Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1925-10-13 · Heft 2385 (13.10.1925) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2385 (13.10.1925)
Date
1925-10-13
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2979076-2981191-2981471--24331-3011865
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

I 1 f i-\ 1 8 ii! n i* [i GM» Wim, Dienstag Wiener Morgenzektung nach einer Versammlung der Streiken-den ziemlich ernst e. Verletzungen erlitten hat, wurde ver- Hokonssako« vorwärtSschreitet, daß wir keineswegs die Absicht haben, sie zu verdrängen, sondern mit ihnen in fyMicher Nachbarschaft wohnen wollten. Sie setzen auch der Mijschen Einwarcherung bereits geringeren Widerstand entgegen und haben mchr Verständnis für die Zusammenarbeit. Ach habe stetgeglaubt, toft -er Skigenblick komuren BMW/ WO Me Fubm am PalästinaauPau teiilnehmeu werden. Man wirft den Juden, letztens insbesondere in Amerika, vor, daß siekein ausbauendes Element sind, daß sie nur dorthin kommen^ so d'e ersten Schwierigkeiten bereits Überwunden sind und das Terrain sich für eine le'chte Exploitation eignet. Die Juden der ganzen Welt empfinden das Bedürfnis, diese Vorwürfe zu entkräften. Mau muß ihnen die Möglichkeit geben, beim Bau der Grundlagen unseres nationalen Heims in Palästina einen Teil der allgemeinen Verantwortung mitzutvagen. _ Sie Borgönge an der ftlasemauer. Gouverneur Storrs entschuldigt sich. Jerusalem, 11. Oktober. (I. T. A.) Die Erregung unter der Judenheit Palästinas wegen der Störung der Andacht am Jom Kippur vor der Klagemauer durch dir Jerusalemer Polizei dauert fort. Die jüdische Presse greift die Regierung, insbesondere Gouverneur Storrs, der den Befehl zur Entfernung der Sitzgelegenheiten, vor der Klagemaurr erteilt hat, heftig an. Gouverneur. StorrS beruft sich in einer Mitteilung an die Presse darauf, daß Sir Herbert Samuel vor einigen Jahren infolge eines Protestes der Araber die Entfernung der B a n k e vor der Klagemauer a n g e o r d n e t hat. Storrerklärt werter, er habe dem neuen Oberkommissär Lord Plumer empfohlen, eine spezielle Verordnung zu erlasse», laut welcher den Juden das Anbringen von festen Sitzgelegenheiten vor der Klagemauer erlaubt sein soll, da die Juden mit dieser Forderung im Rechte seien. Herr Storrs teilt ferner mit: Im Jahre 1918 wandte sich Dr. W e i z m a n n an ihn mit der Bitte, den Juden den Platz vor der Klagemauer für 75.000 Pfund zu überlassen. Die Regierung konnte diese Bitte nicht erfüllen, da die Mohammedaner sich weigerten, den Platz abzutreten. WaffenftManyrfeier in PaMina. AuS Jerusalem wird uns geschrieben: Der 11. November, der Tag des AUchlusseS des Waffenstillstandes, w'-rd <mch dieses Jahr in Palästina gefeiert werden. Wie die I. T. A. berichtet, bereitet der High Commissioner Lord Plumer eine Proklamation vor, worin die 'pMstirwnstsche Bevölkerung ausgchordert wird, sich an der Feier zu 'beteiligen.. Sekphouverbindrmg zwischen Aegypten «nd PalSstinll. Jerusalem, 11. Oktober. „Haaretz" berichtet aus Kairo: In den letzten Tagen wurde von neuem die Frage einer telephonischen Verbindung zwischen Palästina u n d Aegypten erörtert. Die ägyptische Negierung hat einen der Leiter ihres Telephonnetzes entsandt, um diesbezügliche Versuche vorzunehmen, die günstig ausgefallen sind. Man erwartet, daß die Linie i n e i n i g e n Wochen dem öffentlichen Gebrauch übergeben werden wird. Lnstbombenkrieg in Syrien. London, 12. Oktober. (Tel.