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Wiener Morgenzeitung · 1925-10-31 · Heft 2403 (31.10.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2403 (31.10.1925)
Date
1925-10-31
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite *4 Men, Sa Mag Sämtliche übrigen Angeklagten wurden von der Teilnahme an der Ermordung der Brüder Policky mit zwölf Stimmen Nein freigeisprochen. Johann Fejta jun. erhielt wegen Teinahme am Raube zehn Monate schweren Kerkers, wobei ihm die Untersuchungshaft eingerechnet tvurde. Auch dieses Verdikt erfolgte einstimmig. V on der Anklage wegen der Ermordung polnischer Flüchtlinge wurden sämtliche acht Angeklagten mit zwölf Stimmen Nein freigefproch en. Die Verkündigung des Urteiles wurde von den Angeklagten im allgemeinen ruhig hingenommen. Mr AnnaDvoratek, di« schon während des ganzen Tages fast ununterbrochen geweint hatte, sank, als sie ihr Urteil vernahm, ohnmächtig znsammen. Sie wurde von dem neben ihr stehenden Justizsoldaten aufgefangen. Die Verteidiger von Karl und Anna Dvoracek und Josef Fejta meldeten Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an, der Staatsanwalt gab keine Erklärung ob. Dem Urteil folgten keinerlei Kundgebungen. Ae »MWde« zi««m»e« HfliowtoMUc«. Me Berliner Konferenz. Das Zionistische. Aktionskomitee hat auf seiner Dagang in Berlin vom 21. dis 27. d. die folgenden wichtigeren Beschluss'? gefaßt: 1. Neuwahl der Exekutive. Das Aktionskomitee beschließt, die AmiLPeriode der vom 13. Kongreß gewählten Exekutive Md des Finanz- und Wlrtschastsrates mit den diesem damals verliehenen Rechten bis zum 15. Kongreß zuverlängern. 2. Politik. Da's Aktionskomitee ist der Ansicht» daß gewisse Bestimmungen des palästinensischen Gingevschastsgesetzes unbefriedigend sind, und fordert die Exekutive auf, mit der größten Energie auf eine Aenderung dieser Bestimmungen des Gesetzes hinzuwirken. 3. Organisierung des Erziehungswesens in Palästina. a) Das Aktionskomitee ratifiziert die von Kolonel Kisch im Namen der Exekutive und den Lehrern in Palästina getroffene Vereinbarung, die in Kraft bleibt bis zu dem Zeitpunkt, in welchem die vom Kongreß vorgesehene Körperschaft für da's Erziehungswesen in Palästina gebildet fein wird. b) Es soll eine Kommission gebildet werden aus 18 Mitgliedern, und zwar je 6 Vertretern der Zionistischen Organisation, des Waad Lenmi und der Lehrevorgcmisation. Ueberdies sollen der Kommission in offizieller Weise der Leiber des von der Zionistischon Organisation in Palästina erhaltenen Schulwerkes sowie der Leiter derFinanzabteilung der Pälästinaexekutive beigezogen werden. Bei der Besetzung der 18 Stellen foft der Msrvchi ein Drittel und die palästinensische Arbeiterschaft Mnindest ein Sechstel erhalten. Die Kommission soll einen vollständigen und detaillierten Plan der Organi s kerung de r Erziehungs- und Kulturangelegenheiten ausarbeiten und ihre Vorschläge der - nächsten Tagung des AMonskomikees zur Bestätigung vorlegen. Das Aktionskomitee wählt als Vertreter der Zionistischen Orgamscüvon die Herren Ussis chkip, Dr. SchmarjahLewin, Doktor Mossinjson, Rabbi Uziel und SÄbi Fischmann. Das sechste Mitglied soll im Sinne der vorhergehenden Beschlüsse von der Organisation der palästinensischen Arbeiterschaft aus dem Kreise der Mitglieder des Aktionskomitees gewählt «werden. e) Im