Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2404 (1.11.1925)
- Date
- 1925-11-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Dsrtr LS _ Mttn, Tomüag_‘ wn!b jener Jht Venne exMert" — sine sülche Frau tffofulbtviürvijg zu Men, konnte der neuen Daime nicht gelingen. Ueiborvaschienid gm der Adolf -es Herrn Triemlbacher: Trauriger Rest einer Manul i Gott, di« der Vampyr Wei>b fertig machte. — Jarno unld fein EnsömMe wurden fchr gefeiert. O. A. KrmSbigung der Sitztzreise in der Slaatrover. Schaffung einer Theatergemeinde. Der Bundestheaterpräsident Sektionschef Dr. Präger machte gestern den Vertretern der Presse über geplante Aktionen zur Sanierung der Bundestheater Mitteilung. Um weiteren Kreisen den Theaterbesuch zu ermöglichen, hat sich die Bundestheaterverwaltung entschlossen, die Sitzpreise in der Staatsoper auf den mit 14.400 valorisierten Friedenspreis herabznsetzen, was in einzelnen Fällen,eine Ermäßigung von 40 Prozent bedeutet. Die besonderen Preise sollen' in Hinkunft der-, mieden und nur in ganz außergewöhnlichen Fällen mit einem Valorisierungsschlüssel von 20.000 errechnet werden. Es wird zum Beispiel ein "Logensitz, der bisher 120 Schilling kostete, nur mehr 80 Schilling kosten. Ein Parkettsitz, erste Reihe, wird sich auf 20 Schilling (früher 34 Schilling) stellen. Tie billigen Sitzkategorien, die ohnehin unter der Friedensparität geblieben sind, werden nicht ermäßigt. Diese Preisrdduktion wird probeweise im Monat November durchgeführt. Das Burgtheater, dessen Preise ohnehin sehr niedrig gehalten sind, wird von dieser Maßnahme nicht getroffen. Eine zweite Neuerung ist die Einführung von Theatergemeinden, die den Staatstheatern ein Stammpublikum sichern sollen. Die Mitglieder dieser Theatergomeinde, die am 1. Jänner in Kraft tritt, werden das Recht haben, monatlich eine Vorstellung in der Oper und zwei Bortstellunjgen im Burgtheater zu besuchen. Die hiefür zu entrichtenden monatlichen Platzgebühren bettagen — für alle drei Vorstellungen zufcmMsn — in der Gruppe 1 (billige Sitze der 4. Galerie) 5 Schilling, in der Gruppe 2 (mittlere und rückwärtige Mittvlfitze der 3. und 4. Galerie sowie die Settensitze 1. Reche der 4. Galerie) 8 Schilling, in der Gruppe 3 (boröete Mittelsitze der 3. und 4. Galerie) 12 Schilling, in der Gruppe 4 (Logensitze im 2. und 3. Rang, Parterrefitze und rückwärtige Parkettsitze sowie 1. Reche Mitte der 3. und 4. Galerie) 16 Schilling, in der Gruppe 6 (Parkettksitze sowie Logenfitze im Parterre und 1. Rang) 18 Schilling. Diese Preise verstehen sich eMrsive 10 Prozent Lusttattettsaldgasse. Anmeldungen für die Theatergemeinde werden bei der BundeScheaierverüMtinng, 1. Bez., Raittchu'ligasse 2, bis 20. d. rmr per Post entgegengsnamMen. Die Aufnahme in die Theatergemamde ctfdügt geyem Ettag einer einmaligen Einschreübegebühr y bis 6 S. je nach der Gruppe) und der ersten WatzgeLührquak sowie gegen Borweijsnng einer oWtziellen LegDmwüon . (Paß u. dgl.). Die MWeder der AhsatergemeilNde werden GÄergeichoit halben, jede Novität kn beiden StaatSthdatern zu scheu. Suido Adler. Zum stetigsten Gebuttstag. Es gibt