Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2413 (10.11.1925)
- Date
- 1925-11-10
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2979076-2981191-2981499--24617-3012179- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
itc 2 Wien. Dienstag Wiener Moraeitzeitung . 10. Oiovember 1026 Nr. SM Führendes Haus seit über 50 Jahren Hofbauer GagrUndet1857 Wien, I. Tuch auben 20 10. 7.- Cr6p0 dG Chine (Reinseide) 100 cm. breit, beste Qualität und größte Farbenauswahl .. S Futterseide für Mäntel und Pelze ia grösster Auswahl.S Ottomane und Glanzseide das Neueste für Hute, in allen Farben bereits eingetroffen Schnürlsamte waschbar, original französisch, in den herrlichsten Modefarben, 70 ein breit.per Meter S Kleidersamte (Köperrücken), prima Qualität.aufwärts von S Für die große Mode in Spitzen täglich wechselnde Auswahl in Metall-Volants und Chantüll-Volants sowie das Neueste für Wäsche Trotz der billigen Preise werden nur Qualitätswaren zum Verkauf gebracht | Billigste Cinkaufsquelle für Schneider u. Modisten 7.80 Wie sie sich dreh'rr und wenden. Budapest, 9. November. (Tel.-Komp.) Der Bierzigerukusschnß der Gudapester israelitischen Kultusgemein de «beschäftigte sich heute'in einer vertraulichen Sitzung mit der Frage des Numerus clausus. Er faßte den Beschluß, die vom Foreign Committee des Icwish Board of Deputies an den VöVerbu-ndrai in der Angelegenheit des Numerus clausus gerichtete Petition nicht zu unterstützen, jedoch daran sestguhalten, daß der Numerus clausus an den ungarischen Hochschuilen vollkommen unvereinbar mit den kulturellen Bedürfnissen des Landes sei. Die Kultu'sgemeinde wird in nächster Zeit -mit einer mächtigen Propaganda für die Aufhebung des Numerus clausus «insetzen. der Anklage gegen Steig«. Ser GinDrutf der zmgenvnssagen Sawickis. (Bon unserem H.-Korrcspoudenten.) Rvpprecht sondiert. Der „verwaiste" bayrische Königsthron. Frankfurt a. SR., 9. November. (Wolfs.) Die frankfurter Zeitung" will von einer zuverlässigen bayrischen Persönlichkeit erfahren halben, daß die beiden .hervorragendsten Vertreter des ehemaligen Kronprinzen Ru p precht von Bayern, Kabinetts chef Graf Soden und General v. M 0 ehl, vor zwei Wochen einige Spitzen der Behörden besucht und hiebei die Frage gestellt hätten, wie man sich verhalten werde, wenn sich Kronprinz Rupprecht m naher Zeit veranlaßt sehen würde, die Gewalt zu übernehmen. Keiner der befragten Herren halbe auch nur einen Augenblick mit der Antwort gezögert, daß er trotz seiner monarchistischen Ges i n n u n g heute verpflichtet sei, die S i a a t s o r d n u n g und die Verfassung zu schützen. Der angedeutete Schritt könne, von wem er auch komme, nur als r e v 0l u t i 0 n ä r e r Umsturzversuch angesehen werden. Man werde «nicht zögern, einem solchen Vorgehen mit allen Mitteln entgegenzutreten. Kampf mit Terroristen to Galatz. Vor dem Besuch des Königs. Bukarest, 9. November. Der König ist nach Galatz abgereist, von wo er mittels Jacht in das Donandelta zur -Jagd fuhr. Anläßlich des Besuches -des Königs traf die Polizei die üblichen Vorsichtsmaßnahmen. Bei einer Razzia hob die Polizei eine geheime Ao m muri i st i s che Gruppe in einem Wirtshaus aus. Die Kommunisten widerfetzten sich der Polizei,' gaben Revolverschüsse ab und verwundeten einen Polizeimann. Hierauf erschien eine Militärabteilung, um der Polizei Hilfe zu leisten. Die Terroristen jedoch, die, wie sestgestellt wurde, sich mit falschem Namen, und falschen Dokumenten in