Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2385 (13.10.1925)
- Date
- 1925-10-13
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Veite 8 Wien, Dienstag ’S Uhr uachnnltd ist ja erst der L-alllpeitdocht am Hälfe der Leiche cutöccft worden. Ihre AnsMen stehen mit den An staden so vieler Äe-nte nicht int Einklang. Boris.: 5113 sie in die Wchnnna der Merk kamen, haben Tie die Laiche angeschen? — AncseN.: Nein. — B o r,s.: Warum nicht? — 5?l u c\ efit.: Ich kann Tote und Wut nicht sehen, mir wird schlecht. Me A-uMa-cite beschreibt dann, wie es -im Zimmer der Toten MSgeschen hck>e und erzählt weiter: Tie Frau Taschner hat stchastt. das; im Pantoffel der Eberl ein Schlüsselbund stesunden worden ist. Die Pmsicha erzählt dann ihre erste Be-;wstnnn!st mit Weiche nach der Tat..Ich fräste ihn: Wo waren Sie denn heute nachts schlafen'? Ich schlief bei der Gnädigen, sagte er daraus, mit der ich auf-dem Ball war. Daibei hat er mich so komisch angüschailt und war so niedevstüschlasten. Ich frage ihn: Haben S' Geld? Er sagt: Nein, nur 100.000 Kronen. Da >hab' ich ste's-agt, ich borg ihm Geld und fttfk ihm eine halbe Million stosteden. Ich habe mir gar nichts dabei -gedacht. Bert.: Der Meiche war der Eberl anderthalb Millionen schnl'dia, 80.000 K. hat sie chm überdies gegeben. Der Dunist Ixit sie auch anderthalb Millionen geliehen, "das sind zusammen 3,M.OOO K., sdie sie von ihrer 5lbserlignng von 4,8 Millionen hergelishen hat. Nebcrdies hat sie vom 28. Jänner an, als sie die Äbserrignng bekam, also 33 Tage mit ihrem Pettgeh-r ziemlich üppig gelobt. Und nun soll die Prnscba vier Millionen aus dem Nachlaß der Eberl gestohlen haben. — 5! n ge kl. (sehr heftig): Mein Geld war ehrlich erworben. Ich bin keine Mörderin, ich habe keinem Menschen etwas zu Leide getan, habe niemanden bedroht, niemonden beschimpft und niemanden berührt. — Bors.: Genug, hören Sie schon ans. Es werden nun die intime n Bezieh u «gen zwischen der Eber'., der 'Angeklagten und dem Meiche besprochen. Am Nachmittag wird als erste Zeugin eine Partei im .Hause .Mblgasse'26, Marie Fürnkranz, ve-ruommen, die unterhalb der Wohnung der Eberl ihre Räume l>atte. Sie erzählt, sie habe am 3. März Streit in tschechischer Sprache gehört, wovon sie kein Wort -verstanden habe. Tie Zeugin erzählt noch, es sei einmal ein deutscher Bettler bei ihrer Tiirc erschienen, den sie durch die Glastür nur in Umrissen gesehen habe und mir dem jemand in einen: höheren Slockverk gesprochen habe. Dies könne nur M eiche gewesen sein, der immer mit reichsbcurschen Bettlern gesprochen habe. Bei den: nächsten Zeugen, dem Arzt Dr. Dubsky, der die Eberl längere Zeit an Herzleiden behandelt hatte und der deshalb Herzschlag angenommen harre, entspann sich eine Konftoverft zwischen dem Parteienvertreter und dem 'Arzt, ob er die Leiche ausgedeckt habe oder nicht. Zu enter cinstelxnden Beschau der Toten, sagt Zeuge, sei er weder berechtigt noch verpflichtet genaesen. Tann wirs die Zeugin Dun st. eine Stickerin, verhört. Staatsanwal t: Sie bleiben also - dabei, baß Sie -memäls einen Gedanken äußerten, daß ein Gewalttatiakcit an bem Tode der Eberl ichuld trage. Die Zeugin erklärt -weiter, daß sie hänsig Eisersuchisszenen gesehen habe. Die Nichte der Frau Eberl, die 41jährige Wäscherin Marie S i k o r a, berichtet dann über die Vorgänge am 4. März. Damals kam die Pvnscha mit Meiche -um 8 U-Hr früh in ihre Wohuuttg und Meiche machte ihr von dem 31leben der Eberl Mitteilung. Er meinte, augenscheinlich