Gelehtte, welche durch eine Entdeckung oder durch PersechtMg einer volkstümlichen Idee populär geworden sind, und wieder andere, die M und anspruchslos in der Werkstatte ihrer Wissenschaft arbeiten und doch weit mehr zur Popularisierung ihrer Wissenschaft beigetragen hcwen. Zu der letzteren gehört Guido Adler, der Nestor und Führer der Musikwissenschaft, der große Forscher, der Freund und Berater aller seiner Schüler, der gütige, aufrechte Mensch. Als er vor mehr als einem Bierteljahrhundert die Lehrkanzel für Musikwissenschaft an der Wiener Unwersität von seinem Vorgänger Eduard. Hanslick übernahm, war sie» der Nährboden ftagwürdiger ästhetischer Schlagworte, und heute ist sie auf der MM Welt berühmt ÄS eine Lehrstatte vorurteilsloser Wissenschaft, welcher zahllose Tondichter, Dirigenten und Schriftsteller ihre tiefere musüalische Bildung verdanken. Denn in dem von Professor Adler geleiteten mustkhistorischen Universitätsinstitut gilt das Erklären und Bestimmen von Kunstwerken und Kunstwerten der alten wie der neuen Musik; die historische und die vergleichende, die psychologische und die ästhetische Forschung werden in gleicher Weise berücksichtigt. Strenge Unparteilichkeit und Sachlichkett sind die Merkmale der Wiener Schule und ihreSeigentlichen Begründers Guido Mer, welcher in den Ausgaben der „Denkmäler der Tonkunst in Oesterreich" gleichsam erst das Bildermaterial zu Oesterreichs großer musikalischer Vergangenheit geschaffen und in seinen grundlegenden historischen und systematischen Werken in den geheimnisvollen Werdegang der Tonkunst hinabgeleuchtet hat. Darum gehört, sein Lebenswerk, an welchem der jugendsrische Siebziger unermüdlich weiterschrfjt, nicht nur der Geschichte der Musik an, sondern auch der lebendigen Tonkunst der Gegenwart. Hat diese doch aus der Wiedererweckung der . Meister der Vergangenheit und aus der Kenntnis: dahingegangener Musikkulturen und ihrer Stilkriterien bleibenden, heute noch gar nicht abzuschätzenden künstlerischen Gewinn gezogen. Wenn" Musik und Musikwissenschaft einander immer tiefer durchdringen und wechselseitig befruchten, so hat die unermüdliche. Forscherarbeit Guido Adlers daran ganz hervorragenden-Anteil. flb. Am den rhestern. t Burath eater. Morgen, r/,8 Uhr abends, „Ein dealerGatt t". A! a d e m i e t h e a t er. Montag, V*8 Uhr abends, „U n verh o f f t*. , Staa t s o per. Morgen, 7a8 Uhr abends, „L u e i a lon Lammermoor". V o l k S o p e r. Morgen „Der Evangelimann". Neues Diener Stadttheater. Heute und morgen 7-8 Uhr abends, „Der Müller und sein Kind«. Wiener Morgenzeitung DOROTHEUM Tel 75-5-60 Wien, I., Dorotheergeese 17 Tel. 75-5-60 VERSTEIGERUNGEN In der Heuptenetelki Täglich Oebrauchsgegens'ände und Pretiosen, Dienstag, Pelze und Silber Mittwoch Optik, Feinmechanik. Brillanten, Donnerstag schönes Mobiliar und Teppiche, Freitag Kunstgewerbe, Oemäld« und Keramik. Briefmarken: Dienstag. Freitag, VI., Marlabilferatrasae 73. Bücher i Donnerstag, Freitag und Samstag, IX., Währingerstr. 