Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2408 (5.11.1925)
- Date
- 1925-11-05
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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S&ten, Donnerstag Wiener Morsenzeliung 8. November 1926 Gelte ü Ar Bücher der Pere Stzmer. Ein Pariser Originkl gestorben. Dlejer Tage wurden in Paris im Hotel Drouot die Bücher des Pere Shmes versteigert. Der Gesamteres betrug 4 0 2.0 V 0 Franken. Ein paar Tage zuvor waren sämtliche anderen Habseligkeiten, Möbel, Melder vstv. öffentlich ausgeboten worden. Sie erzielten zusammen 894,50 Franken, und zwar dank einer goldenen Uhrkette von eigenartiger Fasson, die allein mit 500 Franken bewertet wurde. Wer Bücher -besitzt fort Werte von 400.000 Franken, und dazu Möbel nebst Kleider für 4M Franken, der ist unbedingt als Original anzusprechen. Bei den meisten anderen Menschen ist dieses Verhältnis gerade umgekehrt. Pere Shmes war ein Original, und zwar eines von kuriosester Prägung. Er hatte seinen Bücherladen in der altert Rue des Boaux-Arts, und man gelangte dazu durch einen niedrigen Kelleveingang. Um aber Pere Shmes von Angesicht zu Angesicht zu sehen, mußte man ein richtiges Glückskind sein. Für gewöhnlich war nämlich die Türe mit dicken Ketten und eisernen Stangen fest verrammelt, und ein Zettel belehrte obendrein, daß alles Klopfen und Rütteln — eine Klingel war nicht vorhanden — vergebliche Mühe fei: der Antiquar war eben nicht zu sprechen. PuEum. War man dagegen ein Kind des Glückes, so fand man die DLre geöffnet und konnte eintreten. Das Schauspiel, das sich einem darbot, war an sich sonderbar genug; ein Greis von einem unbestimmbaren Alter, wie es nur das lange BergraLerrsem unter Büchern verleiht. Er saß mit dem Rücken gegen die Straße auf einem Holzschemel, rechts und links mächtige Büchersäulen, vor sich eine kleine Nische mit einem alten Schmöker, über den sich der graue Rücken in einem fast vollendeten Kreise beugte. In der rechten Ecke der Nische, die in staubige Manuskripte wie in grauen Fels hineingehauen schien, befand sich eine zerbrochene Champagnerflasche mit der Ettkette „Beuve Clicquot Lriple fee"; statt des Pfropfens stak im Halse eine stark niedergebrannte Wachskerze, die einzige Beleuchtungsquelle des Ladens. Mit den Büchern selber sah es so aus, wie wenn spielende Kinder sie in alle Ecken und Nischen des höhlenartigen Raumes versteckt hätten; sie standen nur zum geringsten Teil schon geordnet in den staubigen Regalen, meist lagen sie unter Kisten, Tüchern, Brettern, ein paar recht wertvolle sogar in HobeMnen warm gebettet. Als nach dem Tode des greisen Mannes, in Abwesenheit der natürlichen Grben — Pere Shmes lebte ganz allein in Paris, seine Verwandten befinden sich in Neuseeland — das Inventar ausgenommen wurde, entdeckte man kostbare Manuskripte und Inkunabeln unter dem Fußboden und in-unsichtbaren Schränken, die in die Felsen eingemauert waren. Pere Shmes pflegte zwar den Kops zu wenden, wenn er hinter sich Schritte hörte, und er brachte sein bärtiges Gesicht geschickt zwischen die Kerze und den Eintretenden, so daß die Gefichtszüge dunkel beschattet waren; aber weitere Lebenszeichen gab er nur dann von sich, wenn ihm -er Kopf des Besuchers zusagte. Dann stand er auf und führte einen zu Büchern, von denen er annahm, daß sie mit der Person des Käufers im Einklang stünden. Mit einer fast mystisch anmutenden Haudbewogung übergab er dieses oder jene