sei sie vom Herzschlag gerührt worben. Die Zeugin erklärte, sie ha'be schon am Vormittag in einem Pantoffel am Boden einen Schlüsselbund entdeckt und bemerkt, daß keiner der Schlüssel zur Wohmmgstür passe. Das sei ihr ausgefallen, sie habe gesagt: Es ist doch merkwürdig, das sind fremde Schlüssel, und wie der Meiche gekommen ist, war die Wohnung offen. Wer weiß, ob die Tonte nicht jemand umqeibracht hat. Später ging sie wieder in die Wohnung der Eberl, und zwar mit ihrem Schlvager Taschner. Das war gegen 5 Uhr nachmittags. Taschner zündete die Lampe an, trat damit cm das Totenbett und wuchtete der Toten ins Gesicht. Da erst bemerkten sie am Halse einen Bevband und den Lampendocht. Taschner hat daran gezupft und auf einmal ausgerufen: Mein Gott, mir scheint, sie ist erwürgt worden. Sie holten dann einen Wachmann. -Der Vorsitzeitde bricht hierauf die Bechandlnng um halb 8 Uhr abends ab. Copyright 1924 by 34 Fortsetzung, tfurt Woiß Vf rüg A^G. München Nachdruck verboten. Hm Fettwanst. Eine amerikanische Autobiographie von Samnel Ornitz. Ich schau sie an und wundere -mich, daß eine Primel auf einem Abfallhaufen «wachsen kann. Die Meckelheimers haben über dem Dutch Billage eine Wohnung... Aber ich sah Henriette Meckelheimer «wieder — zwanzig Jahre später. Sie wurde mir vorgeführt, und ich saß über sie zu Gericht. Sie war beschuildigt, einen Mann beraubt zu haben. Sie war ohne Freunde, ohne Heim und ohne Geld und hoffnungslose Morphinistin. Ich schickte sie ins staatliche Gefängnis... Man begann den Fußboden zu fegen, und wir weckten Hymie und Sam, packten sie in ein Cab und folgten ihnen in einer Droschke. Billie beobachtete uns, «und als sich die Dr.oschke in Bewegung setzte, -rief sie uns nach: „So lang, boys, wir treffen uns unten bei Frenchie Latelle." Ich bemerkte zu Tavie: „Die will dich sehen — niemand anderen." Und die Schmeißfliegen der Eifersucht quälten mich... Tavie antwortete: „Ich glaube, der gefällt unsere Arbeit... Ich freue mich darauf, sie wiederzusehen... Ah... schau doch, Meyer — Homer war nicht der einzige, der den rosensingrigen Morgen sah"... Tie Droschke schwenkte in die 6. Avenue ein, und dort starb das Morgenrot. 5. Montag morgetts zeigt uns Al den Weg hinunter nach der Boivery Street, an der langen Reihe von Kneipen, Herberge n. Zwei-Eent-Kaffee-Lokalen, Alt-Ware ^Handlung e n, Änsternftänden, Missionen und Geschäften mit alten Schuhen vorbei... Unter mtferen Füßen ist es glatt von ausgespuckte in Tabaksaft. Jeder spuckt. Unverbesserliche Vagabunden sonnen sich in den Türen «der Hevbergen und an ö>rn Ecken. Schnorrer schauen nach versprechenden Gestalte i! aus. Falsche Krüppel und Blinde bieten Bleistifte und Schnürienkel aus und lamentieren um ein paar Kupferstücke. Ein Betrunkener Mtlvmeit vor sich hin, ein zweiter Wiener Morgenzeitnng Aufgabe» und Srganisatioil der Paleftine Farmer Bant. Berlin, 9. Oktober. (I. T. A.) lieber -den Volt der American Zion Commonwealth und der Gifellschaft Meschek der Bevwirklichuug z-u«gefl"chrten Platt der Gründung einer Palestine Farnter Bank erfährt die Jüdische Telegraphenagentur folgendes: Die Palestiit-e Farnter Bank hat zur Aufgabe: 1. Kurzfristige Kredite an «palästinensische Landwirte «bei Sicher.steltunst durch Besitz oder Bürgschaft zu gewähren. 2. Kredite für Anschaffung des toten und lebenden Jlwettttbrs sowie auch für Ameli-orieruttgszwecke zu gewähren. 8. Den Sichlern oder Gruppen vvn Siedlern. taugsristigen Kredit gegen Berpfändutlg von Jmntobilien zu gewähren. 