Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2396 (24.10.1925)
- Date
- 1925-10-24
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2979076-2981191-2981482--24446-3011991- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Veite 6 Wien, Samstag - 1 (bereits auf ganz plausible Argumentationen eingelassen: die raoio- , metrisch festgestellte relativ hohe Marstemperatur schreibt er v'.chr iallein der Marsatmosphäre und ihrer Fähigkeit, die Silmci'.wärme!auf;uspc. chern, z:., sondern auch, der Vegetation, wi sie in den isruchtbaren Strichen wächst. Da bekanntlich große, von Buschgras, lTundrenmoosen oder Flechten bewachsene Gebiete außerordentlich „sassnngskräftige" Wärmespeicher sind, erscheint es als logisch zulässig, in die Bilanz des Wärmehaushaltes unseres Bruderplaneten Mars ebenfalls solche Speicher einzustellen. Wien, 24. Oktober. * Das Wetter. Auch gestern hielt der dichte Nebel an. In 4ett späten Mendstunden begann es M regnen. Di-e Boranssa-ge ^meldet zunächst noch mildes, für morgen schlechtes Wetter. * Oberkantor Josef Steiner in Grotz-Meseritsch gestorben. .In G ro ß -Meser i ti ch ist am 21. d. Herr Ichef Steiner Im 83. Loben sich re geistoriben, der durch 58 Jahre in seiner Heimarsgemeinde als Oberkantor, Sekretär und Religivnsilchrer überaus evsprießlich wirkte und sich während dieser Zeit durch seine hervorragenden Clharaktereigenlschasten, sein bescheidenes Weisen, seine .seltenen geistigen Fähigkeiten, sein reiches Wissen die Liebe seiner Gemeinde und die Hochachtung der gejsamten Bevölkerung erwarb. Anläßlich des im Vorjahre nach vollendeter 60jä-hriger Amtswirksamkeit stattgefundenen llvbertrittes Josef Steiners in den Ruhestand wurde ihm mit Genehmigung des Ministeriums der TitÄ eines Ehrenrabbiners verliehen. Das Hinschelden dieses allgemein geschätzten, segensreich wirkenden Mitgliedes hat die Kultusgemeinde in die tiefste TrMler versetzt, an welcher seine gewesenen zahlreichen Schiller und Schülerinnen von Nah und Fern innigsten Anteil nehmen. An der Bahre des Verstorbenen Iranern außer der Witwe eine Tochter und fünf Söhne, die mit kindlicher Liebe an ihrem Vater hingen. * Eine Ehrung für Hosrat Wahl. Mt besonderer Feierlichkeit hat gestern vormittags Polizeipräsident Schober dem langjährigen Chef des Sichecheitsbnreaus Ho'rat Alexander Wahl das ihm vom Bundesprasidenlen verliehene große Silberne Ehrenzeichen der Republik überreicht. * Gründungsliedertafel. Mrgen Sonntag findet in Weigls Kacharinenalle die GrnndungÄiedertafell der „Freien Typographia" unter Leitung des Chormeisters Pro'essor Heinrich Schoo f statt. Kon-zertorchester aus Mitgliedern >des Wiener Symphonieorchesters und des Volksopernorchesters. Die zweite Abteilung des Programms ist dem Andenken Johann Strauß' gewidmet. Saalerössnnng 6 Uhr. Beginn der Borträge 7 Uhr. * Acht Waggons Möbel für Miramar. In den letzten Tagen sin) acht Waggons Mobiliar für das Schloß Miramar nach Tri-sst transportiert worden. Wie die Politische Korrespondenz von maßgebender Stelle erfährt, handelt es sich nicht um Kunstgegenstände, sondern um jene Einrichtungsgegenstande des Schlosses Miramar, die im Juli 1914 von dem Schlosse weggesührt und an verschiedenen Orten in Oesterreich unterbracht woiDen waren. Die italienische Regierung hat die Rückstellung dieses Mobiliars schon vor längerer Zeit verlangt. Die Bundesregierung hat in einer im Juli 1924 mit der italienischen Regierung getroffenen Vereinbarung diesem Verlangen stattgegeben. Kraft dieser