2. Technische Qegeuitande: Mittwoch, VlIL, Feldgas e i». Freitag den 13 November: Antiquitäten, Oemild« Teppiche, Textilien. Kunstgewerbe Im Hoch-Saal Besichtigung: Samstag den 7.. Montag den 9. bis M;ttwoch den 11. November von P bis Vj6 Uhr nul der Galerie vor dem Oechau-Saat und im Hoch-Saal. Freitag den 13. November: Muslkinitiumenet Violinen, Zithern, Mandolinen, Holz- und Blechblasint rumente. Harmonikas, mechanische Musikin trumente und Musikalien im Ludwigstorff-Saal. VORANZEIGE: Donnerstag den U. bis Samstag, den 21. November 1925 81. Sand-rauktlon Im Franc'Josaf-&aal> Kunst- und Stilmobilar. Kiubgamituren, Spiegel Luster, Perserteppiche und Textilien, moderne O mäide, Aquarelle, Reproduktionen, Arbeiten des modernen Kunttzewerbes, Kristallglas, Porzellan, AnWquiäten, tpleluhien, Orientalika und Varia. Baslohtlgung: Sonntag den 15. November von 10 bis 1 Uhr, Montag den 16. bs Mittwoch den 18. November 1925 von 10 bis ",6 Uhr. Täglich an. Schaustellung von i Uhr in Oonssrttag den 12. (Staatifsiirtag) keine Schaustellung, keifte Versteigerung. Näheres durch die „Mittelungen“ und „Nachrichtenbiätter“. SPAREINLAGEN in der Hauptanstalt, I., Dorotheergasse 17, und in den Zweig-, anstalten: Wtpp]inger<trasse 8 II . Taborstrasse 24 a HL, fcbsktttgelgasve 1 iV, Rlenövsleasse 24 VI., Msria-hüferstiaese 731 VIi, Ka-sersiMSt«e 1 VIII. , Feldgasse 6 IX. , Währingeistrasse 2 X Favoritemtasae 82 XH., Tannb»uclcg&s*e 3 XIV., Denglergasse b XVI., Wichttlgasse 4 XVII.. Kalvar!enberggasse 27 XVIII, V/ä ringer Gürtel 124 XX. , WallensteiLslrasse 57 XXI. , Donau-.eiderstrssse 20 Ferner in Linz, Fabriktirasse 2 >- 23. Klagenfart, Villacherstrasse Nr. 6, St. Pölten, Rathausplatz 3-4. Baden, Pfarrram ü. Mödling. Klos «rgasse 21, wiener-Neustaot, Bahnhofplatz 2 DARLEHEN IN JEDER HÖHE auf luwe'en, Gold, Silber, Kunstgegenstände, Bücher, Briefmarken. Pelze, Teppiche, technische Artikel und Gegenstände aller Art. Die Uebernahmsifelle für Kraftfahrzeuge l.. Hanutchgasse 3 (Telephon 71-9-31). belehnt Automobile und Motorräder, daran Wsltertanfltzunp srmBglioht lat. Versteigerung einmal monatlich. Auskünfte ilglich von 10 b s 12 Uhr. Erl - Bühne. lWiener Komödienhaus). Als nächste.Novität kommt «Wir wollen Menschen sein...", Schauspiel von Joh. Ferch zur Uraufführuna. Heute nachmittags und morgen abends „DerMüller und kein Kind". Renatfsaneebühne. Dienstag findet eine Wiederholung des Strindberg-Abends statt. Zur AuffÜhumg gelangen die Wette .Gläubiger' und „Mit dem Feuer spielen". Täglich „D, r Aut o w i l d l i« g*. L u st s p i e l t h e a t e r. Freitag wird ,DieWrtte* von Karl S l o b o d a zum ersten Male gegeben. Carl-Tbeater. Heute, 3 Uhr nachmittag?, .Der Müller und sein Kind". Der Bühnenverein gegen die Bunderthsabrrverwaltung. Das darstellende Personal wendet sich gegen ten zwischen der BM>eSt!heateWM^iu!ntz und der Rav ag getatWen W- K, weil die Betriebsräte trotz der Zusage vor Abschluß der mdlungeu nicht angehört wurden. Der Bühnenderein veranstaltet Montag den 2. d. flm Operncheater eine Versammlung mit der Tagesordnung: ,/Der neue Kurs , der Gundescheatewerwal1uug", in welcher gegen die aulokratische Behandlung der Personalstagen Stellung genommen werden soll. Große