Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2413 (10.11.1925)
- Date
- 1925-11-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Jahrgang i Sie Hkifch-pMinenWe Grenze Dame w M v b e - S p a n g e n - S ch it h e Boxkalf. .... . . 37-eo Prtm.a-Lack... . 39;öo Herren-Halbschuhe Boxkalf. . . . i 42**» Prima-Lack.49-oo Qualität,Ze l l in e k". VH., Burggasse 5 _ . ■ ■ . . > m Sie Sotojelleute auswöttr und zu Haufe. ' '.: /ZiMWfche^ . ' Wenn die'Moskauer Herren ins Ausland fahren, lassen sie Bluse'und-Mütze zu'Hause und tun Frack Md Glacehandschuhe in'den 'Koffer. Die bolschewikischen Diplomaten sind ebenso geschniegelt und verlogen.toteihre Kollegen und vertuschen, Verdrehen- und säusekn.beschwichtigend wie irgendein Marquis oder Conte aus-der alten Schule.' Als kürzlich ' der russische Außenminister Tschitscherin Europa mit seinem Rußland' .glänzend -persörgt sind.: Als Mwihm-von Berichten über rücksichtslose Verfolgung der Zionisten in. Rußland erzählte, da schlug er die . Hände über^dem Kops zusammen und jammerte über die Bosheit und Verlogenheit .der Menschen: - Nicht ein Wort.'währ, nie ist einem Zionisten' von den Bolschewiken ein Haar/gekrümmt worden. Wenn kleine „Mißverständnisse" von' altersher beständen, so sind sie restlos beseitigt. So sagte Herr Tschitscherin und beifälliges Gemurmel ging durch die jüdsche Presse. / Zur gleichen Zeit, al§: Tschitscherin jüdischen Journalisten — auch Zionisten warm die Müde drückte und ' ihnen Honig um den Mund.strich/ wunderten e i n kg-'e hundert: 13 i o n i ft en i n den Kerk e x-u nd nach Sibirien. Das kaut so: Fünfhundert russische Juden, arme Teufel, waren auf den Einfall gekommen, Rußlands Staub von den Füßen zll schütteln und -nach dem Jüdenländ,nach P a l ä st i n a zu ziehen, und zwar zu -Fuß, weil sie nichts hatten. Sie machten sich auf den Weg, aber bald sauste die Eisenfaust bolschewikischer Gerechtigkeit'- auf die todeswürdigen Verbrecher nieder. Zirka -vierhundert Wanderten in die Moskauer Kerker und'nach Sibirien, -der- Rest e n t w ich über die Grenze und nachdem auch "die Mehrzahl' der Entwichenen an E n tb e hru ng enzugründe-gegangen waren/ erreichten zirka dreißig die persische Hauptstadt T e her a n, wo sie jetzt -angstvoll der Erlösung harren. -- l - - ' Die palästinensischen zionistischen Behörden zeigen sich bereit, die >Unglücklichen aüszuuehmen,-aber sie-machen die Rechnung.ohne den wüssischeu Wirt.' Devs o w j e t i st i s ch'e K o n s u l iw 'Teheran verlangt die % -u s I i e f e r u n g der zionistischen „Schwerverbrecher" an Rußland und protestiert dagegen, daß man ihnen'die Fortsetzung der Reise nach Palästina^ gestattet. Herr Tschitscherin '.aber Wird nächstens wieder die Hände über ^dewfKöpfe zusammenschlagen uüd über die Bosheit und Verlogenheit' der Menschenjammern und die Journalisten werden! seinen guten Tee trinken und seine guten Zigaretten rauchen undihn einen guten Mann sein lasten. »i> NiM-liirlillb« *M»i- Paris, 9. November. Gavas.) Wie die Blätter aus Kopenhagen melden, foll«zwischen Rußl and Md. der. Dü r k ei. ein AWmMn züstäude-Wkonttne>n sein, wosiach Sowjetrnßlcmd der' Türkeihiusichtlich. : her M o s s u ltftoge und - der. mvcha.mme.danr s chenBeweg n mg iUntepsiutzu'ng gewahren -soll,'' mährend die Türkei! Sowjetmtzlaud -Miseiner Politik. im -O r i e n t' Beistand. ' Würde.- - - :: Die Drusen vertreiben die Christen. London, 9. November. Das Reutersche Bureau berichtet aus N e w - 8) dp' k, daß dort Meldungen Mer die Einäscherung a mer ikänischer .Missionsschulen und'K irchon in der Gegend . südlich von Damaskus eingetragen, seien, -wo.düe D tufe-n die a r m « n.i s ch - syr i sch e n C'h r i st en v e r t r iebe n haben. - , . 