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Wiener Morgenzeitung · 1925-10-29 · Heft 2401 (29.10.1925) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2401 (29.10.1925)
Date
1925-10-29
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 2401 Wien, Dormerstag- Wiener Morgenzeitung eine Kreditoperation skr die Peufiouifte«. kntsvannung im Der seit Wochen bestehende Konflikt zwischen der Regierung und den Bundesange stellten , die nach Veranstaltung einer Urabstimmung die Durchsetzung ihrer GehaltSfovderungelt zu. erreichen suchten,. scheint nunmehr an Scharfe viel eingebüßt zu haben. Dr. Ramek hat gestern der: Beamten seilten Plan mitgeteilt, wie das Budget von den abnormalen P e nsionslasten erleichtert und die so ersparten Beträge den Beamten zugewendet werden können. Die Beamten erklären sich nun bereit, an dem Plan der Regierung mit Zuarbeiten, verlangen aber, düst die Regierung noch in diesem Jahre eine Notstands Unterstützung auszahle. $ Bundes'kanzler Dr. Name! teilte, gestern vormittags dem Exekutivkomitee des Fünfundgwairzigerausschusses die einhellige Meinung der Regierung.über die Beamtenforderungen mit. Danach hat ., die 'Regierung beschlossen. einem Plane näherzutreteu,, der es. ermöglicht, schon im nächsten Jahr den Bundesan^estellten.eine Verbesserung der BesoldungsverhältMe' sicherzustellen. Er sei der einzige Ausweg, um in der gegenwärtigen Situation eine Verbesserung in der Lage' der Beamten herbeiznführen. Das Budget sei durch Personalausgaben belastet, die man nicht n ö r m a l neunen könne; sie betragen für Aktive 360 Millionen, für Pensionisten 224 Millionen Schilling. Nun ist unter Berücksichtigung der' Pensions- und Besoldungsnorrncn errechnet worden, daß die normale Pensionslast 108 Millionen wäre, die über-normale Pensionslaft beträgt demnach 116 Mllionen. Darin liegt unser Peemtenproblem. Es bleibt also nichts anderes übrig als die Verteilung der 29. Oktober 1925 Ssiie 3 Beamteukonstikt. abnornralen Pensionslaft auf eine längere Zeit, etwa aus 35 Jahre, vorzunehmen, um aus diesen 116 Millionen der Beamtenschaft dauernde Zuwendungen zu machen. Es handelt sich hiev um eine Kreditoperation auf Grundlage eines Bersicherungsgeschastes oder einer Anleihe. Die Regierung hat gestern beschlossen, an diese Kreditoperalion heranzutreten. Noch sind zwei wichtige Voraussetzungen zu erfüllen: nämlich den Geldgeber zu finden unb' die Verhandlungen mit dem Kontvollkomitee, dessen Zustimmung zu dieser Kreditoperation notwendig ist, aufzunehmen . Sollten die Verhandlungen zeigen, daß der Plan nicht aussichtslos sei, so wäre die Regierung bereit, einen '* Vorschuß auf die Dauerregulierung der Bezüge zu . gewähren. Sollte wider Erwarten der Plan keine Aussicht auf Realisierung haben, so würde. im Jänner im Wege einer Notstaudsaktion den Beamten eine einmalige Zuwendung gemacht werden. Den Gedanken einer Erhöhung der Getränkesteuern zur Bestreitung der Kosten einer Gehaltserhöhung lehnte der Kanzler ab, da die Regieruirg nicht die letzte Steuerreserve aus der Hand geben könne. Die Differenz zwischen den für die Kreditoperation erforderlichen Annuitäten und dem übernormalen Pensionsauswand würde die Regierung den. Beamten zuwenden. Auf eine Anfrage teilte Dr. Ramek mit, daß