Werk; sagte es nicht zu, so kehrte er in den meisten Fällen kopfschüttelnd in seine Ritsche zurück und überließ den Besucher seinem Schicksal. Im anderen Falle kam es nicht selten vor, daß er das manchmal recht kostbare Werk einfach weaschenkte; wohl aus Anerkennung des guten Geschmacks, den man gezeigt hatte. Eines Tages fanden Besucher die . Wachskerze heruntergebrannt und verlöscht. Der alte Büchermann war tot, ohnedaß sich seine Haltung in der Büchernffche im geringsten verändert hätte: er schien trotz der Dunkelheit das gleiche Manuskript zn studieren, über das man ihn wochenlang gebeugt gesehen hatte. Bar vehelmird der Srfolger. Der moderne Kaufmann nmß in Berücksichtigung der allgemeinen Geldknappheit des konsumierenden Publikums vor allem daraus bedacht sein, die Kauflust seiner Kunden -durch besonders -reiswerte Angebote anyuregen und durch immer neue Beweise seiner LeistungsMiMt das Vertrauen derselben zu stärken. Diesem Grundsätze folgend, hat das führende Leopoldstädter Warenhaus Brüder Schiffmann, 2. Bez., Taborstvaße 48, folgende Neueinfühvung getroffen: Bei einem Warenenckaus von 80 Schilling erhält jeder Kunde eine, Anweisung auif ein erstklassiges, künstlerisches Atelier, gültig für eine photographische Ausnahme und drei Bisilbilder. Erreicht der Einkauf 60 Schilling, dann erhalt man schon totet KtmstleÄarten und bei 100 Schilling überdies noch ein großes Kabinettbild. Da dieses Geschenk nachweisbar ohne Preisabschlag ausgefolgt wird, kommen die Kunden des Warenhauses Bmider Schiffmann aus diese Weise umsonst zu einem wertvollen Andenken. Dl-ese Neueinsührung wird diesem bestvenommierlen Unternehmen sicherlich diele neue Freunde gewinnen. * Jugendgottesdienst.?lm Samstag den 7. d., um 8 Uhr nachmittags findet der Inpeichgottesdienst für die 'jüdische Schusinigmd in den Gemeinde, und Bezirkssynagogen statt. * 13. österreichische Klassenlotterie. Bet der gestern abgehaltenert Ziehung des e t f t e n Tages der f ü lt ftenKlasse gewannen r 6000 S. daS Los Nr.8087; 60006. das Los Nr. 88.072; je 4000 S. die Lose Nr. 16.790, 46.037 tut) 92.420; je 8000 S. die Lose Nr. 6227, 47.037 und 72.925; je 2000 S. die Lose Nr. 26.121, 48.920.. 67.640 und 91.640; je 1000 S. die Lose Nr. 38.925, 69.121, 76.320, 63.866. 96.492 und 98.925. Außerdem wurden 1982 Gewinne zwilchen 600 und 120 S. auSgelost. * Herr Andrnfiak aus Sevilla. Boit den spanischen Behörden wurde. daS Wiener Sicherhei18bure.au in Kenntnis gesetzt, daß aus Sevilla der 95jährige.Gabriel Andrusiak, zu Phfttan geboren, nach Wien zuständig, Kaufmann und Reisender, nach Unterschlagung einer Summe von etwa 3000 Pesetas geflüchtet sei. Die rn Wien vom Sichecheitsbureau geführten Erhebungen ergäben, daß Andmsirk auch von Wien aus wegen Betruges seit Jahren verfolgt wird. Er war hier nach dem Umsturz seMtändiger Kaufmann und ist mit deutschen Firmen in Verbindung gestanden. Eine Anzeige erstattete damals gegen ihn eine deutsche Firma des Inhalts, daß er ihr Bargeld und Waren tm Betrage von 68.000 Reichsmark veruntreut habe. Dann kam eine zweite Anzeige einer anderen Firma, die ihn der Herauslockuirg der, damals ansehnlichen Summe von einer Million Kronen bezichtigte. Auch die italienische Wagenfabrik Barbi beschuldigtihn, sie um 1600 Lire geschädigt zu haben. Andrusiak, der sich mit einer Hamburgerm in der Nähe Wiens herumtrieb, wurde durch einen Wiener Kriminalbeamten gestern im St. Poltener Bahnhof verhaftet. Er