da's Land geschlichen hatten, «bewarfen das Militär mit Handgranaten. Ein Soldat wurde schwer verletzt. Es gelang schließlich, die Terroristen 'festzunehmen. Ueber den Vorfall veröffentlicht die Galatzer Polizei folgende amtliche Meldung: Gestern abends, kurz vor bet Rückkehr des Herrschers vom Donaudelta, hat eine Terroristengruppe, der bereits Polizei und das Militär aus der Spur waren, auf ihre Verfolger mehrere Revolverschüsse abgegeben und einen Polizisten vev wundet. Zwei Polizeileuten gelang es, einen Terroristen ft'st;nnehmen, der jedoch eine Handgranate warf, durch deren Splitter ein Soldat verletzt wurde. Auf den Schauplatz beö Attentats ist eine größere Bereitschaft entfernet worden, der es dann gelang, sämtliche Terroristen festzu nehmen. Norwegische Sardinen. Die „Erfolge" von Franks diplomatischer Tätigkeit. Berlin, 9. November. Anläßlich seiner Anne errhei in Norwegen, wo er dem König sein Beglaubigungs schreiben über reichte, hat der österreichische Gesandte Dr. Frank mit der norwegischen Negierung ein Abk 0 nt in c n über den Export norwegische r S a r d i n e n n a ch Oesterreich abgeschlossen. Lemberg, 9. November. Noch immer steht man hier -stiller dem Eindruck der Enthüllungen, welchen die Freitag und Samstag erfolgten Zeugenaussagen des Ehest der Lemberger politischem Polizei Saw icki gemacht hat. Da heute k e i u e V e r h a n d l u n g stattfindet, wird der Vermutung Ausdruck gegeben, daß diese Berhandlnngspause nicht so sehr durch das Eintreffen der Olschan'ski- Akten, das noch nicht feststeht, hervorge rufen wurde, als vielrivehr durch die Aussagen Sawi-ekH, welche dem Gericht Anlaß geben, sich mit den Grundlagen des Moittvärtig stattfindenden Prozesses eingehend zu befassen. Die Aussagen Sawickis haben nämlich die Resultate der Voruntersuchung, aus denen die Anklage gegen Steiger sich ausbarlt, sch wer erschüttert. In dieser Beziehung sind nicht bloß seine schloeren Beschuldigungen gegen Untersuckungsrichter Rudka und seinen Schriftführer Piotrowski von Bedeutung, die nicht mehr und nicht -weniger besagen, als daß Pr 0 t 0 k 0 lle gefälscht wurden (als eklatanten Fall hat Sawicki angeführt, daß der Ausdruck „komm«unisi erende Tendenz", derr er nach den in seiner Anwesenheit getanen Äußerungen Steigers über die Härte sozialer Unteschiede verwendet hatte, im Protokoll in den Ausdruck „kommunistische Tendern z" mngetvandelt erscheint), sondern cs ergibt sich auch die merkwürdige Tatsache, daß die einzige Zeugin, welche in Steiger den Attentäter erkannt haben will, «nach den Tar- 'tellungen Sawickis durchaus keine so genauen Schilderungen ihrer Wahrnehmungen machte, wie es in den U-ntersuchungsprotokollen angegeben ist. Vor allem bezweifelte Sawicki die Aussagen der Pasternak, welche Steiger als Attentäter agnoszierte, .da sie ans die Frage, ob sie Steiger beim Gomibemvurf gesehen habe, erklärte, daß sie nur eine kleine Handbewegung, jedoch nicht den Bombenwurf bemerkt habe. Die Aussagen Sawickis stellen aber nicht bloß die -wsitiven Ergebnisse der polizeilichen Untersuchung, insbesondere der des Inspektors Lukomski als anfechtbar hin, sondern -weisen auch auf Tatsachen hin, welche die Untersuchung nicht erhoben hat., Für die Voruntersuchung war ein wichtiger Zeuge für Steigers angebliche kommunistische Betätigung die Aussage des Kommt Werchola. Werchola, der Polizeikonfident -war, tvuvde von seinen eigenen Vorgesetzten als Lügner und Phantast bezeichnet. Den Leinlbergev