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Wiener Morgenzeitung · 1925-11-11 · Heft 2414 (11.11.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2414 (11.11.1925)
Date
1925-11-11
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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. Mn.MkKH bafis. Später langte er gar nach den Sternen und schilderte mit trockenem, durchaus englischem Humor, im übrigen jedoch m einer ganz internationalen Tonsprache, welche in der Vorliebe für seltene Rhythmen, Synkopen und Akzentverrückungen ihre Eigenart betont, die „Planeten". Wenn auch aus seinen ein wenig nüchtern und verstandesmäßig konstruierten „Planeten" keine geheimnisvollen Sphärenharmonien erklingen, so entwickeln sie doch im Könzertsaal eine gewisse Leuchtkraft und in ihrem funkelten Orchesterkolorit auch eine ganz ansehnliche Klangpracht. „Saturn, der Stern des hohen Lebensalters", ist wohl schon über die beste Manneskraft hinaus, leuchtet ein wenig bläßlich und erzählt weniger von der Weisheit als von den Beschwerden und der Umständlichkeit des Alters. Weit feierlicher und entschiedener verkündet „Uranos, der Magiers die Großmacht seines Schlagwerkes und treibt allerlei Hokuspokus, der sich selbst nicht sehr ernst nimmt. Und „I ritz iter". der Spender der Heiterkeit",^ist vollends ein gemütlicher Herr, der nicht erdenfern auf himmlischen Höhen thront und mit dem Schütteln seiner ambrosischen Locken die Höhen des Olyurps erbeben macht, sondern sich zu den Freuden des Diesseits bekennt und als Jupiter der Moderne auch für das Planetengetriebe der Tanzbar mit ihren Niggerrhythmen Berstärrdnis und Interesse zeigt. — Ein Franzose würde mit seinem Esprit vielleicht manches andere aus den Planeten herausgehorcht, ein Rusie mit seiner Mystik anderes hineingeheimnist haben als der gut gelaunte, gewissenhafte Engländer, der gleichsam nur auf seiner Weltreise die Planeten durch ein Fernrohr betrachtet! Das Publikum nahm die Führung durch die Sternenwelt mit Dank entgegen. . flb.' Aur de« Theater«. Buratbeater. Morgen. 7,8 übr abends, ,D e m ec ri«8", hierauf »H.v in rt ch au s An d e r n a ch". Akadeni'etheaier Morgen. 7,8 Uhr abends. ,Die z erb rochen e'L eite r". O p e r n t h e a,t e r. Morgen, 6 Ubr abends, _D i e Walküre". Musikalische Leitung Felix Weingartner. V o l k s o p e r. Morgen ,Die F led ermaus*. Im zweiten Akt Tanzeinlage der Schwestern W i e s e n t h a l. Deuts ch e s V o l k s t h e a t e r. Samstag. Vs8 Uhr abends, neueinstudtert .Der einsame W e g" von Artur S.ch ni tz ler mit Albert Bassermarn a G. Raimund-Theater. Donnerstag findet die letzte Auffübnmg von.Klein-Däumling" statt. Samstag und Sonntag gelangt die Neubearbeitung des Märchens .Schneewittchen und bi e Sieben Zwerge*von Emil und Leontine I a n k o zur Aufführung. Balletteinlaaen stellt Prof. Go d l e w 8 ki von der Staatsover. - Freitag ,D er g l 8 se rn e.P an t,o f s e l". Johann-Strauß-Theater. Sonntag nachnittagS 3 Uhr, „D i e F l e d e r m a u S". Theater in d er Joscf ft.ab t. .Morgen nachmittags 3 Uhr, „Mein F r e undTedd y". Ae MWer vom AMartrtal. Vas Urteil: Meisiuger 18,. Baar 10 Jahre schweren Kerkers. In den ersten Nachmittagsstunden des gestrigen Tages beantworteten die Geschwornen nach oinstündiger Beratung die an sie gestellten Fragen wie folgt: Engelbert Baa r wurde des Verbrechens des. Meuchelmordes' einstimmig Huldig