wird dem Landesgericht eingeliefert werden. * Der falsche Assistenzarzt „Dr." Bartl. Wie berichtet, ist in Berlin wegen Ladendieostchles der falsche Assistenzarzt aus Wien, MaximtliM Bartl, der hier auf der Klinik Hocheueag und im Rudolsinevhans auf Grund gefälschter Diplome die Stelle eines Hilfsarztes und OPerationMgltngs versehen hatte und dadurch entlarvt wurde, daß er hier Ladendiebstähle bei Buchhändlern begiena,. abermals wegen Ladendiebstahls verhaftet worden. Das Berliner Polizeipräsidium teilt nun dem Wiener Sichecheitsbureau mit, daß sich Bartl seit dem Jahre 1982 in vielen Städten Deutschlands, so in Ludwigsourg, München, Frankfurt am Main und Stuttgart aufgehalten und vor seiner Verhaftung in Lewzig, wo er auf der Durchreise geweilt hat, wertvolle PorzeÜansrgureg in Laden gestohlen hat.. * Ein rückfälliger Fälscher. Aus Agram wurde das Sicherheitsbureau in Kenntnis gesetzt, daß von dort der 89jährige Postkontrollor Bojko Mrkolji wegen Herauslockung einer Summe von 1,000.000 Dinar Leckbrieflich verfolgt wird. Mikultji hatte bereits in den ersten Monaten des Jahres 1922 einen gigantischen Betrug an dem jugoflawischen Postsparkassenamt in Agram, dessen Beamter er war. ausgeführt. Er hat sich nach und nach 2,300.000 Dinar durch Fälschungen an ein fiktives Konto „Max Klein" an ein Wiener Bankhaus überweisen lassen und über die Summe disponiert. Als die Fälschungen aufkamen, war Mikulji schon verschwunden. Er wurde bald danach im Mai 1982 in Oesterreich, wo er sich eine Billa gekauft hatte, verhaftet, vermochte aber knapp vor seiner Auslieferung an Jugoslawien aus ldem Gefängnisse des Bezirksgerichtes Leibnitz yu entspringen. Er wurde im Oktober 1982 in Baden bei Men abevnr-alS verhaftet und an die jugoflawischen Behörden ausgeliefert. Mikulji wurde n zu zwei Jahren schweren Kerkers verurteilt und hat se verbüßt. * Zollbetrug und Hehlerei. Im Polizeigefangenhaus befindet sich seit einigen Tagen der Mitchef der in der Florianiaasse etMierten Juwelensirma Klement u. Henn, Eduard He nn, als Häftling der Finanzlandesbirektion. Henn hat in den letzten Jahren Schmuggel mit Juwelen in großem Maßstabe betrieben und den Staat um Hunderte von Millionen an hinterzogenen Zollbeträgen geschädigt. Das Sichecheitsbureau beschuMgt ihn außerdem, einzelne der bei dem Einbruch im Stifte Zwettl gestohlenen Gegenstände ins Ausland geschmuggelt und verkauft zn haben. vereine, vortriige und Versammlungen. WienerBeth-Hamidrasch, 2.Bez., FerdinandSstraße 28. Heute, 7 bis 8 Uhr, Lektor Dr. S. G e l b h a u S t „Historische Psalmen". — JugendvereinErezJsrael. Heute, 7a8 Uhr abends, Besprechung der Teilnehmer des Englischkurses im VeretnSlokale, 2. Bez., Z rkuSgasse 33. * Stiftungstrauung des Leopoldstädter Teutpelvereines Aefchrl Awrohom, 2. Bez., Pazmantteugasse 6. Anläßlich des Mnfziajährigen Bestandes des Tempelvereines wird vom Vorstand des genautNen Vereines am 26. Kislew. 2. Chanukaiag '(18. Dezember d. I.) eine durchzuisühreulde Stiiftungstrauung gitond. Mittellose, würdige Bvautle-ute mögen ihre mit tlichen hiezu erforderlichen Dokumenten versehenen Ge> e bis spätestens Sonntag den 21. Marcheschwan (8. Rovemtber) im Sekretariat, 2. Bez., PaMMitentzasse 6, Person^ lich überreichen. Nachher eingelangte Gesuche können nicht be rückslichtigt werden. Generalversammlung der Zionistischen Bezirkssektion Döbling. In der cm 19. Oktober atbgehaltenen Generallver> sammlung, in welcher Herr