Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1925-10-15 · Heft 2387 (15.10.1925) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2387 (15.10.1925)
Date
1925-10-15
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
82% known words query
IRI
…/2979076-2981191-2981473--24354-3011890
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 3887 Wien, Donnerstag Im redaktionellen Teile enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Wien, 16. Oktober. * Patzzwaug im Verkehr mit Deutschland. Iin Hinblicke «ui die vielfach verbreitete irrige Meinung, daß zufolge der Bereinibar-ung mit . der deutschen NeichZregierung von: 12. August d. I. über die Aufhebung des Sichtvermcrkszwa nges ^auch der P <r ßzw a ng aufgehoben fei, wird auäibrücü'id)' aüfimrMam gemachl, daß sowohl reichsdmtsche als auch litstcrreichische Staatsangehörige zuni Gveuziibertritt nach, be,ziehunIÄvvitse von Dm tischland grundsätzlich nach wie vor eines gültigen Reisepasses.bedürfen. * Der Schnellzugsverkehr über den Brenner. Die Ge« ueraldirektion der Öcsterr. Bundesbahnen teilt mit: Der fahrplanmäßig nur bis 15., bcstjchiingsweise 16. d. vorgeschme Verkehr der Lagesschnellzüge D 269/D 270 der Strecke Kufstein—Brenner wird wegen anhaltend starker Besetzung der beiden, Züge in der Richtung von Bozen nach München bis einschließlich 30. d. und i'u der Richtung von München nach Bozen dis einschließlich 31. d. verlängert. * Unfall des Krakau-Wiener Flugzeuges. Aus Prag wird uns unterm 14. d. gemeldet: In der Nähe von Holleschau ist das den Flugdienst Krakau-Mien besorgende polnische FluMug bei einer Notlandung auf einen Baum, gestoßen, wobei beide Flügel abbrachen. Der Pilot urr!d' die beiden Passagiere, Weiß und Rossy, letzterer aus Wien, kamen ohne Verletzungen davon. * Bon der österreichischen Kriegsmarine. Eines der vier Patrouillenboote der alten Tonanflvt'ille, die in der Uinstun;- zeit von den Serben beschlagnahmt, ans Grund des Frieoensvertrages aber an Oesterreich zurückaegeben wurden, allerdings in einem ganz unbrauchbaren Zustand, wurde in der Lillyer Schifssw erste instand gesetzt und hat gestern früh von Ling die Probefahrt lmch Wien angetreten. * Das Wetter. Die Wetterlage >ist ungünstig. Gestern vormittags, gab es leichte Niederschläge, die Teurperatm sank. Die Voraussage meldet Schlechtwetter, trüb, zeitweise Regen. * Die Lebensmittelmürkte. Im Großhandel macht die rückgängige Bewegung der Rindflcrschipreise tveitvre Fortschritte. Gestern sind die Preise neuerlich dis zu 20 Groschen pro KÄogranrm gefunken. Im Detailverkehr dürften die Auswirkungen der rückgängiigen Böwegnng heute und die folgenden Tage zum Ausdruck gelangen. Der Berkchr hielt sich gestern in bescheidenen Grenzen. — Der Nasch markt wurde Mar mäßig beschickt, allein angesichts des eingeschränkten Bedarfes langten die Ankünfte vollständig ans. Paradeiser, Fisolen und namentlich grüne Erbsen sind gegen die Bortage -merklich imt Preise gestiegen. Bei allen anderer: Gemüsesorten sind nennenswerte Preisveränderungen reicht vorgskonnn.en. Kartosifeilprcise anhaltend stabil. Obst tvar irr gerrügerrden Mngen auf allen Märkten. Die Eievpreise verfolgerr konstant die anfsickgeirde Richtung. * Vom. Keren Kajemeth. Alle Keren-Kajemerh-Komnrissäre werderr höflichst ersticht. die Büchsenleerung bis spätestens herr-te Donnerstag zu verrechnen. * Das Ergebnis der Blindensammlung. Die Blirrdenfaruurlnng hat mit einem guten Erfolg abgeschlossen; rund 108.000 Schilling hat die BevüAerung