Vereinbarung wurden aber von den rückzu.stellen.den Einrichtungsgegenständen die für die österreichischen Sammlungen wertvollen Stücke ausgeschlossen. * Die neuen Abonnements aus den Bundesbahnen. Wie „Der danke!" meldet, werden die Bundes'ahnen nach Durchführung der Preiserhöhung ab 1. Jänner 1920 folgende Abonnements gewähren: Das gesamte Netz der Bundesbahnen wird in acht Teil zerlegt, die sich im allgemeinen mit den Bundesländern decken — nu.r Wien und Niederösterreich bilden dabei ein Gebiet. Diese Gebiete sind aber so abgegrenzt, daß sie nicht an der Grenze des Bundeslandes eitbeu. so daß etwa die Karte für Niederösterreich bis Linz, die für Oberöst-erreich bis Salzburg gilt usw. Der Preis der Netzkarten stellt sich zwischen 80 Schilling für Niederösterreich und 30 Schilling für Vorarlberg. Ein Ätägiges Abonnement dritter Klasse für das gesamte Bundesgebiet kostet 150 Schilling, ein Jahresabonnement 1350 Schilling. Tiefes Generalabonne-ment kam: auch gegen Ratenzahlungen erworben werden. Für jede Ausfertigung wir) eine Gebühr von 3 Schilling erhoben. Ferner werden Ha7:e Preiskarten aus-gegeben, die gegen Erlag einer Pausch-als-umtne llös) Schilling für die dritte Klasse) mit Geltung für ein Jahr zur Lösung von .Fahrkarten zum halben Preis 'berechtigen. * Freie ärztliche Stellen bei den Bundesbahnen. Die Genera-ldirektion der Oesterreichifchen B-undesbanen teilt mit: In der demnächst zur Eröffnung gelangenden Heilanstalt I n d e n d o r s - T t r a ß e n g e l bei Graz kommen die Stellen eines Primär- und eines SekundÄrarzt es zur Neubeletzimg. Nähere Bewerbungsbedingungen sind in der nächsten Nummer der „Mitteilungen des Bolksgchundbeitsamtes", der „Wiener Klinischen Wochenschrift", der „Medizinischen Klinik", der „Medizinischen Wochenschrift" und der Fachzeitschrifteu der Wiener und Gramer Aemteorganisation enthalten. Die Bswerbungsgesuche sind bis 15. November d. I/in der Generctldirektion der 'Oesterreichifchen Bundesbahnen, Wien, 1. Bez.,' Schwarzenbergplatz 3, einzubringen. * Gesuche um Aufnahme in den Dienst der Oesterreichischen Bundesbahnen. Die zu Ende d?- Vorjahres veröffent-üchte Mitteilung, daß die Einbringung von Aufn-ahmsgesuchen wögen : der großen Anzahl der Vormerkungen zwecklos ist und daher unterlaijeu werden möge, ist unbeachtet geblieben. Es wird deshalb bekanntgeqeb'en. -daß künistch von einer Behandlung der einlangenden Äufna-hmsgesnche bis auf weiteres überhaupt ckbges-chenwerden wird und daß auch etwaige Beilagen nicht mehr zurückgesendet, sondern lediglich den Gesuchstellern zur persönlichen Abholung innerhalb dreier Monate zur Verfügung gehalten werden. * Selbstmord in einer Villa in Döbling. In ihrer Villa in Döbling hat sich vor einigen Tagen die Gattin des ehemaligen Sektionschefs Trnxsa erhängt. Sie -lebte in guten Verhältnissen und hat in einem Anfall von Trübsinn Hand an sich gelegt. * Offizielle Anerkennung der jüdischen Feierte in Tan- . ger. Die neue gesetzgebende Versammlung von Tauiger hat die hcherr jüdischen Feiertage, wie Jom Kispur, Rosch Halichonah, Suktoth, Passah, Schewuoch und Purim gesetzlich anerkannt. Unter anderem sind die Juden an diesen Dagen davon befreit, vor Gericht und vor anderen Aemtern zu erscheinen. * Dornröschen erwacht zu neuem Leben in einer mit besoiwerem künstlerischen Geschmack ausgestatteten Innendekoration des Warenhauses Brüder Schipfmann,. 