Pros. Dr. Stein den Rechen Eericht erstattete, wurden folgende Herren in den Ausi-ewählt: Dr. Stein (Obmann), Dr. Tartakower nn-Stellvertreter und Knlturveferat), Pollak (Keren Hajessod), Thumim (Keren Kafemeth), Ing. Brückner (Leiter des Sekretariats) Weinberg. (Mitarbeiter des Sekretariats), Ing. Arch. Tauber (Kassier), stud. med. Heiler (Mitarbeiter des Kassiers). In der zahl ^reich besuchten Vepsamnilung begrüßte der Vorsitzende unter «anderen Herrn Proif. Dr. Frankfurter, Herrn Direktor Alt mann von; Jüd. MindeniNstttut Hohe Warte und die zahl reich erschienene Frauensektion. Anschließend an die General Versammlung hielt Herr Dr. Tartakower einen instruktiven Vortrag über den gegenwärtigen Stand der zionistüchen Welt bewegllng, an welchenr sich eine interessante Diskussion an schloß, an der sich die Herren Direktor A!:mann, Ing. Freundlich und Pollak beteiligten. Wien, 5. November. * Das Wetter. Der gestrige Tag brachte warmes, klares Herbstwetter. GeM Abend setzte Regen ein. Für heute wird v e ra-nderlicheL warmes - Wetter angMMgt, .doch erscheint ein Kälterückfall nicht ausgeschlossen. * Die LeicheneinLscherungen in Wien. In der Feuerhatte der Stadt Wien wurden im Oktober 160 Einäscherung e u vorgenommen. Von den Emaeäscherten waren 107 märmlichen uttlb &S werblichen Geschlechts. Der römisch-.kathoM)en Kirche gehörten 100, der altkatholischen 3, der evangelischen 26, der mosaischen 13 und keiner Konfession 18 Eingeäscherte an. . . Radioprogramm. Donnerstag, den 5. November. 11 Uhr: VormUtagskonzrrt. — 4 Uhr 10 Mn. r Märchenwelt der Jfrle nen. Gesprochen von Jreue Sehnal und V. Rauchfuß. — 5 Ulir 10 Min.: Nachmittagskonzttt. «Der junge Johann Strauß." - 6 Uhr 1 25 Min. bis 8 Uhr 5 Min. r Radiobolkshochschnle. Vortrag: Verluste in Empfangsapparaten und deren Beiämvfung. Doktor Rosa Nouackh-HorSky. — 7 Uhr 10Niu.: Ei'perantokms. — 7 Uhr *0 mri.: Englischer Sprachturs für Anfänger. - V40 Uhr: ÄolkSliederadend des Deuischen Volksgesangvereins. — xli\0 Uhl: Vorlesung Werner-Sä:vtt vorm. MALOWAN &. FRANZ Telephon 72-84 Opernring 23 Infolge äusserst günstigen Abschlusses bringen wir original englische Raglans aus allerfeinsten engl. Double-Stoffen, auf Seide gearbeitet, in den neuesten Fassons zum Preise von ISS Schilling und Seideiibinder in allerschwerster Reinseide und neuesten Dessins zum Preise von 9.50 Schl llng 5,1« Niihne und Kunst. Au „Beethsveueum" i« Mödling. In Mdling befindet sich, das Hans, in M che in Beethoven im Sommer 1820 seine „Missa solemnis" schuf. Es besteht tmn der Pkm, dieses Haus anzukanfen und in dmsÄben nach dem Muster des SalKuvgcr MMrteums ein „Beethoveneum" zu errichten. Anton Wildgans erläßt einen Ausruf zur Bildung einer Beethoven-Well gemeinde, wckche die Verwirklichung des Planes, „das Werchaius der „Missa solamnis" der ZufWMt des privaten Besitzes zu entwichen und in das Eigentum der gebildetm Menschheit zu Wergeben", verwirklichen soll. Sie uöchsten Premieren des Burgtheater». IM Burgtheater gelangt am Dienstag den 10. d. Fritz v. Unrnhs „H einrich aus Andernach" ztvm eOen Male zur AufOhvung. Bocher geht, neu einstMevt, Schillers Fragment „Demetrius" in Szene. — Im Akademietheater ist Mittwoch den 11. b. Pvemüere, und zwar ,L)ie zerbrochene Leiter", Lustspiel von Berr und Gaveault, für tw deutsche Bühne bearbeitet von Rudoff Lothar. An« den Theatern. Burgtheater. Morgen, 7 Uhr atends, „D e» junge MedarduZ". A k a d em i et h e a