Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2385 (13.10.1925)
- Date
- 1925-10-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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nflimr-firrrn Wien: Zum Abholen in der Expedition, II., Taborstr. 1-3, ode; in elnerVerschleisstelle Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkaut „ln .Wien durch die Kolporteure der Firma G o I ‘d sch m ied,;; 1,, W0llZ.eile;11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-,Slowakei: Mon. K 22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen:Mon. 4 Zloty. D*e u t s c h 1 and: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 ft«chMhltmgen bei Frei.«* er behängen Vorbehalte» teuer U.!U5 Wim. Sienstag, 13. dllober 1925 W Aufruf Beizmauus. Nor der Berliner Sitzung des Mionrtomitee«. 2vH Engl an d: Mon. 4 Schilling, Itallen: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon, 170Lei. Bulgarien Mon.IOOLewr. Schweiz und das übrige Ausland monätllch Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0*38,43-3-19 Ab 6 Uhr:~2M02, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Di uckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postspar* kassen-Konto Nr. 150.693 7. Jahrgang J - jf. Wien, 13 Oktober. Der Sitzung des Zionistischen Aktionskomitees sendet Präsident Wcizmann eine Botschaft an die Zionisten voraus. Er Hält ein Mahnwort zu betn im August durchgeführten Kongreß und gibt eine Darstellung der gegenwärtigen Situation der Palästinasrage. Es ist hervorzuheben, daß hier der Führer spricht, dessen Autorität der Kongreß durch den Auftrag, an der Spitze der.Bewegung zu verbleiben, stark unterstrichen. Hat, und es ist schon aus diesem Grunde für die Zionistische Organisation eine sehr wichtige Tatsache, daß der Präsident in seiner Prüfung der Lage zur nachdrücklichen Konstatierung einer erfolgverheißeuden Entwicklung kommt. Er spricht zu den Zionisten, die den Kongreß uitb die Palästinafragen mit ganz anderen Empfindungen verfolgen als die übrige Judenheit. Für die Zionisten handelt es sich um eine Angelegenheit der Weltanschauung. Für sie ist die Palästiuaarbeit, der Neuaufbau des Judentums der Inhalt ihres Lebens. Für sie steht dieses politische, wirtschaftliche und soziale Zukunstsproblem im Zentrum ihres Fuhlens und Wollens. Es ist zionistische. Ileberzengung, daß das Judentum, nur diesen einen.Weg gehen kann, um zur Erlösung aus der politischen.Ohnmacht,,a ns der kulturellen Wirrnis des Exils zu gelangen. Daraus resultiert, daß der Zionismus die Frage als ein politisches Problem behandelt wissen wjw und /daß er nirgends und niemals auf die politische Sicherung der Grundlagen verzichtet.- . - ,y Furndeu^Zwmsmus: ist dieMt des Judentums ein einheitlicher umd einziger Ucbelstaud, der sich aus der politlschntationalen Abnornutät,ergibt. Er kann nur in einer Weise bekämpft werden irnd. alle seine Erscheinungen snw Teile des Ganzen. Das nichtzivnistische Judentum, Insoweit es sich jüdisch orientiert, sieht in jeder einzelnen ErscheinungjC-iiv. eigenes Problem unb anerkennt keine jüdische Einheit. Ihm besitzt .deshalb Palästina. keinen. Priinat und cs versteht, sich. nur.zu der.mechauisch-materialistischen Auffassung, daß. matt cineNotlagemit Philanthropi.e lindern könne. Es ist allerdings richtig, daß in der letzten Zeit auch in diesen Kreisen sich eine stärkere Betonung des nationalen Charakters der Palästiuaarbeit bemerkbar macht. Aber sie stehen erst am Anfang eines Denkprozesses, den der Zionismus bereits durchschritten hcü. Diese beginnende Wandlung, deren Befestigung wir hoffen wollen, ist die direkte.Auswirkung der zionistischen, jüdisch-politischen Tätigkeit in Palästina. Alles, was dmtz Leben des Judentums neue Impulse gegeben hat, ist nur durch die zionistische Borarbeit erzielt worden. Es hat viele Rückschläge gegeben und sie werden wohl auch noch kommen. 