-Komp.) Nach einer Meldung der ,Mures" aus Beirut hat die Kolonne des Generals Gamelin MeSra und Sajen erreicht, obschon die Drusen dem französischen Vormarsch Widerstand entgegenzusetzen versuchten. Französische Flugzeuge haben Ansammlungen von Beduinen bombardiert, die einen Vorstoß gegen die Eisenbahnlinie Aleppo—Damaskus unternehmen wollten. Ferner wurde, wie gemeldet wird, eine Reihe von Dörfern, deren Bewohner sich zu erheben beabsichtigten, mit Bomben -belegt. Der Kommandant von Eueida gestorben. Paris, 12. Oktober. lWolff.) Nach einem Telegramm des Kviegsministers an den Bürgermeister von Ghalon-sur- Saone ist der Befehlshaber der französischen Garnison von Sueida, Major Drouot, im Lazarett von Damaskus an Ruhr gestorben. Ser kommunistische MaroUoprotestftreik in Frankreich. Zusammenstöße zwischen Streikenden und Polizei. Paris, 12. Oktober. Die Kommunisten haben als Protsst gegen den Marokkokrieg für heute einen 24ständigen Generalstreik proklamiert. De Parole fand nicht viel Anlang; nur in den Jndustriedepartements Ga rd und Loire war die Zahl der Ausständigen größer, ln den anderen Industriezentren ist sie unbedeutend. Die öffentlichen Betriebe arbeiten normal. In Paris, wo die Kommunisten starke Propaganda betrieben, kam es zu verschiedenen Zusammenstößen zwischen Streikenden und Polizei. Es gab auf beiden Seiten Verletzte; nach einer Meldung w"rde ein Streikender getötet. Der kommunistische Deputierte Dortot, der -bei einem Zusammenh astet. Cachin und Dortot. . Paris, 12. Oktober. Gavas.) Die kommunistischen Deputierten Lach in und Dort ot sind hellte wegen Aufreizung zum militärischen Ungehov» sam in contumaciam zu dreizehn Monaten Gefängnis und 3000 Franken Geldbuße verurteilt worden. Strefemam, Benesch und ““ Die Ostfragen auf der Konferenz von Locarno. Locarno, 12. Oktober. Nach wie vor find die Ostfragen und der Durchmarschparagraph des Völkerbundpaktes, jener 8 16, dessen Abänderung Deutschland zur Bedingung seines Eintrittes in den Völkerbund gemacht hat, die schwierigsten Probleme dev Konferenz. Ueber die Ostfragen hatte gestern abends btt deutsche Außenminister Dr. Stresemann eine Unterredung mit dem tschechoslowakischen Außenminister Dr. Be nes ch. Aober die Frage des dartsch-tschechoslowakkschen Arbitragevertrages scheint in dieser Besprechung ein« Einigung erzielt worden zu sein und Stresemann und' Benesch haben beschlossen, daß die deutschen und die tschechoslowakischen Sachverständigen zusammentreten sollen, um die F o r in «l für den dmtsch-tschechoflowalischen SchiedSgerichtsv e r t r a g zu prüfen. Heute fand die e r st e Besprechung zwischen Stresemann und dem polnischen Außenminister Skrzyn'ski statt, die von Br Land vermittelt wurde; sie war sehr kurz und scheint nur formalen Tharakt« getragen zu haben. Noch gestern hatten Benesch und Skrzynski eine Besprechung. Ob Deutschenin Locarno einen Schiedsvertrag mit Polen beschließen wird, ist fraglich Der polnische Außenminister Skrzynski ist an einer starken Halsentzündung erkrankt. Er hofft aber morgen vormittags mit Dr. Luther und Stresemann verhandeln zu können. Die heutige Vollsitzung, die um halb 14 U>hr vormittags «begann, dauerte zwei Stunden. Sie behandelte hauptsächlich die Frage des Eintrittes Deutschlands in den Völkerbund, beziehungsweise den Durchmarschparagraphen, Gz wurde folgendes Communiq.ue ausgegeben: In der heutigen Zusammenkunft wurde die Genera l di s k us s i o n über die durch die Beteiligung der eventuellen Signatare de- Sicherheitspaktes am Völkerbund aufgeworfenen Fragen wieder ausgenommen. An Verfolg des Ersuchens der deutschen Delegation um ergänzende