erklärt, die Frage, der Mißhandlung der Leiche wurde nit sieben gegen.fünf Stammen verneint und. die Zusatzanträge Äkenrr 8. NlMnk« IW auf SinneSvevwirrrmg zur Zeit der Tat mit zwölf Stimmen Nein beantwortet. Josef M eisin ger wurde mit zehn Stimmen des Meuchelmordes und einstimmig,bet Anstiftung zum Meuchelmord und der Leichenschändung schuldig eMart. Aus Grund dieses Verdikts verurteilte der Gerichtshof-Engelbert Baar zu zehn Jahren und Josef Mei« singer zulLJahren schweren Kerkers, verschärft durch Absperrung in dunkler Zelle an jedem Jahrestag der Tat. Baar behielt sich Bedenkzeit offen und Meisiuger meldete die Nichtigkeitsbeschwerde au. 8i« gndlzieoprojeb über einen SoWImord. Marie Stangl vor den Geschworenen. Die 31jährige Wirtschafterin Marie Stangl in Miesenbach war im Juni d. I. zu neun-Jahren schweren Kerkers verurteilt worden, da sie das Geschworenengericht für schuldig befand, ihren Onkel Franz Panzenböck und dessen Schwester Marie im Dezember vorigen Jahres durch Hiebe mit einer dem Panzenböck gehörigen Hacke ermordet zu haben. Die Anklage gegen die Stangl, die durch das Verdikt der Geschworenen bekräftigt wurde, stützte sich auf eine Reihe von Indizien. Als Indizium für das Motiv der Tat wurde angeführt, daß die Stangl danach trachtete, zusammen mit ihrem Geliebten, dem Bauernsohn Franz R e u s ch e r die Wirtschaft der Geschwister Panzenböck zu übernehmen, damit sie heiraten könnten. Für die Tat selbst wurde als hünptsächlichstes Indizium gegen die Stangl angeführt, daß die Zeugen Leopold Eckenfellner und Doktor med. Holzer am Morgen nach der Tat Blntspritzer im Gesicht und an der Hand der Stangl wahrgenommen wurden. Ferner wiesen ein Kopftuch, ein Tuchentüberprg und ein Fetzen von einem zrlcissenen Sack, die vei der Stangl gesmÄen wurden, .Blutflecke auf. Die Anklage hatte auch daraus hingewiesm, daß der ganze Ort die Stangl der Täterschaft verdächtigte, daß ferner die Tatsache, daß Kästen und Läden im Zimmer der Ermordeten erbrochen waren, daß, jedoch beim gerichtlichen Lokalaugenschein zwei Sparkassebücher und im Rocke des Panzenböck etwa 300.000 Kronen Bargeld gefurröen wurden, darauf schließen lasse, es sei der Versuch unternommen worden, einen Raubmord durch fremde Täter vorzutäuschen. Beim ersten Prozeß waren auch der Geliebte der Stangl uns sein Bruder angeklagt, jedoch freigesprochen worden. Der von der Verteidigung der Stangl. eilige» brachten Nichtigkeitsbeschwerde wurde stattgegcben und eine neuerliche Verhandlung angeordnet, die gestern vor dem Kreisgericht Wiener-Neustadt begann. Die Angeklagte erklärt sich auch jetzt wie bei der ersten Verhandlung für nichtschuldig und gibt ab, daß die verdächtigen Blutspritzer am Morgen nach der Tat von ihren aufgesprungenen Lippen sowie vom Frost aufgerissenen Händen und die Blutflecken am Rock von der Menstruation herrührten. Ihre Antworten ans die Vorbehalte des Vorsitzenden über Widersprüche ihrer Aussagen zu denen des Arztes Dr. Holzer sind schr s ch l agsertig. Das Gutachten der Gerichtsärzte gibt an, daß di'e Blutflecken am Heinde sich rückwärts befinden, demnach nicht von der Menstruation herrühren können. Bei der Einlieferung habe die Stangl auch keine aufgesprungenen Hände gehabt. Sodann begann das Zeugenverhör, bei dem es mehrfach zu Zusammenstößen zwischen dem Verteidiger der Stangl und den als .Zeugen vernommenen Gendarmerieorganen