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Wiener Morgenzeitung · 1925-10-20 · Heft 2392 (20.10.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2392 (20.10.1925)
Date
1925-10-20
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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/' GM 0 Men, KienSiag dom Herausgeber der „Wiener Morgenzeitung" dem Permanenzausschuß diesbezüglich abgegebene zustimmende Erklärung zur Kenntnis. * Der Parteitag erklärt, die in der Bildung der „Freien zionistischen Vereinigung", gelegenen Sonderöestrebungen schärfstens zu mißbilligen, und fordert die Exekutive in London auf, gegen diese dem Organisationsstatute und der Parteidisziplin widersprechende Gruppenbildung e i n z u s ch r e i t e n. (Mit allen gegen eine Stimme angenommen.) * Der Parteitag stell 1 sich aus den Boden der Beschlüsse des 14. Zionistenkongresses und spricht den Präsidenten Dr. Weizmann und Sokolow das volle Vertrauen aus. Es erfolgten die Wahlen in die Kommissionen der Fonds und in das Parteigericht, deren Resultate wir nachsagen werden. Arm Rosa Plaschkes gestorben. HM Alter von 68 Jahren ist gestern 6 Uhr früh mach kurzem Leiden eine ausgezeichnete jüdische Frau gestorben, welche von allen, die sie kannten, ob ihrer Herzensgute, Klugheit und vorbildlichen Schlichtheit verehrt wurde. Rosa Plaschkes, geborene Toch, die Gattin des zionistischen Bezirksrates Hermann Plaschkes und Mutter des Gemeinderates Dr. Leopold Plaschkes sowie der Herren Dr. Siegfried und »Jakob Plaschkes, nahm mit ungewöhnlichem Verständnis an dem Wirken' ihres hochgeschätzten Mannes Anteil, der zu den ältesten, hinge!bendsten Vorkämpfern der' nationalen jüdischen Bewegung zahlt. In dem echt jüdischen Hause, das die Verblichene führte, -wurden die Söhne zu treuen, opfervollen Inden erzogen und sie war mit dem Glück gesegnet, bis ins vorgerückte Alter das Wirken ihrer Kinder im Dienste ihres geliebten jüdischen Bottes, insbesondere die verantwortungsvolle politische Arbeit des Gemeinederates Doktor Leopold Plaschkes Ibei -ungestörter Gesundheit und mit ungewöhnlicher Geistessrische verfolgen zu dürfen. Darin mögen die Hinterbliebenen Trost finden, welche die beste Gattin und Mutter, die gütigste, verständnisvollste Beraterin, die tapferste Kameradin verlieren. Das Leichenbegängnis findet morgen, Mittwoch, 11 Uhr vormittags, am Zentralfriedhof, 3. Tor (neuer Friedhof), statt. Ae Lahne» werde» teurer. *5prozentige Erhöhung des Personentarifs ab 1. Jänner. Wie die Generaldirettion der Oesterreichiischen Bundesbahnen mitteA, werden voraussichtlich am 1. Jänner 1926 die P e r s o n e n t a r i s e der Ossterreichtschen Bundesbahnen eine-- durchschnittliche Erhöhung um 16 Prozent erfahren und hiedurch aus das 14.4Wfache des Niveaus der Vorkriegszeit gehoben werden. Diese Tarvserhöhunig wird mit der weiteren Ausgestalt-ung des Persouenveckchres in der Richtung einer fortschreitenden Verbesserung der Zugsverbindungen, Fchvgeschwinüigkeiten und Ausstattung der Wagen, für welche aus den Einnahmen mit den gegenwärtigen Personentarifen nicht die Deckung gesunden werden kann, motiviert. Für. die kürzeren Entfernungen werden Erhöhungen der gewöhnlichen Fahrpreise nicht Eintreten und auch der vorwiegend aus. kürzere Entfernungen sich abwickelnde größere Aussluguer kehr wird geschont werden. Ferner wird eine Herabsetzung-des bisherigen Spauuungsvechältnisses zwischen den Fahrpreisen der höheren Wagenlölassen und jenen der dritten Wagenklasse durchgesührt. Das Verhältnis, das heute 1:2:3 ist' und vor dem Kriege 1: Ich: 2,5 war, wird unter Beibchaltung des Systems der festen Schneltzugszusch läge beim Personenzug mit dem