die Regierung den Beratungen über die Kreditoperation einen Vertrauensmann der Beamten beiziehen werde. Leichte tzrmMarkit des Kopfes, vorzeitige Erlahmung der Spannkraft n. dergl. deutet auf schwache Nerven (Neurasthenie). Wer seine Nerven mit SaNatogen kräftigt, wird nicht nur des Tages Mühe letzter überwinden, sondern nach beenoeter Arbeit auch noch Kraft zu frohem Genuß haben. sind den Kommunisten in die Hände gefallen. Ich kann i versichern, daß alle führenden Elemente der Mischen \ Gesellschaft in der Ukraine gegen das Krim- \ Projekt sind, aus sachlichen Gründen. Dazu kommt, I daß bei jeder Erschütterung der sowjetistischen Macht \bte jüdischen Kolonisten abgeschlachtei werden." Crez Z rael kann 15.000 neue Arbeiter aufnehme«. Eine Berechnung der zionistisch-palästinensischen Exekutive. Jerusalem, 26. Oktober. (P. C.) Die Zionistische Exekutive in Erez Israel hat eine Berechnung vorgenommen, wie viel neue jüdische Arbeit e r . erforderlich sind, um die für die Monate Oktober 1925 bis Marz 1926 projektierten Arbeiten durchzuführen. Diese Berechnung zeigt, daß während der obigen Periode Arbeit für mehr als 14.000 neue Arbeiter vorhanden sein werden. Diese Zahl erhöht sich noch.um etwa 16 Prozent durch die Arbeitskräfte, welche' zur Befriedigung der technischen und häuslichen Bedürfnisse der neuen Arbeiter erforderlich sein dürsten; die Gesamtzahl der neu benötigter Arbeiter für das nächste halbe Jahr wird sich also auf mehr als 16.000 belaufen. Nach dieser Berechnung werden 47 Prozent der Arbeiter für Haifa und den Emek notweMg sein. Zu den in Aussicht geiwmmenm Arbeiten gehören 50 Häuser in. dem Hadar-Hakarmel-Bieriel und 30 in Bath Gal im, den beiden Vorstädten Haisas; eine Summe von 6000 Pfund wird für die Arbeiten in Beth Hakere m ausgegebett werden, 8000 Pfund in T a l p i o t und ebensoviel in Rechawiä, den jüdischen Vorstädten Jerusalems. Dazu kommen noch die S t r a ß e n b a u t e n, die in Rechawia und Bajith Megan durchgeführt iverden und vielen Arbeitern Beschäftigung geben werden. Falls die Bautätigkeit in Tel-Awiw, die während der letzten Zeit eine Höhe von 22.000 bis 24.000 Quadratmeter erreicht hat, weiter anhält, wird auch dort eine beträchtliche Zahl Arbeiter tteu ausgenommen werden können. Dazu kommen noch die Projekte ber Jca, die in der Nähe Jaffas die Durchführung verschiedener. D r a i u a ge r r b e i t e n beabsichtigt; auch werden die Arbeiten der Durchführung des Ruthenberg-Projektes neue Arbeiter benötigen. 40 Familien werden für die K o l o n i e d e r r u m ä n ischen Juden, 25 für die der Bukowina er .Juden und 25 für die der kaukasischen Juden erforderlich sein; außerdem wird man hundert Familien, die die Landwirtschaft kennen, für verschiedene andere Siedlungen benötigen, vorwiegend ausgewählte Familien, die selbst Über einige Mittel verfügen. Das Wachstum der jüdischem Bevölkerung. Jerusalem, 26. Oktober. (P. C.) Während des Jahres 5685 belief sich die monatliche Durchschnittszahl der Einwanderer auf 2790. Die Gesamtzahl der Einwanderer im Jahre 6685 betrug etwa 33.500. Wenn wir von dieser Ziffer die Zahl der 1750 Juden abziehen, die laut den offiziellen Berichten Palästina im Laufe des Jahres verlassen haben, so stellt sich die Nettozahl der Einwanderer