'Aber sie können njcht den Willen des Zionisten beeinflussen und ihn nicht wankend machen. In. jeder Art von Gemeinschaft gibt es Störungen und Konflikte, die sich aus der Berschiedenartigkeit des Temperaments, ans der verschiedenenMnstellnng zu den beherrschenden Fragen und äußeren. Einflüssen ergeben. Sie bestehen auch innerhalb, der Zionistischen Organisation. Sie zeigen sich auf dem Kongreß, aber nur auf diesem. Auf. die Aufbauarbeit färben sie nicht ab. Palästina tritt uns heute, mit so ganz anders gearteten Forderungen als vor.zehn Jahren ■ entgegen, es steigert die Ansprüche, das Tempo der Notwendigkeiten ivird von der Maschine her modernen Entwicklung beeinflußt. Das erschreckt uns nicht und steigert lediglich die Intensität unserer Bemühungen. Wir wissen, daß unser Unterfangen, in die Weltpolitik und den Weltverkehr als nationale Individualität einzutreten, kein Kinderspiel, ist, und es ist der ganze Schatz an Opfer- und Arbeitsfreudigkeit anfzubieten. Es.wird von. uns allen begrüßt', daß auch das außerhalb unserer ' Bewegung . stehende Judentum mitschaffen will. Aber das entlastet uns in nichts von unserer Verantwortung. ' ’ : '• ■ . ‘ -i- «XVsv >t, Dr.: Wetz . Schreibet an alle Zionisten. Der Aufruf, der vorzr 6. Oktober datiert ist, lautet:. , . , Der Z'lvnistentvngreß ist hä s h,ö, ch st e O r g a n der an isti-sch e n.O.r g a u i \ a t i oyL! Er^ hat (den Präsident der Zionistischen Weltorganisation, Dr.: W e izma n n, richtet ein offenes die verschiedenen Richtungen im Zionismus auf eine gemeinsaute Basis zu bringen. Es ist deshalb natürlich und wünschenswert, das; seine Diskussionen das ganze Gebiet der zionistischen Politik umfassen und daß.sie alle Tendenzen widerspiegeln sollen, welche in der Bewegung wirksam sind. Aber diese-freie und umfassende Diskussion kann nur dann fmchtbär sein, wenn sie vom Geiste der Verantwortlichkeit getragen ist. Der Kongreß ist nunmehr vorbei, seine Beschlüsse liegen vor. Die endgültige Lösung einiger Probleme ist der Sitzung des Aktionskomitees Vorbehalten, dessen Geschäftstagung am 21. Oktober beginnt. Es ist aller Grund zur Annahme vorhanden, daß mit Ende dieses Monats die Maschinerie unserer Organisation in voller Ordnung arbeiten wird. Es ist nunmehr für uns die Zeit gekommen, v o nt Wort zur Tat überzugeheu. Die Konflikte und Meinungsverschiedenheiten des Kongresses sind nunmehr in den Hintergrund gerückt und an ihre Stelle tritt die gemeinsame Arbeit am gemeinsamen Ziele, die gemeinsame Arbeit am Aufbau unseres nationalen Heims in Palästina. Es ist die.Pflicht der Zionisten allerPchättierungeu, sich der ständigen Aufbauarbeit zu widmen,- die allein die Erfüllung unserer Hoffnungen verbürgt. Zn dieser Arbeit können wir um 'mhr mit der Hoffnung atsi immer.Ooiier'.wachsendePbst 'stMHchrcn. . * Die ständige Besserung der wivschastlichen Lage in Palästina, welche bereits.seit eiwM .Monaten zu verzeichnen ist, hält a u.ch. j e tz t.a«. Der! Z u stro m de r E i n w a n d e r e r dauert fort und es 'entsteht jetzt für uns'die Aufgabe, hie. neu cm kommenden Menschen in das Wirtschaftsleben cinzufügen. Wenn wir alle , auch weiter unsere Pflicht Inn, so können wir hoffen) daß'die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas, die. sich jetzt rascher vollzieht als noch vor wenigen Jahren sogar ein sanguinischer Beobachter hätte Voraussagen, können, ohne Unterbrechung vorwärts schreitet. Dieser Erfolg legt uns die Verantwortung auf, die Gunst des Augenblickes nicht ungenützt zu lassen. Die politische Lage ist meiner Ansicht nach eine d a u e r n d g ü n st i g e. Es ist n i ch t d e r g e r i n g st e Grund vorhanden, irgend einen Wechsel in der Politik der Mandatsmacht anzunehitten, uitd wir-können auch weiterhin in die Zukunft blicken mit dein Vertrauen auf ihren guten Willen. Es ist wahr, daß wir in vielfacher Hinsicht daraus achten müssen, daß dieser gute Willen sich in konkreten Tatsachen äußert. Es ist unser Recht, zu fordern, -aß die Bestimmungen des Mandats sinngemäß ausgclegt werden. Sowohl die politischen als auch die ökonomischen Interessen des Zionismus werden wir fortwährend und wachsam behüten. Aber wir müssen immer bedenken, daß aus beiden Gebieten der schließlich,: Erfolg durch unsere eigene Anstrengung bedingt ist. S e l b st v e r t r a u e n, Selbstkontrolle, .Selbstaufopferung — müssen jetzt mehr als. je die. Losung jedes loyalen Zionisten sein. Dr. Chaim Weizmann. Die Sitzung de« Aktionrkomitee«. Wie bereits wiederholt berichtet, finbet gemäß einhelligen Beschlusses der Zionistischen Exekutive die nächste -Tagung des Aktionskomitees m Berlin tut Zionistischen Zentralbureau, Meinekestraße 10, statt. Die erste Sitzung beginnt Mittwoch den 21.. Oktober um 4 Uhr nachmittags. Die Paläftinaeinwanderuiig im September. . 