Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2414 (11.11.1925)
- Date
- 1925-11-11
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Bette 4_Men, Mittwoch_ Händen. Der Preisindex des Gratzhandels ist von 18.340 im September auf 18.305 im Oktober gefunken. Bericht schließt mit der Feststellung, Latz die G eschä^ftstütigkeit an der Börse seit Monaten gelahmt ist. Fm Berichtsmonat hat der Durchschnitt der Kurse wenig variiert; der Börseindex ist von 1109 im September auf 1112 im Oktober gestiegen. Der Streit um die arthopSdische Lehrkanzel. Wie die Korrespondenz Herwei berichtet, hat daS Auftreten Prof. Pirquets sowie der ganze Streit in der Frage der Besetzung der Lehrkanzel für Orthopädie an maßgebenden Stellen peinliches Aussehen hervorgerufen. Die Drohung Prof. Hocheneggs, zurückzutreten, wenn der Vorschlag des Professorenkollegiums, Prosefsor Spitzy zum Ordinarius für Orthopädie zu ernennen, ausgeführt wird, wird auf die Entscheidung des Unterrichtsministeriums keinen Einfluß ausüben. Wie verlautet, wird die Ernennung Spitzhs demnächst rrfolgen. Wie wir erfahren, wird die geburtshilfliche Abteilung -es Prof. P i 8 k a e e k aufgelassen und die freiwerdenden llaume zur Vergrößerung der Klinik Chvostek verwendet werden. Die von Prof. Piskacek geleitete Hebrrnmenlehranstalt soll mit der Frauenklinik des Professors Peham vereinigt und mit der Leitung der Hebammenlehranstalt ein Assistent der Klinik betraut werden. Das internationale Schachturnier in Rorkau. Aus Moskau wird unterm 10. d. berichtet: Geistern wurde im Moskauer Gewerkschaftshaufl vom Volkskommissar Krylenko der internationale Schachkongreß eröffnet. Der Feier wohnten zahlreiche Schachspieler, Gäste aller Stände und Pressevertreter bei. Dr. LaSker und Capablanca wurden besonders enthusiastisch begrüßt. Die TeAnchmer am Turnier wurden zunächst von einem Dertveter des Außenministeriums, dann von einem Delegierten der Gewevkschaftsovganiisation und einem Vertreter des 45.000 Mitglieder zählendem russischen Schachverbandes durch Ansprachen begrüßt. <§& antworteten Capablanea in enMcher, Laster in deutscher, Dr. Tartakow.er «in russischer und französischer Sprache. Im Namen der russischen Meister, welche vn dem Turnier terlnchmen, begrüßte Romanowski die ausländischen Teilnehmer. Die erfte Runde des Turniers Wird heute Dienstag absolviert werden. Spielzeit ist von 3 Uhr nachmittags bis 12 Uhr nachts mit einer eineinhakbstuMgen Superpache. Elf Ausländer und zehn 'russische Meister bestreiten Vas Turnier/Die Reihenfolge der Spieler wurde durch das Los bestimmt, Capabl an ca erhielt jedoch ohne Los die Nummer 11, da er bereits am 8. Dezember, wo die letzte Runde des Turniers gespielt wird, abreisen muß und dies ihm nur dadurch ermöglicht wird, daß er an diesem Tage spielfrei ist. Da bei der Verlosung Dr. Lasker die Nummer 12 zog, so wird bereits die erste Runde, die heute nachmittags beginnt, die große Sensation des Zusammentreffens von Lasker und Capablanea am Durniertisch haben. Die Spieler wurden in folgender Reihenfolge ausgelost;, aus der sich auch die Paarung für die erste Runde ergibt: Torre, Dus-Ehotimirski, Marshall, Lowmfisch, Dr. Tartrkower, Spielmann, Zubaww, Sämisch, Bogoljubüw, Gotchrlf, Capablanea, Dr. Lasker, Romanowski, Grünfeld, Aales, Rubinstein. Rabinowicz, Jijmze, Newski, Bogadishchuk, Wvrlinski