Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2394 (22.10.1925)
- Date
- 1925-10-22
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Hk. 9694 Wien, Donnerstag ihn und er sprach die Hoffnung aus,/daß man einige Absolventinnen für jüdische Hüspitalarbeit in Italien gewinnen könnte. Beim Besuch der Siedlungen des Emek legte Professor Castiglione tiefes Interesse fiir deren sanitäre Einrichtungen au den Tag. Eine Abhandlung des Professors über die Hygiene der alten Juden ist in der palästinensischen medizinischen Zeitschrift ,/Haresuah" erschienen. Malta will Materkurott werden. Die Insel Malta, die bisher nur als Flottenstützpunkt diente, will sich jetzt zu einer Konkurrenz von Monte Carlo entwickeln. Die Verwaltung der Insel hat soeben in London eine Anleihe von einer Million Pfund erhalten, die dazu verwendet werden soll, die Insel zu einem mondänen Kurort mit Kasinobetrieb umzugestaltcn. Das Klima sosl noch milder sein als an der Riviera. Die Reise, die bis jetzt von London aus noch drei Tage dauert, soll durch neue Schnelldampfer um 24 Stunden abgekürzt werden. AautWk-MIlllardSre. Mehr und mehr wird aus amtlichen Berichten die ungeheure Bedeutung bekannt, die die Gummikultur für die Bevölkerung von Sumatra und Borneo hat, die so glücklich ist, sich des Besitzes ausgedehnter Pflanzungen zu erfreuen. Die,Landschaften Djambi, Jndragiri, Palembang und Tapanuli auf Sumatra und der Südosten der Insel Borneo erleben infolgedessen gegenwärtig eine Zeit ungeahnter Blüte und nie gekannten Wohlstandes... Die Einwohner, die für ihre Arbeit buchstäblich Schätze verdienen, wissen einfach nicht, was für Narrheiten sie mit ihrem plötzlichen Reichtum aufführen sollen. ■ Die Arbeitslöhne haben eine Höhe erreicht, die nur noch für Gummipflanzer erschwinglich ist; ändere Sterbliche sind kaum mehr in der Lage, regelmäßige Arbeit verrichten zu lassen. Die Preise der gewöhnlichsten Lebensmittel sind so gestiegen, daß cs für manchen europäischen Beamten schon eine mühe- und angstvolle Kunst geworden ist, seine Lebensbedürfnisse zu befriedigen. Verschiedene. Regierungsbcamte' in der Landschaft Djambl leiden unter wirklicher Armut, sie müssen mit ettvas Reis und getrockneten Fischen vorlieb nehmen, weil Geflügel, frische Fische, Konserven und dergleichen Lebensmittel nicht mehr zu bezahlen sind für andere Menschen als die KautschuLpflanzer. Dabei hat gerade in dieser Gegend der Luxus bereits krankhafte Formen angenommen: Autos, Motorboote, goldene Gebisse usw. gehören zum bon ton für joden Gummikuli, der weiß, was er wert ist... In einem Bericht des Försters Luytj es und eines. Herrn B.a i l l i e, der Verwalter einer Gummiunternehulung in den Straits Settlements auf der .Halbinsel M alakka ist, werden interessante Mtteilungen gemacht über die Kautfchukkultur auf der Insel Borneo, die nicht von einigen Großplantagenbesitzern, sondern von breiten Schichten der einheimischen Bevölkerung betrieben wird. Daraus ist ersichtlich, daß allein in dem Bezirk Ulu Sungei mehr als neun Millionen Hevoabäumen von der Bevölkerung gepflanzt worden sind, von dmen man bereits mehr als 5,5 Millionen angezapft hat. Die Hoveabäume, die beste Sorte der Gummibäuure, sind gewaltig groß; ihre Stämme werden angebohrt, der reichlich ausfließende Milchsaft in Tongesaßen gesammelt, dann in zahlreichen dünnen Schichten , aus ein ruderförmiges Formholz aufgetragen, im Rauch eingetrocknet und schließlich der das Holz umgebende Kaukschukklumpen im Gewichte von 6 bis 8 Kilogramm durch