3609 Immigranten. . ■ Jerusalem,. 8.- Oktober. (I. T. A.) .Wie heute bekanntgegeben wird, sind i.nvMonot Septemder' d. I. 3 6 0 9 Pe r sw n e n - in, Palästina' 'eingewandert. (Im August betrug-, die Einwanderungszahl 3H96.) An die Besitzer Berliner Häuser! Berliner Orundsttickspezialist in flnfechtunssii. Aufuertun$sfrii$en erteilt kostenlos Auskunft bei, Bankhaus M. Münzer / Wien L, Hessgasse Nr. 7 ab heute Dienstag, den 13. d. von 9 bis 12 Uhr vormittags und 654 von 3 bis 7 Uhr nachmittags. Die Aufgaben in PalWna. Ein Interview Weizmanirs mit der italienischen Presse. Auf der Fahrt nach Paris zur Sitzung der Exekutive weilte Professor Weizmann über den Jom Kippur in Maritan-ch wo unter anderem auch eine Be!)prechnng mit -den Vertretern der italienischen Presse stattfand. Im Verlause dbses Gespräches machte Dr. W c izmanu, nach -einem Berichte des „Nowy DziannÄ"-die folgenden Bemerkungen: Es ist Honte' mein zwei t-e r Jom Kippur in diesem. Jahre. Schon in Wien mußte 'ch Rechenischast Mögend oder vielmehr stellte man m''r eine Rechnung ans .über meine Taten im vergarchcneü Jahre. Der Kongreß.-war von einer, großen Sorge ergriWl,"der Sorge wegen' der.. . v . . . ■’ verstärkten Eiwwattdemng. Es handelt sich jetzt -nicht mehr um bell alteil Ehaluz^ Typ. Die neue Einwaicherung, die hauhMMich nach der Stadt str-cht. traf die ZionWsche Organisation unvorb e r e ite t. Die Bebstärkung -der städtischen Kolonisatiou, der Zufluß von Kapitalien und d'-e Entwicklung von Industrie ltn'b Handel zwingen die Zi-onistische Organisation, diejse n Proiblemen größere Aufm erLsamkeit als bisher, zu schenken. Mn wird die Realisiemng des Ruthe n'b erg -Projekt es zu lbeschlennigen trachten müssen, ebeniso den Ansbau der p a l ä st i ne n s is ch e n H ä f e n. Man wird auch n e u e F i n a n zi n st i t u t e schassen müssen, um d'e verschiedenartigen Bedürfnisse der städtischen Einlvanderung befriedigen -n können. U.njsere nationalen'Möglkichkeiten tvaren stets Keiner als unlsere Bedürfnisse. Ganz besonders jetzt, sind die Anstedlungsmögl'chtciten in Palästina weit geringer als die täglich 4oachstnder Emigrationsbedürfnisse. Diejser Umstand war die qniiCifit, unsichtbare Grundlage der zeitweise mit großem Talente geführten Opposition.' -Nicht imstande, die Beschwerden d'rokt gegen die englism» Regiemng zu richten, hat die Opposition, was n-nr-natür-, lich ist, ihren ganzen Zorn auf mich und mein e Kolleg en i n de r Exekn t' v e ergossen. Mn.machte uns die verschiedensten Bovwüvse wegen der nicht strikten Durchführung des Mandatstextes durch England. Ich will auf alle diese Bovwürse nicht eingehen und nur benrerken, daß das einzige, was England tun konnte, die Erhaltung des Friedens war.' Wenn seMst alle Staaten der Welt uns -PaWst'na geben itooJIfett, konnten fi'c es nicht. Vom Nil bis Mm Euphrat herrscht nur in Palästina Ruhe. Es bewahrheitet sich die Voraussagung unserer Propheten, daß, je Mehr sich Palästina dank der jüdischen Arbeit eniwickelt, desto dauerhafter Ordnung und Frieden sein werden. Der Z-onisntus ist keine ans pMische Sensation derechitete Bewegung. Manerobert ein Land entweder mit Gewalt oder durch Arbeit. Ich gebe M, daß dieser z>lveit< Weg Goduld, Ausdanar und Schweiß ^verlangt, .aber man setzt dabei weniger aus und entgeht der Gefahr des GenickbrechenK. A r a b e r' üiberizeügen sich in dem Maß ' die in dem unsere lür alle Daren tief reduzierte Preise II. Taborstraße 48 Telnqhon 47-1» 7k En gros En <8etali