2. Bez., Taborstraße 48. Die Besichtigung dieser interessanten Darbietun-g wird jedermann erfreuen. * Wirtschastswoche km Warenhaus Brüder S^'^ann, 2. Bez., Taborstraße 48. Leinen, Clhifson, Welben, Gradl, Tischtücher, Handtücher, Teppiche, Vorhänge usw. zu unglaublich billigen Preisen. Schotten-Winterkleider, fertig, in jeder Größe nur 9.50 Schilling. Prima Velours-Flanelle pro Meter nur 1 Schilling. Mcde-Iacquard-Pullover 17.50 Schilling. Wiener Morftenzestung 6«gr. 1884 Ältestes üegr, 1S64 Wiener Restaurant KRZIWANEK Ktessveiier - H61 scher 1088 BERLIN NW 7 Friedrfchsirasse — ick« Mlttelstraße 57/58) I* , Nur eine Treppe Vorzügliche echt österreichische Küche, .Pilsner Urquell, österreichische und deutsche Weine. Bürgerliche Preise WAlDWti/Yi ÄG5IAT409W mWHH Schlanke graziöse Figur ohne Aenderung der Lebenswebe I WALD HE 1 M-APOTHEKE Wien, 1. Hlmme!pfortg«ue Nr. 14/4 Preis $3.50 1121 Depot* tBud'pesi Lemberg / München / Pr eg / Zagreb HOTEL CENTRAL Wien) El. Taborstrasse 8 a Stadtzentrum * 150 neu eingerichtete Zimmer » Zentralheizung, kalt- und warmfliessendes Wasser, Telephone, Lift, Caid-Restauiant * Preise von S 5.- aufw., > autleute 10°/o Rabatt. 665 PERUHIN die Spezialseife nach Piof UNN1« gegen Mitesser und Wlmm’rin unübertrefflich. Ein Versuch ö'erzeugt. Üüberall eibiltlch Mr. Blurrunfed, Wien, 'XVII., Hernalser Hauptst.asse 79, Telephon 2>6 iti. .~ 1W~.Nr. 2396 -—— Vereine. Bortriiae nnd VeMmmlunnen. Verein Erez Israel. Heute, 7 Uhr abends, in unserem Heim, 2. Bez., .Zirkusgasse 83. Vortrag des Herrn Hans Kandl: „Einige. Grundfragen der jüdischen Lehre". — Maimonidesinstitu t. 3. Bez.. Hctzgasse 40. Heute, halb 4 bis halb 6 Uhr, Rabbiner Dr. A. Kaminka: „Kommentare zur Sidra". Montag: Rabbiner Dr. A. Ka minka, 6 bis 7 Uhr. Das Buch racht, Wien. Heute. 8 Uhr abends, im Lokal, 2. Bez., Praterstands"i'f-''l!ed?s Nt" •tw'l u.. .4 r- und Erfinde sind Wichst eingeladen. — Zionistische Kulturgruppe Brtglttenau, 20. Bez., Karl-Meißl-Straße 6. Heute, halb 7 Uwal'-nd- Einladungen ergingen nicht. Erscheinen der Mitglieder Pflicht! Morgen Sonntag, 9 Uhr früh, Nationalfonds-Büchsenleerung. — W' im, *v r eff’ v fl '' - Nr. 23. Heute, 4 Uhr, Bibelvortrag, Lektor Dr. S. Rubin. Thema: „Die Fintfluterzählung in der Bibel". — Zionistische Sektion Prater. Morgen Sonntag, halb 8 Uhr abends, im Sektionsheim. 2. Bez., Inngstraße 8, Heimabeno. Vortrag Direktor Leon Wechsler: „Zionismus und Jude". — Leseu n d R e d e h a l l e jüdischer H o ch s ch ü l e r' i n Wien. Heute, halb 8 Uhr abends, nn neu renovierten Bereinslokal. 9. Bez., Tnrkenstraße 9, Generalkonvent. Tagesordnung: 1. Berichte. 2. Debatte. 3. Neuwahlen. 4. Eventuelles. -—Zionistische Bezirkssektion Alsergrund. Wien. 9. Bez., L'"chtensteinstrhste 11 Montag, halb 8 Uhr abends, im Ease Metropol. 9. Bez.. Berggasse 33, Vortrag Dr. I. Sadger über „Psychoanalyse und Judentum". — Wiener Beth-Hamio r a s ch. Wien, 2. Bez., Ferdinartdstraße 23. Sonntag, 5 bis 6 Uhr, Rabbiner Lektor Dr. Gelbhans, Siphre; 6 bis 7 Uhr, Rabbiner Lektor Dr. Rubin, Midrasch. Montag, 7 bis 8 Uhr, Rabbiner Lektor Dr. Rubin. Talmud. Leopold st ädter Volks heim, 2. Bez., Zirkusgasse 48. 7 Uhr: Dr. Karl Ledersteger: „Astrologie und Astronomie". Eintritt stei. ^Hausfrauen*! BRATET UND BACKET I iJimmiiiitniiiii'iiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiimiiiiiinii ■!! OHNE BRATROHR!!| Vorführung: I Hotel „Zur gold. Birne1, I ill„ HauptstruBe 31, und im ■ Restaurant „Zum grünen H Baum“, VII.. Mariahilfer- R straße S6 H von 9 bis J2 Uhr vormittags und H 3 bis 6 Uhr nachmittags ■ EINTRITT FREn ■ KOSTPROBEN GRATIS ■ Die Kasserollen können gleich B mitgenommen werden. 