Klassenvechaltnis von 1: Ich: 2,25 und beim Schnellzug mit dem Klassenverhältnis von 1:1,8: 2ch festgesetzt. Es wird eine Reihe von Maßnahmen zur Durchführung gelangen, die' bezwecken, den Reisewecker weitestgeihend zu fördern und zu bckeben. Dies wird durch Einführung eines Komplexes von für den Geschäftsreisendenverkehr-besonders geeigneten MonnomentsLarten erzielt werden. Für den Bergnüg-ungs- und Ausslugsverkehr in den Sommevmonaten werden außerdem noch besondere Karten zur Bevfügung stehen. Neben diesen ohne Entrichtung einer weiteren Faihrgebühr benützbaren Abonn-ementskarten werden Halbpreiskarten geschaffen werden, die gegen Erlag einer Pauschalsumme mit Geltung für ein Jahr zum DerLaus gelangen und zur Lösung von Fahrkarten zum halben Preise berechtigen. Erhöhungen der Gütertarife Noten nicht ein. Die BenwalltungskMmission der - Oesterreichischen Bundesbahnen -hat den aus diese Maßnahmen abziellenden Anträgen in ihrer Sitzung vom 16. d. die Zustimmung enteilt. Konferenz der Wisch-orchodorm Semeinde« Amerikas. Am 24. d. beginnt in New-Dort die Konferenz der Jüdisch-orthodoxen Gemeinde der Vereinigten Staaten und Kanadas. Es «werden mehr als 15.000 Gemeinden mit etwa 375.000 Mitgliedern vertreten sein. Außer den Fragen des jüdischen religiösen Lebens in Amerika und Europa werden auch die Probleme 'der jüdischen Aufbauarbeit in Palästina und in Rußland behandelt werden. . Bei Erörterung der Frage der Unterstützung der 15-Millionen-Dollar-Mmpagne des Joint werden.die Führer der orthodoxen Jndenheit fordern, daß die religiösen Bedürfnisse der «ouey jüdischen Kolonisten in Ruß- Äfttte* Vfafttttieifit** ■^Hausfrauen"* ^tiii|iiiiinniiiiniiiiiiiiinnniiinininnimimnniiiniimiiiiiiiiniiiimin»iiiiiui BRATET UND BACKET II OHNE BRATROHR I! ntiiiuiiiii...<Miiiii(iiiniiiiiiiiHiiiiiimiiiiHiiNiimifiiitiiiii|ii IIIIIIIIIIIMII-"' Vorführung: Restaurant Zantralkallar, II., Tabo atrasaa 8, und.Im Restaurant „Zum orflnan Baum", V I.« MarlaHllfar- Strasse 8t von 9 bis 12 Uhr vormittags unu 3 bis 4 Uhr nAdmittBgs EINTRITT FREI» KOSTPROBEN QRATlS Die Kasserollen können gleich mitgenommen werden 89 —„NOVOPIN“— Fichten- und Kleternadelexirakt, Badakapstin herz*, muskel- und nervenst rkend in a'lcn Apotheken und Diogenen erhältlich 6114 Novopin-Fabrik, Wien, XVIII. Wäbringerstr. 157, T. 21-5-64 lan-d gesichert und daß die jüdisch-religiösen Gemeinden in den Städten Existenzrecht erhalten. (I. T. A.) Las Wische Schulwesen in PalWaa. Wie die palästinensischen Zeitungen melden, fand am 5. d. eine Beratung der Palästinaexekutive mit dtzn in Palästina wohnenden Mitgliedern des Mtio-nskomitees statt, an welcher vom Mionskomitee die Herren Berlin, Twersky, Mossinson, Uziel, Fischmann, Kaplan, Katznelfon, Rubaschow und Frau Szold teilnahmen. Die Sitzung befaßte sich mit der Frage des Schulwesens und faßte einstimmig den Beschluß, daß die Exekutive die Vertreter des Waad Lenmi, der Stadtgemeinden, der. Kolonien, der jüdischen Stadtviertel sö.wie des Kulturkomitees der Arbeiter und die Inspektoren der Schulen für den 24. Tischri zu einer Sitzung einbevufen soll, um die Beteiligung dieser Faktoren an: Unterrichtsbudget sestzustellen. Ms der Tag der Eröffnung der Schulen wird der 1. Cheschwan festgestellt. Die Exekutive wird dem Mionskomitee die Frage der Schaffung einer Leitung des Schulwesens, die die Verantwortung für das Budget trägt, vorlegen. Nach der Schaffung einer solchen Körperschaft sollen alle Rechte und Pflichten aus diese übergehen. Gleichzeitig mit dießrn Schritten fordert die Exekutive die Lehrer aus, ihre Arbeit auszunehmen. Es wurde ein Komitee, bestehend aus den Herren Schmarjah Lewin, Rabbi Fischmann und