4. Anleihen für Kolonien un.) Siedlungen unter «kollektiver Sicherung des Vermögens der betreffenden Siedltmgett anpifchaffen oder y-t organisieren. Die Paleiftine Farmer Bank ist gleichzeitig als iKooperativbank und als landwirtschaftliche Hypothekenbank gedacht. Bor allein wir) eine erste «Serie von AuieHcheiiieu der Kooperativbank emittiert, jeder Altteilschein zu zehn ägyptischen Pfuitd, insgesamt für .105.000 ägyptische Pfund, welche wie folgt repartiert werden: 1. American Zion Commonwealth Im. und Meschek. 2. Einzelne Anstalten und Personen, die die Beschaffung von landwirtschaftlichen Krediten in Palästina fördern wollen. 3. Znikünftigc Klienten der Palest ine Farmer Banik. Dieses Aktienkapital ist vor allein für kurzfristige Kredite bestimmt. Für den langfristigen hypothekarischen »Kredit wird die Palcistine Farmer Banik eine erste Serie von Pfandbriefen lObligarionen) in der Hohe von 100.000 ägypt. Pfund enlitriercu. für welche außerden bcliehciren Grundstücken auch das «kooperative Kapital als Garantie gelten wird. Die Verwaltung der Palesiine Farmer Baick wird in den «Händen cirtes Direktoriums, eines Rates un) einer Revisionsaitifsi-on liegen. Die Dividende der Anteilnchmer wird arsi ein Maximum von 8 Prozent des Nerimvertes der Anteile «begrenzt. Die Reservefonds müsscit für die Enüvickluit-g der jüdischen Landwirtschaft in Palästina ve-rimndet wevdcir und können nicht Eigentum von Privatpersonen werden. Die American Zion ContutoMvealth und Aleschek haben eine Subskription auf die Anteile der Palestine Farmer Bank eingeleitet zum Nennknpse von 10 ägypt. Pftm«) für jeden Anteil, wozu noch die Grü-ndungsspesen tmd ein Pfunid pro Anteil hinzukvmmen. Die Attteilscheine «lauten amf N-ainen der Inhaber. Der Wert der Anleihe kann in Teilzahnngen entrichtet werden. In Europa sind die Abteilungen des Meschek, in Amerika die der American Zion Cont-monwealth für Entgegennahme der Subskription zuständig. Lar Schicksal der zeatraibodealreditbaak. Eingreifen der frauzöfischen Finanz. — Das merkwürdige Defizit. Gestern morgens ist Diroktor CH evtl lieft ein geschälftsführendor Berwaltnngsrat der Dancpue de^privee, einer sehr aitgefchencn fvanFöjs'ischen Großbank, wellche über 120' Filialen verfügt, in Wien eingetwiffen, um wegen des weiteren - Schicksals der Zentralbodenkredichank zu vechandeln. Die Bcinque de privee hat ein movalifches Interesse an dem Geschick der Bank, weil sie die-Mien der ZeniMbodenkrediHbank vn der Pariser Börse eingefühnt hat und infvlgedesien den Abnehmern dieser A«ktien verantworllich ist. Es verlautet, daß der Wt eine Rede, eiltet singt, einer flucht, und ein anderer liegt quer «über den Bürgersteig, ohne daß man ihm die geringste Aufmerksamkeit schenkt. Matrosen, SchaÜerleute, Oelcr, Trimmer, Feuerlieute, Vagabunden «und Huren stchen auf dem Bürgersteig herum, Burschen vom Lande, zerfetzt und hungrig, Glücksucher, die in der großen Stadt gestrandet sind, und müde aussehende, arbeiisbofe Männer von irgendwo ändern in diesem Lande der Hosjfnuugslosen umher... Das sind die Abwasser der Stadt,, ihr Misthauifen... An Park R«ow, der Fortsetzung der Bowery, an Dvyers Street, wo Chinatown beginnt, ist Frenchie Lavelles Bar und TanMal. Es .ist noch zu zeitig «für Frenchie. Sein Barkeeper «wartet au«f uns und führt uns in den Lanzsaal. Es ist siwster wie iu einer Höhle, nur in der fern>fte«n Ecke über dem Piano brennt eine trübe, bläu'lichgMe Gasflamme. Wir sehen einen faltigen, kahlen Schädel mit vereinzelten Zotteln verwilderten weißen Haares, der sich über - das Piano beugt. Ein volles Glas Schnaps steht aus dem Notenständer. Der Kopf ist - vollkomnten bewegung'slos. Hände kriechen -tonlos, suchend über die Tasten... Ein paar zwecklose Noten; und «wieder Stille. Die Mr schließt sich 'hinter utts. Die Musik beginnt... All flüstert: ,Märtet ein bißchen. Er weiß nicht, «daß jemand hier ist. Dann spielt er, lvie ihr niemals einen spielen «gehört habt... Gott, der -kann spielen!"