Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2391 (19.10.1925)
- Date
- 1925-10-19
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Wien, Montag ilvren — was mir allerdings nicht ganz einleuchtend erscheint, da die Vertretung bisher doch tatsächlich eine bürgerliche »rar —, so ist andererseits durch eine kapitalistischibürgevliche Interessenvertretung die Abstoßung gewiß nicht miläer wertvoller Elentente sozialistischer Orientierung zu befürchten und tatsächlich eingetreten. Zahlreiche Juden sind — inüssen sein! — gewerkschaftlich organisiert. Zahlreiche Juden sind — dürfen sein! — sozialistisch interessiert. Ist doch gerade in die Ideologie de's Sozialismus so rmeMich viel jüdischer Seelen- und Gedanke nstoff lübergegangen, da doch besten hervorragendste Geister — und nicht durch Zufall! — Inden tvann und zum Teil bis heute sind, so daß wir das Paradoxon erleben, das gewiste, teils auf Lastalle, teils aus Moses Heß zurückführende Strömungen innerhalb der Sozialdendokratie immechin mehr vom jüdischen Geist und Wesen — das sich seit je am stadsten religiös und sozial geäußert hat — enthalten als der untiefe, unechte, von BEselementen, von jüdischem Geist und Wesen wahrhaft unberührte Pseudonationali'smus vieler ,gewußter Juden". Man verstehe mich recht: Gerade weil ich Nationalgefühl will, wirklich echtes, vertieftes, aus wahrhaft jüdischem Geiste genährtes NationalEewußtsein — gerade darum diese Kritik des jüdischen Nationalismus, wie er sich im Bürgertum des Westens vielfach breit macht. Und ich bewundere die kühne Logik de's Berfasters jenes oben erwähnten Artikels, mit der er zwischen bürgerlicher Klastenvertretung und — lehawdrl! — Zronsliebe einen so engen Kausalnexus herzustellen gewußt hat! ,Mas tust du sür weine Tasche, Zion, daß ich für dich zahlen sollte?" Nicht das ist der Weg! Traurig genug,- daß von mancher Seite wirÜich derartige Töne angeschlagen -werden. Aber es ist unsere Schuld. Haben wir doch nicht das Unsrige dazu Leigetragen, um das assimilierte Wiener Judentum zu den tiefen Kulturwerten, zu den wahrhaft nationalen Inhalten des Judentums, der Zionslielbe, der zionistischen Bewegung überhaupt, zu führen. Hüten wir uns, die Resonanz unsererseits i-n derselben niederen Tonart erklingen zu lasten! Sind wir uns denn auch dessen bewußt, wohin dies -führen müßte? Ein jüdischer Nationalismus in der Galuch, der einseitig bürgerliche Interessenvertretung treiben, der gegen den Sozialismus bewußt ankämpfen wollte, wäre die Einengung, die Einschnürung der zionistischen Volksbewegung zu einer nationalistischkapitalistischen Partei, verwandt den reaktionären, uationalMschen Bewegungen unter anderen Völkern — sei es in Deutschland, Ungarn oder Italien — nur ohne di« wirkliche, organisch-elementare Verbundenheit mit nationaler Sprache, Geschichte, Kultur und -daher leerer, seichter, unwahrer als jene. Andererseits wieder wäre eine rein sozialistisch orientierte Organisation nicht der genügend weite Rahmen sür das ganze Volk — also auch Beschränkung. Engen wir uns nicht ein! Entfalten wir uns in die Höhe und Tiefe! Es gibt sür zionistische Landespolitik in kultureller Hinsicht, in bezug aus unsere Minoritätsrechte, in bezug aus Schutz des einzelnen und der nationalen Bewegung überhaupt, so viel Avbeit zu leisten, daß sie ihren Wert und Platz behaupten kann — und meiner Meinung nach cher lbehaupten wird — als