Wiens an oen beiden S-arnnroltagerr -beit Blinden gespendet. Der Verband der Blürderrvereine Oesterreichs dankt hevzlichst allen Spendern und allen -Faktoren, die durch Fövdemng mrd Mitarbeit zu dem Erfolg tbeigetragen haben, in erster Linie der Gemeinde Wien, derr Bezirksvorstehern und sämtlichen Gemeinidefunktiorrären, der Wiener Polizei, die die Scvrnnr-lung tatkräftig förderte. der Press«, dem Gvenrilkm der Kaufmannschaft, den Organisationen der Tabakverleger und Trafilkcrniten sowie allen Kreisen und Korporationen, die sich an den Sa-rmneltagen aiktiv betätigt haborr. * Eine Adoptionszentrale in Wien. Der Borstand des Bundes jüdischer Frauen D-ntschösterreichs teilt mit, daß die während der Sormn-erM-onrte güschlossetr gewesene .Adoptionszentrale rrun wieder eröffnet ist. Nur schriftliche Gesuche sowohl von Woptiveltern als auch Elteim oder Vormünderir der zu adoptierenden Kinder fick» zu Dichten an Frau Fränze Bischofswerder, 1. Bez., Neuthovgasse 16. * 13. österreichische Klassenkotterie. Bei der gestern abgehaltenen Ziehung de8 zweiten Taa'eS der fünften Klasse gewannen r 200.000 S. das Los Nr. 70.^93; 100.000 S. da» LoS Nr. 24.842; 8000 S. da» LoS Nr. 63/J30; 6000 S. das So« Nr. 71.677; je 4000 S. die Lose Nr. 23.414 uni 60.737; je 8000 S. dte Lose Nr. 96.867. 73.709 und 91.848; je 2000 S. die Lose Nr. 5180. 94.781, 45.069 und 90.257je 1000 S. die Lose 1033. 4921, 6442, 13.689, 40.288, 40.442, 51.442, 54.852, 55.748, 58.011, 58.569, 60180, 60.692, 76.257, 83.312 und 96.677. Außerdem wurden 3971 Gewinne zwischen 600 und 120 S. ausgelost. * Mastodon und Rhinozeros in Oberösterreich. In der Schott-ergrube des Großindrvstriellen Hans Hatschet bei Haag wurde der Backenzahn eines Mastodon (eines nrzeitllcherr clehchantenartigen Dreres mit vier StoMhnen) gefunden und dem Landesrnusermr gespendet. Der Gärtner Martin Klimstein fand ein 15 Zerrtimet-er breites, 20 Zentimeter langes und 6 Zentimeter hohes Kn-ochenstrick, das als abgebrochenes Nasenbein eines Rhinozerosses, aus den jüngsten Tertiärschichten erkannt wurde. * Die Sparbacher-Hütte abgebrannt. Aus Neunkirchen, .14. d., wird gemeldet; Heute nachmittags ist die Sparbacher- Hütte auf dem Hoch'sch u e cberg völlig abgebraimt. Die Ursache des Brandes ist unbekannt. * Den Geschäftsfreund erschossen. Wie berichtet, hat am 22. v. M. um halb 11 Uhr nachts der 33jährige ehemalige Hcmptmann Wilhelm Rödl aus Ellbogen den 51jährigen Parfümerrchändler Ernst Backe, bei dem er irr der Margaretenstraße 39 wohnte, wegen geschäftlicher Differenzen im Verlaufe eines Streites erschossen. Nach der Tat flüchtete Rödl. Gestern wurde er in Eger verhaftet. Er will in der Aufregung auf Backe geschossen haben, ohne Absicht ihn zu töten. Er behauptete. weggeeilt zu fein, ohne z-u wisserr, wie schwer er den Backe verletzt hat. * Der weibliche Ehegatte. Die Blätter berichterr über Erhebungen, die die Budapcster Polizei in einem gang ungewöhnlichen Scheidungsprozeß eingeleitet hat. Eine mit einem Kellner verheiratete Arbeiterin hat nach dreijähriger Ehe die Scheidungsklage mit der Begründung angestrebt, daß ihr Gatte rein Mann, sondern eine Frau sei. Die Ehe war seinerzeit auf Grund gefälschter Dokumente des Bräutigams geschlossen worden. Dre Polizei hat heute den weiht il'ichen Ehegatten einem Verhör unterzogen und gegen ihn das Verfahren wegen Dokumentenfälschung erngMtet. Ueber die Ehescheidung wird erst nach Abschluß dieses Verfahrens entschieden werden. Diese Sache wird dadurch kompliziert, daß , Wiener Mor-enzeitung 18. Oktober IW Seite D die Frau ein Kindzur'Welt 'gebilacht hatf sie gibt an. daß ihr ,Marm"^ ihr ein Schllasmittel^ gegeben. und dann einen Freund ü» ihr, brächte, der ihr später eingeständ, daß er der Vater Phres Kindes sei, Md ihr auch das Geheimnis ihres ,Batten" enthüllte.