89 H BBHBBBBBBHBH * Geringe Verbreitung der Geschlechtskrankheiten unter den Inden. Der Warschauer Magistrat hat Unteüsuchnnigen ü:er -die Sterblichkeit infolge venerischer Krankheiten anMteltt, aus denen ervorgeht, daß die Juden einen verschwindend kleinen Prozentsatz der venerisch Kraulen stellen.' Im Jahre 1921 sind von 100.000 christlichen Einwohnern 36 an Syphölis .gestorben; von je 100.006 Iuioen stavb nur einer an Syphilis. Im Jahre 1922 starben von 100.000 Christen 17, von 100000 Juden wieder nur einer an Syphilis. Auch die Tuberkulosesterbltchkeit ist «bei den Juden geringer. Im Jahre 1922 starken von 100.000 Crfften 366, von 160.000 Juden nur 112 an Tuberkulose. Bei Krebskranklheiten ist der Unterschied geringer. Im Jahre 1922 stavben.wn st'100.000 Chr'.sten'. 82, von je 100.000 Juden 68 Personen an Krebs. (I. T. A.) * Ehrung jüdischer Kriegstoter in Tunis. Die französische Regierung hat dem Stadtrat von Tunis den Vorschlag unter- Ibreitet, zur Erinnerung an den Sergeanten Isaak Bi smn th, der im Kriege nach heldenhafter Gegenwchr fiel, die Straße, in der ec 1914 lebte, nach seinem Namen zu benennen. Dies .soll zugleich eine Ehrung für alle kriegsgefallenen tunesischen Juden sein. * Seekranke Fische. Der unwahrscheinlichste Patient in betreff der Seekrankheit ist doch ohne Zweifel der Fisch. Dennoch will man in den Vereinigten Staaten die Beobachtung gemacht haben, daß Fische sehr seekrank werden können. Allerdings werden sie es nie, so lange sie frei im offenen Meere yerumschwirnmen, sagt; der New-Yorker Gewährsmann, sondern nur, wenn sie sich in Bottichen an Bord eines Schiffes befinden. Da man noch nie gelhört hat, daß der Mensch, wenn er auch in einer noch so stürmischen See schwimmt..st seekrank wird, so könnten Wohl die analogen Umstände peinlicher Beschränkung gleiche Ergebnisse beim.Fisch zeitigen. Man hat natürlich vev'mcht, den Fischen in -dieser stets unangenehmen und zuweilen sogar gefährlichen Lage 'beizustehen und will dsts auch mit Entzichnng -jeder Nahrung erreicht ' haben. ' Radioprogramm. Heute Samstag. 4 Uhr 10 Min.: Nachmittagskonizert. Llitwttkend: Ftl..Marn Krauß (Gesang). — ü Uur 25 Mm.: Aus Heinrich Laubes Theatererinnerungen: „Vom Burstheater". Gesprochen von Theodor Weiß. - 8 Uhr: „Wen bei Nacht". Vorttag aus der Lokalgechichte Wiens mit Nezit-stion, Musik, Szenen aus dem Volksleben und Gesangsvorträgen. Von Edmnud Skurawy. Mitwirkende Tonkünstlerquartett Silving.' Frau Rosi Ko-'vler-Schtller.vein, die Herren L. Godoscev, L. Celakowsky. Am Flügel Professor Karl Severin. — 1.0 Uhr; Heiteie Abendmusik. □ 0 . S selbsltiitfsorganisatiaB lir jüdische Irbiltr und flngesteilte 5 □ Wien, II., Blumauergasse 1/2 fj ■1 ■ B y Am 1. November werden die Q { Abendkurse s g iiir jüdische Arbeiter und Angestellte eröffnet g □ Unterricht* f'egensiäadc: p S Sj) rachen: Jiddisch, Hebräisch, Deutsch, Englisch. — H ■ Allgemeines Wissen: Physik und Chemie ’ im , □ täglichen Leben, Soziologie, Rechnen und Buchha.tung, □ g Abschnitte aus der jüdischen Geschichte, Palästina: Ä B Land und Leute 201,1 b ■□«□»□KaBaHPsa»aiiD»aBiD»a)BD#DsioaDBaffla®a Die deutsche Einheitskurzschrift in der Praxis. Sonntag» 10 Uhr vormittags, hält der Leiter des niederösterreichischen Landtagsstenographenamtes, Rechnunasdirektor W i t t m a n n im Rittersaale des niederösterreichischen Landhauses (1. Bez., Herrengasse 13) einen Vortrag übet „Die Gabetsberg-rsche Satzknrzung und die Redeschrift