Untersuchungsbehör.den war es nicht bekännt, daß dieser W e rch 0 l a geisteskrank ist, daß er häuisig erfundene Matiouen an seine Polizeibehörde gegeben hatte und daß ein gerichtsärztliches Attest über seine Geisteskrankheit existiere. Neben dieifer UnterlassuW zeihen die Aussagen Sawickis die LemÄerger - Polizeibehörden grober Nachlässigkeit -in der Untersuchung über die Existenz einer geheimen ^r. ukrainischen Militärorganisation. f Sawicki hat vor Gericht an Hand von einer Reihe von Protokollen, Briefen und Dokumenten nach^rwiesen, -daß er eine Mainische Milttärorganisation, deren' Existen; noch in -er Anklageschrift bestritten wird, tatsächlich fe.ii 'geraumer Zeit in Qstgalizien gab und daß sie bis 5unt heutigen Tage «besteht. Im Zusammenhang mit diesen: Heil.der Aussagen Sawickis ist es von besonderer Wichtigkeit, daß in der Samstagverhandlung das Polizeiprotokoll über die anonyme Karte verlosen wurde, -welche die Przenchsler Polizei am 3. September 1924 erhalten hat. In dieser Karte, die vom 2. September, also drei Tage vor dem Attentat, in Lemberg datiert ist, wird die Polizei daraus aufmerksam gunacht, daß die ukrainische Bereinigung „Nas z Prapor" ein Attentat gegen den Staatspräsidenten vorbereite und daß die Personen, welche es ausführen sollen, bereits ausgelost seien; das Attentat solle in P r z e m y s l oder in Lemberg verübt werden. Der Polizeirapport über diese anonyme Karte besagt, daß die darin enthaltene Angabe, es werden sich mehrere Personen an dem Attentat beteiligen, richtig sei, denn außer Steiger sei auch dessen Kollege Fichmmm an dem Attentat beteiligt. Daß FiHmann mit dem Attentat gar nichts zu tun hat, ist bereits lange erwiesen. Dadurch ist der Wert des Polizeirapports gekennzeichnet. Ferner besagt dieser famose Rapport, daß die Karte in dem Lembevger Stadtteil aufgegeben wurde, wo Steiger wohnt, also habe sie Steiger geschrieben. Dieses Ergebnis der polizeilichen Erhebungen braucht nicht weiter kommentiert zu werden. Wie veÄautet, berei-tbn Staatsanwaltschaft und B e r t e i d i g u n g noch eine Reihe von e r g ä n z e nden Beweisanträgen vor. Ob diese schon in' der Drenstagverhandlung, gestellt werden«, -ist nach «unbestimmt. Sie Aussperrung in Steyr. Noch fcftte Einig»»-. Seit mehr als fünf Wochen'sind die Arbeiter der Waffenisabvik in Steyr ausgesperrt. Mnrster Dr. R e s ch hatte die Generaldircktion der Waffe nfabriks--1 A.-G. in Steyr «und die GelvevkschastskonMission sür l gestern vormittags zu einer informativen Aussprach eins Ministerium >für soziale BerwMmg ge- -laden. Für die Wafftnsabriks-A.-G. Steyr erschienen Geweraitdirektar Schick, Dr. Margaretha, für die Ge-werkschaftskommission die Nationalräte Dome's Md Baum gärtet, Gewevkfchaftsfekvetär W a l z l und Ing. Seidl. In einer über zwei Sttlnden währenden Besprechung konnte heute eine Einigung nicht erzielt werden. Minister Dr. R e s ch lud -die.Herren zu imex Freitag unter seinem Vorsitz stattfindenden Fortsetzung derselben ein. Bergavbeiterstreik in Steiermark. Gestern früh sind 180 Bergarheiter des Bmunkphllenbergbaues S-tt Ka ihr ein am Härenste in, der der Fevstritztaler Bevgba-u-A.-G. gehört, in den Ausstand getreten. Als Grund der Arbeitseinstellung wird Maßregelung der Vertrauensmänner angegeben. Verhaftung eines Hochstaplers. Am 6. d. wurde der SSjährige Agent Eugen Do «bösch, aus Czegled, der im Hotel Silier auf dem Schweden- Platz unter dem fHchen.Nanren Julius Dales svchnte, verhaftet. Er hat einem Juwelier in MariahiÜf unter der Dorspivgelung, er fei Akii-onär und Miteigentümer der seinen beiden Brüdern in Temesvar gchörigen Samuel Dolbosch A.