- ' * Lin neuer Komet. Wie der Leiter der Stermvarte in l Charkow mitteilt, hat der Astrorwm Baraba sch ow des genannten Observatoriums am Abend de8 9. d. einen neuen Ko malen im Sternbilde des Pegasus, südöstlich vom Stern Theta, entdeckt. Das Gestirn besitzt die Helligkeit eures Sternes von der'Größe 6,5, die etwa der SichtbavreitSarenze für-das bloße Auge entspricht. Der Komet zeigt, einen deutlichen Schweis und kann schon mit schwachen optischen Hilfsmittoln beobachtet werden. * Ehelicher Radikalismus. Ein nicht alltäglicher Prozeß wurde in dienen Tage» in San Franziska geführt. Eme?rau Shalner, die sich von ihrem Manne hatte' scheiden lassen, zitierte -diesen vor den Kadi, lveil er dem Scherdungsurteil, das eine Teilung dorr Halb und Gut der Eheleute zu Zeichen Teilen vorschriüo, allzu wortgetreu nachgekormnen war, In -der Tat hatte er mit einer Sage das ganze Mobiliar, Klavier, Tische, Schränke, Stühle usw. fein säuberlich in je zwei Teile zerlegt und diese freurrdlichst seiner Ehegattin auf einem Lastauto zugestellt. Der Richter des obersten Gerichtshofes evkannte dahm, daß der Ehemann iirn völliger Ueber einstimm ung mit dem Scherdungs-urteil gchandolt habe und daher die Klage ckbzullveisen sei. Pull »vers (Schkupfwche) Meiestrümpfe Vk. Holzer Handschuhe Vl., Mariahilferstraße 89 — II., Taborstraße 18 s» Mne und Kunst. SM Aeingartuer alr Saftdirigent der Staatroder. In der Staatsoper wird tzogenwär-tig mchr probiert als strldior-t. Bald plant man eine R-efovirr der Verwaltung, bald einen Abbau des Personals — leider feinen Abbau der Preise, Moohl ein Preis von 34 Schilling (zwanzig Goldmavk) für einen Sitz in den letzten Parkettveihen geradezu ungeheuerlich ist —, bald wieder einen Umbau des Hauses oder neue Regie- und Jnszeniernngsrnaßnahrnerr. Jmnrer rrvue offizielle und inoffizielle Nachrichten und Gerüchte fchwävrnen au8 dem Opernthvater, nur bezüglich der unanf-schiebbaren Erweitemng des Spielplarres uitb bezüglich der Novitäten dieser Spielzeit HM rMrr sich noch immer in geheimnisvolles Schweigen, obwohl bereits mehr als sechs Wocherr tatenlos verstrichen find, urrd noch immer besteht keine Aussicht auf eine Lösung der schleichenden Divigentenkrise. Die Idee, Felix Weingartner für ein kurzes Divigenterrgastspiel zu gMinnen, mag ja, wie seine stürmische Begvüßurrg an der Stätte feiner einstigen di-rektonailen Tätigkeit bewies, seinen zahlreichen Freunden wiWommeri gewesen fein, doch ist gegen derlei Gelegercheitsgastspiele, die nur ganz ÄberfWMerweise Unruhe in den Betrieb, des Opernhauses bringen, aus künstlerischen Gründen marrches einzuwenden und als Diveckior oder erster Kapellmeffter kam der mchr als 60ijährrge Star und unstete RsSsedirigent doch nicht mchr ernsthaft in Betracht kommen! Weingartners Leistung als'Dirigent der ,Aida" war nngloichmäßig. Es schien, als ob er seine ganzen Kräfte aus den gwßen Einzugsmarsch aufgespart hätte. Da entwickelte er denn auch — nameM-ich in den Blechbläsern — einen Glanz, ja eilten höfischen Prunk, der nicht nur Verdis, sondern seW eines Meyerbeer tvürdig gewesen tväre. Im übrigen geriet Verdis dramatische Kcmtilene oft nrerAich kühl und das szenische Lüben