Premieren in der Scala« Am 14. November wird die Spielzeit der Mailänder Oper erGnet. W Neuauf- Dhrungen stehen aulf dem Programm die Opern: ,Tluvan>dot" von Puceini, „Das Martyrium des HMgen Sebastian", MW von Debussy, Buch von dMnnunz-io, „Kowantchim" von Mulslsorgski und „Das Kind und die Zaulberm-ittel" von Ravel. Andersen-Reliquien. Man schreibt uns ans Be ul in: 'In der preuMchen StaatSbMiocheL wurde aus Anlaß der 60. TcchestaMs I. C. Andersens eine Auststtllung erUnet. Den Berelbrem deS unsterblichen Mürchendichters sind^ insbchondere die rührenden ErinnerungSgegenstände wertvoll, die unter Vitrinen in dicher schönen Ausstellung zu sehen sind. Ms Andersen im 71. Lebenswahre statt», fand man auf der Brust des Toten ein Ledevbeuteilchen, welches einen Brief seiner ersten Gsliebten, Mbong Voigt, enthielt. Sie war bereits vergeben, als Andersen für sie entbrannte und. er tvug bis MN TÄde den Liebesschmea; der Jugend. Sehr bemettenswert ist auch ein albgegrilfsenes Büchlein, nämlich das Svk>- buch seines Vaters, der Flickschuster und Soldat war. In dieses Buch trug Andersen, wohlgeordnet und numeriert, die Titel jener Dramen ein, die er zu schreiben beoibisichttgte und niemals geschrieben hat. Diese Gegenstände, ferner Andersens Pantaffel mit gemusterten Stulpen, ein wohlechailtener, sichtlich höchst selten heworgcholter Zylinder und ein alter Kpfser versammeln die Verehrer des Dichters in weit größerer. Zahl um sich, als die seltenen Ausjga'ben, unter denen sich, auch eine hebräische findet, und die reiche Zahl der AusMichnungen, die ihm veölichen wurden, als er Weltrichm erlangt hatte. Das Heine-Denkmal der Kaiserin Elisabeth wich nun endlich eine Heimat finden. Die Stadt Altona hat beschlossen, im > Donnerspatt am Hang des Mbeusers dieses Denlkmal aufMtellen. Aus diesem Anlaß soll an das Schicksal bieises Heine-Denkmals erinnert werden. Kaiserin Elilsabech ließ es in Korfu ausstellen, Wichelm der Zweite, der sipäter Eigentümer des Achilteions auf Korfu wurde, wollte ein DenT- Mal des Mischen Dichters der Loreley in seinem, herrlichen, südlichen Erholungsort nicht dulden. Julius Kampe, ein Nachkomme des Heine-Verlegers, erwarb es und ließ es vor seinem Eomptoichaus ausstellen. Die antiseutttilsche Iungmannschatt verunglimpfte das Marmoribild, so daß sich der Besitzer entschließen mußte., das Kunstwett mit einem HobveN'chlc»a m stMeiden. Später ging die Statue in den Besitz des Hamburger Archttttten Bach über und erst jetzt hat sich eine Stadt, nämlich nicht Hamlbuug. sondern Hambuygs Schtvesterstoid! l.SWkra m.Mt ...... "rw»»i ■ >> Altona, entschlossen, dem Denlkmal Heineein: würdiges Ml 'U gewähren, ftn der deutschen Presse wird anläßlich der Aus- 'tellung des Heine-DenkmalS in Altona daran erinnert, daß 'etzt Hamburg Gelegenheit hatte,-eine Sünde gutzu machen. '1nmittel>bar vor dem Kriege schuf nämlich der aus Znaim 'lammende Dilldhauer Hugo Lederer Wer privaten Aus- ' rag eine Heine-Statue, welche im Hamburger Stadtpark hätte auifgestellt werden sollen. Die Loreley" wird aus den 'stucht-fröhlichen Rheinfchrten von deutschen Kehlen noch 'uwmer