durch die dort postulierte einseitige KlastenpMtik, die uns zumindest in Wien nicht, wie der Verfasser des mehrfach erwähnten Artikels meint — die breiten Scharen von Anhängern zuführen, vielmehr einen großen Teil der Intelligenz und — was mir insbesondere von ausschlaggebender Wichtigkeit erscheint — der Jugend entfremden würde. Verschließen wir nicht unsere Augen vor der Tatsache, daß insbesondere die Wiener Iudenheit nicht nur aus Be- _8Mner MopgenzeitMg schränktheit, Vorurteil, Opportunismus allein, noch albiseit's unserer'Bewegung steht. Gerade in Wien haben wir es - größtenteils mit hochkultivierten, geistig anspruchsvollen, * feinfühligen Menschen in den Reihen der sogenannten „Astimillanten" zu tun. Dies zu leugnen, üväte sinnlos. Meiner Meinung nach wäre es nicht unmöglich, einen großen Teil dieser wertvollen, heute bereits dazu potentiell disponierten Kräfte unserer Idee zu gewinnen, wenn wir . ihnen oben diese Idee als großen geistigen und kulturellen Faktor nahe zu bringen wüßten. Aus -diesem Gebiete ist noch viel Arbeit zu leisten. Unsere besten Menschenin den Dienst dieser Arbeit, der Eroberung des geistig und sittlich hochstehenden assimilierten Inden und nameiEch dieser Jugend zu stellen, wird Ausgabe der künftigen Parteileitung fe-ht müssen. Um dies zu erreichen, muß alber -das nationale Bekenntnis wieder als das zu den tiefsten Wurzeln unseres jüdischen Volkstums anerkannt werden, das sich am stärksten in Lehre, Sprache und sittlichen: Borkämpfertum geäußert hat. Synthese von kultureller Renaissance und politischer Bewegung muß unsere Losung sein. Ter Hausarzt. Redigiert von Dr. Saue! Beer. Ueber Revakzination. Die nitzderästerrsichische Landesregierung hat m den 'letzten Tagen in einem Erlöste an die Notwendigkeit der.R e- Vakzination (Wiederimpfung) alle-r jener Perisanen erinnert, die in den letzten sechs Jahren nicht wieder geimpft wurden. In erster Linie fordert sie die Revakzination des ganzen ärztlichen Hilfspersonals, da begreiflicherweise Aerzte und Pfleger häufiger mit Kranken ln Berührung kommen und -daher van der Blatternevkrankung befallen werden können. Das ärztliche Hiffsperisanal ist auch durch den Bevkchr mit den Kranken aus den unser Land umgebenden Nationalstaaten, aus welchen Blatternerikrankungen gemeldet sind, mehr gefährdet. , Die Aufforderung zur Impfung und Wiederimpfung sollte aber an die gesamte Bevölkerung gerichtet werden, da die EinMeppung einzelner Blatternsälle immechin möglich ist. Wohl kann man sagen, daß der Jmpfzustand der Wiener Bevölkerung zum Beispiel im allgemeinen recht befriedigend ist, doch gibt es genug Kinder, die bis zum Schulbeginn noch nicht geimpft sind. Es bestcht leider in Oesterreich noch 'immer kein gesetzlicher Impfzwang. Die Schuvbehörden versuchen, nur aus administrativem Wage diese Impfung zu erzwingen, indem sie Kinder ohne Impfzeugnis nicht Mf-nchnven. Da aber bekanntlich der Impfschutz kaum länger als sieben Jahre währt, müßte jeder Erwachsane zu seinem eigenen Schutze sich mehrmals im Leben wieder impfen lassen, was bekanntlich von den / meisten Menschen unterlassen wird. 