t er. Morgen, l/t3 Uhr abends, „DerVulkan". Staatsoper. Morgen, 7 Uhr abends, „Der Rosen k a v a l t e r". V 0 l k 8 0 p e r. Heute tritt SigiSmondo Z a l e S ch i in „Bajazzo" als Tonio auf. Den Canio singt Herr Gustav C h 0 r j a n von der Warschauer StaatSover. Hierauf tanzen die Schwestern W i e f e n t h a l. — Morgen „F tt r ft t n Tanagra". Deutsches BolkStheater. Luise Karton s ch spielt zum letzten Male in „LadyFanny und die D i e n st b 0 t e tt f t a 0 e" Sonntag beit 8. d., 3 Uhr nachmittags. Albert Bassermann rtttt. morgen (Freitag) und Sonntag den 8. d. in „W a l l e n st e i n $ T 0 d^. SamStag den 7. d. in „D i e P i e eo l 0 min \* auf. Theaterin derJofefstadt. Am 10. d. findet die Erstaufführung vom S i g n 0 r i n i S Lustfvzrl „Lob des Diebstahls" statt. Die deutsche Uraufführung von M 01n a r S Lustspiel „R i'v i e r a" wird vorbereitet. Ratmund-Theater. Die Komödie „Weiß e Fracht" gelangt allabendlich, V,8 Uhr, zur Aufführung Die Rolle des Missionärs ist mit Herrn Felix KroneS neu besetzt. — SamStag und Sonntag, l/ti Uhr nachmittags, ,Klein Dänmling". E x l - B ü h n e. (Wiener K 0 m ü d i e n y a u s). Die Uraufführung von Johmtn Ferchs Schauspiel „W i r wollen Menschen sein..." findet SamStag den 7. d. statt. L u st s p t e l t l> e a t e r. Dienstag den 10. d. Premiere des Lustspiels „Die Wette" von Karl S l 0 b 0 d a. Carl-Theater. Montag 50. Aufführtrng der Operette „Bo jarenb raut". Für eine der nächsten Sonntagnachmittagsvorstellungen wirb Falls Operette „D * > Kaiserin" vorbereitet. Johann-Strmiß-FÄer für die Jugend. Im Johann- Strauß-Theater veranstaltet Direktor Erich Müller «als Jchann-StrMß-Föier (Fr ei Vorstellung für 'die studierende Jugend) eine ANsfühMW der „Fledermaus", die Samsiag den 7. d. um halb 3 Uhr nachmittags , statffindet. Negerrevue im Raimund-Theater. Wie ivir erfahren, wird die berühmte Neigerrevne „C h 0 c 0 l a t e K i d d i e s" nicht, wie zu erwarten war, auif einer VavietMlhne, sondern in der zweiten HWe des Monats Novemlber im R a i m u:t d- Theater gastteren. » Hagenbund. Sonntag den 8. d. eMmt der Ha>gen>bund eine KollettivMsstellnng der Bereinigung mährischer Künstler Svum. Das Stieskind. Wie anderswo, hat inan auch in der Schweiz für das Schrifttum,nicht viel übrig. Der^Bnnd bewilligte für freiwillige Militärverein 0 3,694.531 Franken, das Gesuch der schweizerffchen Dramatiker um eine BundeKsubvention und des Schriftsbellervereines um eine Erhöhung der bisheriaen SNbv-ention von — 3000 Franken wies er jedoch ab.. Größeres Interesse zeiigt man in der Schweiz für die bildende Kunst. Dm Malern^ und BÄdlhauem wurde ein Betrag von 140.000 Franken bewilligt. Nun ist es wchl richtig, daß in der Schweiz gegenwärtia kein Karl Spitteler, kein Gottlfrte'd Keller und kem C. F. Meyer lM. Aber die jetzt leibenden Maler und Bildhauer s'intz auch nicht gerade lauter Hobler und die Fördemna des Schristtums wirkt gewiß ans die geistige Beschasienheit des Landes zurück. Raffael im Ural. Jtn Urahgebiet, in einem kleinen Dm.' bei dttschtritapil, wurde eiü echter Raffael cvwsgefnndeil. un-> zivar die „Madonna de povolo" des berühmten Malers. In den Ural kam es etwa um 1840, und zwar brachte es eine gewisse Fvatt Aurora Demidow mit, eine Favoritin des Zaren Ni'kolans des Ersten, die lebenslänglich nach dem Ural verbannt worden war. Das Rassaelsche Bild wird jetzt einer sorgfältigen Restaurierung dttrch Professor Gralbar unteypgen.