gesurkgen, aber auch die Ausstellung dieses DeMnalS wurde bisher verhindert. DaS Denlkmal ist gegenwärtig in eine Ecke der Hamburger Kunsthalle verbannt »ich es wird di« Hamburger Stadtverwaltung daran erinnert, daß sie anläßlich der Denkmalausstcllung in Atona auch im Haychurger Stadt-!)att die längst geplante Anstellung dieses Denkmals vornehmen sollte. Freikarten. Cherubitni ivurdc als DiveLtor des' Pariser Konservatoriums von Freikartenjägern bis auss Blink gepeinigt. Eines Tages besucht ihn sein Freund Gbmond Got: „Lisber Clhernbini!..." — „Nein!" CherWini sitzt gM voi Galle in seinem Fauteuil und durchbohrt den anderen Mit Blicken. „Aber, Clheru'bini!..." — „Nein, nein!" Got macht ein verdutztes Gesicht. „Silber Meister, ich will'nur fragen..." — „Nein, es gibt keine!" — „Ich wollte mr..." — „Nein, wenn du eine verlangst, werfe ich dich zum Fenster hinaus!" — nur fragen, wie es Ihnen geht." — „Ach so. Min Lieber, es geht mir sehr gut, und da hast du eine Karte ins 'Kon-zert!" 3 Union deutschösterreichischer Juden (Jugendsektton) verantastet am 7. d. im Festsaale des Hotel Continental, 2. Bez., Taborstraße 4, eine Festakademie mit anschließendem Tanz. Beginn 8 sthr abends. Programm: Hermann Wiedemann, StaatSoper: Karl Günther, Buratbeater: Rene Pfiffer-Lar, BolkSoper; Adolf Baller, jugendlicher Klaviervirtuose; Fritz Steiner, Theater an der Wien; Friedrich Pistol, Volksoper; Viktor Renaldo, Apollotheater; Kapellmeister Adolf Funkenstein, Bolksoper. Erstklassige Ball-und Jazzband-Kapelle. Gerichtssaal. Die Lurusabgabe der zuderbScker. 33 Wiener Zuckerbäcker wurden vom Wiener Magiskat all Luxusbetriebe qualifiziert und von ihnen die NahrungS- und Ge« nnßmittelabgabe eingchoben. Sie erhoben gegen diese Einreihung die Beschwerde an den VerwaltungsgerichtShos, un^ dieser hat die Bescheide der Abgabebeschwerdekommission teils als ungesetzlich, teils wegen mangelhaften Verfahrens aufgehoben. Bis zur Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes wurde von den 33 Zuckerbäckern die Nahrungs, und Genußmittelqbgabe. bezahlt. Der Verfassungsgerichtshof hatte sich nun mit einer Beschwette der 38 Zuckerbäcker gegen die Gemeinde Wien auf Rückzahlundieser eingehobenen Nahrungs- und Genußmittelahgabe zu be< fassen und es wurde der Antrag gestellt, den Klägern die ge« zahlten Abgaben von 123.188 Schilling zuruckzuerstatten. Di» Gemeinde Wien erklätte dagegen, daß der Magistrat^ 19 von 83 Bettieben, weil nach dem Maßstab deS VerwaltungsgerichtshofeL die Voraussetzung für Abgabepflicht fehlten,, aus ge reiht und die eingezahlten Beträge zurückbezahlt habe. Die übrigen 14 Betriebe hält der Magistrat auch nach den vom BerwaltungSgrrichtshos maßgebenden Kriterien für LuxuSbettiebe. Am 14. d. hat nun, nachdem bereits die. Klagen beim VerfassimgSgettchtShof seit LS. Juli anhängig waren, .die Beschwettekommission ausgesprochen, daß die Beschwerde der vierzehn anderen Zuckerbäcker wegen EinrHung in die Luxusbetriebe abzuweisen sei. Dennoch erhoben Mrl4 Zuckerbäcker Klage auf Rückzahlung der bis zu diesem Erkenntnis geleisteten LuMabgäbe. Mit dem gestern unter