1 . . Die. amerikanische Hil'^Mission für den nahen Osten berichtet, daß.die b r i t i s ch^e n B e h ö r d e n i n P a l ä-. st i n a d i e G r e n z e n für Flüchtlinge aus - Syrien gesperrt haben, so daß sich setzt zahlreiche Flüchtlinge an der Grenze angesammelt haben. Es Wurden Vochereitungeü getroffen, um gegebenenfalls 10.0 0.0 -syrisch <e -W a i s e n ki n d e x unter den Schutz der Hilfsm-ission für den nahen Osten' möglichst rasch äbtzubefördern. " . -__ Faiial bei Fuad. Alexandrien, 9. Oovember. (Wolisf.) Der ägyptische Premienmnistcr Ziwar P.ascha und König Faisal vott Irak sind hier eingetMen. Ter-König.begab sich im Automobil. zu einer Z n s. a M m e n k u n s t m i t K ö >r i g F u a -d. Er wird heute abends nach. Kairo-weit-evsalhren und dort ^E>a.si.des.britische.n Oberkommisisärs-sein. Siiza Khaur Aegiermg aaerkimnt. . M«kr:). --A-Il«' ««.rixP'&üx aü"s4vtigtzn Machte-hcchen Riza Kha n Schreiben 'übermchs,l.-wörin ^seine-' Regierungan- ■.tx I a n nt -wich. Di^ Wa h;l e ntsür die gesetzgebende Natiomlversämmlung begmnen Dienstag. AMtalieuische Kemonftrationen in Agram und Svalalo. Infolge der faszistischen Ausschreitungen in Triest. Migendienst der „Wiener Morgenzeituug".) Belgrad, 9. November. Die ' anläßlich der Entdeckung .. des „Komplotts" gegew Mussolini stattgesundenen f a s-z i st i s ch e n A u s s ch r e i tu n g e n i gegen Slowenen in Triest und'die durch sie entstandene 'Erregung .haben gestern zu - amiiitälienisch en Dem<Htstrat-i ont n in Agram und Spalato Anlaß gegeben. In Spa lato wurden italienische Ge- 'schäfte demoliert. In Agram verb.rannten 'die Demonstranten, ' hauptsächlich Studenten, eine italienische Iah n-e, Für Mittwoch und Donnerstag 'wurden in Agram weitere Demonstrationen angMndigt; die jugoslawische. Regierung, hat jedoch auf Grund eines Ministerrätes beschlossen, diese'und sämtli che gegen J t a-l i e n g e r i ch t e t e n K u n d g e b ü n g e n durch energische 'Maßiiahm'eN zu bereit e l n. Die Oemeinderabwahle« in Volnisch- Schlesien. Krakau, 9. November. (Tschechoslow. Preß.-Bur.) Die wichtigsten Resultate der G e m e i n d e r a.i s w a h l e n * in P o Ina sch - S ch l es i e n. sind folgende: In B i e l i tz 'erhielten die Deutschen 17 Mandate, die Liste'der Polnisch- Gemäßigten fünf Mandate, die polnischen und deutschen Sozialisten ' acht Mandate, die Juden s e ch s M a n "da te. - ' .• " - In S k o t s ch a n erhielten die bürgerlichen Denw- - kraten. (polnisch) zehn Mandate, die Volksparteiler, die -Sozialisten und die Juden je ein Mandat und die Deutschen fünf Mandate. - In Polnisch-Teschen erhielt die deutsche Wahl gemeins.chaft'14 Mandate, die polnische Wahlgemeinschaft 13/.; die polnischen. Sozialisten vier, die p o l n i s ch .jüdische Partes drei und die jüdisch-bürger lich.e Partei zwei Mandate. . - Die Wahlbeteiligung war durchwegs gering. In 'Deschen fanden am Porabend der Wahlen D e nr o nstrat.ionen von Studenten statt. Die Polizei ..'nahm m-e h r e r e V S r h af t un g en wor. Setölen belehrt seine Zukien. Auch religiöse Minderheiten genießen ' Minoritätenschuh. Die unentwegten magyarisch-jüdischen Asfimilanten haben vom Ministerpräsidenten Grafen Bethlen eine woWvevdiente Äektion über das neue Völkerrecht und die Rechte der Minderheiten erhalten. Wie vor einigen Tagen berichtet wurde, haben-die Führer der ung-rrijchen Assimilation in ihrem widerwärtigen Servilismus gegen die Mion ausländischer jüdischer Organisatiöneu' beim Völkerbund gegest den Numerus, clausus - einen vvn Patriotismus ü-llertriesenden Protest virröffenitlicht. Uber auch seübft lehnten sie jeden Schritt ihrerseits beim Völkerbund ab, weil sie sich dadurch — .'horrihile dittu — als nationale Minderheit deklarieren würden. Nun kommt Ministerpräsident Bethlen und belehrt die Koryphäen der „verantwortlichen Führer der: ungarischen Judenschaft"' darüber, daß sie.völkerrechtliche Analphabeten sind, und daß sie sich nicht auf ihn ausreden mögen, -wenn sie nichtden Mut ausbringen, die Sache, des .Judentums vor dem Völkerbund selbst zu vertreten. In einem o^senbar bestellten Interview, -das er dem Redakteur des-„Az Est" gewährte,-sagte nämlich Gras ,/Jch fahre nach Genf und werde einige Tage dort bleiben, 'besonders wegen der-finanziellen Fragen, deren Besprechung schon aus dem Grunde sehr wichtig i>ft, ivei-l .. sich die Frage der Sanierung.ihrem.Ende nähert.-^Was : die Frage. des N u m e r u.s - c l.a u s u s anlauMMas Mßt, daß die Frage vor dem. PMerbmch -. .veWchdäst' wird, haben sich in der östenüichen PWnung.-,sälsche- "Frieden - hörenstn-cht nur die -auch.die.-re-l.i-. glösen Nassen- und.Sprach-enfragen in das Programm des Völkerbundes.. Wenn an den -' Vötkevbllnd eine Petition gerichtet wurde,, die 4 -das Schicksal der ungarischen Juden betr-isst, so bedeutet das n-och nicht, daß die Petition die Juden als eine Mtionale Minderheit, sondern als eine re l -i g i ö s e M i n d e r- .. heit betrifft, und die Behandlung, dieser Fmge ftcht - - eben auf Grund 'des Trian-one-r. Vertrages in der Macht , des Völkerbundes. . Daß eine solche Petition an den Völkerbund gelangen kann oder überhaupt gelangte, >biu - ich nicht autorisiert, zu kritisieren, sondern das ungarische 'Judentum. Vom Standpunkt/der internationalen Ge- 'pflogenheiten ist aber eine solche Petition denkbar^ -da sich -der VMerbuwd auch mit den Fragen der religiösen Minderheiten beschäftigt." Die ungarischen Juden haben nun die Möglich'keit, -die Wiederherstellung ihrer verkürzten Rechte als „veligiöse Minderheit" beim Völkerbund zu 'betreiben. Jetzt haben sie auch -den ,Hechscher" des Ministerpräsidenten dazu.- Es ist aber bei der Denkungsart der magyarischeu Juden Gim anzun'chmen, daß sie -von diesem Hechscher Gebrauch-machen werden. ' Eine andere Sache aber ist >der -plötzliche Umschwung in der Anschauung.des ungarischen M-inisterPräsidenten. Bisher' vertrat er den Standpunkt, -daß der Numerus clausus in Ungarn nicht gegen die Juden gerichtet sei, 'ein Standpunkt, den auch die ungarischen Delegierten in d'en verschiedenen internatio-nalen Gesellschaften und auch beim Völkerbund wider lbesseres Wissen vertreten mußten, ohne allerdings Glauben zu' finden. Die letzten Erfahrungen in Warschau und W a sh i n g t o n mußten Bethlen davon überzeugen, daß mit solcher windiger Argumentlerung nicht mehr das Auslangen gefunden werden kann. Dazu kommt noch, daß Graf Bethlen jetzt in Genf neue finanzielle Z u g e ft ä n d n i s f e erhalten möchte, und zwar während -derselben Tagung, in der auch -die Eingabe der jüdischen Organisationen -wegen Aufhebung des Numerus clausus in Ungarn zur Verhandlung gelangen .wird. Es hat fas! den Anschein, als ob Graf Bethlen'jetzt die ungarischen Inden vvrschieben -möchte, damit sie felbst durch den Völkerbund die Aufhebung des gegen den Trianon-er Vertrag verstoßenden Gesetzes durchsetzen und er der Notwendigkeit enthoben werde, sich wegen Annullierung des Gesetzes mii seinen Parteien auseinanderzusetzen. Nebenbei bemerkt, hat vor einigen Tagen die sozial» -demokratische Nationalrätin Anna Kethly >im Pavlas njent einen Antrag auf Aushebung des Gesetzes eingelbracht. jeder. Kunde erhalt kostenlos Anweisung auf eine photographische Aufnahme und drei herrliche Photos ohne Nl Preisaufschlng bei Einkaut von S. 30 im Watenhaus tfi Schiff mann II. Taborstraße 4« Telephon 47-1-71 En gros En detail