Aufschlitzen vom Holz gelöst. Diese Klumpen kommen in den Handel, sie sind der Rohgummi, der dann von den Gummifabriken erst verarbeitet wird. Der Gummiexport aus Ulu Sungei, der ungefähr 75 Prozent der Ausfuhr von ganz BorNeo ausnmcht, betrug im Jahre 1924 ungefähr 10.000 Tonnen Trockengewicht, wovon der größte Teil aus «den Bolksplantagen stammt. Was eine solche Ausfuhr, die, roh berechnet, ungefähr 10 Vis 12 Millionen holländische Gulden jährlich ins Land bringt, für die Volkswirtschaft eines Landes bedeutet, in dem ungefähr 40 Prozent aller Familienhäupter eigene Guinmipflanzungen besitzen, das kann man sich leicht vorstellen. Dabei steckt aber die Gummikultur dort erst noch in den Anfängen; nach dem genannten Bericht soll die Produktion in den nächstfolgenden Jahren langsam steigen, bis sie sich in den Jahren 1928 bis 1930 mindestens verdoppelt haben wird. Es ist nicht zu verwundern, daß in der Hauptstadt D i a m b i # allein, wo im ganzen, wenn es gut geht, zehn Europäer wohnen und eine befahrbare Weglänge von höchstens 6 Kilometer besteht, doch bereits an die 140 Autos vorhanden sind, zum Vergnügen der Gttmmiprotzeu, denen es den größten Spaß macht, unter lautem Getute fortwährend über die 5 Kilometer hin- und herzurasen. Wien, 22. Oktober. * Das Wetter. Nach leichten Niederschlägen am frühen Morgen gab es gestern Aufheiterung bei Temperaturzunahme. Die Voraussage meldet: Veränderlich, warm, windig. * 13. österreichische Klassenlotterie. Bei der gestern abgehaltenen Ziehung des fünften Tages der fünf t e tt Klasse gewannen t 10.000 6. das Los Nr. 3368; je £000 S. die Lose Nr. 8081. 54.331 unr 72.081; 40Q0 S. das LoS Nr. 36.015; je 3000 S die Lose Nr. 1734. 22.079, 47.226, 62.237, 70 441, 83.480 und 97.405; je 2000 S. die Lose Nr. 3226, 14.016, 15.402, 22.992,86.804, 59.226, 86.330 und 99.626 je 1000 S. die Lose Nr. 18.804, 47.981, 62.17b, -64144 66 015, 66.264, 72.019, 75 683, 77 237, 81.406 ,unb 87.792. Außerdem wurden 3969 Gewinne zwischen 600 und 20 S. mtSgelost. Wiener Morgenzeitung 22. .Oktober 1926 vorm. MALOWAN & FRANZ T«l«phen 72-84 Opirnrlng 23 Infolge Susserst günstigen Abschlusses bringen wir original englische Raglans aus allerfeinsten engl. Double* *Stoffen, auf Seide gearbeitet, in den neuesten Fassons zum Preise von 195 Schilling und Seidenbinder in allerschwerster Reinseide unci neuesten Dessins zum Preise von 9.50 Schilling 5uo. * Leichenbegängnis. Unter ungetvöhMch starker Beteiligung fand gestern auf dom israelitischen Friedhof die Bestattung der Frau Rolsa Plaschkes, der Gattin des Herrn Bezirksrates Hermann P l a is ch k e s und Mutter des zionistischen Gemeinderates Dr. Leopold Plaschkes, des Facharztes Doktor Siegfried Plaschkes und des Kaufmiannes Jakob Plasch- ,kes.statt. Die.Leichenhalle konnte die große Zahlder Trcmergäste nicht fassen, welche die ansgezeichnere Frau lichten Und verchrten und das Bedürfnis hatten., sich mm die fchlvor betroffene Fainiilie zu scharen. Das Präisidimn des Zionistischen Landeskomitees unter Führung des Präsidenten Dr. Defider Friedman n, der Präsident der Jisva Mischen Knltusgenteinde.'Herr Pros. Pi ck mit den boiden V-izepräsDenten Doktor Ornstein und Dr. Löwenherz, die Präjfidenttn des Zionistischen Frauenvereines Frau Erna Pa t ak sowie eine schr große Zahl von Mitgliedern der Kulltnsvorstchung, sämtliche zionistischen Mandatare und Vertreter zahlreicher Körperschalsten tvaren erschienen. Die kgutoralen FuMionen versah Herr Oberkantor Gerson Margnlies. * Maler Angeli gestorben. Der