Sinne des Antrages, der vom 14. Kongreß dem Aktionskomitee zur Behandlung Überwiesen wurde, wind folgendes beschlossen: Ms eine her Grundlagen der Vorbereitungsarbeit für Palästina ist die sprachliche Vorbereitung (Hachscharah) anzusehen. Die Zionistische Organisation .soll daher befördere Aufmerksamkeit der Verbreitung der Kenntnis der hebräischen Sprache zum Zwecke der Hachscharah zuwenden. d) Es wird ome aus drei MitMdern bestehende Kommission gewählt, die einen Plan zur Heranziehung der jüdischen Gemeinden in der Galuth für die Förderung des palästinensischen Schuilwerkes ansarbeiten soll. In diese Kommission werden gewählt die Herren Profeffor Brodetsky, Dr. Alfred Klee und Dr. Israel R ab i n. e) Folgender Antrag der Kulturkommission wird der Exekutive zur Kenntnis gebracht: Da's E^ichungsbudget im Betrage von 94.000 Pfund Sterling, in dem schon die für die Erziehungsanstalten des Msrachi und der Arbeiterorganisation vorgesehenen Summen mitenthalten sind, soll voll a-nsgezahlt werden. Sollte sich wegen der Unmöglichkeit, dos Budget voll zu erreichen, die Notwendigkeit von Kürzungen ergeben, so sind die Lehrer in bezug auf ihr Gehalt a u f g l e i ch e W e i s e wie die Beamten der Zionistischen Organisation zu behandeln. 4. Beteiligung des Waad Leumi an der Palästinaexekutive. Das Präsidium des Aktionskomitees soll gemeinsam mit der Gesamtexekutive die Beratung über die Frage der Beteiligung des Waad Leumi an der Pa löst i na exekutive fortsetzen und, falls eine befriedigende Lösung erzielt wird, sie in.der nächsten Sitzung des Mionskomitees zur Beschlußfassung unterbreiten. . 5. Palästinabudget. Das Aktionskomitee fordert die Exekutive und die gesamte Zionistisch» Organisation auf, alles auszuiöietcn, uni die vollständige Deckung des durch 'bert 14. Kongreß beschlossenen Palästinabudgets zu sichern und m Budgetplan festzuhalten, Wiener Moraeirzeitung Mitildje Slbiltksihiili, öieloötittüßtnictiiilcn! MH—a In allen be seren Oe.-chöften erhältlich I mmhmmww CO DAN 6. Organisationshudget. a) Den Beschlüssen des Kongresses entsprechend, wird daö Londoner Budget der Exekutive im Gesamtbeträge von 38.760 Pfund Sterling genehmigt. b) Das Aktionskomitee fordert di« Exekutive aus, in nächster Zeit für die Beamten aller Zentralinstanzen und JuMutvonen der Zionistischen Organisation eine Gehaltsskala auszuarbeiten und in Wlb-samke.it treten zu lassen und sie der nächsten Tagung des Aktionskomitees vorzulegen. 7. Oberste Kontrollstelle. Das MionÄoni-itee tväfilt eine dreigliedrige Kommission, bestehend aus den Herren Grün bäum, Schocken und Rotten streich, zwecks Ausarbeitung des Entwurfes eines Statuts für eine ständige Kontrollinstanz, die die Aufgabe hat, sämtliche Finanz- und Wirtschaft'sinstitutionrn, die vom Kongreß abhängig oder mit ihm auf irgend welche Weife verbunden sind, zu kontrollieren, wie auch die finanzielle und wirtschaftliche Tätigkeit dieser Organisationen zu 'beaufsichtigen. Die Kommission hat die Aufgabe, spätestens in zwei Monaten der Exekutive den Entwurf eines Statuts zur Begutachtung einzusenden und ihn der nächsten Mionskomitwsitzuug zur Bestätigung zu unterbreiten. 