kommt. Wesentlich neue Momente erbringen die Zeugenaussagen nicht. Die Verhandlung wurde sodann abgebrochen. Der Prozeß dürste einige Tage - dauern. ■ri74 Sie Prager BorkrlegMulvenkonsereuz. Aus Prag wird uns gemeldet: Die Verhandlungen her ■ nanonalstaatlichen Vertreter wegen der enidlichen Regelung der Borkriegsschuliden nehmen einen sehr schleppenden Verlaus. In den bisherigen Verhandlungen sin-d nur formelle Vorfragen erledigt worden. Man hat sich darauf geeinigt, den ganzen Komplex der Verhandlungen in drei Kernfragen anfzuLoisen, die dann separiert erledigt lverdeu sollen. Das eine Problem .befaßt sich mit der Ermöglichung des Dienstes der durch die Innsbrucker Konferenz geschaffenen Caisse Commune. Diese genieinschastliche Kasse sollte die Zahlungen aus Grund der Leistungen der Nationalstaaten vornchmen. Es sind aber bisher bis aus einen einzigen Staat sämtliche Nationalstaaten ihre Zahlung schuldig gMieben. Die Rückstände dieser belaufen sich auf 9 Millionen Goldsranken. Ohne diese Su-mnr-e kann selbstverständlich der Zinsendienst der Caisse Commune seine Aufgaben unmöglich erfüllen. Das Weite Problem ist die Regelung der Obligationen der Staalseisenbahng «s e l l s ch a f t. Hier ist Frankreich mit der angebotenen Regelung einer Valorisierung von 27 Prozent nicht einvevstaudeu. Es verlangt 32 Prozent und die vorläufige Bindung bis zmn Jahre 1929. Bon da an soll eine ne-ue Regelung Platz greisen. Die Schuldnerstaaten wollen sich aber aus ein solches Anbot nicht einlassen. Der dritte Kernpunkt behandelt die Frage der österreichischen Schatzscheine von 1914. Die Regelung, welche in Innsbruck getroffen ivuvde, jagt, den englischen Gläubigern nicht zu. Die deutschen Gläubigewevtreter suchen die Interessen der deutschen Besitzer österreichischer Borkriegsschulden energisiy zu wahren. Hier haben sich bisher die größten Schwievigjkeitcn ergeben. Ile sranzöfische Bekmögeasfteuer. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) - pari's, 10. Nwember. Zwischen den ParlamentsiparleieN konnie bisher noch leine endgültige Einigung wegen des Ausmaßes der Vermögendst e ne r erzielt werden. Die Sozialisten verlangen, daß das gesamte Vermögen, also sowohl das vwbile als auch das immobile Kapital der ISprozentigen Vermögenssteuer unterworfen werde. Hingegen will die Negierung Mr das mobile Kapital besteuern. Der Antrag der Sozialisten wurde in der Fincmzkommission abgelchnt. Zweifellos würde die Vermögenssteuer ein weitaus günstigeres Resultat ergeben, tvenn tatsächlich sämtliche Aktiven der Vermögenssteuer unterzogen würden. Es fragt sich aber, ob die einzelnen Unternehmungen einen so schweren Aderlaß ertragen können. Liquidierung der Warschauer Snnlfjnufet Rathaus»«. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 10. November. Das angesehenste und.größte Privatbankhaus Warschaus, die Nathansohn-Bank, hat die Liquidierung beschlossen. Das Bankpalais wurde bereits verlaust. Sämtlichen Angestellten wurde gekündigt. Das Bankhaus Äachansohn blickt auf ein Mer von 70 Jahren zurück. Der svüihere Inhaber des Bankhauses wurde oft infolge der großen Transaktionen seiner Bank der Warschauer Rothschild genannt. Das Bankhaus besaß einen großen Judustviekonzern, dem Kohlengruben, Zuckerfabriken, die größte Papierfabrik Polens und eine Reihe anderer JndnstrieMteirnehmungen an- ' gehörten. Außerdem erstreckten sich die finanziellen Trans- Copyright 1924 by 62 Fortsetzung 6urt Wolff V<rlag AvG.Müpcheo Nachdruck verbot«n. Herr Setttoanft. Eine amerikanische Autobiographie von Samuel Ornitz. Archie und Dago Jack drehten sich, um und sahen Dopie mit der rauchenden Waffe in der Hand grinsen ... Es war der erste Schuß, den Dopie aus der Waffe abgefeuert hatte, und er war stolz darauf. Er hatte den Spitzeln gegenüber geprahlt, und nun waren alle drei unter Mordverdacht verhaftet worden. ... Der Billettabnehmer und.