Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2385 (13.10.1925)
- Date
- 1925-10-13
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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ft ffStotty Akusia- Wiener Morsenzeirnniß. OktoVtt im Och I * «erztezevtrales Die Einrichtung der Aer-tegentra'l-e, die eine Wiche Verbindung mit tzem gewünschten Arzt heMstellen in der La«ge ist, hat bisher noch nicht, die Popularität erlangt, die sie verdient. TH Angst wurde eine Verbesserung durch «im in der Telefonzentrale Hehragasse geschaffene neue automatische Delchhonanlage erzielt. Der -Anruf wich von nun a!b in Abwesenheit des Arztes idicht mehr in seinen Apparat geführt, sondern von der Zentrale ans direkt in die Aerztezent-rale nmgeleitet. Dies geschieht durch ein neben dem Apparat des Arztes angebrachtes kleines Kästchen, das mittels eines Steckschlüssels entweder ans „normal" oder aus „Aerztezeuttale" oingOellt werdet! kann. Bei „normal" gehen die Änmfe wie immer Wm Apparat des Arztes, wich jchych .Merztezentrale" eingestellt, so wich durch einen zur Zentrale verlausenden Strom ein besonderer, elektromagnetisch «betätigter Mechanismus, der jedem teilnehmenden Aerzte in der Zentrale zugeordnet ist, in eine Stellung gebracht, in der er die aBomMNdeu Ruse aibsängt -und sie statt in me Leitung des -Arztes über eine besondere Leütuirg an d:e Tserztezentvale sendet. Der Arzt kam-, bevor er seine Wohnung verlaßt, die Aerztezentrale anmfen und ihr seinen Aufenthaltsort bekanntachen. Mich er während einer-Abweseuhett gerufen, so verständet Hn die Zentrale so ort, so daß seme I-ntervenrion keine Verzögerung zu erfahren braucht. * Robert Fuchs-Robettin gestorben. Am Damslag verschied in Prag im 78. LsbenWhr Herr Rodert FuchS- R o b e t t i n, Präsident der Böhmiisch-Oamnitzer, Papierfabriken A.-G. sowie Gründer und lang>jcihvige.r, Präsident der Wirtschaftlichen Vereinigung der Papierindustrie. Als Sohn des vWannten Papiersabr-ikanten Ignaz, Fuchs ü'bernahin er nach fachlicher Ausbildung bereits mr jugendlichen Alter von 17 Jahren die Leitung der Fabrik tn Bohmiisch-iKamuitz, tvelche er im Laufe der Jahre aus einer kleinen Fabrik zu einem großen Unternehmen.auSgestaltet hat. Schon in, der alten Ntonarchie war Robert Fuchs in den OrHaitti'ationew..der Papierindustrie in hervorragender Weise tätig. Die größte Aufgabe erwuchs ihm jedoch nach dem Umsturz. Seinem klaren Blicke Md seiner EneM« ist es zu verdanken, daß sich die tschechoslowakische Industrie, sofort nach dein Umsturz fest zusammen-geschlossen yat. Seitdem stand Robert Fuchs 1 an der «Spitze der Papierindustrie. Seit Jahren gehörte er auch der .Handels- und Gewerbekammer in Prag als 'Mitglied an und war Laienrichter. Ein Bierteljahchundert war er Mitglied der Prager israelitischen Knltusgemeinderepräfentanz, durch zchn Jahre deren erster Vizepräses. Ihm dankt die jüdische Gemeinde die Durchführung des Altersheimes in Straschnitz, mit seinem Namen wird das künftige israeMichc Krankenhaus für immer verknüpft fein. Seit Jahren Präsident des Vereins Ar geregelten Gottesdienst schuf er in dem Heuer fertiggestellten Genmudchans ein seinem Fern- und 'Schönheitssinn entsprechendes stilvolles Gebäude. Robert FuchsÄtbbettin war in glücklicher Ehe mit Frau Hermine Ab. v. Posner vermählt, die ihm gerade vor Jahresfrist im