und Reti. Der zuletzt Genannte ist bei der ersten Runde spielfrei. Der Stamfcf mit dm Srabftrln. Der Grodnoer „Moment" erzählt die folgende Geschichte, -ie sich, wie dem Blatt von vertrauenwürdiger Sejte gemeldet wird, im Städtchen Wassiliszok zugetragen hat, und die gesamte dortige Bevölkerung in Auflegung hält. Nicht weit vom jüdischen Friedhofs in Wassiliszok bewohnte ein Bauer ein eigenes Häuschen. Bor einiger Zeit beschloß er, sein Anwesen durch einen Anbau zu vergrößern, und, um den, Bau mit möglichst geringen Kosten herzustellen, vom nahegelegenen jüdischen Friedhof Grabsteine für ba8, Fundament des Neubaues zu holen. Jüdische Grabsteine find vorzügliches Fundamentmaterial und kosten nichts. Tatsächlich fuhr der Bauer mit seinem Wagen eines Nachts in dm völlig unbewachten Judenfriedhof und begann die Grabsteine alter,, verfallener Gräber aufzuladen. Da geschah aber etwas Merkwürdiges. Der Bauer hatte offenbar einen für seine Kräfte zu schweren Stein ausgehoben, oder seine Nervosität hätte ihn unsicher gemacht — der Grabstein siel dem Bauer auf das 'rechte Bein und zertrümmerte es vollständig. Auf seine Hilferufe eilten seine Hausleute herbei, bald war auch, der städtische Arzt zur Stelle, der, die Gefahr erkennend, riet, den Schwerverletzten sofort in das Kreisspital in Lida zu schaffen. Unterwegs starb der Bauer unter unsäglichen Qualen. Der Tod des Bauern machte im Städtchen begreiflicherweise tiefen Eindruck, und die Bewohner, Juden und Christen, waren einmütig im Urteil, daß eine höhere Macht den Bauer für seinen waghalsigen Frevel „gerichtet habe". Damit war aber der sonderbare Vorfall noch nicht erledigt. Fünf Tage' nach dem Tod des Bauern erschien -essen Witwe beim Rabbiner des Städtchens' ^und erzählte, bitter weinend, daß ihr Mann seit seinem tragischen Tod ihr'allnächtlich im Traum erscheine und sie mit herzzerreißenden Bitten anflehe, alles aufzubieten, damit seine sündettbeladene Seele von den Höllenqualen erlöst werde. Gleich nach dem ersten Erscheinen des Geistes sei sie von Schrecken gejagt zum Pfarrer gelaufen, der ihr befohlen habe, eine Anzahl Kerzen für die Kirche zu spenden. Sie habe den Rat befolgt, aber der nächtliche Besuch des Geistes sei nicht ansgeblieben, im Gegenteil, Wiener Moruenzeltung 11. November 1925 Mi 2414 er fordere nun stürmischer und jämmerlicher seine Befreiung aus der Höllenpein. Der Rabbiner empfahl ihr, ein Pfund kerzen für das Beth-Hamidrafch zu spenden, bei deren Lichtchein arme Juden sich bem Thorastudium widmen würden. leberdieS möge die Frau mit ihrem Hausgesinde drei Tage äng nach jüdischer Art der „Schuwah" um den Verstorbenen Trauer halten. Die Bäuerin — so wird jetzt in Wassiliszok weiter erzählt — befolgte getreulich den Rat deS Rabbiners und seither hätten die nächtlichen Besuche deS Bauern aufgehört. Bloß dreimal wöchentlich — behauptet die Bäuerin — cheine cs ihr, daß in einem Winkel der Stube plötzlich ein Höllenfeuer aufflamme, um, ihr allein sichtbar, nach einer Minute wieder zu verlöschen. Die Bäuerin bietet jetzt ihr Häuschen, in dem sie seit enem Geisterfpuk nicht mehr wohnen will, zu spottbilligem Preis seil, ohne einen Käufer zu finden. Und Im weiten Umkreis von Wassiliszok bilden sich seitdem zahlreiche Legenden über den „Kampf zwischen dem Bauer und dem Leichenstein". Bieitbattr Witwe. Der Berliner P.