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Wiener Morgenzeitung · 1925-10-15 · Heft 2387 (15.10.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2387 (15.10.1925)
Date
1925-10-15
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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wir 9 Wien, Donnerstag Miener Morgenzeitung 15. Oktober 1925 Nr. SM bis 28 Prozent zu gelvähren, »vahrend bei MonatseinLominren bis 200 Schilling eine Ausbesserung erst nach eirtsprechender .Hebung des Geschäftes eintreten sollte. Um mn de-x Achinen die Mittel faire eine sosorttge Lohnerhöhung zu gehen, soll durch eine Regierungsverordnung die BeitvagÄeisKrilg zu den Bruderladenprovifionen von 8 auf 6 Prozent herabgesetzt werden. Dadurch wäre die iZllpine imstande, bei Verdiensten bis 175 Schilling eine 5pvozentige Lohnerhöhung zu gewähren. Die Fehlbeträge der Bruderladen sotten durch eine Kohlenauflage hereingebracht toerden. Der bisherige volkswirtschaftliche Schaden des Streiks wird mit 1,5 Millionen Schilling be- __ „Snkel Statt}." Die Unterschlagungen bei der Charlottenburger ReichSbankstelle. Älus Berlin wird gemeldet: Der wegen der Riefenauterschlagungen bei der Reichsbankstelle Charlottenburg verhaftete Oberinspektor Franz Arnold gibt im Verhör seine Verfehlungen ohne weiteres zu, wobei er jedoch immer wieder behauptet, keine Helfershelfer gehabt zn haben. Daß dies doch der Fall sein müsse, geht daraus hervor, daß der Ueb er bring er des gefälschten Sechzig La use nd markscbees in Vre« lau spurlos verschwunden ist. Mßerdem sind die Konirollmaßnahmen bei der Reichsbank so scharf, daß jede Veruntreuung unmöglich erscheint, wenn nicht mehrere Beamte sich gegenseitig in die Hände arbeiten. Trotzdem ArnM ein außerordentlich luxuriöses Leben geführt hat, ist die Reichsbank überzeugt, daß er noch große Summen der unterschlagenen Gelder irgendwo eingelegt hat und daß man diese wird beschlagnahmen können. Das Vermögen Arnolds ist bereits beschlagnahmt worden. Arnold hat ein regelrechtes Doppelleben geführt. Er verstand es, -Jahre hindurch den Ehrenmann zu spielen und hat mit größtem Fleiß und Pünktlichkeit seinen Dienst versehen. Nachts spielte er den Lebemann, gehörte einer großen Anzahl Geselligkeitsvereinen an und warf das Geld mit dollen Händen hinaus. In vornehmen Weinlokalen veranstaltete er große Sektgelage, bei denen der Champagner in Strömen floß. Reben seiner Gattin besaß er eine Geliebte, der er eine kostbare Wohnungseinrichtung geschenkt und die er mit kostbaren Juwelen überhäuft hatte. Besondere Vorliebe zeigte Arnold für elegante Halbweltdamen des Berliner Westens. Er war in verschiedenen Lokalen, in denen diese Damen verkehren, Stammgast, als der er den Namen „0n!el Franz" führte. Die Nachforschungen der Polizei haben ergeben,' daß einige dieser Lebedamen um die Betrügereien Arnolds wußten und öfters Erpressungen an ihm verübten. Die Verhaftung der Erpresserinnen steht bevor. Durch Mittelspersonen trat er an der Börse als Spekulant in großem Stil auf, wobei er riesige Summen verlor. Außerdem betätigte er sich auch als Geldderlei h e r, finanzierte alle möglichen Geschäfte