Borsitz deS Präsidenten Dr. Vittorelli publizietten Erkenntnis wurde die Gemeinde Wien verurteilt, auch den übrigen vierzehn Klägern, die neuerlich als abgabepflichtig erklätt wurden, die bisher geleisteten Abgaben zurückzustellen und die Kosten zu ersetzen, femer den 19 Klagern, an welche die Abgaben bereits rückgestellt sind, dir Kosten zu ersetzen. In der Begründung wptte auSgefühtt, daß dir nemckichs EmMhuNg ln die Kategorie der LuM betriebe keine rückiwittendr Kvaft halben Gm«. Die gestohlene Krankengeschichte der Edith. Kadivee. Wie noch erinnerlich, wutte im März dieses Jahres die Krankengeschichte, der Glich Kadivee, die zur Beobachtung ibres.Geisteszustandes auf dem Steinhos Interniert war, gestohlen und bald, daraus in der Reaktion der „Renen Wiener Journals" beschlagnahmt. Als Wer wutten durch ein erlauschtes Gespräch . in emem Kokainkafseehaus ein gewisser Valentin Schuster und sein Mitwisser Franz H e l l m a n n eruiert. Sie hatten! sich gestern in fortgesetzter BerhaMung vor dem Sttafbezirksgericht Hietzing (Doktor _. - - verantworten. Mit ^ilfin'ger) wegen Diebstahles zu ihnen, war die RedaktionSsekretarin der genannten Zeitung, Liane KrauS. die den Akt übernommen hatte, wegen DiebstahlSteilnahme angeklagt. Zur Rechtfertigung feiner Vorgehens brachte Schuster, der zur kritischen Zeit eine KokainentwöhnunKkur auf dem Steinhos machte, vor. daß er sich zur Zeit der Tat in einem heftigen Kokainraujch befunden habe. Auf den VorM des Richters, daß er während der Entwöhnung kaum einen Kokainrausch gehabt haben dürste, brachte der Angeklagte vor, daß zur kritischen Zeit die Pfleglinge,, die im Pavillon zur Entwöhnung von Kokarugenuß interniert waren, sehr reichlich über Kokain verfügtem weil ein junaer Mann sehr viel Kokain in den Steinhof bineingeschmuggelt hatte. Auch schr viel Alkohol sei in den Pavillon geschmuggelt worden, jo daß bte Wärter oft derart bemilscht waren, daß die WsMnye.smr ste einzelne Dienste verrichten mußten. Hellmann hätte .die Darstellung des Angeklagten Schuster bestätigt. In der gestrigen Verhandlung wurde der Redakteur des „Neuen Wiener Journals , Bruno Wolf, als Zeuge einvernommen. Er gab an, daß Schuster tatsächlich den Akt in die Redaktion gebracht habe. Nach der Mitteilung des bettessenden Ressortkollegen Ware aber von dem Inhalt des Aktes kein Gebrauch gemacht und auch dafür nichts bezahlt wotten. Der sodann als Zeuge vernommene Oberpfleger vom Steinhof, Josef Gaßner, gab an, es sei nicht ausgrschlossen, daß Schuster zur Zelt deS DiebstaM einen Kokamrausch gehabt habe, da er unkontrolliert Besuche empfaiwen bürste. Der Richter beschloß, das Verfahren gegen , die R«daktionSsekretärin auszuscheiden und den Akt dem zuständigen Strafbezirlsgericht 1 avzutteten und sprach die Angeklagten S ch n st e r und Hell mann frei. In der Urteilsbegründung führte er aus, daß mr die Beurteilung deS materiellen Wetter der. entweideten Krankheitsgeschichte lediglich der Substänzwett in Betracht komme. Ein Akt sei eine Sache von geringem-Wert und könnte deshalb im vorliegenden Falle höchstens von einer' Entwendung, nicht aber- C3A