bekannte Wiener Portraitist Prof. Heinrich Angeli ist im Alter von 85 Jahren gestorben. * Die Lebensmittelmärlte. Die gestrigen Meischimporie wiesen zwar ,Mgen die Vortage einen Ausfall aus, in der GroßimMhalle such bloß 10 Waggons mir 61 Tonnen eingehängt, allein die Halle ist noch immer mit Fleischvorräten vom Montag und Dienstag überfüllt. Angesichts der kühleren Witterung ist die Kauflust relativ lsbhast. In der Preislage ist vor-' lausig keine nennenswerte Veränderung zu konstatieren. Auch der Naschmavkt wurde gOern schwacher dotiert. Immerhin, langten die AMntfte in allen Gsmusesorten zur Bedarfdeckung aus. Spinat und HalbmuHch sichen im Preise an. Hingegen isteinheimisches Kraut, tvelches in großen Mengen aulf dem Markte lagert, ftW zu herabgesetzten Preisen schwer antbringlich. Mit Obst.sind die Märkte ausreichend vepschen. In Butter und in Eijrrn yiM^die Änibore riet Mhsräge stand! : * Jugendgottesdienst. Der erste JugendgotteStdienst für diejüdische SchiWigend im Schnlitahr 19^—1926 findet am- SamStag den 24. d. um 8 Uhr nachmittags in deü Gem-ünde- und - Begnkssynagogen statt, * Adressenänderung des Bureaus der Jüdischen Welthilfskonferenz. Wie uns aus Paris mitgeteilt wird, befindet sich das Bureau der Jüdischen Wslthvlssronlfereirz ab 15. d.: 93, AveWe de la Grande-Armee, Paris. Die Telegrammadresie bleilbt wie bisher Wereliow, Paris. ' * „Goldregen" aus Hollands Die Politische Korrckpondenz schreibt: Wiederholt wurde in der österreichischen Presse vor einer Firma F. W. Stavper, Amsterdam, Postfach 367, gewarnt, die mit einem raffiniert ausgeklügelten „Goldregen- (Schneeb all«) System", übrigens einem ziemlich alten Trrck, Leute in aller Herren Länoer, besonders auch in. Oesterreich um ihr Geld , zu bringen sucht. Cs handelt sich hiebei um den Bertneb von sogenannten Emzahlungsbeweifen zum Preise von je einem holländischen Gulden, welcher Betrag an die vorerwähnte Firma einzusenden ist, und wofür nach Absatz einer immer mchr anschwellenden Anzahl solcher Einzahlungsbeweise nach dem Schneeballsystem ein Betrag von 2000 holl. Gulden, ein Auto oder Aehnliches in Aussicht gestellt wird. Zahlreiche Bitten um Intervention durch Oesterreicher bei den zuständigen österreichischen Vertretungen in Holland geben Veranlassung. das Publikum neuerlich eindringlichst davor zu warnen, sich mit dem genannten Unternehmen in eine Verbindung einzulassen. * Von Erbmassen getötet. Bei Arbeiten in der Einfahrt des Ottakringer Brauhauses hat sich gestern um etwa a/45 Uhr früh ein tödlicher Unfall ereignet. Der 46iährige Deichgräber Josef Pankl, Speckbacheraasse i? woyrchast, arbeitete in emer Erdaushebuna, als plötzlich die Erdmassen zusammenbrachen und ihn verschütteten.- Man grub ihn aus, allein der Mann war schon iot. * Todesopfer des Abspringens. Slmr 16. b. ist der HWnrbeiter Jois-vf C u ze'lka in Margareten beim AiWringen von eineni fahrenden Straßenba.hn,zu>g gestürizt. Er wurde schwer verletzt und ist am Dienstag geistorlbvn. — Güstern nim dreivier:«! 