-P.-Berichterstatter der „Prager Tagblatt" schreibt: Oranienburg im nördlichsten Norden Berlins. Das Hübscheste daran ist der Name, der an irgend eine Kurfürstiin aus dem Hause Oranien erinnert. Mes andere ist ein typischer Borort der Riesenstadt Berlin, mit mehr oder weniger haß-, lichen Häusern, Laubenkolonien, Schloten, Proletarierkindern, Reklamoschildern von Zigaretten, Schokolade und Nähmaschinen. Eine Stunde lang fährt die Eisenbahn aus dem Zentrum Berlins durch zwanzig andere Vororte, deren charakterlose Mauern immer wieder durch Acker- »nb Heideland, Lattenzäune und dünne Föhrenwälder unterbrochen werden. Hier in Oranienburg, irgendwo in der Nähe, soll es sein. In Berlin -war nichts zu erfahren. Auf dem Meldeamt der PolizeNrektion wurde auf eine Anfrage, wo die Familie des verswrbenen Artisten Siegmund Bveitbart wohne, die folgende schriftliche „Antwort aus dem Melderegister — ohne Gewähr" erteilt: „Frau Emilie Breitbm, geb. Weitz. 1889 in Emsbüren (Hannover) geboren, ist von Berlin, Zirkus Busch, im Wagen am 15. November 1921 nach Prag ahgereist und nicht wieder angemeldet. Berlin, 6. November 1925." Die Berliner Polizei hat ihr Melderegister nicht in Ordnung; sie ließ sich aber für die wertlose Auskunft eine Goldmark bezahlen. Ein Liliputaner im Zirkus Busch wußte indessen Bescheid. Er durfte es nicht sagen, ohne ein Geheimnis zu lüften, das für den Zirkus, und vielleicht auch für Berlin, eine Sensation des Varietes werden soll. Um es kurz zu machen: die Familie des unter tragischen Umständen dahmgvfchienen „Elfenkönigs" Siegmund Breitbart, Witwe, Sohn, Bruder und Gehilfe, werden demnächst im Zirkus Busch austreten. Die Berliner wissen noch nichts davon; trotzdem ist die erste Vorstellung bereits für den 16. N o v e mber angesetzt. Vom Bahnhof in Oranienburg, dem letzten Ende des unermeßlichen Schienenstranges, ist es noch immer weit nach Friedrichstal, einem kleinen Dörfchen, dessen winzige Häuser, Moorböden, Gänse und Hühner komischerweise zu Berlin gehören. Telegraphenftangen, grüne Wiesen, Kieferwälder, dann abseits ein stattliches Haus, versteckt hinter Baumen: „Billa Breitbart". Das hatte sich der Artist im Jahre 1922 erbaut. Eine Tafel an der Gartentüre warnt vor bissigen Hunden. Die riesenhaften Tiere, scheckige Tigerdoggen und Wolfshunde, die vielleicht manchen Gläubiger bewogen haben,^ umzukehren, sind kein freundliches Willkomm. Die großen Löcher, die sie sich gegenseitig ins Fell gebissen haben, warnen genügend vor ihren Zähnen. Frau Breitbart, die Witwe, beginnnt sogleich von ihrer Bedrängnis zu erzählen. Ihr Gatte, der die glänzendste Artistengage erhielt, die jemals Varietes und Zirkus zahlen konnten, hinterließ eine Schuld von 80.000 Goldmark. Seine freigebige Hand und sein Vertrauen, mehr zu erwerben, als er zu verschenken hatte, loarerr durch keine Ahnung getrübt, ein nahes Verhängnis könnte seine Familie in die bitterste Not stürzen. So ging vieles aus dem merkwürdigen Tuskulum, das er sich hier in Stille und Heimlichkeit erbaut hatte, an die hartnäckigsten Gläubiger über, nachdem seine Frau Schmuck und Perlen, Pferde, und Automobile zu Geld gemacht hatte, um die Kosten der