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Wiener Morgenzeitung · 1925-10-18 · Heft 2390 (18.10.1925) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2390 (18.10.1925)
Date
1925-10-18
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Der Bericht der britischen Regierung an die Mandatsikommission, dessen erstell Teil die „Wiener Morgenzeiümg" am 15. d. veröffenKcht Hai, 'bea-ltitivoriet in seinem zweiten Teil die Fragen bezüglich Iber jüdischen ElMvanderu-ng, Ansisdlung ■u*hfi>’ der beruflichen Schichtung. Das in diesem Weißbuch verarbeitete Zifsernmateriall stimmt'genau mit 'den Angaben des zionistischen Memorandums überein. Aus diesem Grunde ist -die Veröffentlichung von 'besonderem politischen Wert. Der Bericht besagt: 1. Frage: Welche Maßnahmen sind getroffen worden, Mn die j ü >d i.s ch eE i n w a n d e r u n g zu erloichtovn? Antwort: Die Einwanderung wird so gevegelt, daß sie die Auifncchmsstilhigkeit des Landes nicht übersteige. Die Einwanderung wird gegenwärtig in zentraler Weise von enter besonderen Sektion des SÄretariats kontrolliert. Die P a ß k o ntrolle in den Häsen wird durch die Zollbeamten* ausgeübt. Erleichterungen bestehen für Rabbiner und für' Studierende der akademischen Institution im Lande; auf. besonderes Ansuchen wird den Verwandten von in der Landwirtschaft beschäftigten Siedlern, die sich ihrem Haushalt anischließen wollen, die Einreise gewährt. 1005 jüdische Touristen, die nach ihrer Einreise den Beschluß gefaßt haben, dauernd im Lande zu bleiben, erhielten nachträglich die Aüsenchaltsbewilligung. 2. Frage: Was wurde veranlaßt, um die Rechte der übrigen Teile der. Bevölkerung zu'wahren? Antwort: Hs wurde nach demselben allgenreinen Prinzip Verfahren, wie es im Bericht für 1923 davgelegt ist. 450 Personen, unter ihnen 373 Inden, die sich den Emwanderungsregeln nicht angepaßt haben, wurden 1924 aus dem Lande gewiesen. Bei Einkauf von Land und Arbeitsbeschaffung für jüdische Einwanderer wurden die Rechte der arabischen Einwohner gewährt. In Kabbara hat die Paleftine Jewish Eolonisation Association 600 Morgen kultivierten Landes zwecks Ansiedlung der bei der Entwässerung beschäftigten Araber abgetreten. Im allgemeinen tut die Regieruttg alles, was in ihrer Macht ist, um die R e ch t e der Bevölkerung zu wahren und alle diesbezüglichen Klagen durch verantwortliche Personen prüfen zu lassen. 3. Frage: Was ist für die Zusammenarbeit mit der Jewish Agency in der Hinsicht getan worden, eine geschlossene Siedlung der Inden auf dem Lande zu fördern? Antwort: Im Jahre 1924 wurden von den Juden 21.O9O Morgen landlvirWasMchen Sielungslandes gekauft; es wurden. 14 neue Siedlungen errichtet; die Palestine Jewish Eölonisation Association und die American Zion Commonwealth würden als landwirtschaftliche Siedlungsagentuven eingetragen Schätzungsweise, sind von^ jüdischen Intemsjenten im Berichtsjahre wehr als 6VV.M Psnnd sür Lau dka u f, Siedl u n g und L a u d e n tw i ck I u n g investiert - oder ausgegeben wordm. Neuerdings; ist eine Landfläche von 50.000 - Morgen erworben tuoe^en, die den jüdischen Landbesitz in Palästina auf 31-9 Q « a d r g t m e i l e n abrundet. - 4. Frage: Was. sind die Ergebnisse? (Einwandevungsstatistik nach Herkunftsland, Religion, Rasse, Beruf, Alter und Geschlecht; Verteilung der Stadt- und Landbevölkerung.) Antwort: Im Jahre 1924 war die Zahl der jüdischen Dorfbev v lkerung 23.000 unter einer jüdischen Gesamtbevölkernng von 1O6.OOO. Anfang 1923 waten 16.000 jüdische Bauern unter insgesamt 87.0OO. Juden. Die --SjMMöMvNnT^ÄMO'^H:^ Ie rusal em 38.000, Jaffa und Tel-Awiw 3O.M, Haifa 8000, Liberias 5000, Safed 3000, Hebron 500, andere etöibttw 500. Y In den jüdischen Doffern befinden sich 15.OOO Stück Menden Inventars; diese Döffer kultivieren 18.0OO Motgeu Baumfrucht, 5OOO Morgen Wein, 8000 Morgen Mandelbäuyte, 35OO Morgen Ölivenbäume. 