'Höchstens die nahe Gefahr einer größeren Epidentte vermag die Gleichgültigen und sogar die unwissenden und fanatisierten Impfgegner eines Besseren zu belehren, von denen bekanntlich die meisten m ep'damiefteien Zeiten eine heftige Agitation gegen das Impfen entfallen, aber in gefahrvollen Tagen sich und ihre Anhänger zur Impfung drängen. Jeder Laie-sollte von der unbedingten Notwendigkeit der Impfung überzeugt sein. Und es ist unglaublich, daß es heute noch ernstzunehmende Menschen gibt, die die segensreichen Folgen der Durchimpfung der Bevölkerung nicht anerkennen wollen.-Man bedenke, daß zwei Jahre vor dem Geburtsjahre der Schutzpockenimpfung, 1794, in Wien noch die Hälfte aller Kinder an Blattern erkrankten. Die Blatternkrancheit war da¬ ' ly..Oktober IM Nr. M ■ in als nicht allein bei den unteren Bevölkernugsschichten häu« fig, sondern selbst Könige und Fürsten wurden Opfer dev Seuche. Die Impfung beruht aus der MOfährigen Erfahrung, daß ein eimnaliges Uclb erstehen der Mat lerne vkranLung vor einer zweiten Infektion schützt. Dcher kam die Methode ln Uchung, den Pockenstchf von Kranken aus Gesunde zu übertragen, doch ergab diches Verschreit viele Mißerfolge. Erst das Jeuuerschc Experiment der Uebcrtragung einer an der Hand einer Melkerin befiM'ichen Kuhpocke auf den Avm eines Knaben und der nachträglich wiederholt mißglückte Versuch der Ueberimpisnug von MenscheMattern auf dasselbe Kind tvar der eindeutige Beweis, daß durch Uelberstchen einer leichten Form der Krancheit (Ku'hpocke) eine weitere Insektion mit Blattern unmöglich wird. Nur dachte der nnfteMiche Immer, daß die Immunität (der Schutz) gegen die Blattern das ganze Leben anhalte. Jetzt wissen wir alber, daß der Impf,schütz nur einige Jahre dauert. Ein einmal Geimpfter, dessen sreibenjähriger Impfschutz verstrichen ist, erkrankt geivöhnlich bei Auftreten der Blattem nur leicht, weil der alte Impfschutz noch eiue gewiste Nachwirkung zeigt. Bisweilen sicht man aber nicht allein die völlige Unempfindlichkeit schwinden, sondern es tritt sogar eine Uebereiichsindlichtkeit mit schwerem Kranvheitsbilde auf. bei Leuten, deren Impfung schau schr lange zurückliegt und eine Wiederimpfung nicht mehr statl'gefnn'den hat. Staaten mit guter sanitärer Leitung Deutschland, Oesterreich) weisen heute fast gar keine Blatternsälle auf, die wonigen KranÜheitssälle betreffen fast immer auÄvürtig eingeischlvppte Blattern bei Leuten, deren Impfschutz mangelhaft ist. Nclben der Revakzination der Erwaäjsenen ist auf eine vollzählige erste Impfung aller Kinder zu sehen. Diese erste Impfung der Kinder sollte schon in den ersten drei bis sechs Lebensmonaten vorgenommen werden, Werl die bisweilen aüftretenderi unangenehmen Reaktionen, wie Te-m- Peratursteigeruug, Entzündung der Umgebung, bei jüngeren Kindern viel geringer sind als bei älteren. Auch die vielfach geäußerten Bedenken, daß der Impfverlaus im Winter schlechter vor sich gche als in der warmen Jahreszeit, hat keine Berechtigung. Aus denk Impfst ich bildet sich am dritten Tage ein Knötchen, das am fünjften Tage znm Bläschen wird. Die Pustel 'beginnt am neunten Tage nreist abzutrocknen. Der ganze Prozeß nimmt ebtva 18 Tage in Anspruch. Die Kinder können! mit Ausnahme der Zeit, da die Pustel iu Bliüte steht und die Umgebung gerötet ist, ruhig gelbadet werden. Das Abfallen der Kruste knuß nicht aibgewartet werben. Es ergeben sich für die Kinder keine Ävvgs süviele Undnnehnrlichkeiten, als die Mütter glauben, insbesondere wenn man> was ja meistens geschicht, die Impfung am Oberarm durchführt, an welcher Stelle die Reinhaltung auch chne Verband — er wird von den meisten Aeuzten äbgelehnt — Schwierigkeiten