Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2411 (8.11.1925)
- Date
- 1925-11-08
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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J V Wiener Morgenzeitung 8. November 1.928 GsA S Alle eileiizu ZteinÄSK&s 2M alee ist:BfflkjU.(fUt I 9ZERN QM/IT7 I % Mäntel Mäntel Mäntel Billige Kinderwoche: Velvfttln<Kleidch9nl entzückende Fassons ab S 3,90 Schulkleldchen aus schwerem Rips. . .abS 14.— Flausch-Mfintel aus gutem Material. . . ab S 12,— Valour-Mfintel, sehr flott . . . - .... ab S 23.— TeddybfirplUsch-MSntel mit Haube. . ab S 42,— Knaben-Boy*Mfintel mit Goldknöpfen . ab S 24.— Knaben-SchulanzUge, ganz gefüttert . ab 8 25,— Bis zu 30% reduzierte Preise aus gu* en Stoffen, engl. Genre, flotte Fasson aus prima Ve’our-Flausch, reine Schafwolle . . ab S aus gutem Velour, gefüttert, watteliert und pelzvtrbiämt.. .ab S aus feinem Velour, Glockenform,' pelzverbrämt, * itllllCl gefütteit und watteliat.ab S aus herrlichem Winter-Eskimo, reiche. Pelzverbrämung ... . ab S Mäntel Mäntel Mäntel aus SeaiplQsch .. .ab S aus hochieinem Ottoman, reich pelzverb ämt, ganz Seide gefütteit, watteliert . . . . . . . ab 8 K0StÜMe *us gu*etl ^"ierstoffen, gefütter, watteliert Winterkleider, wann> *** p,aWische Ausführi Velour-Kashakleider, apari« Vumt ab:s Crepe de chin-Tanzkleider, *£?£}£Bffi 129.— 149.— 165.— 65.— 29 — -fa.den .ä S 29.- |y| J E Täglich von 11 bis 1 Uhr Vorführung allerletzter Schaffungen in Mänteln, Cömplets, Kostüment Uli iT10uCll*,3ai0ll m. Edelfellverbrämungen sowie Kleidermodelle f.Trotteur, den Nachmittag, Abend u. Gesellschaft Nr. 2Ä Bfilfcw, 'ÖÄffitfaiäl Fortsetzung der Maus im Allgemeine« Krankenhaus. Protestversammluttg der Hilfsärzte. Wie bereits gemeldet, nchmeir die Hilfsärzte des Allgemeinen Krankenhauses dcngogen Stellung, daß wiedermn Abteilungen des Allgemeinen Kranlkenhaufes geschlossen werden sollen. Wie schon zur Zeit der großen >Abbaliaktion im Jahre 1926, der die dermatologische Abteilung Proif. Ehrmann und die Abteilung Pools. Frisch zum Opfer M, tvo«bei gleichzeitig zahlreiche Aerzte vbgelbaut und eine große Anzahl Spitalbetteir nicht mehr verfügbar wurden, versuchen auch jetzt einzelne klinische Chefs, so vor allem Pros. Chvostek und Prof. Höchen egg, ihre Kliniken aus Kosten der Abteilungen zu vergrößern. Sie üben aus das Gesundheitsamt einen Druck aus, um die Auflösung der orthopädischen Abteilung des Pools. Lorenz und der internen Abteilung des Prof. Pal zn erreichen. Gegen diese Absicht des AolkSgesundheitsamtes protestierte gestern die Hillfsärzteorigaulsation in einer im Allgemeinen Krankenhaus abgehaltenen Versammlung. In der znm Beschluß erhobenen Resolution heißt es: „Gegen den im Jahre 1923 unter großen Opfern für Patienten und Aerzte vovgenommenen Abbau dreier Abteilungen des Allgemeinen Krankenhauses hat sich die Aerztefchaft nur deshalb nicht gewchrt, weil sie glaubte, den Sparmaßnahmen Verständnis entgegenbringeu zu müssen und weil sie damals vom Ministeriuim die Zuficherung erhielt, daß ein weiterer Mbau nicht' mehr in Frage käme. Die Aerztefchaft wird jeden weiteren Versuch, einerseits Abteilungen äbznbauen, um die damit verknüpfte Spitalsbet 1 ennot noch zu vergrößern, andererseits die Ausbildungsmöglichkeit der Aerzte des Allgemeinen Krankenhauses noch mehr zu unterbinden, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln bekämpfen." Ter Sz.llgg-Kilometer'Flng. Der Weltflieger De Pinedo zurückgekehrt. Wie aus'Rom unterm 