66OO Morgen wurden aufgefofftet. Bis Ende 1924 wurden von „jüdischen Gesellschaften in Palästina eine Million Bäume geplauzt. Es ist unmöglich, eine zuverlässige Statistik der Berufe der jüdischen Einwanderer nach ihrer Ankunft aufzustellen. Laut der Mitteilung der Jewish Agency, kann man die jüdischen Lohnarbeiter, die 1924 im Lande eingetrosfen waren, wie folgt klassifizieren: Beschäftigt sind: in der Landwirtschaft I486; im Schneidergewerbe 629; Metallarbeiter 417; Holzbearbeiter 319; Bauarbeiter 235; Textilarbeiter 235; Lederbearbeiter 173; Ingenieure und Elektriker 164; Drucker 44; verschiedene gelernte Handwerker 247; im Nahrungsmittelwesen Vorgebildete 207; insgesamt also wanderten 1924 4150 Arbeiter ein. Ferner wanderten ein 691 Kaufleute und Kapitalisten; 243 Aerzte; 241 Angestellte und Beamte; 201 Studenten; 154 Lehrer; 70 religiöse Funktionäre; 55 Angehörige freier Berufe; das. sind also 1655. Das macht für das ganze Jahr eine Gesamtzahl von 5805 beruflich tätigen Einwanderern aus. Die Organisation Hechaluz wurde mit Unterstützung der Zionistischen Organisation gegründet; ihr Ziel ist die Ausbildung der jüdischen Einwanderer in Landwirtschaft und Gewerbe. Sie hat Abteilungen in ganz Europa mit einer Gesamtrnitgliederschast von 20.000. Die Organisation unterhält Schulfarmen, bildet Lehrlinge aus und errichtet Werkstätten für Ausbildung im Bau-, Ingenieur- und Metallgewerbe, im Tischlerhandwerk, in Kunsttischlerei usw. 10.000 ehemalige Mitglieder der Organisation haben sich bereits in Palästina an- I gesiedelt. In der Nachbarschaft von Tel-Awiw sind Gartenstädte entstanden, Wo Obst-, Dieh- und Geflügelzucht betrieben wird. Eine Gruppe von 20 F i s ch e r n aus Saloniki siedelte sich mit Unterstützung der Zionistischen Exekutive in Acco an. Letzte Kurie. New-Gork, 17. Oktober. (Tel.-Komp.) Berlin 23.80, London Kabel 4.84, London Scheck 4.80V*, Amsterdam 40.19, Paris 4.48ya, Brüssel 4.51^. Rom 4.01-/., Madrid 14.36, Zürich 19.27. Stockholm 26.76. Oslo 30.36 Kopenhagen 25.—. Wien 14Vg. Budapest 14V.. Prag 2967<( Belgrad 178, Athen 1.39 Buenos Aires Rio de Janeiro 14.45, Bukarest 48. 1. Frage: Welches ist das allgemeine System der Elementarerziehung? Antwort: Keine Blenderung gegen 1923. 2. Frage: Was wird für höhere Bildung getan? Unterrichtssprache? Antwort: Es wurden 1924 das biochemische Institut und das Institut für jüdische Studien an der hebräischen Universität zu Jerusalem eröffnet, sowie der Grundstein für ein mathematischphysikalisches Institut gelegt. Das landwirtschaftliche Forschungsinstitut der Zionistischen Exekutive, in Tel-Awiw und seine Versuchsstationen in anderen Orten sind als Bersuchsinstitute des geplanten Instituts für Landwirtschaft und Naturgeschichte bestimmt. Die Fortbildungs-- schule für Knaben in Jerusalem wurde zu einer zentralen Mittelschule für Schüler aus der Provinz ausgestaltet. Das jüdische technische Institut zu Haifa, das 1913 errichtet wurde, ist offiziell eröffnet worden. Das Institut bildet technische Kräfte, auch für Telegraph- und Telephonwesen, in einem dreijährigen Kurs aus. Ferner bestehen Abendkurse für Arbeiter im Bau-, Metall- und Hokzbearbeitungswesen sowie für Elektrizitätsmontage. Etwa 120 Schüler und Arbeiter besuchten 1924 die Technische Hochschule. In den Regierungsschulen, in denen fast alle Schüler Araber sind, ist Arabisch die Unterrichtssprache. In höheren Schulen wird Englisch als Auslandssprache unterrichtet. In der weitaus großen Mehrheit dev nvodernen jüdischen Schulen ist Hebräisch die Unterrichtssprache. In der Eveline de Rothschild-Mädchenschule und in den Schulen der Alliance Jsraelite gelten Englisch und Französisch als Unterrichtssprache. In einigen hebräischen Schulen wird Englisch und Französisch zum Teil gelehrt; in den hebräischen Mttel- und Fortbildungsschulen auch Arabisch. In den orthodoxen jüdischen Schulen ist noch Jiddisch die allgemeine Unterrichtssprache. _ Re «affenftMandsseier in Paliisttna. Jerusalem, 12. Oktober. (I. T. A.) Lord Plumer' erließ soeben eine PrMamation, wonach der Waffenstillftandstag (11, November) durch Arbeitsvuihe, Geschäfts- Wutz und Besuch der durch den Krieg deMvüvdig geworden Stätten begangen.werden soll. Mr ronald in Wie«. In der Pvivatwohnung des englischen GffchWträgers Leeper> fand gestern zu Ehren des in Men wellenden ehemaligen englischen Premierministers Mac Donald ein r?rüWck statt, dem Mac Donald, sein .Reisegenvsse Lord Arnold, Polizeipräsident Schober, Abgeordneter Dr. Ba u e r, der Handelssekretär der engjkschm Gesandffchast Mr.HhilPotts, der ehemalige militärische Vertreter Großbritanniens in Men, Oberst Är Thomas C u n i n g h a m e, und das Mitglied der enMschen Gesandtschaft in Prag, Mr. D o d, teilnahmen. Me Donald reist heute nach Budapest.

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