Tode vovangogaugen ist. An seiner Bahre trauern drei Söhne, Herbert, Oswald und Karl Fuchs. * Beim Fensterputzen verunglückt. Die 49jährige Hausbesorgerin Franziska Samuuschiw rtz, Riemevgasfe 18, hat gestern i-m zweiten Stock des «Hauses Fenster geputzt, ohne sich eines Sichecheitsgürtcks zu bedienen und stürzte in den Licht Hof, wo sie mit schweren Wunden bewußtlos liegen blich. Sie wurde in das Spital gebracht. * Ein Sprung in den Donaukanal. Gestern in den Vormittagsstunden sprang ein ILjähriger Gewevbeschüler am Kai in den Donaukanal und wurde unter großem Aussehen von der dort Wenden Schulmannschaft der Dicherheitswache gerettet, als er schon zu versinken drohte. * Verhaftung der Innsbrucker ScheckfAfcher. Wie seinerzeit berichtet, haben die drei internationalen Scheckfälscher Bela Salgo, Tibor Böhm und AntM Krizanovich in Innsbruck «inen Scheckbetrug MM Nachteil einer hiesigen Großbank in der Höhe, von 400 Millionen Kronen verübt. Me konnten flüchten. Gestern stellÄn sich Böhm und SM» in Budapest der Polizei, nachdem me Geliebte des Salao, Bian'ka Molnar-HeimaM, bereits am Vortag vechastet wurde. Krizanovich ist noch flüchtig. * Mord ans Rache. Aus Schwertgraben (Burgenlaud) wird uns berichtet: Dev hiesige Landwirt , Fraüz Gran e r -wurde von den Brüdern Ferdinand und Jvhmn Blei er Überfallen -und mit Mistgabeln auf eine bestialische Art und Weise aus Rache ermordet. Die Täter find geständig, in Mvvdabsicht gehandelt zu haben. Me wurden verhaftet. * Einbrüche. In der Nacht zum 11 d. wurde das Wirk« toarenges-chäst Rudolf Fuchs, L. Bez., Heinestraße S, von Einbrechern heimgchucht. Gestchlen wurden 56 Dutzend Tomen» strümpfe, 40 >bis 50 DchaswomvHen i-m Werte von zusammen 0500 Schilling. — In der Zeit zwischen dem 9. und 10. d. wurden dem Egon- Fiehl aus seiner Wohnung, Emsiedelei- -gasse, Wertgegenstände um» Kleider im Werte von 3000 Schilling gestohlen. * Dreizehnte österreichische Klassenlotterie. Bei der am 12. d. gehaltenen Ziehung -des ersten Ta-ges der fünften Klasse gewannen: 20.000 Schilling das Los Nr. 22.494, 8000 Schilling das Los Nr. 99.464, 5000 Schilling das Los Nr. 31111, je 4M Schilling die Lose Nr. 22.636, 74,694, je 8000 Schilling die Lose Nr. 46.767, 71001, 74.004 und 89.041. je 2000 Schilling die Lose Nr. 10^50, 68.767 und 76M9, je IM Schilling die Lose Nr. 4010, 7984, 16.W3, 19.646, 93.874, 95.210, 46J935, 53.114, 54967, 70.767 und 70001, außerdem wurden 9977 Gewinne zwischen 500 und 100 Schilling ausgelost. * Eine 103jähvige Preisträgerm. Wettbewerbe sind heutzutage modern geworden und überall im menschlichen ■ Leben wird um die höchste Vollendung göwetteisert. Größtenteils sind es aber JugeMiche oder Menschen im besten Mer, die die glücklichen Preisträger sind. Aber auch das Wer hat -noch -gute Chancen, wenn es sich an einer solchen Konkurrenz beteiligt. So hatte die 103jährige Frau OveuS in Torronto in -Amerika an einen: Wettbewerb um die beste Stickerei teilgenommen. Sie wurde auch preis-gekrönt. ' * Geht origineller Literatmpreis. Man könnte ihn den Preis des Lesers nennen, und er ist unter Wahrung der -absoluten Unparteilichkeit, einem Londoner Leser zugefallen. Dieser, ein -begeisterter Bibliophile, hatte ein altes, schön gebundenes Exemplar von „Paul et Virgin«" erstanden und IaS es aufnrerksam. Als er hei den letzten Seiten