bogognet. Amtlicher Fragekaften. Leopoldstadt. Zur Vorbeugung von Typhus wird mast nicht nur Mich und ungeschältes Obst, sondern auch die Milchprodukte (Butter, Käse) aus typyusverdächtigen Orten meiden. — Bonze. Der kreisförmige Haarschwund tritt bisweilen oihne erkennbare Ursache auf. Mail: führt ihn auf nervöse EinMsse zurück. Behandlung erfolgt durch Betupfung mit spirituösen Lösungen und Lichtbehandlung, die ein Arzt verordnen muß. — Gallensteinleiden. Es gilbt unzählige sogeummte gallentreibende Mittel. Das für ihr Leiden entsprechende kann nach längerer Beobachtung tuix der Arzt beurteilen. — Mezira. Diese gehört nicht znm rituellen Akt, sondern war eine reine therapeutische, heute überlebte Maßnahme. Die Unterlassung der Mezira macht Mo die Beschneidung nicht ungülltig. Copyright 1924 by 40 Fortsetzung. Kurt Wollt Virlag AvG. München Nachdruck verbbien. Herr Fettwanst. Eine amerikanische Autobiographie von Samuel Ornitz. Ein Plakat verkündigt ein Iom-Kippur-Bergüngen, das vom „Wahrheit- und Lichtibunde" veranstaltet werden soll.,Das bedeutet eine Geste der Verachtung und der Herausforderung gleichzeitig. Die jungen Juden wollen die Reichweite ihrer Entanzipation dadurch kundtun, daß sie am heiligsten Fasttag der orthodoxen Juden bankettieren. Ich erinnere mich daran, daß Awrum dagegen ist, daß die Freidenker die Veranstaltung abhalben. Er ist Pazifist. Er glaubt, daß es nicht gut tut, Müschen zu kränken; daß man mit Unvernünftigen argumentiere soÜte. Awrum hat nach mir geschickt. Er wollte Davie nicht allein lasten. Er erzählte mir, ^daß sich Davie dazu entschlossen habe, Billie zu heiraten. Awrum glaubt, daß Davie dies tun will, um Billie sür das zu entschädigen, was ihr von der Menschheit im allgemeinen Uebles zugefügt worden ist. Awrum glaubt jedoch nicht, daß es notwendig sei, daß Davie sein Leben zusammen mit Billie vernichte. Awrum erklärt, Davie habe die Aufopferungswut . . . Hymie blickt auf; diese Art der Analyse kitzelt ihn. Davie lächelt scheu zu Awrum auf... „Die Christuswut." ... Er beginnt die Speisekarte in kleine Stücke zu zerreißen ... „Nein," sagt Davie, „so edel'bin ich nichts.. Ich glaube, ihr habt auch schon bemerkt, daß Menschen auf zweierlei' Arten lieben. Die eine Sorte Mnschen liebt einen anderen Menschen, weil sie ihn zu ihrem Glück brauchen; die andere Sorte liebt den Menschen, der sie braucht. Ich fühlte mich zuerst zu Billie hingezogen, weil sie mich brauchte. Ich glaube, das' ist eine Schmeichelei, der man nur schwer widerstehen kann . . . Jetzt aber ist es so, daß ich Billie brauche. Sie ist schön. Sie ist Künst-' lerin. Sie hat eine Seele. Ich sage euch, es hat nichts für mich zu bedeuten, was sie gewesen ist." ... Ich rede. .Sie ist nicht normal. Eine normale, alltägliche Existenz wird sie nicht fesseln können. Sie lebt zu intensiv. Sie wich dich nehmen . .." Awrum streckt die Hand aus. Er sagt: „Darüber ist nicht mehr zu reden. Ich fühle, daß Davie sie liebt. Vielleicht ist es doch nicht so, wie du denkst, Myer." Davie lächelt entschuldigend und sagt: ,Meyer, weißt du, du bist ein bißchen allzu harter Realist; du kannst nur nach einer Richtung hin denken." ... Ich bemerke beiläufig: ,M right, macht, was ihr lvollt, mein Begräbnis ist es ja nicht." .. . Ueber der Straße drüben sehe ich Esther, die gerade in die Ludlow Street einbiegt... Esther 'hat Davie verloren. Ich freue mich darüber, der