... Die Musik: Wasstrtropfen auf stillem Teich; flüchtige Theinen, «die aulstauchen, verschwinden; krachende Kadenzen der Verzweiflung; Wu«t, Protest; phantastische Launen; wechselnde Stimmungeu, kalt, herb, bitter, vergessend; und wieder Wassertropsen auf stillem Teich... Davie ist erschüttert. Cr sagt: ,^)ch weiß, was er tut: er «denkt in Musik"... Der-Barkeeper «tritt ein, «bringt ein Glas Schnaps. ,M«n bißchen Qel für -den Leierkasten", erklärt er. Wir folgen ihm zum Piano. Der alte Mann trinkt seinen Whisky aus und der Bavkeeper stellt «das volle Mas auf den Notenständer... Das also ist der bevühmte „Piano O'Brien", dessen SM M nicht.genug loben kann. Er braucht keine Noten- Whisky ist für ihn Noten, unb er spielt nicht, es sei «denn, der Whisky stehe vor ihm. 13. Oktober 1906 Nr. Km französische Botschafter die Herreise dieses Verwaltungsrates ' veranlaßt hat. Im Berlartf des gestrigen Tages fanden derfchiedene Verhandlungen statt. Die Äiuation ist insvferne derlvorreiier geworden, da nun«mchr der Status der Bank, wie er von den Beamten der Kvmpaßbank festgeftellt wltrde, bekannt wnrde. Nach diefein ' ' beträgt da- Defizit der Bank 10 Milliarden. Dies muß um s-o unangellehm-er auiffallvn, ÄS die vor sechs Wvchen vorgen-ontlnene Pvüftlng der Charteret acconttuvts, - welche deswegen vorgenommen werden mußte, weil dieden. Bestimmungen der englischen Bons entspricht, ein Mivum von 30 Mlliarden.festgestellt hat. GS «rtsteht infolgedessen die) Frage, welche Bilartz die richtige ist. Zweifellos scheint dar FMeresje d« Kompahbank a« der' ZentraGvden merklich abgeflMt zu sein, da sie gestern nicht \ wie in der Borwoche den KurS der ZentvaModenMen «gehakten,! sondern die Senkung dersÄlben uim 4000 A. zugelassen hat. GS l scheinen gewisse Unsiimnri^keiien zwischen dom Bankenverbände -und der Kompaßb-ank einersetts und der Leitung der Zentraliboden und dem Schweizer «und französischen Hilfskonfo«rti«um andererseitzubestehen, die nicht leicht bchobe-n werden können. Dem Wunsch | der Zentrallbolden würde es entsprechen, wenn die Banque de privee selibft die Limlidierung -Wernchmen -würde und zu diesem Ztvecke die Umwartdlung der Zentralboden m eine Filiale dieser Bank zu-rüch'ühr-en würde. Rückgang des BarfchatzrS der Oesterreichifchen Rationalbank. Der letzte AuAvcis der Ocsterr-eichischen Nattonakbaack mit dem Statt«) vom 7. d. zeigt im Gegensatz« zum Bericht tot der Dorrvoche einen Rückgang de- BarfchatzeS «m 6M0.908 Schilling, der sotnit 496M7.'877 Schilling betragt. Dar Wechfelportese-uille hat sich um 62.688 Schilling v«- mmdert und ist somit auf N,039.416 Schilling gasunden. Der Baniknotenumlauf hat sich im Gegens«cch zur vovtgm Woche gebessert. «Er hat sich um 24/103J583 auf A6MÄ6 Schilling verringert. Die BevbrMichkeiten ans dem Giroverkehr sind um 16,417.904 auf 45,954.953 Schilling gestiegen. Insolvenzen. Das Ha-iide'lsgertcht hat gegen folgende Firmen das Ausgleichsverfahren eingeleitet: Alfred Glaser, Inhaber der protokollierten Firma PropagaUdaMnternchmung Alfred Glaser, 1. Bez., PeterSplatz 9. Passiva 39.294 Schilling, - 40 ProMt in drei Raten. — K>Wevne>tOurger HohperweMng Kirch-hoser u. Fürst Ges. mb. H. in Liquidalion, Kloster- -ne-n'burg, Kievlinge-rstraße 20. Passiva: 24.16«5 Schilling, 36 Prozent in MMjf Monatsraten. — Herrenwüschefabvik E. N a 1 s ch eradetz in Men, 7. Dez., NeubaMasse 12. Passiva 17.398 Schilling. 