der Einheitskurzschrift in der Praxis". Der Vortrag ist allgemein zugänglich. _ Bühne und Kunst. „Weiße Fracht." (Raimund-Theater.) z^Okan sieht ein fernes Stück Erde, eine Gnmmiplantage iah Innern Weista-sri-kas. Man sicht dort ein paar Engländer von körperlichem Uwöchaigen, Fieber, Einsamkeit, Heimiwch und von -dem Schreckgespenst „Mschvevlchr" geplagt. Und man sicht, daß eine Handvoll Menschen, aus der nämlichen Zone, Ms dem nämlichen Kustur- und Zivilisalionskreis ins Tvopenkland verschlagen, aneinander nicht weniger Leiden, als an dom mörderischen Kli-ma. Es ist nicht, gu:^ wenn der Mensch allein ist wie Robinffon Crusoe. Aber es ist noch weit schlechter, wenn vier oder fünf Weiße fern von daheim, etwa im Lande der Bulschmänner, a-utfeinander angewiesen find. In dieifer dvarnot-ischen Esseng eines Romans von Simonton (der ausgezeichnet sein muß, wenn schon die Dramaiisier-ung .Leon Gord 0 n s so stark interessiert), in. diesen bemerkenswert geglückten, aus dem Romanstosif geschnittenen sechs Bühnenbildern ist der Zn st and der Menschen, die Not der Sendlinge Wbions, hier atmen, arbeiten -und nicht bloß die Sonne Afrikas, sondern auch die nnausweichliche Gegenwart von drei oder vier Mstverbannten ertragen zu müssen, beklemlnrenb geschildert. Die englischen Unternehmer ans der Guim-mUbranche sollteit einen tüchtigen Dramatiker dingen und ein kräftiges Gegen- ' stück schreiben lassen. Da, wie man hört, ,Weiße Fracht" in London verifl-ucht oft in Szene gchr, wird sich bald kein Jüirgetl Mer-k'nrs dorthin schicken lassen, wo man den Nohstosif für die Fäbrikation von Galoschen gotoinnt. Weniger belangreich hingegen ist die in den schilldernden, streckenweise kräftig und Plastisch geführteil Dia-log verwobene Handlung. Ein NeuangÄommener gerät an eine HMbLut- 'negerin, heiratet sie in aller Form, trotzdem das Kind der Wildnis ans freieste Liebe und Prügel, nicht aber ans die heiligen Bande der Elhe eingeftell: ist, und geht an ihr wahüscheinlich izuigrunde. Sie mischt ihm lanigs-am tötendes Gift in die tä>gllichs Ghininration, um ihn ehestens los zu werden, und man tvansportiert ihn halbtot nach Europa. Bezeichnend der Schlnßesfvkt: Ein weißer Barbar, der den Frevel entdeckte, zwingt das schw-arze Nnt-urkind, jene giftige Flüssigkeit sMst ansW-trinken und jagt sie dann mit Fuß- 'tritten in den Bnsch. Sollte daher aus obevwähnten Gründen der Börfenraifon das Stück in London abgesetzt -werden, so^ darf der Antor mir unendlichen SeriLna-nWhrunigen in jenen gesegai-eten Provinzen Amerikas rechnen, alliwo man noch etwas a-nf 'LynchjinstiZ hält. - Arnold K 0 r s s, der die exotische Novität Wervaschenh gut 'inszeniert, hatte für die Darstellung sich selbst und ein vor- -trefsliches EnseiMe zur Berfügunlg. Der Kraftlkerll, den er auf die Beine stelst (guter Kern in rawher Schale — bis ans jene vn .der Negerin begangene Grans-amkeit, Kr dst doch Herr Kovff -nichts kann), ist virtuos hingelegt. Kurt Lessen MM einen versoffenen, kindlich reinen Chirurgen außerordentlich. Antorr Edthoser übernahm den Part des neu ankommenlden Londoners. Mit Anmut und Humor in eine höchst unerquickliche Gegend hineinMplatzen, ist seine Sache. Den Weg, der Passion zu gchen (was nachher kommt) ist minder sein Fach. Aber erging 'iiljit utt: . Geschmack und, Routine. Die HEblutnegerm hat sich die lilienfeine Cäcilie Lv ov s ky angeschmittkt. Ich sehe «nid höre sie lieber^ als enge-lm>ilde Büßeriir, denn als rassige, 'männertilgende Tenfel-in. Otto AbeleL.