äuf ein wenig unter 82.000, Die Auswanderung wurde aber mehr als ausgeglichen durch den n a t ü r l i ch e u Zuwachs der Juden, der auf 2000 jährlich gestiegen ist. Unter der Voraussetzung, daß diese Ziffern authentisch sind, ist der Prozent s a tz d e x Juden im Verhältnis zu der- Gesamtbevölkerung von 13 Prozent zu Beginn des Jahres 1925 auf etwa 16,5 P r o z e n t a m 1. Oktober 1926 gestiegen, Ne Juden Ka vattzorManils vor den Wahlen. Die Agudah will die jüdische Einheit sprengen. Bratislava, 25. Oktober. Wie bereits berichtet, hat bezüglich eines einheitlichen Vorgehens bei bm am 16. November stattfindenden Wahlen für das Parlament und den Senat eine Vereinigung der Mischen Volkspartei mit der jüdischen demokratischen Partei in Karpathorutzlaud stattgefunden. Diese unter dem Namen „jüdische Partei in'den Wahlkampf eintretende Bereinigung aller Mischen WaWfmmen ging jeidoch der unter der Führung des Pistyaner Rabbiners Weber für die Vereitlung jedes einheitlichen Mischen-'Auftretens tätigen A g u.di st erspar tei wider den Strich, und sie hat es auch diesmal zuwege gebracht, ohne jede Aus sicht auf e in o n Wahlersolg, bloß aus Vergnügen an der Zerstörung sich von der Mischen Gemeinschaft abznfoudern und als sogenannte ,MrtfchaftsPartei" eigene KandidateMsten aujZustellen. ' Da diese negative ,Mvtschaftspartei" es genau weiß, daß sie programmatisch nicht's zu bieten hat, griff sie zu dem noch aus der' magyarischen Aera übernommenen Trick, .sich hinter die Regierung zu stellen und überall zu veMnden, daß die Prager Regierung angeblich eine geeinigte Mische Wahlliste nicht wünsche und Mt der tveMUNgsorthodoxen Weber-Partei paktiere. »In der Slowakei hat man die Unglaubwürdigkert dieses Mahlmanövers bald erkannt und Mt, ohne Rücksicht auf die sonstige Parteizugehörigkeit w religiöser Richtung, treu zur vereinigten „jüdischen Partei", unter deren Aegide allein eilt Sieg der Interessen der jüdischen Wähler erhofft werden kann. Aus diesem Grunde hat die Agudah das Hauptgewicht ihrer Zerstörnngsarbeit nach Kavpathorußland verlegt, wo die Zahl der Juden 16 Prozent der GesamtbevAkerung beträgt und die besonders in den Dörfern in schwerster Not 'lebenden Juden nach Meinung der Agudah durch eine Berufung auf den angehlichenWil >1 eu der Regierung am leichtesten einzuschüchtevn sind. Tatsächlich erschien 'bereits der durch seine Wühlarbeit in unangenehmer Weise bekannte ehemalige Vizpräsident de'K jüdischen Naitiomlvaies für die Tschechoslowakei Marek Ungar in Karpachovutzland, um unter ausdrücklicher Berufung auf den angeblichen Willen des Ministers des Innern gegen die vereinigte jüdische Partei Und für ferne eigene Spitzenkandidatnr zu agitieren. Die jüdischen Wähler, die anläßlich der letzten Wahlen im Jahre 1924 allein 10.000 Stimmen aufgebracht hatten, sind durch dieses Vorgehen 'begreiflicherweise aufs, tiefste empört und können es nicht glauben, daß die Regierung sich des Marek Ungar bediene,'um auf solche Weise gerade im Hager der jüdischen Wähler in so eklatanter Form Wahlbeeinslusiung zu üben. Das Exekutivkomitee wandte sich deshalb i n eine r Prote st kundg e >b u n g ist Nervennahrung, kein Reizmittel! In mehr als 24.000 schriftlichen Gutachten namhafter Aerzte wird seine Zuverlässigkeit und nachhaltige Wirkung bezeug! So schreibt Herr Sanitätsrat Dr. med. E ckst e t n in Leipzig r „Seit Jahren habe ich Sansttogen itt meiner Praxis verordnet und habe besonders in der Rekonvaleszenz nach schweren Krankheiten Md . in Fällen von Blutarmut und geistiger Ermüdung und Abspannung sehr gute Resultate gesehen. Es ist ein Neroenkräfiigungsmittel allerersten Ranges, das durch kein anderes Präparat ersetzt wird." 