anlangte, entdeckte er, daß Met Seiten aneinander-geklebt waren. Er schnitt sie auf und fand -mehrere Banknoten im Gesamtwerte von 5 0 00 Schilling. Und diese hübsche Summe war.von einem Zettel begleitet, auf dem zu Heu war: „Ernster Leser, Freund dieses Buches, der du es bis zum Ende gelesen hast, verdienst diese Belohnung." * Warum man Orden verleiht. In dem Buche „Aus dem Leben des Fürsten Eulenburg-Hertzfelo" von Johannes Hak« l e r findet sich unter anderem folgende Auszeichnung, die zeigt, wie Ordensregen gemacht wurde: Holstein an Eulenb n r g: „Schlagen .Sie doch mal Sr. Majestät vor, daß er an Robert Koch eine ganz außerordentliche Auszeichnung gibt. Damit wird Se. Majestät viel Beifall ernten und wird oem rillen Virchow, dem Unterdrücker des wissenschaftlichen Nachwuchses, einen großen Aerger machen." Bühne und Kunst. Sari Fedak . riß das PuiÄitmn bei der ersten diesjährigen C 0 u c 0 r d i a- M atln-ee (The-a>ter an der Wien) zur Bewunderung hin. Aullaß gab der großen KüWer'in der Einakter Kokotte" von Meilhae und HMY, bearbeitet von Franz Molnär. Sie hat «einer Dame der Gchellischost, die sich als Schaiuspielerin versuchen mochte, eine Rolle zu zeigen. Die Autoren und der sympaßhische Zufall wollen es, daß^ diese Rolle aus drei prachtvollen KabareWiecen besteht, und die Fedalk «singt und mimt ein ftanzöflsches Cha-nson, eit: Eerikanisches Couplet und in deutscher Sprache ganz erschütternd das Äckd vom gefallenen Mädchen. Sie bringt diese Piecen wi-Mch außerordentlich und spielt zwischendurch mit Hacmor und Rasse ein eifersüchtiges Mädchen. Vorher gab man ein JingerMvevk Franz L-eh ar s, die Operette Frühling", und hatte an einigen frischen Melodien des Meisters, ganz besonders aber an der unvergleichlichen Louise Kortousch seine Freude. Philharmonisches Konzert. Die neue Spielzeit brachte einen gar n«i-cht hoch gen-ug eilMiischätzenden Geüvtnn: Pros. Arnold Rose, seit dem Tode Josef Joachims der Klassiker unter den Geigern, welcher zugleich mit Gustav Mahler aus dmt philharmorsischeu Verbände schieden war, ist — vorläufig als Gast — <nt das Pult des ersten Konzertmeisters zurückgekchrt und erhöht ebenso den «philha-rmonischen St-reicherOlaltg tvie das Ansehen des Orchesters und die Würde seines äußeren Bildes. Im übrigen scheiilt sich an her philharmonischen Tradition kaum etwas geäudevt zu hüben. Früher eröfttete man die Konzerte gerne mit den drei großen B, Bach, Brahms und Beechoven. Diesmal begann man an Stelle von Bach mit Händel, dessen F-Dur- Konzovt für zwei Bläserchöre und Streichorchester Me Mhre lPavaderolle für die philharmonischen Bläser enchält, und schloß mit Beethovens ,Zweiter". Felix Weingartner, der bekanntlich „RatisGäge für AuMchmugen der Symphonien Beethovens" geschrieben hat, erwies sich hier neuerlich als Beethoven-«Dachverständiger, der seine eigenen Worte in die Tat rmsetzte: „Die zweite Spnrphonie ist so einfach und ihr orchestrales Kolorit so frisch und leuchtend, daß sich ein belebter Vortrag fast Überall von selbst ergibt. Strahlende Jugend, flöhe Innigkeit und ungebrochene Kraft, das find die Grundzüge chres Wesms. Mit blasien Reflexionen an sie herantreten, heißt sie verderben." In Brahms' F-Dur-Symphonie wahrte Weingartner durchaus liebenswürdige, WeltmäMische HMung und umschmeichelte ihre anmutige Liedmelodik, chne an die