7. d. berichtet wird, ist gestern nachmittags der Flieger Francesco de Pinedo nach Vollendung seines Weltfluges über eine Strecke von 53.009 Kilometer aus der Tiber gelandet. Eine riesige Menschenmenge bereitete ihm einen begeisterten Empfang, zu dem fict) auch Mussolini und die Zivil-und Militärbehörden Roms eingefunden hatten. De Pinedo hat mit seinem Flug einen Weltrekord ausgestellt, da die von ihm durchflogene Strecke die längste ist, die mit demselben Apparat absolviert wurde. Pinedo hat hat für seinen Flug fast sieben Monate gebraucht; er hat ihn im April vom Lago Moogiore angetreten, dann Kleinasien, Persien, Indien, den Archipel und Australien überquert, flog von da nach den Philippinen, Japan und China und kchrte dann wieder über Indien» Arabien und Griechenland zurück. Heute abends hat dem Rekordflieger zu Ehren ein Bankett stattgchmden, an dem u. a. die diplomatischen Vertreter aller von de Pinedo überflogenen Länder teilnvhmen. * Evas Apfelbaum. Aus Ceylon MM ihn gebindert zu haben. Er hat berauschend duftende DWen und die Früchte haben die Form eines Apfels, außen orangefarben, «innen tieif scharlachrot. Jede Frucht hat ein merkwürdiges Zeichen, sv, als ob bereits jemand davon einmal ab gebissen habe. Die Frucht ist überdies giftig und weil sie gar so verführerisch ausfchaut und dann, wenn man nicht widerstehen Saun, viel Unheil anrichtet, hat man den Baum „Evas Apfelbaum" genannt. Volkes existiert seit der großen Zersplitterung nicht mehr, ebenso wie die Einheit der Rasse geschwunden ist. Der alte Streit der Sephardim und Aschkenasim ist noch nicht erloschen. Diesen nationalen Strömungen setzt sich der alte Universalismus > entgegen, der ebenso leicht in einen internationalen Kapitalismus als in Revolutionismus ausartet. Es besteht hier ein Widerspruch, der zu lösen wäre, und noch nie war das Judentum mit größerem Eifer als heute um die Lösung bemüht. Der Zionismus und die Bewegung, die eine Art Prophetentum ist, sind die zwei verschiedenen Bahnendie das moderne Judentum betreten hat. Der Zionismus hat als Ziel das Universum erkoren, aber seine erste Etappe ist eine nationale; das Palästina Home scheint bestimmt, der ganzen Welt als soziales Vorbild zu leuchten» ein Mikrokosmus davon zu sein, was Verstand und vereinter Wille der Menschen auf Erden schassen können. Das jüdische Prophetentum betrachtet die Welt als seinen Wirkungskreis, das Judentum müsse seine.Sendung erfüllen, um die abendländische Kultur vor sicherem Untergang zu schützen. Das jüdische Prophetentum, das sich auf einen tiefen Mystizismus stützt, glaubt dem Kultus der Materie und der Maschine endgültig entronnen zu sein, um den Kultus des Menschen und der Seele wiederherzustellen. Um dieses Ziel zu erreichen, scheut es eine Annäherung an das Christentum nicht; das Buch eines jungen italienischen Juden, Max A s c o l i, „Le vie della Croce" ist dastir recht charakteristisch. Trotz dieses Mangels an Einheit sind diese Bestrebungen des neujüdischen ProPhetentums von großem Interesse, da sie wie das Grabesgeläut des alten formellen orthodoxen Judentums klingen. Wird das Ende des starren, eng umgrenzten Judentums einen neuen Glauben herbeiführen, der, ähnlich wie das Christentum vor zwanzig Jahrhunderten, die religiösen Ideale der Menschheit verkörpern wird, oder bedeutet das Ende des alten Judentums das Ende des Judentums als solchen? Es ist ein spannendes/Problem und es. ist ein .menschliches Problem. Ae Diebstähle der Gräfin. Aus Berlin wird