A. Katznelson, eingesetzt, um die Vorbereitungen für die Konferenz durchzuführen. , M Mumm Nesrühims durch de» 3ionifte«fofl»te|. Monel Kifh, der dem High Commissiörler. von Palästina Lord Plumer die Begrüßung des 14: ZioNistenkongresses zu seiner Ernennung übermittelt hatte, erhielt folgendes Antwortschreiben: ' „Office des High Commissioner, Jerusalem. den 30. September 1925. Leutnant Kolonel K r sh, Zionistische Palästinaexekutive, Jerusalem. Sehr geehrter Herr! Seine Exzellenz Lord Plumer hat mich beauftragt den Empfang Ihres Schreibens Nr. 4921 vom 23.'September zu bestätigen, worin Sie den Beschluß des Zionisten«- kongresses, der vor kurzem in Wien getagt hat, übermittelt haben. Seine Exzellenz wird Ihnen dankbar sein, wenn Sie so freundlich sein würden, der Exekutive-der Zionistischen Organisation für den vom Zionistenkon'greß freundlichst angenommenen Beschluß seine warmen Dank zu übermitteln. Gez.: Major Brook." " -.•»; Besuche Lord Plumers. : Anläßlich der jüdischen Feiertage hat der Hig Eöm-? missioner Lord Plumer den beiden Oberrabbinern-Palästinas, dem aschkenasischen Rabbiner Kuk und dem sephardischen Rabbiner M e i r einen Besuch abgestättet. Lord und Lady Plumer haben dieser Tage' Tel- Awiw besucht, wo sie die dortigen Institutionen,. die alle rein jüdisch sind, besichtigt haben. Sie besuchten, auch die jetzt in Tel-Awiw statffindende Ausstellung und Messe. . Publizierung der Beschlüsse des-14. Kongresses. ' Im Verlage des Zentralbureaus der Exekutive in London Wird demnächst in Form einer Broschüre eine Sammlung der Beschlüsse des 14. Zioniftenkongreffes herausgegeben werden. Die Broschüre wird' einen vollständigen, revidierten Text sämtlicher vom Kongreß angenommener Beschlüsse samt einer kurzen Erläuterung enthalten. Bestellungen auf die zuerst in hebräischer, englischer und deutscher Sprache erscheinende Broschüre werden bereits entgegengenommen. . - ■ / Ein Vermächtnis für Palästinagwecke. Aus Chikago meldet I. T. A.: Der-vor'.kurzem verstorbene jüdische Advokat Max Pam hinterließ.testamentarisch eine Summe von 50.000 Dollar für Palästi'na- > zwecke zu Händen der Jewish Industrial Development .' in Palestine. Kuratoren des Fonds sind laut der letzten Verfügung des Verstorbenen Oberrichter Louis Branders und Richter Julian Mack. _SO. Oktober 1935 Kr. MI So» rer RattonalbAiotbek i» Serafalem. BüchersPenisen preußischer Universitäten. Wie seinerzeit berichtet, hat der preußische Uttte* richtSminister Becker die preußischen Universitäten und die Staatsbibliothek ersucht, die laufenden Publikattonen sowie Werke aus allen Wissensgebieten der Jerusalemer Bibliothek zu übermitteln. Nunmehr ist, wie I. L A. erfährt, eine große und sehr wertvolle Büchersammlung aus allen Wissensgebieten an die Jerusalemer Universitätsbibliothek abgegangen. Felix M. Marburg spendet 500.000 Dollar für die Universität. Aus New-York berichtet I. T. A.: Mr. und Mrs. Felix M. Marburg haben 600.000 Dollar als Fonds für die hebräisch Universität in Jerusalem gestiftet. Der Ertrag des Fonds soll der Erziehung von Lehrern und Forschern des judaistischen Instituts gewidmet sein. Das Aufstchtskomttee des Fonds besteht aus Mr. und Mrs. Marburg,, Prof. Cyrus A d l e r und Dr. I. M a g n e s. Eine Klausel des Fondsstatuts bestimmt, daß der Ertrag, falls er in Jerusalem keine Verwendung finden könnte, anderen jüdischen Hochschulen, wie zum^ Beispiel dem jüdischen theologischen (Schechter--) Seminar in New- York und dem Hebrew Union College in Cineinnatti, zugute komme. Moser' Schrifttakln. Reue Ergebnisse der Untersuchungen Professor Grimmei über die Sinaitafeln. Aus Berlin wird uns berichtet: Der bekannte Aeghptologe Professor