Klarstellungen fand ein allgemeiner Gedankenaustausch unter den verschiedenen Delegationen statt, als dessen Erlebnis fick' stn Fortschritt-« gemeinsamen Arbeiten in der Richtung einer «befriedigenden Lösung 'bet erörterten Fragen ergab. De Konferenz vertagte sich bis morgen nachmittags. - Der Vertreter der Agence Havas glaubt zu Wissen, daß die deutsche Delegation, bevor sie ihre endgültige Zustimmung zum Art. 16 des Paktes gibt, eine Frist von 24 Stunden verlangt habe, um sich mit ihrer Regierung in's Einvernehmen zu setzen. Eines der Mitglieder der deutschen Delegation ist 'bereits nach Berlin abgereist und wird mündlich die Mitteilungen und Informationen vervollständigen, die Dr. Luther und Doktor Stresemann nach Berlin übermitteln 'werden. Die Grundlagen des Uebereinkommens werden nach den «Informationen des Havas-Bertreters folgende sein: Deutschland würde unter den normalen Bedingungen in den Völkerbund eintretm und, um den Besorgnissen Deutschlands bezüglich des A r t i ke l s 16 Rechnung zu tragen, würden die Alliierten eine Erklärung abgeben, in >der sie daran erinnern, daß die Bölkerbundverfammlung allein das Recht der Auslegung des Pakte's hat und daß die Beteiligung jedes einzelnen ider Staaten, die berufen sein werden, den Verpflichtungen des Völkerbundes im Falle eines Krieges Geltung zu vesschasfen, im VerlMnis zu den Mitteln jödes einzelnen Staates stehen müsse. Der Geist und der Buch,stabe de's Paktes wären auf diese Messe respektiert, ohne daß Deutschland seine Einwürse und Einwendungen dank den .beruhigenden Erklärungen aufrechtechallten könnte, die ihm die Delegierten der im Völkerbundrat vertretenen Mächte in dieser Weise geben würden. Nach der .heutigen Vollsitzung hatten Briand und Chamberlaifl eine Besprechung. Sodann fanden von 4 bis 6 Uhr nachmittags in den Räumlii-chNten Chamberlai ns i-m Grand HM Besprechungen zwischen Dr. Luther, Stresemann, Briand und Chamber la in statt. Cs wohnten bissen Besprechungen keine Journalisten bei. Die Verhandlungen erstreckten sich vor allem auf das Gebiet der O st schied s v ertrüge und ihrer Garantierung. Man versichert, daß die Verhandlungen in sehr freundlichem Tone geführt wurden. Di»»« ■inwiii i >,»»>«,"> Wegen des Feiertages in Amerika entfallen die New-Borker Kurse. 18. Oktober M8 , , Nr KW An der morgen . stattflndenve« Vollsitzung werbe« wahrscheinlich Sk r -ch « ski und Dr. Benesch Oilnehmen. Pies wich M Anzeichen dafür genommen, daß die Frage der Garantierung der Ostschiedrverträge sich auf dem Wege zu ein« günstige« Lösung befindet. Vlussottwi kommt. Parks, 12. Oktober. KavaS.) Wie der,Matiu" mi Locarno meldet, habe Ministerpräsident Mussokilli beschlvffen, am 14. Oktober nach Lovarno zu kommen, um den Rhein Pakt zu unterzeichnen. Gr werde am 16. Oktober wieder nach Italien zurückkehverr. Die Polizei habe umfassende SicherheitsVorkehrungen getroffen. Die sa'SzMschen Gruppen m Locarno und Lugano wurdenaufgefordert, sich jeder Kundgebung zu enthalten, um kein« antssaszistssch« Gegenkundgsbungen henorzurufen. Tschitfchevin reift noch einmal nach Berlind Berlin, 1L. Oktober. Der russssche BolkSkommissär T sch lisch er in dürfte in drei bis vier Woche« auf der Rückreise von seinem Kurort «ach Moskau wiederum einige Tage in Berlin verbringen. Gr will dann nach Abschluß der Verhandlungen in Locarno mit den maßgebenden deusschen Stellen noch WMmg nehmen. Der ventsch-rnffifche Handelsvertrag unter» zeichnet. Moskau, 12. Oktober. YL.