8. Jugendbewegung. Das Aktionskomitee fordert die Exekutive aus, der Jugendarbeit ihre besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden und insbesondere die Zusammenarbeit der europäischen und amerikanischen Jugendbewegung in jeder Weise zu fördern. . Um einen Milchen IlnlnerMrlHrer. Äoitflilt zwischen der hessischen Landesregierung und der Darmstädter Technik. Wagen der Beisetzung der an der Technischen Hochschule in Davmstadt neu errichteten Lehrkanzel für PhÄosoPhte durch den außerordentlichen Professor an dieser Hochschule Doktor Julius Goldst sin kam es, wie die „BoUche Zeitung" berichtet, zu einem Konflikt zwischen der Hochschule und der hessischen Staatsregierung, da die Regierung bei der Beisetzung der Lchrkanzel die von der Hochschule gemachten Vorschläge angeblich nicht beachtet hat. Jnsülgedessen haben RÄty, und Senat der HoOchule di« für den 26. Oktober angrsetzte Feier der Rektor«tSübergabe abgesagt, weff man dieseFeler nicht in Anwesenheit deS bereits eingeladenen RegierungSvevtreters begehen wollte. Die ,Hoffische Zeitung" bemerkt dazu, daß hier, wie bei ähnlichen Vorkommnissen an anderen Hochschulen, antisemitische tSrömungen innerhalb des Lehrkörpers mit im Spiele find. Prof. Julius Goldstern, der aus Hamburg stammt, haMtierte sich vor einem Vierteljahrhundert an der Darmstädter Hochschule, an der er, ein sehr anregender Dozent, ununterbrochen erfolgreich gelehnt hat. sie Ltzphnrevidemie in Siennlirchen. 78 Erkrankungen. Die Zahl der aus Neunkirchen zugewachsenen Typhuskranken hat sich auf 63 erhöht. Außerdem befinden sich im Spital zwei Typhuskrante aus der unmittelbaren U mgebuntz von Nennkirchen, ferner 7 aus anderen Ortschaften und 4 oste Fälle. Bisher ist nur ein Tod es fall unter den Erkrankten aus Neunkirchen vorgekommen. DK zur BÄämpfung der Typhusevkranlkungen in Neunkirchen getroffenen Maßnahmen funktionieren bereits im vollen Umfang. An Personal wurde ein Amtsarzt der niedwöisterreichischen Landesregierung als Epidemiearzt und eine Mite Epidemieschwester nach Neunlirchen zur DiensÄeiistung zugeteilt. Auch wurde die durch den Boykott derFuhrwerkSbesitzer in Neunkirchen hervorgerufene Störung im DeSinfektionSdienst zum Teil durch Heranziehung von Arbeitskräften auS Neunkirchen, zum Teil durch Beistellmug von Fuhrwerk und Mannschaft durch die Stadtgemeinde von Wiener-Neustadt behoben. Dank der Mithilse des Landesver- 'eines vom Roten Kreuz ist heute abends die v olle Bela g 8fähigkeit deS evakuierten Kinderheimes erreicht, nachdem bereits am 29. d. mit der Unterbringung von Kranken in diesen Räumen begonnen winde. Wien, 31. Oktober. - * DaS Wetter. Gestern herrschte wieder nebeliges Hevbstwetter. Für heute wird wenig verändertes Wetter mit vorübergehender Bewölkungsabuahme augMndigt. * Die Lebensmittelntärkte. Die rückgängige BMvauug der Fleischpreise im Grofhande-l macht Tag für Tag weitere Fortschritte. Im Großhandel wurden gestern sämtliche Fleischarten neuerlich im' Presse herabgesetzt. Da für heute strenge Ibchördliche Kontrolle in den meisten Fleischbetrieben angeordnet wurde, dürften sich auch die Detailpreise merklich verbilligen. — Der Naschmarkt wurde bedarfdeckeud dotiert. Preise Men die Vortage unverändert. Kartoffeln sind in großen Mengen auf allen Märkten. Die Großhandelspreise bewegen sich zwischen 8 und 11 Groschen pro Kilogramm, je nach Qualität und Herkunft. Auf dem Obstmarkt dominieren Aepseil, die nur begrenzter Nachfrage begegnen. Weintrauben sind im Preise gestiegen. Butter und Eier entsprachen dem Bedavfe. * Heute abends „Aschenbrödel" im Warenhaus Brüder Schiemann. 