Dr. Grimme von der Universität Münster machte in einem Vortrag sensationelle Mitteilungen über die Auffindung einer SchrifttaseI Moses' im S i n a i g e b i r g e. Aus der Schrifttasel, die aus dem 15. Jahrhundert v. Ghr. stammt, bedankt sich Moses bei dem Pharao H a t s ch o p u t für seine Rettung aus dem Nil und für seine Beförderung zu hohen Würden. Die Schrift auf der Tafel deckt sich vollkommen mit dem hebräifchenTextderBibel, woraus sich ergibt, daß das Hebräische die erste Schrift war, die mit Buchstaben geschrieben wurde. (Die ersten Ergebnisse der Untersuchungen Grimmes über die Sinaitafeln haben wir durch einen Originalbeitrag des Gelchrten für die ,Wiener Morgenzeitung" beiretts im April 1984. unseren Lesern mitterlen können. Nun hat Professor Grimme weitere erfolgreiche Resultate seiner EnWerungsverfuch^ der Sinaitaseln dargelegt. Die Red.) Sä&lIJiit SattauOHto.. Die Gotz-Etiftririg. Jerusalem, 14. Oktober. Der gesamte Betrag devon dem verstorbenen Herrn Raphael Gotz (Moskau) dem Keren Kajemeth l'Jsrael hinkerlassenen Vermächtnisses ist jetzt ausgezahlt worden, das heißt insgesamt 16.500 Pfund. Wie erinnerlich, vermachte der Wohltäter dem Keren Kajemeth sein ganzes Vermögen, das für kulturelle, wissenschaftliche und religiöse Zwecke in Palästina verwenndet werden soll. Es wurde der nach dem Spender genannte Gotz-Fonds geschaffen, der von einem besonderen Komitee, verwaltet wird, dem unter anderem Achad Ha am und als Bevollmächtigter des Keren- Kajemeth-l'Jsrael-Direktormms Herr Ussischkin ange^ren. Bevsicherungsgesellschost Phönix nnv Keren Kajemeth. Jerusalem, 14. Oktober. Beim Hauptbureau des Keren Kajemeth l'Jsrael ist eine Summe von 750 Pfund von der Phönix-Versicherungsgesellschaf-t in Wien aus Grund der Abmachung zwischen diesen beiden Instituten über besondere, zugunsten des Fonds abgeschlossene VevsicherungspollWN eingezahlt worden. Dieser Betrag geht auf Rechnung der dem Keren Kajemeth l'Jsrael von der Gesellschaft garantierten Vergütung und wird sich, wie man annimmt, auf einige tausend Pfund erhöhen. Es versteht sich von selbst, daß ein Teil der für den Keren Kajemeth gezählten Prämien, wenn nicht alle Palästina"'investiert werden sollen. in Wien, 20. Oktober. * Das Pferd als Gastspielstar. Daniel Spitzer nannte der Tänzer eine Kreuzung zwischen Tenor und Zirkuspferd. Ein Zirkuspferd kann wahrhaftig wie ein Tenor gefeiert werden. Und m dieser Erkenntnis sendet Wien, die Stadt des Theaters, der freilich der Bühnen- und Operettenglanz auszugehen beginnt, Pferde, und zwar die repräsentationsfahiaeu Lipizzaner, nach Berlin, um dort den Ruf und. das Andenken an ote „schöne Donaustadt" wach und frisch zu erhalten. In Berlin yat einmal Grrardi, unter Jubel, das Hovellied gesungen, nun gastiert das ehemalige k. k. Hofpferd. Die spanische Hofreitschule will sich nicht damit begnügen, bloß eine Wiener Sehenswürdigkeit zu sein; wenn das Ausland nicht zur Reitschule kommt, dann muß die Reitschule wohl ins Ausland reisen. Das Interesse für spanische Reitkunst, für die Künste der Dressur, für die Herren Bereiter und Oberbereiter ist in Wien erloschen, die theressanischen und die josefinischen Zeiten sind endgültig bearavem die Pierutschäoen, Schlittenfahrten und Mangequadrillen sind nur mehr historisch und die feinen Pferdekenner, welche die Gangart des Lipizzaners zu schätzen wissen, sterben — wohl 1t» Zusammenhang mit dem Rückgang der Kavallerie — überhaupt aus. Die Veranstaltungen der „spanischen jule" haben die equestrischen Interessen Wiens mcht sonderlich belebt, das Rittertum, die Turnierspiele sind mehr als altmodisch geblieben,

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