auf der Bühne bedarf bereits dringend einer Auffrischung. Die feurigen orientalischen Tänze sind bedeMrch alt und rniide geworden mrd wienerisch verschloanpt, und die Kostüme der ägyptischen und ächiopischen Königstöchter mögendem Orientalisten ein ^ppschütteln a'bnötigen. Vevdis italienisch-orientalische Oper wird übechaupt in Wien gär zu deutsch gespielt und gesn-ugeir. Daran vermochte auch das italienische Spvachidiom Grosaveseus nichts zu ändern, seine italieilvische Sprachbaflissenheit — wozu diese störende GernischtsprachigKeit! — sollte ihn allerdings auch zu vornehmeren italienischen Gesangsmanieren verpflichten. Die schönen Stiurmen von Wera Schwarz und Maria Olesvwska, deren edler M in^der großen Soloszene sich voll entfalten konnte, Dr. Schipper, ein wuchtiger Helderrvater emes Wagnerschen MusWramas, -und die Herren Norbert und Markhoff wirkten zu einem ausgezeichneten, durchaus Deutschen" GesangsensenMe zusammen, gegen desierr Megnra Felix Weingartner keinerlei Eiil-wendungen echob. Mb. „Der Autowildüng." Mnaissaneeblihne. § Aur dm Ämtern. w Ij 11 Akademietheater. Morgen, V,8 Uhr abends, „D e r Q n e r u l a n t". Operntheater. Morgen, 7 Uhr abends, „D o n Juan". . Deutsches Volkstheater. Heute verabschiedet sich Satt F e d a k in „A u t o n i a". Morgen, neu einstudiert, l l en st e i n 8 T o d" mit Albert Lasserman«. Raimund-Theater. Heute findet die letzte Aufführung von „D er Kreid ekrei8" statt. Morgen geht M o l n a r 8 Lustspiel „Der gläserne Pantoffel" in der Premierenbesetzung des Deutschen VolkStheaterS. in Szene. Samstag und Sonmag, V,4 Uhr nachmittags, „H ä n s e I ’it tt b Grete l". Theater in der Josvfstadt. Goldoni» Lustspiel „DerDiener zweierHerren" wird. Montag zum ersten Male in dieser Spielzeit migeführt. R o l a n d - B ü b n e. Als nächste Novität wird „D i e Geliebte" von Alexander B r o d h mit Magda Sonja in der Hauptrolle vorbereitet. Musikfest in Zürich. Das MusiW der Jntevuationalen GesellschM für Neue Mrüsik im Jahre IM wird im Juni in Zürich abgchaittM werden. Die AuswchMmmission für die. Werke tritt schon anfangs Dezember zusammen. Oefterreichifche Kompomsten, welche Kammer« oder Orchesteowerle, gedruckt oder Mannffript (Kopie zuvückbchalten!), zirr Aufführung für dieses Fest einrvlchen wollen, werden getöeteit, diüsellben bis spätestens 10. November mit dem Vermerk ,Mr das Internationate Mufiffest" in der Redaktton der Muffikk- Mtter des „Anbruch", 1. Äez., Wallföschgafle 10, aibgugsben. Radioprograwm. Heute Donnerstag. 11 Uhr: Vormittagskonzert. Mitwirkende: Eucrenie Äerner-Reithofer (Rezitatton). — 4 Uhr 10 Mi«.: NachmittagSkonzett. — 6 Uhr 26 Min. bis 8 Uhr 6 Min.: Radiovolksbochichule. — 6 Uhr 2? Mtn.r Die Entwicklung der Wiener Stadtbildes. II Prof. Emmerich Schaffran. — 7 Uhr 10 Min.: Esperantokurs. Walter Swital. — 7 Uhr 40 Min.: Englischer Sprachkurs für Anfänger. Prof. Mae Callum. — 8 Uhr 15 Min.: BläserkammermusibAbend. Konradin Kreutzer: Septett für Violine. Viola, Cello, Kontrabaß, Klarirrett, Fogott und Horn; Fvmz Schubert: Variationensatz aus dem Forellenquintett; W. A. Mozart: Quintett m Ls-Dur für Oboe, Klartnett. Fagott, Horn und Klavier. — 9 Uhr 1b Min.: A«8landsübettragung. Bereiue. Bortröge und Bersammlrmgm. ZionistischeArbeitsgemeinschaft. Heute, 8 Uhr abends, Sitzung im Lokal, 2. Bez., Junqstraße 8 (Zionistische Sektion Prater). Erscheinen aller Mitglieder Pflicht. $ Jüdisch-akademischer Verbünd Unitas. Heute, halb 8 Uhr abends, im Kolonaden-Cafe (unter Leu Arkaden) Generalkonvent. Anschließend Schung deS Alten-Herrm-Verbandes. Serichtsslllü. 