Abgründe des Werkes zu rühren. DaS Pvoblematijsche, Komplizierte ist eben nicht die Sache Weingartners, der sich auch im siebenten Jahrzehnt feines Lchens ,M ftrchlenbe Irgend, «flöhe Innigkeit und ungebrochene Kraft" bewchrt hat upd jeder „blassen Resiexion" a'bhold gMieben ist. Uabrigens besteht auch seine Abneigung gegen nvm Werke unverändert zu ^unrecht". Die neue Saison bringt «ine einzige Urauifführung und eine Mnd erzähl teilweise in Wien bereits bekannter ErstMfführu-rvgen. In den philharmonischen Kammerkonzerten hingegen führt Rudolf Mms vegsÄnaßig interessante Novitäten «aus, die vom PuMVnm beifällig ausgenommen werden. Wamm sollte dies nicht auch tu den ,/philharmonischen Konzerten" endlich einmal möglich sein! «fkb. A«r dm Aeatern. Bur^gtheater. Morgen, Uhr abends, »8 e tt ft 11. AKademieth eater. Morgen, V,8 Uhr abends, „Soll man es sagen?". O p e r n t h « a t e t Die Indisposition des Kammersängers P i e e a v 11 ist noch immer nicht behoben, so daß er in der für heute angekündigten Aufführung von ,A i d a" n i ch t a n f t r«t t» kann. Da eine nochmalige Verschiebung mit Rücksicht auf den Gastdirigenten Felix Weingartner untunlich ist, wird in der heutigen Vorstellung Herr Gr0satt e 8 e u den Radame» singen. Morgen, 7 Uhr abends, „B astien und Bastienne". Hierauf »Der Barbier v 0 n B a g d a d". Redouteusaal. Heute, 7 Uhr abends, »Coki f a n t u t t e". DeuttcheS Volkstheater. Freitag, neu einstudiert, »W a l l e n st e i n S T 0 d" mit Albert Bafferm a n n als Gast. Donnerstag den 15. d. verabschiedet sich Sari F e d a k als Antonia. R e n a t s f a n c e b ü h n e. Heute, 8 Uhr abends, Premiere des Schwankes »D er Aut0 w il d l in g" von Emil und Arnold G 0 l z mit Haust Niese in der Hauptrolle. NeueSWienerStadttheater. Wegen früherer Gastspielverpflichtung mehrerer Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft erfahren die Vorstellungen von Johann Ferchs »Im Liebesnest" ab morgen Mittwoch eine Unterbrechung und werden Samstag den 24. d. wieder anfgenommen._ Erve Johann-Strauß-Feier für die studierende Jugend. DaS Joha-M-Stvmtß-Theater deranstcvltet für die stMvrenlde Jn'gend eine Freivorstell u ng, die als Mali nee für den ersten Samstag nach den allgemeinen Festveranst-altiungen «geplant ist. Zm AnfljAbmng gelangt „Die Fled-ermaus" mit ersten Operettenkräften. Sämtliche Plätze werden mittelläfln MusUchAern und anderem Studierenden unsntgMich zur Verfügung st-chen. Jüdische Bühne. Ms Ehre naben v für H. Bell und t. Waldiberg geht am 14. d. in der Jüdiischen Bühne, Bez., Taiborstraße 12, ,I)as Chypekleid" in Szene. Ein „unmoralisches" Honorar. Aus Budapest wird berichtet: Der Bu«dape!ster Obevrahbiner Julius Fischer hat in der Synagoge i-n einer «Rede die Gläubigen au>fgef-ordevt, sich von dem, Besuch des Donnerstag stattfindenden- Konzertes des ibsrühmten Mischen Bassisten Schal«japin f-evMhalten. Bon einem Zeitu-ngsberichteristatter über die Gründe dieser Evmahmbng gefragt, «Märte der Obe-rväbbiner, daß er es für unmoralisch halte, in‘einer Zeit des allgemeinen wirt- ' schaftlicheu Elendes einen Säuger anzichören, der für ein einziges Mftvcteir ein Honorar von 280 M i i 1 i 0 u e n Krone n evM, Radioprogramm. Heute Diettstag den 13. Oktober. 