unterm 7. d. berichtet: In dem Diebstahlsprozeß gegen die Gräfin Bothmer wurde heute die Behandlung des zweiten Diebstahlssaktums begonnen, das der Gräfin zür Last gelegt wird, die Diebstähle von Büchern, Kristallvasen, Wäsche, Silberbesteck, Silber- Pokalen usw. aus dem Bösitz des pensionierten Landgerichtspräsi-denten Ri eck, wobei die Gräfin falsche Schlüssel und andere Werkzeuge zum Oesjfnen der verschiedenen Behälter verwendete. Zunächst wurde Rieck, in dessen Wohnung sich die geheimnisvollen Diebstähle abgespielt Haben, als Zeuge einvernommen. Er ist 81 Jahre alt, aber von großer Rüstigkeit, und äußert sich in Worten höchsten Lobes über die Gräfin, die ihn und seine Gattin feit Jahren wie eine leibliche Tochter betreut hat. Er schildert die Gräfin als etwas sehr lebhaft und sprunghaft in ihrem Wesen, traut ihr aber die Diebstähle nicht zu. Er habe seinerzeit auch den Verdacht gegen die Gräfin,mit Entrüstung zurückgewiesen. Nach dieser entlastenden Aussage nahm der Prozeß eine sensationelle Wendung, die für die Wetterführung der Verhandlung, besonders aber für die augeklagte Gräfin Bothmer von geradezu katastrophaler Wirkung sein kann. Der Zeuge Otto Stangen, der gestern ausgesagt hatte, er hätte den Diebstahl in Polzin ausg-eführt, hat heute mittags ein Geständnis abgelegt, daß er von der Gräfin bestochen worden sei. Die Gräfin, die ihn gebeten hatte, ihren Namen zu retten, hat Stangen nach und nach 80 Mark (!) und bei seinen Besuchen auch Schnaps usw. gegeben) Es gab dann noch einen erregten Zwischenfall, der das Milien dieses Diebstahlsprozesses charakterisiert. Ms der Vorsitzende bezweifelt, daß die Angeklagte wegen Errettung eines Kindes die Rettungsmedaille erhallen habe, sprang der Verteidiger aus und warf dem Gericht mangelhafte Unter« is u ch n n-g oes ganzen Falles und Befangenheit vor; anstatt die notwendigen Zeugen für diesen Vorgang 'herbeizuholen, würde die Gräfin einfach als Lügnerin hingestellt. Dagegen müsse die Verteidigung in schärffter Form protestieren. Auch die Gräfin Bothmer sprang auf und ries aus: „An hoher Stelle ist man mir nicht gewogen, deshalb wurden alle Hechel in Bewegung gesetzt, nm mich unter allen Umständen als schuldig hinzustellen." Ae Wische« Tabakarbeiter in Pole«. In der polnischen Tabakindustrie, in der bisher fast ausschließlich jüdische Arbeiter beschäftigt waren, nimmt deren Zahl seit der Uebevn-cchme der Tabakfabriken durch das staatliche Tabakmonopol stetig ab. Jetzt wurde, wie I. T. A. berichtet, in den Tabakfabriken in G r o d n o die zweite Arbeitsschicht abgeschafft, wodurch 700 Arbeiter, unter ihnen mehr als 50 0 Juden arbeitslos wurden. Die polnischen Arbeiter der zweiten Schicht wurden in der ersten Schicht, untergebracht, aus der dagegen 153 jüdische A r b e i t e r e n i* lassen wurden. Der Verein Wischer Seeleute i» Palästina. Aus Jer-ulsalem berichtet I. T. A.: Der Verein jüdischer Seeleute in Palästina teilte der Direktion tot Aineri ean - Palestine -Line mit,!daß 3ü Vereins- Mitglieder «bereit find, in dm Dienst dieser Linie zu treten. Der Verein wandte sich auch an die Fab re-Line mit dem Ersuchen, auf den JmmigranteNdampfem auch palästinensische Seeleute bis zu 16 Prozent zu beschäftigen. Ein ähnliches Ersuchen wurde an den Lloyd Criestino gerichtet. . ' Der Verein jüdischer Seeleute in Palästina - zjäW 125 M itglieder, von denen einige eine 25fährigE Erfahrung auf hcher See besitzen. Es sind unter ihnen acht qualifizierte. Steuermänner und Kapitäne. * i