6 Uhr -abends wollte die '40jährige Portierstochter Marie Iw an i t sch auf einen gegen den Aspernplatz fahrenden Straßenbahnzug der Linie O außpvingen. Sie geriet unter die Schutzvorrichtinng des Beilvagens und wurde.schwer verletzt. * Die Insel des Wahnsinnes und des Aends. Ailarmirerende Meldungen, die die A.nfmerksamkeii der britischen Oef.fenttichkeit aus - das entsetzliche Elend der Bevölkerung einer irischen Insel lenken sollen, bringt >der Dubl-iner «Korrespondent «des Londoner „Sundäh' Expreß". Es handellt sich um die Insel Achill, ein unglücksÄiges kleines Eiland, das der irischen Küste int Bereich der Grafschaft Mayo vorgelägert ist. Luirgenschwindsucht und Wahnsinn richten hier ennsetzliche Verwüstungeri an. Eine alte Frau, die nach Dublin kam,' um sich über die Härten zu bochweren, die trotzdem bei der Steuereintrei'bung herrschen, erzählte bei ihrer Vernehmung weinend, daß sie zu Hause in hilflosem Zustand ihren dahinsiechenden Mann halbe zurücklassen nrüsien und daß sie selbst in ihrer armseligen Hütte in Lumpen und Schmutz im ärgsten Elend dahmlebe, ohne dem Mann Hilfe bringen zu können. Die entsetzlichen Zustände werden von dem Grafschaftsrat von Mayo bchätrgt, der aus Grund Iviederhotter Erhebungen erklärte,. dah 85 Prozent der Einwdhner. der Insel sofort von -der Regierung nach' Irland überführt werden müßten, wenn »tan verhindern wolle,.. das; .die. Bevölkerung von der Tuberkulose und dom Wahnsinn hinge rafft würde. Austtttte aus dem FicheM«. G o l d b e r g Panline geb. K o h a m, geb. 1. Septembet 1889, St. Pölten, 14. Bez., Goldschlagstraße 78. T r nx Irene, geh. 23. Juni 1904, Lemberg. 14. Bez.. Goldschlagstraße 78. M arkus Olga geb. 19. Februar 1802, Brünn, 5. Bez.. St- Johanngasse 16. Frankl Eiiabetti geb. Herz. geo. 9 M0r» 1 84, S egedin, Bez.. Lerchenfelderstraße 66. W e f fner Johanna, geb. 2. Jänner 1904, Znaim, 2. Be,., Taborstraße 70. Frost Felix, geb. 10. Juni 1900, Wien, 2. Bez., Taborstraße 24 a. Konstandt Hugo, geb. 26. Juni 1892, Wien. 2. Bez., Meiergasse 8. Dr. K o l l m a n n Gustav, geb. 18 Oktober 1894, Wien, 2. Bez.. Große Mohrengasse 99. Scharr Malle, geb. 27. Dezember 1886, LivSko, wtodistin. 2. Bez., Crentingasse 9. Fischer Adolf, geb 6. September 1899, Etre'arcza, ' Kutscher, 10. Bez. Laienbumerstraße 18. Sattler Margarete, geb. 28. August 1899, Men. 7. Bez., Bandgasse 29. N e t t e k Emil, geb 17. Oktober 1878, Teplttz- Schönau. 7. B z., Schottenfeldgasse 62. B reite nfeld Friedrich, geb. 10 Juck 1898, Wien. Vertreter, Graz, GrieSkai Nr 4 K i r ch h e i m e r Partline geb. Lenz, geb. 27. Jänner 1892, Wien, 1. Bez.. Spiegelgasse 10. R em US Astel, geb. 10 Jänner 1397, Wien. 7.Bgz. Lerchenfelderstraße 63 Kraus Elisabeth, geb. 10 Februar 1899, Wien. 2. Bez., Obere Donaustraße 59 Gabel Josef, geb. 23. Dezember, Wien, 2. Bez., Große Pfarrgaffe 11. R ot b k o-v f Auguste geb- 22 November 1908. Wien, 2. Bez . Rnepgasse 80. F r a n k l Felix, geb. 19. August 1884, Wien. 3. Bez.. ReiSnerstraße 16. K o f f l e r Natalie, geb. 15. September. Czernowitz, 8. Bez, Florianigaste 12i H i e r s ch e Richard AlotS. aeb. 27. Juli 1900, Matta Enzersdorr, 2. Bez. Tandelmarktgaffe 5.a. Derma» Thädäus, aeb. 19 Juli 1902, Lemberg, 19. Bez., Pfarrwiesengafse 18. F e r b e r Margarethe, geb. 12. Oktober 1901, Wien, 5. Ber Diehlgasse 2. Ravioprogramm. beute Donnerstag. 11 Uhrr BormittagSkonzert. — 4 Uhr 10 Mn: Nachmittag^konzert. Mitwirkend t Frau Edith van AustlGeiang) — 5Uhr20Min.r Chinesische Märchen, gesprochen von Dora Mklosich und Arma Kainz-Schrötter. — 6 Uhr 25 Min.: Ueber das Leuchten von Pflanzen, Tieren und Menschen. II. Teil.' Dr. Ferdinand Seheminzky. - 7 Uhr 10 Min.: Englischkurs für Anfänger — V28 Uhr: Übertragung aus dem großen KonzetthauSsaal: Deutsche 'Musik von Bach bir Pfitzner. t Abend: Johann Sebastian Bach: Tokkaia und Dovvelfuge P-Vur (Prof. Schütz); Christoph W-llibald Gluck: Jphigenia-OuveMre (in Wagnerischer Bearbeitung); Franz .