Behandlung des kranken Mannes aufzubringen. Jetzt muß die Familie daran denken,, ihr Brot selbst zu erwerben; was liegt näher, als es, im schirmenden Schatten des Namens Breitbart, auf dem Podium des Varietes zu suchen? Gin jüngerer Bruder des Artisten, ein Jüngling mit den Muskeln und Locken Siegmunds, die Witwe, ein Gehilfe, der den „Eisenkönig" seil dielen Jahren begleitet hatte, und der kleine Sohn, ein sechsjähriger, schöner Bub,' sie alle sind bereit, noch einmal den Namen Breitbart zu beschwören. Hat er ihnen den Talisman seiner Kraft vererbt? : Josef Breitbart, der Jüngling, seinem toten Bruder ähnlich, übt sich darin, Eisenstangen uröd Hufeisen zu biegen, der kleine Bub stellt sich breitspurig auf, als wüßte er, daß auch # einmal ein großer Breitbart werden würde, der Gehilfe, Hermann heißt er, ergeht sich in . geheimnisvollen Andeutungen und die Witwe Breitbart... Nein, sie wird keine Ketten zerbeißen und kein Karussel auf der Brust Ixte« zieren. . . Das traurigste an traurigen Vorfällen ist möglicherweise, das ihnen das Leben komische Lichter auffetzt, und gar hier, wo das Handwerk dem Clown begegnet, der sich in derselben Manege produziert. Die Lebensnot müßte es entschuldigen, wenn die unglücklichen Erben Breitbarts, ihren Unterhalt darin finden würden, ihn zu parodieren. Es wäre nicht der schlechteste Einfall: der Spaß des Zirlus hat düstere Hintergründe. Aber die FaUlitie Bn'iibart meint es ernst; sie probt uw übt unermüdlich und zähe. Das merkwürdige Haus, von dessen Zimmevwänöetz hundertmal Bveitbarts Bild herunterblickt, farbig, in Photographien, in den verschiedensten Kostümen, dieses Haus, daS daS kurioseste Artistenmuseum ist, das eS in der Welt gibt, mit Kränzen, Büsten, Werkzeugen und ausgestopften Tieren, mit jüdischen Gebetteppichen und Waffen, und mit bunten Sprüchen - „. .... der nie gewankt, trotz Widerstand, der ihm gebracht nicht wenig, und dessen Ruhm ein einzig Wort, der Name „Eisenkönig" —, dieses geheimnisvolle HauS im No» den Berlins, versteckt im Fohrenwalde, uirwohnlich für Menschen, die nicht Artisten sind, hat wieder einen Aimr vekommen.; 8m Audenviertel von Paris. Bon Eugen Gerber. In Paris ist alles selbstverständlich. Das macht Paris so beliebt. So ist es ganz selbstverständlich, daß mitten, ausgerechnet mitten im Herzen von Paris ein ausgesprochenes Judenviertel liegt und kein Mensch denkt daran, den Frieden dieser Stadt für sich zu stören, denn die Autobusse, Taxis und Straßenbahnen nehmen ihren Weg um sie herum. — Zwischen der Riu Rivoili, der längsten und vornehmsten Straße von Paris, dem Place de la Bastille, diesem bewegten, echt pariserischen, durch die Geschichte der Revolution geheiligten Platz, dem Pariser Stadthaus mit seiner herzlichen Gochik und dem noblen Place des Vosges stehen 8000 Hauser, in denen 30.000 Juden hausen, Juden aus allen Herren Ländern, zumeist aus Polen und Rußland.Kaum ein Pariser komryt dahin, auch sie gehen wie die Taxio dämm herum. Nur hie und da verirren sich ein paar neugierige Nichtjudcn hierher. Si-e werden aus allen Fenstern, und Türen angestarrt, wie vor dreißig Jahren die ersten Automobile im Dorfe. Bezeichnend ist, daß dieses Viertel im ältesten Telle von Paris liegt, dicht bei der Bastille, die vor achtzig Jahren noch das Zentrum der