- ein alter Mann, der auf einen Zug gewartet hatte, identifizierten die Räuber. Wir versuchten sie durch die üblichen Kanäle Politischer Beeinflussung, der Bestechung und der Drohungen zu erreichen. Boolkie war bereit, sie beide kalt zu machen.. Aber die Eisenbahndetektivs , bewachten und unterstützten sie glänzend. Die Gesellschaft wollte die häufigen Raubnberfälle aus ihre Fahrkartenverkäufer-unterbinden . . . Als Spitzel hatte ein a^estrafter Verbrecher gedient. Das einzige, womit sich damals ein entlassener Zuchthäusler ehrlich durchs . Leben schlagen konnte, war als Spion.Aushörcherund Lockspitzel. Boolkie wollte quitt werden mit ihm. Er schlug den Hausknecht in einer Bar halbtot und erfuhr von ihm den Namen des Mannes, den man im Hinterzimmer biertrinkend in der Gesellschaft Dopies gesehen hatte. Er'war ein Säufer, der es schlecht verstand, seine eigenen Geheimnisse zu wahren. Mit deni Blutgelde hatte er sofort ein wildes Saufgelage veranstaltet. Boolkie spürte ihn in den Kneipen und Spelunken auf, die zu „Jack the Rocks" Revier gehörten. Er setzte einen Preis von hundert Dollar für die Zunge des Verräters aus. Zwei Tage später zahlte er die hundert Dollar aus. Der besoffene Amateurdetektiv war in einem Stundenhotel, in das ihn ein Weib gelockt hatte, erstochen worden. Man hatte ihm außerdem die Zunge herausgeschnitten, um andere Verräter zu warnen. ■ •>* Es kam zum Prozeß. Alles war gegen mich.'Dopie hatte auch den Eisenbahndetektivs gegenüber geschwatzt, sobald er verhaftet worden war. Die Augenzeugen waren positiv und überzeugend in ihren Angaben. Wir konnten uns in die Auswahl der Geschwornen nicht einmischen, da die Detektivs allzu sehr aus der Hut waren. Glücklicherweise hatten wir . uns einen 8er Geschwornen gesichert. Und wir erzielten das. Aeußerste, worauf wir hoffen konnten — die Geschwornen konnten sich nicht einigen. Beim zweiten Prozeß aber waren die Anhänger der Eisenbahngesellschaft aufmerksamer. Sie tronimelten eine ausgezeichnete Gruppe von Geschwornen zusammen. Und unsere Leute wurden schuldig befunden und zum Tode im elektrischen Stuhl verurteilt. Der Richterspruch verursachte Entsetzen, wiewohl wir ihn erwartet hatten. Im nbigen hatte ich lediglich danach gestrebt, einen Schuldspruch für Mord im zweiten odetc dritten Grade zu erzielen. Es'klingt merkwürdig, aber jeder kämpfte und betete um ein Verdikt,- das die Leute zu lebenslänglichem Zuchtha-use. verdammt hätte. Soschr hängen wir alle am Leben. : . ’ Auf dm Gängen stieß ich auf drei trauernde Gruppen. Dopie Jkies Mutter, Frau Schneider, die ihren Kopf mit eintzm wollenen Tuch bedeckt hatte, deren eingefallenes Gesicht wie ein Symbol des . Todchurteiles wirkte, das eben gefällt worden-war, und die in ihrer BerzweWng den Körper rhythmisch hin und her wiegte, stand zwischen den.