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Juli gegen öle Behauptungen bes Wahlagitatms Marek > Ungar mit der Bitte an ben Minister bes Jnn-evn, bie bas Ansehen der Regierung schwer schädigenden Ausstreunngen unzweideutig zu dementieren'und auf diese Weife zur Reinheit der Wahlen böizutragen. Hier herrscht kein ZweisÄ darüber, daß die Prager; Regierung nicht säumen wird, den Marek Ungar unzweideutig abzufchütteln. i ' * ~ " ' Set Abba« bei len Banken. Im Budgetausschuß, wo gestern das Kapitel „Soziale Verwaltung" des Voranschlages angenommen wurde, trat Abg. Allina für die Schaffung eines. Mindeplohngesetzes für Angestellte ein und wendete sich dann , dagegen, daß in den Banken Ueberstundrn gemacht werden, trotzdem im Haufe von eineinhalb Jahren über 12.000 Bankangestellte entlassen worden sind. Die Großbanken schicken sich all, mit den Entlassungen fortzufahren. Man möge sich meinte er — von Regierungs wegen eMich darum kümmern, ob in den Banken nicht doch andere Ersparung.smaßn ahmen getroffen werden können, als nur gerade die Entlassung von Angestellten. Hundert entlassene Angestellte bedeuten erst eine Regieersparnis von rund drei Milliarden. Dem gegenüber stehen die Direktoren und ihre Stellvertreter, deren Zahl sich gegenüber 1914 verdoppelt, ja verdreifacht hat. Wenn ein leitender Direktor weggeschickt würde, wäre damit zumindest die gleiche Regieersparnis erzielt, wie durch Entlassung von hundert Angestellten. Die Regierung mögen diese Verhältnisse untersuchen und ferner erheben, wie groß die den Banken zur Verfügung stehenden ausländischen und wie hoch dem gegenüber die heimischen Mittel sind, die die österreichischen Banken im Auslände anlegen. Minister Dr. .Resch lehnte eine gesetzliche Regelung des Mindestlohnes für Angestellte ab, da eine solche Maßnahme wirtschaftlich sehr bedenklich wäre. In bezug auf den radikalen Abbau der Bankbeamten habe er sich bemüht, was möglich war, zu verhindern. Aber für die Banken ist die gute Zeit vorüber und sie sind daher n i ch t m e h r i n d e r L a g e, so viel Beamte zu halten wie früher. - K —-- Hakenkreuz-Manöver bei Wien. Die. „Arbeiterzeitung" meldet: Am So^nnta§ waren 2000 Ha'kenkreuzler unter dem Kommando des „KvsisstaWeiters" GenevalmaM Karl.Wanek in Hadersdorf- Weidlingäu v>ersammel!t und halben dort regelrechte Manöver abgehalten. Im Mauevbacherwald hm es Zwischen. der Ostgruppe und der Westgruppe der Hakenkreu-zler zu einem Insa>mmenstoß, hei dem es sogar LeichtveÄetzlo gab. Auf der Putzelsdorfer Weide gab es einen Natzla^mpf vou Mann zu Mann. Von den Teilnehmern an dieser UöLung wurde z,u Markierungszwecken aus Revolvern m die Lust geischossen. Handgranaten kämpf wurde durch in die Lust goworfene Feuerwerkskörper mst Knalleffekt improvilsiert.

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