9er Mordprozeß Prusch«. Der dritte VerhaMnngstag. Gestern ist die vielgenannte, Jafefme Kal ling er. dre KwnMgin gegen die Pruscha, einvernommen worden. Nach ihr marschierten zahlreiche Zeugen auf, um über den Charakter und die GlMbwürdiMt der Kallruger auszusagen. Auf Anregung eirres Geschwomen wurde die Kallinger beeidigt. Sie Meb bei ihren seinerzeittgen belastenden Aussage« über .die AngMagte. Die Geschichte mit dem Lampeudocht' nmrmt einen bveiten Raum in ihren Evzählungen ein. Dam ecklärt Verteidiger Dr. Preßburgcr: Ich bitte zu konstatteren, daß doch Lin Unterschied ist zwischen der polizeilichen Angabe und ihrer heutigen Aussage. — Staatsanwalt: Wer sie hat doch dassÄbe gesagt. — Bert.: Noiir, eS ist ein Uriterschied, wenn sie einmal sagt, sie haibe derr Docht beim Zusammemäumen in eine Schachtel hinoingeleg-t und jetzt sei er nicht Mchr darin oder wenn sie sagt, sie habe den Docht in Line Blechschachtel gegeben und, wem er fehle, könne sie leicht veMchttgt werden. Der VoMtzende konstatiert dann «och, daß die Pruscha bei der Polizei geleugnet habe, die Kallinger zu kennen, was, wie die Kallinger sagte, offensichtlich eine Lüge fei. Die Angeklagte Pruscha meldet sich dam spater zum Wort und . erklärt: Ich habe die Zeugin früher nicht gekamt, nie gesehen und nie gesprochen und sie wurde mir erst ' aus der Polizei fceJamti Dann werden die Zeugen Wer den Leumund der Kallinger einvemomme«. Sie wird von mehreren als Wgnevin und TrunSfüchtige hingestM. Der Kaufmann Alfred Berger gibt an, sie sei der ganzen Gaste als Fasfungs-los stand der Referent den HeiterÄeitsausbmchen gegenüber, welche die drei neuen Me der GebMer Go lz mit steigender Vehemenz ^begleiteten. Wozu Ginwände? Das Pu-- Mkum eut-schied sich flir eine SerienarrMchrung und man soll iderr voll hundert Sorgen bodrälrgteir Dheate-rbetricb nicht durch eine „schlechte Presse" schädi-gelr. Hausi Niese, für welche der Schwank geschrieben ist, tpeiibt W. In einem fidclen Gefärrgllis, allwo sie aufmrd ckbstüvrnt, auf einenl gräflicheil Schloß, allwo sie einer an der Wand stohenderl mittelalterlicherl Kriegervüstung die eifern .Hand sthütteli, unb irr einer bürgerlichen Wohnung, die sie in knallroter ChMfferlrrüftn-ng betritt, rnit fliegenden Haaren und mit einer An-tchripe am Busen, die sie gelogenttich Pritschen läßt — der leibhaftige Arttow'Milrg. Gairz kleinlaut bermvkerl wir, daß sich die große Niese nicht darin gefallen dürfte, b l o ß M zu treiben. A. notorische LMerm boka-mtt, die ständig Straitigkoiten provoziere. - Die Zeugin Franziska Wagenknecht gibt an, daß sie die Kallinger vom Arbeitslofenamt kenne, da sie dort immer das große Wort führte und sich so auffallend machte. Auf dir Frage des Vorsitzenden ecklärte sie, daß auch die Pruscha sie kennen rmißte. — Bert.: Hat die Pruscha aber auch mit der Kalliliger gesprochen? — Zeugin: Nie. Auf Antrag des Verteidigers wird die Zeugin nun beeidigt, aber sie bleibt dabei, die Pruscha und die Kallinger niemals mitsamlllen reden öder Weggehen gesehen zu haben. Auch die drei folgenden Zeugen, Marie Anders, Anna Bing und Hermine Kafka haben in der Voruntersuchung und im enften Prozeß angegeben, daß die Pruscha die, Kallinger gekannt und mit ihr verkehrt habe. Gestern bestritten die drei Zeuginnen entschieden, dies ^behauptet zu habeir, es sei!!.. Taborsttaße 17 b «olle -

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.