-G., einen Platinring mit zwei Brillanten und ein Paar Ohrgehänge im Werte von 8000 Sch illing entlockt. Den Nin«g und die Ohrringe hat er gleich darauf dem Jutockier Herzl in der Singerstraße vettanft, die Ohrgehänge um 60 Schilling verpfändet. Ferner ließ er sich bei einer Wäischefirma in der Praterstraße kostbare Leibwäsche nm 4000 Schilling an'fertigen. Eltze aber die Lieferung erfolgen konnte, erfolgte seine B e rh ä f t n ng.- 'Dobasch' hatte' auch versucht, bei einer PeWrma Waren um 8000 Schilling, bei einer zweiten Pelzfirma um (»600 Schilling zu entlocken. Endlich vevsnchte er der Gummisobrvk S ch n e ib er. in der Köstlergasse Äumnnkrairkenpstegcartik«-! im Werte vön 7(10ü Schilling cherauSMocken. Die Ware wiM M Internationalen Speditionsgesellscha^r unter der' Tnchlanben gekracht- und Dobo-fch suchte'nun den Spediteur Braun,'Mariähil-ferstraßL 50, aus und ivollte bei ihm auf pie l-agerM Ware ein Darlehen von 8H0V Schilling cmfnchmen, doch Mug auch dieser Versuch fchl. Dobosch ist wegen Erpressung mit vier Monaten Zdecker vorbestraft gnlb ljawdesverwiösen m AMM der Sriista. Ein Lrohbrie; an den. Staatsanwalt. -Aus Berlin wird berichtet: In fortgesetzter Berhanohng gegen die Gväifm Bothmer gab der Anklageve-rtreter Machst bekannt, daß ihm von unbekannter Seite folgender Drohbrief zugegangen ist: ,-Sehr gechrter.Herr Oberstaatsanwalt! Tun Sie Ihr Möglichstes! Die Frau Gräfin ist unschnl«dig. Wenn nicht, dann sind Sie der Gerechtigkeit verfallen. Srturn." SodaM hnwfoe die Angeklagte über ihr Verhältnis zu dem Arbeiter Stangen vernommen. Die Gräfin erklärte, Stangen habe sich ihr gegenüber des Diebstahls in Polzin selbst bezichtigt. Ans die Frage des Vorsitzenden, warum sie ihn nicht sofort angezeigt habe, antwortete sie, Stangen habe einen so „furchtbar anständigen Eindruck" gemacht, tdaß sie ihm versprach, ihnim Gefängnis zu unterstützen. Die Answürterin im Hause des Präsidenten R i e ck, Frau B adu r a, gibt an, sie sei, als sie den Diebstahl her Teppiche entdeckte, zur Gräfin gelaufen Md. habe sie gefragt, was mn zu tun sei. Darauf habe'ihr die Gräfin verboten, die Polizei zu benachrichtigen. Dieser Aussage widersprach die Gräfin aufs heftigste. , Die Badura erklärte weiter, sie habe beim Verlässen der Ri-eckschen Wohnung mit Papierstreifen rn -Len Türen und Schränken Zeichen gemacht, um seftzustellen, ob während ihrer.Abwesenheit wieder gestohlen worden sei. Zwei Tage später habe sie bemerkt, daß die Papierstr-eifen beiseite geschoben waren und daß die Wäsche abigenommen hatte. Doch könnte sie'die ihr vorgÄegte, aus dem Besitze der Gräfin Bothmer ftammende Wäsche ni^ l mit Sicherheit als. Eigentum der Familie Rieck agnoszieren. . Fünf Milliarden Krone« mit zwei SchelhMmer-Lolen gewonnen! -Bei der gestern beendeten Zichung der 15. üsterreiMcheN .Massenlotteme wurde sowohl die große Prämie im BetvLge von 8 Milliarden Kronen als auch der größte Hcvüpttrchfer.im Betrage von 2 Milliarden Kronen mir Äsen, welche 1 vom Banchaus Scholhammer n. Schattera, Wien. 1. Bez., Mephans- Mtz 11, verdaust wurden, g^swonnen. Die Prämie von 8 Millliarden entfiel auf Nr. 716), der Haupttreffer von 2 MiMrben auf Nr. 70.038. - Interessautevweqe entstehen Luch die größten Hcupttrcher der 2., 8. und 4. Klasse -dieser Lotterie auf Schvl- .haMMrÄle. , . . .v; V;,,v