2. Bez.. Tcm-rstraße 48. Pon taghellem Lichie umstrahlt. scheu Sie diese bei groß und klein beliebte Märchenfigur. Das Märchen ist Merockcntlich gut dargestellt und wird jeder Auge entzücken. Berichtigung kostenfrei. 81. Oktober 1935 Nr. 8401 * Die weibliche Polizei. Die Kommandantin der weG-c ichen Londoner Polizei, Mary S. Allen, hielt gestern rat Hause der Industrie einen Vortrag Mer die Bedmtung der weiblichen Polizei. Miß Allen, eine Mer«, mit markanten, Äst niäMlichen Zügen ausgestattete Dame, erschien in der kleidsamen Unitform der Londoner PolWten. Da sie mix englisch sprach, wurde chr Vortrag übersetzt. Miß Allen Wrt« unter anderem aus, daß der Plan zur AMtellung einer wÄbtichcn Polizei schon vor dem Kriege gefaßt wurde. Bet Kriegsausbruch wurde er verwirklicht, doch stand man der Polizistin allenthalben skeptisch gegenüber und glaubte, daß die ganze Institution mit Kriegsende' verschtvinden werde. DaS Gegenteil dessen hat sich als notwendig heransgestellh denn man kam immer mchr aus den großen Wert der weMchen Potlizei. Sie dient in erster Linie dazu, Frauen und Kindern yilfretch zur Seite zu stchen. Ihre Tatigkeil liegt hauptsächlich auf dem Gebkte der Fürsorge, die sich natüMch auch auf Männer erstreckt. Insbesondere ift eS dem Eingreisen der wMichen Polizei zu danken, daß viele SittlichkeitsdeMte verhindert Wurden. Bon ihren Gegnern wird immer wieder angeführt, daß die Polizistin ihrenr männlichen Kollegen an Mut und Kra.fi nachstehe. Darauf sei zu erwidern, daß die Waffe der Poll- Min ihre moralische Kraft sein müsse. Die engvijschen lPol'izistinnen, deren es schon eine stattliche Zahl gilbt, unterscheiden sich von ihren amerikanischen Kolleginnen durch den unfformzwang. Dies ist deshalb von Vorteil, weil die Schutzlbcdurftigen dadurch sofort wissen, an wen sie sich zu wenden Haben. Der Ausbau der weiblichen Polizei ist, so schloß Miß Men, eine Notwendigkeit, der sich kein Land verschließen sollte. * Wichiio für Damen! Die neueste Sensation des 2. Bezirkes ist die Eröfinung des Spezial-Damen-FrtsiecsalonS der Fran Rosa Weiß, 2. Bez., Obere Augartenstrahe 70. Dem Zeitgeiste enPrrechend. wurde neben dem seit, 30 Jahren bestehenden künstlerischen Perücken-Postiches- Atelier vonl Architekten Ing. Ernst Dichor ein mit allem Komfort und mit den neuesten Errungenschaft en ausgöstatteter Salon geschaffen, in welchem unter der Leitung eines prominenten Wiener Damenfriseurs, die modernsten Bubi- und EtoMpfe geschnitten werden. Die Schönheitspffege, Gesichtsmassage und Maniküre besorgt, ma-iruell und elektrisch, eine renommierte Fachkünst-lerm. Infolge der zahlreichen, modernst ausgestatteten Kabinen mit Kalt- und Warmlwaffer, kalter und warmer Lnft ist für prompte Bedienung gesorgt. Postiches, Dauevwellen-Apparate sind vochandm. Trotz des großen Kostenaufwandes und geschmackvoller Aufmachung derfolsgt der Sglon weiterhin das GeschästSPrinzip: Die Menge macht es. Kleiner Nutzen — großer Umsatz. Radioprogramm. Heute Samstag. 