und ließ sich hierfür außerordentlich hohe Zinsen bezahlen. Nach seinem Zusammenbruch meldeten sich die verschiedensten Geschäftsleute mit der Angabe, daß sic durch die Manipulationen Arnolds an den Bettelstab gebracht worden seien. Ein Schlächtermeister hatte schon früher, als er durch Arnold sein ganzes Vermögen verlor, eine Beschwerde an die Reichsbank gerichtet und diese auf die Geldgeschäfte Arnolds aufmerksam gemacht. Von der Reichsbank wurde ihm mitgeteilt, daß sie nicht in der Lage sei, zu den Privatange legenheiten ihrer An gesellten Stellung zu nehmen. J Mitteilungen aus dem Pubittum. hKausfrauen4! BRATET UND BACKET ... »!! OHNE BRATROHR!1 MM'IIIIll... iHiiitiiiiiiiiiiiiiiMiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimn Vorführung; Restaurant Zentralkeller, II., Tabo etraase 8, und tm Rest urant „Zum grünen Baum", V I., Mariahilfer* straese 56 von 9 bis 12 Uhr vormittags und 3 bis 6 Uhr nachmittags EINTRITT PREU KOSTPROBEN GRATIS Die Kas«erollen können gleich mitgenommen weiden 89 PELZMODENHAUS ZUM SIBIRISCHEN ZOBEL Wien,VI. Mariabilferstrasse 101-103 Kürschnermeister // rl Nur letzte Neuheiten II! in bester Ausführung!! Gegründet U96 Telephon Nr. Hl Möbelfabrik JACQUES WALLIS Wien, /., Wollzeile 21 Wohnungseinrichtungen bis zum feinsten Genre, reichhaltiges Lager in fünf Stockwerken Der babylonische TALMUD in Auswahl Uebertragen von Jakob Fromer Vielfarbiger Titel und Initialen von Josef Budko in Leinen S 18.— in Halbleder S 21.60 in Ganzleder S 32.40 Der Weg zum Talmud war bis jetzt nicht jedem offen Nur gründliche Kenntnis der hebräischen Sprache und zeitraubende StuGien der verschiedenartigen Kommen* tare und Erklärungen ermöglichten es, das nach der Bibel bedeutendste Werk des Judentums kennen zu lernen Fromers Talmud bietet die Möglichkeit jedem Laien, auch dem des Hebräischen Unkundigen. Die glänzende Uebersetzung, ausgezeichnete, leicht* fassliche und ausführliche Erklärungen zu jedem Stück erheben diese handliche, auch äusserlich prachtvoll ausgestattete Dünndrpckausgabe zu einer hervorragenden Einführung in den Talmud. Buchhandlung «A cCoWlt Wien, 1. Bez., Fleischmarkt I Rotenturmstrasse 22 Außerordentlicher zionistischer Lelegiertentag. Am 17. und 18. Oktober in Wien. Das Zionistische Landeskomitee für Oesterreich teilt mit: Am 17. und 18. d. findet im Ingenieur- und Architektenverein, 1. Be.;., Eschenbachgasse 9, ein außerordent- | ivesselben „Mitteilungsblattes": licher zionistischer Delegicrtentag statt. Die Tage sord- " ~ n u u g ist folgende: Die Wandlungen des Hans Herrl. Er ist nicht mehr Katholik. Die Jüdische Tdegraphen-Agentur in London hat am 13. d. von Hans H e r z l folgende Erklär u n g er« halten, zugleich mit dem Ersuchen, sie der Presse zu über« Mitteln: ,Hch betrachte mich nicht länger all Untergebener der katholischen Kirche." Jüdische Anllsemilen. # Mch Schluß des Z'ionistenkongresses waren in Wien einige Tage lang Plakate zu sehen, wellche den Zusammenbruch" des Zionismus verkündeten, an das deutsche Nationalgefühl der österreichischen Juden appellierten und von einem „Verband nationaldeut scher Juden" gezeichnet waren. Dann