-olek Haydn: Arie ans „Schöpfung^: Christovh Willibald Gluck: Ärie aus der Oper „Alceste" (KonzeMngerin Josef,v STrrtna flfnfrf Brthhttt ©ImöflOttift Q-Moll Vereine. BortrSge und Bersammlnnge«. Vereinigung zionistischer Akademiker H e ch a w e r, 9. Bez., Turkenstraße 9. Freitag, 8 Uhr abends, Versammlung. Tagesordnungr.1 B. Akzinr Bericht über den zionistischen Parteitag. 2. Wahl der Leitung. 3. Eventual-a. Die Geburt der Erde. Dienstag den 27. d.. 8 Uhr abends, spricht Plof. Dr. Oswald T v 0 m a s 'm Äkademischen Gymnasium, 1. Bez., Beethovenhiatz, über die neüeste Ansicht von der Entstehung d eS' Plan etenfy stems. Zu Vielem Abend, dem 300. Vortrage von Professor Thomas, werden hiermit aße1 Freunde der Sternkunde eingeladen. Jüdischer Diskussioris- und Studkrklub. Es M der in )!en ganz neue Bermch gemacht weroen. gevildete junge Männer setzeStrener Gesinnung zu, einem ihrer jeweiligen Vorbildung auf dischem Gebiete angepaßten, qruvvenwei'en Studium der jüdtichen Ussenschaiten auf poliM neutralem Bode» zwammenzmassen. ,d zwar soll dies durch DtSkusstonSabende für die Vorgeschrittenen ad Kurse für Anfänger geschehen. Der erste DtSkussionsabend ird SamStag den 24. d.. 8 Uhr abends im Restaurant Deutsch, tten, 2. Bez., Herminengaste 10 (Ecke Franz-Hochedlingeriasie) durch einen Vortrag des. Herm Rabbiner Dt. W u n d e r- (iitt, über die agabtschen Teile deS Talmud eröffnet werden, I dem mäalitbst viele Interessenten hieMit ckngeladen werden. Bühne und Kunst. Sie Malerin «rete Wolf-KrÄaner. Ein Paar ganz realistische CharakteLköpse fallen zu allererst ans. Das Porträt des Bol'kswirtschaftlers Prof. Dr. Adler Und des Schauspielers Goetz. Sie sind zchn Jahre alt, ans dem Jahre IM. Eine starke reaMsche Hand hat, so scheint es, den Tuschpinsel geführt, der die Kopse und Charaktere dieser Männer hingeyeichnet hat. Energie haben sie, Intellekt — und den leisen Zug der Melancholie Md Ironie um de:i Mund. Damals war Grete Wolf knapp Zwanzitz. — Dann kam chre konstruktwnistische Epoche. Die großen Bilder hängen da — flammend in feurigem Orange und.Grün des „Aufschwungs", zart getönt in sanftem Lila und Malachit einer ,^Lmrdschaftt'. „Wsttakte Bilder", das ist das Letztüberwundene. Dafür gibt es heute keine Gerechtigkeit. Aber wer verkennt die zärtliche Schnsucht und Empfindlichkeit nach Tiefe und Harmonie der Farbe in diesen Bildern? Und chre Unentbchrlichkeit im Werden dieser Begabung — in ihrem Weg zu der Favbenhavmonie des. kleinen „Frauenportväts" von heute. Zchn Jahre liegen zwischen dem ungerochenen Realismus der Anfängerin und der Sensibilität der Porträtisttn Grete Wolf-iKrakauer von. 1928. Die konfttuktivfftische Schulung spricht aus der geistreichen Zerlegung der Weiten des Gesichts in wesentliche, knapp begrentzte Flüchen und Kurven. Die Köpft haben eine so präzise Plastik, als wären sie erst in geschloffener Form modelliert und dann mit leichter Hand ,Mrs Charakteristische" übergangen. Schlagend ist die, Ans, fassung von Köpfen wie Pvof. Dr. Seiner (der Kinderarzt), Hoftat Drucker, Kritiker Ermers. Aber ideale Modelle waren jftr die Künstlerin zwei Frauen: die Gattin des Architekten Richard Kaufmann und Frau Steiniger. Hier konnte sie geben, wonach sie vor allem strebt: Verinnerlichung und Karte Sensibilität. Mit Schiele, dessen Einfluß vielleicht^ in dem letztgenannten Porträt (Frau Steininger) hervortritt, teilt sie eines: die große Liebe imd Begabung fürs Kinderbildnis. Und zwar sind es die ganz Kleinen, die Einmonaialten bis DreWrigen, die sie so gern schlafend, saugend und trampelnd .schildert. An