Stadt war, denn zur Zeit Napoleons des Dritten gab es um den Plaoe de la Concorde herum noch Alleen und beim Are de Triomphe am Stolle kaum ein paar Hauser. In der Bastille schlägt das Herz von Paris. Wir gehen zur Mittagszeit ins Judenviertel. Die Hauptstraße ist die Rne du Temple. Mes in der Gasse, nichts auf dem Trottoir, genau wie in einem Dorfe Polens. Ein Wagen ist hier in der Tat eine Seltenheit. Kommt einer, so kommt er schwer vom Meck, denn alles bleibt stehen, wo es eben steht, kein Mensch macht Platz- Kaum die paar Handkarren können sich durchzwängen. Es rft unheimlich still um einen herum. Wenn man aus der Rue Rivoli her, aus dem großen Pariser Straßenlärm kommt und hundert Schritte weit in der Rue du Temple gewandert ist, fehlt einem etwas. Man schaut erschrocken um sich und über sich, wie der Müller, wenn das Mühlrad nicht mehr klappert. Es sind auch ganz andere Menschen um einen herum. Junge bleiche Mnner mit blonden Haaren und krummen Nasen, schwarze Wollköpfe mit dicken Li-ppen und großen, schwanen, ehrlichen Augen, alte Frauen, kugelrund mit bläulichweißer Haut, die Hände über dem Bauch gefaltet, junge Mädchen mit schwarzen Schürzen und noch schwärzeren Haaren und blutroten sinnlichen Lippen, viele alte Mnner mit, weißen Barten,, die Anatole France gleichen. Die Leute sprechen leise. Sie grüßen einander phlegmatisch, alle kennen einander. Mitten in der Gasse spielen Knaben und Mädchen mit einer toten Ratte. Sie spießen die verwesende Dirrleiche auf Stecken, tanzen drum herum und schleudern sie gegen die Muer. Das machen sie Wohl zwanzig Mal. Weiche Männer mit großen blauen Augen, dicke Frauen, die Hände über dem Leib gefaltet, und ein Dutzend Anatole-Franee-Köpfe schauen ihnen zu. Zu beiden Seiten eine Verkaufsbude neben der andern. — Ein Geschäft mit jüdischen Zeitungen, Gebetriemen, Armbändern» Ohrringen und Rosenkränzen. An der Türe sicht ein schmutziges Weib. Daneben eine Metzgerei mit koscheren Mrften. Am Eingang lehnt ein großer Blonder, der träumt sicher von Warschau. Weiter eine alte, offene Scheune, die zum Basar verwandelt ist. Alles lieg! auf dem Boden: zerfetzte Teppiche, ein Dutzend ungewaschene Totenhemden, schmutzige Frauenwäsche, dicke hebräische Bibeln mit kostbaren Kupferstichen, silberne siebenavmige Leuchter, ein Stuhl chne Sitz, ein zerbrochener Spiegel, zerrissene Schuhe, ausgewaschene Hosen, Marienbilder, Christus- und Mofesköpfe, fadenscheinige Fenstervorhäng-e, Kruzifixe, katholische Gebetbücher, Gesetzestafeln, vom Wurm zersteffene Tischplatten, rostige Gabeln und Messer,- .dazwischen geht ein Mann mit weißem Bart und einem schwarzen Sakristankäppchen langsam auf und ab. Der Mnn riecht auch. Er hat den Geruch von wurmstichigem Holz und alten Büchern. Wieder ein Paar Schritte weiter eine Bäckerei mit Barches. Ein jüdisches Restaurant neben dem Zandern. Jedes hat zehn Plätze. In jedem Fenster steht ein Blumentopf und daneben eine Schüssel mit Wasser und einem Stück Rindfleisch drin. Unter der Tür steht eine Frau, die polnisch, russisch, deutsch oder türkisch dem Mntretenden guten Tag wünscht. , Mr Inschriften sind hebräisch. Ein einziges nichtjüdisches Geschäft hat, sich in die Rue du Temple vevlnd Es ist eine Konditorei, lieber den: Eii-ganq sicht'grvß: Jc'l magasin Franca iS!