36 Prozent in zchn Monatsraten. — L. Lieb ermann, Kaufmann, 7. Bez., Neubaugaffe 8. Paff«iva 48.500 Schilling, 36 Prozent in elf Monatsraten. Die Geschäftstätigkeit des Postsparkaffenamt ttn September 1926. Der Geschastsrusweis des Postsparkassenanttes für September 1965 zeigtj, daß im Sparverkehr sich die Einlagen um 897.460 Schilling vermehrt haben. Die Gesanttein/lagen in dieisem -Monat betragen 2M1.435 Schilling, denen Auszahlungen in der Höhe von 1,703.964 SchMirg gegenüberstvhen. Im Scheckverkchr wur^n 669,005.966 «Schilling eingezahlt «und 080^57.899 SchillmMuSgezchlt. Es hat sich sonach der Einlagensoldo im Schokveckchr nm 12,651.982 Schilling vermindovt. Die Anzahl der Teilnehmer «hat sich im Gpavverkehr.um 778 auf 2,-458-994 Schilling, im ScheNveickehr -«um 1V0 auf 177.885 Schilli«ng vermehrt. Der Gesamtsaldo des Amtes beträgt «tat Sparverikchr 28,904.791 Schillings im Scheckvetckehr 143,148.408 Schilling. Piano O'Brien echebt sich, begrüßt «uns «mit einer kleinen Verbeugung und sagt: „Guten Morgen, -nteine Herden. Ich «habe Sie erwartet."... Al schüttölt ihm die Hand und stellt uns vor... Und an diesem Abend begannen wir als „sing«ende Kellner" zu arbeiten. Die Knust «der ,-singendm Kellner" ijst eine schwere. Sie besteht darin, ein Lied zu singen, während «ein Dutzend andere Dinge gjleichgeitig etledigt werden müssen: Bestellungen, Befchle, Bedienen, Wechseln, Kassieve^, Ab- Mmen, all das muß während des Singens erledigt «wer- «den. Gölegentlich unterbricht man das Lied, um eine Bestellung weiterzugebm, und dann muß unverzüglich das letzte Wort und die letzte Note wieder ausgenommen werden, wo man abgebwchen hat. Mn versuche es Mr einmal, mitten unter einer ewig wechselnden Menge zu singen — „I «loved you, Nellie" — ,Zwei Glas Bier" — „as I weiter" — „Noch zwei" — ,Loved before"... Während der herzzerreißendsten Stellen des Liedes muß man vielleicht eine Zweidollarnote wechseln, muß ausrechnen, tvieviel der Gast schuldig ist, das Wechselgeld herausgeben, das Trinkgeld entgegeinnehmen, nachdem nächsten Tische lachen, ihn abwrschen, geleerte Gläser ach einem Tablett sortschasfM, durch das kleine Fechter in der Wand die Bestellungen hineinschreien, «dem Aufschreiber die richtigen Mrken geben, muß bekannte Besucher mit einem Lächeln begrüßen, einen Witz mit Lachen quittieren, sich nach einer Minze Äicken, die einem in Anerkennung der kmMerischtzn Qualitäten des Gesanges zugeworfen worden ist. Und wenn der zweite Refrain an die Reihe kommt, schließen wir vier uns zunt Quartett zusammen, ohne Rücksicht daraus, wie weit «wir voneinander «entfernt sein mögen. . Piano OBriens geschickt-e Signale halten uns zusammen. Er ist mehr als Begleiter. Er -ist unser führender Genius, er begleitet jede unserer Bewegungen mit telepachischen Morden. Und so sitzt er während «der ganzen Nacht, leicht vornübergebeugt, «begleitet die Sänger, spielt ein «wildes oder ruhiges Ztoischrchpiel, geht mit dem Geiger, dem Kornettisten und dem Trommler, die die Tanzmusik des «Tages -hernntevlärmon. Gortsetzrtng folgt.)