft „Landstraße''. Heute, x/29 Ubr abeüds, imCafS Lovram. 3. Bez.» LSwenMe 36, Vortrag -Bruno R a b t n o w i t s chr „DaS Krtmvrojekt Anchlteßend musikalische Vorträge und Tanz. Mitwtrkend Fräulein Grete Heller und Herr.. Dr. Josef Rttterman». Gaste willkommen. — Z i o n i st t s ch e Sektion Prater. Heute - 8 Uhr abends, im Sektionsheim, 2. Bez., Jungstraße 8, Vortrag Dr. Leo G o l d h a m m e r über > Erez-Jlrael-Kunde. . — H i t a ch d u t h, 2. Bez., Glückengasse 30. Morgen Donnerstag den 12 d. (StaatSfetertag), 9 Uhr vormittag», findet die H t t a ck> d u t h - T a g u n g statt. Choverim, die Me Einladung' bekommen haben, werden auf diesem Wege eingeladen. — Jü d is ch - a t ad emis ch er I uristenv er et n. Samstag den 14. d., V,4 Uhr nachmittags, findet im BeMsdeim, 2. Bez.. Taborstraße 1 (Mezzantn, Stiege links), die diesjährige ordentliche Generalversammlung statt Erscheinen der Mitglieder Pflicht. - MaimonideS-Institut, 3. M-,. Hetzgasse 40. Heute von 6 bis 7 Uhr Rabbiner Dr. A. Kamin ka: DaS Buch Hiob. -7 bis 8 Uhr, Rechtsanwalt Dr. A, Go l dsteinr Talmud. Baba Kama, juristisch erläutert. — Per ein Tikwah Jehuda, 8. Beg., Bennoplatz 1. Heute präzise halb 9 Uhr albends, Dr. W. Herzberg: »DK Gegemwartsaufgaben des Judentums"; Oberkantor Gevson M a r g ulies: .Jüdische und deutsche Lieber". Anschliießenid,Ta-nz. — A.-H.-B e r b a n d der I. A. V. U n r t a s". Morgen Donnerstag, 8 Uhr abends, im Cast Kolomaden, Bortrag Frau Dr. Maria Hoffman it über das Thema. ,,W>as müssen unsere Frauen vom Zionismus wißen?" Die A. H. A. H. werden ersucht, mit ihren Damen pÄMbich erscheinen. — Zionistische Frauengrupp^ Brigittenau. Heute, 7 Uhr abeM, im Veremsloikal, 20. Bez., Karl-Meißl-tStraße 6, Vortrag -es Herrn Dr. Ch. T a r t akower: bisherige Ergebnisse unserer Arbeitt". Msie willkommen. Radioprogramm. Heute Mittwoch den 11. November. 4 Uhr 10 Min. Nach" mittagskonzert. Mitwirkend r Opern sängettn Maria Rakio. „Komponisten-Abc" (fünf c Folge), - 6 Uhr 25 Min. bis 19 Uhr 50 Itt,: Radiovolkshochschule. - 6 Uhr 25 Min.: /unst- «te, XI. Kurs, Dr. HanS Ttetzer ,Das 15. Jahrhundert wen". - 7 Uhr: MusikkurS. Gehalten von Professor Dr. Richard Stöhr. (Der Kanon.) - 8 Uhrr „Weg der muen Musik" (Bortrag Dr. Paul Stefan). Arnold SchLnderg.'. «Vertlätte Nacht". - 9 Uvr: „Wiener Meister der voltrtuml chen Kunst". — 10 Uhrr Heitere Abendvmsik. Kmft, Wne, Ach. „Lob des AMah r." Theater in der JoMM. Lob des komplizierten Dtebstchls, der diese Komödie von Dante Signorini ergab: Man lacht. Dieser hochgebildete, mit Lombroso und'Freud vertraute Eisenbahndieb, der keiner ist, sondern ein Detektiv; dieser Tausendsassa von einem Detektiv, der keiner ist, sondern ihn bloß spielt, um in das Haus der Geliebten zu gelangen; diese drei Figuren in einer hat der Autor mit Anmut und Diebswürde — also ohne hie Provenienz zu verbergen — aus anderen Stücken hervorgcholt, in der erprobten, schmissigen, brillanten Manier in Bewegung gesetzt (der heitere Nachahmer meistert sie bester als die diversen Vorgänger, die Kompilation ist amüsanter, als es die Vorlagen waren, denen sie Mt fovialer Unbekümmertheit entnommen ist), ein Spritzer Zeitsatire, eine Dosis Ulk, ein Augenblick Spannung, zwei überraschende Aktschlüsse, als Draufgabe ein Endchen Pirandello — so entstand ein angenehmes Unterhaltungsstück, das dem Publikum, den Schauspielern und wahrscheinlich auch der Theaterkaste Freude macht. Die Bombenrolle,spielt Herumnn Thimig, stattet sie mit seinem höchst persönlichen Humor aus und so' wird dieser Carlo, den t früher Melden, Treßler, Korff — wer zählt die Namen, nennte die Stücke! — hinlegten, zum Original. Ein charmanter Galgenvogel im ersten, .ein gelungener Kommis aus der Mustolini-Garde im zweiten, ein überlegener Herzensbrecher'im dtttien Akte. Und die zweidimensionale Modefrisur der Faszisten, die ab Station Bvenera der Schrecken aller Jtalienreisenden-ist, paßt prachtvoll zu dem großartigen Geplapper des Ladenschwengels, den er sich zurecht legt. Ber Mustolim! So dürfte er den Carlo in Italien nicht spielen. Das Stichwort geben ihm: Die schöne Binder mit der kokett verschleierten Stimme, Egon Friegell, Gütender dem Schieber, den er mimt, nicht wehtun will), und Fran Rosar, die als Schiebersgattin für alle Unbilden entschädigt, die sie uns seinerzeit als Judith des Burgtheaters züfügte. Herr Rainer, der den.etwas prätentiösen Pro- und Epilog sprach, versteht zu pointieren -und, Max Kalbeck bei tlleinhardt Regie zu führen.. Otto Abeles. PMamonisches Konzert. 'Zwischen Tschaikowskys „Symphonie Pathetigne", welche in den philharmonischen Konzerten stets der schönsten Wiedergabe und des stärksten Beifalles sicher ist, und der Egmont- Ouvertüre BeethobensMb es als Novität drei Stücke aus den: siebenteiligen Orchesterzyklus „Planeten" von Gustav Holst. Der Tondichter'wäre kein Engländer, wenn er nicht gerne ans Entdeckungsfahrten ansginge. So machte er in seinen Orchester« fuitcit Japan und Algier, in seiner Oper. „Savitri'- und in den »HMuen aus dem Rigveda" Indien zu seiner. OtzevattonS».

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