11 Uhr: DorMiittagSmitHk. —16 Uhr 10 Min.: NachntittagsPonzert. — 17 Uhr 50 Min.r Stunde der Frau. Annie Zaöloial, FachlHrerm: Selbstanfertigung von Hüten. — 16 Uhr 26 Mn. bis 20 Uhr 15 Mn.: Radio.vo«I«kA)ochschüle. — 18 Uhr Ai Mn.: Vortragsreihe: Quer durch Oesterreich. Fvl. Henriette LeneceE: Uubel-annter WienerwaW. — 19 Uhr 30 Min.: Orchester» -kongert. Nckertragung ans dem Konzerchaus. Jchann- Strauff-Festkon^ert der Wiener OrawrienvereiniMng Mer Leitun-g von Professor Rudolf Mm8. Vereine. BortrSge tmb Versammlungen. Z ionistische Sektion 6-8, BennMah 1a. Heorte 8 Uhr abends, dritter Zyklus altMische Literatur, erst« Abend: Prof. Dr. Harry Tvrezhner (Berlin), „HibbfM und Hiobdichtuu-g". _ ßerichtrsaal. Ver Mordprozeß Pruscha. Der erste Ta« des MederMsttahmsverfahrenS. „FrauziÄa Puufcha, treten Sie vor!" Sie «kommt zum zweiten Male, nach dem große u uuiö aufregenden Prozeß ruhig und gefaßt hervor, wie eine Siegerin, der nach dunkler KeÄernacht endlich doch' Recht werden muß. Sie gibt ihre Per-s-onalien an: 55 Jahre, eine Klasse Volksschule. Sie hat 4 Ntillionen Ersparnisse gchabt zur Zeit Hrer Bechaftung und die Witiwenpeüswn. Nach Vovlesninsg der Mklagelschrist (die Wir gestern verbiffentlichten). werden auch das erste Gejschwornenuvteil, die Entscheidung des Kassationchoses sowie der Wiebevcm!snahms«besch>luß verlesen. Dann: „Bekennen Sie sich schnldi-g?" — An«ek«I.: Nein. Nun wird das Vorleben der Prus-ch>a erörtert. Ihr Mann ist im Kriege gefallen.^ sie -war dann Bedienerin, zuletzt im Rudolfsfpital, wo sie die ermordete E'berl kennen lernte. Ende 1922 iMrde sie ähgeba-ut und echielt 1,6 MMonen Abfertigung. — Präs.: Beim Untersuchungsrichter haben Sie angegeben, daß Sie 3 Millionen Wfevtigutrig bekommen halben. — Än gekl.: Nein. Ich habe damals gesägt, daß ich mir, wie ich äbgebaut worden bin, 3 Millionen auf die Seite gelegt habe. Sie erzählt dann, daß sie oft in die Wohnung der Eberl gekommen se'i, die später Zmtm-echerren nahm. Die wollte immer nur jüngere Herren. Zuletzt kam dann ein gewisser Bachmann, em Deutscher. Präs.: Und der ist der Cberll dann mit dem ganzen Schmuck durchg-egangen uitö hatte auch die Wohnungsschlüssel und den H-austors-chlüsfel mitgenommen? Bei dieser Gelegenheit möchte ich erwähnen, daß Bachmann an dem Tage, an dem die Eberl starb, in Dvuüschland in Haft gewesen flt. — Angekl.: Nach dem Bachmann ist dann der M'eich-e gekommen. den der Bachmann aus Dmtschland hichergchchickt hat. — Präs.: Der Meiche wollte in Wien eilten Bankbeamtenposten suchen, und der Bachmann hat ihm die SHNss-sl mitgtzgeben. Am 29. Dezember kam er Per an. — A n g e k l.: Wir wollten gerade in die Kirche gehen, da hat der Meiche sich selbst aMperren wollen. Mr waren erst erschrocken, weil wir einen Einbrecher befürchteten, und dann hat chn die Eberl Mr doch als Zimmerherrn aufgeno-Mnen. — Präs.: Das ist recht komisch, daß man jemand m die Wohnung nimmt, den-ein Dieb herschrckt. — Anget«l.: Ich Hab' auch nicht wollen, Herr Hoflat. Der Meiche hat im ganzen 100.M K. bei sich gehübt, sonst hat er nichtmchr bekomimen. 