hat man von diesen bisher in Wien gänzlich unbekannten Herren nichts gehört. Jetzt aber machen sie wieder von sich reden und bündigen für den kommenden Dienstag eine Versammlung au. Es ist jedenfalls notwendig, festzustellen, wes Geisteskindor die Herren sind. In Deutschland hat vor einigen Jahren ein -Herr Dr. Naumann den Verband national-deutscher Juden gegründet und sich an die Antisemiten angebiedert. In antisemitischen Zettungen, welche dent neuen Pfefferkorn gerne Gastfreundschaft gewahrten, führte er eine aufreizende Hetze gegen Zionisten und Ostjuden, die er als Hochverräter" schilderte. In den Hakenkre-uzgeitungen wimmelt es seither von A-uSzügen aus den RÄen und - Schriften dieses Herrn Dr. Naumann. Unter anderem denunzierte Dr. Skrrvmann auch euren hohen jüdischen Staatsbeamten in Preußen, Ministerialrat Dr. Hermann Badt, als Landesverräter, weil Badt organisierter Zionist ist. In einem Artikel, welcher in einigen deutschen Zeitungen abgedrNckt war, charakterisiert Dr. Badt das Treiben dieser schonen jüdisch-antisemitischen Seelen und bringt nachstehende Zitate: Aus der ,Kölnischen Zeitung" vom 24. 'März 1922: „Das Mschimtionale Element ist ein Fremdkörper im deutschen Volle, wie nur eine Gattung ausländischer Zuwanderer, aber es übevwiegt sie alle an Schädlichkeit ... Der Russe, Pole, Rumäne, Tscheche, auch der <mS einem dieser Länder stammende Jude ist doch immechin Ausländer, den man schließlich auSweisen kann.. . Der Jüdisch nationale, der sich häusig Zionist nennt, trotzdem er niemals ernsthaft ans Auswandem gedacht hat, pocht auf sein deutsches Staatsbürgerrecht und aus die Verfassung, die jedem Staatsbürger die Befugnis zu freier beruflicher und politischer Betätigung gibt. So erleben wir das groteske Schauspiel, daß Maschen, die sich selber cks Angehörige eines fremden DoWes Dhlen und offen bezeichnen, trotzdem in Deutschland mitroden, ÄS ob sie wirklich Deutsche, nicht nur dom Buchstaben nach deutsche Staatsbürger wären ..." Aus Nr. 1 des ,Mitteilungsblattes" des Verbandes nationaldeutscher Juden (1928): Me Einbürgerung (dar Ostjuden) ist ausnahmslos zu versagen und jeder Ostjude, der sich an Kr das Deutschtu-nr schädlichen Bestrebungen beteiligt, ist rücksichtslos auszuweisen. Das gilt nicht mut von betten*, die strafbare Handlungen begehen, sondern auch für die Politiker, gleichviel welcher Partei und ebenso für die zionistischen Agitatoren, die vom Osten kommen. Wir müssen uns gefallen lassen, datz dl« Zionisten deutscher Abstammung im Lande bleiben; die ausländischen brauchen wir nicht zu dulden und wollen wir nicht duDen." Aus einem Artikel des Lchrers Gerson in Nr. 8 RICHTER- UND PREDIGER- TALARE UND BARETTE von 8 65 aufwärts vorrätig und nach Mnss beim Spezialisten 135 RUDOLF HOLDSTEM, Zivil- und Unllormschneider Gegründet ,866 WIEN, II. TABORSTRASftE 84 Telephon 45-6-29 Elegante lierrcnkleider nach Maas, «lässige Preise, Zahluiigserieichterungen. ,—„NOVOPIN“—. Fichten- und KleVernadelextrakt, Badekapseln | herz*, muskel- und nervenstärkend in allen Apotheken und Drogerien erhältlich . . 6114 Novopiu-Fabrik, Wien, XVHLWäbringerstr.157, T. 21-564 Samstag den 17. d., 7 Uhr abends. 