-Eltern Archies, den bescheidenen und sehr respektablen l Herrn und Frau Aonkel Wötin. Die Wotins waren wie',betäubt, -zusaminengeschrumpft, als ob die - Tränen aus ihnen herausgebrannt worden seien. . Und nahebei stand auch Dago Jacks Vater, sein ledernes Gesichtstarr -von verhaltenen Tränen. .. Am Treppenabsatz wartete Byolkie mit emer Gruppe trauernder Ludlow Slreeter . . . Und noch eine andere Gruppe stand wartend an der Tür, eine Abordnung aus dem WohlfahrtszentMM, die.erschienen mar wie priesterliche Tröster am Totenbette-^ Esther Brinn, Barney-Finn und Dr. Liönel Crane \ > Finns blaßblaue Augen ruhten, Mitleidig auf den beklagenswerten Eltern und wandten sich dann, zornig Boolkie zu. Wer Finn konnte, nicht lange zornig sein. Esther sprach mit ihm, und dann traten sie zu der Gruppe der Eltern und versicherten ihnen, daß der Kamps um ihre Kinder nicht aufgegeben sei . . . Ich versuchte es, ihnen Hoffnung zu machen, sagte ihnen, daß unsere A:;Lsich:en auf eine erfolgreiche Berufung ausgezeichnet seien, aber in meinem Herzen wußte ich nur zu genau daß es nicht so war . . . Wir hatten nur noch eine Hoffnung:. die Begnadigung durch den Gouverneur... der das Todesurteil in lchenslängbiches Zuchthaus umwandeln konnte. Die WoGfahrtsPsleg>er, beabsichtigten gegen die Todesstrafe übechanpt zu protestieren. Ich behütete ihnen, daß es notwendig sein würde, Himmel und Hölle in Bewegung zu sehen, um den Gouverneur zu 'beeinflussen, der RePnbKkaner war und felsenfest an die NotwM-digkeit der Dodesstrase für alle Schwerverbrecher glaubte. Dr. Crane erklärte, der Kampf müsse sich hauptsächlich aus die Person Dopie Jkies konzentrieren. Dessen Leben toar zwar, wie er zugab, das am wenigsten wertvolle. Er sah in seiner Hinrichtung jedoch einen M der Barbarei, dem nur die . rechtliche Ermordung eines Kindes <rn die Seite gelstellt werden könne.. Seiner Ansicht nach war Ikie zum Tode verurteilt , worden, weil er dem Buch- ‘ staben des Gesetzes nach volljährig, wiewohl er geistig auf der. Entwicklungsstufe eines Kindes stehengMeben war -und niemand älter sei, als er vom geistigen Standpunkt aus Mehen Jahre zähle. Die, menschliche Gesellschaft sei fürwahr weit zurückgeblieben, wenn sie nicht anerkenne, daß ' Schwachsinnige wie Dopie Ikie in Wahrheit Kinder sind, die lediglich und gesährlicherweise mit den Körpern erwachsener Männer ausgestattet seien. Da sie aber Kinder seien,'könne man ihnen weder die volle Bürde der Der- . ätttwortung anserlegen, noch sie als erwachsene und v-er- - nünftige Menschen.a'burteilen... Jkies Mentalität —‘ 1 oder ihr Nichtvorhandeusein — war einer der Punkte, , die wir -während des Prozesses ausikämpften. Dom rechtlichen Standpunkt au's konnte niemand behaupten, daß Ikie nicht zurechnungMhig ivar. Ebensowenig wie nm' das von einem 'siebzehnjährigen Jungen behaupten Wnt-e, weil. dieser nur ein beschränktes und ViMiches'. Verständnis für das Leben im allgemeinen und für sein« eigene Verantwortlichkeit hat... Als einer der Srchverständigen, die ich als Verteidiger hatte vorladen lassen, erklärte Dr. Crane, daß Ikie auf Grund, seiner Mentalität als Kind zu behandeln fei. Es sei an der Zeit, daßdie menschliche Gesellschaft sich mit der Pflege, von Schwachsinnigen beschäftigte, wie sie es schon mitten Jrrtstn-nigen tue. Auch sie sollten, wie die Irrsinnigen, isoliert 'werden und sollten gehindert werden, sich sortgu« pflanzen ..« (Fortsetzung folgt.).

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