80.M K. hat er sofort für die Wohnung hergegÄben, sonst hat er «aber nichts, gar nichts mchr gegchlt. Und die Mevl ha«t ihm doch Geld gegeben Essen gegchen, gewaschenhat s«ie für ihn und Geld geborgt hat sie ihm auch. Präs.: Die Situation in der Wohnung war als«o die: In dem einen Bett AM hat die Eberl geschlafen, in den zitvei Betten rechts fMef der Meiche Md, wenn Sie da waren, ■ Micken Sie. Wie war nun das DechWtuiS zwischen Ihnen und oem Meiche? — Ängekl.: Er hat uns verffchledenes erzähk, er hat eim schöne Aussprache gchabt und das hat uns so gefallen. Die Eberl hat immer gesagt, das «ist ja noch ein Kind, das ist noch ein Büb und er wird mir vielleicht auch das ersetzen, was der Bachmann «mir gestchlen hat. — Präs: Sind Sie «mit dem Meiche öfters ausMangen? — An g e kl.: Unmal ins Theater und einmal ins Kino. — Präs.: Es soll oft zu DtreitiAeiten Mischen Ihnen und der Eberl gekommen sein? — Angekl. Wir haben nicht gestvitten, weil wir gar keinen Grund znm Streiten gchabt haben. Ich HM nur den jungen Mann zur Rede gestellt, weil er sie so sEiert hat. Sie hat gesagt — erzählt die Angeklagte weiter —, daß der Meiche mit ihr ein Verhältnis HM. — Präs.: Vom 2. auf den 3. März HMn Sie bei der Merl geschlafen? Der 3. war ein Sonntag. Was war da am Nachmittag? — Angekl.: Ich HM gelbügelt und sie hat Holz hereingebvacht. Da ist ihr das Holz aus der Hand gefallen und Meiche hat sich gebückt und es ihr aufgehoben. Ich habe gesagt, daß der Meiche auf einmal so lieb m ihr ist. Die Eberl hat gemeant: Er weiß schon warum, ich Hab' ihm ja gerade eine halbe Million gege«ben. Wegen dem D er so M. Me sie dann himms um Wasser D, hat er die Tür abgchpevrt und zu mir gesagt, er tut es, damit ersie wieder eiif-er- Kchtig macht und ich habe ihn zur Rede gestellt, daß er die alte Frau mit dem Wasier so Mge'draußen sichen läßt. Deswegen war der Streit. Dann erzM die Augekla>gte, daß sie die Wäsche der Eberl geordnet und zum Bügeln hevgerichtet hatte und sich dann gegen dreiviertel 7 Uhr rasch entfer-nte, «um Nachturahl besangen zu können. Die Angeklagte erzählt dann weiter, daß sie beabsichtigte, in ein Kino zu gchen und um dreiv iert el 0 Uhr schon zu Hause war. In den Kleidern hat sie sich aufs Bett gelegt und ließ das Licht brennen. Ms sie erioachte, war es 11 Uhr. Sie sah das Licht brennen, kleidete sich aus und verlöschte es. — Vors.: Sie werden eine Zeuigm hören, daß noch um 5 Uhr früh bei Ihnen Licht gebrannt hat. — Erregt stellt die Angeklagte das in Abrede und sagt: Die Zeugin ist die, die mir mein OhrrinK MSgerisfen hat! — Präs.: Kurz «nach 7 Uhr ist der Meiche zu Ihnen gekommen und hat vom Tode der Eberl Milteiluna gemacht. — Angekl.: Er sagte, die Eberl ist tot, ein Schlag hat sie getwffen. Der Meiche sagte, er muß wegen des Schuldscheines mch Hause gehen und ihn zerreißen. Ich mn dann um die Arbei«tAosenunterstützung gegangen. — Vors.: Dort sollen Sie über schon jemandem erzählt haben, daß die Eberl tot ist und daß Die mtt ihrem plötzlichen Tod vielleicht in Zusammenhang gebracht werden können. Denn ein Docht, der in der BleMcha-chtel war, O nicht mchr drmnen. — Angel l.: Nix Hab' ich gesagt. Die Angeklagte' berichtet dann weiter, daß sie der Zeugin Dunst von dem Tod der Eberl erzählte. Die Zeugin HM äber gleich,gemeint, daß die Alte sicher jemand umgelbvächt habe, wahrscheinlich der Bachmann. Hieraus erzählte die Angeklagte von ihren anderen Besuchen, die sie an dem vechängnisvollen Tag gemacht hckbe. Eine Nachbarin namens Taschner habe ihr erzählt, die Frau Eberl sei mit einem Lampendocht erwürgt worden. — B o rs.: Nach der AktenlageM es doMoamneu -a«nsaÄ'Mossen, daß sie Ihnen so etwas gesagt HMn kann. Mn