1. Eröffnung. ' 2. Wahl des Präsidiums sowie der Permanenzkommission. 8. Bericht über die Tätigkeit des Zionistischen 2andeskomitees. (Referent Präsident Dr. E h r l i ch.) 4. Bericht über die Tätigkeit des Keren Hajessod. (Referent Dr. N. M. G e l b e r.) 6. Bericht über die Tätigkeit des Jüdischen Nationalfonds. (Referent Dr. Chaim T a r t a k o w e r.) Sonntag den 18. d., 9 Uhr f r ü h. 0. Bericht über die Tätigkeit des Palästinaamtes. (Referent Dr. Nahum Blauer.) 7. Generaldebatte. 8. Bericht des PermanenzauSschusses. 9. Wahlen. Gast karten sind .im Bureau des Zionistischen Landeskomitees, 1. Bez., Kärntnerstraße 28, erhältlich. Letzte Kurse. (Tel.-Komp.) ,Mer die Vergangenheit der katholischen und der svangettschen Kirche kennt, der weiß, daß deren Führer in Zeiten der Not und vielleicht auch um verwerflicher, kirchmpolitischer Ziele willen, nicht selten den Weg gegangen sind, den wir nattoualdeutschen Juden den Zionisten verübeln. Sie haben sich mit ihren GlaulbenSbMem im Ausland zu gegenseitiger Hilftleistung veöbunden, sie hckben um die Sympathien fremder Regierungen geworben, sie haben im Einverständnis mit landfremden Männern und Regierungen aus staatlichen Umsturz, aus Bürgerkrieg hingearbeitet." Die Zitate genügen. Sie könnten ebenso gut in irgend eine«! Hitler-Blatt oder im ,/Hammer" des Fritsch stehen. Meitbarts Sesrilbnis. Ungeheure Beteiligung. Aus Berlin berichtet I. T. A.: Dienstag, nachmittags, wurde auf dem Friedhof Falkenberger Chaussee der weltberühmte Artist Siegmuick Brettbart zu Grabe getragen. Da Breitbart'gesetzestreu war, wurde die Bestattung von der Gemeinde Adaß Fisroel übernommen. Unter den Trauergästen, die nach Taufenden zählten, bemerkte man viele hervorragende Künstler sowie zahlreiche orthodoxe Juden. Am offenen Grabe hielt Rabbiner Dr. Hildesheimer dem unter tragischen Umständen jung verstorbenen Artisten einen ergreifenden Nerv-Aork, I4-. Oktober. (Tel.-5komp.- Berlin 28.80, London Kabel 4.845//B, London Scheck 4.80^/,«, Amsterdam 40.19 'Paris uiu|iuuw»v vv»|iv*w«wt. - , 4.48, Brüssel 4.55, Nom 3.01"/., Ntadrid 14.95. Zürich 19.28. Nachruf, in welchem er ihn auch als Mm aufrechten Dana n»i, ono« <UHrr Wh»« 14.1/.. c^iiSo« Mtrb Stockholm 26 79, Oslo 2028 Kovenhageu 24.80.' Wien 14'/,. Budapest 14»/.. Prag 296V«. Belgrad 177V,. Athen 1.87»,,. Buenos Aires 41»/„. Rio de Janeiro 15.60. Bukarest 481/« New-Bvett, 14. Oktober. iTel.-Komv.i Weizen rot Winter 161*/». Weizen Kart Winter 1613/« Mais 93.—. Hafer 48»/,. Roggen 87-/,. Ehikogv. 14. Oktober. Ael.-llomv.) Wetzen per Äezember \. 142•/*, Mm 141'/, Juli r. MM per Dezember 75.-^-, Mai 79V„ Änli —; Haler ver Dezember 89»/,. Myi-.44.^ Jul : Roggen ver Dezember B0n/i, Mal 861/« Juli Juben feierte. Preissturz im redpichhaur Sreudl. E Das Teppichhmis Orendi hat sämtliche Preist um 20 Prozent herabgesetzt. Teppiche, Decken, VorhLuge «sw., die einen reduzierten Okkastonspreis haben, sind rot markjeri. Auch von diesen Okkasionspreisen erfolgt ein Nachlaß von 80 Prozent, l. Bez., Nofentnrmstraße 2V, und Fleischmarft i- S,

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