Egoist in mir ist glücklich darüber. Und jetzt hast du mich verloren, Esther, sage ich zu mir; aber ich bin nicht so sicher, daß Lillie es wirklich sertigbringt, daß ich Esther vergesse. Gretel konnte es auch nicht... Und dann spricht Lillie an der Ecke, mit Esther. Sie lacht und. ist froh . . . Ich dachte, Lillie wäre irgendwo versteckt und schluchze he^brechend . . . Ich vergaß ganz, daß Lillie eine gute Schauspielerin ist ... Und dann denke ich: Vielleicht ist sie glücklich, weil sie mich liebt. Das ist ein angenehmer Gedanke: Unterwegs, nach Lavelles Lokal fand ich am Abend Lillie wieder, die auf mich wartete. Esther sitzt auf den Treppenstufen und ich versuche, nicht an sie zu denken. Gretel schaut mir aus dem Fenster nach. Ich habe sie eben verlassen. Ich denke bei mir: Gretel ist gerade wie eine Frau. Was immer ich tue, ich komme doch zu ihr zurück. Sie scheint den Tag für mich abzurunden. Später evst, viel später, sah ich ein, daß zwischen mir und Gretel ein« angenehme physische Attraktion herrschte. Ich schlage einen Theaterbesuch vor, nächsten Samstagnachmittag; Lillie nimmt mit einem Kopfnicken an und ich sage ihr, wo sie mich treffen soll ... Ich führe sie in eine Burlesk-Show und daun in ein Hotel garni... Lillie ist angenehm, hübsch, aber man kann nicht immer aus ein Gesicht sehen. Sie ist dumm, leidenschaftslos, phlegmatisch . . . Als dann ein paar Jahre später Sam sich in Lillie verliebte, riet ich ihr, ihn zu heiraten. Sie war durch meinen Vorschlag nicht im mindesten verletzt. Bald daraus verlobte sie sich mit Sam und heiratete ihn später. Ich glaube, sie war ihrem Gatten durchaus treu und wird es auch bleiben, es sei denn, ein besonders willensstavker Charakter käme und belästigte sie so lange, daß sie anderen Sinnes wird. 9. O'Briens Klavier ist wie ein Wasserfall in einer HMe, der die Farben und den Abglanz der Launen des voEckenden Tages aufsängt und sie in lebendiges Murmeln der Nacht verwandelt. Harmonische KadenM quellen unter seinen Fingern hervor, immer wechselnde Stellen aus den Meisterwerken der ganzen Welt, die Al und Sam wie Schatzgräber einstecken. Sam schreit begeistert, daß er eine schmetternde, aufrührerische Fuge Wagners in eine Niggermelodie verwandeln könne. Al rät ihm: ,Immer daraus los. Jazz her up!" Das war das evstemal, daß man das Wort ,Jazz" in diesem Sinne gebrauchte. Wann immer man von nun ab eine Melodie oder eine Kadenz mauste und in einen synkopierten Mischmasch verarbeitete, nannte man es „to jazz her up." Jetzt läuft Billie wie ein erschrockenes Tierchen von Davie zu O'Brien. Es ist, als ob sie lange in finsterer Nacht gewandert sei und urplötzlich ans helle Tageslicht trete. Und sie wimmert: ,/Er will mich heiraten." Orloffs fin!steres Gesicht wendet 'sich ab. Seine Augen blendet dieses glorreiche Licht. O'Brien dreht sich um. Aber Al und Sam sind in den Maschen ihrer musikalischen Tapetenweberei verfangen. „Er will mich heiraten." Billie weint an O'Briens Schulter. . . . ,/Hey, Girlie," schreit Al, „du machst ja aus der Probe ein Irrenhaus . . Die Probe fingt gleich wieder an, aber zuerst gibt es das, was Davie als Hochzeit ansieht. Er nimmt Billie bei der Hand und sagt: ,^8or der ganzen Welt nehme ich dich zu meinem Weibe, 'zu meiner Lebensgefährtin. Nimmst du mich zu deinem Gatten, zu deinem Lebensgefährten?" , . . Und so heirateten Billie und Davie. (Fortsetzung folgt.)