-A. d. 6.41.) Der Handelsvertrag zwischen Deutschland und der Sowjetunion wurde heute unterschrieben. Deutscherseits von dem Botschafter Grafen Brockdorff- Rantzau und dem Vorsitzenden der deusschen Delegation v. Korner, von vusssscher Seite vom Äellvertteter des Bolkskommsssärs für AeußeveS Litwinow und dem Führer der russischen Delegation Hanetzkh. Sa» Attentat ans den rnmSuischen Gesandten in Sofia. Ei« Dementi der Men« bulgarischen vssandsschast. De königlich bubgavssche Gesandsschaift in Men ersucht uns um die Fessstellung, daß die Meldung über ein Attentat auf den rumänischen Gesandten in Sofia nicht z u t r i f ft rmd jeglicher Grundlage ent- Vchrt. MufioNni fontta «Benfiogen. Die Sühnenote Dr. Matajas. In der Sitzung des Nationalrates vom 1. d: hatte bekanntlich der fozialdemokratssche Abgeordnete Dr. Ei l e nboge n eine Reihe-von persönlichen Angriffen gögen Müssolini gerichtet. Der Präsident des Mtionalrates M i k l a s unterbrach daraufhin dm Abgeordneten^ Ellenbogen und ersuchte ihn, bei der Behandlung internationaler Angelegenheiten jene Rsserve zu Veobachtm, die der Würde des öst-erreichtfch«n Parlaments und den internationalen G e pf l og e Nh e i t e n enifpreche. Am 2. d.. erschien der italienische Gesandte beim Minister für die auswärtigen Angelegenheiten Dr. Mataja und legte Verwahrung dagegen «in, daß die Angriffe des Abgeordneten Ellenbogen gegen den Chef der königlich italienischen Regiemng n i ch t h i n l a n g l i ch z ü r ü cktz e w ie s e n worden seien. Der Minist« des Aeuße'rn gab der Ansicht AuSvmck, daß nach seinem ^persönlichen. Eindruck die Zurückweisung durch den Präsidenten des Mltionalmtes hinreichend gewesen sei und daß er für seine Person eS nicht für zweckmäßig gehalten habe, selbst einzugvessen, da hierdurch zweifellos eine längere Debatte enssesselt worden Ware, was zu vermeiden zweckdienlich erschienen sst. Um »ine weitere Mißstimmung der italienischen Regierung zu vermeiden, entsandte Dr. M a t a j a einen leitenden Beamten deS Außenamtes zum italienischen Gesandten, um das Bedauern der österreichischen Regierung über den Zwischenfall auszudrücken. DaS römische Kabinett erklärte sich indessen durch die Maßnahmen der österreichischen Regierung nicht für befriedigt und verlangte der. Ausdruck des Bedauerns drr österreichischen Regie'rung a u ch a u f s ch r i f t l i ch e m W e g e. Desem Verlangen entsprechen-, übermittelte der Minister für Aeußeres. dem italienischen Geschäststräger die nachstehende Note: „Unter Bezugnahme auf die Mitteilungen, die Sie mir im Austrage Ihrer Regierung in den letzten Tagen gemacht haben und sich auf die Angriffe bezogen, welche der Abgeordnete Elleuvogen gegen den italienischen Ministerpräsidenten in >der Sitzung des österreichischen Nationalvates vom 1. d. gerichtet , hat, beehre ich. mich der italienischen Regierung in Erinnerung, zu rufen, daß die Bundesregierung bereits am 2. d, darauf bedacht gewssen sst, dem Herrn italienischen Gesandten in Wien spontan ih r Bedauern anläßlich der erwähnten Angriffe zum Ausdruck zu bringen. Dem von der italienischen Negierung bekanntgegebenen Wunsche entsprechend, stehe ich nicht an, Ihnen s ch rist.li ch -zr.wiederhol i«, daß die Bundesregierung den, in Rede stehenden Zwischenfall aufricht i g h e d a u e r t. Sie bedauert, gayz besonders, daß die Urnstände etz ihr nicht erlE' .Wen,' die^Mgriffe Herrn Ellenbogm alfogleich du t ch di e Kun d gedungen der Sympathie zurück-«weifen, welche die zwischen beiden Staaten bestchende Freundschaft erfordert hätte." . WMLWSSAi» 4990

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.