4 Uhr 10 Min.: NachmittagSkonuert. Mit«' wirkend Konzertsängerin Lilly ClauS. — 6 Uhr 1b Min. t Bon der Hohenstaufen Glück und Untergang. (Zwei Jahrhunderte deutscher'Geschichte in deutscher Dichtung.) Hilda Wegner und Paul Horn. Einleitende Wörter Dr. Nüchtern. RadiovolkShochschulr. — 7 Uhr 10 Min. r FriedhofSsymbolik. Bon Franz Englisch, — 8 Uhrr Operettenauffüdrung. »Eva", Operette von Franz Lehar. — 10 Uhr: Heitere Avendmufik. Sereine, Vorträge und Serfatnrnlnngen. Wiener Beih-Hamidrasch, 2. Bez., FLvdinandS« straße 29. Heute, 3 Uhr, Bibelvortrag Lektor Dr. S. R ubin. Thema: ,Me Moral der alten Hebräer. — Zioyrsti. sche Sektion Prater. Mrgen, yaV 8 Uhr abends,-im SÄtionslheime. 2. Bez., JMgstraße 8, Heimabend. Herr Löbl Dastbes: ,MjüdischeS Leben in Amerika. F. Knapp: Violinsolo. Frau Johanna Dhal-Bkrson: ,Me Aufaabe der jüdischen Frm im Zionismus." Herr Goldgrub: Gesangssolo Gebräiisch und jüdisch). — Zionistische Kulturgruppe Briiaitteniau, 20. Bez., Karl-Meißl-Stratzie 5. Heute, halb o Uhr, Bortrag Dr. Chcckn Tartakower. Gäste willkommen! Morgen, 9 Uhr früh: NationavfvndS-Büchsenleevung. DienSiaa, halb 8 Uhr: Lesezirkel. Mittwoch, halb 8 Uhr: Jüdischer Geschichtslurs. Donnerstag, 8 Uhr: Referat des Herrn Gottfried. — Zionistische Sektton Zwi-- schenb'rücken. Heute um halb 8 Uhr abends feierliche Eröffnung des neuen Vereinslokales, 20. Bez.. Leystraße 81 (Souterrain). Kinder nicht mitnchnrm. Gimchreibungen für die hebräischen Kurse täglich von 7 bis 9 Uhr abems. — Im Juvisch-akademliisschen Phtlosopihewvere i n findet heute um halb 4 Uhr ein Vortrag über ,Mewuah" von Dr. Kaplewatzky statt. Daselbst werden syrischara'bische Kurse unter der Leitung des Dr. Kaplewatzky eröffnet (9. Bez., Zimmermannplatz 8). Bühne md Kunst. „Pasanini." Urauffiihvung der Operette von Franz Lehar im Johann- Strauß-Theater. Es ist beinahe erstaunlich, daß Paganini erst so spät in den Kre-iS der vom Film und von der Operette veracheiteten Tondichter^ einibezogen wurde. Forderte doch sein künstlerssches Daimonion und sein unstetes Wander- und LWeSleben geradewegs dazu heraus. Bekanntlich spielte Paganini, der im übrigen recht gchig war, leichtfertig Hasard, ja er verspielte solgar einst in Livorno seine Geige, wurde aber durch eine Guameri-Geige, die ihm ein Berchver seiner Kunst spendete, reichlich entschädigt. Zahlreiche Legenden gehen über ihn um, so, daß er wegen Emwrdnng seiner Gelieibten jahrelang im Kerker schmachten, mußte, uno dort, als schon drei Saiten seiner Geige gerissen waren, aus der G-Saite wie vechext wertevspieltc. Aus dieser Mischung von Dichtung Mb Wahrheit scheint auch das Textbuch der Herren Paul Kneplar und Bela Jenbach Nutzen gezogen zu haben. Es läßt Paganini, der stets neue Lie>besabente.uer hatte, am Hose zu Lucca, wo er tatsächlich drei Jahre lang als herzogjlicher Soloviollinist wirkte, das Glück bei Frauen suchen und in den Armen der Fürstin, der Schwester Napoleons, finden. Der Solovtolinist und Kamniervirtuose fpieü ja hier nicht gerade die erste Geige und die Intrige, die von der eifersüchtigen Mristin gegen den Künstler gesponnen wird, ist nicht gerade zart; doch dies alles ist nur der gleichsam faMvse Untergrund, aus welchem Lchar seine weichen, satten, slawischen Dlmfatbelr auftragen kann. Wie früher kommt der Künstler gerne sentimental und elegisch, er liebäugelt, wie schon in seiner chinesischen Operette „Die gelbe Jacke", mit der Oper, er düngt manche RemMstzenzen gn den jünge-M Lchar, pM» mß

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